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Nr. 59
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erscheint tagffct), aufret Sonntags. — Beilaaen: •ieteHer^omilknblätter, KieisMotl
fit bei: Kreis Eletz«. vejnyrpreir:
monatl. 'Btt. 1.35, viertel- jährlich Mk. 4.05; durch Abhole- u. Zweigstellen montttl Mk. 1.25 durch die Host Mk. 4.05 viertel- jährt. auSschl. Besteklq, Femiprech - Anschlusie: für die SchristleitungllL Verlna/^eschältdstellebl 5Infd)rr<(fürTrahtnarfp rrchten: Anzeiger Stehen.
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169. Jahrgang
vlenrtag, U März 1919
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
ZMMngsnmddnlck ». Verlag: vrühffsche llnio^vuch- n. Steinfrrudertf 8. Lav-e. Zchristleititng, Heschastrstelle u. Druderet: 5chulstr 7.
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für örtliche Anzeigen 25 -UL, für a u 4 tv ä r 11 g • 30 Pf., für Reklamen Mk. I.-nebst 20°,Teue- runq-zus -t>laq;Platzvor- fchrift 20 H Autschlag. idauvtschri rlelter: Aug. ldoeq Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für bett Anzeigenteil: v. Beck; sämtlich in Dießen
des
treffen bte Ausfuhr von Kali, Holz und Farbstoffen.
Die Frage des Wiederaufbaues Nordfrankreich».
Berlin IC Mä«z (WTB.) Die Frage
Wiederaufbaues Nordfrankreichs durch
der deutschen SchUtzdivrswn konnten sich aber einige Leute der Besatzung retten. Ties« bestätigten, daß die Besatzung des Postgebäudes fast ganz niedergemacht wurde. Nachdem daS Postgebäude genommen war, wandte sich der größte Teil in die Alfredstraße. ES gelang ihnen, das Gebäude in wenigen Minuten zu erstürmen. Sämtliche Bell m t e n, die uniformierten und die nichtnnifor- mierten wurden unter MitzHandlung hercmsge- schlepvt, in die verschiedenen nabe gelegenen Höfe gebracht unb dort er s cho ssen.
Berlin, 10. März. (WB.) Im allgemeinen verlies dch> Nacht zmn Montag ruhig. Die Garde- Kavallerre^Schützen-Division und bie Zhr unterstellten Formationen lösten die ihnen gegebene Ausgabe, den tagS vorher eroberten Raum tXait* mäßig nach versteckten Waffen zu durchsuchen und vom Gesindel zu säubern. In Neukölln versuchten bie Spartakisten unter Einsetzung starker Kräfte die Daumschttle von Späth anzugreifen. Der Angriff wurde von der Besatzung erfolgreich abgewehrt, so daß die Spartakisten mit schweren Verlusten abziehen mußten. Es wurde bemerkt, daß ein Teil der Spartakisten anfängt nach R u m- melSbura, Johannistal, Oberschönc- weide und Friedrichshagen abzuziehen. Jedoch sind wieder andere Banden dabei, sich in Neukölln auf hartnäckigen Widerstand einzurichten. In Moabit ist nichts besonderes vorgefallen. Die ganze Art des Kampfes läßt erkennen, daß Überall im Osten sich örtliche Banden bildeten, die keine andere Absicht treibt, als eine günstige Gelegenheit zum Plündern auszunutzen. Tie viehische. Art, wie gefangengenomnicne Angehörige der Regierungstruppen mißhandelt und hingcmor- det wurden,, läßt deutlich erkennen, daß die Bewegung größtenteils von verbrecherischem Gesindel ausgeht. Vor allem beweisen dies die Vorgänge in Lichtenberg, lieber die dortige Steige können aus taktischen Gründen zur Zeit noch keine Mitteilungen gegeben werden.
Berlin, 10. März. (WB.) Die Volks- marine-Division wurde aufgelöst. Jeder frühere Angehörige der Volksmarine-Division, der noch mit Waffen in der Hand betroffen wird, wird nach Kriegsrecht behandelt.
Berlin, ,10. März. Von zuständiger mili- tärifcüer Stelle wurde über bat Wifruhr m Berlin erklärt, verbrecherische Elemente benutzten ben Streik, imt einen Aufruhr zu entfesseln. Die Un- abhängigen, sogar bk kommunistischen Führer hielten die Lage noch nicht reif zur Amv«rdimg von Gewalt. Der bewaffnete Aufruhr brach in Berlin gegen ihren Willen los. Bewaffnete Arbeitslose und Mitglieder des Roten Soldatenbundes, der aus Deserteuren und Strasaesangenen besteht, bie Do l ksma rincdivifion und Teile der republikanischen^ Sokdat-enwehr stehen im Aufruhr. Das Polizeipräsidium erschien ihnen als Haupthindernis für ihre Plünderun<7sa.bück/en. Nach benr Präsidium wollten sie bat Reichstag, die Nrichsdn ickerei und die Bahnhöfe nehmen und baim bie Räterepublik erklären. Tas Zentrum ist gesäubert, wobei die Mvrine-DrigÄx-, eine vorziigfuix Truppe, wesent- lidjc £n(fe leistete. Wir haben bie Sicherheit, mit ben Ausrührern restlos fertig zu nr-rben.
Die aufr-ülwerifchen Bauden sind zusammen- gefchrumpft und haben sich in kleine Trupps aufgelöst. Sie sind ohne einheitliche Leitung. Spanbau ist fest in unserer Hand. Tie Regierungsttup- pcn find absolut zuverlässig.
Die Zpartakiftengreuel.
Berlin, 10. März. (WB.) Nach Angaben des Polizeipräsidenten von Lichtenberg, Frhr. von S a l m u t h, der dem spartakistischen Massaker dadurch entrann, daß er bie Spartakisten, die ihn zum Erschießen aus dem Gebäude des Polizeipräsidiums wegschleppen wellten, mit einer größeren Geldsumme bestach, ist nicht daran tu zweifeln, daß dem Massenmord über 1 5 0 Men- schen zum Opfer fielen. Wie er über die Vorgänge am Freitag in der „B. Z. a. M." mit« teilt, zog die bewaffnete Spartakistarbande zuerst gegen das Postamt in der Margarethenstraße, das eine Abteilung der deutschen Schutz-Tivision in Stärke von einem Offizier und 54 Mann als Besatzung hatte. Das Postgebäude wurde von ben Spartakisten mit Minenwersern und Maschinengewehren beschoffen. Nach einem nahezu dreistündigem Kamps mit einer an Zahl weit überlegenen Bande schickte diese gegen sechs Uhr nachmittags Parlamentäre vor, die wegen Ueber- gabe verhandeln sollten und durch List die Besatzung veranlaßten, die weiße Fahne zu hiffen. Kaum war dies geschehen,-so drangen bie Spartakisten in das Postgebäude ein, entwaffneten die gesamte Besatzung und führten sie in den Hof der nahe gelegenen Schule. Tie Postbeamten Durften unbehelligt abziehen. Die Besatzung wurde auf dem Schulhof e djo ssen, Nach äÜUtiluna
Erklärungen PichonS über den Frieden.
Basel, 10. ^är^ Nach einer Pariser öa« vos-Meldung erklärte Pichon in einer Unterredung mit auSländisckMn Journalisten etwa folgendes:
1. Die Verproviantierung Deutschlands war an die Ausführung des Art. 8 des Wafsenstillstattbsvertrages vom 16. Januar geknüpft. In biefem Artikel verpflichteten sich die Teutschen, ihre Handelsflotte jur Verfügung der Alliierten zu steNai. Die Alliierten sind sich einig darin, die Teutschen nicht durch Lunger umkonr- nten zu lassen: das ist eine Frage der 'JRensck^ich- Eeit.
Die Vor dem 5. Februar ernannten Konnnis- fionen der Friebenskonferenz haben ihre Aufgabe Ganz ober fast ganz burchgeführt; die anderen roommiifioneit werden am 15. März mit ihren Beratungen zu Ende sein. Tie Kommission für die griechischen, bei gif eben, tschecküchon und runränischcn Angelegenheiten und die Kommission für die Frage der Verantwortlichkeit haben chre Arbeiten beendet. Die FriedenspräliMinarien werden schneller unterzeichnet sein, als num denkt.
3. Was die Frage der italienischen Grenze betriff^, so furb die Ansprüche Italiens berechtigt unb haben keinen «rmrexioni frischen Charakter.
4. Alle Einzelheiten ber Vorschläge Lloyd Geo rges über bie Entwa ff nu ng Deu t sch- lands werden aatgenom-mtii.
5. Tie Regierung Ebert-Scheibemann scheint über die Spartakiston gesiegt zu hoben, aber nur durch grobe Zugeständnisse. — Die Angliederung Deutsch-Oesterreichs all DeutscAand kann nicht allein durch den Willen der Teutschen und ber Deutsch-Oesterreicher geschehen. Tie Friedens lvrrfercnz ist zur Eiitsckieidmrg über diese Frage berechtigt: es gilt als sicher, bnst ihre ®nt|ßKtbung sich gegen den Willen ber Deutschen richten wird. LlLer noch ist bie Frage nicht gründlich studiert narben; es haben bis jetzt nur IBorbefwed^uigen stattgefunden.
6. Es ist noch nicht möglich, AusLmft über bie Schaffung eines icheinifch-toesrsülischen Königreiches zu <gcbat, das als Pufferstaat bieten toratte.
deutsche Nationalversammlung.
Weimar, 10. März.
Die Sitzung wurde um 2,20 Uhr eröffnet. Ans der Tagesordnung stehen
die Ernährvngr-Jsterpellationen.
Zur Begründuna führt
Llbg. Dr. Petersen (Demokrat) aus: Die Regierung muß mit absoluter Wahrheit und Klar- heil dem beutfdxn Volke sagen, tote die Lage ist. Andererseits müssen wir das moralische Gefühl des Volkes aufrufen. Die Arbeitseinstellungen müffen aufhören, damit die vorhandenen Vorräte nicht aus Furcht vor Unsicherheit vergeudet werden und damit die neue Ernte gesichert wirb. Wir fordern speziell die Aufhebung der Kvangsbetoirt- ichaftung für Fische und Eier. Wir verlangen den Abbau der Kriegsorganisationen. Ferner haben wir unsere Interpellation eingebracht, um an das Gewissen ber Welt zu appellieren. SSimn wir nicht die Lebensmittel bekommen, die wir haben müffen, io wird das nicht allein zu einer deutschen, sondern zu einer europäischen Katastrophe führen. Wenn dann der ruffische Bolschewismus Deutstch- land und schließlich ganz Guropa überflutet, dann müssen die Mächte die Verantwortung tragen, die helfen konnten, aber nicht wollten.
Zur Begründung der Interpellation der deutsch-nationalen DokkSpartei unb »ber deutschen Bolkspartei über bie Abstellung des Notstandes für die Lcmdnnrtschaft erklärt
Abg. Dr. S e m m l e r (D. B. P.): Wir stehen vor einer Katastrophe, wenn in besag auf bie Produktion künstlicknn' Tungemitteiluiw bie Beschaffung ber notwendigen Arbeitskräfte für die Landtoirt- HÜaft nicht Abhilfe «schissen wird. Wir müssen Vorsorge treffen, daß wir in Zukunft vom Auslände unabhängig werden. Dank ben Leistungen unserer Chemie rann die Frage, ob die deutsche Landwirtschaft imstande ist, bas deutsche Volk zu ernähren, restlos bejaht werden. Tie Zwangs- wirtsckmft muß nach den Vorschlägen des Dr. Rösicke abgebaut werden. Die Ablieferung von b. stimmten Mengen ist zu verlangen. Im übrigen muß den Landwirten volle Freiheit gelassen werden. Die Landwirtschaft kann nur gefördert werden durch den Privatbetrieb, nicht durch Sozialisierung.
Tas Haus beschließt die gemeinsame Be- sprechuns der beide» JLterpeAationen,
die Frage der
Lebensmittelversorgung,
Wk'jtem hat sich die deutsche Nationalversammlung unterhalten über bie drängende Not in ber Ernährung des Volkes. Der ReichS- ^rtrährungsminister Robert Schmidt legte dar, was uns in Aussicht steht. Nach neuen; ^Pariser Mitteilungen, die wir nachstehenb iviebergeben, soll uns ja nun endlich die Hilfe der Entente bevorstehen,' und der englische Befehlshaber der Besatzungstruppen im links- rheimscl-cn Gebiet soll in einem Telegramm Aur Abkebr von dem Hungersysdem gemahnt l-aben. Ein General fordert Milde, wäh- Jrenb die Politik der Entente, die sich immer so sehr ihrer ethischen Mission gerühmt hat, bischer hart und abweisend blieb. Und Robert Schmidt sagte uns, daß die englischen schwarzen Listen noch in der letzten Zeit vermehrt worden sind, daß die Blockade noch strenger durchgeführt worden sei. Freilich, folgende Sätze werden das größte Aufsehen und neue tiefe Erbitterung über die gewaltsamen Störungen unsres Wirtschaftslebens Hervorrufen: ^Wir hätten unserem Volk mancherlei Erleichterungen schaffen können, wir hätten Lebensrnittel in nicht geringem Umfange — Meis, Oel, Milch, Fleisch unb Südfrüchte — ein führen können, wenn wir die nötigen Kompensationen dafür hätten bieten Tonnen und zwar Kohle, Kali und Eisen. Weil wir Kohlen, Kali und Eisen aber nicht bick- ten konnten/ sind uns die Lebensmittel vov der Nase weggeschnappt worden." Auf das eindringlichste verurteilte Schmidt die Politik^ und Taktik der Aufrührer und Streikschürer, die nicht aufbauen, sondern nur zertrümmern. Die Zwangswirtschaft soll aufrecht erhalten, stellenweise abgebaut werden, nur für Obst, Gemüse, Heu und Stroh soll der freie Lande! wieder zugelassen werden. iDie Fleischration muß wieder auf den Stand vor der letzten Erhöhung herabgesetzt werden, als Ersatz gibt es Hülsensrüchte. Einfuhr iver- ben torr vor wie nach brauchen, abep. die Produktion wird ert)öht werden müffen, schon, wie ber Minister richtig sagte, aus dem einfachen Grunde, weil wir gar nicht die Mittel haben, eine große Einfuhr finanziell zu bestreiten. Wir müssen neu anfangen und ausbauen. An die Eingangstore müssen wir, wie es in einem ioffiziösen Artikel heißt, zwei Worte setzen: „Arbeit und sparsame Lebensführung!" Tun wir dies nicht, so erscheinen die flammenden Lettern, die Dante über das Tor der Hölle beschrieben sah: „Lasset alle Hoffnung fahren!"
Eine Knndgebnng des Befehlshabers der englischen BesatzungSarmee.
Berlin, 10. März. Eine Funkfpruchmeldu n g des Pariser amerikanisck^en Preffedienstes für die „9iein)or! World" teilt mit: Als sich gestern bei der Beratung des Zehmninrnerrats über die Le- bensmittclliefcrmlgen an Deutsclstcmb Schwierigj- üeiten ergaben, verlas Llopb Georgc ein Tele- «jramm, das General P l umer, der Befehlshaber ber englischen Besatzungsarmec rin Deutschland, gesandt hatte. Das Tele- flixnmn besag, d.rß die englischen Soldaten lieber revoltieren, als weiter gezwungen fcri lvvll°> ten, Kinder unb Frau en auf den Strafen ber beutfd’-en ©täbte umkommen 9 u sehen. Tie Wirkung des Telegramms war elektrisierend. Soldaten, die über vier Jahre lang gegen die Teuffckren gefochten Tratten, verlangten jetzt sofortige Hilfe für bas beutsche Volk. So mürbe endlich eine allgemeine Vorständigrurg erhielt, svtvohl int Zch-mtännerrat tvie im obersten trirtschaf.licken ?lusfck)lußi. Deutschland soll danach für dr Lebetlsmittcl direkt be-ahlen. Die Lebens- rnittelliefermigen sollen unrerzüglich beginnen. Cle- nocttceau füjrbig c die volle Beteiligung der Franzosen an. Ms Vorbedingung wird mrgesehcn, daß Teutsclstaud seine Handelsflotte auslicfert, die mlreridmisck>e und andere Trupperr, unb zwar 70 000 Mann.rironallich heimbeförbern und Nahrungsmittel nach Europa bringen soll.
Paris, 10. März. (WTB.) Einer Reu- termeldung zufolge sind bereits Kontrakte mit verschiedenen Firmen abgeschlossen worden, um Deutschlcnrd die benötigten Lebensmittel zu liefern.
Berlin, 10. März. Wie die „Berliner Morgenpost meldet, wurden die ersten 125 Tonnen amerikanisches Schweineschmalz der Stadt Danzig zur Verfügung Lestellt. Die Ausgabe an die Bevölkerung könne in dieser Woche erfolgen, vorausgesetzt, daß Ruhe und Ordnuitg erhalten bleiben.
Tentsch-englifche
WirtschastSverhandlungen.
Berlin, 10. März. In Rotterdam werden voraussichtlich schon morgen abend Verhandlungen zwifcheti einer englischen und einer deutschen Kommission über die Ausfuhr von gewissen deutschen Produkten beginnen. Die Aufforderung zu diesen Verhandliutgen ist Don der englischen Regierung ausgegangen und von der deutschen । angenommen worden. Die Verhandlungen bo ।
freiwillige deutsche Arbeitskräfte befchäs- tigt die deutsche Waffenstillstandskommtision seit November 1918. Alle zustünd gen Ressorts haben sich seit jener Zeit mit d r Frag- befaßt, und eine Reihe Sachverständige^ t|t dauernd ,an den vorbereitenden Arbetten beteiligt. DemTtach ist die von einer Berliner Zeitmtg erst jetzt aufgestellte Forderung, als nächste Aufgabe ber beutschen aktiven Politik solle die deutsche Regierung sich rechtzeitig die für die deutsche Arbeitskraft notrvendige Beschäftigung beim Wiederaufbau Frankreichs sichern, sobald er von Frankreich mit feinen eigenen Arbeitskräften nicht geleistet werden kann, nicht gerade neu. Von der deutschen Waffen- stillstcutdskommission ist sie jedenfalls seit vier Monaten als ein ihrer dringeirdsten Aufgaben erkannt und^zur Verwirklichung vorbereitet worden.
Der Völkerbund.
Bern, 10. März. (WTB.) Wie ein New- Yorker Bericht des „Petit Parisien" meldet, spricht sich trotz der Angriffe im Senat die Mehrheit der amerikanischen O e s f e n t l i ch - feit immer entschiedener für das Projekt des Völkerbundes aus; andererseits wünscht man in Amerika, daß der Friedetisvertrag, abgesehen von allen anderen Rücksichtnahmen, tnöglichst schnell unterzeichnet werde, gleichgültig ob der Völkerbund zustande kormne oder nicht.
ErnährungSmimster Schmidt:
Die Frage der Interpellanten, ob unsere Ernährung bis zum nächsten Wirtschaftsjahre auS- reickst, muß ich verneinen. Was soll nun geschehen, um ben vollen Betrag zu decken. Eine Herabsetzung ber schon so niedrigen LebenSiuittelratio- nen ist unmöglich. Es bleibt also nur übrig, den Fehlbetrag durch Einfuhr vom Auslande zu decken. Die Hoffnung auf Aufhebung der Blockade beim Inkrafttreten des Wafstmstillstandes toar trügerisch Alles spricht dafür, daß der Wirlsckafts- kampf auch nach Friedensschluß mit aller Sdiärfe fortgesetzt werden soll. Trotz allem stände es nickst so schlimm mit unserer Ernährung, >venn uns nicht durch sinnlose Streik- unb politische Unruhen die Einfuhrmöglicksteiten aus dem neutralen unb sogar dem seindlick)en AuSlanbe untrrbunben worben wären. Wir hätten unserem Volke mancherlei Erleichterungen schassen können. Wir hätten in nicht geringem Umfangt Reis, Oel, Milch, Fleischs und Südfrüchte einführen können, toam mir dafür als Kompensation Kohle, Kali unb Eisen hätten bieten können. Weil wir bas nicht bieten konnten, sind sie uns vor der Nase weggeschnappt worden^ Das Ausland will nickt unser entwerteteä Gelb, es will unsere Erzeugniffe. Ich sage es vor aller Oeffentlichkeit, daß ich die Derantworttmg für die Ernährung ber Städte nicht mehr übernehmen kann, wenn nichtDeorunst und Einsicht r«rück!khren. Jeder weitere Streik bedeutet bie Vcruickxung beH Restes innerer Volkswirtschaft. Jeder Streik der städtisckxn Arbeiter ist jetzt ein Verbrechen an ber Nation. Aber Teilt geringeres Verbrechen ist es, toeitrt ben Landwirten gesagt wirb: Ihr köimt auch streiken. Ich muß lriber bie Fleischra wn auf ben Stanb vor ber letzten Erhöhung toieber herubsttzen. Walwsck-emlich ist sogar biese vermindere Ration nicht in jedem! Falle zu sichern. Als Ersatz sollen HAsenfrückste gegeben werden. Bei dem jetzigen Mangel kann die Zw.mgswirtsck>aft nickst ausgehoben werben. MaM-ahnren zu einer Aushebung? sind eingeleitet für FrühgeiNüse und Obst. Ich will prüfen, ob in der Erfassung der Hülsenfrück)te vielleicht eine Aenderuno in ber Richtung ein* treten kann, baß wir vielleickst nur einen Teil erfassen und bas Ucbrige freigeben, vielleickst auch bei Gerste unb Hafer, Heu unb Stroh, unter Umständen auch für Eier unb für Zucker nach Sicher- stellimg bes VerbranchSzuckers. Dagegen muß ich mit Entschiebenhert bie Aufhebung bet Zwaogtz- betoirtfd)aftung für Brotgetreide ablehnen, ebenso für Fleisch, Witter, Milch unb Kartoffeln. Aber heute schon erkläre ich, bah, wenn bei ber Freigabe bestimmter Artikel bte rstanlosen Preistreibereien unb die skandalöse Ausnutzung ber Konjunffuv fortdauern sollten, zu ben Höchstpreisen »irrück- gckehrt werden muh. Wir werben natiMicb alles tun, um bie Probuktwn zu erhöhen. Ich bedauere, bah besonders unsere jungen Leuve nicht aus boS Land hinausMbekönrmen sinb. In ber Frage ber Düngemittel sinb unsere Hoffnungen auf eine aus- reidjenhe Erzeugung bnrch bie 14 tägigen Streik, in der S ickstvffmbustrie vernickstet. Unsere Lebens-, mittelverforgnng in diesem Jahr steht auf kbr1 unsicherer Grundlage. Nur eine ruhige torrtschast- liche Entwicklimg im Innern und eine mcnschlick)ö Einsicht unserer Gegitec farm uns retten.
Unterstaatssefretär Edlervon Braun gibt einen eingehenden Bericht über die Ernährimgsoer- hairdliingen in Span. Wir haben ben Llbbruch nur als eine Ädaßnaprne ber gegnerischen Vertreter auf* gefaßt, sich bei ihren Regierungen neue Jufonna* ttonen zu holen. Unsere Lage ist ernst, aber nicht" I-offnimgslos. Nene Berhanblungen werden kommen, unb auf bie Dauer und) ffch bie Welt beit Verpflichtungen, bte sie Teutschlanö gegenüber hat,- nicht entziehen können.
Abg. Schiele (deutfchnational) erstattet emett Bericht bes Ausschusses für Dolksnnrtsck-aft, in bem auf bie Notwendigkeit einer besseren Verteilung'des Arbeilskräste hnigewiescn wirb.
Abg. B l u ml (Ztr.) hält es für ausgesckLoffen, baß bie Landnnrte streiken würden unb baß durch ben freien Handel der Schleichhandel unterbunden würde.
Ein unabhängiger Abgeordneter befürwort«! bie Zwangswirlfck-aft unb Rationierung aut allen Gebieten unb erklärt, bah auch ohne bie Streiks bas Volk nicht bis ptr letzten Ernte hätte ernährt werben können. Mr fetal eben auf bie Hilfe beS Auslandes angewiesen.
Reick^sminister .Dr. David verweist gegen* über dem Vorwurf, die Regierung sei nrü ihren sozialen Konzessionen zu spät gefommen, darauf hin, baß bnrch bie Unruhen im Lande dir rnris« Zeit ber Regierung tn Anspruch genommen sei. Das einzige Mittel zur Rettung sei bie Wieder* au (nähme ber Arbeit.
Abg. Eisenberger (Bayer. Bauernb.) tritt dafür ein, daß der Großgrundbesitz, der während des Krieges so wenig für die,Volksernahrung getan habe, auigeteUt wird. Die kleinen und mittleren Bauern hätten ihre volle Pflicht getan.
Abg. Sollmann (Soz.) erkennt die gewaltige Arbeitsleistung ber kleinen und mittleren Bauern an, warnt aber vor einer weiteren Er* Höhung der Preise. Der Zeitpunkt für den Ueber- gang von der Zwangswirtschaft zum freien Landet sei noch nicht gekommen. Die Streiks seien int Grunde nur eine Hungerkrankbeit. Tie Dofffrungen. auf die ausländischen Sozialisten in der Ernah- rungsfrage seien eitel gewesen, deshalb könne imsl nur eins retten, angestrengte Arbeü.
Ab^. .Dusche (D. V.-P.) spricht über Arbeitslosigkeit Den Städten, während man auf dem Lande-'Arbeitermangel hatte. Er erblickt in der geringsten Sozialisierung der Landnnrlschaft ben größten Ruin für Deutschland unb in der Ablehnung der Preiserhöhungen eine ft'ataftroplx- Gegen die Streikenden verlangt er Gewalt gegen Gewalt.
Reichsernährungsminister Schmid! Ichnt foroobl eine Preiserhöhung tote eine Herah* letzung in den ntäftat Erzeuglüsscn ab.


