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Mittwoch, 13. August 1919

Erstes Blatt

169. Jahrgang

vo-n

tifiär.

Kandau-Wanen-Wori7l.en-Schrulrten-Tnrban den deutschen Truppen geräumt.

rbf von uns zuni nt und verpslichttl. 'i Grunbcrg i;i vor, tthoj bei Grimberg

dieses Thema gesagt habe, nichts hinzusügcn. Tie Frage, ob gegenüber der holländischen Regierung wegen der Auslieferung des Kaisers Schritte getan wurden, verneinte Donar Law.

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limt-W ich die beteiligte Grund i« Einer Gültig­en und ist unter rten«i> beteiligten miianbe, so bat feinen Stell

Die deutschen Kriegsgefangenen der Amerikaner.

Berlin, 12. Aug. In amerikanischen tveereskreisen wird zur Zeit die Frage erwo- '?en, was mit den 30000 deutschen Kriegsgefangenen geschehen soll, die von den amerikanischen Truppen gefangen ge- iWmmen worden sind. Wahrscheinlich wird ein üebereinkommen mit der französischen Heeresleitung getroffen werden, wonach chr unter Ueberwachung durch amerikanische Gruppen uni) unter Versorg.ung durch aineri-

Der Kaiserprozeß.

London, 12. Aug. (Wolff.) Reuter. Im Unterhaus crHärtc Donar Law aus eine Anftage bezüglich ocs Verfahrens gegen den ^eutsmen Kaiser, er Lonne dem, was er oererrs über

Annahme von Anzeigen f. die -i. a g es m immer bid zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbuidlichkeN Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v.34mmBre,tt örtlich 15 Pf., auswärts 18 Pf., für Reklame- anzeiqen von 70 mm Breite 48 Pf. Bei Platz- vorichrist20°/,Aufschlag. Hauvtschriitleiler: Aug. Goetz. Pcrautwortlich für Politik: Aug. Goetz, f ür den übrigen Teil: Dr. 9!einhold Zenz; für den Anzeigenteil: £>. Beck; sämtlich in Gießen

mies.

[ I. von Alieu schworenm für die erpflichtet.

i ii i e n wurde ton erstztüisen ernannt

rng. fJn

Ungarisches Nationalheer.

Budapest, 12. Aug. (Wolff.) Kriogsministkr Schnetzer erlaßt einen Aufruf zur Organi­sierung eines.NationalheereS, das von gesmrdem Geiste durchdrungen sein ntüffe. Aus diesem Grunde wird den Soldateir das Politisie­ren untersagt und das vor der Oktoberrevo­lution gültige Tienstteglement wieder eingesetzt.

Ein Entwirrungsplan.

Budapest, 12. Aug. (Wolff.) Korr.-Bur. Ter Verweser Ungarns, Königlicher Prinz Josef, forderte nach Besprechungen mit den politischen Parteiführern diese auf, einen Entwnrrungs- p l a n auszuarbeiten. Ter Aufforderung Folge leistend, traten die Parteiführer zu einer Beratung zusammen, die heute beendigt werden dürfte. Die Vereinbarung wird sodann dem Verweser unter­breitet.

Schiedsgericht«

Äellver- S 1,1 Nen.whl t*l u tEmorben.

Englands Scemachtstellnng.

Haag, 12. Aug. (Wolff.) LautNieuwe (Strnrant" schreibt Archibald Hurd imDaily Telegraph", aus Lloyds Statistik gehe hervor, daß die führende Stellung Eng la n ds als seefahrende Macht nicht mehr unantastbar sei. Die Vereinigten Staaten und Japan würden zweifellos alle Kräfte anspannen, um England zu verdrängen. Der Schiffbau gehe in Eng­land zurück, wahrend er m Japan und Ame­rika dauernd wachse.

England» Minen.

Berlin, 12. Aug. (WTB.) DieDaily Expreß" teilt derDeutschen Allg. Ztg." zufolge mit, in 2erbi! in Norwegen werde mit Billi­gung der norwegischen Regierung eine englische Flottenbasis errichtet, von der aus die englischen Minensucher die 60 000 Minen einfischen sollen, die gegen die deutschen U-Boote ausgelegt wur­den. Bisher wurden 4500 Minen aufgesischt und unschädlich gemacht. DieDaily Expreß" nennt die Errichtung der Flottonbasis eine der ittter- essantesten Nachwirkungen des Krieges.

Flämische Bewegung in Ostftandern.

Rotterdam, 12. Aug. (Wolff.) Laut Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet der BrüsselerSoir", daß die flämische Be­wegung in Ost flandern immer mehr um sich greift und daß sogar die Geistlichkeit die Be­wegung entfacht. Die bischöflichen Kollegs sind der Mittelpunkt der flämischen Bewegung. Das Geld zur Unterstützung der Bewegung soll dem Soir" zufolge aus den Niederlanden kommen.

A m ft e r d a m, 12. Aug. (Wolff.) Wie Havas- Reutec aus Genr melden, kam es dort aus An­laß von aktivistischen Kundgebungen, bei denen die ManifestantenNieder mit Belgien!" riesen, zu Zusammenstößen. Mehrere Ärmsten wurden verhaftet.

Eltville, 10. Aug. Die Rheingau - Elektrizitätswerke, die den ganzen Nheul- gau mit Licht und Kraft versorgen, können wegen Kohlenmangels die Beleuchtung nur {eben zweiten Tag einige Stunden aufrecht erhalten.

wv. Mainz, 10. Aug. Im Vonorte M v m» b a ch hatte abends eine Anzahl junger Leute einem von Mainz kommenden jungen Mädchen auf­gepaßt, es bedroht, belästigt und überfallen und in eine Gasse gesckfleppt, wo sie tätlich tmn>i den. Tas Kriegsgericht am Hauptquartier der 10. Armee hat jetzt die beiden flüchtigen Lauvt- läter zu je fünf Jahcen GesängnQ und 500 Franken Geldstrafe verurteilt. Ferner erhielten andere Be­teiligte Gefängnisstrafen von 34 Jahren und Geldstrafen von 400 bzw. 500 Franken. Eine zweite Gruppe von AngeÄagten erhielt wegen Be­schimpfung, Bedrohung undBerkeum- düng junger Mädchen, denen sie mit Zopf- abschneiden gedroht hatten, Geftingnisstrafen von 25 Monaten und Geldstrafen van 400 bis 2000 Franken.

dz. Wiesbaden, 12. Aug. Zwischen Ober­bürgermeister Glässingund General Mangin wurden für die Ein- und Ausreise in Wiesbaden folgende Vereinbarungen getvofstn: Für die A u S - reife aus Wiesbaden werden Treimonatspäss« generell auf Antrag der Stadt den Nirhsuchendm erteilt. Tie Entscheidung ist nicht mehr bei der lArmee in Mainz einzuholen, sondern sie wird der Beschleunigung halb« von dem zivilen Adminh* sttateur hrer gefällt. Tie Einreise ans dem unbesetzten Teutschalnd nach Wiesbaden muß Sich: der zehnten Armee bleibm. Ter Weg über Mainz für die Paßgenehmigung wird fallen gelassen. Da­für ist bereits cm Offizier nach Wiesbaden beor­dert, dem die Erledigung der naclrgesuclsten Pässe selbständig ütertra^cn ist. Tie Pässe sind nunmehr bei der Stadt zu beantragen, die sie mit der.Be­fürwortung an den genannten Offizier weitergibft Es ist in Aussicht gestellt, daß hier die Geneh­migung ziemlich generell erfolgt. Ties Verfahren garantiert, daß die Kurgäste rasch zu ihren Pässen kommen. Nach erteilter Gcnchmrgung gehen die Pässe an das Zivilkommiffariat 4 m Frank­furt für das besetzte Gebiet, woselbst sie von den Einrcisenden abgehott werden können. Tie Paß- erteil ung dürfte danach nur drei bis vier Tage dauern. Allerdings muß der gesamte Wiesbadener Fremdenverkehr dann über Frankfurt gehen.

hl. Worms, 12. Aug. Eine ganze Anzahl Personen von hier und dem benachbarten Pfed­dersheim wurden in Last genommen und nach Mainz zur Aburteilung gebracht, die man als Ur­heber der Plakatanschläge betrachtet, in denen dir leichtsinnigen Frauenzimmer nament­lich angeführt wurden, die in schamloser Weise mit den Franzosen verkehrt haben.

Bom Obersten Rat der Alliierten.

Paris, 12. Aug. (Wolff.) Diplomatische J^age. Der Oberste Rat der Alliierten trat am! Mon- llag nachmittag zusammen unter Abwesenheit des uiegenwartig erkrankten Tardieu. Der Rat beschäf­tigte sich mit dem bulgarischenFriedens- vertrage und prüfte die durch die Ereignisse m Ungarn geschaffene Lage. Die rumänische Re­gierung hat eine Antwort auf die Note der Entente noch nicht gegeben, in welcher sie aufgefor­dert wird, in Ungarn jede persönliche Initiative beifeite zu lassen und ihre Entschließungen der nach Budapest entsandten interalliierten Militärmission nnzupassen. Die tschecho-slowakischenDe- legierten ließen der Konferenz eine Note zu- Iimnnen, welche gegen den Emmarsch rumänischer Truppen in Budapest und gegen die beträchtlichen Requisitionen, die sie in Ungarn Vvrgenvmmen haben und auf die die Tschecho-Slowoken als Wie- lvergutmachung einen Anspruch zu haben glauben, Protest einlegt. Tie deutschen Delegier- icn richteten an die Konferenz zwei Noten, von lenen die eine eine übrigens ausweichende Antwort auf die von den Alliierten gestellten Fragen wegen des heimlichen Verkaufs von Domäiiengütern in Cchlesnig gibt. Tie zweite Note verlangt die Bil- ibung einer gemischten Kommission, welche die An- Itenbimg der militärischen, maritimen und aero­nautischen Bedingungen des Friedensvertrages zu regeln hätte.

Eingeständnisse LanfingS.

Lerr Lansing, der verantwortliche Berater des Präsidenten Wilson, ist am 6. d. M. durch den Senatsausschuß für auswärtige Angelegen­heiten einem Kreuzverhör mit Bezug auf den sfriedensvertrag unterworfen worden. Er t-at die Senatoren im allgemeinen mit Redens­arten abgespeist, ganz im Einklang mit einer von ihm }ugegebenen telegraphischen Aufforderung Äilsons an Elemenceau, dem französischen Senat ücht die Sitzungsprotokolle der Friedenskonferenz iu enthüllen. Einige wichtige Eingeständnisse hat Lansing indessen gemacht, wie wir derTimes" vom 8. d. Mts. entnehmen. Bon diesen verdienen die folgenden festgehalten zu werden:

1. Er gab zu, daß die 14 Punkte so ziemlich Schiffbruch im Laufe der Er- örterungen erlitten hätten (ment by de- Mlt"), deren allgemeines Ziel die Herbeiführung ntier auf gesundem Menschenverstand und Billi- rung beruhenden Regelung gewesen sei.

2. Er gab der persönlichen Meinung Aus­druck, daß der Kaiser nicht in gesetzlicher Weise vor ein Gericht gestellt werden könne.

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3us dem besetzten Gebiet.

Ncbcrgriffe der Besatzungstruppen.

Berlin, 12. Jan. (Wolff.) Die englischen und französischen Besatzungstruppen ließen jid) dem Vernehmen nach neue schwere Uebergriffe in dem besetzten Gebiet zu Schulden kommen. Der Polizist Heister wurde in Reisholz bei Düssel­dorf ohne Grund erschossen. Eine Be­sch w e r d e n o t e mit der Forderung auf Unter­suchung ist abgegangen. Frau Augs, die Gattin eines deutschen Ingenieurs, eine geborene Französin, wurde unter Demütigungen vcrh a f - tet und nach Bescmcon tvcursportiert. Nachdem sie zurückgekehrt war, wurde sie von neuem ver­haftet und nach Frankreich verschleppt, lieber ihren Verbleib wurde bis jetzt noch nichts fest- gestellt. Auch in diesem Fall fordert eine Note Aufklärmrg.

Französische Gewaltherrschaft in der Pfalz.

Berlin, ,12. Aug. Wie dieP. P. N." von zuständiger Stelle erfahren, hat General Ge­rard am 5. Juli d. I. folgende Verfügung er­lassen:Auf Befehl des Oberkommandierenden der alliierten Heere, des Marschalls Foch, wild der Regierungspräsident Herr v. Winterstein seines Amtes enthoben und aus dem Ge­biete der Pfalz verwiesen. An seiner Stelle wird Herr v. Klingensperg die Funktionen des Regierungspräsidenten ausüben." Im Auf- trag der deutschen Regierung wurde von der Waffenstillstandskommission gegen die Ent­hebung des Regierungspräsidenten der Pfalz von seinen Funktionen und seine Abschiebung aus der Pfalz sowie gegen die Uebertragung seiner Tätig­keit auf einen anderen Beamten als gegen den Wafsenstillstandsvertvag verstoßend Einspruch erhoben und gebeten, die Wiedereinsetzung des Regierungspräsidenten von Winterstern in sein Amt zu veranlassen.

Da» Saarrevier.

Versailles, 12. Aug. (WTB.) Ter Fric- dsnsausschuß des Senats hörte in der gestrigen Sitzung den Bericht des Senators de las Cafes über den Völkerbund. Alsdann sprach Senator, Reynald über die Friedensbedingungen betreffend das Saarrevier und sagte, daß augenblicklich die militärische Besatzung im Saar­revier gern gesehen sei und daß ihre An­ordnungen von der Bevölkerung gebilligt würden. Wenn auch die Großindustriellen dem Allteutsch- tum ergeben seien, zeige sich dennoch keinerlei Feindseligleit gegen Frankreich. Die Regierung werde im Saargebiet durch fünf Persouen ver­schiedener Nationalität ausgeübt. Das sei ein Pro­blem, von dem man nicht im voraus sagen könne, ob es sich bewähren werde. Reynald ver­tritt die Ansicht, daß Frankreich im Saarrevier eine besondere wirtschaftliche Stellung ein­nehmen werde, die ihm jedenfalls großen Ein­fluß sichere.

Die deutsche Flagge nicht zugelassen.

ma. Solingen, 10. Aug. Auch die neue N a t i o n a l f l a g g e ist im besetzten Ge­biet nicht zugelassen. Der britische Mili­tärgouverneur hat auf eine Anfrage erwidert, daß in den bestehenden Anordnungen, die das Tragen nationaler Farben in dem besetzten Gebiete verbieten, keine Ausnahme gemacht werden kann.

Französisches Rechtsbewußtsein.

Bekanntlich wurde in Berlin auf der Friedrich­straße ein französischer Sergeant namens Man­heim durch mehrere Stiche tödlich verletzt. Die Angelegenheit ist noch nicht aufgeklärt, vermut­lich sind die Täter in Zuhälterkreisen zu suchen. Feldmcrrschall Foch hat, von dem Standpunkte ausgehend, daß jeder französische Soldat ein offi­zieller Vertreter Frankreichs ist, für den in dieser Timcn-Angelegenhcit getöteten Sergeanten 100 000 Frs. Entschädigung für die Familie und 1 Million Mk. Strafe verlangt.

Vergleichen wir einmal damit folgende kleine Auslese von Tötungen Deutscher, die seit Februar 1919 in der Pfalz oorgekommen sind: am 14. 2. 19 wurde in Neustadt an der Hardt ein junger Mann von einem französischen Kraftwagen überfahren und getötet; am 13. 4. 19 rourde der 40 Jahre alte Josef Mehler vor seiner am Baggerloch in Rheingönnheim gelegenen Woh­nung durch französische Soldaten, die daselbst, an­scheinend dem Jagdoergnügen huldigend, sechs scharfe Schüsse abgaben, durch einen Schuß ge- tötefet; am ä. 6. 19 wurden in Kaiserslautern durch eine Patrouille der 17 Jahre alte Kaufmann Jakob Mangold und der 30 Jahre alte Philipp Kaufmann niedergeschossen; am 17. 6. 19 -vurte der Gutsbesitzer August Unruh von Impflingen durch ein französisches Auto überfahren und so schwer per letzt, daß er bald darauf starb; am 18. 7. 19 wurde in Ludwigshafen a. Rh. der 16 Jahre alte Mechanikerlehrling Georg Berroth, Sohn einer Witwe, von ma okka ischen Soldaten, die unter sich stritten und dabei den Jungen, ter gänzlich unbeteiligt Vorbeigehen wollte, in ihr: Mitte bekamen, durch Hiebe mit dem Seitengewehr so schwer verletzt, daß er am Nächsten Tag ver­schied.

Darf man da angesichts des Nechtsft.indpunk- tcs, ten Marschall Foch im Falle Manheim ein­genommen bat. sich nicht die Frage erlauben: Welche Entj'ck-ädigung und Strafen wird Frank-

kanische Behörden diese Gefangenen überge­ben werden. Sie sollen solange in Frankreich bleiben, bis der Friedensvertrag durch zwei weitere Staaten ratifiziert worden ist, und so­dann mit ihren Leidensgenossen zusammen nach Hause geschickt werden.

Die Rückkehr der Gefangenen.

München, 12. Ang. (Wolff.) Nach der Korrespondenz Hoffmann teilte die Reichslei­tung auf Ersuchen der bayerischen Regierung, die sofortige Rückkehr der Kriegs gefangenen zu »ermöglichen, mit, daß cnt- prechend dem Standpunkt, den die Entente ein­nehme, mit der Rücktehr der Gefangenen erst ab Mitte September zu rechnen fein werde.

Ans dem Reiche.

Bayerns Verfassung.

Samberg, 12. Aug. (Wolff.) DerBer- fassungsausschuß des bayerischen Landtages stimmte in namentlicher Absttm- mung dem Verfassungsentwurf für den Freistaat Bayern zu, lehttte es aber ab, die Verfassung der Volksabstimmung zu unterstellen.

Weitere Tariferhöhungen der Eisenbahnen.

Berlin. 12. Aug. (WTB.) Zur Zeit schweben Verhandlungen zwischen den Vertretern ter deutschen Eisenbahnverwalttmgen über die Frage, 'arte die großen finanziellen Ver­lust« der Eisenbahnen ausgeglichen werden kön­nen. Tie Verluste sind bei allen beteiligten Eisen­bahnen außerordentlich hoch. Hauptgründe sind be­sonders die dauernd steigenden Preise der Kohlen iiird der Betriebsmittel.» Tie hohen Löhne und Gehälter der Eifeiibahnangestellteu müssen not­gedrungen ehre übermalige Erhöhung der Tarift zur Folge haben, um den Verlust auszugleichen. Eure solche Maßnahme wird zwar im Handel und Verkehr schwer empfunden werden, doch ist zu beachten, daß selbst, wenn die Preise der not­wendigsten Lebensrnittel inib Gebrauchsgegenstänte demnächst sinken sollten, die Frachten und Fahr­preise bei weitem noch nicht in dem Maße erhöht sind, wie es die allgemeine Preissteigenrng be­dingt hätte. Wollte man die Tarife so hoch her- anffetzen, toie erforderlich wäre, um den zu er­wartenden Verlust in vollem Umfang auszuglei- chcn, so würden bei allen beteiligten Eisenbahnen im Durchschnitt Erhöhungen ter jetzigen Tarift um 100 Prozent nötig sein.

Um eine allzu starke Mehrbelastung von Hantel und Verkehr möglichst zu vermeiden und in der

Vcla Khuu.

Wien, 12. Aug. (Wolff.) Wie derNeue Tag" erfährt, ließ die französische Regie­rung durch ihre Wiener Mission der teutsch- öfterreichischen Regierung die Mitteilung zu'kom- men, daß sie sie für die Person Bela Khuns haftbar mack-e. Als Grund für diese Verfügung wurde angegeben, daß die Entente entschloßen sei, Khun für die Gewalttaten und Verbrechen, die nährend ter Herrschaft der Räteregierung in Un­garn verübt Inorten sind, zur Verantwortung zu ziehen.

Antimonarchische Kundgebung in Wien.

Wien, 12. Aug. (Wolff.) Wie die Blät­ter melden, wird am Mittwoch die gesamte bewaffnete Macht Wiens eine Kund­gebung gegen die monarchischen Bestrebungen und für die Republik in Form einer Demonstratronsparade vor dem Parlament veranstalten. In den Landes­hauptstädten sind ähnliche Kundgebungen vor den Landesregierungen geplant.

reiche für obige Fälle zahlen, bei denen unschuldige Teutschc durch die ©djulb Frankreichs offizieller Vertreter ihr Leben eingebüßt haben?"

Derkchrserlcichtcruugen.

kp. Frankfurt, 11. Aug. Vom nächsten Sonntag ab werden von den französischen Ver­bindungsoffizieren in Frankfurt und Darm­stadt Erlaubnisscheine zum Betteten des besetzten Gebiets bei,S onirt a g sa us flügen ausgegeben. Sie sind nur einen Tag gültig und berechtigen zum Betteten des besetzten Gebietes nur zu Fuß, zu Pferd, zu Rad ober im Wagen, also nickt mit der Eisenbahn. Für Ausflüge ge­schlossener Gesellsckiaften wird ein Sammelschein mit dem Namen des Führers und ter Arrzahl der Teilnehmer ausgestellt. Tiefe Erleichterungen gel­ten bis zum 30. September. Tie Erlaubnisscheine können von Montag bis Donnerstag jeder Woche beim ftanzöfischen Verbindungsoffizier beantragt trerten und sind .Freitag oder Samstag abzuholen.

MhenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

SwlMngrnmddruck u. Verlag: Vrühl'sche Univ.-Buch- u. Zteindruüerei R. Lange. Schriftleitung. Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7.

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Lrzbergers zweite Hinanzreöe.

26 Milliarden neue Steuern; dieses Höchstmaß piu| jetzt das Volk Jahr für Ja.hr an Steuern aufbringen, um zu ge­sunden. Selbst bei der Milnardenpsychofe, die uns während des Krieges jeden <Ä.nn für Zahlendarstellungen nahm, werden manch ei­nem nun doch Die Augen dafür aufgehen, welch drückende Lasten der verlorene Krieg auf unsere Schultern gelegt hat. Ob diese Er­kenntnis dem Vergnügungstaumel ein Ende bereiten wird, der unser Volk immer noch nicht locker läßt? Ob er ihm die Erzberger- sche Lösung des Problems, wie die Milliarden zu beschaffen sind, nahe führt: Arbeite im Dienste des Gemeinwohles" undZum Frie­den gehört Arbeit, Arbeit und nochmals JUbeit?" Die wilden Streiks flackern allüber­all wieder auf und lassen die Einkehr geord­neter wirtschaftlicher Zustände noch in weiter Ferne erscheinen.

Erzberger will mit seiner Steuererfas­sung bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit flehen und verspricht ein durchdachtes Steuer- ystem, eine ^einheitliche Erfassung aller Steuerquellen, Gerechtigkeit auf der einen Seite, Gewissenhaftigkeit auf der anderen. Ob dies bei seinen Steuerentwürfen und der Art ihrer Durchberatung möglich ist, darüber hat in unserem gestrigen Blatte Finanz- minifter a. D. Dr. Becker seine Bedenken geäußert.

Darin fötmen wir dem Reichsfinanzmini- f.cr beistimmen, daß eine Balanee der unge­wöhnlichen Finanzlage Zeschaffen werden muß. Ob der von ihm dazu eingeschlagene Beg der richtige ist, läßt sich in allen Einzel- Ejciten noch unmöglich übersehen. Am aller» bedenklichsten erscheint jedenfalls die Durch­führung der reichseigenen Steuerorganisa­tion, die die Einzelstaaten undsdie Kommunen trotz gegenteiliger Ansicht Herrn Erzbergers in ihrer freien Bewegungsmöglichkeit be­droht.

Nr. 187

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pestschecklonto:

Zranffvrt a. M. U686

Malmedy besetzt.

Malmedy, 12. Aug. (WTB.) Belgische Truppen haben heute mittag Malmedy be­setzt.

Nordknrland geräumt.

Königsberg i. Pr., 12. August. (Wolff.) Nordkurland ist bis zur Lime Angerw-Zenen-