Ausgabe 
10.7.1919
 
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nrJ58

Swetter Blatt

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Donnerstag, 10. Juli 19(9

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in nx-aigent ÄLochcn der {Jall wir ein zerstückeltes Dcutfchla

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6iben wir ein zerstückeltes Deutschland, von dem ent Teil abgerissen ist, der tiad) Sllten imb Sprache

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Fortsetzung 6.

(Nachdruck verboten.)

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Ragna.

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(Fortsetzung folgt..

Recht aller Sabre sozialen

Reichsregie- Natifikation

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fiaufc«- nicht in b bcn'pnid) ri'drt'i.

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SUbr .ttde Licbigltt. entlaub I -geben aegen - n n°nn'-.?-L ffr. Frieda Bark»« gcJtcrW___JI

jrnbc Entschließung vorgelegt worden ist: Die gesetzgebende Nationalversammlung wolle be fließen, die Natisikation vorzunehmen unter dem lusdrückltchen Vorbehalt: 1. daß vor dem

jb(id) und gerechtfertigt erscheint, mit rückwir- aiber Kraft einen Gerichtshof zur Aburteilung 'ordergegangener angeblicher Verstöße gegen das

Zu dieser Entschließung wird in jefunfl Stelliurg genommen werden, trich^ministet örr auummtigen

beiten Müller:

Meine Damen und fierten! Die

»rüber eingeholt wird, ob es nid) den ancr- (s nuten Grundsätzen des Völkerreckits zufällig oder

deutsche Nationalversammlung.

W< i m a r , 9. Juli. Die Ratifizie - r«ng des Friedensvertrages wurde heute in namentlicher Abstimmung mit 208 gegen 115 Stimmen beschlossen.

;.«bc natfdxm dürfen. < SSi- lliimbe.)

nakh.) crflärt im Namen unsere Initiative ist die Re

kenntnisses der alleinigen Schuld Deutschlands am Kriege, der größte)) weltgesduchtliä-en Lüge, die jemals aus Mensdvimttmbe gekommen tfL Wir bitten und ermahnen das bcniidre Volk, die Reihen zu scküießen, iieberbait zu arbeiten und den Glau ben an das Vaterland nicht zu verlieren, in Würde und Geduld zu leiden, bis das Welt- gnviisen auswacht und ein Verbrecknm sühnt, das die liebermadit von 27 Feinden an uns zu be­gehen im Begriffe stcht. Sollte glcidnnobl dieser Friede letzt zum Völkergesctz erhoben weichen, me^ mals werden mir seine Rechtsdesrandigkeit an­erkennen. Für alle und ewige Zeiten legen wir vor Wott und der Gesdstckste seierlichst Verwahrung dagegen ein Niemals könnte er eine Quelle bei Völkerversöhnung iverden. Niemals um unseres Gewissens willen können wir auf hören, unsere :Under und >rindcsk:nder zu ermahnen, bat W- fdjeu gegen diesen Frieden von Geschlecht zu Ge- fd'lecht sortzupslanzen und ihr ganzes Sinnen und Denket) daran zu setzen, die dattsche Ehre von dieser Scbmad) wiederum rein zu machen.

Preise, .gratis.

OltW tn 12.

an das Weltqavissen zu richten. Wir möchten die Wirkung dieses Friedensschlusses dadurch hemmen, chatz wir noch einmal die Stimme des Rechts an- rnlfen und loenn alles andere versagt, sollen doch aller Welt die Vorbehalte kundgegeben wer-- den, die wir in unserer Entschließung genannt haben, nämlich daß vor dem Inkrafttreten dieses Friedensvertrages ein Gutachten der anerkannten Völkerrechtslehrer über die Frage der Auslieferung des Kaisers und unserer fieersührer eingeholt und ein unparteiiscl)er Gerichtslws über die Schuld an diesem Kriege angxrufen wird. In rücksichtsloser Qssenheit enthüllt der englisch? Ministerpräsident jetzt das wahre Ziel der 'Beteiligung Englands am LZeltkriege. Die letzten 150 Jahre unserer preußisd'- deutschen Gesclstchte nennt er einen volitiscben Irr­tum, für den wir jetzt büßen sollen. Pflicht und

»VS;- Gesa"§'

agna Svendburg

Roman von A n u v W o t h e.

des Welt einen und

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>rf »ack- if ost- ititflt. lutkol rndes- 81O4ss

Hing hat Ihnen ein Osesetz über die Friedensvertrages zur Beschlußfassung vor

Präsident F hrenbuch: Jll> mad)Cbar uid> die Angehörigen des

. ~ _____ unser Vater-

in Stüde reißt und eine große Anzahl Volksgenossen unter fremde fierreu

zwingt. Wir geloben l>eute, die uns entrissenen Landsleute nicht vergessen, sondern allezeit ba> für zu sorgen, daß sie als Deutsche nid)t zugrunbe- gehen. (Beifall Unzerreißbar bleibt das Band

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r. Zum Friedensvertrag selbst haben Sie wir bereits Stellung genommen, als es irij am 23. Juli um Unterschreiben oder Nicht iteridrreiben handelte. Id) will darauf nickst mehr ntrüdkornrnen. Aufrechterhalten bleibt heule und immerdar unfer einstimmiger Protest gegen diese ^ertrag getvordene Vergewaltigung. (Lebhafter .'risall.) Aufrechterltalten bleibt aber ebenso unsere .frfidjenmg der Vertragserfüllung bis zum leußersten. Wir müssen ohne Vorbehalte, ohne pjMvrhältigkll in die neuen Pflichten hinein- chen. Wir alle, unser ganzes Volk steht heute wr dem Ausbruch zu einem vierzigjährigen Marsch dirch die Wüste anders kann idj die kommende Sät nicht nennen. Der erste Schritt auf dem ..eioenswege ist die Ratifikation. Wir haben sie imolge der letzten Note ElemeneeauS beschien- vyi. weil uns b-te Aufhebung der Blockade in hi-sticht gestellt war. Neben der Gewißheit der r«Hebung der Blockade haben wir noch die fiofr toing auf die Rückkehr unserer Kriegsgefangenen. Sikmt das Wort Frieden nicht jeden Sinn ver hfttn soll, muß d ie Rückgabe der Gc- «ngciicn jetzt erfolgen. (Lebhafter Bci- iiill > Es sind im weitestgehenden Umfange Vor- I trnngen getroffen, die Rückkehr der Kriegsgefan- enen in ihre fieimat auf raschestem Wege zu er- loqllcheu, und es sind darüber hinaus and) alle Vorbereitungen getroffen worden, ihnen mit der :Uflel;r aud) Arbeit und Verdienst zu sichern.

^bafter Beifall.)

sobald der Friedensvertrag auch von dreien Irr gegneriidm 5xruptmächte unterzeichnet ist,

Weimar, 9. Juli.

fians mrd Tribunen sind stark besetzt. Am Aa»ierungstisch: Bauer, Müller, Erzberger, Noske, tidl, Schmidt, David, die vreußischcn Minister j«sch, fieine, der bayerische Gesandte Dk. v. Pre- ger, der deutsch üsterreickstschc Gesandte Dr. fiert» maan und andere.

Präsident Fchrenbach teilt mit, daß von

gehe iihle ilar johmiter LRle»»1 rat.

-WM inzchen.

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geworden, und so lange ich zu bestimmen habe, ist unser erster Ausflug jedes Jahr Schildhorn. Kamt man schöner sitzen, als hier au der blauen fiavel, und tarnt es besseren Kaffee und schöneren Kuchen geben?"

Tottor Arne Lorenzen warf Ragna eilten viel­sagenden Blick zu, gleichsam als meinte er:O ja, ich weiß noch viel Schöneres", aber er schwieg lächelnd und streichelte Aennes Krausköpfchen, das sich an seinen Arm schmiegte.

Meine hochverehrte Schwägerin," sagte er sarkastisch,ich bin entzückt, daß du mich zu bicier herrlichen Partie aufgefordert hast, und wenn Ihr wiederKaffeekochen" geht ich koche mit!"

Tie Professorin blickte etwas unsicher zu ihrem Schwager auf. Sollte der vielleicht wagen, sich über sie lustig zu machen?

Sie kam aber nicht zu weiterem Nachdenken, beim etwas anderes nahm ihre Aufmerksamkeit ganz in Anspruch.

War es denn nur die Menschenmöglich lest ?

Sie guckte angelegentlich nad) dem Eingang des Lokales, in dem sie so gemächlich, ganz still für sich allein in der herrlichen Laube am llfeti der schimmernden fiavel saßen und rief bann mit allen Zeichen der Entrüstung:

Ta will ich dock) gleich fterben, wenn der lange Kerl, der sich da so flott in den Garten her- einschlängelt, nicht der Referendar Below ist. Gott soll mich bewahren, wo kommt beim der hier her?"

Ihr Auge flog forschend zu Gunhild, die wie mit Blut übergossen dastand und tief das Köpfchen senkte. t .

Na" sagte Fvau Lorenzen,das ift ja eine allerliebste Geschichte. Ick) will nicht hoffen, daß du diesen Windhund ja wohl, ein, Windhund ist er davon verständigt hast, baß wir hier heraussahven."

01M88 an ben Gicz, z, Welche fatb.ob.eD.iii $?ro.ob.Viäbd).,a.liett ranbe,möchte ein. i«.L, ohne Kind,BZ.alt,d vand,D.intztaatstt.K «Mtüb Dr« Gluck roteb. erleben, h Tanten m. gut KbartL einroanbfr. tberganin weldjee-rotTflgliidlh wWch. woll.schrtitll geb. ntSUbu.0134»t siebener Anzeiger» ienben. Strengite fi schwiegenbelt Gbrenb

Frau Sorge, Frau Sorge, was wlll sic | Ick) bin ihr iwch viel zu jung, I von mir ? | Zu sonnig ist ihr und zu hell mein Quartter, Zu frei meiner Seele Schwung.

Ihr Leid, Frau Sorge, das singt sich nicht Bei Wein und Rosen im Mai,

l Trum geh' sie mit ihrem finstern Gesicht, Frau Sorge, und laß sie mich frei.

Friedrich Roeber.

[|Bitte, Fräulein Svendburg, schenken Sie dock» Filtern Schwager inxf) eine Tasse Kaffee ein", P Fran Professor Lorenzen über den Tisch hin m, nmbrntb sie einen großen Napfkuchen sehr Uecgisch zerteilte.Aus Ihrer fianb trinkt der Minder sicher eine zweite."

Ragna beeilte sich, der Aufforirerung zu folgen, W) reicht? lächelnd Doktor Arne Lorenzen, dem Mussten Bruder des Professors, den gewünschten ffsiiincn Trank.

R. Er nahm ihn dankend unb sagte bann mit ll iem^Spvttlächeln um die bärtigen Lippen: LFinden Sie nicht, mein gnädiges Fräulein, fäies ein sehr eigenartiges Vergnügen ist, so hier ra dem Grünewald hevauszuziehen, um Kaffee |iu stochen?"

L .^ch finde es sehr hübsch und gemütlich, im Ittwcn den selbstgekochten Kaffee genießen zu kön- |*n,1- sagte Ragna und band der sich etwas fträu- ^-oen^Fräi.ze die Serviette um,

, >'^cts bitt - id) mir aus, Arne, daß du unser mm,eetod)en nidst schmähst," rief die kleine Pro

Alwin ihrem Schwager zu.Tas ist mit uns groß

für neue blutige Kriege zu machen droht. Dir wer-- den nicht aushören, dagegen zu protestieren, daß Elsaß-Lothringen unter Nichtachtung des S e l b )t b estirnmungsrechts an Frankeid) abgetreten werden muß und ihm nicht einmal das Optionsrecht gewährt tvird. Nie tverden wir uns damit adsinden, daß man land in Stücke reißt und

mit den Trutschen in Dcftcneidx Lebendig ist in uns die fioffnung, daß alle Deutsdzen auf Grund des Selbstbestinimungsrechts bald in einem Ein­heitsstaat vereinigt werden. Protest erheben wir auch gegen die Wegnahme unserer Ko Ionien, unb weisen die Unterstellung zurück, daß Deutschland ihren Besitz als Stützpunkt für die Beraubung der Welt ansah. Ten Raub der Kolonien werden mir nie vergessen. Ter Krieg war nicht das Werk einzelner Personen- sondern des imperialistischen ürtcrualionale» Kapitals, und wer unser Volk als den alleinigen Urheber am Kriege hinstellt, spricht eine wissentliche Unwahr h.'it aus. (Sehr richtig! Es kommt aber der Tag, tm dem das unerhörte llnrecht widerrufen wird. Nickst mit Gewaltmitteln werden wie dagegen an- kämpfen, nein, wir iverden uns bemühen, den Ver­trag loyal durchzuführen. Wenn erst die Erregung, die unseren Volkslörper jetzt erschüttert, infolge der unerhötten Kriegsnot, vorüber ist, dann wirb der Welt offenbar werden, daß die kultursördernbe Arbeit des deutschen Volke-s aus diesen Fesseln freigemacht werden muß.

Abg. Tr. Spahn (Zentr.): Der F-riedens' vertrag entspricht nicht den Grundsätzen des die Völker verbindenden . chrisllickxm Geistes, sondern ist das Ergebnis einer uns über den Friedensschluß hinaus verfolgenden N n v e r s ö h n l i ch k e i t. Trotzdem stimmen wir dem Friekensverttag zu. Es geschieht nickst aus freiem Willen und innerer Ueberzeugung, sondern lediglich aus dem harten Zwang der Tatsachen, das Reich vor Anarchie und Zerfall zu bewahren und Volk unb Vaterland vor dem fid ?ren Untergang zu retten. Das Reich luirb nach besten Kräften den Vertrag ;u erfüllen suchen; aber binnen kurzem wird es sich zeigen, daß er in vielen hmb mrientlidyen iAunkten unerfüllbar ist. Schon deshalb ist eine baldige Revision eine unab­weisbare Notwendigkeit.

2ll>g. Schücking (Dem.): Die Fraktion der Deutschen Idemokratischen Partei erklärt, daß sie dem Gesetz über den Friedensverttag nicht z u st i m* ui c n kann. Sie überläßt vielmehr diese Znstim- inung der Mehrheit des fiauses, die anf 27. Juni die Regierung ermächtigt hat, diesen Frieden zu Unterzeichnen. Die Fraktion läßt sich heute wie da- k-näls von der Erwägung leiten, daß aur3 der An- nalstne dieses Friedens dem deutschen Volke iwch fdilDercre Nachteile drohen als aus der Ablehnnng. (Sehr richtig! bei den Demokraten.) Wann bei Friede nunmehr trotz des Widerspruches unserer Fraktion zustandekommt, so wissen wir uns doch einig (mit dem ganzen fiaufc in seiner moralischen Verurteilung. Wir Ivvllen ihn g-streulich erfüllen, soweit er sich erfüfleit läßt. Aber unerfüllt bar bleibt für uns der innere Verzicht auf den staatlichen Zusammenhang mit Millionen unserer Volksgenossen, die gegen ihren Willen von uns los gerissen ober am Zusammen­schluß mit uns gewaltsam verhindert werden. (Leb­igster ARüfall.) Wir protestieren vor aller Well gegen brefe Verletzung de4 Seibstbestim- strungsrechts der Völker. (Lebh. Bravo.) Schon heute wenden wir uns an die Millioncn sind,Abernrillionen in allen bisher feindlich.m und ^n den nstuttalcn Ländent, beiten das Recht noch etwas jfieiliges ist. (Lebhafter allseitiger Beifalls Sie iverden erkeimen, daß ein Attentat gegen die Freil-eit iunb das Leben unseres Volkes ein An­griff gegen alle Völker ist (Beifall), daß innere Sache barinn aud» die ihrige und die Sache der Mensck»heit ist. (Erneuter Beifall.) Ihr deutschen Brüder und Schövestern in 92orben, Westen und lüften, wir deutschen Denwkrateit rufen Euch zu: Meibt.Deutschland treu! (Lebhafter Beisall.)

Abg. Traub (Dentsch-Nat.): J-m Namen der deutsch-uationalen Fraktion habe ich folgehtbc Gr5 närinig äbsugeben: Unser Volk steht vor der letzten Entscheidung über die Besiegelung des deutsckstn lÄcnds. Einmütig hat die deutsch-nationale Frak­tion beschlossen, der Ratifizierung des deutsckxn Friedensvertrages zu w i d e r s v r e cht e n. Wir sind uns den Folgen einer Ablehnung voll be­wußt. Gerade deshalb aber lehnen wir die Verant­wortung für diesen Vertrag ab. Im Falle, daß die Mehrheit dieses fiauses sich für die Ratifizierung entscheidet, haben wir unter Berücksichtigung der Tatsadx', daß der Friede unterzeichnet worden ist, einen letzten Versuchj gemacht, einen Appell

baitidtcn Volkes ist es, vor zu bezeugen, daß diese 150 geistigen unb wirtschaftlichen, _____ nationalen "Aufstieg unseres Volkes umschließen, wie ihn die Gesckstchte sonst

Alhtige ft» fau ijtMt Witwer ohne Kind.» 48x1.alt,9aufm.,UL$a lucht Mädch. ob. Wm Sinb.u.?ln6.lillt.a> st,ev^w.sp.Heitt!> fiaubbalifennttu ici Riis,nllt.(sbarakl,ft GemüiMinsSiiv.'' criu. Str. Perschin.» u. verl. Schr. üfacb.1 013461 an den WicM

KrleKHlnuIld In Stellung 10 Oait wünscht die Bekai-.i! elncö anstand. Witwe mit Kind re. »

a, -. Wiener

1 (10 Ma

nidjt 511 verzeichnen fy.tt. (Beifall.'! Wir sind Llotzd George dankbar für seine Feststellungen. Neid und Furckst vor unseren' Aufstieg tvaren die einzigen Triebfedern der Teilnahme Englands am Kriege. (Beifall unb Zustimmung. Ein Earlvle schläft unter bem Rasen. Würde er noch leben, er würde Llctzd George über Friedrich den Großen unb Bis­marck ein Kolleg halten. Beifall.. Der fran­zösische M i n i st e r p r ä s i d e n t nennt den Frieden einen Frieden des Rechts. Rtit dieser wohl bcicdmeten Täuschung foll Deutschland vor der W-llt als das Volk des Unrechts und der Geivalt 6-ebraltdmarkt merben. Die Unterzeichiumg des Friebcusvertrages begräbt viele Illusionen. Tie I l l n s i o n b o s I n t e i n a t i o n a l i s m u s i st zerstör t. (Sehr rickstig! rechts. Am 23. Jan. d. I. hat im amerikan,scheu Senat ein Redner erklärt:Laßt uns aufhören mit der alten Leier, das wir für die Demokratie kämpfen, (fiört, hört!) Last uns ruhig eingestehen, daß mir für ameri­kanische Iillereiseit kämpfen." Wehrlos geben wir uns in die fiände der Feinde. Bei jeder fleinften Nicksterfüllung der Bedingungen werden alle die Schrecken über uns fomnten, vor denen man sick) durch die Uill'rzrichnung schützen nwllte. fiättcu nur den Friedensvertrag abgelelpll, es könnte nicht schlimmer sein. 'Sehr richtig! rechts.) Ter Vertrag ist unerfüllbar, das werden wir immer tviederholen. Nur hüte man sich vor der neuen Illusion, als ob die Gegner den Frieden für unerfüllbar l-alten. Giern, ueeau hat gesagt:Wir wollen diesen Frie ben, wie wir den Krieg gewollt haben. Wir wollen ihn mit starken Mitteln. Wir wollen ben Frieden ausführen, wie mir den Krieg geführt haben, ohne Schiväche, ohne theatralischen fiochmut mit dem unabäitderlichen Entschluß, unserer großer^ Toten würdig sein." Solche Worte sind Stacheln in unser fierz. Wir Deutsch-Nationalen legen Reckitsverwahrung gegot diesen Frieden ein.^(Leb­hafter Beifall rechts.) Wir roerben bem Feiirbe nichts vergessen. Es nrirb kommen der Tag der deutschen Befreiung. Gott der Gerechte stehe uns in Gnaden bei, und sollte man es wagen, die fianb auf die besten Führer ntrseres Volkes zu legen, so sagen wir: fianb weg! (Leblwster Beifall.) Wir eje* loben: Die Wunde dieses Friederrsschlusses wird nie vemarbwr. Sie soll nie vernarben Lebhafter Verfall rechts imb fiänbeklatschen auf den Tri bünenZ

Präsident Fehrerrbach: Es ist der Tri­büne nickst gestattet, sich an Beifallskundgebungen K' tciligen. (Rufe bei den Unabhängigen: Be

Arbeit.) Im.Falle der Wiederhol),ng werde ich die Tribünen räumen lassen.

Abg. Kahl (D. V.): Die Deutsche Bolls - Partei erflärt in llebereütüimmimg mit ihrer fialtimg in den Sitzungen der Nationalversamm­lung vom 22. und 23. Juni, baß sie ihre Zu- sttmmmig iur Ratifikation dieses Friedensver - träges nad) bestem Wisse): und ft-ewissen nicht zu geben vermag. Sie wiederholt ihre Ab- lehirung in vollern Bervußtsein ihrer Verantwort­lichkeit, die sie damit vor der Weltgeschichte unb bem deutschen Volke übernimmt. Was aber nim­mermehr wir zu erfragen, anjuerfemten imb zu verantworten gewillt sind, ist die willkür- kürliche und raubgierige Absplitte r u )i g uralter deutscher Landes teile vom Reiche und bereinsacheDiebstahl unserer Kvlonien unter der verleumderischen Behauptung unferer Unfähigkeit zur Kolonisation, sowie die Bestreitung des Selbstbestimmungsrechtes unseres deutsch-öster Kid)i|eben Brudervolkes, ist die dauernde Ver­nichtung der den tickten Freiheit durch einen nad) Absicht und Ziel gegen Delllschland gerichteten fogenannten Völkerbund, ist die Zumutung ehrloser fianblungen drrrch Auslieferung Deutscher an die Gerichtsstätte feindlicher Ankläger und Richter zu gleich, ist der unsittliche, gegen Recht und Wahr­heit verstoßende Zwang zur Unterschrift des Bc

Referendar auch sofort verstand. Etivas umstäud lick) küßte er ihr die fianb und murmelte etwas von unsagbarer Dankbarkeit, dabei blickte er auf die etwas bebenden fiände der hübschen Giinhild, bre wirklich rocht ungeschickt den Kuchen jetzt auf die Teller verteilte. In seinen Augen fttmb ein so leuchtendes Glück, eine so tiefe, innere fierzens- fröhlicbkrit, daß die Professorin wider WUlen es ruhig geschehen lieft, als der Referendar, nachdem er die anderen Anwesenden begrüßt hatte, sich siegesgewiß einen Platz an Gunhilbs Seite er* obertc, die gar nicht aufzusehen wagte, weil ihr das junge fierz fast zum Zerspringe)) Nopste.

Ragna freute sich über das nette Paar, iwelches fx> ftillfelig stumm auf der rohen fiol-bank unter den knospenden, grünen Birken saß, dessen Idfe rauschendes Gezweig wie grüne Brautschleier her­nieder Isinge)!. Sie lächelte auch im helleren Ver­ständnis Arne zu, der kr^fschüttelnd auf die 11 n mengen von Kaffee unb Kuchen blickte, welck» bas junge Paar schweigend verzehrte.

Ten Iverden wir heute nicht wieder los," sagte die Professorin, sich ausseufzend zu Ragna seyend,ach Gott, das ist ein Leiden mit fanci Unverwüstlichkeit."

Ter Professor lachte, und Arne entgegnete ,^Jch weiß nicht, warum du die beiden Menschen, die sich dock), wie jeder Blülde sieht, lieb Haden, immer auseinander hetzest. So last sie doch den wirst du doch )iid)t zwingeir."

Tas wollen wir schon sehen," gab die Frau Professor erregt zurückWerben Sie es glauben, Fräulein Svendburg, bah dieser Below es ran» schon zwei Jahre so wie heute treibt?"

,Zch bewundere feine Ausdaiu entgegnete

3i'l6erred)t ei)i zu setzen und auf vorher noch nicht

/^gedrohte Gesetzesstrase zu erkennen, 2. daß im

x,;-;.--*1; ui. k .Interesse der Gerechtigkeit zur Untersuchung der Mn SS?10 »,el in ' frage von der Sck)-uld am Kriege ein neu» Äff l ra ler Ger ich t s h o f eingesetzt wird." Aung ikacbcn rotu

n lmserem Volke gehört, ohne baß die Bc- öl fernng vorher das Recht erhielt, nach freiem Bille) über ihre Staatsangehörigkeit zu bestim- m. Wir haben nicht die Macht, das Unglück ii verhindern: wir wollen aber diesen Dull- [bm, oerfidjern, daß wir sie nie vergessen, wie tiiT auch ,est glauben, daß sie niemals unsere Igmeinfame "stichickste vergessen und unser ge-- »einsames Leben verleugne): werden. Im übrigen dollen mir unser deutsches fiaus mll allen Kräfte)), ke uns verbleiben, in der schweren Zeit, die »:s benorftrht, so ausstatten, daß in unfern Schwe- frrit uno Brüdern, die uns entrissen werden, Bewlißtsein natimtQler Zusavimengehörigkell d rksam bleibt, bis auf fririilidyem Wege tn hofscnt- ßh nickst zu ferner Zeit in einem wahren Brurde ,Vx Völker alle ftrittige)) nationalen Probleme e tc gerechte, b. h den Witten der Völker achtende läsiing finden. ^Lebhafter Beifall.)

Abg. Krätzig (Soz. : Namens der sozial wmokratisck-en Fraltion habe ich zu erklären: Wir iimmcn der Ratifikation zu aus benjclben Grün^ Im, die uns neulich veranlaßten, der Regierung j|ke Vollmacht zu erteilen, den Vertrag zu unter- ^Kidmvu. Dabei erheben wir Protest gegen den -knvaltsrieben, der die Versöhmmg der Volker biterfriibt mtb Europa zu einem Explosivherb

Gunhild hob stolz die Augen empor. Es war nur ein einziger Blick, aber die Frau Professor kannte ihr Kind doch zu gut, um nicht sofort zu wissen, daß ihre Besürchttnra grundlos war.

Na, ich hätte es dir auch nicht raten mögen," sagte sie.

Dagmar, in deren blauen Augen es seltsam wetterleuchtete, lachte laut auf:Tas ist aber einzig, Mama", jubelte sie hervor,fieutc mor-- gen, als ich zur Schrie ging, da begegnete mir fierr Referendar Below unb sprach mich an ick erzählte ihm twn unserer für beute geplanten Partie und er freute sich so darüber, daß er mir die Schulmappe bis zur Tur trug. Daß er auch nach Schildhorn wollte, hat er aber gar nicht gesagt."

Still", rief die Frau Professorin energisch sie wußte genug. Sie hatte nur noch Zeit, ihrem Manne, der behaglich seine Zigarre rauchte, zuzurufen:Lorenzen, vaß auf." Dann stand auch schon der Refercncdar vor ihr unb neigte feine lange Gestalt tief vor der kleinen Frau, Nstihrend er, ihr lachend in die Augen sehend, sagte:

,^Jch bin unendlich glücklich, meine gnädigste Frau, daß bet Zufall es so hold mll nur meint und mich hier Sie finden lässt: glaubte schon, müßte ganz solo hier in der alten fieibe herum» stolpern imb"

.Hören Sie man auf, lieber Bekow," sagte die Professorin, nun doch wider Willen lachend,den Zufall" kennen wir nun ganz genau, er hat mit Schulkindern und Schulmapven recht vielen tun, da Sie aber nun mal da sink», so lärmen eie auch eine Tasse Kaffee mit uns trinken, bitte Fräulein Svendburg, und du, Gunhild, brauchst den Kuchen wirllich nicht in so zerbrechlichen Scheiben zu schneiden, der fierr Referendar kann ganz andere Kost vertragen." Sie sah ihn an. Es war, als ob in ihren Augen eine Warnung lag, die der luftige

ßivrung am 22. Juni zur Unterzeidurung des Friedens veranlaßt uwrden. (Geläckster int ganzen fiaufc. Wir stimmen dem Vertta-ge yi unter dem Zwange der Gavall, gegen die wll uns nicht wehreii können. Eine Mwehr durften wir nickst vo suchen, weil sie von neuen unb noch gröferem Leiden für uttfer T^olk begleitet )väre. Wir legen Verwahrung dagegen ein, daß Millionen unserer Staalsangr'hörige)) unter sdniöder Mißachtung d Selbstbeslimmurrgs rechtes aus bem Deutschen Re ja heransgischmissen werden. Den Völkerbmch brand matfen wir als Allianz gegen die K u in Sozialismus ausst redenden Völker. (Lebhafte Zustimmung bei den Unabhängigen.) Wll begrüßen die Sturmzeick-en iinterlyill) der revolutio­nären Arbrilerklasse int Osten unb Weste)) Europas und reichen den Proletariern der ganzen 2Belt die Bruderhand im Kampfe für die Weltfrei hell (Leb­hafter Beifall bei ben Unabhängigen.)

Abg. WinNig (Soz.) erllärt im Namen der Abgeordneten des battfrf)cn Ostens: Die im Frieden von Versailles vorgesehene Behandlung der Ostfragen steht int unüereinbarat Widersdruck) zu jenen Notett und dleußorunmm des Präsidenten Wilson, die wir und unsere Frittde glcid^criuciic als vertragsmäßige Nechtsgruttdlagen für bte Wai fenstillsta)tdS> rmd Friedeusverhanblungcn onge ttommett haben. (Beilall.) Keine Gewalt der Erde wird das Selbstbestimmungsrecht der Völker, tni<> in dieser Grundlage verkündet nürb, auf die Dauer ntißacksten können Die Bcfttun»umgen des Ver fallier Friedens über ben deutschen Osten cntbebim in ihrer Gesamtheit der von ben verbündeten und vereinten Mächten selbst geforbertat Rickstsgruno« la<K'. (Zustimmung.) Darauf gestützt, legen bte ?0b geordneten des Ostens zugleich im yiamtn der von ihnen vertretenen Bevölkerung in dieser nvltgc - schichtlichen Stunde, da die Mehrl)eit der deut schien Nationalversammilnng die Unterschrift der Regie­rung unter den Frieden von Versaille-; dnrck'i Reick)sgesetz bestätigt hat, vor aller Welt einmütig imb seierlichst Verwahrung ein gegen die Zerstückel hing des deutschen Ostens. Einst fxyntml bet Da-g, da der ©ieg des Rechtes das Unrecht von Bor-- strllles »vieder gut machen wird. (Lebhafter, lang 'anhaltender Beifall.-)

Abg. Allekotte (Zentt.) fegt namens bet Abgeordneten und bet Bevölkerung der im W e ft c N! von Deutschland losgerisstrnen Gebietstelle Verwahr nmg gegen das Unredst ein, das ben Ländern und der Bevölkerung dieser Gebiete geschieht. ?llle Welt ist fid) einig in der Verurteilung der Trennung des Saargebietes unb Teilen der Pfalz von Deutsch- )änd als offenkundigem Unrecht. Wir vertrauen dar (aul, daß unsere Brüder und Schwestern in echter deutscher Treue rnnerlid) an ihrem angestammtem Vaterlande fcftl)alten iverden, dem sie angehören, uad) Svrackie, Sllte und Gemeinschaft des Blutes. (Lebhafter 2Äsall.)

\>Lbg. Waldstein (Dem.) legt int Nmtten der Abgeordneten Schleswig-fiolsteins Ber- Ivabrung ein gegen die Behandlung Schic-Ama^-fiol- stcins im Fricbcnsvertrage. Wcld>es Schicksal mrdl unseren Volksgenossen in Schleswig-fiolstein bevor - stehen mag, wir werden uns ihnen ewig verbunden fühlen (unb nickst ruhot ,bis auch der BevölkerUTch Scktleswig-fiolsteins ihr Rcck)t zuteil werden itnrb. l Lebhafter Beifall.)

Präsident Fchrenbach; Sie haben die Der irrtet der Gebiete die von Teutschlaub loog: riffelt werden sollen, gehört. Nur ein echt beut (eher Stamm kannn in dieser Stunde nicht zu Jlmcn frrcd)cn: Elsaß-Lothringen. Ich fühle mich als Präsident der Nationalversammlung ver-

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