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h. Annerod, 12. Sept. Heute vormittag tDcttptetc sich Ijier bei der DreschmasckKne ein schreck­licher U n g l ü ck s f a l l. Ein 17jübriges Mädckfen trat auf das neben dem Dveschtvagen hergerichtete Gerüst. Dabei kippte ein darüber gelegtes Brett, das MÄrchen fiel nach rückn>ärts in die Stroh­presse und wurde zu Tode gequetscht. Die Verunglückte stammt aus dem Siegerland und weilte auf der Sommersmühle zu Besuch. Sie war zu Bekannten hierher gekommen, um beim 'Dreschen zu helfen.

O Beuern, 12. Sept. Heinrich Niklas «von hier, der den Feldzug erst bei einer So­mit ätskomvagnie und dann beim Feldlazarett 67 der 25. Res.-Tiv. mitmachte, nnrrde nacL seiner Entlassung aus dem Heere noch zum Gefreiten «ernannt und wurde jetzt für stets erwiesene Pflicht- ckreue im Dienste der BeNvundetenpflege nachträglich« mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet, daS -ihm dieser Tage vom Bezirkskommandv Gießen "^gestellt wurde.

ly. Hungen, 13. Sept. Infolge der Futter - knappheit mutzte die hiesige Jungviehweide ihren Betrieb einstellen, das Vieh wurde vor einigen f. lägen abgetrieben. In normalen Jahren dehnte sich der Weidebetrieb über 5 Monate aus; in diesem Jahre, das sich durch große Trockenheit und im Sommer durch kalte, rauhe Witterung aus- i-eichnete, dauerte die ganze Weideperiode noch nicht «inmal 4 Monate. Trotz der schlechten Futterver- hältnisse hatten die Tiere fast durchweg gute Zu­nahme zu verzeichnen. Viele Fohlen und Rinder Vermehrten in der kurzen Zeit ihr Körpergewicht irnt mehr als 2 Zentner. Der Gesundheitszustand Les Viehes war ausgezeichnet. Die Weide war mit 30 Fohlen uno 125 Rindern voll besetzt. 10 Fohlen find vorläufig nicht abgetrieben; sie bleiben auf der Winterwcide, wenn diese von dem Vorstände ge- N-chmigt wird. Die Besitzer müssen in diesem Falle bas Futter stellen. Der auf der Weide diensttuende Limmentaler Bulle, ein erstklassiges Tier, ist als .Stationslulle nach Echzell gekommen.

4- Wieseck, 12. Sept. . Ten Angehörigen Musketiers Heinrich Heckrvth, die ihn jetzt trieoerzuseh-sn gedachte, meldet: heute ein Brief prnes Freundes, daß er seit 2. September v. I. in englischer Gefangenschaft auf französi- sthem Boden, am 24. August an der Ruhr ge­storben ist. Die verwitwete 9Jhttter verliert mit ihm ihre einzige Stütze und unser Dorf einen seiner besten Sühne.

Kreis Büdingen.

4 Orten berg, 12. Sept. Gegenwärtig findet infolge der Wohnungsnot ein umfangreicher H äuserkauf bzw. - verkauf statt. So ging u. a. das Haus des von hier nach Darmstadt zie­henden Weiß bindermeister s Richter für 18 500 Mk. in den Besitz des Maurermeisters Karl Hofmann vm Sckwickartshaus'M über. Tas Maurerhandwerk, dcis Ht dem Heldenbid des Maurermeisters Kneipp in unserem Städtchen verwaist war, ist dadurch Spr Freude der Einwohner wieder vertreten. Fer­ner ging das Haus der Witwe des oben genannten Maurermeisters Kneipp für 36 000 Mk. in den Besitz des Händlers Hetz über. Weißbinder Georg S-chmidt kaufte die Hofraite des verstorbenen Engel fir 5500 Mk., Metzgermeister Kaufmann das Haus der Hilß-Jeckel Erben, bisher im Besitz von Forst­meister Kiingelhösfer in Gedern, Bäckenneistcr Beltz das Anwesen des Kaufmann, um darin eine Bäckerei zu errichten.

Kreis Lauterbach.

O Schlitz, 12. Sept. Tie Schmiedemeister des Schlitzerlandes haben sich zusammengeschlossen und besä Gossen, auch mit den Schlossermeistern in Fühlung zu treten.

Kreis Schotten.

3E. Gedern, 12. Sept. Am Dienstag den 16. September findet hier Viehmarkt statt, der einen großen Auftrieb von Vieh zu bringen scheint.

Starkenburg und Rheinhessen.

Zur Herabsetzung der Fleischpreise.

rm. Darm st adt, 12. Sept. Tie Herab­setzung der Fleischpreise um eine Mark im Ver­sau r, so daß das Pfund Kalb- und Riildfleisch nur tiodj 1,90 Mk. kostet, veranlaßte die hiesigen 'tzgerrneifter zu einer stürmisch verlaufenen

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Landkreis Yietzen.

Scheunenbranv.

x Wieseck, 12. Sept. Schon wieder schveckte heute nachmittag um Ve3 Uhr Feuer- ÜLärm unser Dorf auf. Die dichtgefüllte Scheuer des kleinen Landwirts Karl ReuterV., Mrchsttaße 39, stand in hellen Flammen, die die furchtbare Hitze bis ins unerträgliche stei- tgerten. Dank auch der Windstille gelang es ^das Feuer auf seinen Herd zu beschränken und die schnell herbeieileirde Gießener Autospritze «brauchte nicht mehr einzubreisen. Leider ist der Inhalt der Scheuer nicht versichert. Es geht das Gerücht, daß mit Feuerzeug spielende Kinder das Unglück verursacht haben.

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Ausland durch feindlich ener, sowie von Gejal- ricbencnDtriorgimg nock ir die Zeit vom 16. bi- tag den 15. septemln 12 Uhr vormittags im , statt

In der Nackt jmr. i ans einer ystsigm :: 6ine rote verblaßte Tischdecke mit blauem -schdecke, 1 blau und "weife risMke ck ibriföfertiiettcn, 3 Jit ^2-3Bauerntgssen entwendetes Fahrraa alpolizei ermittelt und ' zugesthrt werden. (ier. Anläßlich M Pnvatbandelsschule^ am verMMN Mw der Liebigs hohe M Mn Schüler nebst ^ iadioem An bemm ooite gesprochen' wodo

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Versammlung, in der beschlossen nnirbt, bie vorg<.sehime Wochenfl-rischrnen ge am morgigen Samstag nicht zu verkaufen. Man muß ab­warten, ob sie ihren Beschluß durchführen. An bem Laden eines hiesigen Metzgermüsters prangte heute früh vor der Eröffnung folgende Aufschrift; Achtung! ff. Blutwurst. Aerztlich empfohlen! Tu bleibst mir gestohlen!

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ch. Aus Rheinhessen, 10. Sept. Ausdem Obstmarkt in Nicder-Jngelheim wurde der Zentner Trauben zu 250280 Mk., Tomaten zu 100110 Mark verkauft. Alle übrigen vorhandenen Obst­sorten zu festgesetzten Höchstpreisen.

Kreis Wetzlar.

wa. Laufdorf, 12. Sept. Unser Dörfchen wurde gestern nachmittag von einem größeren Schadenfeuer heimgesucht welcl^m 3 Woh>r- l^iuser sowie vier mit neuen Getreidevorräten ge­füllte Scheunen und Stallungen zum Opfer fielen. Tie herbeigeeilten Feuerloehreu hatten infolge der Wasserkuappheit bis in die späte Nacht hinein eine äußerst fctevietige Arbeit zu verrichten. Es hätte noch manches gerettet werden können, wenn ilicht ein besonderer Bote nach Wetzlar geschickt zu iwr* den brauchte, um die Feuerwehren zu benach­richtigen nur, weil eine telephonische Der Hindu mit dem Telephonamt Wetzlar nicht erreicht wer­den tonnte. Tie Wehren von Bonbaden, SckM>al- bach, Naulwrn und Wetzlar halten trotz ihres ver­späteten Eintreffens ein weiteres Umsich'greifen des Brandes verhütet.

Hessen-Nassau.

Gemäidediebstahl im Oranischen Museunt.

Dillenburg, 13. Sept. Im Orani­schen Museum wurde ein großer Einbruchs- dtebstahl in der Nacht vom 10. zum 11. Sep­tember von zwei auswärtigen Männern ver- tibt, der in der Art seiner Ausführung an die jüngsten Bilderdiebstähle in Marburg und Kassel erinnert. Das hiesige Museum ist kunstgeschichtlich eigenartig und in vielem mit dem Reichsmuseum in Amsterdam vergleich­bar. Aus der Gemäldesammlung sind sechs besonderswertvolleBilderdes Nie­derländers S t o l k e r, auf Holz gemalt, mit schwarzen Goldleistcn, gestohlen worden. Der Wert der Gemälde beträgt viele Tausende.

Turnen.

Bei dem am Sonntag veranstalteten Gau­turnen wurden vom Turnverein Gießen non 1 846 folgende Turner Sieger: In der Ober­stufe: Hermann Neuser, Franz Sauer, Karl Erb; in der Un/erstufe: Rudolf Köhler, Ernst Sommer- liorn, August Wallenfels, Albert Schuck, Karl No-lte, Karl Strack, Herurann Salzmann, P. Schlosser; in der Höglingsst-ufe: Karl Reuter, Heinrich Trcchs- ler, Willi Arnold. Aus dem Rhönbergturnen erhielten Preise: K. Nolte und Herrn. Neuser. Vom 'Feldbergturnen feinen ,E. Sommerlvm, K. Nolte, Fr. Sauer, Aug. Wallenfels und Rud. Fischer mit Preisen zurück.

= L i ch>, 12. Sept. Von den 8 Siegern des hiesigen Turnvereins beim Gautumen in Gießen errang Otto Bops in der Oberstufe den 17. Preis mit 113 Punkten.

O S chli tz, 12. Sept. Ter breiige Turnverein errang beim Gautumen in Gießen 6 Preise, dar­unter Heinrich Bol-nacker in der Oberstufe den 5. Preis mit 134Vz Punkten.

Handel.

Börsenstimmung.

Berlin, 12. Sept. (Wolff.) Die anscheinend unaufhaltsame Berschlechitemng unserer Mark-Va­luta fördert naturgemäß das Bestreben, die im Ueberfluß vorhandenen Barmittel in Papieren an­zulegen, die in irgend einer Weise die Gewähr eines stabilen Wertes zu bieten scheinen. Infolgedessen 'herrschte an der heutigen Börse wieder ein außw- ordentlich stürmischer Kaufandrarrg. Bei stets er­regtem Geschäft gingen Kolon ialpapiere wie Deut­sche Kdlonial-Anteile, Neu-Guinea, South West und Otavi sprunghaft in die Höhe. Auch Schiff­fahrtsaktien erfuhren eine weitere Bevorzugung. Besonders Hansa-Tampfchifsal)tt. HamburgSnb- amerikanische Dampfschifsahrt erfuhren bdxmtcnbe Steigerungen. Auch, Hapag und Nordö. Lboyd ge- nanncn 56 Proz. Ehemisthe Aktien .wurden gleichfalls in die Hphe gesetzt, so Bad. Anilin um 18 Proz., Elberfelder Farben um 30 Proz. and Höchster Farben um 29 Proz. Elektrizitätsaktien verkehrten beute ruhiger bei teilweise leichten Abri schnäckungen. HirschKupfer stellten sich zeit.vcilig etwa 20 Prozent höher. Eigentliche Valuta.vcrte fanden heute weniger Beachtung. Zum Teil wur­den in Orientbahn und türk. Tabakaktien geringe Realisierungen trorgenommen. Am Ndonlanmarkt schlossen sich mehrere Werte der Aufwärtsbewegung an. Rheinstahl setzten um 4 Prozent höher ein, auf die um 1 Proz. höher bemessene Dividende. Phönix, Harpener, Gelsenkirchen und Bochumer gewannen gleichfalls etwa 4 Pr^. Ter Anlage- marft bewahrte seine feste Haltung bei Verhältnis-

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Eine amttiche Acußerung zur Antwortnote ClemenceauS.

Berlin, 13. Sept. (W. B.) DieDeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt zu der Antwort der Entente auf die deutsche Note vom 5. September: Was hier verlangt wird, ist nichts anderes, als was die deutsche Regierung bereits in ihrer am 5. September übergebenen Antwortnote auf das Ultimatum erklärt hat. Eine Aenderung der Ver­fassung kommt also nicht in Frage. Es hätte

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In der Stadt! i r ch-e. Borm. 8 Uhr, zugl. Christenlehre f. d. Neukonfirmierten a. d. Markus- - mernbe: Psarrass. Schaefer. 91/2: Pfr. Mahr. 11: Kinderkirche f. d. Matthäusgemrinde: Pfr. Mahr. In der J-o h a n ne skirche. Barm. 8 Uhr, zugleich^ Christenlehre f. d. Neukonsirmier- ten a. d. Jahonnesgerneinde: Pfr. Ausseld. 9Vs: PK. Dechtolsheimer. 11: Kinderkirch: f. d. LukaL- gemeinbe: Pfr. Bechtolsheimer. Abends 8: Bibel- kesprech. i. Johonuessaal. Sonntag, 14. Sept., norm. 10: Kirchberg; 11: Christenlehre f. d. männ- licke Jugend. Nachmittags iy2: Lollar.

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(Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Errichtung eines städtischen Spiel- und Sportplatzes.

Wenn die, durch den Krieg und die Hung^r- Motfabe unserer Feinde sio schiwer geschädigte deutsch^ Dollst'raft wieder gelpben werden soll, so müssen wir unter Augenmerk in erster Linie auf unsere Jugend richten, welche dazu berufen ist, Deutsch­land wieder den Platz im Rate der Völker zu ver­schaffen, der ihm gebührt.

Tuxnen, Spiel und Sport aller Art sind die Mittel, unsere Jugend zu tüchtigen, in friedlichem Wettlamps gestählten Menschen l)eranzubilden. Neh­men wir uns ein Beispiel an unseren Feinden, den Engländern. Nicht, als ob sie unseren Kämpfern an, Mut unb Tapferkeit überlegen gewesen wären I Nein, vorwiegend die sportliche Ausbildung der englischen Jugend ermöglichte es ihnen, in so kurzen Sett ein großes, den Anforderungen des Welt- lrieges gewachsenes Heer zu schaffen. Aber nicht allein Mut und Tapferkeit, sondern Ausdauer, kühle Berechnung, schnelle Entschilußkraft, alles Ergenschasten, die man sich nur bei intensiver, füortlidxr Betätigung aneignen kann, befähigt jetzt die Engländer dazu, den Sieg restlos für sich auszunutzen

Ter Sport in jeder Form wird eben allent- valben eifrig gepflegt. Es ist jetzt Aufgabe der Kommunen und auch der Stabt Gießen, nachdem arcdere Städte schon mit gutem Beispiel voran­gegangen sind, durch Errichtung eines städtischen Spiel- und Sportplatzes diese Beweguirg mit allen Mitteln zu fördern. So toirb ein Arttrag demnächst in der Stadtverordnetenversammlung eingebracht werden, welcher die Schaffung eines städtischen Spiel- und Sportplatzes sordern wird. Wenn es auch gerade kein Stadion sein soll, so must er doch mit den neuesten Errangenjchaften auf sportlichem Gebiete ausgeslaltet fein. Auch kann man in Verbindung damit das frühn bei Alt unb Jung so beliebte Jugendfest wieder auf» leben lassen. Aber neben den eingangs erwähntes Zielen, körperliche und sittliche Erttlchiigung der Jugend, sind auch solche sozialpolitischer Art in Betracht zu ziehen. Was trotz aller demokrttisie- rungsbeflrcbungen immer rock) nicht gelungen ist, Beseitigung des Kastengeistes, Ausgleich der Gegen- >ätz' zwischen den verschisd.men Bevölkwungs- schichten, kann vielleicht aus diesem Wege bei eini­germaßen gutem Willen von beiden Seiten spie-, lend erreicht werden.

Ick- bin überzeugt, daß die Gießener Dnm- unb Sportvereine, die akademische Jugend, die gesamte Gießener Einwohiterschast diesem Projekt sympathisch gegermbersteht und es mit allen Kräf­ten unterstützen wird.

A n d r. Erhard, Stadtverordneter.

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ermattet werden fömttn, dah sich die EnteiUe mit der einmaligen Erklärung begnügte. Wenn sie es für richtig hält unb verlangt, daß diese Er­klärung feierlich zu wiederholen und von beit gesetzgebenden Körperschaften zu billigen ist, wenn sie ihre Antwott in eine verletzende Form kleidet unb ironisierende Bemerkungen daran knüpft, so ergibt sich das wohl daraus, daß die Ententepresse die deutsche Rote entstellt toiebergegeben unb da­durch einen falschen Eindruck erweckt hat, als ob man in Deutschland das Ultimatum mit Hohn, aufgenommen hätte. Ein Zugeständnis ist cs immerhin, daß die Billigung durch die gesetz­gebenden Körperschaften erst innerhalb von 14 Tagen nach Inkrafttreten des Friebensver träges erfolgen soll.

Der preußische Ministerpräsident Hirsch über die Neugliederung des Reiches.

Berlin, 13. Sept. Einem Mitarbeiter des Berliner Lokalanzeigers" erklärte Ministerpräsi­dent Hirsch u. a.: Tie preußische Regierung hält den Bestrebungen zur Bildung selbstän­diger Freistaaten im Osten und We­sten Preußens gegenüber ihr:n ablehnenden Standpunkt aufrecht. Sie sei jedoch bereit, den Provinzen des preußisshen Staates weiteste gehende Autonomie zu gewähren. Den Bres­lauer Blättermeldungen gegenüber, daß die Re­gierung der Bildung eines Freistaates Oberschle- l'ien zugestimmt habe, trete diese mit allem Nach­druck gegenüber. Ebenso wird Preußen di: Bildung einer Nordwest-deutschen Republik nicht zulassen, lieber die Bildung eures aus den thüringischm Staaten und preußischen Landesteilen bestehenden Groß thüringens seien bisher noch keine Be­schlüsse gefaßt worben. Toch^ sei zu erwarten, daß die thüringischen Staaten in Kürze in eine Verwaltungsgemeinschaft zu Preußen treten wer­den., Ten Wünschen Birkenfelds, injden preu stischen Staat aufgenommen zu werden, stehe die Negierung vorläufig abwartend neutral gegenüber. Sie wird aber den ernsten Aeutzerungen der Biricn- je her ihre Zustimmung nicht versagen. Ter Rest der Provinz Westpreußen unb Posen soll zu einer gemdnfomen Grenzmark zusammtzngenßt werden. Tie Regierung will zunächst einmal durch Wieder­einführung der Akkordarbeit bei den Eisen­bahn w e r k st ä 11 e n die Leistungen nach Mög­lichkeit zu heben versuchen. Ob die Wiedereinfüch- rung der Akkordarbeit zweckmäßig sei und allge­mein wieder eingeführt wird, müßten erst die lammenden Zeiten lehven. Der Ministerpräsident schloß mit der Erklärung, daß Preußen die Frage des Aukgehens aller deutschen Gliedstaaten im Reich befürwortend gegenüberstehe, aber nur, wenn alle Gliedstaaten im Reich sich widerspruchslos diesem Zuklinftsstaat anschlirßen.

Generalstreik in Memel.

Memel, 13. Sept. (W. B.) Aus Anlaß der Verhaftung des Vorsitzenden des hiesigen Arbeiter­rates, S a h n wa l d t, durch den Führer des hier liegenden Bataillons; Hanp-tmann Schmidt, ist, wie das MemelerDampfboot" meldet, am Vor­mittag der Generalstreik erklärt worden. Hauptmann Schmidt hatte Sahnwaldt verhaften unb nach Tilsit überführen, sowie das sozialderno- krattsche Blatt besetzen lassen. Die Ursache zu der Verhaftung sind einige Zeitungsartikel, weil Hauptmann Schmidt einen Soldaten wegen Nicht igrüßens auf der Straße zur Rede gestellt hatte. Der Generalstreik, der auch das Gas-, Wasser- unh Elektrizitätswerk umfaßt, soll solange auf­recht erhalten werden, bis Sahnwaldt aus Tilsitz zurückgekehrt und Hauptmann Schmidt aus Memel entfernt ist.

Schiffsverkehr zwischen Belgrad und Preschurg.

Belgrad, 12. Sept. (WTB.) Vom 15. September ab beginnt der regelmäßige Schiffsverkehr zwischen Belgrad und P reßbu rg.

Die neue Besitzung des früheren Kaisers.

B e rl in, 13. Sept. Wie derBerliner Lokalanzeiger" meldet, ist das Inventar des Schlosses Doorn, der neuen Besitzung des deutschen Exkaisers, an der Rotterdamer Börse mit 10 Millionen Gulden versichert worden.

Amerika und die italienische Einnmnderung.

Basel, 13. Sept. Wie dieKöln. Volksztg." erfährt, hat Nordamerika 60000 italienif dye Einwanderungsgesuche abgewiesen.

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