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ruar,oorm.lOUf)t, i)iüe in Staufenberg taproUrt r Lersleigening. Es schwere Baurenwagen tisürBauunternehm., kitschen-u.kmschwa^ bruar 1919. Mv r Leere-gut.

usammenschlusse- mit Lorfchußorrrin e. G. Generalversammlung 8 die Auslösung der /i S. m. u. H. zu Allen.

31. Dezember 1918 oren wurden die seit« eder bestimmt. bot aufgeforbtrt, melden.

8. Fedin« 1919. llMü.A it unbeschr-Hastpsl.

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Kieist Io tl fLr bei Kreis Ließ«. »e,R-spreis: menntL Mk.1^ otertet- idbdid) DtL 4.05. durch Abbole- u. Zweigstellen monad Mk. 1.25 durch die Post Mk. 4.06 otertd« jährt. auSfM Bcstellq. Renilpred) - Anfchlusie: für bie6d)tdtleilungll2 8terlafl,®efd)äft9fte(le51 Anschrift sürTrahtnach- nchten: Anzeiger 6iefcen.

169. Jahrgang

Zrettag, N Zebruar 1919

GießeimAnMer

S»iMngrnlnd-rAck ». Verlag: vrühl'sche Unh.'Bndb n. Steinbruderet H. £ange. S^riftleiting, Sefchastrstelle u. Druckerei: 5chulstr 7.

PiWetTtarte: $r«itfert<.m. U686

An.ahme von ntijctgen f. die xagednumniei vis zum Nachmitlag vorher ohne jedeBerbmdftchkeit Seilenprcife:

für örtliche Anzeigen 25 Vs.,sürau4wärtlg« 30 Pf^ für Reklamen Mk.1.-nebsl20°,2eue- rungs-ustzlag;Plaijvor- fcbrtft 20 % Au'fchlag« L>auptfchri>tleiter: 91 ug. feoea Perantwortlich für Politik: Auq. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: v. Beck; sämtlich in Gießen

General-Anzeiger für Oberheffen

Vie neuen Reichsminifter. 5cheidemann§ Programmrede

meldet fvlgenbe Bedingungen: 1. Deutschlano soll es militärisch unmöglich ge­macht tnerben, die Feindselig feiten nncber zu beginnen. 2. Deutschland soll erfahren, daß die Alliierten die Sieger sind und daß Deutschlaitd keinen allzu glimpflichen Frie­den (P<rix blancl-c) zu erwarten hat. Im Falle, daß Deutschland um Gnade nachsuchen nirill, könnte es möglich sein, daß ihm die En­tente die Wiederaufnahme seiner FriedenS- arbeit erleichtert.

Vie neutsten Leistlingen <!isn?r$.

DerVorwärts" schreibt:Die Komik deS £>errn Eisner^int sich in der Richtung zur NiederlrächtigKit zu entwickeln. Von seiner für ein unabhängiges Bauerntheater geeignetenAus- landsvolitik" bei Beginn seiner Heldenrolle auf den politischen Brettern zu schweigen, hat er schon ein­mal auf der Berner Konferenz die Hungersnot Deutschlands und das Recht der Forderung nach Aufhebung der Blockade bestritten. Vorgestern wie­der hcrt er auf der Konferenz erklärt, er spreche denDeutschendasRechtab.wegendcr Zurückhaltung der Gefangenen Pro­test zu erheben, da sie feinen 93 rote R gegen! die Deportation der Belgier erhoben hätten. Herr Eisner weiß ganz genau, daß es die Sozialtemo- kratie war, die gegen dies« Deportation auf das heftigste ausgetreten ist und auch errenyt hat, daß diese zum Teil rückgängig gemacht wurde, selbst wenn das aber iricht der Fäll gewesen wäre, was können die armen Gefangenen dafür, gegen die Herr Eisner totsicher von der (Entente ansge'pielt wird? Aus Grund weleter geistigen Erleuchtung und menschlichen Empfindung fällt er Opfern des Krie­ges in den Rücken, deren Schicksal ihm freilich nicht zustoßen konnte? Wir fragen Herrn Eisner, ob er sich denn nicht vor den Franzosen schämt die sich dem Protest der ^internationale in dieser Frage für einen Sozialisten selbstverständlich angeschlossen haben."

Auf diese Frage besBÄmiÄrt®" hat EWner «machst eine Ärrrwvrt erteilt, die i» der Haupt­sache aus Schimpfwvrten besteht. Dir erhalten beute folgenden Bericht:

M ünche n, 13. Febr. (WB.) Heute dvr- mittag begann der Kongreß der Arbeiter-, Bauern- und Sokdatenräfe. Ball» nach Eröffnung der Sit­zung nahm auch der MinisterprLsidem Eisner auß?rchalb der Tag-sordnung das Wort, um, wie er sagte, eine bedeutsame Erklärung zu machen. Er wandte sich einleitend in überaus fdjorfai Worten gegen die Presse und ihr Auftreten be­sonders m der letzten Woche. Eine beispiellose Hetze sagte Eisner hat das Preßge- s in del gegen mich betrieben. Man hetzt gegen mich und sagt mir nach, daß ich, der ich heule rood) nicht die Steuern aus den Kriegsjabren be­zahlt habe, von England bestochen wvrocn sei, und daß td) nach Bern gegangen sei, um das gestohlene Geld in Sicherheit zu bringen. So etwas sagt dieses Gesindel, das nichts anderes kennt als Geld. Ich gebe mich nicht dazu her, die Revolution in eine Konterrevolution zu ver­wandeln, und mcht dazu, mit bürgerlichen Leuten zusammenzusitzen. (Bravo!) Zweierlei halte ich Tür notwendig. In erster Linie muß der Par­lamentarismus durch das System der Räte korrigiert werden. Ich stehe heute wie am Anfang der Revolution auf diesem Staute punkt. und ich halte das Wort aufrecht, daß ich mit den Räten stehe oder solle. Meine zweite wichtig: Aufgabe in Bayern ist es, den Gegen­satz zwischen Arbeitern und Bauern zu überbrücken. So sehr ich mich weigere, .nit den Bürgerlichen in einer Regierung ju ' sitzen, wie man es jetzt beabsichtigt, so gern will ich mit den Vertretern der temvkrattsckien Bauern zusammenarbeiten. Run will ich Ihnen zeigen, fit welch verruchter Weise und wie g.wiffenlos das Verfahren der Presse wirken muß. Nur um mich zu beseitigen, opfert diese Presse beute das Schick­sal der deutschen Gefangenen, indem sie bebaute tet, daß ich die Gefangenen verraten habe. Da­durch schürt und begünstigt sie nur die Hetze jener Chauvinisten drüben, die unsere Gefangenen als Geiseln benutzen wollen, um die Schandtaten! des alten Systems zu rächen. fDlan redet mir nach, daß ich in Bern das deutsche Vaterland verraten und die deutschen Gefangenen pveisge- geben habe. Niemattd von dem Gesindel ist glück- licherlvcise in Bern gewesen, mrd ich weiß, daß aahrl^eitsgetteue Berichte nach München tiefem- men sind, aber diese Berichte wurden nrcht in der bayerischen. Presse abgedruckt. Diese Leute, die ebenso dumm wie gemein sind, und von denen ein Teil auch hier sitzt. . . (Stürmischer Lärm. Ruse: Hinaus mit der Bande und dem Gesirrdel!) EiSner fährt fort: Sie sollen nur hier bleiben, um ihre Schandtaten zu hören. (Erneute Be­wegung der Versammlung gegen den Pressetisch) Sämtliche Pressevertreter verließen Darauf den Saal.

Die Korrespondenz Hoffmann veröffenllichl eine Erklärung des Ministerpräsidenten Eisner, die gleichfalls von Schimpfwvnen wimmelt, aber Keine einzige tatsächlich« Rlchttgstelluiig brriigt. Wie lange noch wird Bayern sich dreienMi­nisterpräsidenten" gefallen lassen?

Gestvhlene chinHsch-japanische Geheimverträge.

Neu York, 1l. Febr. Der Washrngboner Vertreter derAssociated Preß'' telegrai- vhiert: Einem hier etngetroffenen amtlichen diplomatischen Bericht zufvlgo hat

in bi« Negierung ist mehr als Dreiviertel der Nationalversammlung in der Regierung vertreten Das Arbeitsprogramm der Regierung tft ein Koa^ littonsprogramm, nicht ein sozialistisches. (Sehr wahr bei den Unabhärtgiflen.) Wir sind aber nicht Mitglieder einer sozialistiichen, sondern einer Koa- littonsregierung. (Sehr ri(f)tigj Ohne Revolution hätten wir längst Frieden. (Widerspruch bei den Unabhängigen. > Heute müsien wir uns mit un­geheuren Kosten ein freiwilliges Heer schaffen. Wir erbitten darüber nähere Auskunft vom Rrichs- schatziokretär: wir sind auf die schlimmsten Nach­ri ästen gefaßt! Wir wollen die demokratische Repu­blik auf föderativer Grundlage aufbauen entsprechend dem bisherigen Charakxter des Deut­schen Reiches und seiner geschichtlichen Ueberliefo rungen.(Zustimmung im Zentrum.)

Abg. Naumann (Dem.): Wir denken nicht daran, uns die Vergangenheit, unseve Vorfahren und di« Erlebnisse innerer eigenen Jugend nach­träglich in den Schmutz ziehen zu lassen, aber unter die Geschichte der Fürsten ist der Strich gemacht und dieser Strich ist endgültig! Die Monarchie hat im großen Fegefeuer der Welt nicht den Bo- iähigimgsnachwns geliefert. Ter Krieg ging verlo­ren .weil man ihn ohne Kenntnis derMenschenpsycho-- logie geführt hat. Durch die Pflicht der Verteidi­gung giirg Deutschland in den Militarismus hin­ein und über die Grenzen hinaus. JLeirn jetzt die draußen sehen, daß wir von dem, was von un­seren Heeren noch übriggeblieben ist, wieder Heercs- teilc formieren, damit wir nicht ganz von Polen und Tschechen aufgefressen werden, ruft man in Frankreich: Seht, sie wollen den Frieden nicht, »es ist ihnen nicht ernst damit! M^im in dieses cerjwaidtcn Lage die drüben nichts mrderes zu sagen haben, als: Rührt Euch nicht, laßt Euch weiter fressen? so kommen einem -doch tiefe Zweifel an der Wahrhaftigkeit der großen Deklamationen von der Zivi­lisation! (L<chh. Beifall und Händeklatschen.') Fast scheint es, als ob man bei der jetzt beiwrstekenden Erneuerung des Waffenstillstandes unsere deutsche Handelsflotte opfern will, beim alle größeren Schiffe, btt es auf deutschem Fahr­wasser oder in deutschen Häfen überhaupt gibt, sollen wir her geben, und ich frage: Welche Sick-er- hvit hoben wir, k> wir sie tvieder befenmeu, .nenn sich die Entente jetzt sogar die Baupläne der Schiffes die wir auf den Wersten haben, geben läßt .damtt sie imfere gmze Handelsschiffehrt in der Hand hat? (Zuruf: Wer bat das unter* schrieben? Erzberger!) Wenn die Entente so ihre Hände auf unsere Flotte legt was nützt uns bann die Freiheit der Meere? Wem: sie jetzt versucht, ihre Hand auf die deutschen Bergwerke und Eilenrerke zu lagen, was können wir bann für einen Fri-den machen in vvlksivirtsckiastlicher Beziehung? (Zuruf: Himgerfriedeu!) Unter diesen Umständen müssen wir auch als Freunde bei Mitglieder dieser Regierung die Frage stellen: Wie werden diese Tinge gfinnacht und verwaltet? Wo liegen die Rechte |ür Oie Dolen, jetzt vor dem Frieden unsere Ostgrenzen zu überfluten. (Lebhaiter Beifall und Zustimmung). Ueberall wo es Deutsche gibt, müssen sie das Recht haben, zu uns zu kommen, wenn sie wollen. Das gilt vor allem von Elsaß- Lothringen. Und vor allem müsien wir dabei auch denken an unsere, deutschen Brüder in Böhmen und Oestereich. (Stürmischer allseitiger Beifall und Hände- klatschen im Saal und auf' den Tribünen). Wir müsien jeden übertriebenen Pessimismus überwinden und dürfen den Glauben an uns selbst nicht verlieren.

Erzberger schildert noch einmal, wie er es in derDtsch. Allg. Ztg." bereits getan hat, den Gang der Verhandlungen in Spaa und die Schwie­rigkeiten, die ihm von der Entente gemacht wer­den. Das Wesentliche bleibt: Die Schiffe sind unb bleiben deutsches Eigentum, auch wenn wir sie der (Äitente jetzt zur Verfügung stellen müssen. Auch aus die Zurufe der Unabhängigen über die russi­schen Kriegsgefangenen geht er noch ein. Rußland behält ja auch unsere Kriegsgefangenen zurück, und gerade die Freunde der Unabhängigen, die Herren Lenin und Trotzki, .sind daran schuld. Außerdem hat die Entente uns gezwungen, die russischen Ge­fangenen zurückzubehalten.

Hierauf wird die Beratung- abgebrochen.

Sckstuß Vi? Uhr. Nächste Sitzunq: Freitag 2 Uhr: Wahl des Präsidenten und eines Vp^:- präsidenten, Fortsetzung der Besprechung der Er- llärung der Reick)src>gierung.

Die neuen waffenftillstandsbedlngungen

Paris, 13. Febr. (WTV.) Havas. Der Oberste Kriegsrat setzte in feiner gestrigen Sitzung die Bedingungen für die Erneuerung des Waffenstillstan­des fest. Sie sverden nicht bekanntgegeben, bevor sie Deutschland mitgeteilt worden siiw Das neue Abkommen (wird in militärischer Hinfickt alle wünschenÄverten Sürgfduften enthalten. Der Eindruck ist der, oaß Die Alli ierten in ihren Entschließungen einer Mei­nung sind, sobald es gilt, wichtige 23efd>lüffc »u fassen. Das Oberwmmando der Alliierten hat dem deutsck)en Oberkonrmando vorge­schlagen, die Konferenz zur Verlängerung des Waffenstillstandes am 14. Februar nachmit­tags in Trier ftattfinben zu lassen, und zwar unter denselben Umständen tote im Januar Die Abreise der deutschen Delegierten erfolgt heute nachm. 4 Uhr vom AnlstUter Bahnhof.

Paris, 13. Febr. (WTA.) Die Agenee Havas will über die Ansichten des Inter­alliierten KriegSvUs unterrichtet fein und

Nun ist daß Reichskabittett vollständig: Scheidemann Ministerpräsident und neben ihm nvch seckM svzialdemokrätische Minister mit und einer, Dr. David, der darum das Präsidium der Nationalversammlung wieder Iniederlegt, ohne Portefeuille. Die Aemter wurden nach der Parteizugehörigkeit verteilt, wobei allerdings auch dte^ersonenfrage eine große Rolle spielte. Der Sozialdemokrat Dr. August Müller wurde z. B. ausAefchaltet, und dafür tauchen die Staatssekretäre Bauer (ReichsarbeilSamt), Wissel (Reid)swirt- schaftsamt), Robert Sd)nnidt (Reichsernäh­rungsamt) auf. Unbekannte Größen außer­halb der svzialdemokratisck)en Partei. Zuver­lässige und gesinnungstüchtige Parteimänner sind noch Deine geborenen Minister und Staatsmänner. DaS gilt auch für die übrigen neuen Männer, mit Ausnahme des Grafen Brockdvrsf-Rantzau, der als ein für die Füh­rung der auswärtigen Geschäfte sehr be­fähig ter Diplomat uitb Staatsmann gilt. Die sozialdemokratische Lanze tragen noch der Staatssekretär des Reichsjuitizamts Dr. Landsberg und der Stac^ssekretär des Lan­desverteidigungsamtes Noske. Im übrigen hat es keine besonderen lleberraschungen ge- gben, ausgenommen, daß Crzbcrger nur taatssekretär ohne Portefeuille geworden ist, währeird sein Fraktionskollege Bell das Reid)skolonialamt übernimmt. Giesberts er­hält das Reid)spostamt, Schiffer wird Fi- nanzminister. Die Deutsche demokratisd)e Par­tei stellt also vier Minister: Graf Brockdorff- Rantzau, Dr. Preuß (Reichsamt oes Innern) und Schiffer; daneben steht ohne Portefeuille Staatssekretär Gothein.

Nun heißt es abwarten. Nach ihren Sei­ft u n g c n ivvllen wir die neuen Männer beur­teilen.

vtr rmilistkrltste öe$ Relchrkablnettr.

Weimar, 13. Febr. ,(WDB.) Die Mi- nisterliste des Kabinetts steht nun fest. Präsi­dium des Reichsministeriums: Scheide­mann, Vertreter im Präsidium des Reic^- ministeriunrs: Der Reichs Minister der Fi- »ranzen Schiffer, R-eichsminister des Aus­wärtigen: von Brockdorff^-Rantzan, Reickssministcr des Innern: ^Dr. Preuß, Reick)sarbeitsmirtister: Baiter, Reichswirt­schaftsminister : Wissell, Reichsernäh- rungsminister: Robert Schmidt, Reichs- justizminister: Dr. Lands berg, Reichs- wehrminister: Noske, Reichskolonialamt: Dr. Bell, Reichspostminister: Giesberts, Reiässminisdcr des Demobilmachungsamts: K o e t h, ferner drei Minister ohne Porte­feuille: Dr. ,David, Erzberger und Gothein. .

deutsche Nationalversammlung.

Sitzung vorn 13. Februar.

Dor Eintritt in die Tagesordnung verliest Dizevräsideirt Haußmann cm .Schreiben Tr. Davids, in dem brefer mitteilt, daß er infolge seiner Berusungi in die Rcichsregierung sein Amt als Präsident nicderlege. Sodann wird die neue M in i st e r l i st e mi'g'tcilt. Nach Berl-srrng von Wdvcssen an die Nationalversammlung tritt dos Haus in die Tagesordnung ein.

Präsident des NeichsministeriumS Schndcmunn

entwickelte in längerer Rede das Programm der r«uen R-ichsregüerung. Bezüglich der Außenpoli­tik betont das Programm als ersten Punkt die Notwendigkeit eines soferttgen Friedens­schlusses und u. a. auch die sofortige Rückgabe der deutschen Kriegsgefangenen. Hinsichtlich der rmteren Politik wird ainc demokratische Verwal­tung angekniidigt .sotvie die Hebung der allqc- memetr Volksbildung. Ferner wird d-te Schafchng euws auf dernokrattscher Gruirdlage aufgebauten Bolksheeres als notwendig bezeichnet. Einl^eit- llche Grundlagen für den Wiederaufbau des Wirt­schaftslebens imd Förderung der durck) die Zlriegs- fvlgeu fd>n)cv gelittenen mittleren und Fl einen 6fewerbetretbenden, Rationierung und Höchstpreise für LeAensrnittel. an denen wir Mangel leiden, Werden toeiierhin in Aussicht gestellt. Aus den Weiteren Punkten des RegieruugsProgramms ist noch hervorzuheben: Wirtsckwfts^weige, die nach ihrer Art und ihrem EnNoicklungsstand einen rTrivatnwnopolistllch'N Charakier angmounnen lw- ben .sind der ösfentlickien Kontrolle zu unter­stellen. Die Koalitionsfreiheit ist in der Ver­fassung festyulegen, Sicherung der staatsbürger­lichen und beruflichen Rech!« der Veamteit, ver­schärfte Erfassung der Kriegsgewinne, Gewissens- fvekheit und Freiheit der Religionsubung sowie bie Fveih.it in Wort und Scknift. Ministerpräsi­dent Scheidemann hob in seiner Rede hervor, bafc das erste BZ-ort der ersten twrantwortlichen Regie­rung der deutschen Republik ein Bekenntnis zum Gedanken der Vvlksl-errschast fern müsse, den die Nationalversammlung verlorpere. Die alten Ge­walten lurrcn im N.'chtsbetvußtsein schon tot, als sie nod) zum Schein lebendig wareit. -Lonst wärm fte nicht so widerstandslos zustrmmengrchrvchen. Ms eine der größten Errungensckwsten betvachterr Wn: es, daß mich die Frauen als gleichberechtigte WÖffeiwiien in unsere Reihen räeetretei sind.

Tarin, daß unser Voll am 9. November die Kraft besessen hat, die alte Gesellschaft zu zer­trümmern und ferne eigene Herrschaft auszurufen, darin erblicke ich die beste Bürgschaft für eine gute Zukunft. Zur Vinnneidung des Büvierl'rieges haben wir alles getan. Die alleinige Schuld für das, was geschehen ist, fällt ausschließlich auf die, die allen Warnungen zum Trotz das Verderben ent­fesselt haben. Die Mackstpolitiker können uns wohl, wenn sie auf die Entscheidungen einen maßgeben­den Einfluß bekommen, zum Frieden zwingen, aber sie werden niemals ein 70-Millionenvolk zwingen können, einen solchen Frieden im Jmrerstew ihres Herzens als ehrlich und gerecht an5uerfcmten. Der Ministerpräsident fordert in diesem Zusammenhang sodann die Freigabe der deutschen Gefangenen und bittet die Gerechtdenfenden aus dem ganzen Erden­rund, das deutsche Volk in dieser Frage zu unter- stützm. Redner fährt fort: Die die alle Welt nut in der veränderten Form wieder aufridyten wollen, das sind die gefährlichsten Gegenreoolutionäre. Dem stellen wir das Prinzip der deutschen Revolution entgegen, die eine neue Welt [djaffen will, innen und außen. Die Regierung ist sich bewußt, daß Staatsverfassungen leere Z-ornren sind, die erst ihren Inhalt durch die ges<ülschafttichen und wirt­schaftlichen Zustände erhalten. Die Volksabstim- inung vom 19. Januar hat keiner Partei eine allein herrschende Stellung eingerünmt, aber kein Mitgliich der Regierung verschließt sich der Er­kenntnis, daß wir uns im Zuge einer Entwick­lung befinden, die nicht wieder zurückgeschraubt werden kann. Was uns zusammengeführt hat, das war das harte Muß, die bittere Not. Wieder hat sich das Wort bestätigt, daß die Not gute Kamerad­schaft bringt, sttun, deutsche Männer unb Frauen: Bahn frei für alles, was aus der Tiefe zum Licht strebt, Bahn frei für das drängende Neue, dann werden wir es schaffen! (Lebhafter Beifall.)

Vi-epräsident H a u ß m a n n: Zu d.e er Erklä­rung ter Regierung hat das Wort der Abgeord­nete Gröber.

Abg. G rützer (Zentrum): Heute ist es schwer, national zu tiefen unb zu fMen, aber dafür um so ehrenwerber mrd notwendiger. Unser ober­ster Leitstern bei unserem Handeln ist der Getemfe der.MichwrMimg gegen Voll und Staat. Wir müssen alle Kräfte rin setzen für die Wiederher­stellung ein-S geordneten. leiihm©»M[yigcn beul- schen Staatswesens. Tie Hauptaufgabe für uns m dieser Nationalversammlung ist die Schafftmg von Friede und Ordnung, von Brot und Arbeit. (Brisall.) Unsere Kriegsgefangenen sind so rasch wie möglich ihren Familien zurückjugrben. (Bei­fall.) Tie besetzten Gebiete ntüffen fr<i werden von der Abschnürurtg unb brüaenteit Belastung mit Quälereien aller Art. (Seblj&ftc Zustimmung.) Es sind nun schon 4/2 Monate, daß Deutschlano um den Frieden gebeten hat. Tas ist ein Vor­gang, wie er in oer ganzen Geschichte der Welt nod) niemals borgefemmen ist, daß ein Volk um Frieden bittet unb mehr als 41/? Monate nicht einmal eine Antwort auf diese Bitte erhält. (Lcblwste Zustimmung im ganzen Hause.) Ter Waffenstillstand ist dafür kern Ersatz, noch dazu unter so harten Bedingungen! Wir müssen auf5 Sclwrsste gegen bic Amieklionsbesttebnngen Frank­reichs,/nanrentlich im Saarrevicr, uns wenden. Das ist eine schreiende Verletzung der Wilsonsck)en Gnnrdsäpe. (Zustimmirng.) Wir bekannten uns zu dem Grundsatz Wilsons über die Gebiete mit unzweifelhaft polnischer Bevölkerung, aber über den beutjdjen Ehavakter von Danzig und Dbcr= schlesien kann doch wahrl)aftig nicht gestritten wer­ten. (Leblxifte Zustirnrnimg.) Wie am 19. Juli 1917 erklären wir uns auch h ute geien jede, auch ftanzösische unb polnische ArnreklionSpoiiftk. (Bei­fall.) Wir erheben Protest gegen den Plan, den deutschen Kaiser vor ein ausländisches Gericht zu stellen. (Bravo rechts und im Zentrum.) Tas ist mit den Böllerrechtsr'-gcln unvevevibar und soll nur Deutschland l-erabwürdigm und beschirnp- fen. ^Sehr richtig rechts und im Zentrum.) Wir treten für eilten Völkerbund ein. Ein solckxr muß den Todeskeim in sich tragen, wenn uns fcutc schon angMndigt wird, daß unsere Kolonien uns nickst auTÜffigixycben werden sollen und daß mts auch bic Neuerwerbung von Kolonien verwehrt werden soll. Ein Völlerbund kann nickst Bestand haben, wenn im Voraus rinzölne Machte mit Gewalt Gebietserweiterungen zu vollziehen suchen. Tas gilt von «Elsaß-Lothringen und von dem Vorgehen ter Polen. Tas Vorgehen ter Polen ist um so verwerfticher, weil csteichzeiftg ein an­derer Feind ter gesamten Kulturwrit gegen mts an stürmt: Der Bolschewismus. (Zustimmung.) Gegen beite Feinte muß sich das teutfd>e Volk jur Wehr fetem und es braucht deshalb eine Volks­wehr. Wenn je, so empfinden wir heute den Man­gel einer geordneten Truppe. Um so mehr müssen mir unserer fr fiteren Armee danken für das, was sie zum Sckmtzc unseres teutute t Volkes und Lan­des geleistet hat. (Beifall unb Händeklatschen.) Zur Zermürbung unserer Armee hat wesentlich das Besteteit der ©olbatcrrräte brinetragen. Das ist fein Glück für uns gewesen. (Sehr richtig rechts und im Zentrum.) Zch erkenne an, daß sie als Berttauensausschüsse Gutes geleistet haben. In diesem Umfange sollten sie auch bestehen bleiben. Die Regelmig der Ein^elteziehungen zirnsckxm Staat und Kirche muß Sache ter Einzelstaaten sein, nur daß sie auf dem Boden der Freiheit, nicht der Un- fvetheit zu erfolgen hat. Wteim alle diese Ziele erreicht werten sollen, so braucht das Volk Bco> unb Arbeit, vor allem aber Brot und nochmals Brot? Denn es ist vielfach die Folge ter langen Unterernährmtg, wenn nicht so gearbeitet werden kann, wie es notwenbig märe. Je stärker die Re­gierung ist, um so besser wird her Friede fein, den sie herbeifü-cen kann. Durch unißcn (Eintritt