Einzelbild herunterladen

Zwilllitgsrunddruck u. Verlag: vrühl'jche Univ.-Vuch- u. Steindruckerei R. Lange. 8chrift!eltunz, Geschäftsstelle u. Druckerei: Zchulstr. 7.

Ntfyim

der 1919

Eine Rede Hostes,

blai

November |9|9,

11m

Der Reoolutionsfag.

So­

in Amerika habe sich laufen, 1917 aber die erreicht. Klotz frug: Zweck gehabt, mehr verlangen, wenn

1913 auf 111 Prozent be- ungebeure Ziffer von 1335 Was hätte es für einen

geborene Hjomas med. <p 2B Siegel

berV.u.fttau

16. November 1919.

der ge-

urt eines gesunden » zeigen an

Bis auf weiteres tägl imHotel Einhorn' Sprechstunde

ich unserer goldenen lern Matze erwiesene sagen wir unseren en Dank

ölüHei lhBoch lobte

linik), 8. November 1919

071 Ul

!t,ren w öBjUjeigen

Netzzer

> Hagel

Aur Hessen.

Som früheren Grohher^g.

Versailles, 8. Nov. (WTB.) Vor der Vereinigung der Firrar-prefse führte Firianz- minifter Klotz aus, daß Frankreichs auslän­dische Sckruld nur 30 Milliard-err betrage, davon entfielen auf England und Amerika 27 Milliarden, rankreich seinen Alliierten

aI3 jcmrl- in einer vcrr'>im«rtarischLn Sessivn. Allerdings muß der egr.idt? Rechner in di.' Bilanz des vergingeiien Achtes gmz lidxr rine Ver­tu m p i u n g des politischen Interesses und damu einen Avmarch onch rechts eins.'tzen. Eine Bilanz des 9. Navein^r barj aber auch an der Schu d der Arbeiier.ch'.ft selber, brr Un­einigkeit und dem lKus.ichen STneg des Pnol> tarialt nicht Vorbeigehen, wi^>updj der Steg des ti^ülifiiid-en Ged..nkens verzög- rl wird.

München, 8. Nov. (WB) öier kam es heute nidit zu irgend-verdien polüiichen Putschm oder Unruhen.

Aus dem Reiche.

Gegen Schleichhandel und Wucher.

B e r l i n, 8. Nov. (WTB.) DerReichS- rat beriet Heu e abend in öffentlicher Sitzung unter dem Justizminister über die Verord-

Lnnahme von änicigu f. die ^.aqesmmuner vis zuin N-irtnnillag Dorhei ovueudeVerbmdiuUkeit Preis für \ mm Hohr füi Anzeigen ö.34mm Brette örlli-t) 15 bf, auswärU 18 '3t., für 'J< e tl a m e an je tgen von 70 mm Brr >e 48 'Vf. Bei Vlatz- Doiid)rin20° A-ufNilag. Hauvtichri'lleuer: '21 ug, Goeg. jjeiantiDottlid) füi Politik: '21 ug. Goey. für ben übrigen Zeil: Dr. Reinholo Zruz; für ben 91iijeiqetiteil: p. Ved; (äintltd) in Gießen

11 .L-____!3

:I)tin snh bpiSZ f %in

3l0Demb« 1919

ISIS.

Die internationale ArbeitSlonsereuz.

Annapolis, 7. Nov. (WTB.) Aus der internationalen A rbei t skvn fe r e n z schlug Koch (Schweden) eine tägliche Arbeitszeit von 8V2 Stunden für die ersten fünf Tage vor, um den 6. Tag als halbem Feiertag begehen zu können. Der hitematicaurfe Mngretz arbettenber Frauen beantragte, baß keine Kinder unter 16 Jahren, die ihre Schulbildung noch nicht vollendet haben öter nicht normal entwickelt sind, beschäf­tigt werden dürfen und daß keine Perso-mm unten 16 Jahren in Bergwerken oder ungesunden Be­trieben von abends 6 Uhr bis morgens 7 Uhr beschäftigt werden dürfen.

Hauptmann Sardoul znm Tode verurteilt.

Paris, 10. Nov. (WTB.) Hauptmann S a r d 0 u l wurde einstimmig in contumaciam zum Tode verurteilt unter gleichzeitiger Degradation.

Die Kohlennot Frankreichs.

Versailles, 8. Nov. (Wolff.) Wie der Jntransigoant" mitteilt, bestimmte General And­lauer, d.& vorerst jeder Export van Kühlen aus dem Saargebiet nach Deutschland oder nach neutralen lÄndern eingestellt wird. Den $ergnr bei lern werten außerdem die Ueberftunbcn bezahlt, um der Kohlennot Frankreichs steuern zu können.

Wagnermufik in Paris.

Versailles, 10. 9too. (WTB.) InParis wurde gestern in einem Konzert zum ersten Ma e Wagner gespielt, und zwar das Vorsp et zu den Meister ingern". Ter Veram a ter des Konzerts batte wäh end der letzten drei Konzerte eine Ab­stimmung unter dem Publikum veransta tet, bei der sich 4983 Besucher für und 230 gegen Wagner aussprachen.

5eL Sdjäf, ®iöer lobte

Der Bolschewismus in Amerika.

Washington, 10. Nov. (WTB.) Tie Re­gierung hat ^schlossen, alle Ausländer auszu­weisen, die sich mit der bolschewistischen Propaganda befassen.

Dir Völkerbund.

Versailles, 10. Nov. (WTB.) Anfang Dezember tritt auf Veranlassung von Leon Bour­geois die Vollversammlung der Vereinigung zusammen, die sich mit der Organisation des Völkerbundes beschäftigen wird.

Brasilien und der Fr edensvertrag.

Versailles. 10. Nov. (WTB.) Wie die Agenzia Americana" ans Rio de Janeiro meldet, hat die Tevut ertentammer von Brasilien den Friedensvertrag von Verfalls rati izi.rt.

Fiume.

Fiume, 10. Nov. (WTB.) Wiener -Korre­spondenzbureau. Vergangenen Mittwoch kam es zu einem lebhaften Gefecht zwischen ita­lienischen Regierungstruppen und d'Annunzio-Truppen, das mehrere Opfer forderte. *

Der neue König von Ungarn.

Versailles, 10. Nov. (WTB.) DieDaily Mail" meldet, daß die Proklamierung des Erz- Herzogs Otto, des siebenjährigen Sabnes Kaiser Karls, zum König von Ungarn unmittelbar bevorstehen soll.

von Deutschland zu man sicher gewesen wäre, nicht bezahlt zu werden

LlF- H [1 LU|' M u^* 1 v ...... -

veräbsckiede en Ges (en würfe, d'.e d r sozi len 12 Milliarden lief) Frankreich seinen A lüe bered'ügjeit vielten u.d ter o tai i<hm Wi t- während des Krieges. Weder der englische noch iJansjctoiuirg dc.i Weg ebnai p.lJt, yt größer! amerikanische Markt seien jetzt für Frankreich

Bary

Kis. Marburg. 02121t

Kettenwaa-en

9leueniüCflJL--^

Rauchtabak Grobschnitt

feine

Berlin, 8. Nov. (Dolfi.) Wie die Abend- :ttet melden, sprach gestern Nrichswehrminister Noske in einer Versammlung der Chemnitzer mehrheitssozialisttschei, Partei. Er bemängelte, daß sich bei der Partei der Mangel an Einsicht und EirtschluUraft bemerkbar machte. In Berlin, wo IGO 000 Ntensck-en arbeitslos feiern, suchten Narren und Verbrecher durch erneu wahmoitzigen General­streik weitere Hundert tau sende auf die Straße zu

WMV

empneblt r wer, m. u y-p-

ITllRtM *>-

nung betreffend S 0 n ö e r g e r ich t e gegen Schleichhandel und $ici5trcibeiei (Wiicher- gerichie). Die Verordnung kürzt das langsame Gerichtsverfahren wesentlich ab; das Wucher­gericht ist erste und einzige Instanz. Aus, - . - . ..

Wunsch Württembergs wurde die Strafe Glaismg nahm das Anerbieten an. über die Regierungsvorlage hinaus verschärft, | wi

Japanische Militäranwcrbnngen.

Zürich, 10. Nov. (WTB.) Schweizerische Depeschenagentur. Zur Zeit finden japanische Militäranwerbungen von Offizieren und Unteroffizieren der fchweizeri.'chen Armee zum Ein­tritt in dre japanische Armee mit fünfjähriger Ver­pflichtung statt. Es wird darauf aufmerksam ge­macht, daß derartige Anwerbungen in Wider'teuch mit den Bestimmungen der Bundesverfassung stehen.

.Berlin, 10. Nov. (Privattelegvamm.) toeä Meldungen aus dem Reiche vorliegen, ist der Revolutionst-ag in ganz Deutschland ohne Störung verlausen.

In Steglitz sprach gestern vor überfüllter Ver- fcnrmlung Scheidemann. In einer anderen Versammlung sprach Minister Tr. David und der Abgeordnete Tr. Sinzheimer.

In einer Versammlung im Walhallatheater hielt Scireidcmanns Antipode und schärfster Gegner Sebcbour das Referat. Seine Rede war eine einzige Anklage gegen die Regierung und gegen die Mehrhei tssozwldemokvcüie. Für dre Art, rote die Unabhängigen die Massen auszuputichen ver­suchen, war der Satz bezeichnend, daß £>aafe vor Dem ReiäjstagSgeblnche nterfivütbigermet^e m dem Augenblick ermordet worden sei, als er |ia; <m= schickte, eine ArrAagevede gegen die Regverung zu halten. Zum Sch-lusst ließ Leoebour tue Veriamm- Ung schwören, daß sie der Weltrevolutwn in Deutschland zum Siege verhelfen wolle

Berlin, 9 Nov. Ter ..Vorwärts" bringt einen Artikel des Reichskanzlers Bauer betiteltGin Jahr Reprbltt", tu d.'m darauf hingcwieien wiä>, daß. sei emem Jahr? taft alle öaub nngen der Entente darmi gerrchttt v-ter nenigstens geeignet smd, dm Lemokrails^.-n Du'b.r-r der neuen dulscheti Revu^rk unmogl ch rn machen. Tie Vollendung der Vers, ss.irn sch>.stß? rin autcrarb-'ntiidi' großes Werk ab. Die Zahl

Die Reichreinfommensteuer.

Berlin , 9. Nov.

Die ReichSciarkommensteuer soll noch im Laufe dieses Monats der Nationaloettammlung vorge> legt werden Damit wird eine Forderung erfüllt, die einsichtige Politik^ schon vor Jahren gestellt haben. Der hauptsächliche Widerstand lag bei den Finanzministern der früheren Äkonarchien. Noch am 2b. Juni 1918 sprach der preußische Minister £)ergt in der FinanzPommission des tzerrenl>auses vondem fefjroeren Kample, den die Bundes­staaten gegenüber dem Reul» führen müßten". Die Bundeöldaaten haben damals gesiegt, so wie die verbündeten fremden Staaten in dem fdjroeren Kampfe, den sie gegenüber dem Reiche führten, gesiegt haben. Beid- Niederlagen waren für das Reich verhängnisvoll. Unsere Fnnanznot hätte nie­mals so furchtbar werden Tonnen, loenn der Grilnd- satz, daß das Reich "Seine lausenden direkten Steu­ern er-beben dürfe, reckstzeitig aufgeg den worden wäre. Dieser Grundsatz war erträgnd), solange das Reich einen viel geringeren Einnahmebedarf hatte als Staaten und Gemeinden. Er war fdyon im letzten Frii.d.-nsiahrzehnt ein Hemmnis für ein« gesunde Reickisfii'.an-wirtschasl. Im Kriege machte er die Einfüllung ausgiebiger Reichssteuern un­möglich und führte zu einer ungeheuren Vermeh rung der sck>webenden Schulden. Jetzt, wo der Bedarf des Neick-es dauernd drei- bis viermal so groß sein wird wie der von Staaten und Ge­meinden, muß dieser Gruirdsatz selbstverständlich fallen.

Die Reick-seinkommensteuer ist aber nicht nur für das 9u*id) unentbehrlich; sie ist auch für den Steuerzahler unumgänglich notwendig. Denn bei der furchtbaren Belastung, die wie hevvrsteht, ist es erforderlich, daß in Zukunft alle Deutschen von gleickxr L^.istungsfähig'keit gleichmäßig besteuert »oerden. Das nxrr bisher nicht der Fall. Zur Zeit besteht noch ehre geradezu erstaunliche PuntscktcckigTert. Nicht nur ist die Ein kommen- besteucrung in jet»em Gliedstaat eine andere, auch innerhalb des einzelnen Staates schwankt die Be- ftieuenrng von Ort zu Ort. Nrm war es ja vielleicht noch erträglich, toenn ein Mann mit einem Eiu- Tommen von 20 000 Maick vor dem Kriege ins­gesamt an EmHnnmcnsteuer in Beilin 1290 M'k., in Königsberg 2040 Ml., in Grünewald 1050 Mk., rn Dl'rschiu 2490 Mk. zu zahlen batte. Denn der preußische DuEchnitt von nuti) 1600 Mk. war rvrhöltnismäßig so niedrig, daß selbst erheb)ick-e Abweiclumgen nach oben oder unten, im Hinblick auf die Vorteile der selbständigen Steuersestsetz- img durch die Gemeinden, zur Not hingenommen weiden konnten. Wenn aber in Zukunft der Durch­schnitt nicht mehr 1600 Mk., sondern vielleicht dreimal so groß sein wird heute ist er fdton etwa doppelt so groß, werden erhebliche Ueber* schreittmgen dieses Durchschritts nicht mehr an­gängig fein. Bei Aufrechterhaltung des bisherigen Versahrerrs wären aber bedeutende Ueberschrei- tungen um so mehr zu befurchen, als durch den Krieg im allgemeinen die stenersckiwachn Gemein­den am meisten gelitten haben. Solch interlokale UngleichmäßigKeiterr in der Einkommenbesteuerung werden nunmehr durch die Reichseinkommensteuer vermieden werden.

Die Reicksseinkommensteuer ist durchaus ge­eignet, das Rückgrat einer geordneten Reichssinanz- wirtschsi zu bilden. Schätzt man den Gesamtbedarf von Reich, Ländern und Gemeinden einschießlich der Abgaben an unsere Gegner auf jährlich 28 bis 30 Milliarden, so kann die Einkommensteuer allein ein Viertel davon decken. Ein weiteres Viertel können die schon jetzt bestehenden Reichssteneni liefern. Das dritte Viertel Fairn aus dem Reichs­notopfer, der Umsatzsteuererhö'hung, der geplanten Biersteuererhifhung und den schn bestehenden und einzuführenden Steuern der Länder und Gemein­den fließen. Wie aber soll das letzte Viertel auf- g^rach werden? Es ist dringend zu wünschn, daß der ReichsftnanzMinister schon bei der ersten Lesung ter ReichsemA,mmensteuer in der Nationalver­sammlung darüber Ausschluß gebe.

Berlin, 7. Nov. (WTB.) Nach demBerl. Qokalanz." bot der frühere Grvßherzog von Dessen dem ton den Franzosen ausgewiesenen Oberbürgermeister von Wiesbaden, Glässing, Wohnung'M seinem SdNJecm. Oberbürgermeister

so daß auf Gefängnis, nicht unter drei Monate erkannt werden soll. Die Anregung der b a d v leben Regierung auf schärfere Kontrolle der Postpakete und Telegramme war, luie Mi­nister Schiffer mitteilte, bereits Gegenstand eingehender Erörterungen der Regierung. Die Verordnung wurde gegen die Stimme des Vertreters von Sachs.-Weimar angenommen

Der Mörder vaases gcisteslrank.

Berlin, 7. Nov. (Priv.-Tel.) Der Leder­arbeiter Johann Voß, der das Attentat auf den Abgeordneten Haase verübte, ist lautB. Z." auf Grund des ärztlichen Gutachtens für geistes­krank erklärt worden. Er wird nicht vor Gericht gestellt, sondern dauernd in einer Anstalt inter­niert werden.

Politiker und Einbrecher.

Hamburg, 8. Nov. ^Wolff.) Bei der Verhaftung einer fünfköpfigen Einbr^cher- bandc wurde als deren Führer der Sekretär des ehemaligen spartakisti.chen Polizeipräsi­denten Münchens, der Kellner Storhas. festgenommen. E-r ist ebenso wie der erschossene Prä ident Eglhofer an dem Münchene» Geiselmord mitschuldig.

Das Handwerk und der Wiederaufbau in Frankreich.

Die Abgg. Dr. Becker u. Kempkes (Dtsch. Bolksp.) haben folgende kurze Anfrage an die Regierung gerichtet:

Nach zuverlässigen Nachrichten ist beabsich- tigt, die nach dem Friedensvertrag in Belgien und Nordsrankreich zu leistenden Arbeiten, insbe­sondere die Herstellimg von Baracken, an Agenten und Zwischenhändler zu vergeben ober die industriellen Vereinigungen mit der Weiterveri gebung zu beauftragen. Sind die Nachrichten zux treffenb, und was gedenkt die Regierung zu tun, und das durch diese Art der Vergebung der Ar­beiten beeinträchttgte Interesse der Handwerker ausreichend zu' schützen? Ist die Regierung ins­besondere bereit, die in Betracht kommenden Ar­beiten unter Ausschaltung von Zwischenstellen an die Handwerker oder deren berufliche Vertretungen unmittelbar zu übertragen?"

Württembergische BerkrhrSvorschläge.

Stuttgart, 7. Nvv. (Wolff.) Tas r t- teinbergildje Staatsministerium hat beschlossen, die Reichsvegäerung auf das dringendste zu ersuchen, sie möge 1. das getarnte Verkehrs­wesen nti! sofortiger Wirkung einer mit weitgehen­den Bollmacksterr ausgrsbatteien Zentralbetriebs- leitimg unterstellen, 2. Vorsorge treffen, daß auch nach dem 15. stüovember durch geeignete Einschran- kmigen des Personenverkehrs die Flüssigkeit undj ausreichende LeistungSfäl-igkeit des Güterverckchrs auf allen deutschen Eisen bahnen gesichert ist, 3. den Personenverkelw an Sonntagen aus alten beutfdten) Eisenbahnen bis auf weiterP zu unter jagen, 4. die; Senußung von Personenkraftwagen nur an Werk­tagen nnb nur gegen besondere behärdliäte Er^ laubnis zulassen, 5. eine besondere lkbenöudyun.g| jur Sicherstellung regelmäßiger und ausreichen­der Kohlenttansporte aus dem Rhein und durch die Bahn nach Süddeutschland ein richten, 6. eine nettere Einschränkung des Verbrcuck/es an Gas und elektrischem Strom für das ganze Reich ein­heitlich durchführen und ebenso eine ernheitlichv Sperrstunde für alle öffentliche Lokale vorschrciben, die nicht nach 10 Uhr abends liegen soll. Tie Bevölkerung Süddeutschlands vermag die ihr auf-, geznungenen überaus harten Einschränkungen fer­nerhin nur bann zu tragen, nenn sie die Gewiße teil hat, daß die für den Kohlenbezug günstiger liegenden Reichsteile dieselben Einschränkungen uw, terwvrfen sind.

Luftfahrten.

Berlin, 8. Nov. (Wolff.) Das Luftschiff Bodensee nahm seine regelmäßigen Fahrten zwischen Berlin und Friedrichshafen wieder auf. Es wird bis auf weiteres von Berlin an den geraden Tagen des Monats, nicht wie bisher an den ungeraden, abfahren. Die Rück- kchr von Friedrichshafen erfolgt also an un­geraden Monatstagen.

Gemeinderatswahlen in Oberschttf'en.

Beuthen, 10. Nov. (WTB.) Bei bet Stadtverordnetenwahl wurden gewählt: Zentrum 21, polnische Nativnalpartei 13, Bcam- tenpartei 5, Mehrheitssozialisten 5, Demokraten 3, D.-Nationale 3, Unabhängige 1, Kommunisten 1.

In Gleiwitz wurden Gbyg.fxn: Zentrum 7172, Deutsche Vol'spartei 5684, Polen 4880, Deutsch-Nationa'e 2336, Mehrhe!tssoüalii-en 1962, Demokraten 1635 und für bte Unabhängigen 1212 Stimmen. , , , ,, ,

In Kativwitz wurden abgegeoen: für bas Zentrum 4282, Deutsch-Nationale 3809, Polen 3086, Demokraten 2127, Mehrheitssozialisten 1640, Unabhängige 1149, WirtschasUicher Ber- fxinb 866 und für die Kriegs verletzten 703 Stirn-» men. In den ländlichen Bezirken sind die ge­nähten Vertreter überwiegend polnischer Nalw-- nalität.

Nk. 265

Ter Gießener Anzeiger erscheini tciglich, außer Sonn- und Feiertags.

Bezugspreis: monatt.Mk.l.6v,oiertel- iabrhrt) Tlt. 4.80. durch Abdole- u. Ziveirstellen monatl Alk. 1.50 durch diePost Alk. 5. viertel- fährt, ousschl. leckg. Fernsprech - Aula lüste: für die Srfinftleitunql 12 Verlag,Gefchäüsstelle51 9In|d)rtftfür Trabtnad)- richten: Anzeiger Gießen.

postschetttoni»: Frankfurt a. M. 11686

öffnet. Für den Wiederaufbau habe es schon 10 Milliarden ben Staatskassen entnommen. Die Steuern würden in diesem Jahre mehr als 10 Milliarden einbringen und wenn man sie um 50 Prozent erhöhe, sei das Gleichgewicht des ordentlichen Budgets iKÄftellt. Durch eine große Anleihe müsse bie schweNnde Schuld konsolidiert werden. Von 1913 bis 1918 seien die Käufe Frankreichs in England um 470 Prozent gestiegen, bie Verkäufe Frankreichs an England jedoch um 26 Prozent jurüdgegangen. Der Unterschied zwi­schen Verkäufen an Amerika und Käufen

Erster Blatt (69. Jahrgang IKontag, 10. November (9(9

Gießenek Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

setzen. Zur Finanzlage sagte Nosbe u. a.: An Zinsen werden wir jährlich 10 Mlliarden 9)Zarf zahlen, d h. doppelt soviel im Jahve, als die gesamte Reichsschuld vor dem Kriege aus­machte. An polittscl-en Rechten ist restlos alles erreicht, was wir erstrebten. Aber mit politisck)en Rechten allein bringt man Pein Brot aus den Tisch. Wir d'chm die Soziicckisi- r ing auf andere W- ife rin- geleitet I n diesem Winter werden dem Reis, s a g 0 e s e tze s v v r l a g e n ' ugeh ' n , wonach die großen Unternehmer mit 75 Pro zen t besteuert werben; sie wer­den dann tatsächich zu besser bezahlten Ange­stellten ihrer Betriebe. Der fUrinifter sprach bann weiter über ben Abmarsch nach links, über die angeblidien reaktionäre Bestrebungen, sowie über Angriffe auf die Rrickiswehr. Er erflärte u. a., mit der hohlen Ha> d lönne das T«eutiche Reich nicht regiert werden An bie W e 11 re vo l u t i 0 n glaube er trickst, und wetm sie Häme, könne sie Deutschland nicht Helsen. Die Revolution in Ame­rika müsse zur Folge haben, daß Millionen von Menschen bei uns mit dem Tode bedroht würden.

(Sitte englische Srtttucrtttigsfcier.

Amsterdam, 7. Nvv. Ter König von England fordert seine Völker auf, am 11. Nov. 11 Uhr morgens, ber Stunde, in der der Waffen­stillstand unterzeichnet wurde, jede gewvlsttte Tätig­keit alle Arbeit, jeden Laut, alle BenvMmg, jedes^ Geschäft und Vergnügen, zwei Minuten lang einzu stellen, in Erinnerung der Be­st eiung Dom Weligemetzel und an bie rühm reichen T-.'ten. Es ftttb Maßnahmen getroffen, um alle Züge an zullten. Die Polizei ttxrb jeden Verkehr auf der Straße anhalten.

Feldmarfchall Hatg in Berlin.

Berlin, 10. Nov. Der englische Feld- marschall H a i g ist in Berlin eingetroffen. Er empfing nach derTägl. Rurrdsämu" Maxi­milian Harden imb jroei Angehörige der unabhängigen sozialdemokratischen Partei.

Die WaffenstittstandSverletzungen der Entente.

Berlin, 8. Nov. (Wolff.) Gegenüber der neuen Ententenote, mit der sich das Kabinett auch heute noch nicht beschäftigt hat, da die Vor­arbeiten noch nicht ab-gefchlossen sind, wird daraus bingettriefen, daß in vielen Punkten bie Entente ihrerseits bi.* Waffenstillstandsbebingungen n r ch t erfüllt hat. Bisher wurden von b-T beutfrfm Waf- fenstillstandskommisrion 3000 Pro-estnoten wegen Verletzungen des Wasfenstillstandsabkommens der Entente übergeben.

Englisch-deutscher Textilhandel.

Amsterdam, 8. Nvv. (Wvlsf.) TieTi­mes "meldet, daß die TextilhandelsabteUung ber Londoner Handelskammer sich mit ber Frage ber Handelsbeziehungen mit den vormals feindlichen Ländern besaßt bat. In An- betrocht der Notwendigkeit ber Unterstützung ber feindlichen Länder bei Bezahlung ihrer Kriegs- entschäoigung und zur Ausbelstiung des Wett­bewerbs beschloß sie, bte während bes Krieges gefaßte Entscyließ-lng, Nwnach HanbelsbeziehnngeG mit cbemald feindlichen Ländern während einer Mindestdaucr von zel/n Jahren nicht weder auf­zunehmen sind, zurück; u ziehen. Sie bean­tragte, Mitgliedern der le^tilabtcilung und Strafe (eirten im allg-meirren zu gestatten, Handelsbe- ricHungen änit Teutt'chland und anderen vormals fdrtblidKrt Landern wieder aufzuitetzmen. In den Entschließung wurde gefordert, daß die Handels­beziehungen mit vormals feindlichen Ländern je­doch nicht aufgenammen werden sollen, bevor die britifdid Regierung eine Erklärung über ihre Han­delspolitik abgegeben habe. Ter Rat ber Handels- Eammer und ber Verband der Hanbcl&??.ntmein nr-rben ausgefordert, stärksten Truck auf bte Re­gierung auszuüben, damit sie so schnell 'ane mtr«< lich eine endgültige Erklärung über ihre Handels­politik abgebe.

Eine Rede des französischen Finanz- minifterS.

WS se^N8