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(69. Jahrgang

Donnerstag, (5 Zebruar (9(9

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Zwllttngrrunddruck u. Verlag: Vrühl'schr Univ.-Such- u. Stcin&ruderei R. Lange. 5chriftleltung^GefchSft5stelle u. Druckerei: Schulstr 7<

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schwache Regierung, und konnten uns nicht wehren. Schwere und berechtigte VoNvürse

Berlin, 12. Febr. (WTB.) Durch ... deutsche Waffenstillftandskommisiion ist folgende Notederveutschen Regierung betreff mb den Durchbruch der Polen nach G r o d n o

Die Forderung der vestandeangade über deutsche» Kriegsmaterial.

B e r l i n, 12. Febr. (WTB.) Der Oberste Rat der Alliierten ließ der deutschen Obersten Heeresleitung am 10. Februar in Spaa n:it teilen, daß er von ihr eine Bestandsan­gabe über das zur Zeit in Deutschland vor­rätige und in den Fabriken in Arbeit befind­liche Kriegsmaterial verlange, ins­besondere über die Zahl der vorhandenen Ma­schinengenrehre, der schweren und leichten Ge­schütze, der Flugmotvien und der Seeflug­zeuge. Er begründet diese Forderung mit der Haltung der deutschen Obersten Heeresleitung in der P o l e n f r a g e und mit der Notwen­digkeit, die Bedingungen zur Verlängerung des Waffenstillstandes festzusetzen.

Eine Rote der deutschen Negierung in der polnischen Streitsache.

London, 11 Febr. (WTB.) Reuter. Der König eröffnete heute persönlich bas Parlament mit einer

I gering ist, sodaß die polnische Abwehr des Bolschewis- mus nicht nur non Seiten der Litauer und Weißrussen, sondern auch deutscherseits mit großem Mißtrauen betrachtet wird. Wie sehr dieses Mißtrauen gerecht­fertigt ist, zeigt sich bei der Räumung der Stadt Wilna. Die deutschen Truppen mußten diese Stadt auf Verlangen des Marschalls Fach den Polen zur Verteidigung übergeben. Der Erfolg dieser Maß­nahme war, daß diepolen zwar die Stadt besetzten, aber nur, um sie zwei Tage darauf einer ihnen an Zahlund Ausrüstung starb unterlegenen roten Truppen­macht zu überliefern, wodurch das gesamte um Willna aufgebaute Veteidigungssystern erschüttert wurde. Die deutsche Regierung muß bei dieser Sachlage die Ver­antwortung für die Folgen der non Marschall Fach verlangten Maßnahmen ausdrücklich ablehnen.

die vollen Früchte des Sieges zu ernten. Die Konferenz in Paris mache gute Fortschritte, und keinerlei Unstimmigkeiten machten sich uuf ihr bemerkbar. Nach Erwähnung seines Besuches in Frankreich und des­jenigen Wilsons in England sagte der König, die Lage in Irland erfülle ihn mit großer Besorgnis. Es bestehe aber die Hoffnung für eine Regelung, die von Dauer sei. Die Thronrede verlangt weitere Mittel, um die durch den Krieg verursachten dauernden Un­kosten und neuen Ausgaben für den Wiederaufbau zu decken.

Die HeimbesSrderung der deutsche« Zivtlgefangenen in England.

Berlin, 12. Febr. Von zuständiger Stelle erfährt dieDeutsche Allg. Ztg.", oaß die englische Negierung neuerdings die Genehmigung zur allgenretnen Heim­beförderung der deutscl-en und anderer feindlicher. Zivilinternierter, die abzureiscn wünschen, erteilt hat. Der Heimschickung solle so schnell erfolgen, als es der verfügbare Schiffsraum gestatte.

Wilson» Rückreise.

Paris, 12. Febr. (WB.) Präsident 8BU* svn hat sich in Brest eingeschtfft.

Clemenceau Ehrendoktor der Krakauer Universität.

Paris, 12. Febr. (WTB.) Elementes» empfing gestern eine politische Abordnung, die ihm das Ehrendoktordiplom der Universität Kra­kau überreichte. Herr dlemenceau sagte, daß alle Alliierten darüber einig seien, daß Polen als ein freier und gesicherter Staat wiederhergestellt werde» müsse.

Der Kampf gegen die Bolschewisten.

Libau 11. Febr. (WTB.) Durch dm efU' nisch-fin nischen Vormarsch ist nunmehr > das ganze Gebiet der e st n i f ch e n R e p u b l i t1 von den Bolschewisten befreit. Außer! dem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt Walk sind audf die Städte Nerro und Petschory genommen worden., An Kurland ist die Lage vor Libau seit längerer Zeit mweränbert Auf beiden Seiten sind Ver­stärkungen eingetroffen. Die deutschen Stellungen an der Windau, vor denen öfters Gefechte |m.ttx: sanden, sind behauptet worden. Die von den Bol­schewisten besetzte Hafenstadt Windau wurde! durch englische Kriegsschiffe be*l schossen. Inzwischen ist auch die in Mita« zurückgelassene Vertretung der beut)eben Gesandt­schaft von ihrem Amtssitze entfernt worden. Sie wird feit über zwei Wochen in Wilna von den Boi- feberoiften unter strenger Bewachung zurückgehalben. Diese setzen in den vmt ihnen beiejten Gebiets­teilen ihr Schreckensregiment fort. In Riga werden täglich zahlreiche Personen ohne Unterschied der Nationalität vom revolutionär-bol- schewifttschen Tribunal zum Tode verurteilt und sodann erschossen.

A«» dem Reiche.

Rodck verhaftet.

Berlin, 12 Febr. Der Leiter der Außenprop» ganda der bolschewistischen Sowjetregierung, Karl Radek, der sich seit dem Fehlschlagen des Spartakus-. putsches im Januar in Berlin verborgen gehalten hat, ist heute nachmittag in seinem Versteck, einer Hinterhauswohnung in Eharlottenburg, verhaftet und im Untersuchungsgefängnis in Moabit eingelie­fert worden. Mit ihm sind auch feine Sekretärin Lina Becker und feine Stenotypistin feftgenommen worden.

Ausstände in den Berliner Warenhäusern.

Berlin 12. Febr. (WTB.) Das Haus« und Botenpersonal der großen Berliner Warenhäuser ist heute morgen wegen Lohn- sorderungen in den A u s st a n d getreten.

Der Streik der Hausdiener in bei Warenhäusern Wertheim und Tietz delmtc sich auch auf die großen Spezialgeschäfte in der Leipzig« Straße aus. Da die Streikposten den taufmänni- schen Angestellten den E i n t r i 11 in die Geschäfts- Häuser verhindern, sind diese teilivere ge­schlossen. Zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung wurde die Leipziger Straße mit Militär besetzt. Das Warenhaus Wertheim auf der Leipzi­ger Straße hat seinen Betrieb vorläufig geschlossen.

Eine Schießerei in Hamburg.

Hamburg, 12. Febr. (DB.) Zu einer hef­tigen Schießerei kam eS am 11. Februar in der Großen Fr i'*eit m M ona. Tort sollte von meist halbwüchsigen Burschen ein Putsch auf die im Eirglischen Garten irrttrrgrt brachte Kompagnie deS Fnf.-RegtS. 31 ausgeführt werden, was nicht gelang. Die Angreifer wurden Mirüdg-rfcblagen. Hierauf zogen sie sich nach der Polizeiwaäre in St. Pauli zurück, wo ihnen das, Idbe Los zuteil wurde.

Hamburg, 12. Febr. (WTB.) Heute morgen inb 7600 Angestellte der Hochbahn und 5000 An- gestellte der Straßenbahn wegen Lohnstreittgkeiten u den Ausstand getreten. Der Verkehr ruht voll, tänbig.

Eine stürmische Sitzung des Münchener Arbeiterrates.

München, 11. Febr lWB.) In der heu»| tigm Abetchsitzung des Mürrchener Arbeiter', r a t e s, an der auf Einladung auch die Vern trauenÄeute der Erwerbstos<mniisfdyü se. die Ge»

Militarismus bei uns Trumpf sind, sondern daß die Deutschen sich zusam­menschließen wollen, um dem zu gründenden Weltfrieden Geltung und Dauer verleihen zu helfen.

Weimar, 12. Febr. (W. D.) 3n der National­versammlung ist folgende Interpellation Dr. Heinze und Genoffen eingebracht worben: Nach unwider­sprochenen Meldungen hat die deutsche Waffen- stillftandskommission mehrere für das deutsche Wirtschaftsleben entscheidende Fragen ohne recht­zeitige Befragung und ohne ausreichende Mitwirkung der zur Verfügung stehenden Sachverständigen Ab­machungen von größerer Tragweite und verhängnis­voller Einwirkung auf das deutsche Wirtschaftsleben getroffen, fo insbesondere bei der Auslieferung der deutschen Handelsflotte und bei den Ver­handlungen über die Kohlen» und Erzfrage. Ist die Reichsleitung bereit, der verfassunggebenden deut­schen Nationalversammlung unverzüglich eine Denk­schrift über die bisher von Seiten der Waffenstill- standskommifsion gepflogenen Verhandlungen und getroffenen Abmachungen vorzulegen und inzwischen Auskunft zu erteilen, ob sie die Verantwortung für die bisher getroffenen Abmachungen übernehme ober ob Vorkehrungen getroffen find, daß in Zukunft weitere Zugeständnisse in wesentlich wirtschaftlichen und finanziellen Fragen nicht ohne Hinzuziehung von Sachverständigen gemacht werden: ist die Reichsleitung ferner bereit, die Waffenstillstandskommission dem Aus­wärtigen Amt zu unterstellen?

Paris, 12. Febr. (WB.) Havas. Die Sonder- kommiffion zum Studium der Seb ngungen bes Waffenstillstandes trat gestern zusammen und ar­beitete einen Bericht aus, der morgen um 11 Uhr dem Obersten Kriegsrat vorgelegt wird. Außer dem Höchftkomman^ierenden der verbündeten Armeen wer­den morgen an der entscheidenden Sitzung die Feld- marschälle Petain und Hoig sowie die Generäle Pershing und D i a z teilnehmen Foch verläßt Paris am Abend des 13., wenn er sich bis dahin im Be- sitze des Textes für die (Erneuerung bes Waffenstill­standes befindet. Er wird diesen Text der deutschen Delegation mitteilen.

durchdringen, Daß solche Abkommen nicht wie­der geschlossen werden dürsten, daß es vor- Auziehen sei, die weiteren Auseinandersetzun­gen ilberhaupt abzubrechen und dem Feinoe es zu überlassen, was er dann tun wolle. Eine solche Stimmung ist schließlich auch durch wichtige Kundgebungen unserer obersten Re- gierungs ste.len kindurchgegangen. Ebert, der neue Reickf-spräsident, hat Kulturfreikeit, keine Bettelfreil^eit verlangt und es mehrfach deut­lich zurückaewicsen, daß das oeutfck)e Volk mit unwürdigen Verträgen, die Dem Geiste und Sinne unserer ursprünglichen Verhand- 3" en mit Wilson ganz und gar nicht mehr rrechen, sich selbst entmamw. Das deutsche , das in seiner gesamten Presse bis auf die lebten Tage sich voll Empörutm gegen die militaristischen Uebergriffe der WeMaa- ten gewendet hat, steht heute nicht mehr iso­liert da. Auch die Neutralen ernennen und verdammen dte brutale Willkür, Die sich be­sonders bei den ^Franzosen geltend macht. Wilson soll neuerdings den Franzosen ent­gegnet haben, der neue Geist, der jetzt Durch Deutschland gehe, sei eines größeren Ver­trauens würdig, und Die in Bern versammelte Internationale hat gegen Manck)es, was die (Steger" bisher unternommen haben, zum Beispiel in der Behandlung und Zurücklfal- tung der Gefangenen, lebhafte Einwendungen erhoben.

Jetzt haben wir wieder einigermaßen ge­ordnete Verhältnisse im Land, eine deutsche Volksvertretung, eine Regierung, die nach Recht, Gesetz und den großen Interessen des Volkes handelt. Wir dürfen uns schmählickien Bedingungen nicht mehr beugen. Solche An­träge sind bereits in der Nationalversamm lung eingereicht worden. Die breite Bevölke­rung, die nicht glauben darf, daß durch Die Wahlen ihre politischen Pflich.en erledigt seien, wird auch weiterhin auf gerufen, für die Le- bensinteressen der Deutschen wach zu bleiben Niemand denkt an Militarismus odct neuen

sind zuletzt auch auf das Haupt Erzbergers gefallen, der als Vorsitzender Der deutschen Äbordnung gegen fragwürdige ZugestänDnrsse tn der Lebensmittelversorgung die ganze Han­delsflotte und Ditale Deutsche Wirtschaftsinter­essen preiSaegebcn hat, übereilt und eigen­mächtig, ohne Sachkundige zuzuziehen. Im Kolke hörte man mehr und mehr die Ansicht

Line Beschwichtigungsre-e Lioy) ______ Georges.

London, 12. Frbr. iWB.) Reuter. Lloyd George sprach m einer Rede hn Unterhaus aus- füWich über die Unruhen inderArbeiter- schäft. Soioeit berechtigte Gründe zur Unruhe beständen, sei es die .Aufgabe der Regierung und des Untcrliauses, ihr bestes zu tun, um sie zu beseitigen und um jenen, die die Unruhe aus- beuteten, keine Handhabe zu geben. Er glaube nicht, daß Arbeitslosigkeit befürchret zu werden brauch^ ivemt nur rationell «nwirtschaftet wird, ba große Rückstände in der Arbeit vieler Groß­industrien bestanden. Aber die erste sehr wesent- lidK Bedingung für Beschäftigung sei die Ueber- jMigrung, daß Störungen Arbeitslosigkeit erzeugten und zwar erschwerte fortg-ieftte Ärbi itslosigkeit. Wenn die Produktions'v'ten zu l>och sind, laürix eine verhängnisvolle Arbeitslosigkeit eintreten. Tie Lage würde derjenigen in Rußland gleich werden, wo die Arbeiter anscheinend prächtig? Löhne er- hinten, wenn sie aber mit diesen Löhnen in einen Kaufladen gingen, herans'üirden, daß sie mit fünf Pfund nicht das kaufen könnten, was in England 18 Penre koste. Lloyd George llagte heftig über die eifrig:» Versuche, das Vertrauen der Arbeiter zu ihren Gewerkschaften zu untergraben. Dies habe eine Tisziplinlosigkeit erzeugt, die ein gemeinsames Verhandeln fast unmöglich ge­macht habe. Es könne für das industrielle Lebm dos Landes nichts Verhängnisvolleres geben, nur die Anarchie könne die Folge davon sein und das fei das Ziel und die Absicht der­jenigen .die diesen Zustand fördern. Die Regierung werde die vorgebrachten Forderun­gen sorgfältig prüfen und jeder berechtigten Klage abhelfen' aber wenn Forderungen vorgebracht trer- den, nicht etroa um angemessene Bedingungen zu erreichen, sondern mit der entgegengesetzten Absicht, die Entwicklung des Staates aufzuhalten, die be- steßende Ordnung zu stürzen, die Wi'-ii«mmg zu vernichten und sich nicht a is gerechte, Forde.un en, sondern auf Die rohe tfcaft, die baijuuei' stecke, zu verlassen, so erkläre er namens der Regierung feier» lichst, daß sie entschlossen sei, mit aller Kraft dagegen an»ukämpfen. Lloyd George ermahnte schließlich alle Tei.e, ernstlich die Wirkung der an den Staat gestellten Forderimgen zu erwägen und sagte:Wenn jeder Stand bereit ist, das notwendige Opfer für die Sickierheit der Industrie zu bringen, so könne er mit vollem Be­wußtsein erfiären, daß kein Teil des Staates, so prächtig er auch sei, die ganze Nation Mishalteni könne ober werde. Bis zum Frieden zwisck»en den $ä'lem werde die Unruhe ja fortdauern und die Industrie nicht zu ihren Friedensaufgaben zurück­kehren können.

Ein Ausschuß, in dem alle Großmächte ver­treten seien, werde demnächst einen Bericht über die Verantwortlichkeit derjenigen, die den Krieg be­gonnen hätten und der für die Kriegsgreuel Ver­antwortlichen vorlegen. Heber die dem Feinde auf» zuerl. gende Kriegsentschädigung berate ein Ausschuß mit drei Unterausschüssen. Er könne dem Harste versichern, daß keine Seite diese Frage bei den Beratungen übersehen werden würde. Auf bieFrage, ob der Friedensvertrag dem Hause zurGenehmigung oorgelegt werden würde, antwortete Lloyd George, daß verfaffungsmäßig einige Teile des Vertrages be­stimmt der Genehmigung des Hauses bedürften. Die Verhandlungen über den Völkerbund machten außerordentlich gute Fortschritte. Dieser Plan fände unerwartet viel Zustimmung, besonders bei den kleinen Völkern, die ohne den Schutz einer solchen Körper- chaft in Zukunft recht hilflos dastehen würden. Ihre und die großmächtigen Vertreter wären beinahe über alle Punkte einig. So könne man diesem Versuch mit berechtigter Hoffnung unter Zustimmung aller auf der Friedenskonferenz vertretenen Völker, der großen und der kleinen, machen. (Reuter).

Lloyd George über die Friedenskonferenz.

London, 12. Febr. (WTB.) Unterhaus. Bei der AdreßDebatte sprach Lord George über die Friedenskonferenz. Er sagte: Es sind viele schcoierige und heikle Fragen zu erörtern, aber bisher haben nrir bei un- erem Bestreben, zu einer Uebcreinstimmung zu kommen, in den meisten dieser Fragen Fortschritte gemacht, die die optimistischsten Erwartungen erfüllen, ja sogar übertreffen. Lord George sagte, er halte nichts von irgend- welck^er rsolierterr Erörterung in den Parla­menten der interessierten Länder; die Fragen würden vielmehr am besten von Den Ver­tretern dieser iJänDer gemeinsam erörtert.

Thronrede des ennlifdicn Ki'ugS.

übergeben worden:

Marschall Fach verlangte am 25. Januar den freien Durchzug her polnischen Truppen nach Grodno und darüber hinaus zur Abwehr des Bol- chewismus. Die Weigerung der deutschen Behör­den, die Besetzung jener Gebiete durch die Polen ;u gestatten, wurde als Beiveis dafür hingestellt, ) die deutsche Regierung dem Bolschewismus lei­nen Widerstand entgegensetzen wolle. Die deutsche Regierung wies darauf ihre -heu an, ei-.e Einigung mit d n Poien über deren Vor marsch 6er» -eizuführen. Es ist an Ort uiu cxelle ein eiü> preck)endes Abkommen formuliert worden, das ge- zcnwärtig der Regierung zur Prüfung vorliegt. Indem ine deutsche Regierung in solcher Gestalt den Wünschen der alliierten Mächte auf Zulassung des Vormarsches polnischer Truppen nach Grodiw und in das Gebiet östlich davon Rechnung trägt, ieht sie sich genötigt, auf folgendes hinzuweisen: Das Bekanntwerden der Zulassung des polnischen Vornlarsches hatte einen energischen Einspruch der Litauer und der W e i ß r u i f c n zur Fklge. Beide Teile verwahren sich gegen die Aus­lieferung nichtpolnischer Gebietsteile an Polst und mad)CTi geltend, daß die Zulassung der Polen ledig­lich eine brutale Vergewaltigung aller nichtpoln.i- schen Bewohner und weiter die Ausliefenmg der Gebiete an den Bolschewismus zur Folge haben iverDe. Tie deutsche Regierung antw-rteie IyÜT= auf, daß sie zu ihrer Maßnahme durch ben Druck der alliierten Mächte gezwungen sei, sie selbst fönnc ich. der Stichhaltigkeit des erhobenen Ein'pruckxs nicht verschließen. Die Regelung der politisck-en Gestaltung der ehemals russisck)en Gebiete ist der Friedenskonferery vorbehalteit. Die Zulassung pol- mjd)er Truppen im Gebiete, die Polen bisher nicht zugesprochen sind, bedeutet daher eine Maßnahme, Die den Beschlüssen der Friedenskonferenz oorzugreifen geeignet ist. Die deutsche Regierung hat, um sich nicht den Vorwurf eines solchen Dor­greifens auszusetzen, in dem Abkommen die aus- drückliche Bestimmung aufnehmen lasten, nach welcher sie durch die Iulastung der Truppen in das strittige Gebiet keineswegs zur Frage der endgültigen Zu­gehörigkeit dieses Gebiets Stellung nimmt Sie Dringt dies den alliierten Mächten hiermit zur Kennt- nis. Des weit ren ist darauf hinzuweisen, daß die

Neue hatte waffenstillflandsbedingungen?

Wenn wir die zahlreichen über die bevor- stehettde Ber.ätlaerung des Wasfcnsti.Islandes verbreiteten Nachrichten kurz zusammenfasscn, Jo ist fest^ustellen, daß Frankreich uns neue, harte Bedrnaungen auferlegen will, worunter auch die Bejetzuitg des Ruhrgebietes genannt lwird. lieber den ganzen Umfang der Anschläge Clsmeneeaus nnssen wir noch nichts. Sie gehen so weit, daß der Kriegsrat unserer Stegner einen Ausschuß eingesetzt hat, der die künftigen Fragen einer Prüfung unterziehen soll, und Wilsmrs Antrag, daß mehr als bis­cher Wirtschaftssachverständige gehört werden sollten, ist dabei berücksichtigt worden. Die frawösisck-e Regierung behmiptet, daß die deutsck>e militänfdjc Kraft noch ungebrochen wäre und Frankreich daraus sehr lercht säzon für eine nahe Zukunft Gefahren erwachsen könnten. Demgemäß hört man, daß auf An­trag Wiisorrs beim Abschluß des neuen Waf- fenstilkstandsvertrages von Deutschland Die Miieserung weiteren Kriegsmaterials ver­langt würde. Der deutschen Regierung ist be­reits von unseren Gegnern die Aufforderung vorgele^t worden, eine Bestatidsaufnahrne des in Deutschland noch vorrätigen und in den Fabriken fertigzustelle den Klli gsmat.rials bekann^ugeben. Die Verhandlungen wcroen einige Zeit in Anspruch nehmen, und der Tag steht noch nicht fest, wann die beider- |eiligen Abordnungen wieder Zusammen­treffen.

Seit Wochen ist das deutsche Volk in feiner großen Aufregung darüber, daß bisher ferne Erwartungen enttäuscht worden sind, oaß die Gegner mit ihrer Schraube ohne Ende uns bis aufs Aeußersbe auspowern wol­len. Wir hatten die Revolutionswirren, eine

i' werksckaftssührcr und die Parteiaussck>üsse, sowie der Vollzugsausschuß des Soldatenrales Icilnafa men, kam es bei ber Debatte über einen Antrag, des Mitgliedes deä revolutionären tlrbevenate^

Krieg. Aber zur Abwehr gegen die Feinde an der Ostgrenze bedürfen wir eines starken .tzretwilligenheeres, und dazu bienen die Auf rufe, die durch die Presse gehen. Mehr als dre Waffen müssen die Geiiter tun, und zwar die Geister außerhalb der engen Parteipfähle. Mit den Fragen, die wir hier erörtert haben, will sich am morgigen Freitag auch eine große Volksversammlung im Gießener Stadttheater beschäftigen, für die von Vertretern verschie denster Parteien eingeladen wird. Der Geist des Vertrauens, politisä)en Wollens, soll wie- I Wiberstanbskraft ber polnischen Truppen gegen bie ber ausgerichtet werden. Die Welt soll sehen, Bolschewisten infolge der großen Derbreiiung daß nicht Bolschewismus, auch nicht I bes Bolschewismus in ber polnischen Armee sehr