Tamit schließt dir BeftTrechung. Der Antrag der Bolls,cirrschattskommülion rorrd angenommen.
Nächste Ätzung Tienstag, 10 Uhr vormittags. <Anterpellation Arnstadt über das Verhältnis von Staat und Äirche.) — Schluß 3/*9 Uhr.
Eine Sapitalrentensteuer.
Berlin, 10. März. (WTB.) Wie die ^Tägliche Rundschau^" von zuverlässiger Seite erfährt, wird der Entwurf einer Kapitalrenten st euer demnächst der Nationalversammlung vorgelegt. Eine Steuer von 10 Prozent ist demnach auf alle Kupons, Tividenden- scheinc und auch auf alle privaten Schulden zu bezahlen.
Groß-Hessen.
•• Alsfeld, 8. Febr. 3n einer am Mittwoch den 5. b. Mts. im „Deutschen Kaiser" hier abgehaltenen Versammlung der Ortsgruppe Alsfeld des Hess. DolKsbundes wurde nach einleitendem Vortrag des Herrn Assessor Ploch das Thema ..Groß-Hessen" be- handelt Herr Bruno Jacob-Kassel hielt einen eingehenden Vortrag und führte aus, daß eine gesunde Neugestaltung Deutschlands, die Idee der Reichs- Einheit nicht gefährdet würde durch Errichtung eines dem StammesgedanKen Rechnung tragenden Staates Hessen neben den angestrebten Staatsgebilden Thüringen, Hannover, Rheinland und Ostpreußen. Die dem Bestreben gegenüberstehenden Schwierigkeiten seien nicht unüberwindbar, wenn nur der Wille vorhanden und jegliches Parteigezänk vermieden werde. Möge unser schönes Hessenland bald «in kräftiges Glied eines lebensfähigen gesunden Groß-Hessen werden! mit diesen Worten schloß der Vorsitzende die eindrucksvoll oerlaufene Versammlung.
•* Lauterbach, 10.März. Eine am Donnerstag hier veranstaltete Versammlung, in der Schriftsteller Jacob-Marburg sprach, erklärte sich mit der Gründung eines Staates Groß-Hessen einverstanden. Auch die an der Aussprache teilnehmenden Redner äußerten sich zugunsten eines neuen Staatsgebildes im Sinne des Referates, wobei mancher begründete und beherzigenswerte Gesichtspunkt zutage trat. „3m freigewordenen Großdeutschland ein gleichberechtigtes Hessen", dies war der Sinn, den sich die Versammlung zu eigen machte, wobei selbstverständlich die berechtigten 3nteressen des in vielerlei Hinsicht bisher stiefmütterlich behandelten Oberhessen ans Licht gezogen wurde. Das Ergebnis der Versammlung war die Gründung einer Ortsgruppe Lauterbach des Hessischen DolKsbundes, bie ihre Tätigkeit alsbald aufnehmen wird.
Aus Statt unfc Land.
Gießen, 11. März 1919.
Gültige Lebensmittelmarken
für die 11. Woche vorn 10 bis 16. März 1919. Brot: 2250 Gramm Drot oder 1680 Gramm Mehl,
Brot Klg...........45 Pf.
Weizenbrotmehl klg.......56 „
Weizenbrot klg.........80 „
Weißbrotbäcker: Fleckenstein, Walltorstr., Krämer, kreuzplah, Weimar, Frankfurter Straße. Butter: Marke Rr. 11. 40 Gr. Butter zu 48 Pf. Fleisch: Wochenabschnitt 11.
Metzger für Fremde: kühn, Marktstr. 23.
Metzger für Urlauber: kreuter, Neustadt 17. Kartoffeln: Anteil 5 Pfund zum Preise von 43 Pf. Nährmittel: Marke 3 März 1919.
Die Nährmittel für März sind eingetroffen.
Nähere Bekanntmachung über die Verteilung erfolgt noch.
Iugezogene: Schade & Füllgrabe, Ludwigstr Urlauber: Emil Dörr, Gr. Steinweg 14.
Lebensmittel:
Marke 11: 1 Pfund Marmelade zu 1 Mk.
Marke 12: 125 Gramm Kunsthonig zu 20 Pf.
Marke 13: 1 Hering.
Iugezogene. H. Arnold, Kaiser-Allee.
Jucker: Marke 3 März 1919.
Jucker für März ist noch nicht eingetroffen.
Iugezogene und kranke: Balke, Stephanstr. 42. Urlauber: Rudersdorf, Bismarckstraße.
Seife: Marke für März 1919.
Anteil 125 Gramm KA.-Seifenpuloer zu 15 Pf. 50 Gramm KA -Seife zu 20 Pf.
Gemüse: Stadt. Obst- und Gemüseverkaufsstelle, Turmhaus am Brand.
Getrocknete Gelberüben, Getrocknete» Weißkraut, Sauerkraut und Iwiebeln.
Samenverkauf: Drotkartenbezirk 2, Turmhaus am Brand. Dor- und Nachmittags.
Buschbohnen und Erbsen verschiedener Sorten.
• • Die 7. Ausgabestelle der Lebensmittelkarte, bisher im Stadthaus Seitenbau wird mit Wir- kung von Mittwoch den 12. März nach Plockstraße 2, Butterverkaufsstelle, verlegt.
• • Petroleum- und Kerzen-Derteilung. Mittwoch den 12. ds Mts. werden durch die zu- stündigen Bezirke, vormittags 8)4-12 Uhr, Marken fix Petroleum und Kerzen ausgegeben. Siehe Be- »auntmachung.
• • Beim ftäbt. Samenverkauf Turmhaus find nur noch Buschbohnen und Erbsen zur Saat in verschiedenen Sorten vorhanden, welche ab heute täg- sich, soweit der Vorrat reicht, noch billigst zum Verkauf kommen.
Schlachtvieh unb Fleischpreise.
Vielfach wird auf dem Lande die Klage laut, zwischen dem für Schlachtvieh vom Händler gebotenen Preise und dem endgültigen Fle schverkaufspreise an den Verbraucher bestehe eine unnatürliche Spannung. Dieser Anschein muß tatsächlich erweckt werden, wenn man bedenkt, daß für Schlachtvieh letzter Sorte 55 Pf. Lebendgewicht bezahlt werden, während das Fleisch zum Preise von Mk. 2.40 das Pfund zum Verkaufe gelangt.
Diese Preisspannung aufzuklären, haben wir uns an den Oberhesstschen Diehhandelsverband ge- wendet, der uns als Beispiel nachstehende
Berechnung über eine am 29. Januar ds. Fs. betätigte Anliefe, rung von Schlachtvieh an die hiesige Fleischer-3nnung vorlegte:
Angeliefert wurden : 29 Stück A 90 Pf., 3 Stück * 80 Pf., 1 Stück A 85 Pf., 1 Stück r 55 Pf.
Die Anlieferung hatte ein Gesamtlebendgewicht von 30 455 Pfd, das Schlachtgewicht betrug 13 419 Pfd., sodaß eine Ausbeute von etwa 4t % vorliegt und die Ausgaben betrugen: an Ein- Kaufspreis Mk. 28 961 86, 1 % Zuschlag (zur Deckung der hier entstandenen Unkosten Mk. 289.61, für Schlachtscheine wurden bezahlt an Schlachthof Mk. 476.-, an Löhnen wurden ausgeaeb<n Mk. 337.50, an Versicherungsprämien für Teilschäden wurden be- zahlt Mk. 102.-, Summa Mk. 30 166.97.
Erlöst wurden aus dem Nebengefälle: für Häute Mk. 1094.80, für Fett Mk. 142.80, für Eingeweide- teile Mk. 1258.- = Mk. 2495.60; verbleiben Mk.
27 671.37. 3n diesen Betrag das Schlachtgewicht mit 13 419 Pfd. geteilt ergibt einen Verkaufspreis von Dir. 2. 6 p'r pfd. Dabei ist nicht berücksichtigt der dem Metzger doch zweifelsfrei zustehende Anspruch auf Verdienst.
Der Oberhessische Diehhandelsverband bemerkt hierzu, daß die Angabe, wonach die Tiere gegenüber dem Lebendgewicht eine Ausbeute von 44" e ergeben haben, den Tatsachen entspricht. Selbst ein aus- gemästetes Rind, ein sogenannter Fetträger, ergibt nur eine Schlachtausbeute von höchstens 55*/«. Bei den gegenwärtigen Futteroerhältnisien bringen unsere besten Tiere eine Ausbeute von höchstens 50 Wenn also die 35 Stück eine Ausbeute von 44 % ergeben haben, so entspricht das den gegenwärtigen Der- hältnissen.
Tu. Zuweisung von Schlachtvieh von ge- ringeren Klassen geschieht nicht regelmäßig und nur h^r imt> da eitrmal und jedenfalls ist die Arilin e- rung dieses germgflanigLN Viehs nicht p ssroß, daß ie auf ben g-samten Verkaufspreis von Ernflutz i|L
Auf tnc itlagt, in &u».‘n seien die Verlaufs- preise für Fleisch zu hoch, entgegnet die M etzger- n n u n g , daß in allen Nachöarstäd^t ofrne Aus- nalMe überall höhere Verkaufspreise für Fleisch (»eslehen, ganz abgesehen davon, daß in unserem eigenen Kreise die Preisprüfungsstelle der Provinz Obcrhesseii höheren Verkaufspreis für Fleisch feld- gestellt hat. 3d»jn aus der vorstehend wieder- gegebenen Berecimung, wobei noch nicht einmal ber Verdienst des Metzgers, und sei er noch so gering, mit berücksichtigt ist. ergibt sich nach An- icht der Innung, daß die derzeitigen Verkaufspreise in ®iefrn zu niedrig suid, und txiß das Verlangen der Dietzger auf Erhöhung der Verkaufspreise durchaus berschttgt ist.
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** Amtliche Personalnachrich- t e n. Am 28 Februar d. I. wurde der Ober- förfter Wilhelm Lipp zu Grebenhain zum Oberförster der Obersörsterei Grebenhain er- taannt. — Am 18. Februar d. Js. wurde der Oberförster der Obersörsterei Schotten Forstmeister Hugo Seidel in Schotten auf fein Nachsuchen in den Ruhestand verletzt.
^Oberhessiscker Kun st verein. Da die Aus« ftellung nur noch diese Woche bleibt, soll den Wünschen einiger Kunstfreunde entsprechend die Ausstellung am Mittwoch außer von 11 bis 1 Uhr, auch am Nachmittag von 3 bis 5 Uhr geöffnet bleiben. Sie wird dagegen am Freitag nur von 11 bis 1 Uhr geöffnet sein.
** Gießener Konzert-Derein. Sonntag den 16. März 1919 findet nachmittags 5 Uhr in der neuen Aula das achte Konzert statt mit Frau Erler-Schnaudt (211t), Kammersängerin aus München und Herrn G. Casini (Cello) aus Leipzig- Am Klavier Herr Prof. G. Trautmann. Auf dem Programm stehen Lieder von Hans Pfihner und Trunk, Werke von Bach, Dolkmann u. a. für Cello.
**ZumBeftenderbeidenSchwe- sternhäufer und des Kinderhorts hatte Fräulein Minna Koerner, Schule für höheres Klavierspiel, am 2. rrnd 9. März mit ihren Schülern und Schülerinnen unter Mitwirkung von Frau Professor Versluhs zwei Konzerte veranstaltet, zu denen sich eine zahlreiche und empfängliche Hörerschaft einfand. Der Vortrag der Sonaten in E-Moll und E- Dur, der Leonoren-Ouvertnre Nr. 3 von Beethoven überraschte durch temperamentvolle Auffassung und sauberes Spiel. Fran Professor Versluys sang Beethovens „An die Hoffnung op. 94, die beiden Pa gen-Arien aus dem „Figaro" und das Wiegenlied von Mozart. Der Umfang ihres Organs ist beträchtlich, es offenbart Tonfülle, Weichheit und Schmelz. Ihr Vortrag kam vom Herzen und ging zum Herzen. — In die Programme waren stimmungsvoll die Rezitationen zweier Dichtungen, dem Gedächtnis Mozarts gewidmet, verwoben. Allen Darbietungen wurde reicher Beifall gezollt.
*♦ Schwu rge richt. Als Geschworene rirr die SclMurgerichsperrvde des ersten Quartals 1919 wurden ausgelost: 1. Ludwig Loth, Rentner in Beltershain. 2. Heinrich Buchenau, Landwirt in Clorndors. 3. Otto Hermann Ohl, Bäckermeister in Bad-Nauheim. 4. Wilhelm (9>uarb Trapp, Chemiker in Friedberg. 5. Ott) Seim, Bürginnneister und &mbnnrt in Heidelbach. 6. Konrad Roth, Wirt in Lkdcrbach. 7. Hernrich Karl Psnorr, Äientmeister in Londorf. 8. Josef Mobs, Seisen- sabrikant in Giesten. 9. Theodor Lotz, Kaufmann in Ziesten. 10. Richard Hock, Rentner in Friedberg .11. Mbcrt Handrich, Schneidermeister in (Äehen. 13. Konrad August Müller, Reittner in Friedberg. 14. August Gustav Walter, Bürgermeister in Bauernlieim. 16. Wilhelm Becker 1., Trcppenbauer in Glauberg. 16. Karl Flcminring, (tzutspächtrr in Büdingen. 17. Heinr. Dolkmann 3., Kohlenhändler in Heucl-elheim bei Gießen. 18. Philipp Rricliert 4 , Landwirt in Ml-Wiedermus. 19. Johannes jlartsmann 3., Landwirt in Münch- Leusel. 20. 3jbann Philipp Ferdnurnd DomM, Ncnlner in Friedberg. 21. Konrad Tcinkaus 1„ Landwirt in Grün berg. 22. Georg Kehr, Landwirt in Burg-Genriülden. 23. Wilh. Häuser, Schmiede- meister in Friedberg. 24. Ernst Diegel, Landwirt in Ehringshausen. 26. Ja Hann Hanrmcrmaun, Juwelier in Giesten. 26. Georg Leopard, Bürgermeister in Dielbach. 27. Wilhelm Christian Rudolf Sang 2., Landwirt in Friedberg Fauerbach. 28. Gustav Brake, K.mfmann in Frtedocrg. 29. Wil- hclm 4iack 3., Beigeordneter in Dorn-Asseuhriin.
•• Amtliche Mitteilungen der Handelskammer Gießen. (Es sind der Handelskammer von amtlicher Seite Mitteilungen zugegang n über: 1. Deut- sche Forderungen gegen Belgien, 2 Hilsskasie für ge- werbliche Unternehmungen beim Demobilmachungsamt in Berlin, 3. Verkehr mit dem besetzten Gebiet, 4 Rückgabe der in Belgien und Frankreich weggenommenen Detriebseinrichtungen. Nähere Auskunft hierüber wird auf dem Sekretariat der Handelskammer erteilt.
*' Hessischer Volk sbund. 3n der gestern veröffentlichten Entschließung der Gesamttagung ist ein Druckfehler unterlaufen. Die Stelle muß richtig heißen: Allen voran stellt der Hessische Dolksbund die Einheit und Stärke des Reichs; alles, was bas Reich selbst leiten und lenken will, sein Sein; nur in diesem Rahmen will das hessische Volk ein glückliches Dasein unter der Verwaltung seiner Landsleute und in Pficge seiner kulturellen Güter führen.
•• Der Verein der deutschen demokratischen Partei in Gießen hält am Donnerstag den 13. März, abends 7*/, Uhr im Hotel „Großherzog von Hessen' eine Mitgliederversammlung ab.
•• An dem Dartenbaulehrennnen-Seminar Gießen wurde am 9. März d. I. die erste Prüfung in Gegenwart von Geh. Landesökonomierat Müller- IDarmstadt als des dazu entsendeten Regierung». Kommissar» abgehalten. DU vier der Prüfung unter*
zogenen Seminaristinnen haben sämtlich bomben. Am 1. April beginnt ein neuer Kursus für Lehrerinnen; ein Kursus für Berufsgärtnerinnen wird neu eingerichtet. Ferner werden im Sommer 1919 auch wieder der Kursus für Frauen und Mädchen zur Ausbildung im Klein-Gattenbau (Gartenbaukolonie) und ein kleiner Kursus eingerichtet, in dem einmal wöchentlich Unterweisung im Kleingattenbau erteilt wird.
* De sitz wechsel Das Anwesen der Frau Kinzenbach fflwt., Wctzsteinaasse Nr. 15, ging für den Preis von 13500 Mk. in den Besitz de» Karl Borger, Langgöns, über.
•• Reserve-Lazarett I. Am Sonntag veran- tastete die Abteilung Steins Gatten des Reserve- Lazarett»! Gießen eine gesellige Feier für die Patienten des Lazaretts, zu der auch zahlreiche Gäste erschienen waren, im Frankfutter Hof. Das Fest, bestehend aus Musikootträgen, ernsten und heiteren Dotträgen sowie Verteilung von Liebesgaben und Verlosung verschiedener nützlicher Gegenstände, nahm einen durchaus befriedigenden Verlauf.
" Gärtnerversammlung. Die Verbandslei- tung des Verbandes der Gärtner und (Bartenarbeiter ladet jede Person, die in gärtnerischen Betrieben tätig ist, zu einer Versammlung am komm nden Donnerstag den 13. März, abends 7* , Uhr, im Lokale des Gastwirts Rahne eldt, Schanzensttaße, ein Jur De- prechung stehen die Lohn- und Arbeitsverhältnisse
Schwarz.Weiß-Lichtspiele, Sestersweg81. Von heute bis Donnerstag tritt Bruno Kastner in dem vieraktigen Schauspiel „Der Gauestellvertreter" auf, außerdem wird das Lustspiel „Sein Strandlieb- d)ene mit Hans Dege gegeben. Ab Freitag gelangt der Kulturfilm „Keimendes Leben 2. Teil' in 6 Akten zur Uraufführung.
— Lichtspielhaus, Bahnhofstraße 34. Heute ist letzter Tag des Filmes „Das Tagebuch einer Der- lotenen". Von Mittwoch bis Freitag wird „Per flie- genbe Holländer', eine astfriesische Dolkssage in fünf Abteilungen, gegeben; außerdem mehrere Tanzfilms.
Landkreis Gießen.
-o- Großen-Linden, 10.März. Am Samstag führte sich unser Gesangverein „Harmonie' nach nahe- zu fünfjähriger Unterbrechung jeglichen Btreinslebens durch einen Degrüßungsabend wieder ein. - Gestern nachmittag wurde unser Lehrer Hch. Schmidt unter sehr starker Beteiligung der Gemeinde und auswärtiger Lehrer zu Grabe getragen.
8. Oueckd orn, 10 März. Hier ist ein Verein zum Schutze der Kriegsgefangenen entstanden, dem sofott 296 Mitglieder durch Namensunterschrift beigetreten sind.
l Saasen, 10. März. Unser Bürgermeister Sch epp verunglückte am hiesigen Bahnhof tödlich. Lr wollte auf den Iug aufspringen, der sich schon in Bewegung gesetzt hatte, fiel herunter, blieb m t dem Mantel hängen und wurde eine Strecke geschleift. Er wurde so schwer verletzt, daß er in der Gießener Klinik starb.
Kreis Friedberg.
*• Bad-Nau heim, 10. März. Das im Sommer 1917 auf Veranlassung der Großherzogin in Dad-Nauheim errichtete Eleonoren-Kinderheim für schwache, insbesondere rachitische Kinder hat auch im Jahre 1918 seine segensreiche Tätigkeit fortgesetzt. 3n der Jett vom 19. Januar bis 30. November 1918 waren im ganzen 126 Kinder mit 5250 Derpslegungs- tagen im Heim untergebracht. Es wurde im allge. meinen darauf gehalten, daß die Kinder mindestens 4, durchschnittlich aber 6 Wochen im Helm blieben. Leichtere Erkranku gen wurden hn Heim behandelt, die schwer Erkrankten wurden in die Klinik nach Gießen verbracht. Die Kinder konnten mit wenigen Ausnahmen wesentlich erholt, teilweise mit vorzüglichem Aussehen nach Hause entlassen werden. Von den Kindern konnten 51 bei ihrer Aufnahme nicht laufen; von diesen lernten 11 völlig frei, eine weitere Anzahl an der Hand laufen. Das H im war auch im abgelaufenen Jahre im Dr. Reihnerschen Hause in Dad-Nauheim untergebracht, von Frau Dr. Reißner örtlich verwaltet und von Professor Dr. Koppe in Gießen ärztlich überwacht. Die Verwaltung der Mittel und die obere Leitung lag in den Händen von Frau Finanzminister Dr. Decker. 3m übrigen hat sich in den Einrichtungen nichts geändett. Das Heim hat auch im abge aufenen Jahre so manchem armen Kinde Kräftigung und Erholung gebracht. Möchten sich daher wohlmeinende kinderfreunde fin- den, die durch größere Spenden einen Grundstock zu- fammenbringen, der die Schaffung dauernder Linrich. tungen ermöglicht. Es ist dies um so notwendiger, als die Dr.-Reißner-Stiftung das Gebäude, das sie nun 2 Jahre überlassen, nunmehr verkauft hat, so daß es mit dem Herbste ds. Js. geräumt werden muß.
Starkenburg und Nhrinhessen.
= Darmstadt, 10. März. Der Student Bogt, der 1915 in dem aufsehenerregenden Mordprozeß Heiderich-Vogt megen Beihilfe zum Morde an dem Privatmann Heidench zu lebenslänglichem Jucht- haus oerurteilt war, ist infolge der Amnestie auf freien Fuß gesetzt worden. Die Anstifterin zum Morde, Frau Herderich, unter deren Einfluß Vogt gestanden hatte, entzog sich kurz nach der Bluttat ihrer Bestrafung durch Selbstmord. - Auch der wegen Ermordung einer Frau in Lampertheim zu 15iähriger Zuchthausstrafe verutteilte Metzger Richard Drabir aus Königshütte bekam die Freiheit auf Grund des Amnestieerlasses.
Hessen-Nassau.
— Frankfurt a. M., 10. März. Im Polizei- Präsidium ist ein Dezernat für kulturelle Angelegenheiten (Volksbildung! gegründet worden, das allen Bestrebungen kultureller, künstlerischer und pädagogischer Art behördlichen Schuh verleihen will. Jur Zuständigkeit dieser Abteilung gehören vorerst Schundliteratur, geistiger Iugendschutz, Kinofragen und das Onseratcnwesen. Die hiesigen Zeitungen hab.n sich bereit erklärt, in Zukunft Anzeigen folgender Att nicht in ihre Spalten aufzunehmen: Wahrsageschwindel, spiritistischen und okkultistischen Schwindet, Ankündi- gütigen von Schundliteratur, Sensationsbücher sexueller Art, Abenteurer- und Räuberromane, Nebenverdienst-, Unterstützungs-, Darlehns-, Preisrätsel- und Neklame- schwindel. (Eine Neuregelung der Kino-Polizeiverord- nung ist in Vorbereitung^
= Frankfurt a M., 10. März. Wie in der heutigen eoangelisch-lutherischen Stadtsynode mitgeteilt wurde, lagen im Monat Januar dem hiesigen Ge- richt nicht weniger als 500 Anträge auf Ehe. scheidungen vor. Die Gründe zur Lösung der mei- ftens als Kriegstrauungen geschlossenen Chen sind zu einem hohen Prozentsätze auf Untreue zurückzuführen. - Im Jahre 1918 starben in Groß-Frankfurt trotz einer verminderten Beoölkerungszahl 6600 Personen, eine hier noch nie erreichte Ziffer. 3m letzten vollen Fr edensjahr 1913 starben hier bei rund 450000 (Ein- wohnern 5138 Personen.
AuS dem besetzten Rheingebiet.
— Mainz, 10. März. Die augenblickliche Be- setzung von Mainz erinnert an das wirklich internationale Gepräge der Stabt 1862. DU Sprache
war deutsch, das Gesetz französisch, die RegUnm, Hessen-darmstädtisch, das Gouvernement österreichische die Kommandantur preußisch, die Garnison italienisch, der Telegraph bayerisch, die (Basanffalt badisch unb die Post - Thum und Taxisisch.
Kircbücbe Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Mittwoch, 12. März, abds. 6 : Passionsandacht ix der Iohanneskirche, Pfr Ausfeld.
Letzte Nachrichten.
Die fommenben FriedeoSverlmnbliingtL.
Berlin, 10. März. (WTB.) 3n der Geschäft»- telle des Außenamtes für die Friedcnsverhandlun» gen fand unter Vorsitz des Außenministers Grafem von Rantzau eine Vollsitzung der verschiedenen an den Friedens Verhandlungen beteiligten Reichsbehörden, |oroie der zahlreichen von den einzelnen 3nter- essenverbänden vorgeschlagenen Sachverständigen statt. 3nsgesamt waren etwa 90 Personen anwesend. Der Reichsminister wies in einer einleitenden Ansprache darauf hin, daß vorliegenden Presienachrichten zufolge um den 20. Marz herum endlich mit Beginn der Verhandlungen für den Abschluß des Vorfriedens gerechnet werden dürfe. Es sei daher angezeigt, in dieser Woche in gemeinsamen Sitzungen das von den verschiedenen Reichsamtern für die Verhandlungen gelieferte umfangreiche Material noch einmal durch- zusprechen und über die den deutschen Unte. Händlern zu erteilenden 3nstruktionen völlige Klarhett zu schaffen. Hierauf erstattete d-r mit der Vorbereitung der Friedensoerhandlungen beauftragte Botschafter Graf Bernstorfs einen allgemeinen Bericht über Deutschlands Stellungnahme zu den bei den Verhandlungen zu erwartenden politischen und territorialen Fragen, während Geheimer Legationsrat Schmitt und Ministerialdirektor Simons entsprechende Berichte über die bei den Friedensverhandlungen zu lösenden handelspolitischen und völkerrechtlichen Probleme erstatteten. Daran schloß sich eine eingehende Diskussion.
London, 10. März. (WTB.) Reuter. Der Korrespondent der „Pall Mall Gazette' in Paris berietet, er habe von gut unterrichteter Seite erfahren, die Kommission für Entschädigungen habe entschieden, daß von DeutschlandSMilliarden PsundSterling (163 Milliarden Mark) Kriegsentschädigung verlangt werden.
Die Berbanblunqen in Epaa.
Berlin, 10. Mäm. (WTB) Sitzungsbericht der Waffenstillstandskommission in Spaa vom 9. März. - General Nudant machte heute nähere Angaben über den Stand des Abtransportes der deutschen Truppen aus Haidar Dascha bezw. Konstantinopel. Darfhd) beträgt die Gesamtzahl der von dort heimzuführenden deutschen Militärpersonen 18500. Von diesen sind am 1. März 5900 Mann auf vier Schiffen abtransportiert worden. Iwei Schiffe mtt zusammen 4000 Mann haben konstantinovel am 4. u. 6. März verlassen, zwei Schiffe mit zusammen 3500 Mann sollen noch folgen. Der Abtransport der deutschen Iivilperfonen aus Haidar Pascha soll bereits übet 3talien erfolgt sein. Ferner teilte Nudant mit, daß die Alliierten dem deutschen Ersuchen, eine Po st Verbindung mit den in Sibirien internierten deutschen Kriegsgefangenen herzustellen, nachgekommen seien. Auf das deutsche Ersuchen, den deutschen Studenten aus den linksrheinischen Teilen Bayern» zur Fortsetzung ihrer Studien einige Monate d« Besuch rechtsrheinischer Universitäten zu gestatten, erklärte Nudant, die Alliierten mühten diesen Wunsch mit Rücksicht auf die innerpvlltische Lage Deutich- land» abschlagen. Nach den bestehenden Bestimmungen sei die Ausreise aus dem besetzten Gebiet nur gestaltet, wenn keine Absicht auf Rückkehr vorliege. Die im Waffenstillstandsvertra^ vorgesehene Lieferung von deutschem Kriegsmaterial an die (Entente ist, wie Nudant in einer 'Note feststellte, am 7. März zum Ad- Ichluß gekommen. Das zurückgewiesene und über» schüisige Material könnte deutscherseits im Brückenkopf Mainz in Empfang genommen werden.
All- Berlin.
Berlin, 10. Tläri. (WTB.) 3n Berlin hoben Truppen der Garde-Kavallerie-Schützen-Dioision tn der Gegend der Michaelikirche und der Markusstraße ein Spartakistennest mit über 100 Mann aus, davon wurden etwa 30 Mann standrechtlich er. schossen.
Berlin, 11. März. 3m Berliner Leichenschauhause liegen laut „Disch. Allg. Itg." etwa 200 Tote. 3m Berliner Polizeipräsidium wurden gestern sechs Matrosen, die im Kampfe gegen Regierungstruppen gefangen genommen waren, nach ihrem Verhör standrechtlich erschossen.
Berlin, 10. März. (WTB.) Um 6 Uhr abend» wird mitgeteilt: Neukölln bis zur Ringbahn ist von den Regierungstruppen besetzt Nach 'Norden pe-läuK die erreichte Linie über den Schlesischen Bahnhof, Friedrichshain, Güterbahnhos-Nord und Nordgrenze von Moabit. Die Durchführung der Entwaffnung macht gute Fortschritte. (Ein Angriff auf Lichten« berg ist beabsichtigt. Der Zeitpunkt dafür kann noch nicht angegeben werden.
(LinkStindgtbuusidkrfranzöfischcnttiewerkstboftni.
Bern, 10.März. (MB.> TAe Confsbs- rati on a 6 n 6 r ol e du traoail veröfsrnd- Ucht eine sehr lange Entschlichuitg, in der sie back Unbehagen, daS augenblicklich in yanz (Eurjpe herrsche, dadurch erklärt, daß die Bevölkerung rvpas von Annexionen nichts missen molle. Tie Talsache», wie die bcrtwfmr.c JnleroentstM gegen Rußland wie die Besttebmrgen auf verkappte Annektierung gewisser Webietc der alte» Mittelmächte stellten eine Äewa l t vol i t i k bar, die in schroffstem Widerspruch zu den van ber Entente verkündeten ©runbiävr.t flehe. Tne Eon- fööeratbn g6n£cale du travatl lehnt jebc Verantwortung für die sozialen titeignüfr ab, die bt tk-m Falle entstehen könnten, toem die Vertreter brr Friedenskonferen- den BokkSwillen m;b bse Wckische der Arbeitermassen verkennen und nick« dafür sorgen, daß der Friede endlich der Well wieder das Vertrauen aibt und das Recht aus Leben, Verrch- ttgkeit unb ,rreilxit der Völker in der ganzeti Welk sichert. Die Tagesordnung besteht zuglerch nochmals nachdrücklich auf der Turdrfctum] bei t>m der Berner Konferenz unb den (‘-ieisTn lasten angenommenen Besävüsse und ans dem Äittrage einer tntematbnalen Negelmrgder Arbeiterfragen tratetN halb de) Frieden sver trag eS.
Hall oh! Wer dort?
Hier Frau Direktor Lebmann. Bitte, schicken Sie mir foiort xroci Flaschen „Manarol", d S mir i ebd von einem tiefnnmen gegen meinen läiiiflm Vtdlel* schweif, dringend emofoblen wurde. Da ich darauf warte, baden Sie wobt die Wüte, mir da- Gewünschte nmaeicnb durch Fhren Boten au senden. — Vrei» Mk. 4.50, lange ausreichend, »n haben bei VI Droaerie »um MreuA. (Eichen. 1452b» «llelit-Fabttkam-Mauarol-Werk, FtaaklArt a-9X


