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*r 1919.
Nr. 291
Str 6itf-tr.tr SttjtUtt rridKtnt tcifllicb, auvtr So»m und UtltrlagS.
veznorprttr:
Monn tlich 2 Mark, »ierteljäbrbdi 6 Mart einlchi,eßlichdes'llestetl- fldö«; Omd) bit Bost viett tfäbrlich 6 Diart ausschließlich "estellgeld. Rrrnfured) - Ä nichttisse: für btt ccbriitleUuiiQi 12 H'tilor,®t|d)äit6fttllt51 Anichristsnr Z"rahtnod)« nd)trn: Lnzeiger Sletzea.
poftschtckienra:
ronllurt a. M. U686
Sreitag, 12. Dezember 1919
169. Jahrgang
Erstes Blatt
ZrvlMngzrunddrilck u. Verlag: Vrühl'jche Univ.. Such- u. Steinöruderet R. Lange. 5chriftleitnng. SefchästrsteUe u. Druckerei: 5chn!str.7«
Lovagme von Unztt^en f. bit AtiqesMuunmer üu nun R idimtttaq vorher. Dreis für l mm höht für 'Jin ei.itn v.34mm J«rtitr orili b 15 bi, nufliväite 18 B». für Rtklaintn von 70 mm Brent 48Pf. Ntbsl 2U*/e Tenttu»qS- -uicblaq. Bei Play- oorictiri'i20'/ A.iifchlag. pauvtjchri lleuer: Ang. (6>jeq. 'Beiantiöortli t) für Politik: thig. v>oey, für beit übrigen teil: Dr. Reinhold Zen»; für den Anzeiqtnlea: v- Beck; läuuii.t) in Gießen.
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Dle keulsche Antwortnote.
Berlin, 12. Tez. Die nunmehr frrtiage- Wellte baitidK Antwortnote wird fofort nach Kenchmigung durch bue zustLndigen ©teilen nach Varis gehör. Tie Fachkommission, die eventuell
Aati/MderReichs-Getreidestelle.
Der Reformüwtd der Guts'^öfe Dad-NLuhcim schrei'>1 uns:
In den letzten Wochen ist in einer Anzahl XttfiefM et hinten, meist unter der Uele'f-nri^ ^Welche Landwirte haben ihre Ablieseru'igsvsiicht erfüllt", ei e No iz eines A onhmns re össe. tlichi worden, welche ein „Ta>l enwerk" der Reichs- getreidestell^ lvsm-icht. In unsystemati'cher und unklarer Weise ist in dem Aufsatz <ie statistische Arbeit der Reichs-Getreidestelle aiis^ew^rtet und der Schluß gezogen daß die Statt'ik b-.r ReickiS- Getreidestelle ein Todesnrb-il für den dwll'ben Grostarnnd^esitz fet. Die Groh rund''e i"er hätten wäl'rend des strtzeaes das deutsche Dolf am brutalsten ausgehungert.
Wie in der am 26 und 27. Novernler d Js abgebolle?en Sitzung der ständinen .st'ommis'ion des pren fischen Lendes-Oefoiomielv'legi'ims die Reicl^ietreidestelle er5även lieft, ist di: fragliche Derö''e!'tl ch'tnn auf einen Vertrauens nuck; eines KZeamten zurückzuführen und absolut unzutreffend und irre ü'rend. Di se im albme-g^eu Fichkr-« e arrSnesprochene Richttrstellung farm indessen nicht genügen, und wir halten cs für unsere Pflicht, die Mgemttnbrit über den grob täuschenden Inhalt deS offensichtlich tendenziösen Aufsatzes aufzu- flären.
Auch dem statistischen Laien muh in dem Aufsatz neben der unshstematt'chm und tmllj-en Dar- stellimaSweise zweü r'ei aufallen: Erstens ist of>?n» sichtlich nur ein aus dem Zufammenda"g beraus- qeris euer Teil des stattsti'chen Materials der sprechung unterzogen, und zweitens wi-d unter» schickSlos einmal vom Großbesitz. das andere Mal von Großbetrieben grftnodm.
Die Allgemeinheit verwechselt diese beiden Be- tfriffe sehr ost. Nichts ist aber volkswirtschaftlich verfehlter. Sehr erh-'bliche Flächen des Grohbesitz e s sind varzellenweise verpachtet und werben von Kleinbauern bewirttchastet. Im Frei- tzlaat Dessen sind nach unseren bisherigen Ermittlungen nicht weniger als 48 Proz. des Groh- besihes in kleinsten Teilen und an kleinste Wirtschafter verpachtet. Selbst wenn man also als ttchttg unterstellen wollte, dah in Kreisen mit weit überwiegendem Gwßbesitz oder Gvohbetrieb i>ie planmäßig Versorgung der verbrauchenden Allgemeinheit am mangelhaftesten durchgeführt ttwrden ist. so darf doch hieraus nicht abgeleitet "werben, dah z. B im Deutschen Westen der Groh- Lefitz vvlkswirtschastlich zu verwerfen oder als pflichtvergessen anzuselfen sei. Einmal würde man "bind) eine derarttge Folgerung neben den größeren Betrieben auch die ungeheure Zahl der lZwergwirtschaster verurteilen, die als Parzellen-- .Pächter des Grohbesitzes für die Leistungen ihres Pachtlandes verantwortlich sind. Tann aber würde hierbei folgende, leider sehr wenig bekannte Tatsache au her Acht bleiben. Die amtlichen Belege haben klar erwiesen und zahlreiche an uns nchtete Ausführungen staatlicher und städtischer Zentralstellen bestätigen, daß z. B. im Freistaat messen die Großbetriebe trotz ibrer geringen Zahl nmb ihres mäßigen Umfanges für bte planmäßige Versorgung den wichtigsten Faktor bilden, indem sie je Flächeneinheit weit mehr erzeugen und abliefern als die Kleinbetriebe. Andererseits wurde wiederholt öffentlich festgestellt, daß der Freistaat Kessen mit der Promptheit der Erfüllung des Mvaugswirttchaftlichen Lieferungszolls an der Spitze aller deutschen Gebiete marschiert. Auch die Kleinbetriebe haben felyr viel geleistet; es darf aber nicht, wie dies häufig geschieht und für den Fernerstehenden auch nahe liegt, gefolgert trerben, daß der Kleinbetrieb unbedingt für die lGemeinwirtschaft wertvoller sei. Denn obwohl ■im Freistaat Hessen nur 4,5 Proz. der landwirtschaftlich genutzten Fläche auf Betriebe über 1OO Hektar entfallen, haben doch diese Betrieb? innerhalb des Freistaates Helsen wiederum als Erzeuger und Ablieferer das meiste geleistet. Die richtige Schlußfolgerung muß dahin gehen, daß die Erzeugung und Erfassung nicht von dem prozentualen Verhältnis der wirtschaftlichen Größenklassen abhängt, sondern von der wirtschaftlichen IReife der Summe der Erzeuger und von dem Wirkungsgrad des Verwaltungsapparates, der Lerkehrsorganisation usw. — In der Provinz Lessen-Nassau liegen alle einschlägigen Faktoren tganz älmli ch.
Wir können nicht umhin, die Allgemeinheit »uf die ungeheure Gefahr von Fehlschlüssen der «erwähnten Art hinzuweilen. Dir sehen im kom- inenben Frühjahr einem Ernährungsmangel ent» gegen, über den sich leider bisher nur sehr wenige klar sein wollen. Wir geben darüber hinaus einer Periode der Mangckwirtschaft entgegen, mit Welcher einige Jahre gerechnet werden muß. Da- rum ist volle Aufklärung a'ler dringend geboten. Bon uns durchgeführte Erhebungen, die begreiflicherweise nur in sehr bescheidenem Maßstabe -möglich waren, haben gezeigt, daß gerade umgekehrt die größeren landwirtschaftlichen Betriebe fioeit mehr und vollständiger abgelieiert Halen als die kleineren und kleinsten. Wir beanspruchen indessen keineswegs, daß uns blind Glgnben geschenkt wird. Wir fordern aber, daß Her von amtlicher Seite und zroar in erster Linie von beu Kommunalverbänden, die im Besitz des not wendigen ftatiftjjdjen Urmaterials sind, endlich einmal ein au:klarendes Wort gesprochen werde, wenn nicht die Reichsgctreid. stelle selbst diese Auf- gtabe übernehmen will. Dies wäre allerdings das allerbeste.
_ Wer erteilt
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-Quintaner?
'^'^^"kb-unl-OrW " d. Siebener Attzelaer .
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>-stät. zu kaufen ift, -um rtfibiabr in nachten ge- icht.-chrstttAnueb.nm BWa.d.8,eken.An-ela.
Autrs Klavier , M geübtem Evleler m Meie gesucht Schrillt ., Wb. mit Vrestangab, antO3913a.b.gifB.gtu Witwer, iiiirl, 46 9« 3 Sinder, wünlrt r mit Mä"chen obetSItmi ohne Sinder zwetls bol- \ diger Heirat in 8n?" wechsel zu treten. Stbni" H6e Unuetete mit 8iö nt 0-3W4 an den 9it? kmeiger erbeten.
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nach Paris gehen soll, ist noch nicht ytftimrmmge» stellt. Senator Petersen in Kamburg hat eine Betritt'ung an ri*fer Kvmmiijion nbgelelrut. Tie Nachrich, daß llnt rstca ss kretär v Daniel dieser Kvmutis trat angJkr n solle, trisfi Uau „T,ut- scher A lg me ner Zei uni" nicht zu. — Dem „^Berliner Tageblatt" zufolge, betont die Note den Wunsch, ben Fri.dcn buLiift in Kraft treten zu sehn und die aufrichttMle Bereitwilligkeit der deutschen Regierung zur Beschleunigung der Schiuß- rati flhtiun b izu ragen. — Wie die „Volkszei- ttrng" sagt, ist die Note gleich dem letzten Dokument Äemenceous in der Form sehr hötlich.
Unsere Truppen im Vattikum.
Königsberg, 11. Tez. (WTB.) Die deutsche Legion Hit Botvcki in Säke von etwa 50.10 Mann erreicht. Tie Stilen der Eisernen Tivi ron hibeu bei Baiohren, Gorski und Be- scharten in einer Gesamt! nrke von etwa 6400 Mann die deutsche Grinze ü erschii. en. Tie Bahnlinie bis Botocki ist an die Litauer über geben wor- dn. die Letten betreiben die Strecke Libau— Skudi. General Niessel sagte misdrücklich zu, daß die lettifck)en Truppen auch nach durchgeführter Räumung die deutsche Grenze nirgends überschreiten würden.
Die Valuta-Frage in Frankreich.
Paris, 11. Dez. (Wolff.) Havas. Nach dem „Echo de Paris" beschäftigte sich der M i- nisterrat in seiner gestrigen Sitzung u. a. auch mit der Valutakrise. Das Blatt will wissen, daß der Ministerrat beichlossen habe, grundsätzlich die Wareneinsuhr aus Deutschlandund aus allen den Markzins beeinflussenden Ländern vom Zeitpunkt der Inkraftsetzung des Friedensvertrages an ohne Formalitäten mit Ausnahme derjenigen, die sich auf den Zolltarif beziehen, zu erlauben.
Clemcncau in Laudon.
London, 12. Dez. (WTB.) (Sternen» ceau begab sich gestern nachmittag um 3 Uhr in Begleitung (Sambon§ zum englischen Premierminister. Die Zusammenkunft zog sich bis in den späten yrachmittag hin. Ueber die Besprechungen ist nichts bekannt geworden.
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Ausscheiden Amerika» an» der Entente?
Paris 11. Tez. (WTB.) Im „Echo de Paris" beschästtgt sich Perttnax mit der Abreise der Amerikaner mch der R e i se C l e- menceaus nach London: Die öffentliche Vtei- mrng dürste aus der Abreise der Amerikaner schließen, daß Amerika aus der während des Krieges geschlossenen Vereinigung mit Westeuwpa aus- I d> e i i> e. Für den. Augenblick könne man sest- stellen, daß Polk die letzte Aufsorderung an Deutschland noch unterzeichnet habe, und daß am Rhein immer noch amerikanische Soldaten neben den englischen und fran^ösisd)en die Wacht hielten. Clemenceau werde jedenfalls in London die Entente Cordiale oertiefen. Perttnax sagt, es genüge zu wissen, daß sich zwischen England und Ficmkreich ein lebhafteres Gefühl der engen Solidarität denn je geltend mache. Mit Amerika allerdings sei die Ausgabe schtoieriger.
Saint Brice im „Journal" behandelt das S' ' )c Thema und stellt fest, daß man die verschie- en Kombinationen ins Auge gefaßt habe, um die Amerikaner festzuhalten. Jetzt sei jede vossnung daraus geschwunden und kein Grund, die alten Methoden zu andern. Der Oberste Rat werde fort» fahren, in Paris zu tagen. Eine Frage von größerer Bedeutung dränge sich der Aufmerksamkeit Clemenceaus und Lloyd Georges auf. Das sei das Grundproblem der neuen internationalen Vereinigung. Die Abstimmung des amerikanischen Senats stelle die Ententemächte vor ein Dilemma. Die Engi ander, als praktische Leute, würden begriffen haben, daß man den Völkerbund, der ein Schatten geworden sei, nicht ausimtzen könne und zur eurooäifd)en Politik zurückkehren müsse. Das bedeuteten die Konferenzen in London. Die Franzosen könnten sich dazu beglückwünschen, unter der Bedingung allerdings, daß diese europäisckrk Polittk nicht ausschließlich von msularen Interessen beherrscht wird.
Amerikanisch - englische Flottenrivalität.
A m st e r d a m, 11. Dez. (WTB.) Die „Times" meldet aus Neuyork, daß die amerikanische Flottenleitung in einem Memorandum darlegt, daß es, wenn nichts endgültiges in Bezug auf die ckr'lge- metne Abrüstung geschieht, die Politik der Vereinigten Staaten sein müsse, eine Kriegsflotte zu besitzen, die mindestens so stark ist wie die stärk st e und mächtigste Flotte irgendeiner anderen Nation der Welt. Es besteht der Plan, die neue Flotte bis 1925 fertigzustellen und sie im Stillen und Atlantischen Ozean auftreten zu lassen.
Ein neuer amerikanischer Präsident'chaitskandidat.
Paris, 12. Dez. (WTB.) Der Sonderberichterstatter des „Echo de Paris" in WasbingtJN hält Ge. e a‘ Leonhard Good für den aussichtsreichsten Prasidentscha'tskandldaten. Good war ein intimer Freund von Roo e^ett. Deslalb hätte ihm Wilson kein Kommando in der amerikanischen Armee in Europa gegeben. Good könne auf die Unetrßützung der Rooseveltpartei rechnen.
D'Annunzio
Paris, 12. Tez. (WTB.) Der Genfer Be- richtersta ter des „Petit Poriiien" meldet unter allem Vorbehalt, daß d'A n n u n z io s Freiwillige am 6. Dezemler die Vorräte der französischen Orientarmee in F i um e geplündert hätten. Lei bem Kampfe mit der französischen Gendarmerie gab es Tote und Ver> mundete.
Das Betriebsrätegeftti
Köln, 12. Dez. Die „Köln. Ztg." meldet aus Berlin: Regierung und Mchrhr rtsparteien sind sich nunmehr der Schivierigditen, die der JBcrab« schledung d"s Betrrebsrategesetzes noch vor Weilmachten nach der sachtt.lien intb politischen Sei.e im Wege sie Hepa» bewußt «.ewordm. In parlamentarischen Kreisen wird dal-er mit aller Beinmmthttt iam.it gerechi et, daß die Erle- uijintg des Be. riebsrä.egeßtzes b i s nach nach den Welhnachtsferren zurück g e st e l l t wird. Da nun das Betriebs- nä eg,?setz ien ihm von den Sozialdcmo'tra'en bei* g legten Charak.er einer sozialen Weil/irachtsgabe txrfh’rt, so wäre es im In ercsse der Sackte beiicr, nun gl ich ganze Arbeit zu machen und den Entwurf zurückzuhv.lteu, dis sich ter demnächst zusammen tretem-e Reichswirtschaftsrat mit seiner Gestaltung befaßt Hit.
Berlin, 11. Dez. (Wolfs.) Im Betriebs- ausfchuß der Nationalversammlung wurde auf Grund eines sozialdemokratischen Antrages das Wahlalter aus 18 Jahre feft» geletzt. Wählbar zum Letrreosrat sind Arbeitnehmer beiderlei Gffchlechts vom 24. Lebensjahre an.
Die neuen Steuern.
Berlin, 11. Dez. (Wolff.) Bei der zweiten Beratung des U rn s.a tz st e u e r ge se tzes im Steuerausschuß der Nationalversammlung wurde die 3n lernten ft euer auf 10 Prozent festgesetzt. Dieser Satz ermäßigt sich jedoch nach dem Anträge W a l d st e i n für die ersten 100 000 Mark der gesamten Jnserateneinnahme auf 3 Prozent. Nach dem Anträge Dr. Spahn (Z.) wurde die Plakat st euer auf 5 Prozent festgesetzt. Die Ä o tel- und Depot steuer beträgt 10 Proz., jedoch kommt bei den ersteren bei einem Tages- entgeld bis zu 5 Proz. nur der allgemeine Um» satzsteuerfatz vom 1. Dezember in Anwendung.
Au» dein ttelche.
Amerikanische Geistliche beim Reichs- präs.dcnlen.
Berlin, 11. Dez. (WTB) Der Reichspräsident «bat eine Kommiß ion der methodistischen Evis opalkirche Amerikas emp angen, de zur Zeit Mitteleuropa in der Aosicht bereist, ihr sckzon letzt bedeutendes tzilfswerk daselbst noch tocibzr auszubauen. Die Kommistion, bestehend aus den Bischöien Dr. Burt, Dr. Nelson, Wil iam Sho- pord, dem Superintendenten Richardson, sowie Dr. Bucher und W. Crawsord, berichtete dem Reichspräsidenten über die in den schwergeprüften Ländern. ins'.»esondere Dcmtschland, gewonnenen Ein- brüae. Der Reick)spräsident sprach der Kommission den tte^gesühlten Dank des deutschen Volkes Für bte bereits in so reichem Maße von den amen» konischen Methodisten eingegangenen und durch das deutsche Rote Kreuz verteilten Liebesgaben aus, die in fast allen Gauen des Reiches zur Linderung der Not beige tragen hätten. Gleichzeitig wies er daraus hin, daß der Besuch der amerifanischen Geisilichen das allmählich zwischen den vormals feiiidlichen Völkern neu entstandene Wohlwollen sichtbar zum Ausdruck bringe.
Txt Prozeb Erzbcrger gegen Helfftrich.
Berlin, 11. Dez. (Wolff.) Bezüglich der gestrigen Mitteilungen der Presse über das Strafverfahren gegen Dr. Helfferich wegen Beleidigung des Reichsfi n a n z m i n i ste r s ist noch zu bemerken, daß die Akten bereits am 9. Dezember mit der Anklage der Strafkammer zur Beschlußfassung über die Eröffnung des tzauptverfah- rens zugegangen und die Lauptverhandlung ooraussichllich noch im Januar oder spätestens anfangs Februar stattfinden wird.
Der Butür der Landw'rte für Hilfe in Oesterreich.
Berlin, 12. Dez. Der Vorstand des Bundes der Landwirte veröffentlicht eine Erklärung, nach der die deutschen Landwirte bei der jetzigen Hilfeleistung für unsere in bitterster Not füti befindenden Stammesbruder in Deutsch - Oester- reich, besonders aber in Wien, nicht ru- rückstehen wollen. Dec Bund rechnet auf die volle Zustimmunb seiner Mitglieder, wenn er sie darauf hinweist, das nationale Hilfswerk durch Sparsamkeit im eigenen Haushalt zu unterstützen. In Kreisen, in denen die Möglichkeit hierzu bestehe, empfiehlt der Bund, Sammlungen von nicht rationierten Lebensrnitteln zu veranstalten, um sie der notleidenden Bevölkerung, insbesondere auch den 75000 Reichsdeutschen zur Verfügung zu stellen.
Sus dem besetzten Gebiet.
Di« Brstcuenrng der Ausländer.
Berlin, 11. Dez. (WTB.) Ter „B. Z." zufolge werden die Angeld eigen der alliierten Mächte gemäß einer Eutjcheiduug der •
interalliierten Rheinland-Kom^ Mission, soweit sie im Rheinlande leben, verpflichtet, alle Steuern und Zölle zu zahlen, wie sie von den Deutschen be- ,ahlt werden. Unter diese Entsck-eidung fall'« auch die zahlreichen, ausländischen Handels- iiieverlanungen mit ihren Millionenumsätzen. Verkehr ztoichrn Dem besetzten unD unbelebten Gebiet.
Mainz, 9 Dez. Bei einer Konferenz Dort Vertretern aus dem besetzten und unbesetzten füb* westdeutschen Gebiet in Franksurt a. M unter Teilnahme von Vertretern kes Reichswirt chastsmi: istv- nums, des Reichskommi sars für das be etz e Gkb et, der zuständigen Laildesbehörten sowi. ber betii i.j- ten Handelskammern nnivb; nach einqel'cnden Beratungen die Stellungnalnnc aller b teilgtrn Streife in folgender Erklärung zum Ausdiuck georacht:
„Der fogenannte Abfang-Gürlel an der Grenze des be.etzten Gebietes hat feinen Zweck nicht in der erroariekm Weise erreicht. Er hat d m reellen Handel die Geschäfte fast unterbunden, bem Schieber- und Schleichhandel aber tvesenllich Vorschub geleistet und bannt die Waren erbeb:irf) verteuert. Eine Verbeiferung der Valuta hat er ba testen nicht herbeigeführt. Die SBeninigung verlangt daher:
1. Die Wiederaufttchtung der alten Reichs- Zollgrenze und d e Aufh-.bung des Abfang-Gürtels.
2. Dte beschleuittgte Sxrauägab.1 von Listen für emfubrfreie und einfuhrverbotene Waren; für alle nicht in diesen Listen aüfgrfübrten Waren ist Eur- fuhr-Genelnnigung eiforderlich.
3. Dezentralisation in der Ertrilupg der Einfuhr-Genehmigung, und derart, daß für die einzelnen SänSet ober Wir schaftsg- biete b fonoere Kommissare mit selbständiger Entsch imngsbefug- nis bestellt und diesen ein wirtschaftlicher Betrat angegliedert wird.
4. Die Erteilung von Kapttngenten für die Einfuhr von bewirtschafteten Lebens- und Futtermitteln an die Regierungen der einzellten Sänoer.
5. Sollte der Abfang-Gürtel nicht auf gegeben werden, so gelten die AtUrage unter 3, 3 und 4 auch für biefetv Fall.
Ferner wird für diesen Fall beantragt, baß die Abfangmaßnahmen wesentlich vereinfacht und vereinheitlicht werden, daß insbesondere das selb- flänbtge Nebeneinander-Arbeiten mehrerer ©teilen Schlossen wird, daß die Erfassung der Schleich.
s- und Schieberware sichevgestellt, daß der Verkehr von Behinderungen und Schädigungen geschützt, daß endlrch vollständige Klarheit über die der Beschlagnahme unterliegeuben Waren geschaffen wird. Außerdem sind alle nachweislich vor dem 30. Novcmbier 1919 gekauften Auslandstvaren waren sreizulasien, tote dies schon bei ausländischen Weinen geschehen ist."
Diese Erkläruttg ist alsbald bem Rcichsnärt- schaftsminister übermittelt worden.
Ein Sozialdemokrat Oberbürgrrmristcr von Straßburg. Köln, 12. Dez. Die „Köln. Ztg." meldet aus Kehl vom 11. Dezember: In Straßburg wählte der Gemcinderat den Sozialdemokraten Peirothes mit 35 von 36 Stimmen zum Oberbürgermeister. Als Verhandlungssprache wurde die elfässische Mundart in Gleichstellung mit der französischen Sprache beschlossen. In M e tz wurde W i n s b a ch zum Bürgermeister gewählt, in Kolmar Gönrath.
Kirche rind Schule.
Die Sckulfragrn in Preusten.
Berlin, 12. Dez. Heber die schwebenden Schulfragen in Preußen werden laut „Germania", unter dem Vorsitz des Reichspräsidenten Ebert heute Verhandlungen eingeleitet, um den Versuch einer Verständigung über bw schwebenden Meinungsverschicdenhtt'en zu machen. Vom Zentrum beteiligen sich an diesen Dechand- langen die Abgeordneten Trimborn, Dr. Spahn, Dr. Porsch, Herold und Dr. Lauscher.
Das „Berliner Tageblatt" glaubt, daß das Zentrum trotz allem eine Regü-rungstrife vermeiden werde. Es wird Vorschlägen, die En.schi^ung über die Schulfragcn zu verschieben bis zur Vorlage des Reichsschulgesetzes und bis dahin die jetzigen gesetzlichen Befttmmungen bcizubohalten.
deutsche Uationaloersammlung.
127. Sitzung.
Berlin, 11. Dez. 1919.
Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20.
Erste Beratung des Gesetzentwurfes betr. Aen- berng des Bankgeietzes. Reichsbankpräsident Haven st ein begründet die Vorlage, die eine Verlängerung des Privilegs der Reichsbank für das kommende Jahrzehnt fordert und die Beteiligung des Reiches an dem Bankgewinn neu regelt, sowie die Organisation der Bank den durch den Friedensschluß geschaffenen Verhältnissen an* paßt.
Abg. Dernburg (D.) beantragt die lieber« Weisung an den 8 Ausschuß.
Tas Haus sttmmt bem zu.
Fortsetzung der zweiten Beratung des Notopfers. Eine Reihe von Paragravhen wird noch den Ausschußbeschlüfsen angenommen. Bei K 17 wird auf Antrag Dr. Blunck (Z.) der von dem Ausschuß zugesetzte Ab atz 3 und 4 (Abzüge vom Gesellschaftsvermögen bei eingetragenen Genossenschaften) wieder gestrichen Zu § 18 be- kämpste Abg. Dr. Querok (Soztt die Zusätze


