tut Prinzip mit Krieg gedroht, toertn Cfljina die Gcheimver träge beiter Länder verSffentlicht und seine Bertrags- Vflichren nicht erfüll, JapanzuDeutsch- Lands Nachfolgerin im Recht, im Eigentum und in den Ztzonzessionen zu machen, die Deuifch^and bei -Ausbruch des europäischen ärieges besaß. China sucht bei Groß- brrtannien und den bereinigten Staaten Unterstützung angesichts der Ha tung Japans, die ernste Befürchtungen unter Den Vertretern der assoziierten Mächte hervorruft. Wie verlautet, sind die Abschriften Der Geheimverträge aus dem Gepäck der chinesischen Frie- densdelegierten gestohlen worden, als sie durch Japan reisten, und daher sind diese nicht in der Lage, die Geheimverträge aus der Friedenskonferenz zu veröffentlichen.
Aus dem Ueiche.
Streitigkeiten innerhalb der deutschen gegen die Polen kämpfende» Truppen.
Brom berg, 12. Febr. Tie vor einigen Tagen so hofftrungsroll beratene deutsche O s - fensive bei Bromberg musxe nxegen inne r vo l i t i s che r Streitigkeiten bei ben; Kampftruppen plötzlich a ltgeb rochen werden. Tie deutschen Truppen hatten sich südlich der Bahnlinie Bromberg—Schneidemühl eine brückenürpsartige Stellung in der Linie Schmiede- berg—Neukirchen—SamoÜensk gesäiafsen und mären dann erfolgreich aus Exin und Schubin vor- <yftofvn. Ta traten politische StreitigLüen hindernd in den Weg. Ter Brvmberger Soldat en rat leite den Kri'.gsministerrrlaß über die Kommando gemalt nicht anerkaiml, Die Truppen jedoch erkannten oen Erlaß an, brachen die Gesechtstätigkeit ab und mälzten einen neuen Sol- dalenrat. Infolge dieser Ereignisse in der vordersten Linie müße die Offensive abgebrochen werden. Tie Truppm mußten hinter ©teinburg zurückgenommen nxerben, nur eine Kompagnie der republikanischen Svloatemvehr, Deren Führer Leutnant Part he nheimer sich weigerte, zurück-u gehen, bli b in Grünthal trotz aller Warnungen des Abschuittskommandeurs in vor- «sch>bener isolierter Stellung allein zurück. In- vlgchessen wurde c-ie Kompagnie bald darauf von den Polen von drei Seiten mit Ueber macht angegriffen und faft vollständig ausgerieben. Auch Leutnant Partl^nheimer fiel.
Nach der Zurluknalpue der Truppen hinter Steinburg wurde nun gestern deutscherseits wieder ein Bo r fto ß g-nnacht und die Ortschaft Josephinen, der Brückenkopf imb Teile von Steinburg nri.be genommen. Bei Josepl/inen wurden sechs'Maschinengewehre erbeutet. Es ist zu erwarten, daß in den nächsten Tagen auch die Störung der Eisenbahnlinie Dromberg—Schneide- ntüIjH durch Polnischs Artilleriefeuer durch den deutschen Vvrswß <nifg-*Iplx*n wird. Ter polnische Kommandant Hohensalzas fior- derte alle attiDen und Reserveoffiziers in Stadt und Kreis ^"bensalza, ebenso die Militärbeamten unS V» rofflzier a is, sich auf t>r K'mm.ri da, u: Smelden, ^as rvlnische BezlrksbommanÄo Hvhen- za hat allen Mannschaften der sungn Jahrgänge, auch den deutschen, Gestellungsbefehle zugesandt. (B. T.)
Ausschreitungen im westlichen SnhuftrWbfairf.
Mülheim, 13. Febr. (WTB) Bei der hiesigen Reichsbankftelle erschien während der Geschäftszeit ein Mitglied und andere Beauftragte des Soldatenrates, welche sich, unter Androhung von Gewalt im Weigerungsfälle, die privatrechtliche Auszahlung von 75 OOO Mark als Löhnungsgelder für die Sicherheitsmannschaften erzwangen, ohne daß eine ordnungsmäßige Anweisung zur Zahlung vorlag oder ein Guthaben vorhanden gewesen wäre.
Duisburg, 13. Febr. (WTB.) Große Ausschreitungen ereigneten sich gestern nachmittag bei einer Demonstration in Duisburg. Der Oberbürgermeister, der vom Balkon des Rathauses eine Ansprache an die Menge richten wollte, ebenso wie die Führer der Duisburger .stommunistcnpartei, wurden niederge'chrien. Dann drangen die Demonstranten in das Rathaus ein und holten unter Mißhandlungen den Oberbürgermeister und den Bureaudirektvr heraus und zwangen beide, im Zuge mitzugehen und abwechselnd die mitgeführte rote Fahne zu tragen. Später wurden die Beamten wieder frei- gelassen. Abordnungen der Demonstranten drangen in Cafös ein, wiesen die Gäste hinaus und erzwangen die Schließung der Lokale. Den Straßenbahnführern wurden die Kurbeln abgenommen, so daß der Straßen- bahnverlehr für einige Stunden zum Stillstand kam. In den Abendstunden kamen einige Plünderungen vor. Das Gerichtsge'äugnis wurde gleichfalls von den Demonstranten geöffnet: sämtliche Insassen wurden frei» aelasseu. — Tie Ruhr wurde durch die Sickier- yeitswehr wiederhergestellt. Sie mußte von der Waffe Gebrauch machen, wobei ein fünfzigjähriger Mann durch Brnstsclmß frhtccr und eine Iran leicht verletzt nmrbeit. Eine versuchte ötürmung der Stadtkasse sowie eine versuchte Plünderung der Haupt- gefcl^ästsstelle wurde vereitelt. Unter den frei gelassenen Ysefängnisinsassen befinden sich mehrere berüchtigte (Sinbrccbcr und Stra^w räuber sowie lln tersuchungsgefangene, die wegen Dtordes und Raubmörders ihrer Bestrafung entgegensetzen.
hessische Volkskammer.
Darmstadt, 13. Februar 1919.
Die feierliche Eröffnungssitzung der Hessischen Volkskammer vollzog sich heute unter großer De. teiligunq. Das Stänbehaus, in dem di« Tagung statt. findet, wie einige öffentliche Gebäude sind mit Fahnen geschmückt.
Die Galerien sind überfüllt, der Sitzungssaal ist mit ‘Blattpflanzen, das Präsidium mit Palmen und Blumen hübfch geziert.
Punkt 11'/. Uhr betritt Ministerpräsident Wind)
den Saal und auf sein Glockenzeichen füllen sich die Räume. (Er eröffnet die Sitzung mit der Anfrage, ob jemand im Hause älter sei *Ls er, er sei am 28. Ja
nuar 1853 geboren. Da sich niemand meldet, teilt er dem Hause mit, daß er als Nettester dem Hause jetzt etwa 34 Fahre angehöre und ein großer Teil seines Lebens mit dem Hause verknüpft iet 3n Mainz wurde er s. Z. zum ersten Mal als Abgeordneter gewählt, er habe jederzeit das Interesse der Arbeiter chast vertreten. (Er habe jetzt den Aufstieg vorn Schlosiergesetten zum Redakteur und zum Leiter der Geschicke Hesiens gemacht und damit seien seine kühn- ten (Erwartungen übertroffen worben. Traurig stimme ihn nur der schwere Niederbruch Deutschlands, doch wenn wir auch äußerlich besiegt seien, innerlich stän» den wir fest. Unsere Blicke richten sich jetzt nach Wei- mar, wo unser ferneres Geschick beraten wird.
Die jetzige Volkskammer ist berufen, im Zeichen der Demokratie zum Siege zu führen: der Weg ist chwer und weit, aber von dem Grundsätze ausgehend, dem Wohle des Landes zu dienen, werden wir vor. wärts streben: Pflicht zur Arbeit, Recht des Lebens!
(Es wird dann der Antrag Ulrich betr. die provisorische Geschäftsordnung zur Präsidenten, und Schriftführerwahl ohne Aussprache angenommen.
Danach ernennt der Vorsitzende die Abg. Hahn D. Volksp.) und Dr. Dehlinger (Hess. Dolksp) zu proo. Schriftführern. Das Verlesen der Anwesenheitsliste ergibt, daß sich 67 Abgeordnete melden. 3 fehlen.
Die dann vollzogene Präsidentenwahl ergibt ür den Deig Adelung-Mainz (Soz.) 64 Stimmen. 1 Stimme fällt auf Dr. Schmitt (Jentt), 2 weiße Zettel sind abgegeben.
Der neue Präsident übernimmt nunmehr den Vorsitz, dankt zunächst dem Alterspräsidenten Ulrich für seine Mühewaltung in der Hoffnung, daß er dem parlamentarischen Leben Hesiens noch lange erhallen bleiben möge.
(Er dankt dann dem Hause für das ihm entgegen» gebrachte Vertrauen. (Er will sich bemühen, dies Der» trauen zu rechtfertigen, erwartet aber dabei die kollegiale Unterstützung der Abgeordneten und erklärt dann: 3ch werde besttebt sein, mein Amt unparteiisch und ftreng gerecht zu verwalten. (Er fährt dann fort: Die Volkskammer ist souverän, Revolution und Krieg haben das alte System gestürzt. Die Volkskammer übernimmt, getragen vom Volkswillen, das Regiment des.Staates. Der Dolkswille ist oberstes Gesetz. Damit muß jeder, wo er immer steht und welche Meinung er sonst auch haben mag, sich abfinden. 3n der schweren Zeit, die wir jetzt durchleben und die uns noch bevorsteht, wird die Demokratie ein Heilquell sein, aus dem wir die Kraft und auch den Mut schöpfen, ein neues Deutschland zu errichten, in dem unser großes edles Volk eine glückliche Stühe finden wird. Gleiches Recht, aber auch gleiche Pflichten zur Mllarbeit sind die notwendige Do aussetzung für ein gesundes Aufwärtsstreben. Dem Wohle des Ganzen hat sich der Einzelne unterzuordnen. Von diesem Grundgedanken wollen wir an die gemeinsame Arbeit gehen. Der Redner entbietet unter Beifall der Nationalversammlung in Weimar Grüße und erhofft nach dem Um» und Ausbau Deutschlands auch den gleichen Ausbau aller Völker der Welt. Die 3bec der Gleichberechtigung aller Staatsbürger muß die ganze Welt erobern. Nur als freies Volk unter freien Volkern kann Deutschland bestehen. Deshalb wende ich mich von dieser Stelle als Präsident der Volks. Kammer feierlich und mll allem Nachdruck gegen alle Bestrebungen der (Entente, die auf die Loslösung deutscher Gebietsteile gerichtet sind. (Bravo!) 3ch tue das gleichzeitig im Auftrage und Namen aller Ad- geordneten im besetzten Gebiete. Wir sind Deutsche und wollen Deutsche bleiben (lebh. Bravo!) und werden uns weder durch Gewalt noch durch Güte ab- halten lassen, als Deutsche uns zu fühlen immerbar. 3d) betone dies auch vorn internationalen Standpunkt aus. (Ein Bund der Völker kann nur Dauer haben, wenn auch Deutschland keinen Vergewaltigungen unterliegt (Er wendet sich noch gegen die kapitalistische Gewinnanhausung und erhofft, durch treues Zusammenarbeiten unier Volk einer glücklichen Zukunft entgegenführen zu können. (Lebh. Beifall.»
Zu Vizepräsidenten mit gleichem Recht werden die Abgg. Dr. Schmitt (Zentr.) und Reh (DemoL) gewählt. Zu Schriftführern werden durch Zuruf ge- wählt die Abgg Hahn (D. V.), Dr. Dehlinger (H. V.), Delp (S03.J, Damm (Demoh.) und Scherer (Zentr.). Der Vorsitzende verliest noch verschiedene (Einläufe, darunter ein Schreiben des Großherzogs Ernst Ludwig an den Präsidenten Ulrich.
Dann wird die Sitzung auf Freitag vormittag 10 Uhr vertagt
rm. Darmstadt, 13. Febr. Staat$minifter Ul. rich hat an die verfassunggebende Kammer einen Antrag betr. die Sperrung der ehemaligen Zivilliste des Großherzogs eingereicht. Die zu Lasten des Groß. Herzogs gehenden Besoldungsverpflichtungen sind da. nach von Staatswegen zu regulieren.
Ein Schreiben deS GrokberzoqS.
Darmstadt, 13. Febr. (WTB.1 Nach Schluß der Konstituierung der hessischen Volkskammer verlas der Präsident ein Schreiben des Großherzogs an die Kammer, das wie folgt lautet:
Sehr geehrter Herr Ulrich! Die Eröffnung der hessischen Volkskammer am morgigen Tage gibt mir Veranlassung, der neuen Volksver retung meine auf. richtigen Wünsche für eine gesegnete und ge beil)> liche Arbeit zum Besten unseres Vater. Ian des auszusprechen. Wie mein Herz immer nur für bas Wohl Hesiens unb seines Volkes geschlagen hat, wie ich nie eigennützige Bestrebungen gekannt habe, so sollen auch fernerhin unter ber Regierung ber vom Volks- willen Beauftragten alle meine Bestrebungen und all mein Denken nur bem Glück, der Wohlfahrt und der Entwicklung des Vaterlandes dienen. Nehmen Sie zu dieser Versicherung noch den Dank entgegen, den mit mir jeder wohlmeinendeHesie fühlen wird, den Dank für die würdige Art unb Weise, mit ber Sie unter ben schwierigsten Verhältnissen ber sich vielfach burchkreuzen- ben Strömungen bes Volkswillens bas Ste er des Staates geführt unb zu vermeiden gewußt haben, daß sich die ernsteste Wandlung in der Geschichte Hessens ohne Härten mit Ausnahme der durchaus notwendigen vollziehen konnte.
Mit der Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung 3hr Ernst Ludwig.
Der Brief würbe von ber Kammer mit Beifall aufgenommen.
Aus Stabt und Canfc*
Gießen, 14. Februar 1919. £eben«mitte(.
* Marmelade-Verteilung. (Ausgabe 9h:. 5.) Von Samstag, 15. bis Ä>nnerS- tag, 20. b. Mts. entschließ ich, gelaugt gegen Vorlage der Lebensmittelkarte unb Angabe beS Bezugsabschnittes Nr. 5 Pfunb Mar- melabe zum Preise von 50 Pfg. zur Ausgabe. (Siehe Bekanntmachung.)
• • 34. Ausgabe von Süßstoff (Saccharin). Für bie Jett vorn 1. bis 28. Februar 1919 wirb in ben Canbgemei nben bes Kreises von ben Süß. stoffabgabestellen Süßstoff abgegeben. Siehe Bekannt, machung.
— Freibank. Samstag ben 15. Februar werben von 12 bis 4 Uhr bie Nummern 1801 - 2000 beliefert
•
— Amtliche Personalnachrichten. Am 8. Fe. bruar b. Zs. wurde Heinrich Ding zu Schotten zum Schreibgehäfen ber Oberförsterei Felbkrücken ernannt — Entlassen wurde am 8. Februar bie Lehrerin Frau (Emilie Canbjettel, geb. Donbe, zu Neu- 3senburg auf ihr Nachsuchen aus dem Schuldienste. - 3n den Ruhestand versetzt wurde am 5. Februar ber Zeichenlehrer Rektor Abam Götz am Neuen Gymnasium in Mainz auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner bem Staate geleisteten Dienste vom 1. April 1919 ab.
C. U. Don ber ßanbesunioerfitäL Die feierliche 3mma trihulation für bas Kriegs - notsemester finbet am M ontag ben 17. Februar, mittags 3 Uhr pünktlich, im großen Hörsaal (2. Stock) bes Dorlesungsgebäubes (Lubwigstraße 23) statt. Die Stubenten, bie im Wintersemester noch nicht immatrikuliert worben sind, sind gebeten, ebenfalls zu erscheinen.
• * Die Auszahlung ber Familien-Unter- stützungen an bie Angehörigen der noch im Heeres- dienst Befindlichen für 16. bis 28. Februar 1919 findet Samstag ben 15. Februar 1919 in ber Jett von 8H bis 12s Uhr vormittags im Stabthaus, Zimmer Nr. 7, statt
• * Eine große Protest Versammlung gegen die neuen maßlosen Waffenstillstandsbebingungen findet heute abenb 7‘, Uhr im Stadttheater statt Es werden sprechen bie Herren Dr. Horneffer, Prof. Michel, Prof. Sievers, Rechtsanwalt Peters und Prof. Schian. Niemand soll versäumen, durch sein Erscheinen dem Proteste Kraft unb Nachbruck zu verleihen.
** Wichtig für Dlilitärrentenempfänger Bei der nächsten Zahlung ist außer ber Quittung bie amtliche Bescheinigung unb, soweit vorgeschrieben, auch die Einkommenserklärung mitzubringen. Andern- falls sind Verzögerungen im (Belbemprang unver- meidlich. Vordrucke für die amtlichen Bescheinigungen und (Einkommenserklärungen sind, wenn sie nicht von der Pensionsbehörde übersandt worben stnb, am Rentenschalter bes Hauplpostamts abzufordern. Die Bescheinigungen werben ausgestellt vorn Polizeiamt, Bürgermeisterei, Kriegsfürsorgestelle, Armenamt usw. ober irgenbeiner Person, bie zur Führung eines öffentlichen Siegels berechtigt ist
** Besitzwechsel. Karl Becker verkaufte für 80000 Mk. einen Teil seiner am Schiffenberger Weg 53 belegenen Gärtnerei mit Wohnhaus an Gärtnermeister Hubing. - Das Hotel-Restaurant Fürstenhof, Besitzer Herr A. Fröhlich, ging für ben Preis von 490 000 Mk. an Herrn AIfreb Rabemacher, ftüher 3nhader bes Cafe Exzelsior in Posen unb bes Schloß- cafes in Darmftabt, über. Die Uebernahme erfolgt am 1. März.
** Lichtspielhaus, Bahnhofstr. 34 Ab morgen bis Montag tritt die Künstlerin Lotte Neumann in bem Film „Das Spiel mit dem Feuer"' auf. Außerdem ist ein gutes Beiprogramm vorgesehen.
Starkenburg und Rheinhessen.
"** An s Rhe in Hessen, 11. Febr. Ter franz ösische Sprachunterricht nahm gestern in allen Volksschulen Rheinhessens seinen Anfang. In den ein^dnen Kreisen fanden bereits allg.-meine Lehrcrvonferen-en unter Leitung der Ikreisschullbmmission statt, wobei die Richtlinien für die Art der Unterrichtsmethode und den Umfang des Unterrichts seftgelegt wurden. Vertreter der französischen Besatzungsbehörden nahmen an diesen Besprechungen teil. In der Regel handelt es sich um praktische Unterweisungen der drei oberen Schuljahre. Tie Anmeldungen zu den fron- zösischen L-prachkursen für Ernttchsene die in nahezu 100 Gemeinden der Provinz ftattfinben sollen, sind zahlreich. In Gau-Alaesheim haben stch rund 150 Frauen und 100 Männer dazu gemeldet. Tie Leiter dieser Kurse sind nm» ftend die in den Gemeinden ansässigen Volksschullehrer.
Hessen-Nassau.
— Frankfurt a. M, 13. Februar. Dor einigen lagen wurde im Stadtteil Bornheim ein Polizeiwachtmeister ohne Grund von M a- trolen des Sicherheitsdienstes von ber Straße weg in ein Auto gepackt, nach bem Polizei- präfibium gefahren unb hier im Aufenthaltsraum bes Matrosen-Sicherheitsbienstes von Matrosen schwer m i ß h a n b e 11, so baß ber Beamte heute noch bienft- unfähig ist. Gegen biefe Vergewaltigung erhob Mittwoch abenb eine überfüllte Versammlung ber Frankfurter Polizeiwachtmeister schärfsten Protest. In einer Entschließung würbe dasPolizeipräsibium ausgeforbert, binnen brei Tagen bie (Entfernung ber Täter aus dem Marine-Sicherheitsdienst und deren Bestrafung zu veranlassen..
X Gelnhausen, 13. Febr. Beschlagnahmt wurde durch die Kreisdehörde in Wächtersbach eine ganze Schafherde, bestehend aus 427 Stück. Die
ift jung und übafcbäumenb an Lebensgefühl Sok verfügt über einen edel geformten bildsamen Körper und eine rassige Gesichtsbildung, die den Tan; mit hoher mimiicker Pegabung zu unterstützep-N«ß. Das sie aber unter ihren tambefli e.ten Sckwe- stern als Künstlerin kervortreten läßt, ist dies: Statuarischer Aufbau jeder Einzelbewegung und getanzter Tanz. Jeder einzeln herausgegriffene Moment ihres Tanzes lörutte zum Borioun eines abgerundeten Bildwerkes dienen und die Ueber- gänge vokt Stellung zu Stellung sind bis auf roentgt Ausnahmen uu merkliches Uebergleiten. Immerhin, die Ausdrucksmöglichkeiten des menschlichen Körpers find trotz aller Erfindungsgabe und allem Wechsel der Gewandung verhältnismäßig arm. Wiederholungen sind fast unvermeidlich und «erschienen auch hier. Eine weniger auf Walzer zu- geschnittene Tanzfolge könnte dieser Gefahr Vorbeugen. Im Walzer offenbart sich aber in erhöhtem Maße Hannelore Zieglers höchster Vorzug, ben Tanz z u tanzen und nicht als Vorwand bildhaft eindruckvoller Schaustellungen zu nehmen.
zeigte sich besonders in den von längeren musikalischen Phrasen getragenen Walzern wienerischer verkunft. Lier gab ein gliedergelöster Körper jedem Schweben ber Melodie nach.
Auf ben bisher mit wenig Glück versuchten Groteskentanz wird die Künstlerin durch öieJLber» raldxnbe Pizzicato pol kp und in genrifem Sinne durch ihren bekannten Radetzkh-Morsch hingenne- fat. Pizzicadopolka war ein Meisterstück übermütiger Trolerie, an der auch die Gesichtsmintik l-ervvrragenden Anteil hatte. Wlerdings enwtft dieser Tanz den Anschein starker Bewußtheit, die sonst von ursprünglichem Temperamente verdeckt wird.
Nach der tragischen Seite neigten nur zwei Tänze: Walzer von Chopin und Prslude von Rachmaninon- Beide überzeugend in der Einfühlung, Rachmaninofs zu dramatischer Wucht gesteigert. Und dennoch war es an diesen Probett zu wenig um eine entschiedene Veranlagung nach dieser Seite hin beurteilen zu lassen.
Als Urheberin der höchst wirksamen Gewand» kompositionen zeickmete Frau Professor Ziegler^ die Mutter der Künstlerin.
Kapellmeister Luonng Marguth versuchte zwar auf alle Eigenheiten der Tänze einzugehen, lämpft aber immer noch mit einem Drdxitrr, das sich schwer -u der erforderlichen Einheit verschmilzt. a.
Vüchettlkch.
— „Die Einheitsschule" betitelt sich eine kleine Schrift, die soeben im Verlag von Alfred Töpelmann erschienen ist und den Tirektor der hicsi-.'n Lberrealschule, Dr. £). Schnell, zum Verfasser hat. Tas Problem der Ernl-eits- schulc wird hier von dem praktischen Schulmann in sachlicher, überyutrnber Weise auf seine Licht- und Schattenseiten Ijin untersucht, daß die Tar- legungen angesichts der bevor stellenden Kammer- Verhandlungen w.iesle Vcrbreitutrg besonders in Lehrer» und Elternkreisen verdienen. —<—
Meteorologische veobachtungen der Station Gietzen.
Matern
13.2. nm.
13.2. abbs.
14.2. em.
-1V 2.5 48
-3.1 2.9 78
-9D 2.2 92
0 0 10
Wetter
heiter trocken
Kall nacht, Frost
Höchste Temperatur am 13. 2.: -2.7“; 14 2.: -2.6".
Niedrigste , „ 13.2.: -5.1"; 14.2.: -80°
Letzte Nachrichten-
Der Eatworf über die Ansammeusetzoag der Kreistage in Preußen.
Berlin, 12. Febr. (WTB3 Der Ientralra» hat heute bem vorn preußischen Ministerium bes 3n- nern vorgelegten (Entwurf über bie neue Zusammen- sehung ber Äreistoge mit unwesentlichen Abänbe- rungen zugestimmt unb hat gleichzeitig bas preußisch« Staatsministerium ersucht, ben (Entwurf im Weg« einer Notverordnung umgehend in Kraft zu setzen. Die Vorlage enthält bie Neuorbnung bes Wahlrechts Zu ben Kreistagen auf ber (Brunblage bes Wahlrechts zur Nationalversammlung. Bis zum 15. April hat bie Neuwahl aller Kreistage zu erfolgen Das preußische Staatsministerium wirb sich in seiner Sitzung am 17. Februar schlüssig machen über ben Beschluß bes Zentralrats.
Ter bevorstehende Waffenstiffstandsverttas.
Herbe war aus Bayern durch ben Kreis Schlüchtern getrieben unb sollte angeblich auf bie Winterweibe nach Herne in Westfalen gebracht werben Der bie Herbe führenbe Mann konnte über bie Herkunft ber Schafe unb ihre Bestimmung keinen Ausweis vor- legen. Man vermutet, baß bie Herbe heimlich auf- gekauft war unb schwarzgeschlachtet werben sollte.
Giehener Stavttheater.
Ton »abend Sxinnttort Ziegler.
Tanz ist die mimische Umdeutung von Musik in rhhthmisch beseelte körperliche Plastik. Tan- ist Ausdruck^kunst. Wenigstens der neuzeilliche Tanz, der im Gegem'atz zum schulmäßi^en Vühncnlanz steht, bei dem ein beliebiges Musikstück einer Folge vorgeschriebeirer Tanzbcwegungen angepaßt wurde. Beim neuzeitlichen Tanz ist Musik das Ursprüngliche. Der Körper gibt sich ihr hin, läßt sich von ihr tragen und und musiknachschaifettd entsteht ein selbständi tcs Kunstschaffen: Der Tanz. Bedingung bleibt, daß eine ausdrucksbelebte Musck von einem musikalisch-hellhörigen Temperament einem Körper initgeteilt wird, der zu ausgeilichener Bewegung durchgearbeitet ist und jeder seelischen Schwiw- gütig letzte körperliche Ausprägung zu geben vermag.
In der neueren Zeit sind Tümerinnen wie Pilze aus der Erde geschossen und manch unreifes Ge- hoppse hat zu einer gewissen Voreingenommenheit dem neuzeitlichen Tanz« gegenüber geführt. Um so erfrischender ist es, eine Tänzerin tote Hannelore Ziegler wiederzuiehen, die in den zioei Jahren tljrer Wirksamkeit einen faE^fhaften Ausstieg genommen hat und eine der belicbiesten, wenn nicht die beliebteste Tänzerin geworden ist. Ist der Freude über ihre Tanzdarbietungen können sich Publikum und Kritik zu einer seltenen Einigkeit zusammcnsinden.
Hannelore Ziegler ift mit allen Borzügm begnadet. bie iür tau Tänzerin unerläßlich sind. Eie
ParrS 13. Febr. iWB. Nach einer Met- dunq der ^Agence davas" iricb es das Herrn»r- fbafmbfte Merlinal das Waffenstillstandes strin, daß er nicht rtrehr auf eine furje Frist, svkchern endgültig bis zur Unterzeichnung der ^ru-densprältnnnarien abK'fchlojfen werden wird. Ter oberste Kriegsrat war der Ansicht, daß der provisori>che modus vivendi weder für Teutsch» fand, /roch iür bie Entente länger wünschenswert fti unb daß es besser sei, das Peinliche in bet Bc^iel-ungcn der beiden Parteien zu beseitigen. Seit dem 11. November könnten die Alii.-rten in der Tat Deutschland aus der Nähe prüfen und lick) genau von feinen wirklichen Absiä^en ihnen (k^enüber Rechenschaft aMe^en. Sie müßten pt Lage sein, von ihm dir Drssühruna seiner Bervstichrunsor zu erreichen, ohne oas Zwangsmittel der monatlichen Erneuerung des Waffen- stillstandes zu gebrauchen, das gleich einem Teuno- Lessck»wert über Teutschland srrqvebe. Andererseits wüwen die Äiliicrttn ^Ciiirigt, um so ernstere B ür gschaften zurordern, als der Waffen- stillstand langer dauern wird. Sie haben die Grundsätze Wilsons a gttvo, dt, wonach es Teutsckland unmöglich gemacht werden mü je, beit Krr.-g wieder zu tx-ninnen und wonach die Be- ^tdiunoen zwischen Teutschtand und der Entente nicht durch häufig wicderliolte Wa^rnstillstands- besprechungen vergiftet werden sollten. Ferner sei der energische Wunsch Clemenceaus berücksichtigt worben, Frankreich gegen jegliche Ueberraschung zu fdiätycn, den er in der gestrigen Sitzung des Kricg5ra:s ausgedrückt habe. Wilwn habe 'ich dieser Auftassung angeschlossen.
Nach Anlsörnng der mifuärifdien Serchver- ftändigen habe der .striegsrat schließlich folgende Entsck^i ßungen angeitommen: Ter gegenwär» t ige Waffenstillstand to;rb am 17rFebr. für eine sehr kurz« Tauer erneuert werden mit ber Möglichkeit für die Alliierten, ihn I lederzcit auizuheben, sobald die Klauseln nicht erfüllt werden, zu denen bet vorher von de»


