Yi^CTt geheimen Abstimmung in den eim?!ner
unbeio'.bcttn '-dei geortete: en. Von einer Nevwa- l
Anilin > und S o b a f a b r i! sind g ftern nach
tmtte sich gegen ben Eintritt in den Streif, während 2227 ür den Streik stimm en Infolge
Beigeordneten fällt in Zukunft weg. Bezüglich der Amtsperiode der Bürgermeister bat num sich auf 6 Jahre goei <igt. Kürzere Periode schien nicht rät.ich, weil die Bürgermeiuer ilch einarbeiten müssen. Künftig können auch £rte mir 20jO Ei.uvohnern (üoa 30Ü0 Einwohnern) einen Beruisbürgermei ter wählen. In den Lt roten bat man die indirekte Wahl für bie Bürgermeister und Beigeordneten aus guten Gründen bei bel-alten, weil es nicht wünschenswert erscheint, bau sie :inr aus parteipolitischen G<l.ch:s punkten getvählr würden. Tie bisherige Amts Periode wird bei den besoldeten Bürgermeistern beibchalten. Alle Gern i devertrctungen, Krris-
ber bewibeten Bürgermeister und Brigeordneten, die aus Vertrag anbestell: sind, bat man atey?« sehen, da dadurch die Stäke zu sehr ft-uniiell belastet würden. Ter Minister spracht sich nach- brüd.id) für die Einführung des Bolksbegehe ns und bie Verwaltungrgesetze aus und hofft. bofe die Wahlgesebc als ein günstiger Auftakt für die Reform der ganzen Berwaltuugsgesebe belroch.et werden.
Abg Köhler 5D. Vol'svll dankt, daß der
Angestellten dreier weiteren chemischen Fabriken traten daraufhin in einen Sympathiestreik ein.
Polilischrr Atrrik in Danzig
Danzig, 10. April. ^DTB.) Der Streik der Eisenbahner in Danzig ist fetzt zu einem politische n Streik erklärt worden mit dem Ziel der fnbgKtn>':-n Beseitigung der fltfgvnmg Ebert- Scheidemarm, der Äusrtchlung der Rät^egierung und der Anknüvlirng von Beziehungen zu den Sowietregierungen in Rußland und Ungarn. Bis Mittag streikten rund 20000 Arbeiter der Reichs- werft, bet Sckichauwcrit, der Urtillcriewerkstatt unb der Gewehr sabrik vht einer auf der EOeu- balwhai'ptroerkstatt abgcla.'tenen Bcr ammlnig ter Streikenden wurde ein Telegramm des Ei «üibahn- minitters £) e fe r verlesen, d-er die Forderungen der streikenden Arbeiter ablehnte. Der Perionenzugverkehr von Tanün wird du ch die Bcamten, oie in ihrer G'samtheit nicht am Streif
Beschlüsse des StaaleAauSschusseS.
Weimar, 10 .April. WTB.) In einer trntei dem Vorsitz des Reichs Ministers bes Innern Lr. Preust 00^01 lenen Vollsitzung des S ta a - tenausschusses wurde der Einbringung des Entwurf- ei.ies Gri tzes über die Aenderung des Gesetzes über teil Absatz von Kalisalzen und des Entwurfes eines Gesetzes für di- Festlegung des 1. Mai als N a 11 o n a l f c ft t a g r -s an die Verfassung gebende deutsche Rationatvers-mm- tuns ingeirimmt ,
Ter Streik der Snn^cnmtew.
Berlin, 10. April. (SBTB. • In der gelt*
Regierung der Ansicht, daß nur das Wahlrecht geregelt werben soll und bittet das Plenum, alle anderen Wünsche zur Reform des Wahlgesetzes zurückzustellen, da sonst nur ein Stückwerk ge- sckallen wird und die Verabschiedung der Wahlgesetze hinausgeschoben wird.
Tie Regierung hatte gar feine SBobnbaiter vorgesehen. Ter Ausschuß hat drei Monate vorgesehen. Die Versuche, eine Dauer von 1 Jahr ober V, Jahr einzmühren, sind leider gescheitert. Wo iit die Logik, daß die 3 Monate gerade bei der ersten Wahl licht in S a 11 et n s.llen. Es war ein Fehler, bat Wahlalter auf das 20. Lebeusia'rr beiabzuscyen Man bä te mindestens am Mündig- keitsalter festhalten sollen. B<el zu weit ging die Regierungsvorlage, daß auch für das pa sioe Wa l- rccht das 20. Lebensjahr vorgesehen war Ich bin im Zweifel, ob die Wählbarkeit der Gcmrindeoeamten als eine glückliche Lösung
des Umstandes, daß tropuem heue früh Streif posten den Arbeitswilligen den Zutritt zu ter Dank verwehrten, wobei es zu Tumultszenen kam, tne das T-cKviidxntn.en des Mk.rrar-- *ar Folge hatten, wurde die Dank in b;e Zivungslagr gebracht, den Betrieb zu schießen.
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Ludwigshafen, 10. April. (VDB) Tie kaufmännisch n Angestellten ter $ o b i f rf) e n
und Pravmzialtage müjfeji Airückweten. ebenso
Bureaus der Deutschen Bank crnar.cn 212b B-. Landbürgermetster unb in ten Städten die
21 n 111 n 1 u n b y o b ata b r 11 imb g Item nid)’ Ausschuß so ra ch, als es möglich wat, g-irbeiiet mittag wegen Ntcktbcwilligung ihrer Forderungen Damit werden die Voewür e gegen uCii Aus- in den Ausstand getreten. Die kaulmamincken schuß verstummen Ter Ausschuß war mit der
beteiligt sind, untet militärifcbem Schutz möglichst fahrplanmäßig ausrechtcrhalten.
AuS Braun chmeia.
Braunschweig, 10. April. lWTB.) Der Generalstreik geht heute weiter. Die Eisenbahn verkehrt auch heute vormittag nicht. In einer Versammlung auf dem Schlotzvlatz wurden verschieden« Reden gegen Sck'idemann-Noske und für den Kommunismus gehalten. Darauf zogen die Teilnehmer in einem Demoustrallonszuge durch die Stadt.
Nrur Unruhen in DnsseDirf.
Düsseldorf, 10. April. «WTB.) Die Un - ruhen setzten sich gestern abend in verschärftem Maste fort. Bor dem Volkshause wurden zwei Handgranaten auf einen Kraftwagen der Regir- rungstiuppen geworfen, wobei zwei Soldaten den Tod fanden. Bei den Schießereien fanden mindestens neun Personen den Tod, darunter eine Frau, welche von einem Zivilisten ohne jeglichen Grund mit einem Revolver erschossen wurde. Der Zivilist ist ontkommen. In den Krankenhäusern löiirbe eine große Anzahl Serwunbeter eingeliefert. Infolge des Streiks auf dem Gaswerk mußten zetzt auch die städtischen Kriegsküchen den Betrieb einstcllen. In der Lage des Generalstreiks ist feine Aenderung eingrtreten, eine solche dürste erst zu erwarten fein, wenn am Freitag und Samstag die Lohnzahlungen ausbleiben. In den Straßen, wo lieb die Kämpfe hauptsächlich abspielten, sind zahlreiche Fenstcrich iten zerschossen, die Leitungen der Strafzenbalmeu herunter-' gerlfkn. In der Zimmermmmstraße wurde ein Offizier überfallen, von der Menge zu Boden gerissen und in bestialischer Weise gemartert Ein- zclne Soldaten, die auf der Straße vorn Volke überfallen und entwaffnet worben waren, wurden sogar ihrer Uniform unb ihrer Stiefel beraubt. Öcutc morgen nahmen die Schießereien in der inneren Stadt ihren Fortgang. Der Straßen- verkehr ist sehr lebhaft.
öcrfaflunggebenöe Do fsfammtr bts heMchen Sreiitastes.
13. Sitzung vom 9. April nachmittags.
Vizepräsident Tr. Schmitt eröffnet um 4Mi vhr die Sitzung. Die Tribüne ist gut besucht. Am Regierungstisch sind die Minister Ulrich und Dr. Fulda und Ministerialdirektor Raab anwesend.
Zunächst erklärte außerhalb der Tagesordnung der Abg. Roß (Soz.) al- Angeböriier des Kreises Bensheim seine schärfste Mißbilligung des Dieblicserungsstreils und bat sich an die örtlichen VolkSräte gewandt zu sofortigem Eingreifen.
Abg. H o f m a n n (3tr.): Die drei Abgeord- keten dcS Krciks Bensheim haben alle Schritte sofort unternommen. Ich habe mich an die Vorstände bet christlichen Bauernvereine gewandt. (55 plürde sich empseylen, einen Vertreter des Landes- ernahrungsamts nach Bensbeim zu schicken.
DaS vauS tritt sodann in die Beratung der Land r'Nki d nrdnung, Stähtroriinung,
KrriS- nnd Provinzialordnung.
Adg. Dr. Fulda (Soz): Sie alle wissen Wohl, wie veformbedürftig die Vcrwaltungsgesetze lind Im Jahre 1911 hat es sich nicht um eine Re* form, sondern nur um eine Revision gehandelt. Ein Gesetzentrmiri tetr. Reform der gesamten Verwat- tzunasgesetze wird so (bald wie möglich vor gelegt werden, beute handelt eö sich nur um die Reform der Wahlen. Sw ist notwendig nach der Reform deS Reicks- und Landeswahlrecktö, nach ter Stirn- tming des Volkes, tefonderS da die alten Behörden oft Feinen bauch des Geistes der neuen Zeit verspüren lassen. Ich glaube, daß in den neuen Entwürfen der demokratische Geist verwirklicht worden ut
Drei Voraussetzungen sind für da4 aktive Wahlrecht notwendig: deutsche Staatsangehörige tot. Vollendung teS 20. Lebensjahres und das Svobnen seil drei Monaten in ter (Gemeinte Der Minister erläutert den lln:erfd)ieö zwischen „Wob- »en“ unb „Wohnsitz". Ter Ausschuß bat für das passive Wahlrecht das Vahlatter auf 25 Jahre erhöht. Dir stimmten zu.
Tic Verdättniowadl werbe für die Gemeinte-, und Pre>vin,ialwavlen rinw-fülpi. bi* riitf» stä b gen Wad!d« Üiinmungen wurtni samt ich befestigt. Vorgesehen ist eine beci ähriw.' statt ter bisherig'M 9,ädrigen Wahlperiode ^.as passive Wahlrecht würde auch den Pfarrern, Sebrem unb fllnncirtk beamten gewährt wertem. Staat/beamtr bedürfen nicht mehr ter Erlaubnis der »orgeletzter Betzörte. Ite Bestätigung der ®itgcDa<i|tcT unb
zu betrachten ist. Für die Gemrindever- tredung, die weniger mit Gesetzgebungs- als mit Benvoltungsaufgaben befaßt wird, war eine gewisse Kontinuität sehr nützlich, und es ist sehr zu bedauern, daß unser Antrag auf eine sechsjährige Wahldaucr keinen Anfang gesunden hat. Die Proportionalwahlen auch in den kleinste Gemeinden einzuführen, halte ich für tedenNich. Auch dieser Redner hält die Einführung deS Volksbegehrens für sehr wünschenswert Die Amtsdaner der bisherigen Landbürgermcister sollte man ablaufen lassen, da diese sonst rechtliche An prüchc erbeben werten. Das ewige Wählen wird die Wrhl- freubigfeit nicht erhöhen. Darum kann man ben Wahlen zum Provinzialtag zustimmen. Aber ben Kreisausschuß unb auch den Provinzialaussckwß nach dem Proporz zu wählen, heißt das System zu Tode reiten. Das ist eine Verschlimmbesserung der Regierungsvorlage. Wir werden die Vorlage als Ganzes annehmen, wenn sie in der Svezial- terotung nicht zu große Abänderungen erfahrt.
Abg. Kaul (Soz.): Die sozialdemokratische Partei sieht tone Veranlassung, hier noch in weitere Erörterungen *u treten, damit so bald wie möglich ein neuer Geist in die Derwaltungskörpcr einzieht. Wir erwarten in einigen Monaten die Vorlage eines Resormeutwurss der ganzen Der- waltungsgcseye und werden den Ausschußantrag und die Zusätze der Mehrheitsparteien annehmen. Es gibt Leute, die zehn Jahre in einer Gemeinde wohnen und gar kein Interesse für die Gemeinde- angelegen hcitcn haben. Wir sind für bas aktive Wahlrecht bet 20jährigen, weil bie Arbeiter mit 20 Jahren vollgültige wirtschafüicke Persönlichkeiten sind. Die Volksstimmung' ist gegen alle Wahlkautclen. Man muß ihr in der gegenwärtigen Zeit Rechnung tragen.
Abg. Schreiber (Demokr.) erklärt namens seiner Fraktion die Zustimmung zur Vorlage, in der alte demokratische Forterungen erfüllt toerben. Wir sind für das 21. Lebensjahr als Wahlalter, erklären aber, daß wir für das 20. Jahr stimmen, um die Vorlage nicht zu gefährden.
Abg. S o h e r r erklärt die Zustimmung seiner Fraktion.
Abg. Engelmann (Soz): Der Krrisans- schuß soll vom Kreistag gewählt werden Au- guten Gründen waren wir für die Einführung der Verhältniswahl.
Abg. Köhler teilt in einer persönlichen Erklärung gegen die Borwürfe verschiedener Vorredner mit, daß er sticht als Berichterstatter, sondern für feine Fraktion gesprochen bat.
Damit wird vie Debatte beendigt und zur Abstimmung über die §§35—38 geschritten. Die §8 35—37 werden nach dem Ansschußanttag angenommen, bei § 38 werden die Anträge ter Mehrheit und Minderheit des Ausschusses obgelchnt und der Antrag Kaul und Gen. angenommen. (Er betrifft die Ttimition deS Begriffes „Wohnen".)
Schluß der Sitzung um 6'.« Uhr.
Au» Sta't und Land.
Gießen, 11. April 1919.
Sinstelluna von Straßenbahn und Ucbcrlandanlage.
Die uns das Elektrizitätswerk mitteilt, ist durch die wilden Streiks im Kohlenrevler der Kohlemnarkt fo ernst geioorben, daß fast jegliche Zufuhr aufgehön hat. Die städtischen Werke fiehen vor der drohenden Gefahr, ihren Betrieb vollständig ein st eilen zu müssen. Für jedermann ist daher äußerste Sparsamkeit im Gas - und Elektrizitätsverbrauch dringend geboten.
Um die wenigen Kohlen Vorräte, die bereits durch Kok- aufgcfüfil werden müssen, Au strecken unb die städtischen Werke vor völ- ligem Stilliegen zu bewahren, werden ab nächsten Montag die Straßenbahn und die Ueberlandanlage gänAlich außer Betrieb gefegt werden Die Heinen Gewerbebetriebe erhalten vor- lausig noch Strom bis nachmittags 3 Uhr.
Diese Eiiuchränkirng wird voraussichtlich geraume Zeit andauern. Scldst in dem unwahrscheinlichen FaNe, daß die Streiks im Kohlenrevier noch diese Woche beigelegt würden, wäre vor Ablauf von weiteren U Tagen lcuon irgendwelche Zufuhr zu erwarten.
Auf wiederholte brinflenbe Telegramme deS fiäbt Elektrizitätswerks ging heute morgen nachstehendes Schreiben des rhein.- westf. »ohlensyndikates ein:
„Tie Streiklage hat sich inzwischen so zußespitzt, daß nur ganz vorschwindcnd geringe Mengen von Kohlen zur Verfügung stehen, die unbedingt $ur notwendigsten Auf- rechterhaltnng des Eifenbahnbetriebcs sowie zur Versorgung unserer eigenen Gruben verwandt werden müssen, damit diese vor dem Ersaufen bewahrt werden können Elektrizitöts-, Wasser- und GaS- werke tonnen vorläufig beim besten Willen nicht beliefert werden."
Wie das Elektrizitätswerk ferner mit- teilt, ist auch ein Versuch, von der Eisen- bahndirektio« Kohlen zu erhalten, fehl* beschlagen. Tie Eisenbahnoircktion Frank rurt war wohl bereit, von der Sta.ion Gießet Kohlen abgeben zu lassen, wenn diese dazu in Der Lage sei Die Eisenbahnverwallung Gießen hatte aber gestern nur noch Vor- rat für einen Tag, so daß auch Stilllegung der Eisenbahn droht, falls nicht heute noch für sie Kohlen cinlresjen.
Lebensmittel.
** Marmelade - Verteilung Boo Montag ben 14. bis einschl. Sams ag ben 19 April gelangt in den Ktenihantelsgeschäf en, bei denen bi-? Vorbeflellung erfolgt ist, gegen Vorla«ie der Lebensmit.elkarte und Abgabe tes Bezugs- cibschnit es 91r. 4 Marme.ade zur AoSaate. Auf leben Abschnitt entfallen 2 Pfund zum Preise von 1 Mk. für das Pfund.
"Der Märzzucker muß. wie daS LebenS- mittelamt aiifmcrffam macht, bis zum 15. d. Mts. abgeholt werten.
* • Städl. Gern üseverkauf Morgen und folgende Taie kommen ntm Verkauf: Atti- schocken, Gelbe Moi.Iraten, Gelbcrüten. Lauch und Sauerkraut. An Törrgcmüfc: Weißkraul, Wirsing, Gelderüten, Wrißerüten und gctnxfnetc Ättrtop fein. Von Montag ab werten wieder FutterL-Hl- raben verabfolgt. Ter Verkauf von Erbsen zur Saat fhi bet nur noch morgen Samstag, am Montag, Tienslag und Mittwoch statt.
* * Freibank. Samstag, 12 April, werben von 12—4 Uhr die Rrn 2 51—2850 be.iHtrt.
* * Marken-Ausgabe. Am Sam4tig den 12. ds. Mts. gelangen in den Brvlmtrken- Bezirken Fleisch-, Brok- und Kar löffel m rrten zur Ausgabe: Tür die Buchstaben A—K von vormittags 8—12 Uhr, für die Buch^ben L—Z von nachmittags 2—5 Uhr.
Tie Gefahren des Bolschewismus.
Zu einem Vortrage über die Gefahren des Bolschewismus hatte MilNvvch tbenb ter Vorstand der bil ligen Zentri^nsorgani- sation die Mitglieder in den Lenzschen Frifeu- keller eingeladen, tzier sprach Herr Prof Sckra- d e r - Tarmsladt. Ter Redner wies einleilend auf manche Teil Ursachen hin. die zu dieser verderblichen Seuche geführt haben, so auf ben herrschenden Nahrungsmangel und die damit verbundene Not und Entbehrung, sowie auf die große Arbeitslosigkeit infolge deS Zusammenbruch- untere« Wirt- sclwftsieteus. Tie tiefste unb eigentlichste Ursache jedoch liege in der Reaktion, berwrgeruten durch das Aufhören des ungrteuren Druckes, der wöh- irenb der langen Kriegszeit auf allen gelastet. Nach Wegfall des Zn>angeS entfesselt bee neue Freiheit alle zurückgidräugten Leidenschaften und artet in wilde Zügellosichit auS. Ein wahrer Vergnügungstaumel erfaßte weite Volksschichten unb trieb sie )um schrankenlose en Sichausleten. Jegliche Selbnzucht war unb ist den Menschen verloren gegangen, und dieser mora ische Tefekl ist die geistig Seite des Boffchi-wiSmus.
In wirtscha'tlicher, staatlicher unb sozialer Hinsicht ist der Bolscchwismus dec krasseste Kommunismus, der keinen priva en Besitz, keine bürgerliche Freiheit und kein per önliches, staat- liklieS und wrrtscha tliches Gi lenlejen duldet: al leist gewaltsam vergeiellschastet unb wird von einer vorn Piolelariat einge'e^ten Zentralste.le geleitet. Damit aber hört jegliche staa.licke und nnrtschast- liche Ordnung auf, unb unsere geleinte Kultur wird vernichtet
Um zu seinem Ziele zu gelangen, wendet der Bolfcktewismus ben Terror an, bie rohesten Gewalt- und grauiemften Schreckmittel, und läßt ben Menscken zum wilden Tiere teral>ltnten. Mit eisern disziplinierten Herren sucht er eine DeU- revolution terl«'u ätern, und unermeßlich zahlreich sind die Menschenleben, die ihm schon zum Opfer gefallen sind. Wie grausam Der Bolichewis- m!is selbst in Deutschland auftritt, beweisen die bekannten Fälle von tzallc a. S. und Frankfurt a. M. Mit dem Hinweis auf Ungarn und Bayern zeigte der Redner die Nähe der uns drohenden Wcäbr unb iorberte alle auf, dafür einzutteten, daß diese bolschewiitiiche Flut von unserem Bolte abgewentet werbe.
derr Rechtsanwalt Peter- dankte dem SReb- ner für feine teL-brnu>cn Worte und machte gleich, zeitig aus die „Li za zum Scknrtze der deut'chen Kultur" aiiimerfiam. die sich die Bekämpfung des Bolschewismus mit geifti ten Sahen mm Ziele gesetzt habe Desgleichen wie- er auf die m gründende Bürgerwehr bin, die im Falle der Not ebenfalls auf dem Plane erscheinen solle, und forderte zu recht zablreichem Eintritte auf.
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** Amtliche Personaknachrichten. tleteitiagen wirrte am 5. April dem Schulamts- a’riranten Philipv Traub au? Wddingen eine Letzrerste le an der Volksschule zu E!msba:isen, KreiS Bensbeim. — In den Ruhestand oen'etzt wurden am 4 Avril der Okter'ehrer an der Real- schule zo G'rnSte'm Prv'es'or Ott' W o 1 l w e b e r und der 9i allebrer a;i ter Realschule zu Michel- state Johannes L11 auf ihr Rach'uchen unter Averkeimimg der dem Staate geleiteten Dienste vom 16 April 1919 ab.
** Gestohlen wurde Donnerstag abend, nv- gesähr 10 Uhr, ans dem $>ofe Walltoribcaße 73 rin feldgrau gestrickenes Auto (£>rrre?wagm, Eigentum der Ne,ct^^-mertnnn>, Brotos 10/30, Motor Nr 5002. äußere Nr ITT. a. 1064 1000 Mk Belokannw Hnb teiti zng f^rrl, der rine^vnr an- geben la m. die am StmCNort des Au:os hHnt
* Entwendet wurde om 10 d M nachmittags zwifrten 5 und 6*A 11 br von der Licker Straße »um EafS Ernst Vu.'nng eine schwarze Bri ftasche mit 500 Mk., oonokarnb aus 50 Mork- Cckrinen bestebend, und ein Ausweis über rin Verwnndetenab.richen auf den Namen „Hnter- offfzier Sinn bei mer", ansaestellt vom Inf -Regt. Nr 87. Für die verdnsckafsung des Geltes Hal der Geschädigte eiM gute Briohuuug ausgesetzt.
** Diebstahl. In letzter Zeit iit an5 bet Waschküche teS hiesigen GarnisonlaBarett- ein langer roter G a ' u ch cn.ioen»
bet worden. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen.
* Orchester verein Das Konzert, das der Orctrskerverein gestern abend im Saale des „Einhorn ' veranstaltete, hatte autxrgeroobnltdxil Erfolg. In Anderrack, dessen, daß i>u Mttwirkew den nickt aus geschulten Orchesterkraften. ionöetN nur aus Mufikliebhabern beiteoen, müiien ure Leistungen hock anerkannt werden. Tas Zu anunou Piel war sauber nnb klang rem un? bewies, mit weither Lnngabc der Dirigent des Crtbeiter-i, Sxrr Musiklebrer W. Gernhardt, mb die Erziehung Tim Orchesterspiel hatte angtbeäien las ex Tie achte Snmpbonie von Laydn B-Lir op 8J ®t. 2 kam überraschend gut zum Vortrag, besonders auch der Satz des Adagio cantabile, Tic Büttnersck« Bearbeitung eines alten Kirchenliedes bot in der farbigen Orchestrierung keine geringe Anfgobe. aber auch sie wurde mit gutem Gelingen gdbft Den wirfungöDollcn Scklnß bildeten zwei Militärmärsche von Schüben, der G-Dur-Marsch und öer noch bekanntere T-Tur-Marsck in der Orchesterbearbeitung von Liszt. AlS Solistin mar Fräulein Ella Lvncr vom lOpernhauS Frankfurt gewonnen. Tic Künstlerin rechtfertigte den Ruf, der ihr als Harfenistin vorauSgina, vollauf. Mehr noch im Solovortrag, als im Zn lammen, pvl mit dem Orchester überraschten die Sicherheit ihrer Technik und die ModulattonSfähigkeit ilwer Tongebung. Die Künstlerin erzielte solchen Beifall, daß sie sich zu einer Zugabe verstehen mußte. Ter Erfolg des 21bends läßt weitere Konzerte nul Intere.se erwarten.
*e Landaufenthalt von Stavt kin- dern. Ta» Cbertonft ormm hat an die evange- Hjten P a räm er muchtehvides AuSsckuriden gerichtet: ,,'And) m Metern Jahr booteickSigl man, Stadl sinter auf dem Leock unterzu br rngen. da gerade jetzt die Folgen der mdyriäte gen (Snlbete rurtgen sich in beiorgititenegenbcr Weise zeigen. Wir cnwfebla Ihnen, sich — w» auch in ► < r-CKren Jahren — mit Tat nnd Tai an biritr ,vü orgt-läl^g'eit nach Stätten -u beteiligen. Daß in unieien La rbg.mernden runäch t hessische Kinder unterzubriiigen find, bauen wir für sribstvev» siändlick."
** DerO ber hessische Diebhandel»- verband gibt befanni, datz infolge der Friertage die nächte VieH.ibnahme in Netzen am Montag den 14. April unb in der darauf folgt «bat Woche cm Mittwoch ben 23. "April fLittfintet
** Im Oberbessischcn Geschickt»- Verein wird m .jtn sSamstag der Denkmal- pffeger für die Provinz Ober bei kn, yerr l^eh. Baurat Pros. Walde von der Technischen Hochschule in Tarrnftadt, über kine Ausiradungen im Kloster Arnsburg sprechen, bie namentlich für bie Bau geschickte ber Abteikirche zu widMigen Heuen Ergebniffen geführt haben. Der Vortrag, zu bem auch Nicktmitglteder trezn Zutritt hoben, finbet mit Lichtbildern im großen Hörsaal der Um- vcrsität abends 8’4 Uhr stattt
•* Gesellschaft Lieb ig-Musenm Der Vortrag findet am Sonntag morgen im Hörst» l des chemischen Universitä »-Instituts Ludnn<v- sttaße 21 «nicht 12) Eingang von bet ?lulaki.e statt.
** Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Heute letzter Tag des Hennp-Porien Films Ab morgen treten Hella Most» in „Vor ben Toren deS Le- bmi" uiib Stuart in „Tie grixunni*-
vollen Briese" auf.
Landkreis Gießen.
gn. Grün berg, 10. April. laß das VOb des heutigen Ostermarktes schon c in mal da war, befim wissen sich sogar bte alterältestre S?eute" nicht zu erinnern Hunderte von fl'äufern strömten nach dem Schweinemarkl, auf dem — kein einziges Schweinchen aufgetricben war. 1
Landkreis Girßrn.
*m Heuchelheim, 11. April Beim Nie» berlegen einer Scheune stürzte gestern nachmittag der 37jährige Friedrich Hartmann von hier aus bcträchtlichr Höhr : b unb wat auf der Stelle tot. Ter Verunglückte hinterläßt eine Witwe mit zwei Kindern.
** Lang-Göns, 9. April. Pbvtoanrch Wilh. Phil. Boller und Frau Kikhr Boller geb. Luh begingen heute das Fest der filbetnae Hochzeit
Lang-GönS, N April Meter «anberge r von hier ist wegen S(hlctd)!xi:ibrU mit Dich und Fleisch die Auswtiskarte ringezogen. Es bars d^her an ihn künftig weder Rutz- unb Zuchtvieh noch Schlachtvieh veriautt werden.
Hessen Nassau.
H Marburg, 10. April Vergangene Nackt drangen mehrere Männer in das vor den Tore» der Stadt am Baldrande ltegente Eigentum eines hiesigen Arbeiters ein und fchlachketen, indem sie den Mann mit dem Revolver bedrohten, bot feinen Augen seine sämtlichen Hühner ob. Beim Weggehen kündigten sie ihm den Tob an, falls er Anzeige machen würde.
[1 Marburg, 10. Avril. Das Scköfto»» geeicht verurteilte einen hiesigen (rinwobner, in dessen Besitz em angeblich von einem Fliegtrofste zier gekauftes Motorrad gthmben wurte. wegen Nicklahgabe von Heeresg ut zu 500 Mk. Geldstrafe.
Lkschlogoahmnng von Lcden-witlelll in Freukfatt.
Frankfurt a. M., 10. April. Der Wcm giftrat veröffentlicht eine «TPttmimg über Regelung der Ledensmltteli»ersorttttig, wonach Herstellung unbVertan von Zuckerwaren. Kuchen. Torten und feineren Backwaren verboten werden, außerdem die Vorrä:. non Privathauskaltungen an Mehl, Fleisch. Ijretl, Zucker unb Kartoffeln bu'dj s. a «such rngm kon- trolHert nnb bis an» genrne Ulengen pro Kopf l Pfund Mehl. 1 Pfn id Fleisch- ober Wirst» waren. 200 Gramm Fett ober Del, 4 Pfund Zucker, 10 Pfund Kartoffeln, außer der tugetriltw Ration beschlagnahmt weiden sillen.
— Frankfurt a. M., 10. April. Ter Streik in den Adlerwerlen ist beigelegt. Tie BetwaltUTig hat die von den flnaehellten unb Arbeitern geforbrr e (inhdMilbungifnmmt in vollem Umfange bewilligt. Heute früb nwrbe bie Arbeit in sämtlichen Betrieben nt brr an genommen. — In der Chemischen Fabrik Griesbeinv- Elektrvv dält brr Ausstand nnterminten xp tu An gestellten unb Arbci er der Zwriiiwrke Unter» tflrfbriw imb Weidenau schlossen sich der Be- wegunq an.
--FtankfurtaM.. 10 April Durch eine MagistTateverordnunii werbe beute dieZwanis- ein mietung Wobnungiuckx-nder in gewerbsmäßig ausa nutzte Gasträume von Hotels, Pensionen unb ähnliche» Betriebe» sowie t»


