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a) Nach der amerikanischen Besetzrmgszonr. | di« Wagschale werfen Können. Heute reiße man sich e Zone umfaßt: 1. den OPD. Trier (ausge- nun um die Stimmen der Frauen, weil man auf deren

Diese Zone umfaßt: 1. den OPD. Trier (ausge nommcn Merzig, Birkenfeld, Oberstem und Gebiet südlich dieser Orte); 2. den linksrheinischen nörd-

Letzte Nachrichten.

NoSkc über die Maßregeln der Negierung.

_ ^Die Deutsche Demokratische Partei in Soffen verkennt die Bedeutung der Grürrde "nicht, die Sie in Ihrem gefälligen Schreiben vom 21. ds. Mts. tüt Ihren Vorschlag zur Verbindung der Wahllisten anführcn. Sie ist jedoch der Meinung, das; der angestrebtc Zweck durch die Verbindung der Listen aller nühtsozialdemokcatischcn Listen nicht erreicht wird, sondern daß vielmehr eine derartige Koalition viele linksstehende Wähler direkt ins Lager der Sozialdemokratie treiben würde. Eine Bindung mit den Listen ganz rechtsstel-cnder Parteien könnte jedenfalls nicht in Frage kommen. Der Parteioorstand ist dagegen bereit, wegen einer Verbindung mit Ihrem Wahlvorschlag in Verhandlungen einzutrcten. Allerdings ist hierzu die Zu stimmung des Hauptvorstandes der Deut­schen Demokratischen Partei in Berlin er­forderlich."

Die Lage in Düsseldorf.

.Düsseldorf, 12. Ian. (WTB > Ter Ar. berterrat har bis am iveitres alle öflentlichen -rstraßenkundgebungen. gleichviel \

machen sei - 3n der Debatte erklärte sich der Mehr­heitssozialist Mann im allgemeinen als mit den Un> - abhängigen einig gehend, nur vermisse er bei den Un- : abhängigen eine klare Scheidung gegenüber den Spar» takisten. - 3n ihrem Schlußwort glitt aber die Re- . ferentin über diesen Punkt mit der Bemerkung hin» weg, daß die Front der Unabhängigen nicht nach links, sondern nur nach rechts gerichtet sei.

** Die Deutsche dem akratische Partei hält Dienstag den 14. Januar 1919, abends 8 Uhr, im Fürstenhof" eine öffentliche Versammlung ab.

** Die deutsche Dolkspartei t eine öf­fentliche Versammlung der wahlberechtigten Jugend Gießens am Mittwoch den 15. Januar, 8 Uhr, im Fürstenhof ab.

* Matthäus-Frauen-Derein. Wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich, findet heute abend ein Vortrag von Frau Prof Kahle überDie Wahl­pflicht der Frau" im Markussaal statt.

Landkreis Gießen.

Ot, Hungen, 11. Ian. Bei einer gestern im hiesigen Jagdrevier abgehaltenen Treibjagd, an der sich etwa 20 Jäger und etwa 8 Treiber beteiligten, wurden 50 Hasen zur Strecke gebracht. Bei früher abgehaltenen Treibjagden war das Resultat ein weit geringeres.

*' Londorf (£).), 10. Jan. Am vergangenen Sonntag wurde der Bri-fttäger Konrad Höchst hier zur letzten Ruhe getragen. Höchst, der sich allgemei­ner Beliebtheit im ganzen Lumdatal erfreute, fuhr in früheren Jahren die Personen-Post Gießen-Lon darf-Grünberg und war zuletzt Briefträger in Lon­dorf. Am Grabe gedachte Pfarrer Hofmann und Postamtsvorsteher Bergmann seiner in ehrender Weise.

Kreis Schotten.

8k. Schotten, 11. Jan. KreisdirektorDr.Merck, der seit September 1915 als Kreischef bei der Deut- chen Iivilverwaltung in Polen beschädigt war, er­hielt nach seiner Rückkehr, obwohl aus seinem bis­herigen Dienstverhältnis vom Reich noch nicht ent- lassen, durch das Ministerium des 3nnern in Darm­stadt den Auftrag, die Abänderung der heff. Der- waltungsgesetze (Kreis-, Städte- und Landgemeinde- ordnung usw.) nach den Gesichtspunkten oorzuberei- ten, die sich aus den Anttägen der Parteien bei der letzten Tagung der Zweiten Kammer besonders be­züglich der Wahlen ergeben. (Er wird deshalb zu- nächst hiermit und mit Aufstellung der entsprechenden Gesetzentwürfe beschäftigt sein, wobei er wenigstens ürs erste feinen Wohnsitz in Schotten beibehalten kann. Mit Führung der Geschäfte des Kreisamts Schotten blieb deshalb Kreisdirektor Muhl weiter als Vertreter beauftragt.

Kreis Wetzlar.

= Wetzlar, 12. Ian. Auf dem hiesigen Bahn- Hof wurde ein gefährlicher Diebstahl ansgeführt, in­dem eine Kiste mit zahlreichen Flaschen Morphium gestohlen wurde. Feststellungen zufolge gelangten auch Kinder in den Besitz solcher Flaschen.

Hochschrrlnachrichten.

hl. Marburg, 13. Ian. Am schwarzen Brett der Universität sind seit heute zwei Anschläge ange- heftet, von denen der eine auf die Schwierigkeiten hinweist, denen die Regierung Ebert-Scheidemann ausgesetzt ist, während der andere zur Bildung eines Freiwilligen-Bataillons auffordert, welches hier in der Heimat Verwendung finden soll zur Siche­rung der Wahlen zur Nationalversammlung und ernerhin zur Unterdrückung bolschewistischer Unruhen. Es wird ausdrücklich betont, daß das Freiwilligen-Bataillon keinen reaktionären Besttebun« gen dienen soll.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik tehenden Artikel übernimmt die Rrt>aktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Nächtliche Nuhcstöruug.

Die Anwohner der oberen Kaiserallee werden fast täglich in den frühen Morgenstunden von vom Tanz- boden heimkehrenden Soldaten und Mädchen durch lautes Singen und Iolen auf der Strafte belästigt.

Hoffentlich gelingt es den Sicherheitsorganen der Stadt (Rieften recht bald, diesem groben Unfug wirk- am entgegenzutreten, so daft auch in der Kaiserallee der friedliche Bürger nach den überstandenen Stra- vazen des Krieges seine wohlverdiente Nachtruhe inden kann.

in Luxemburg

B rüssel, 11. Januar. "WTB.) Reuter intb Aavas melden vom 9. Januar: 3n Lurembura m StoatJfhtiiö erfölflt. Der Führers libe­ralen Partei, Brasseur, brachte bei Beginn ter Kvmmersttzung eine Tagesordnung ein, in bei e vlbietzung der Dynastie beantragt wurde Ter Füb- <T der sozialistischen Partei, Marck, schloß sich nter dem Betfall der Tribünen dem 9lntrag an.

Urgttfhrete, roiftreni» sich bie sozial- demokratischen Arbetterabgeordneten, die allgemein Tl Jhmmen' Jiti passiv verhielten,

x^er Bra.tdent hob unter Hrnweis auf die lärmen- ben flunbsebungen des Publikums die Sitzung auf. jährend bie Rnhte den Saal verließ, dauerten lärmenden Kundgebungen fort. Die Linke Kpritt darauf zur^Abstimmung und erklärte ein» Ihmmig mit 30 Stimmen die Dynastie für «bge, etzt Für die Erckchtung einer Republik Itimmtcn L6, dagegen 14 Abgeordnete. Daraus mürbe ein Wohlfahrtsausschuß, bestehend aus vier Sozialisten und vier Liberalen, gewählt. Die Pro- klamterung der Republik mit Stimmen von .»- Stimmen, die die Kammer zählt, wird ironisch tommenhert. Zwei Kompagnien französischer Svl- paten sind zur Aufrechterhaltung der Ordnuna l^rangezogen. Die G r o ß h e r z o g i n hält sich in Äucmburg auf. Man erwartet, daß die k'tholische Vartei, die be,anders auf dem flachen Lande viel Anhänger hat, am 12. Sattuar für die Groß- cven, Herzogin eine Loyalttatskundgebmi« veranstalt»' rtm I toilL

Berit n, 12. Ian. Der Demokratische Verein des Berliner Vorortes Strablau zog am heutigen Sonntag vor die Reichskanzlei und lieft durch einen Redner der Regierung für ihr tatkräftiges Ein- metfen danken. Stürmisch begrüßt erschien der Volksbeauftragte Noske am Fenster und führte ans:

Im Namen der Regienmg danke ich, daß Sie hierher gekommen sind, um den Fronttrnv- pen und uns Dank zu sagen für das, was wir Kun mußten. Glauben Sie mir, es ist mir alt etxrfommanbantcn nicht leicht geworden, die Truppen in die Straßen Berlins zu fuhren. Waren du Soldaten doch gesammelt worden, um üad) dem bedrohten Osten abzugehen. Aber der Unfug, der sich in den Straßen Berlins breit» ewmaebt hat, zwang uns zu unserem Vorgehen.

ist nicht möglich, an der Grenze Ordnung zu rm Innern des Reiches (fferoalt Dor Recht geht, ^-.ch gebe ihnen die feste Bersiche- rting. daß ,chon in den nächsten Tagen in Berlin otc Ruhe und Ordnung herrschen wird, die wir in Berlin gewohnt und unb ohne die ein geordnetes Staatswesen nicht bestehen kann. Ich werde bann ben allergrößten Teil der Truppen aus Berlin entfernen und sie ihrer ursprünglichen Aufgabe ^führen. Allerdings werde ich in Berlin die .rurückhalten, die erforderlich und. Ed« Wahlen zur Nationalversammlung ortmungsgemäß durchs fuhren. Seien Si- Der nebert bie Retchsregiemng hat fernen Augenblick Dergeffen, was sie den deutschen Brüdern und dem deutschen Lande im Olten schuldig ist. Sic hat blcfU^r nnd dauernd vor pol-

5^5 2>lllkur zu schützen. Das deutsche Land und die deutickten Brüder im Osten dürfen die im 0^

flri,na °i"° »Md-

** Personalnachrichten. 3n den Ruhestand verseht wurden auf ihr Nachsuchen: Arn 4. De-ernber 1918 der Oberbahnassistent Philipp Beisiegcl zu Worms; am 14. Dezember 1918 der Oberbahnassistent Friedrich Appel zu Fulda, der Werkführer Heinrich lleberle zu Mainz, der Lokomotivführer Georg Helfmann zu Darmstadt und der Lademeister Phi­lipp Friedrich Michel zu Mainz, sämtlich in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft, vom 1. Ja­nuar 1919 an. Durch Entschließung des Mini- teriums für das Bildungswesen wurde Dr. Ernst Berl zu Wien vom 1. April 1919 an zum ordent­lichen Professor für Chemische Technologie und Elektro- chemie an der Technischen Hochschule zu Darmstadt ernannt.

**ArbeiterverkehrGießen-Grün- berg und Gießen- Huu gen. Auf die unter tzem 8. Dezember v. I. vom Arbeiter- und Sol­datenrat an die Eisenbahndirektion gerichtete Ein­gabe um Abänderung der Besördermigszeiten für die dem Arbeiterverkehr dienenden Züge der Strecken GießenGrünberg und GießenHungen teilt, wie uns vom Arbeiter- und Soldatenrat be­ruhtet wird, die Eisenbahnbirektion mit, daß vom 13. Januar ab Aenderungen eintreten, die den Wünschen entsprechen. Auf den Bahnhöfen ist hier­über nähere Auskunft zu erhalten.

** Auflösung des Gefangenenlagers. Das Gefangenenlager, in dem noch zirka 150 Russen mit Reinigungsarbeiten beschäftigt sind, gilt als aufgelöst. Es wird als Ouarantänelager für 4000 aus der Ge- angenschaft ab Mitte Februar zurückkommende deut­sche Unteroffiziere und Mannschaften eingerichtet. Diese werden je etwa 14 Tage im Lager bleiben und dann ihren Ersatztruppenteilen zur Entlastung überwiesen. Das Kriegsgefangenenlazarett wird für alliierte Kranke und Verwundete noch einige Zeit bestehen bleiben.

** Schwere Diebstähle. In der Nacht zum 11. Januar 1919 wurden, wie das Pottzeiamt mitteilt, gestohlen: I. Aus einem Lager 5 Z e n t n e r Margarine in zehn Kisten ä 25 Kilogramm verpackt im Wert von 1000 Mk. II. Am 11. Januar aus einem Hause eine ziemlich schwere Geld­kassette mit Inhalt. Die Kassette ist außen braun mit einem gelben Strich und innen rot gestrichen. Sie enthält: 1. 5000 Mk. in Kriegsanleihe in Stucken zu 2000 uno 1000 Mr. nebst Zinsscheinen: 2. etwa 200Mk. in Silber- und Nickelgeld und 130 Mk. in Pa­uer: 3. etwa für 300 Mk. Sammelmünzen, )arunter Jubiläumsmünzen von Kaiser Wil­helm II., Großherzog Ernst Ludwig und Phi- ipp dem Großmütigen, außerdem Taler, wie jer blinde König von Sachsen, Mansfelder Vergbautaler, Sieges-, Krünungs-, Frankfur­ter und Kurhessische Taler, Kaiser-Friedrich- Zweimarkstück, 1 goldenes Fünsmarkstück in einem kleinen metallenen silberhellen Täsch­chen mit Kettck>en: 4. drei Sparbücher der Bank für Handel und Industrie in Gießen: 5. ein Sparbuch der Altersgenossen von 1857: 6 Pachtverträge und Jnvcntarauftiahmen mit der Brauerei Jhring-Lich, Impfscheine und onstige Papiere. III. In letzter Zeit ein 24 Meter langer grauer Gummi- Ichl auch nut Messingverschraubungen. Sach- dicnückie Mitteilungen nimmt die Kriminal­abteilung entgegen.

- nu ngen zur Verfügung gestellt werden.

Düsseldorf, 12 .Jan. (WTB.) Ober. : bürgermeister Dr. Oehler erklärt bieMel- : düng der Agence Havas, wonach der Polizeipräsi- dent (Beirat) und der Bürgermeister von Tüssel- dorf sich in den Sckmv der belgischen Be- satzung begeben bäten und dort die Besetzung der Stadt Düsseldorf beantragt hätten, für un- t wahr. Er habe den von ben Belgiern besetzten 1 Stadtteil lediglich ausgesucht, um der von dem Spartakusbund an gebrüht en Festnahme als G^eid Zu entgehen, da im besetzten Gebiete die Gewähr 1 für die persönliche Sickurl-eit no-1) -'t'tjtr.v fd; das- 1 selbe habe einen Tag später der Polizeibczernenli getan. Es hätten hierüber mit der belgifdxn Be­hörden keine Verhandlungen [tätige u.iben, noch sei bei diesen der Antrag auf Besetzung der Stadt Düsseldorf gestellt worden. Rick, ig sei nur, daß die belgischen Behörden über die revolutionären Vorgänge in dem neutralen Gebiet Bericht ver­langt hätten und durch bie Tageszeitungen genau über alle Einzell-eiten unterrich.ck gewen seien.

Düsseldorf, 12. Jan. (WTB. Gestern nachmittag 3 Uhr ist bie g e[a m t e $ o ft b e a in > tenfcbait in ben Ausstand getreten. In­folgedessen ruhte der gesamte Post-, Telegraphen- und Fernswechverkehr. Wie wir erfahren, soll der Streik als Protest gevn baj V rre en e? S rar, taknsbunbes beschlossen w r.en sein. Nnch- bem dieser die Erklärung abgegeben hat e. baß er die Waift-n abliefern und die Polizei ivieder ein» setzen und bewaffnen werbe, ist heute früh der Verkehr wieder aufgenommen worden.

Berlin, 11. Jan. Don unterrichteter Seite wird uns mitgeteilt: 3n Düffeldorf haben Spartakus- anhänger bürgerliche Demonstranten überfallen und zerstteut. Hierauf sind englische Truppen und Panzerautos erschienen und haben die Ordnung wiederhergestellt. Düsseldorf ist von den (Eng ländern besetzt.

Wahlergebnis

zur bayerischen Nawna Versammlung.

München, 13. Jan. (WTB.) Nach ben bis heute vormittag 9 Uhr vorliegenden wenigen Teil- refnltaten ber gestrigen Wahl zur bayerischen Na­tionalversammlung wurden bis jetzt an Stimmen abgegeben: Bayr. Bolkspartei 262 891, Teittscke Volkspartei 196 883, Sozialdemokratische Partei 312 011, Mittelstandspartei 1324, Unabhängige 31241, Bauernbund 81 526.

München (Stadt): Deutsche Volkspartei 56 827, Bayerische Volkspartei 73 995, Sozial­demokratische Partei 136 860, Unabhängige 15 121.

Münch en (Land): Deutsche Volkepartei 3053, Bayerische Volkspartei 7228, Sozialdemo­kratische Partei 13 953, Unabhängige 324.

Regensburg: Bayr. Volkspartei 14 303 Deutick>e Volkspartei 3875, Sozialdemokraten 9372, Unabhängige 183, Bauernbund 26, Mittelpartei 96, Bund der Unteroffiziere 225

Würzburg (Stadt): Bayerische Volkspartei 17 762, Sozialdemokraten 14 875, Deutsche Volks- Partei 10 886, Unabhängige 182.

Au gsburg: Deutsche Bolkspartei 15 671, Bayerische Volkspartei 22 900, Sozialdemokraten 34 250, Unabhängige 425. Einige Bezirke fehlen noch.

Nürnberg: Deutsche Bolkspartei 56 080, Sozialdemokraten 96 516, Bayerische Vollspartei 24 701, Unabhängige 10 409.

Die Ablieferung der dcntschen Flotte.

London, 11. Jan. (WTB.) Reuter er­fährt, daß das neue deutsche Schlachtschiff Baden", dessen Uebergabe von der Admirali­tät an Stelle des noch nicht fertige [teilten Mackensen" gefordert wurde, ordnungs­mäßig abgenommen, in Scapa Flow zur Ab­lieferung gelangt ist. Die alliierte Kom- Mission, welche die deutschen Häfen besüchtigt hat, teilt mit, daß die de u t s ch e D e m o b il- nachung zur See in zufriedenstellender Weise fortschreitet, obgleich die Lage ooller Schwierigkeiten ist. Die Art und Weise, wie die deutschen Kriegsschiffe von ihren Bcsatzun gen seit dem Ausstand der Flotte vernach- ässigt iinb, ivürbc allein genügt haben, um die in Deutschland verbliebenen Schiffe in hv-- )em Maße unbrauchbar zu machen. Die Ztom- miftivn hat sie aber noch mehr kampsunsähig gemacht, indem sie die Fortsck-affung der Ge­schütze, Munition und anderen Zubehörs for­derte, die unter Kontwlle der Alliierten in untergebracht wurden. In Kiel, Wilhelmshaven und den arideren großen Dafen ist die Demobilmachung praktisch be- mdet. Von 170 unvollendeten Unterseebooten, ne m Deutschland gefunden wurden, bestand rer Rumpf nur aus einem Gerippe. Von 60 n fertiggestelltem Zustande angetroffenen Untenecbooten verlassen 16 Deutschland am 12. Januar, um der britischen Marine über- geben zu werden.

Die Pwklmniernng der Republik

welcher Seite sie ausgehen, verboten. Der Vollzugsausschuß ordnete an, daß die Hotels am Hauptbahn Hof, gtoixtl, Bristol, Bahn Hof: h^:el svn4e Brcitcnbacher Hof, aus denen angebii-l) geschoßen worben fein soll, geschloßen und in Anbetracht der schlechten Wohnungc ve. hälttnsse für K l e i n w o h -

lieben Teil des Bezirks Colüenz bis zur Linie Bop­pard, Simmern, Buchenbeueren einschl. Brücken­kopfgebiet von Coblenz. Zugelassen: Verschlos­sene Briefe in dringenden persönlichen und in allen Geschäfts-, Geld- und VerwaltungSangelegen- heitcn, Zeitungen, Drucksachen, Postanweisungen und Wertbriefe.

b) Nach der französischen Zone, ausgenommen Maß-Lothringen. Sie umfaßt alle besetzten dcut- .Äh2n Gebiete südlich der amerikanischen Zone, ferner das Brückenkopsgebiet von Main? und vom Brückenkopfgebiet Coblenz den Kreis St. Goars­hausen unb Unterlahnkreis. Zugelassen: Pakete mit Lebensrnitteln ohne anderen Inhalt und ohne schriftliche Mitteilungen.

o) Nach der Rheinpfalz sind wieder zugelassen auch Wert- und gewöhnliche Pakete.

**2Ius bcmStabttfteaterbureau. Nochmals ei auch an biefer Stelle darauf hingewiesen, baft bie heutige Aufführung vonDer Kaufmann von Venedig- aufter Abonnement und zu Dolkspreisen tatlfindet. - Da in letzter Seit verschiedene Dieb- tähle an Garderobegegenständen der Zuschauer tattgefunben haben, wird von jetzt ab eine beson­dere Kontrolle durch geschulte Organe in den Um­gängen ausgeübt werden.

** Don der Deutschen Demokratischen ')artei aus fand am Donnerstag im Fürstenhof eine Versammlung statt, zu der sie bie Untereftiziere mit ihren Angehörigen emgelaben hatte. Der Dor- itzenbe, Herr Profeffor Michel, begrüftte bie sehr zahlreich besuchte Versammlung, worauf der erste Redner, Herr Lehrer Fischer, die Ursachen des Zusammenbruchs unserer Front schilderte. Unser Heer sei ben Folgen einer elenden Politik erlegen Darauf entwickelte er in großen Zügen das Pro- gramm ber Demokratischen Partei, bereu nationale Aufgaben er befonbers hervorhob. Der zweite Reb- ner, Herr Lizentiat Herpel, gab in großen Umrissen eine Geschichte des liberalen Gedankens, der es sich zum Ziel setzte, aus den Untertanen Staatsbürger Zu machen. Hierauf legte er eingehend dar, in welcher Weise die Wehrkraft des neuen Deutschlands in Form einer auf demokratischen Prinzipien beruhenden Heeres- Verfassung, etwa im Sinne ber Schweizer Miliz aus- gestaltet werden müsse. Zuletzt besprach Herr Sanitäts- rat Dr. Honigmann die Stellung der demokratischen zu den rechts unb links von ihr stehenden Parteien Die Ausführungen der Redner fanden allgemeine Zu^ Hmmung unb großen Beifall. Einwendungen erhob vom sozialdemokratischen Standpunkte Herr Stephan worauf Herr Herpel und der Vorsitzende ant-' warteten.

3n der von der hiesigen Unabhängigen ozialdemokratischen Partei zu gestern nachmit­tag nach bemFürstenhof- einberufenen Frauenver- ammlung, die übrigens zum weit überwiegenden Teile von Männern besucht war, sprach Frau Schulze- Frank­furt überdie bevorstehenden Wahlen und die Frau- Sie führte u. a. aus, daft die bürgerlichen Parteien bisher bie Frau als politisch unreif unb mit den Odioten" gleichstehend behandelt hätten Aber Zweifel- los wäre man an jenem 4. August 1914 nicht so leichten Herzens in den Krieg eingetreten, wenn damals die .trauen schon das Gewicht ihrer Stimmen hatten in

3ndifferentismus spekuliere. Aber bei der Wahl sollten die Frauen daran denken, wer die Schuld an unserem jetzigen Unglück trage, sür das übrigens auch die Mehrheits - Sozialdemokratie mitverantwortlich zu

Trotzdem wurde, so schreibt uns die Deutsche Bolkspartei, von uns noch einmal am Freitag den 3. Januar eine Besprechung der Vorstände der bürgerlichen Partcttn vcr anlaßt, um, wenn möglich, in mündlicher Rücksprache die demokratische Partei zu einer anderen Haltung zu bringen. Aber auch in Lieser Rücksprache verharrtedieDemo- Tratte auf ihrer ablehnenden Hal­tung.

Die Deutsche Dolkspartei (ftüher National- kiberale Partei) hielt, wie sie uns schreibt, in ben letzten Tagen an einer großen Anzahl von Orten Wählerversarnrnlungen ab, bie alle sehr gut be­sucht waren. Die Ausführungen ber einzelnen Redner fanden besonders in den Hauptfragen, die im Mittel­punkt des jetzigen Wahlkampfes stehen, ber Stellung feer Partei in nationaler Hinsicht unb zur Frage ber Trennung von Staat unb Kirche Zustim­mung unb Anerkennung. Don ben allgemeinen Fragen erregten befonbers bie über bas Wesen ber Verhält­niswahl und die Parteien, die in den Wahlkampf Ziehen, großes Interesse. So war es fast nirgends bekannt, baft bie beutsch-nationale Volkspartei mit ber hessischen Dolkspartei eine ganz anbere ist, als die deutsche Volkspartei, baft bie beutsch- nationale Volkspartei im Reich ebenso wie bie hessische Vo kspartei bie bisherigen Konservativen unb Antisemiten umfaftt, während die deutsche Dolkspartei aus der bisherigen nationalliberalen Partei hervor­gegangen ist. Auch über die Ansicht vieler Frauen auf dem Land, sie brauchten nicht zu wählen, bas sei Sache ber Manner, würbe lebhaft Klage geführt.

Aus Stadt unö Land.

G ießen, den 13.Januar 1919.

Gültige Lebensmittelmarken

für die 3. Woche vom 13.-19. Januar 1919. Drot: 2250 Gramm Brot oder 1680 Gramm Mehl.

Brot pro Klg........45 <pr

Weizenbrotmehl pro Klg.....56

Krankenbrot pro Klg.......64

Krankenbrotbäcker: S. Katz, Neustadt, W. Hoel-

ters, Frankfurter Str, A. Deibel, Neuenweg Margarine: 40 Gramm zu 27 Pf.

Fleisch: Wochenabschnitt 3.

Metzger für Fremde: Aulmann, Marktstr.

Metzger für Urlauber: Allendorf, Bleichstr. Kartoffeln: Anteil 7 Pfund zum Preise von 56 Pf. Nährmittel: Marke 1 Januar 1919.

Die Nährmittel für Januar sind eingetroffen.

Nähere Bekanntmachung über die Ausgabe erfolgt noch.

Zugezogene: Geisse, Seltersroeg 2.

Urlauber: Gans, Dammstr.

Zucker: Marke 1 Januar 1919.

Der Zucker für Januar ist noch nicht eingetroffen.

Nähere Bekanntmachung erfolgt noch.

Zugezogene: Schlierbach, Frankfurter Strafte Urlauber: Klingelmeyer, Ludwigstr. 56.

Seife: Marken für Januar 1919.

Anteil 125 Gramm KA.-Seifenpulver zu 15 Pf. und 50 Gramm KA.-Seife zu 20 Pf.

(Bemüfe: Stadt. Obst- u. Gemüseverkaufsstelle, Turm­haus am Brand.

Weißkraut, Kohlraben, Rote und Gelbe Rüben zu den Tagespreisen.

* Freibank. Dienstag, 14. Januar 1919, wer­den von 12-4 Uhr die Nm. 700 - 800 beliefert.

Qnarantänclagcr in Gießen.

Die Rückkehr unserer Kriegsgefangenen bei den (Ententelänbern wird im Monat Februar einsetzen Zu diesem Zwecke werben im Korpsbezirk an Qua­rantänelagern eingerichtet: a) (Bieften; b) Weil- bürg; Offizierlager.

An Offizieren werben bazu benötigt: 2 Ober­leutnants ober Leutnants als Adjutanten; 4 Ober. Leutnants oder Leutnants als Gerichtsoffiziere; 12 bis 15 Hauptleute ober Rittmeister als Komp.-Führer- 45 bis 50 Oberleutnants ober Leutnants als ßompJ Offiziere; 1 Oberstabsarzt als Regimentsarzt; 12 Ober. ob«r Assistenzärzte; 1 Zahlmeister; 2 Unterzahlmeister; 1 ev. Geistlicher; 1 kath. Geistlicher.

Die Tätigkeit wirb sich auf etwa drei Monate erstrecken. Offiziere des Beurlaubtenstandes, die ar- beitsfreubig sowie körperlich leistungsfähig sinb - auch Kriegsbeschädigte, die sich hierbei betätigen wollen - können entsprechende Gesuche unter kurzer Angabe ihrer Zioilstellung, Wohnortes, Dezirkskom- mandos, ihrer militärischen Laufbahn vor unb wäh- renb bes Krieges an das Generalkommando, Bad- Nauheim, richten.

Sie müssen sich für die ganze Dauer verpflichten. EnLaffuiigen finden nur in dringenden Fällen statt ober wenn der Betreffende nach Ansicht der vorge- ätzten Dienststelle ungeeignet ist. Das Generalkom­mando spricht diese Entlassung aus.

Die Gebührnisse richten sich nach den Seftimmun- . gen der Friebensbesoldungsvorschrift.

Dad-Nauheim, den. Januar 1919.

Das Generalkommando und ber Soldatenrat beim ! 18. Armeekorps.

Poftverlehr mit dem besetzten Gebiet.

. Seit gestern besteht eine einmalig tägliche Bnefl>cutclbeförbcnnig zwischen F-rankmrt a M und Mainz Es sind zugelassen nach Rheinhessett und Brückenkopfgebiet von Mainz gervöbnliche und erngrschriel'ene verschlossene Bnefsendungen einsckü. Postkarten, Drucksackten und '-T&tmwrobcn in Angelegenheiten des Handels, der Znbustrte, bc-< I Geldverkehrs und der Vermalrmig Dienstbriefe' Verboten sind alle anderen Sendungen, ins- : besondere Privatbrief e und Zeitungen. Im weiteren sind noch folgende Erleichterungen für den Verkehr aus dem unbesetzten Deutschland und) be­setzten Gebieten cingttreten.