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Montag, sZ. Januar sysy
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General-Anzeiger für Oderhessen
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Der woffensieg der Grdmmg in der Keichshauptstadt.
Nach tagelangen Kämpfen ist es den Regierungstruppen gelungen, die Spartakisten- Nester in Berlin zu stürmen und auszunch- Ttten. Das war keine leichte Arbeit, wenn man die Gebäude schonen und möglichst wenig Materialschaden anrichten wollte. Die Barrikadenkämpfe aus dem Jahr 1848 haben sich nicht wiederholt, und eine halbamtliche Notiz inendet sich mit Abscheu gegen die Taktik der Aufrührer, die zu ihrem Schutz Frauen und Kinder vor sich hertreiben. Im Reiche wird man es überall froh begrüßen, daß der Kamp^ wirklich siegreich durchgefochten worden ist. Aber die Frage: „Was nun?" macht uns doch noch schwer zu schaffen. Besonders wenn man bedenkt, daß ein großer Teil der eingefangenen Spartakisten zwar die Waffen strecken mußte, dann aber merkwürdigerweise straffrei auf freien Fuß gesetzt wurde. Wir meinen, daß hier die Regierungsfaust doch fester zupackcn müßte. Mit einem halben Erfolg dürfte man sich nicht begnügen. Ledebour soll verhaftet sein, noch aber belvegen sich Liebknecht, Rosa Luxemburg und die übrigen Häupter der aufgewiegelten Massen frei umher. Das nächste Ziel muß sein, sie in Nummer Sicher zu bringen und sie vor Gericht zu stellen. Mit Gegenrevolutionären von der Rechten würde man vermutlich kurzen Prozeß machen. Die Sicherung der Wahlen für die Nationalversammlung und überhaupt die ganze nächste Zeit erfordern es, daß die Elemente des Aufruhrs fortan auf das Schärfste unterdrückt werden.
Wie die Gesamtheit des Volkes all diese Dinge beurteilt, hat sich auch wieder bei den Wahlen in Württemberg gezeigt. Die Sozialdemokraten und Unabhängigen haben zusammen 56 Mandate erlangt, genau so viel wie die bürgerlichen Gruppen, wenn man die 38 Sitze der Demokraten nicht mitrechnet, die es also in der Hand haben, eine Mehrheit zu bilden. Auch in Württemberg erlitt die Partei der Unabhängigen eine eklatante Niederlage: mit vier Sitzen sind sie so gut wie bedeutungslos.
Berlin, 12. Jan. (WTB.) Tie Erfolge der Regierlmgstrupven, die gestern mit aller Energie (gegen den Vorwärts vorgingen und schließlich auch turn Ahnten, haben die übrigen Quartiere der Spartakisten schnell in die Hände der Regi-rtmg gebracht. lAlle Zeitungsgebände und das WTB. sind frei, gmd man geht allenthalben daran, den Betrieb wieder aufzunehmen. Noch gestern nachmittag haben die S v a r t a k u s l e u t e in der Prenzlauer Allee den Bützow-Berg geräumt, wo Eichhorn und Liebknecht ab imb zu weilten und ein Wcrbeburecm eingerichtet hatten. Auf das Ge- rjücht, daß der Berg um 6 Uhr gestürmt werden sollte, verließen die Spartakusleute um 5 Uhr so srmanffällig wie möglich ihre Festung und zoaen — etwa 2000 Mann mit 800 Gewehren, 9 Maschinengewehren und einer großen Menge Mimition — wieder zum Polizeipräsidium zurück. .Dieses wurde morgens 8 Uhr nach kräftiger Beschießung genommen. Besonders die Front nach der Waiserstraße hat stark gelitten. Ebenso die nach dem Kkteranderplad zu gelegenen Räume., Das Stockwerk, wo Eichhorn residierte, hat einige Treffer erhalten. Als man in das tzstbäude eindrang, waren die Spartakusleute verschwunden. Sie batten durch die Fenster nach der Straßenbahnseite zu das Weite gesucht. Nur acht Mann konnten festge- -nommeit werden. — Der Schlesis che Bahnhof ist ebenfalls frei. Die dort noch verbliebene Besatzung ist abgezogen.
Augenblicklich herrscht Ruhe. Während gestern Inoch die Gewehre knallten imb die Maschinengewehre ihr unheimliches Tack-Tack ertönen ließen sund groNender Geschützdonner die Luft erfüllte, riefen die Parteien ihre Anhänger zu .zahlreichen Sonntagsversammlungen auf. In fünfzehn großen Lokalen hielt die Deutsche demokratische Partei schon^um 10 Uhr vormittags eine Heerschau ab. Auf der Tagesordnimg stand das Thema: „Auf zur Wahl am 19. Januar!" Kandidaten zur Nationalversammlung und andere Parteiführer waren Redner, die alle für die Liste Friedrich Nart- lmann eintraten. Große Kundgebungen veranstaltete auch die Deutsch-nationale Volks- vartei um 11 Uhr im Zirkus Busch und um ß Uhr nachmittags in der Philharmonie. Die Uni- versitäts-Prpse'soren v. Wilamowitz-Möllendorff, Dr. Hötzsch, Geheimrat Dr. Roethe, Dvmprediger Dr. Toehring und mehrere Landtagsabgeordneta erhoben flammenden Protest gegen den Raub rm- ferer heiligsten Güter: Vaterland, Religion, Kultur •imb Zubrnft seien in Gefahr. Die Mehrheitssozialdemokraten hatten auf abends 20 Versammlungen und 12 zu Mittag einbernfen, in denen Ebert, Scheidemann, Landsberg und eine große Zahl führender Männer dieser Partei sprachen, lieber ah' in der Stadt sind große Plakate mit weithin leuchtender Parole: „Um die Freiheit!" sichtbar. Nach Schluß der Dersammlimgen bewegten sich die Züge durch die mit einem grauen Schmutz über- kogen-m Straßen der Stadt, über der leichter Nebel lagerte.
Berlin, 12. Jan. IWTB.) Tie amtticbe MeUring über die Rückeroberung des Wnftfschen Telearap''.en-Bur''aus bat nachstehenden Wortlaut: Soeben ist das WTB. vom Staßtrupv Bachmann genommen worden^ Erobert sind drei Lastautos,
20 bis 30 Maschinengewehre. Zirka 65 Mann haben die Waffen gestreckt imb sind geflüchtet. Sämtliche Munition und sonstige Gerätsckmften sind in unserer Hand.
Berlin, 12. Jan. (WTB.) Es bestätigt sich, daß gestern 10 regierungstreue Matrosen in der Wilhelm- und Besseistraße ohne reden Grund von Spartakisten erschossen iiiorbcn sind. — Bei einer verhafteten Russin sind 16 500 Mark vorgefunden worden. Spartakusleuten wurde Munilion mit russischer Anschrift abgen-ommen. — Bei der gegangenen Besatzung des Ullstnu-Hauses wurden Listen vorgesunden, die die Namen solcher Persone'i enthielten, die von Spartaknsleuten bereits erschossen worden sind bzw. nod) erschossen werden sollten.
B.e r l i n, 12. Jan. (WTB. > Im Polizeipräsidium haben die Spartakusleute bei dem letzten Kampf 12 Tote imb 4 50 Gefangene verloren. Tie ab iel^ende.i Spartakisten waren zum größten Teil völlig niedergeschmettert: nur ein kleinerer Teil trotzig von dannen und brachte Hochrufe auf Eichhorn und Liebknecht aus.
Ledebour verhaftet.
Wie berichtet wird, haben in der Nacht mehrere Soldecken L e d e bo u r in feiner Wohnung verhaftet. Als Ledebour fick) nachts 12 Uhr nach seiner Wohnung begab, wurde er irnterwegs verschiedene Male von Soldaten angehalten. Um 1 Uhr nachts klopfte es an seine Wohnungstür. Als seine Gattin fragte, wer da sei, wurde geantwortet, Ernst Meyer (ein Parteifreund Ledebours) wünsche Ledebour dringend zu sprechen. Als die Tür geöffnet wurde, drangen ^Offiziere und Soldaten ein und erklärten Ledebour für verhaftet. Ebenso soll die Verhaftung des erivähnten Linksradikalen Ernst Meyer erfolgt sein.
Tie Mehr Heils fo^ialisten nxrren wiederlM mit der Aufforderung an die Regierung herangettetcn, endlich einmal einen tatsächlichen Beweis ihrer Macht zu erbringen. Darauf sandle die Regierung ein Truppenautgebot von 13 000 Manu unter Führung des Obersten Deetsen nach Berlin. Hier zogen die Truppen am Samstag durch die Potsdamer Straße, Leipziger Straße und Wilhelm- straße vor die Rüchskanzlei, wo sie Halt machten. Gleich darauf erschien Volksbeauftragter Ebert und hielt eine Ansprache Auch der Oberkommandierende Noske ergriff dabei das Wort.
Das Hauptquartier des Spartakus.
Ter abgesetzte Polizeipräsident Eichhorn ist mit seinem Stabe vom Polizeipräsidium nad) dem Grundstück derBötzowbrauereiinder Prenzlauer Alln übergesiedelt, das von den Spartakusleuten festungsartig ansgebaul worden war. Dort haben auch Rosa Luxe mbürg und Karl Li eb- knecht ihr Hauptquartier mi"geschlagen. Rosa Luxemburg, die in dem Vorort Südende wohnt, ist am Freitag bei ihrer Ankunft auf dem Bahnhof von Gymnasiasten verprügett worden. Tie Sicher- heitswehr von Südende griff ein und erteilte den Jungen einige Ohrfeigen. Tas Publikum aber nahm gegen Rosa Luxemburg Partei. Tie Bötzowbrauerei liegt unter dem Feuer der Regierungs- trnppen, so daß alle angrenjertben Straßen für den Verkehr gesperrt sind.
Tie Kampftaktik der Spartakisten.
Berli n, 11. Januar. (WTB.) Die Kampf- methode bet Spartakisten gleicht durchaus der rnssi- ffben, sie ist außerordentlich blutig und feige zugleich. Die Taktik der Spartakusleute» besteht darin, Frauen und Kinder dann vor die Maschinengewehre zu treiben, wenn es dem Gegner gelingt, ihnen auf den Leib zu rücken. Sie haben! tatsächlich in vielen Fällen, wo die Regierungstruppen dabei waren, ihnen auf den Leib zu rücken, von dieser erbärmlichen Methode Gebrauch gemacht. Auch beim Anmarsch benutzen die Spartakisten Frauen und Kinder als Deckung. In den Stadtteilen, aus denen die Spartakisten bis jetzt noch nicht vertrieben sind, haben sie eine Schreckensherrschaft auf der Straße errichtet. Sie halten die Passanten an, untersuchen sie auf Geld und Wertsachen und rauben beides.
Spandau von ReqierungStruppen umstellt.
Snanbau, 11. Jan. (WTB9 Die Stabt ist von Regierungstruppen völlig umstellt. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß nach den gestrigen Erfolgen, die zur Zurückeroberung des Rathauses und eines Teiles der besetzten Werkstätten führten, die Regierung schon in den nächsten Stunden wieder est über die ganze Stabt verfügen kann.
Die Ausschreitungen der Spartakisten in Düsseldorf.
Düsseldorf, 10. Jan. (WTB.) Tie aufs höchste gesteigerte Empörung der Bürger- chaft über das Treiben der Spartakisten und ihver Anhänger zeigte sich heute in zwei ungeheuren Kundgebungen, die von der demokrattschen Partei und den Mehrheitssozialisten veranstaltet wurden. Zu Zehntausenden hatten sich Bürger und Arbeiter der Stadt, darunter viele Frairen, eingeftinden. Durch die Stabt bewegte sich ein fast endloser Zug. Ms die Spitze des Zuges den Bahnhof erreichte, richteten die Spar- takisten ein Maschinengewehr aiifdte Mengeund feuerten. Es gab Tote und Vec- UAmbete. Schon vorher waren vereinzelte Schüsse gefallen. Die Bürger strömten panikattig ausetn- anber, da es keinen Schutz gab. Das Gcwehcfeuer hielt an. Ein Panzeraittomobil und Wagen der Spartakisten mit Maschinengewehren eröffneten von verschiedenen Stellen aus auf die Passanten das Feuer. Die Schießerei bauerte über eine Stunde «und flackerte hie und da wieder auf. Die Spartakisten hatten verschiedene Straßen und Zugängg
Mm Volkshause abgesperrt. Wieviel Opfer die Schießerei gefordert hat, läßt sich noch nicht ab» sehen. In der Stadt herrscht eine gewaltige Aufregung.
Die durch den Volksrat heute nachmittag an- gekündigte Entwaffnung des Freiwilligen-Regi- mentes ist nicht durchgeführt worden. Heute abend finben Versammlungen der Spartakistenanhänger statt.
T ü s fc l b o r f, 10. Jan. (WTB.) Bei dem heute anläßlich der Temonsttationsversammlungen der demokratischen Partei und der Mehrheitssozialisten von, den Spartakisten verübten Ueberfall wurden, soweit bisher festgestellt werden konnte, sieben Personen getötet und 15 verletzt.
Die Gefährdung der Ostmark.
Breslau, 11. Jan. (WTB.) Wie aus Pofen unter polnischer Zensur mitgeteilt wird, ist vorgestern durch den Obersten polnischen Volksrat der Anschluß Posens an die polnische Negierung proklamiert worden. Dieser Volksrat hat das Amt des Oberpräsidenten und des Regierungspräsidenten dem Rechtsanwalt v. Trampczinsky über- tragen und über die Einführung der polnischen Sprache in den Schulen, die Uebernahme der höheren Behörden sowie über die Regelung der Ein- und Ausfuhr von Lebensmitteln besondere Anordnungen in Aussicht gestellt. - Der Volksrat Breslau, Zentralrat für die Provinz Schlesien, betont dieser Meldung gegenüber, daß die Provinz Posen nach wie vor einen Bestandteil des Deutsches Reiches bildet und daß mit Einverständnis der preußischen Regierung in Berlin der Oberpräsident der Provinz Schlesien bis zur endgülttgen Regelung zugleich als Oberpräsident für die Provinz Posen zu gelten hat und daß der Regierungspräsident von Breslau den Regierungsbezirk Posen mit verwaltet. Jur Durchführung dieser Aufgabe wird der schlesischen Regierungsstelle das Freiwilligen-Korps Schlesien zur Verfügung gestellt.
Mackensen.
Budapest, 11. Jan. (WTB.) Ein Telegramm des „Villas" meldet, daß Mackensen in Temesvar interniert wurde.
Die Zriedemlsnserenz.
Brest, 11. Jan. (WTB.) Havas. Der Kreuzer „George Washington" ist hier mit den Delegierten der Regierung der Bereinigten Staaten und Chinas zur Friedenskonferenz an Bord eingetroffen. Die Delegierten sind nach Paris weitergereist.
London, 11. Fan. (WTB.) Havas. Lloyd George wird heute in Paris erwartet. Das interalliierte Kabinett wird am Sonntag nachmittag im Ministerium des Aeußern zusammentreten.
London, 10. Jan. (WTB.) Reuters Korrespondent in Paris meldet: Wilson wird heute eine Gesamtsitzung aller amerikanischen Friedensdelegierten abhalten. Der amerikanische Entwurf für den Völkerbund liegt vollständig vor. Die erste Sitzung der interalliierten Lebensmittelkommission wird morgen stattfinden.
London, 12. Jan. (WTB.) Reuter. Der „Rational News" wird von ihrem Pariser Korrespondenten gemeldet, daß der französische Generalstab auf der Friedenskonferenz die dauernde Verbannung des Kaisers, des Kronprinzen und aller anderen männlichen Mitglieder der deutschen Kaiserfamilie verlangen werde.
Aushebung der Blockade?
Genf, 11. Jan. Die „New Pork World" meldet aus Paris: Die Alliierten sind nunmehr geneigt, die Blockade gegen Deutschland aufzuheben, um die Bekämpfung des Bolschewismus zu erleichtern.
Das neue Kabinett Lloyd Georges.
London, 11. Jan. (WB.) Reuter. Die heuttgen Abendblätter veröffentlichen die Zusammenstellung des neuen Kabinetts: Premierminister Lloyd George, Lordfiegelbewahrer und Führer des Unterhauses: Donar Law, Führer des Oberhauses: Lord Curzon, Minister ohne Portefeuille: Erie Geddes, Lordkanz- ler: Frederic Smith, Inneres: Shortt, Auswärtiges: Balfour, Kolonien: Lord Milner, Staatssekretär für Krieg und Lustfahrwesen: Church i ll, Unterstaatssekretär im Luftministerium: Generalmajor See In, Landwirtschaft: Prothero, Unterricht: Fisher, Minister für Munition (später Minister für Versorgung): Weir, Staatssekretär für Indien: Montagu, Unter- staatssekretär für Indien: Sir D. P. S inha (der erste Indier, der Mitglied der britischen Regierung wird), Admiralität: Lang, Handelsamt: Sir Robert Stanley, Lebensmittelkontrolleur: G. A. Robert (Arbeiter- partei), Schiffahrt: Sir Joseph Maclay, Arbeitsminister: Sir R. S. Horne, Pensionen: Sir Laming Worth in gton-Svans.Wiederaufbau: Sir Auckland Geddes, Schatzkanzler: Austin Chamberlain,Lord- Icutnant von Irland: Feldmarschall French, Erster Sekretär für Irland: John Macpherson. Das Kriegskabinett wird vorläufig weiterbestehen. Ts ist geplant, ein Ministerium für Wegebau und Verbindungen unter Sir Eric Geddes zu errichten. Unterstaatssekretär für auswärtige Angelegenheiten Cecil Harmsworth, Prothero und Weir sind in den Peer- stand erhoben worden.
Eine richterliche Nngeheuerlichkeit in Frankreich.
Paris, 11. Jan. (WTB.) Havas. Das Kriegsgericht verutteilte den Deutschen Holtz, Sekretär der deutschen Gesandtschaft in Abessinien, und seinen Untergebenen, den Oesterreicher Em erlich, zu lebenslänglicher Festungshaft. Sie hatten 1917 versucht, mit von ihnen ausgehobenen Eingeborenen, truppen in die französische Kolonie von Djibutt einzudringen, und waren von französischen Truppen in die Flucht geschlagen worden, die Holtz und Emerlich gefangen nahmen.
Das Wahlergebnis in Württemberg.
Stuttgart, 13. Jan. Wahlergebnis. Bei der gestrigen Wahl zur verfassungsgebenden Landes- vsrsammlung haben von 1446580 Wahlberechttg- ten 1316068 ihre Stimmen abgegeben. Gültig waren 1313326 Stimmzettel, ungültig 2740. Es entfallen auf unabhängige sozialdemokratische Partei 40622, Zentrum 273192, Bauernbund 75756, Weingärtnerbund und kleine Landwirte 35255, Landwirte Oberschwaben 5743, Deutsche demokratische Partei 328 555, Sozialdemokratische Partei Württemberg 452450, Deutsche Friedenspartei 4027 und Württembergische Bürgerpartei 97726 Stimmen. Somit erhalten Sitze: die Unabhängigen 4, das Zentrum 31, der Bauernbund 10, die Württemberger Weingärtner und kleinen Landwirte 4, die Landwirte Oberschwabens 0, die Deutsche demokratische Partei 38, die sozialdemokratische Partei Württembergs 52, Deut che Friedenspartei 0 und die Wüttembergische Bürgerpartei 11. Das Ergebnis aus der Gemeinde Münchingen, Oberamt Leonberg, steht noch aus, ändert aber an bett Resultaten nichts.
Die Wahlen zur bayerischen Nationalversammlung.
München, 12. Jan. (WTB.) Die Wahlen zur verfassunggebenden bayerischen Nationalversammlung fanden heute in ganz Bayern unter außerordentlich starker Beteiligung statt. Die Negierung hatte auch Vorsorge getroffen, dcch bas Wahlgefchäst ohne Störung vor sich gehen konnte. Die Wahl resultate von München werden erst im Lause des Montag Vormittag festgestcllt werden können.
Die badische Nationalversammlung ans 15. Januar einbcrrrfcn.
Karlsruhe, 9. Jan. Die badische vorläufige Volksregierung verordnete mit Gesetzeskraft: 1. Die Mandate der Mitglieder und Abgeordneten der Kammern aller Stände sind erloschen. 2. Die am 5. Januar 1919 gewählte verfassunggebende National- Versammlung wird hierdurch auf Mittwoch den 15. Januar 1919, vormittags 10 Uhr, nach Karlsruhe in das Ständehaus einberufen.
Ein badisches Volksheer.
Karlsruhe, 11. Jan. (WTB.) Tie badische vorläufige Volksregierung gibt bekannt, daß die badische vorläufige Volksregicrrmg und Landes- Versammlung der Arbeiter-, Bauern-, Volks- und Soldatenräte beschlossen Hoden, so'ort die Grundlage eines badischen Volks Heeres zu schoffen. Sie erklären dabei, daß sie in bester Fühlungnahme mit dem Reiche in Zukunft ein eigenes badisches Kontingent verlangen. Es mer- deu zunächst Freiwilligetibotaillone des badischen Volksheeres in Heidelberg imb Bruchsal aufgestellt. Tiefe Bataillone ftckleu gleichzeittg Wehr, ba tailloTtc zur Ausbildung von Gendarmen, Schutzleuten und.Grenzaussehern, aber auch von künftigen Unteroffizieren und Offizieren des bnbi- schen Volksheeres sein.
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Eine Neuregelung der Offiziersstellung in Bayern.
München, 11. Jan. (WTB.) Der Lanüessoldatenrat erläßt folgende Bekanntmachung an alle Soldaten- und Kasernenräte der bayerischen Armee zur so< fortigen Bekanntgabe an die Truppen: Der Ministerrat hat grundsätzlich im Einvernehmen mit dem Vollzugsausschuß des Landessoldatenrats beschlossen: 1. Der Erlaß, nach welchem die Offiziere wieder nach dem Friedensstand cinzu- teilen sind, tritt außer Kraft. Es bleiben nur so viele -Offiziere im Dienst, als zur Führung der Geschäfte nötig siird. 2. Die Offiziere bleiben nur so lange im Dienst, als sie von den Soldaten bestätigt werden. Die Offiziere sind dann erst bestätigt, wenn sie drei Fünftel aller Stimmen erhalten. Nichtbestätigte Offiziei-r werden von dem Soldatenrat dem Minister für militärische Angelegenheiten zur Entlassung gemeldet, der im Benehmen mit dem Vollzugsausschuß des Soldaienrats endgültig entscheidet. Die ausscheidenden Offiziere er» halten ihre Bezüge außerhalb der Kaserne. Diese Bezüge gelten für die Offiziere nicht länger als für die Mannschaften. 3. Die alten Gradabzcichen werden durch einfachere republikanische Abzeichen ersetzt. 4. Den Offizieren ist das Waffentragen nur noch im Dienst gestattet, außerhalb des Dienstes tragen die Offiziere bürgerliche Kleidung. 5. Diejenigen Offiziere, die nachgewiesenermaßen an der Einrichtung einer Nebenkommandantur beteiligt waren, werden nach dem Antrag des Regie- rungsvcrtreters Scheid zur Verantwortung gezogen.
Hessen.
Zur Einigimg des Bürgertums.
Die Deutsche Volkspartei in Hessen teilt uns nachstehende schriftlickre Antwort der Demokratischen Partei (datiert vom 28. Dezember 1918) auf den Vorschlag der Verbin-- dung sämtlicher bürgerlichen Liften (vom 21. Dezember 191g) mit:


