Ausgabe 
11.1.1919
 
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Samstag, tf. Zanuar Wy

ZWÜHngsrAnLdnick u. Verlag: vrMsche Uni».-'Such- u. Steindruckerei ll. Lange. Schriftleitung, Sesch-strstrlle u.vrnck-rei- Schnlftr 7.

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gen Polen und Tschechen, gebannt wer­den können, wozu, wie wix hören, auf den Rus der Regierung bereits viele Freiwillige, dar­unter auch in Gießen schon 200 Mann, sich gemeldet haben. Es ist indessen die höchste Zeit! Gelingt es, vor und nach den Wahlen zur Nationalversammlung die Ordnung im Reiche aufrechtzuerhalten, so steht auch der Friede in naher Aussicht. Wählend wir noch nicht wissen, aus welchen Gründen die Nheinliuie in den letzten Tagen hermetisch abgeschlossen worden sein soll, ist aus Paris mitgeteilt worden, Marschall Foch sei bereit, den Waffenstillstand bis zum Abschluß des Prä- unnnarfrwdens zu verlängern. Das stimmt auch mit einer Londoner Meldung überein, wonach das englische Kriegsmiuisterium, be­unruhigt über die unter den Soldaten herr­schende Mißstimmung wegen der Verzögerung der Entlassung, dem Kriegskabinett die Not- werLigkeit eines beschleunigten Ab- schl u ss e s des Friedens vor Augen ge­stellt habe. Lloyd George habe daher ^schlos­sen, den Gegenstand schneller zur Beratung zu stellen.

Aus Statt und Land.

Gießen, den 13.Januar 1919.

** Wahlaufrufe der politischen Parteien tragen trotz des allgemein ge­äußerten Bedürfnisses, nach so schweren Er­lebnissen Sachlichkeit und Versöhnnckckett wal­ten zu lassen, zuweilen noch polemische Scliär- fen, die über's Ziel hinausgchen. Die Auf­rufe, die als Flugblätter dem Gießener An­zeiger beiliegen, haben mit der politischen Richtung und Tendenz des Blattes nicht das' geringste zu tun. Auch unsere Geschäftsleitung legt aufgetauchten Mißverständuissen gegen­über Wert darauf, zu erklären, daß sie roeit entfernt davon ist, sich den Inhalt der pvli- tisclien Flugblätter irgendwie zu eigen zu machen. Es ist bekannt, wie verschiedenartig gegenwärtig die politischen Verhättnisse int Reiche sind; der Gießener Soldaten- r a t ist der ihm von rechtstvegen zufallenden, Aufgabe, als ausführendes Organ der Volks­regierung für Ruhe und Ordnung zu sorgen, bisher nicht untren geworden, und wir ver­zeichnen mit Freude, daß er in dieseir ernsten Tagen den regierenden Männern in Berlin einstimmig in einem Telegramm fest, ms Vertrauens versichert hat.

Mh.uiffne Doti 4n;eijtii f. die Lagesnummei. vis zum Nachmittag oocher ohnejedeBerbtiidiichkeit

Leilenpreise: für örtliche '«'tuzeigen 2513t Jür and in artige für Reklamen Mk.l.-uebsl 20-/,Teue- runpszns i>lag-,Platzoor- schrifi 20 % Auh'chlag. Öauptschri Heiter: Aug. Goetz Verantioottlich für Politik: Ang. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: v. Beck; sämtlich in Gießen

Neue Waffenstillstandrbedtngringr».

Essen, 10. Jan. (Priv.-Tel.) Hiesige Blätter lassen sich amtlich aus Berlin Mittei­len: Von Marschall Foch ist beim Vorsitzen­den der deutschen Waffenstillstandskommission! folgendes Telegramm eingetrofsen: Das Waf- fenstillstandsabkomnten, das am 12. und 13. Dezember 1918. erneuert worden war, läuft am 17. Januar 1919 ab. Die Ver­längerung über diesen Zeitpunkt hin­aus bis zur Unterzeichnung des Präliminar-, f c i e de n s hat nicht die Zustimmung der verbündeten Regierungen ge­funden. Infolge dieser Sachlage haben sich die verbündeten und deutschen Bevollmächtigten, welche die Abmachungen vom 11. November 1918 und die vom 13. Dezember 1918 getrof­fen haben, zu einer neuen Beratung zu­sammenzufinden, um über- die Verlängerung des Waffenstillstandes über den 17. Januar 1919 hinaus zu beschließen. Der Oderbom- maildierende der Verbündeten hat die Ehre, dem deutschen Oberkommandierenden vvrzu- schlagen, diese Zusammenkunft möge am 14. oder 15. Januar vormittags in Trier statt- finden unter denselben Bedingungen, wie am 1. Dezember.

Der Umstand, daß die verbündeten Mäcl)te nicht in eine einfache Verlängerung des Wafsenstillstandes einwilligen, läßt be­fürchten, daß sie mit neuen Forderun­gen lervorzutrelen gedenken. Darauf läßt auch die Meldung desTernps" schließen, daß Elemeneean die Absicht.habe, den Obersten Kriegsrat der Verbündeten zufarnmentreten zu lassen.

Ein neuer Aufruf der Reichsreqierung.

Berlin, 10. Fan. (YÖS.) Die ReiThsre gie- rung erläßt folgenden Aufruf: Genossen! Die Spartakusleute haben sich den Kopf verrannt an der Mauer der sozialdemokratischen Arbeiterschaft Berlins. Wie ein Mann hat diese sich gegen die Blutherrschaft der wenigen empört, die ihrenVorwärts" beraubt, die Bahnhöfe und Proviantämter besetzt haben, um durch Unterbindung der Ernährung das Chaos her­beizuführen und die seit Sonntag abend in einer durch­aus friedlichen Stadt Maschinengewehre und Hand-

Die Neichsleituug:

Ebert, Scheidemaim, Landsberg, Noske, Wissel.

Die Lage in Verlw.

Berlin, 10 Jan. (WTB.) Auf der Stadt­bahn ist heute vormittag die Lage fosgende: Der Schlesische Bahnhof und der Bahnhof Zoolo­gischer Garten befinden sich in der Gewalt der Spartakusleute, während die dazwischen liegen-, den Bahnhöfe von den Regierungstruppen besetzt sind. Der Verkehr auf dieser Strecke der Stadtbahn ist vollständig zum Stillstand gekommen. Damit ist auch der Fernverkehr, soweit Me Bahnhöfe der Stadtbahn in Betracht kommen, unterbrochen.

Berlin, 10. Ian. (W.T.B.) Die Kämpfe um da? Mossehaus sind noch im Gange. Don angeb­lichen Verhandlungen zwischen der Besatzung des Gebäudes dieses Verlages, wie des Wolffschen Büros ist an zuständiger amtlicher Stelle nichts bekannt.

Eine Fälschung.

Berlin, 10. Jan. (WTB.) Eine Ver­sammlung. der Volks mattnedivisiou am 9. Januar im Marstall beschloß folgende Reso­lution :

-Sie Volksmcrttuedivision ,die nur einen Bruch­teil der in Berlin anwesenden Matrosen bildet, bat sich seit gestern die eudesmrterzeirbneien Füh­rer neugewählt. Tie Volksmarinedivision erblickt ihre Ausgabe in dem Schutze des ihr anoer trauten Nationaleigentums (Reichsbank, Zollhof, Schloß uslv.) gegen jedweden dlngrisf. In den Partri­kämpfen bleibt die Atollsmarinedivision als be npaifnete Macht nentval, dagegen erwartet hie Bolksmarinedivisivn von der jetzigen Regierung eine Umbildung bzw. Neubildung des Kabinetts. Sie fordert vor allein, daß der Weg der Verhandlungen nicht verlassen werde, um weiteres Blutvergießen zu vermckdm.

Unterzeich-.et: Walter Junge, Kommandant: Robert Grund ke, Stellvertreter; Kontrolllöin miffton: K. Schmidt, K. Nlackittvicz, H. Levi, KaA Pötautz,

führt haben. Niemand dachte daran, an die Waffen gegen die eigenen Brüder zu appellieren, nur sie! Jetzt merken sie, daß sie nicht durchkommen. Der Ruf der Regierung an die wehrhaften sozial­demokratischen Massen hat viele Tausende in die Wcrbebureaus der Mehrheitspartei geführt. Die Blätter lügen, welche behaupten, die Regierung rufe Offiziere, stellenlose Bürgersöhnchen und die Kriegshetzer der bürgerlichen Presse" zu ihrer Unterstützung. Der klassenbewußte Arbeiter, der Parteigenoffe ist es, der den Kamps gegen die Vergewaltigung ausgenommen hat, um ihr ein für alle mal ein Ende zu machen. Spartakus gibt sein blutiges Ziel verloren. Schon hat er nach Moskau telegraphiert, der Kampf müsse bald abgebrochen werden, die 'Berliner Arbeiterschaft sei noch nicht reif für die Diktatur des Proletariats. Das heißt, die Berliner Arbeiterschaft weist Terror und Bürgerkrieg mit Entrüstung von sich! Nun er­hebt sich derSchrei nach Einigung". Genossen! Die Negierung hat tagelang verhandelt, um diese Einigung zu erzielen, um jedes Blutvergießen ;u ver­meiden. Währenddessen hat Spartakus die Regierung und seine eigenen Freunde, die Unabhängigen, be­schimpft und verhöhnt und für sich jegliche Ver­handlung abgelehnt. Nur eine Bedingung hat die Regierung und der Zentralrat als selbst­verständliche Voraussetzung für die Verhand­lungen gestellt: Wiederherstellung der Preßfreiheit' Und dazu haben sich die Räuber der Berliner Ieitungsbetriebe nicht verstehen wollen, zu der Er­füllung dieser einfachsten Forderung jeder Demokratie. Gestern abend haben Arbeiter der A E. G. und der Schwartzkopffschen Werke die Forderung als berech-

trauensmännern und der Negierung mit Galgen und Schafott droht, der auf den Trümmern unseres ganzen Landes und Volkes den Sieg erkämpfen will. Das heißt die Herrschaft von Totschlägern und Plünderern 1

Gen offen! Die neue Forderung der falschen Ein­heitsapostel heißt: Weg mit Ebert-Scheidemann. Kennt Ihr diese alte verlogene Parole nicht wieder, ist das nicht der alle wütende Kampfruf der Sparta­kus? Haben sie sich nicht wochenlang heißer ge­schrien gegen diese Eure G: nassen und jetzt kommen sie unter dem Deckmantel der (Einigung, um den alten Rachewunsch durchzusetzen. Glaubt ihnenglicht! Sie wollen erst die erwählten Führer der Partei be­seitigen, um mit der Partei dann umso leichter fertig zu werden. Genoffen! Eure Genossen in der Regie­rung erklären feierlich: Wir sind kein Hindernis für die Einigung! Im Gegenteil: Wir, die sechs Wochen den. Unabhängigen die Hälfte der Regierung ein­geräumt hatten, trotzdem sie ihrer Stärke nach auf kaum ein Drittel Anspruch haben, wir, die mit den Aufrührern in Berlin verhandelt haben, trotzdem diese mit bewaffneter Hand öffentliche und private Gebäude geraubt hatten, wir stehen zu jeder Ver­handlung bereit, die ehrlich geführt, eine Einigung aller sozialistischen Parteien erzielen kann.

Wer wir ftnb auf der Hut, und Ihr seid wack)- sam wie wir! Denkt immer daran: Bei allen Fest- genommenen, die an der Besetzung der Reichs­druckerei und der anderen Behörden beteiligt waren, .ist durch Mitgliedskarten ihre Zugehörigkeit zur unabhängigen sozialdemokratischen Partei nachge­wiesen worden, und dennoch haben sich die Un­abhängigen als unparteiische Vermittler angeboten. Die Arbeiter der A. E. &. und der Schwartzkopsf- werke haben auch im flöamen von Grrwssen der unabhängigen sostaldemoirattschen Pattei und des Spartakusbundes gesprochen, und dennoch haben diese zwei Parteien znm Generalstreik aufgefordert mit den Worten:Zeigt den Schurken Eure Macht, bewaffnet Euch, gebraucht die Waffen gegen Eure Todfeinde Ebert-Scheidern mm!" Ist das eh st? Ist das proletarische Lstampsesweise? Ist da ver­trauen am Platz? Entscheidet selbst! Wir wollen /die Einigung der Arbeiterklasse, aber ehrlich, ohne .Hinterhalt, ohne Waffen. Helft uns daS durchsetzen. Wrr können Frieden und Sozialismus nur schaffen, -twnn wir sind und bleiben Eure Verttaueus- männer.

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Ter Lietzener

erscheint täglich, außer konntnaS. - Berlanen: -ietz«ver§<mcklitt:blätter;

Ktt.stielt

fflr »en Kreis Sieben.

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WochenrückbliS.

Nun sind es nur noch wenig Tage bis -ur Wahl zur Nationalversamm­lung, und die Stimmung des deutschen Vol­kes sollte eigentlich eine gehobene, envartungs- volle und Ml verzagte sein. Denn aus dem Un­glück des Krieges, dem Wetter des Schicksals, das uns alle ohne Ausnahme getroffen hat, wollen wir uns wieder erheben zu neuer Hoff­nung und neuem Leben. Wohl sind die Ver­schiedenheiten der Meinungen und Weltaus- sas jungen geblieben, aber es sind ihnen die Ruhebänke der Bequemlichkeit und Selbft- gefättigkeit wcggeuommcn worden, mrd alle Schichten und Parteien haben den Wander­stab ergriffen. Indem die alte staatliche Or­ganisation zusammengebrochen ist, sind bett früherenstaaloerl-altenden" Gruppen alle Machistützen fvrtgeuommen worden: sie sind, wie die Vorkämpfer einer umstürzenden sozia­len Neuordnung, auf sich selbst gestellt. Nir- genüs haben wir bisher vonreaktionärer" Seite ber Versuche zu einer Gegenrevolution erkennen können .Jeder beugt sich vor der dröhnenden Stimme de^Weltgeschichte, die in nationaler Schiclsalsstunde nicht erst von gestern her alt und jung, arm und reich zur Besinnung mrd Entscheidung aufcust. Es gibt darum leinen Streit über das Wahlrecht mehr. Vor der Gewalt der Tatsachen und Natur- Notwendigkeiten hat man auf die Eitelkeit der alten Selbstmeinung und Ueberzeugung zu einem guten Teil freiwillig verzichtet. Oppor­tunisten sind bis zu einem gewissen Grad Fa­talisten geworben, denn wir fühlen es alle, daß wir nur in gemeinsamer Arbeit und mit allseitigem guten Willen den großen Grund­stein finden können, auf dem das Reich neu aufgebaut werben kann. Wir brauchen neue Quellen des allgemeinen Vertrauens, eine neue, reinere Atmosphäre des politischen Lebens.

Darum sollte jeder Deutsche und jede Deutsck-e auch die Frauen, die in den Prü­fung sjahreu so viel mitgelitten und mitgestrit- ten haben, sind erfüllt von der nationalen Ent- scheidung.-frage mit ernster Selbstprüfung, dann aber auch mit einem Gefühl des Ver­trauens und einer gewissen Feierlichkeit, wie $um Kirchgänge, zur Wahlurne gehen. Von alten Germanen sagt man, und auch in den seinen Sagen der alten Inder liest man's, daß sie häufig um Haus und Hof, ja um die eigne Person gewürfelt hätten, und daß sie dann, Wie auch das Spiel entschieden habe, sich voller Ergebung in ihr Schicksal fanden. Von solchem seelischen Gleichmut wollen wir v'.ns etwas zu eigen machen. Nicht als ob wir dann auf rüstigen Geisteskampf verzichten luviHen. Auch auf der neuen Grundlage des Reiches werden klaffende Meinungsverschie- venbeUen auszutragen sein, aber nicht mit P-ulver und Blei, sondern auf Grund der Leh- «e.. weiterer Erfahrung. Es soll ein fried- Iu'.,^r Wetteifer der Ideen, kein Hadern der ^alleu Gegensätze sein. Mit dem Sieg der Mehr­en', braucht die Minderheit die Segel nicht - Völlig zu streichen, aber sie muß bis zu neuen Abstimmungen Sechstbescheidung üben.

Kurt Eisner und die ReiHHregiermrg

München, 9. Fan. Ministerpräsident Ku« Eisner sandte heute folgendes Telegramm an die Reichsregierung in Berlin:

Mit wachsendem Entsetzen verfolgen wir den mörderischen Bürgerkrieg in Berlin. Das muß ein Ende haben, wenn nicht ganz Deutschland zugrunde- gehen soll. Das Beispiel Berlins wirkt überall zer» rüttend und erzeugt eine Maffenepidemie des Wahn­sinns. Eine vom Vertrauen des Volkes getragene Regierung, die alle Richtungen des Sozialismus zu­sammenfaßt und entschlvffen ist, auf dem Boden der Revolution die Demokratie und den Sozialismus durchzuführen, scheint die einzige Rettung. Ueberall im Süden steigt der Zorn gegen Berlin, während zu» gleich dunkle Elemente auch hier zum Brudermord schreiten.

Spartakus in Düsseldorf.

Düsseldorf, 9. Jan. Eine große Meng- von Demonstranten erschien geistern vor dem Gte* schäftshause desT ü s s el dor fe r TagestL" intö verlangte unter vielen Schmährm.^n gegen das Zentrum und die Pfaffen und unter Hochr-u.err »auf Liebtrrecht Einlaß. Die Menge zertrümmert die Haustüre, drang ins Bureau imb die Setzerei ein.und versuchte, alles zu demolieren. Ten ver­einten Bemühungen der Führer und der Ge- fchäftsleitung gelang es indessen, die Menge Dort Gewalttätigditen abzuhalien. Tas technisä?e Per­sonal wurde gezrmmgen, die Arbeit einzustellen und uiu6tc der Gewalt weichen. Tie in die Re­daktion eingedrungenen Spartakus lenste schleppt e>r Zeitungen,, Bücher urrd N^nuskripte weg, zer- l'djiiitten die Telcphmr- uno Lichtleitungen urtb zertrümmerten die Fenster. Auch die anderen Zeitungen wurden in äbnlidrr W.'ise lewcht. Heute abenb sind die Zeitnwgen wieoec sämtlich erschienen. LautTüsseld. Nachr." ist in der vergangene:! Nacht int Auftrage des Statt akus- bundes durch Manrckck^r'ten des i s ienstes der Balm Hof und eine Anzahl Tienststelleit der Eistmbalmverwaltimg besetzt werfen, doch geht btt Verkehr nach wie vor vonstatten. Tas Teleq graphenamt ist ebenfalls von Spattakusleuten be> setzt. Es wird eine Prüfung der aus-- und ein» lausenden Telegramme vorgenonrmen.

Iäsarenwahnsiun lechze nach Blut!" Die ihre Anhänger aufrufen:Heraus aus den Betrieben, auf zitm Generalstreik, auf zu den Waffen! Auf die Straße zum letzten Kampf, zum letzten Sieg!" 3ft das die Sprache der (Einigung, die Sprache von Leuten, die verhandeln wollen, die zum Frieden kommen möchten? Nein, es ist aber der Schrei zum Bürger­krieg! Der Spartakusgeist ist es, der vor Mord und Räuberei nicht zurückschreckt, der wieder zu den mit Arbeiterblut bedeckten Waffen ruft, der Euren Der-

Präsident Wilson hat inzwischen in Nom recht versöhnlich klingende Reden gehal­ten, die sich mit Clömenceaus Forderungen schlecht vettinbarenfassen. Wir brauchen nicht zu verzweifeln und könnten vermutlich zu er­träglichen Friedensbedingungen kommen wenn nur eben Ruhe und Ordnung aufrecht­erhalten bleiben und die Wahlen gesichert vor sich gehen können. Die Wahlen zur badi­schen Volkskammer haben ergeben, daß das Zentrum noch immer die meisten Sitze sich erivorben hat und die Sozialdemokraten dort noch weit entfernt sind, für sich) allein eine Mehrhcrt zu bilden. Die Probezeit der Revo- \u ion im Reiche hat > s den Wählern sehr nahe geregt, wohin wer kommen würden, wenn in di^Natiotw.Versammlung eine sozialdemokra­tische Mehrch.it gewählt würde. Dann würden tn der Regierung, wie bisher, über dem Par- teistrett die vitalsten Interessen des Reiches zu kurz kommen. Für die U n a b h ä n g i g e n ist es übrigens ein schlechtes Zeichen, daß sie für die badische Volkskammer kein einziges Mandat erwerben konnten.

Nun sel-en wir leider in diesen wenigen Tagen vor den Wahlen zur Nationalversamm­lung, daß eine kleine Minderheit der Linken alle demokratischen Grundsätze in 'Scherben, schlagen will. Sie hat dafür Tyrannei und Terror auf ihre rote Fahne ge­trieben. Die Ruinen, die der Krieg geschaf- sen hat, genügen den Spartakisten und ihrem Anhang iwch nicht, sie wollen n och mehr zer- störeu. Ihr in materialistischem Wahnsinn......<,

rockendes Auge geht über das ncck ionale Elend ! c9.rnat,en, als bes politischen Kampfes einge- achtlos hinweg und sucht neue Schlachtfelder. *"* ' x K ""

-^enn es noch verstiegene Weltervberer und Affver st nisten gibt, so sind es die Bolsche- linf^cn und Spartakisten. Sie haben noch tol.ere Mtttel bereit, als die überspanntesten und grau* am ft en Militaristen. Was sie wol­len, die Vergesellschaftung des Prioateigen- -Döbling menschlichen Strebens unb Wetteiferns, die Emanzipation der Ar­beitsscheuen das ist sckwn trostlos genug, aiuir wie fre das alles erreichen wollen, das erfahren nur alle täglich mit größtem Schmerz, wenn wir nach der Reichshauptstadt und eini­gen anderen Brutstätten dieses Bolschewis­mus blicken. Was da Brudersinn, Mtung vor der Meinung und Empfindung anderer, Nücksich'eu auf allgemeine, nächstliegende 9kot- wendigkeiteu, noch gelten, das bezeug.

Toten der Liebknecht, Ledebour, stiosa Luxem­burg, die Selbstlosigkeiten der Eichhorn und Genossen! Es ist, als wollten sie beweisen, daß richterliche Strenge, 'Gefängnisse, Zucht­häuser hienieden nicht entbehrt werben köir- nem DerVorwärts" hat in einem seiner letz- !Cti Lci'artikel treffend nachgewiesen, wie die lin Schlepptau der russischen Terroristen stellenden Zerstörer aller deutschen Interessen den Krieg gegen die Entente noch verlängern uno deutsckn'S Land zum Schauplatz blutiger Käuipfe machen wollen.

- Erstes vlaü W. Jahrgang - .

Gießener Anzeige

äs. Seneral-Anzeiger für Gberheffen

I Wahrlich, es sind keine zahmen, fried- tigt anerkannt, daß sie, die teils der s. P. D. und fertigen Idealisten, gegen die sich die üang- ch S. P. D. als auch'der K. P. angehören, für ihre mut der Berliner Volksregierung erschöpft Nullung sich einsetzen wollen, um die Einigung zu hat. Und mit Reckst wirft jetzt ein Aufruf der Mächen Das war gestern abend. Bis heute "^^öelhlrche ^iMäche vor. 1 ^uf ebensoviel Bereilwilligkeit gestoßen ist wie bei Denn he hatte langst tatkrastig etnschrer- 'Regierung und Ienttalrat. Genossen! Ist derSchrei reu muhen, und ste hat durch ihr Dulden und ünach Einigung" überall echt, dürfen wir, dürft Ihr Verhandeln das liebel nur vergrößert. Wir f-an seine Wahrhaftigkeit glauben? Wie stimmt nwrten noch immer auf die Erfüllung des Ver-'ck" iipn der Austuf zum Generalstreik, der von den sprechens, daß jetzt endlich in Berlin etwav j revolutionären Obleuten im Berliner Zentraloorstand Durchgreifendes gesck>ehe. Kommt nackt so blu- l bc.r,u\ 5. und vom Spattakusbund unier- tiaen Svenen wiedar nur elwoä z^'cynet ist? Können wlr glauben, datz die nut uns

der Jmttattve des Femdes ialistischen Blutsauger, Verkörperung der Gegen- vteuelcht ve>chleuingt ivrd). Wir wollen ober g revolutron" nennen, die schamlos genug sind, zu -wssen, daß die Regierung die von ihr -ÜN-s behaupten:Die vom Urteil des Volkes gerichteten gekündigten Taten verwirklichen wird. Dann i^ölder gäben das verruchte Spiel Nicht auf, sie werden auch die Gefahren irnOsten, ge- § gehörten in das Zuchthaus, aufs Schafott, ihr