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Freitag, 13. Zum 1919

Erstes Blatt

169* Jahrgang

Der

worden*

zunehmen.

Die Motive der sogenannte» rheinischen Republik".

Amsterdam, 12. Juni. (WTB.)

Schwandet, Oberpräsivcnt von Hessen-Nassau.

Berlin, 12. Juni. iWolff.) Der ehe- malige Statthalter von Elsaß-Lothr tilgen, Staatssekretär a. D. Dr. Johann Schwan- Oberpräsidenten dec

Sozialdemokratischer Parteitag.

Weimar, 12. Juni.

Heute sprach.der Ministerpräsident Scheide- m a ti n über die Aufgaben der Partei in der Re­publik. Er führte aus: Kein Mensch weiß uns zu sagen, rote die Räteverfiassnng eigentlich aus­sehen soll. Die Projekte sind sehr vt-rschieten. Keiner dieser Revolutionäre hat nur einen ein- zigen Gedmtken produziert, sondern alles von Rnß- land abgeschrieben. Jede Regierung muß sich ge­gen die Versuche wehren, die Demokratie zu ver­nichten, wenn nötig mit Gewalt wehren. Ich bin bereit, auch mich für den inneren Frieden zum Opfer zu bringen, aber nie würde ich Kornpro- missen zuslimmen, die die Demokratie Preisgaben. Ter Sozialismus ist vollständig Neuland. Die

Die wiedererrichtete Cölner Universität.

C ö l n, 12. Juni. (WTB.) Heute mittag wurde durch einen Festakt im Gürzenich die wiedererrichtete Kölner Univer­sität eröffnet. Oberbürgermeister Adenauer hielt eine längere Ansprache, in der er einen Rückblick auf die alte Universität warf, die nächst der Heidelberger die älteste Universität Deutschlands sei. Nun sei nach hundertjähri- gem Schlummer die Universität zu neuem Leben erwacht. Er dankte allen, die daran mitgewirkt haben, namentlich der preußischen Regierung, als deren Vertreter er den an­wesenden Unterstaatssekretär vom Kultus­ministerium, Dr. Becker, begrüßte.

Yethmann-Hollweg über denvurchmarsch durch Belgien.

Berlin, 12. Juni. (Wolff.) In dem 'teilte erschienenen ersten Band seinerBetrachtun­gen zum Weltkrieg" (Verlag Reimar Hob- bing, Berlin) schreibt Bethma nn-D o l l we g über den Durchmarsch durchBelgien: Un­sere Militärs hatten nach meiner Kenntnis seit I langem nur den einen Kriegsplan, der auf der untrüglichen und unbetvogenen Voraussetzung ba- üer-e, daß ter M Deutschland äa>er-

nicht an. r .

Braun vom Parteivorstand sagt, es sei mog=* sich, über die Kriegspolitik der Partei zu sprecl)en - aber am wenigsten war Bernstein dazu geeignet- von dem man heute noch nicht wisse, ob er mit beiden Füßen in der Partei oder mit einem Fntze noch bei den Unabhängigen stehe. (Sehr richtig!) Wenn Bernstein für das historische Recht Polens afctf Oberschlesien Verständnis habe, so müsse er es auch für ein historisches Recht Deutschlands auf Elsaß-Lothringen haben. _ . I

Adolf Braun (Nürnberg) sagt: Bernstein! hat eine höchst unzeitgemäße Rede gehalten. Es' (ft eine ganz talmudistische Politik, die BernstelM treibt. (Beifall.) DLoch ine ist eine so unsozialdemo-., kratische Rede gehalten worden wie die von 23ern* stein. Diese unerhörte Rede ist über alle Maßen, bedauerlich.

Der Vorsitzende der Partei, Her man w Müller, weist darauf hin, daß das Referat Bernsteins ganz zerfahren gewesen sei. Es ser das Gegenteil dessen gewesen, was die Berner Resolution verlange. m _ .

Auch eine Frau wendet stch gegen Becnstem.

Cohen meint, man hatte die Gegenvorschlag« schon früher machen müssen, als sich die Staats-^ männer der Entente noch nicht festgelegt hatten: statt dessen habe man Erzberger lwble Protest« machen lassen; das sei ein schweres Versäumnis dep Regierung. , _

Minister Dckvid sagt: Er kenne Re gany! Materie, auch das, was sich hinter den Kulnsenj abgespielt habe, und er tömre nur sagen, daß Erz­berger mit Energie und Geschick vorgegangen sei.! Eine Illusion fei es, wenn Koten meine, malt, hatte die Franzosen nur zu streicheln brauchen, um, sie günstig zu stimmen. Unser Volk ist in Lebens-, gefahr, und da hätte Bernstein allerdings nicht! sagen dürfen, neun Zehntel der Forderungen feien1 berechtigt. (Bernstein ruft: Habe ich nicht gejagt!) David erwidert: Ich werde mich sehr freuen^ wenn Sie dieses Wort auslöschen können. (Leb­hafter Beifall.) , . _

Nach weiteren Erörterungen, wobei Eduard Bernstein erklärt, er habe nicht neun Zehntel ter Friedensbedingungen für annehmbar erklärt, und einem Schlußwort Scheidemanns wird eine Ent­schließung angenommen, die über die Zumutungen der Entente in Versailles ihre Entrüstung aus, spricht und die Friedensbedingnngen für unverein­bar mit den Grundsätzen der Wilsonschen 14 Punkte erklärt. Die Entschließung klingt aus in einen Appell an die Internationale zum Protest gegen den unerhörtesten Gewaltfrieden der moternen Ge­schichte. __

Au» dein Reiche.

Die Unabhängigen und die Freiwilligen­verbände. L.

Berlin .12. Juni. (Priv.-Tel.) Wie d« B.Z.a. M." erfährt, baten die Verband^ lungen zwischen den Unabhängigen uiu> den Freiwilligenverbä n den einen grot ßeren Umfang gehabt, als aus tert Mittet ungen Noskes auf dem Parteitag tu Weimar hervor- ging. Sie haben sich auf die getarnte NerchSwelw erstteckt und bereits vor mehreren Wochen eingesetzt. Die Beauftragten ter Unabhängigen erklärten den Führern der Freiwilligen-Truppen, dach das Staby nett Scheitemann sich nicht ntebr lange werte halten können, und daß dte UnabhlMgigen dann dte Regierung übernehmen würden Eine Regierung der Unabhängigen aber müjse stch genau wie jete; andere auf eine milttanfcbe Macht stutzen, um te« imtere Ordnung aufrechizuerlwlten. Drgjnu sation und Rechte der Freiwilligen-Truppen wür-. den unangetastet bleiten. Die von den Un* abhängigen ins Vertrauen gezogenen Militärs, verlangten, daß ihnen die in Aussicht gestellten, Zusagen schriftlich gegeben würden, was die Un* abhängigen aber ablehnten. Die Führer der Frei-j willigen Tnippcn Hw-n die 'Verhandlungen, m i t Wissen un d Billigung des ganzen Kabinetts weiter geführt, um über bie Pläne der Unabhängigen auf einen gewaltsamen^ Sturz ter Regierung, der für die allernächsten Tage in Aussicht genommen worden toar, genaueres zu erfahren.

Zu ter Meldung terFreiheit" erklären bti ,,Polilisch-Parlameittarischen Nachrichten", daß der Bericht derFreiheit" ein falsches Bild vom Ver­lauf ter Versammlung gebe. Oberst Nein ha r dt hate an dieser überhaupt nicht teilgenommen.

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II.

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Hierauf spricht

Eduard Bernstein

über die auswärtige Polittk, in der er, tote te* kannt, der Auffassung ter Unabhängigen nahesteht.l Er sagt u. a., daß 7m der Frietensbedingungenl, berechtigt seien, was einen Eittrüstungsiturm unb| Zurufe hervorruft, an denen sich auch die Minister Noste und Bauer beteiligen. Er bespricht einzelne Fragen und betont bei Oterschlesien, man werde, nur bann zu einer Verständigung kommen, toemr, man die Tatsache objektiv ansehe und sich auch in das hineintenle, was die anderen anführen. Tat­sächlich habe Wilson vor kurzem geäußert, er hab« ich überzeugt, daß Deutschland noch das alte seu (Zurufe des Unmuts.)

In ter nun folgenden Diskussion wendet ich Scholz gegen Bernstein, der hier nicht Hütte agen dürfen, daß neun Zehntel der Frietenste- bingungen berechtigt seien. Ta unten ja die Sozialisten der anderen Läuter zu der Auslassung kommen, auf das eine Zehntel Homme es auch schon

frontentrieg sein werd'. Der Kriegopl.au toar: Schnellste Offensive un Westen und wahrend ihrer ersten Dauer Defeusivstellung ter deutschen Trup- i pen im Osten. Erst nach tem erhofften Gelingen ter Westfrontoffensive sollten Aria risse größeren Stils auch im Osten einsetzen. Nur eine solche Strategie schien die Möglichkeit zu bieten, ter feindlichen Uetermacht Herr zu werden. Zum Glücken ter Westoffensive gehörte aber nach mili­tärischem Urteil zwingend der Durchmarsch durch Belgien. Tie politischen und milttärischen Ju- terejjen stießen hart aufeinanVy Das Unrecht gegen Belgien lag auf ter Ham». Die allgemeinen politischen Folgen des Unrechtes waren zu greifen. Ter Ches des Generalstates, General Moltke, verschloß sich keineswegs diesen Gedanken, er er­klärte aber den militärischen Zwang für absolut notwendig. Ich habe meine Ansicht ter feintgen anpassen müssen. Für jeden auch nur einiger­maßen nüchternen.Beurteiler traten die ungeheu­ren Gefahren des Zweifrontenkrieges so nackt zu­tage, daß es eine untragbare Verantwortung ge­wesen wäre, von ziviler Stellung aus ten nach allen Richtungen durchdachten und als zwingend bezeichneten militärischen Plan durchkreuzen zu wollen, dessen Vereitelung danach als alleinige Ursache eines eintretenden Mißerfolges gegolten hätte. So ist das Ultimatum an Belgien die poli­tische Ausführung des militärisch als notwendig erkannten Entschlusses gewesen. An meinen Wor­ten, mit denen ich am 4. August unter Unrecht z u g a b , aber zugleich unseren Notstand als un= entrinnbaren, auch das Unrecht suhnenten Zwang bezeichnete, halbe ich auch heute noch fest. Unseren Notstand kann nur ter leugnen, wer die Augen vor ten militärischen Tatsachen böswillig ver­schließt, und unser Unrecht in Abrete zu stellen, fehlt es noch heute an flüssigen Unterlagen. Daß wir uns auf die absoluten Festungsverträge hätten stützen können, ist eine Ansicht, die keiner näheren .Prüfung standhält. Eine diplomatische Finte wäre es gewesen, die nicht bett Tag überdauert hätte. Neuttalitätswidrige Akte Belgiens waren uns am 4. August nickst be­kannt. Tie Dokumente, wonach, belgische und eng­lische Militärs im Jahre 1906 über die mili- tärische Benutzung Belgiens verhandelt ha­ben, sind erst während des Krieges aufgefunden worden. Aber selbst den Fall gesetzt, mir wäre der Inhalt dieser Dokumente bei Kriegsausbruch be­kannt g riefen, glaubt irgend jemand, daß auf ihren Vorhalt Velgickw uns den Durchmarsch ge­stattet haben würde, -ober gar, daß ich nun die Welt überzeugt hätte, wir besäßen ein Recht, durch Belgien zu marschieren? Gewiß sind die Doku­mente für Belgien kompromittierend: aber selbst wenn sie noch viel gomprvmittierenter wären, als sie .es tatsächlich sind, hätten sie uns nur davon, entbunden, die Neuttalitätsgarantte von 1839 zu respektieren. Zu tent Einmarsch in Belgien blieben wir nach wie vor unberechtigt, mußten vielmehr, wenn Belgien sich unserem Verlangen nicht fügte, genau wie jetzt Zwang anwenden, d. h. Belgien ten Krieg matten. 9(ber wie gesagt, diese Voraus­setzung traf nicht zu. Wie gering übrigens die Heber zeugungskraft der Dokumente »vor, wurde praktisch erprobt. Wir haben die Schriftstücke ver­öffentlicht, sobald wir sie in Brüssel fanden. Ich habe aber nicht beobachten können, daß die feinte liche Propaganda einen nennenswerten Schaden davon gehabt hat. Tie unermeßlichen Nachteile, die ich durch meine, am 4. August übrigens von keiner Seite angefochtenen Worte Deutschland zu­gefügt haben sott, eriftieren, tote mir scheint, nur in der Vorstellung derer, die darin ein Kampf­mittel gegen mich sehen. Sodann weist Betlstnann- Hollweg sehr eingehend nach, und zwar ausschließ­lich aus Äeußerungen englischer Staatsmänner, daß die belgische Frage bei ter englischen Kriegs­entscheidung eine maßgebende Rolle nickst ge­spielt Hal.

Düstere Aussichten.

Der neuestediplomatische Situations- Berich^' der Agence Havas läßt einen Triumph durchleuchten, daß im allgemeinen ter französische Standpunkt doch durchdrin- /.en werde. Ein Pariser Blatt fügt hinzu, (lemenceau habe die Lage so klar und wir- dmgsvoll dargestellt, daß auch Lloyd George ,pie Augen auf gegangen" feien über die fort* bestehende deutsch Gefahr. Demgemäß soll e? also nur die in dem nachstehenden Havas- bericht angedeuteten Milderungen des Frie- oensvertrages geben, zu denen schwerlich eine deutsche Regierung ihre Zustimmung wird geben können. Die französische Presse verläßt sich auf die Unabhängigen und meint, ein (tibinett, das sie bildeten und in dem cmch Eiberger seinen Postzen habe, verde es schon machen! Wie tief schämend ist es für uns, daß es in dieser 2 tunte Deutsche gibt, die ihrem Vaterland st den Rücken fallen! Herr .Eduard ernftein, der wieder zur sozialdemokra­tischen Mehrheitspartei gehört, aber im Her- jnt wohl noch Unabhängiger ist, brachte es ititig, auf dem Weimarer Parteitag *u sa- gtn, er fände die Friedensbedingungen der ®ntente zu neun Zehntel für verständlich und lrrechtigt! Aber gefährlicher noch als dieses törichte Wort eines Einzelnen ist doch das bi ab die Enthüllungen Noskes ans Tageslicht gekommene Bestreben der Un- ,p>hängigen, noch vor Friedensschluß die Kgierung an sich zu reiften. Der Feind betrachtet das als ein erlösendes Zeichen! Vielleicht sind damit Herrn Lloyd George iiud) mehrdie Augen geöffnet" worden ois durch den beweiskräftigen Vortrag Alemenceaus!

GietzenerAnzelger

General-Anzeiger für Oderhesfen

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Berliner Vertreter desDaily Herald" hatte eine Unterredung mit dem preußischen Mini­sterpräsidenten Hirsch, in der dieser er­klärte, die Politik der preußischen Regierung gehe dahin, alle Ausnahmegesetze gegen die Polen aufzuheben. Ueber die sogenannte Rheinische Republik sagte der Mini­sterpräsident, er habe Beweise dafür, daß von gewissendeutschenKapitalistenlO Millionen Mark für Propaganda zugunsteneinesfranzösischenPro- t e k t o r a t s bezahlt seien, die von der fran­zösischen Militärbehörde amtlich unterstützt werde. Gewisse Leute in Deutschland wünsch­ten der schweren Besteuerung zu entgehen, die die sozialistische deutsche Republik allen Kapi­talisten auferlegen werde und wollten ihren Besitz vor der Nationalisierung schützen. Diese Menschen seien treue Anhänger des alten Sprichwortes, daß der Kapitalismus kein Va­terland fenne. Früher, unter dem Kaiser, seien sie Ultrapalrioten und Anhänger der schlimm­sten annektionistischen Pläne gewesen: jetzt versuchten sie den Folgen einer sozialistischen Gesetzgebung zu entrinnen, indem sie sich den französischen Kapitalisten, ihren früheren Feinden, in die Arme werfen.

feiner neuen Ansicht aufgingen. Der Grundsatz der Volksabstimmung in Oberschlesien sei angenommen und werde unter llar umschriebenen Bedingungen stattfinten. Die Antwort der Alliierten werde Brockdorff keine andere Wahl lassen, als spätestens am 22. Juni zu unterzeichnen oder Deutschland ten Folgen der Kündigung des WaffenstUlstandes auszusetzen. Foch und General Weygand hätten gestern mit ©lemenceau über den etwaigen Vormarsch der alliierten Armeen ge prochen. Die allgemeine Ansicht sei gestern abend gewesen, Brockdorsf sei zu engagiert, um zu unter­zeichnen: das jetzige deutsche Kabinett werde in den ersten Juliwochen durch ein gemäßigt un­abhängiges mit Er zber ger ersetzt, das gewillt sei, die Bedingungen der En­tente anzunehmen. DerMotin" gibt .außerdem noch einige Einzelheiten, darunter die Mitteilung, bei Aufnahme in ten Völkerbund werte Deutschland in wirtschaftlicher Hinsicht allen an­deren Nationen gleichgestellt.

Deutschland und seine Kolonien.

Berlin, 11. Juni. (Wolff.) Von zu- 'tändiger Stelle wird uns mitgeteilt: Ausländische Blätter beschäftigten sich neuerdings wieder lebhaft mit Der von der Entente geplanten Regelung der Kolonial- rage. U. a. wird behauptet, die Entente be­absichtige zwar, Deutschland seinen gesam­ten Kolonialbesitze zu nehmen, seinen Wert aber bei Festsetzung der Entschädigungssumme irgendwie zu berücksichtigen. Demgegenüber kann nur immer wieder der feste Entschluß der deutschen Regierung betont werden, auf dem bereits des öfteren dargelegten Stand­punkt, der dem Punkt 5 der Wilsonschen Januar-Kundgebung entspricht, zu beharren. Danach kann Deutschland auf seine Kolonien weder verzichten, noch sie verschachern. In be­zug auf seine Kolonien verlangt es nichts wei- tec als sein gutes Recht. Die Kolonien sind für das deutsche Volk eine Existenzbedingung, da es ohne Kolonien nicht möglich ift, dem überschüssigen Bevölkerungsteil Arbeits- und Siedelungsgelegenheit zu bieten, andererseits die Kräfte dieses Bevölkerungsuberschusses der deutschen Wirtschaft nutzbar zu mackien. Die Regierung kann auch dem deutschen Volk nicht zumuten, einen Friedensvertrag anzu­erkennen, der es als nicht würdig und fähig behandelt, weiterhin an der Kulturarbeit per weiften Rasse in Afrika und der Südsee teil-

Lin haoasberlcht Aber vir neuen Bedingungen.

Daris, 12. Juni: (Wolff.) Havas. Tiplo- uuitifcter Situatiousterichst Der gestrige Tag war tirab zufriedenstellende Fortschritte gekennzeich­net. Tie Regierungen haben die meisten wichtigen ^unTte zu einer Lösung gebracht. Man denkt, daß die Antwort der Alliierten auf die deutschen Sfegenvorschläge Freitagnachmittagüber- leicht werden kann, spätestens aber Sams­tag. Tie Uebergabe wird ohne irgendwelche Feier- (ichfeft in der gleichen Art geschehen, wie bei der Mitteilung der Antworten auf die früheren Noten brockdorfs-Rantzaus. Was die Ents.chädigun- (r n betrifft, hat ter Viererrat beschlossen, in m ursprünglichen Bedingungen, ferne grunte flente Aenderimg eintreten zu lassen. Auch in ter Nassifikation der Schöten wird feine Aenderung Eintreten. Tier französische Vorschlag ist völlig cr erkannt Nwrden. Danach wird die Höhe ter vom ten Deutschen zu zahlenden Entschädigungen licht sofort festgesetzt werden. Die,Deutschen luerben 'nur die Möglichkeit haben, ihre Vor- idtige über die Höhe der Enffchädigmigen, die sst jährlich zahlen formen, zu machen. Eine starre Frhl wird im Vertrag nicht figurieren. Was der schlesien betrifft, wurde die Vornahme eher Abstimmung trotz der Opposition Clö- T-fnceaud angenommen. Immerhin wurde auf Veranlassung der französischen Delegation ein 'mftteft in Betracht fallender Zusatzantrag ange= rammen Es werden für die festgesetzte Frist für die Abstimmung Ausführungs- mantien erlassen. Die Modalitäten ter Zu­weisung Deutschlands in den V ö l kerb und tour= nicht 'bestimmt. Die französischen Delegierten Mrden Einwürfe Vorbringen, die sich einem un- inzüglichen oder befristeten Eintreten Teutsch- !ends in den Völkerbund widersetzen. Der Ver- siüg sieht feine Etappen vor. Sobald Deutschland Mitglied des Bundes sein wird, toird es die Ä sichen wittschaftlichen Vorteile bezüglick> der Roh- tosse usw. genießen, wie die anderen Mitglieder. <nitschland wird eine Frist von 6 bis 8 Ta- 9?n erhalten, um seinen endgültigen. Entschluß Mannt^ugeben. In dieser Frist sind die für die ymtbigimq des Waffenstillstantes nötigen drei Jage enthalten. Wenn die deutsche Regienmg E .Unterzeichnung 'des Verttages Derroeigerrt wirbe, würdou die Trupipen -Fochs gleich am Tage M Ablauf der Frist ihren Vormarsch beginnen.

Man beabsichtige die Heimschassung ter Be- Rten des Österreichischen diplomatischen Korps ® ISübameriEa, da sie aller Hilfsmittel ent- . sind.

Die .Hoffnungen der Entente auf und die Unabhängigen.

Barsailles, 12. Juni. (WTB.) Die ^llenblätter erllären bestimmt, die Antwort der pKir' .j* LÜUerten werte spätestens am Freitag abend oder etnlabk" ^nnabend vormittag überreicht.Echo de Paris"

""sichtet, die alliierten Delegierten bezeichneten den Wtagen Tag als ausgezeichnet. Es bestehe völlige i Wragwit. An den wesentlichen Klauseln des Ver- ^1 A W werde nicht gerührt. Die von Deutschland

PI V raUente Gesamt schuld werde nicht sofort fest-

ufaSc*'D Kommission des reparations werde

,h(ne ^ihl keineswegs in das innere Budget Deutschlands a(Pr Au9* 1 S wuschen haben. Dre Frage der Zulassung °te gifl ^chlchlands zum Völkerbund würde teute im » Ercrrat nochmals erörtert. Frankreich wolle

zf,^utschland nicht aussckstießen, aber Clemcuceau nhei^l£Corlc.f^KÄÖfifdje These mit solcher .straft dar, f Gsorge die Augen über die GesLlvckübkeit

Wirtsckwftsordrtung eines Lautes hängt mit ter ganzen. Welt zusammen. Tie Frietensbedingungen haben den tiefen Sinn, daß der 5kampf nicht mehr gegen ten KaiseÄsmns, fontern gegen ten So­zialismus gebt, ter anders als ter Bolschewismus bahnbrechend sein sollte. Es kommt hinzu, daß wrr nirgends die Majorität haben und zum Teil au die Zussimmung ter Bürgerlichen angewiesen sind. Wir wollen der Welt dienen mit unserer Arbeit. Das wollen wir und werden es auch erreickien. Wir sind nach Versailles gegangen zur Verstän­digung und zur Versöhnung. Wir sind bereit zu jedem Opfer, das nicht unser Volk selber zerstört. Aber drüben arbeitet man noch mit den Macht­geboten wie früher imsere Generalpolitcker gegen­über Rußland. Macht ist vergänglich. Macht ver­geht, aber Recht besteht. Unsere Gegenvorschläge haben wir nicht aus Schwäche gemacht, fontem in ter Ueterzeugung, daß nicht alle <yorterungen ter Gegner unbegründet sind. Wir rufen ter an­dern Seite zu: Wir wollen einen heiligen Vertrag., schli-tzcii. aus freiem SBUlcn einen aufndjtigen 0 e r 11 8uni - " _ ®*a"f'f äu ernannt Fricdensvertcag, ten elften wahren, der ten letzten Provinz Vellen -"an Liesteente. ? 'worden*