Ausgabe 
10.5.1919
 
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ur. 108

Zweiter Blatt

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Samstag, \). Mai ()(<)

ädten uni» g öfteren

mbcr Erwägungen her Lan- April eine Verordnung des

22.

Auf Grund vorstehender Er! beSeierftelle ist am 22. £2,... .._____________.o

befjüdjen GcsamtministeriumS erlassen worden und

Deute fdxait gibt es in den La tbgemeiitixn f in Ei. es

Der Doppelgänger.

Roman von CarlSchüler.

Fortsetzung Nr.

haben ydgVre.dr Geslüg lhal er unter Dnur-eis aus boÄ RcrckuSeriiährmig.inlniiterium ihre Abliese- run^4)flid,t nicht erfüllt, jlm alle Zweifel zu be* frefcn. hat bad h'siiichc Ge amtinniifciiunt durch die Vewrdnung vom 22 Avril d I audbrüdiidi bei'rimmt, das. der Bertehr mit Eiern in Dessen nach wie tx>r der ZwangSbewrrtschaftung unterlieg!. Gleichzeitig bat das Dessischo Landes' Ernakrudamt durch» eine BiLaimtm ick»ing vvm 2. - April b. Z am,-ordnet, das; du- In-Myrngen Vteilnnmung.11 über die Rirelung des VeckührS mit -icm auch) m.-üerbin Gülllgtteit baten.

Tiefe Auf.cch erhol u.19 der Zwv -gSwirtfd^ft nrr Eier war im anterei'ie der SöeDtffii nntg trnbc* dingt notwendig Tie Verhältnisse sind heute noch? ivrart ylrwTt, baß nur am bent Wege der StoengScrfflniirxi die erforbcrlidm Mengen be- WwfH werden f nrncit '

fett: 11: SHnberL f. b Job chAem. Pir. AuSsclb Kirchberg. Borm 10 kDei! Abendmahl füi Staufen berg». Mainzlar. Nachm !>/,.

Katholische Gemeinde.

Sonntag, den 11. Mai. 3 Sonntag irach Öftern 6>/r. Beichtgel.: 7: 5)1 Messe. 8: AuStt d hl. Kommunion: 9: Dockwrnt m Predigt 11 bl Messe m. Prob : 2: Kindhett-Iesu Verein. Dienstag u. Freitag abends 6>/,: Matandacku Samstag. 17. Mar nachm. 5 u abds R: Beichtgel Diaspora-Gottesdienst am 11 Mai. Grimberg 9*/i; Düngen 9'/,.

obikt leiiirtjt 0 eu'^

t ^nnrbott

'nina aj" AM :rz-

2lu» Stadt und Land.

Gießen, 10. Mai 1919.

3ur Aufrechterhaltung der Zwangs» bewirtfchafiuug der (htr in Hessen

schreibt die LandeS-Eierstelle: Obwohl bei Träft» denk des hessischen La.td^'s-Ernährung amts i 1 der Volrsiammec mtxhribeutig zum Aufdruck gebradch )otte, daß die hessische Regierung an der Zwanis- betotrtschvslur'g unbebingt festhal e. und auch r»n bei Ä'rei5dnttem bctamitg-geben nni, daß in Hellen die Ein für den Verkehr nicht freigrgeim feien.

im Amtsverkündigungsblatt Nr. 26 veröffentlicht. Wir entnehmen ihr die Dauvtbcstimmuirgcit. Da­nach ist der Verlehr mit Eiern an eine beson - be re Erlaubnis geknüpft. Die Verordnung besagt wörtlich :

Wer in Dessen Eier von Hühnern veräußern, erwerben ober den Erioerb vermitteln, gewerblich verarbeiten ober haltbar machen will, bedarf dazu einer besonderen Erlaubnis. DaS gleiche gilt für die Beförderung und Versendung von Eiern auf icdem Wege und jede Weise. Diese Vorscknist be- neht sich auch aut Eier von En en und Gänsen. Tic Geflügelhalter sind zur Abgabe einer Mittdeft- menge von Giern verpflichtet und dürfen die (ui ihrem Betrieb erzeugten Eier nur an bestimmt.' Personen oder Stellen abgeocn, die zum Aufkauf von Eiern bei den Geflügelhaltern befugt sind. Ter Verbrauch von Eirrtt in den Gfeineütbeit ist mir auf Grund von Eicrkarten zulässig. Tas Lan ves-Ernährungsamt kann ferner den Verkehr mit Vruteiern regeln.

Die 9ütfbringuny und Verteilung der Ger hat die Landeseier stelle in Dessen zu regeln und zu überwaclxn. Zuwiderhandlung wird mit Gefängnis Jt4 zu einem Jahre und mit Geldstrafe lris zu 10000 Mk. oder mit einer dieser Strafen bestraft sieben der Strafe kann auf Gnziehmtg der Eier oder der verbotswidrig hergcstellten Erzeugnisse erkannt werden.

Die LandeS-Eierstelle befindet sich in Osienbach. Tas LandeS-Ernährung:>amt hält alle bisher er­lassenen Bestimmungen über den Verkehr mit Eiern und Brutciern ausrellst. Die Kommnnalverhündü xiben anzuordncn. daß Eier an Verbraucher' nur «gen Eierkarte abgegeben und vom Verbraucher urr gegen solche erworben werden dürfen.

Hierzu bestimmt noch das ,<i r e i d a m t ließen: Gier dürfen an Verbraucher nur gegen lSierkarten abgegeben und vom Verbraucher nur

M-ce»

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VieUcick)t genügt dies."

Ruth enlsa.tete das Papier.

Ta steht schon eine Adresse. Frau vvn Maarkatz."

Torival griff hchtig nach dem Papier, zer­knüllte es und warf es auf den Boden.

Eine belang ose Notiz! Hier ist cm ambetes Stüd PapierEr zog aus ixr Westen tasd^ da- abgerissene Stüd eines SLonz r'.Programmes und legte es vor Ruth auf den Tisch.

Bitte! Aus der Rückseite wird noch Platz sein."

Rntb drehte das Blättchen Papier um

Auch hier ist schon etwas in rauf geidriefr-ii ' sagte sie und las: Geliebter! Ich erwarte giadv ridit Voltlagernd W. 30. unter G. L Ich muß Dich sprechen. Tein Gretchm."

Tas war überhaupt nicht für mich bestimmt!" mgte Torroal wütend.Was für ein Zeug schleppe ich da mit mir herum! Kellner, bringen Sic mrl einen Bogen remes Papier." Er wirs den Zettel

Pauteni Lotz hinter bem ihrer Derrin fer.

*- ee Wellner brachte P ipier und eine Scbteti'' unterläge.

. über das Papier, schrieb

die Adresse dos Derrn Erich Labwein auf, schob xoriVüi den Zettel hin und zog bann sehr schnell ihre Dandschuhe an. Sie schien es plötzlich eilig zu haben . .

Sie können mir schreiben, wenn Sie mir ettjxtö Wichtiges mitzuteilen haben," sagte sic Und--"

Und?"

Sie scheinen mit sehr vielen Damen in gqd)äftltd?et Verbindung ut stehen'"

Und fort war fic! (Fortsetzung folgt j

i . . Tja! Und bekanntlich soll man für die gc*

, stellte Frau durchs Feuer gehen, was sozusagen! uch eine zim.ickv Zumutung ist. Also warum ncht auch ein bitzchen einbrechen? Warum nicht! gemordet hätte er für sie in diesem Augenblick. Rit Wonne!

.Wollen Sie mir beim niSjf helfen?" fragte w zaghaft.

..Selbstverständlich?"

Er ergriff ihre öanb, streichelte sie, uith sagte Zuversichtlich und beruhig nd.

I.Aber natürlich will ich Ihnen helfen. Ich steche bei diesem Labwein ein, nehme ihm den ^ktef ipcg, stecke ihn in einen Rosenstrauß und ^äche ihn Ihnen zum Geschenk!"

Er war entzückt, daß sie ihm ihre Hand nicht

Ihre Augen seuchteten auf.

I"Wirklich! Sie wollen mir den Brief ^Massen? Oh, Ivie dankbar werde ick; Ihnen

Er küßte ihre Dand

. Sie tue ich alles. Ich bin ja furchtbar Itetltebt m Sie!"

Ruth ruck e schleunigst ab. *

Sie vergessen Ihr Versvrechen?" sagte sic Mylg.Bleiben mir bei unsrem Geschäft. Wa^ »»vnsvruchen Sie für Ihre ^Zhre Arbeit?" Er machte ein f(äg;irfjc3 Gesickst.

^ch bitte um Verzeihung, ich" Sie machte eine abwehrende Dandbewegnng

Kirchliche Ncrcl,richten.

Gottesdienst am Sonntag den 11. Mai (Jubilate). Evangelische Gemrindc.

. t In der Stadtkirche. 8: Zugl. Christenl. 1. d. Neukonsicm. aus d. Matth. Gern. Pfr. Mahr; OV-: Pfr.-Ass. Sdiaefer; 11: Kinderk. s. d. Mark - Vsr.-Ass. Schaefer. In der I 0 h a n n e s- kirche. 8: Zugl. Christenl. f. b. Neu konfirm, aus b. Luk.-Gern. Pfr. Bechtolsheimer; 9V2: Pfr. Au>

fei denn, daß die Bevölkernng lvreit nxhv, für das Ei einen Preis von 1 DLa V und mein zu bc> zahlen. Ter größte Teil der Bevölkerung iit aber oazu nicht in ix.*r Lage, ganz abgesehen davon, daß ein fotdrr Preis auch in gnr fernem Verhältnis »11 dem Nährwert eines Eies ftelyt. Wie sollen aber unsere stte.ider ernährt, uin'erc Ktmcken wie­der hergestellt werden, roam ihnen nid?: regel mäßig Eier verabfolgt werden inen' E-.- mußte wmit an der Zwing >bewirtsckpftung der Eier feil« g Italien to-tin*?! Von dem gesunden S't n n unserer G.flug.1 hallenden Bevölkerung aber wird erwartet, uafo sie sich diesen zwingenden Gründen ftigt. Nur weniges wird tm Vergleich zn den Vorfahren von ihr verlangt, und wer dies wenige abliefert, jft in bem Verbrauch der fonft noch bc\ il/m anfallenden Gier unbefdjräirft.

Wer indes diesem seine Ohren verschließt, wer daubt, fick, auS Eigemrutz über die behördlichen 'Jnarbiruirgni hinweg setzen zu können, und die bei ihm anfallenden Eier ju Wucherpreisen an Schleichhändler txitauft, gegen ben to.rb u n 11 a di f i d) 11 i rf> vo n der ganzen Strenge des Gesetzes Gebrauch, gemacht trerben. Sdpn fetzt sind die Vorbereitungen im Gange, um alle ui.jcntg?n zur Veraittwortung zu ziehen, tortdz am 30. April nidjt 40 Prozent ihres 1'ieferungssvlls erfüllt haben.

Die Abgabepflicht der Eier.

^.Sie sollen nicht abschoeifen. Ich habe 3hncn verziehen, aber fetzt müssen Sic bei der Sache bleibe». Sie ist doch wahrhaftig ernst genug. Also, was wollen Sie bubca?"

Ich will die Ehre haben, Ihnen bat Brief um Geschenk inadje?. zu dürfen!"

,.Tas geht nicht. Tas kann id> auf keinen mirt onnehmen. Si: könne:', nicht umsonst arbeiten. xic_Sadje jft dock) nicht gefahrlos. Ich bic.e Jhr.en dreitztg tau send Mark. Id) habe Ihnen ganz offen gesagt, welchen Wert der Brief für meinen Vater hat. Wenn Ihnen mein A.igebo. zu niedrig er­scheint, so nennen Sie mir Ihre Forderung. '

Torival tat, als überlege er sich die Sache und tappte dabei, wie vein zufällig, nach ihrer Dand. Wer fic erkannte rech.zeit.g seine Kriegslist und versteckte die Dand hin er ihrem Rücken.

Würden Sie auch einen Vorschuß geben?", fragte er, ihre geschäftsmäs'ige Art nachahnrend.

Gewist, da ich Sie als zuverlässigen Men- schezr kennen gelernt habe!"

Tas ist auch nutzt schlecht!" dachte Torival.

Schön!" sagte er. ,^Jch halte Sic beim Wort. Sie, geben mir einen Vorschub. Ich verlange dafür, daft ich Ihnen den Brief besorge, zwei Küsse?" Großes Schweigen.

Er blickte sie ganz ernsthaft an. Als er sah, daß sich ein Schallen auf ihr Gesicht legt-, setzte er hinzu:

Sie bemerkten vorhin ganz richtig, daß meine Arbeit mit Gefahr verbunden ist. Tiefe Anzahlung wurde mir den Mut zu dem Unter­nehmen machen. Ich bin natür.id) mit einem Vor­schuß von fünfzig Prozent zufrieden. Zahlbar bei Abschluß."

Fd) sehe," sagte sic, ohne ihn anzublicken.

Sie machen sckwn jetzt keinen guten Gebrauch von dem Vertrauen was ich Ihnen geschenkt habe, ^ch habe Ihnen einen Geheimnis mitgevi t, und -sie suchtn fegt ditfe Mi tei.ung gegen mich aus- zunutzen. Tas ist nickft schön von Ihnen. Ich habe immer gedacht, ein Kuß hätte mir dann einen Wert, wenn man ibn geschenkt bekommt."

Ja, wenn ich wüstrc, ikiü ich hoffen dürfte, vmi Ihnen einen Kuß geschenkt zu bekommen, barm wäre mir das ja auch lieber! Gut! Ich will auf den Vorschlag verzichten und die Bemessung des Donvrars nach getaner Arbeit, Ihrer Großmut überlassen. Einverstanden?"

Rutb iah ihn an und mußte lachen.

Einverstaaben!"

Ein Dmrdschlag befräfrigte den Abschluß des Geschäftes.

Aber nicht wahr," ermahnte sie ihn,Sie find recht vorsichtig?"

Sic dürfest gaii£ unbesorgt fein!" Er tat so, alo w>5 er den Bries schon so gut wie in der Tasche hätte.

Und noch eins müssen Sie mir versprechen. Sie dürfen sich nicht zu zu Gewalttätigkeiten hinreißcu lassen."

,Tic Sache wird einen ganz unblutigen Ver­lauf nehmen. Seien Sie ohne Sorge!"

Sie haben schon einen f31an?"

Aber natürlich Wie heißt der Mann?"

Ich werde Ihnen seine Adre's-.' aun(Treiben."

Sie zog einen winzigen Bleistift aus ihrem Täschchen.

Jexuen Sie ein Blättchen Papier bei sich?" torival griff in alle Taschen. Vergebens. Ta fand er in der Westentasche ein zusammen gelegtes Stückchen P»rpier. Das reichte er Ruth hin.

tctzte Nnchrichten.

Zwei Hcten Oes Grasen Rantzau an dlemenccau.

Bersai lies, 9. Mai. (WTv) Ter erste Delegierte der deutschen Fr iedensdclegation, Reicks ntiniiler des Aeußeren Gras Brockdorsf-Ran- tz a u Hot heute abend solgende Noten an den Präsidenten der Uricivnsdelegation, Ddrrrs (Slemeitcenu, gerichtet:

Versailles, den 9 Mai 1919. Derr ,Piä>ident! Tie deu schm Friedensdelcgierten ha­ben die erste Durchsicht £er überreich en Friedens­bedingungen volleiuxt. Sic haben er le 1 en müssen, daß in verschi.-denen Pirnktcn die vereinbarte Bas^s des Ne ch t s f r i e de n s verlassen' ist. Sie ivar nicht tkirouf vorbereitet, daß die ausdrücklich dem dcutichn Volte und der ganzen Mensckchit gegebene Zusage auf diese Weise illu­sorisch gemacht wird. Tcr Vertragsentwurf ent hält Forderungen, die für kein Volk erträglich sind, vieles außerdem nach Ansicht unserer Sach verständigen unerfüllbar. Tie deutsch Friedens- ixkgation wird den Nachvcis im Einzelnen er­bringen und den alliierten und assoziierten Re^ gierungcn ihre Bemerkungen und ihr Material forHausend zügelten lassen. Genehmigen Sie, Derr Präsident, den Ausdruck meiner ausgezeichneten Dochachtuug.

gez. von Brockdorss-Rantzau.

Versailles, den 9. Mai 1919. Derr Präsident! Tie deutsch Friedensdelegation beehrt sich, zu der Frag? des Völkerbundes Stel­lung zu nehmen, indem sie anbei ein deutsches Programm (ben bekannten Entwarft überreicht, das ihrer Meinung nach zum Problem des Völker­bundes Ivesentlich Anregungen enthält. Tie deut­sch Fricdeusdelegation chhÄt sich vor, sich nodi cingrbenb zum Enllmirf der alliierten und asso­ziierten Regierungen zu äußern. Sic macht schon beute aus den Widerspruch aufmerksam, der tarin liegt, haft Teulschland zwar das Statut des Völker bnndes als einen Bestandteil des uns überreich en Vertragsentwurfes unterzeichnen soll, sich aber nickst unter ben Staaten befindet, die zum Eintritt in den Völkerbund ein geloben sind. Tie deutsch Te- logntion stellt die Anfrag?, ob und gegebenenfalls unter Ivclchn Umständ eine solche Einladung beabsichtigt ist.

Genehmigen Sie, Derr Präsident, den Aus­druck meiner ausgezeichneten Dochach'ung.

gez. von Brockdorff-Rantzau. Der Vorstand der sozialdemokratischen Partei an die Sozialisten aller Länder.

Berlin, 10. Mai. ImVorwärts" wendet sich der Vorstand der sozialdemokra­tischen Partei Deutschlands an die <5o- zialisten aller Lander und sagt: Der Versailler Entwurf hat die schlimmsten Erwartungen der Frie- denssreunde aller Länder übertroffen.. Der Gewalt f rieben, der uni auf gezwungen werden soll, ist die beste Rechtfertigung der Daltung der deutschen So zialdemokratiezurLan- desvcrtcidigung. Wir wußten immer, wa^ dem deutschen Volke drohen würde, wenn die Kapi­talisten der Entente ihm den Frieden b ftierni wür­den. Ter Siegessrieden der Gegner trifft die deut­sch Republik mitten ins Dcrz-. Ec trägt den Steint M neuen Kriegen in sich. Er bedeutet das Todes­urteil einer geordneten Vollswirtschaft. Der deutsch Arbeiter wird auf eitrige Zeiten versklavt. Ten Nutzen davon hätten nur bte Kapitalisten der an­deren Lander. Der Frtedensvorschlag ist der reine D0H11 auf die 14 Punkte Wilsons. Wird ine sozia­listisch Internationale ihre Stimme gegen e:nen Gewaltsrneden so laut erheben, daß in den sieg rcichn Ländern die Machthaber von heute auf sic hören müssen? Wir erwarten es ; aber es ist die höchste Zeit.

Die Pläne der Entente.

Paris, 9. Mai. (WTB.) Havas. Wilson, Aoyd George, Cl4menceau und Or­lando besprachn am Donnerstag morgen und nachmittag die i t a l i e n i s ch e F r a g e. Tie fünf Minister des AeuHeren prüften am diachmiltag bi* Frage der Grenzen von Oesterreich und der Tschcho-Slowakei und nahmen die Berichte der verschiedenen Kommissionen an. In den Kreisen

gegen solch erworben werden. Die Bürger- meiftencten haben die Eierkarten von dem fi*om- munalverband zu beziehen und an bw Versorgungs­berechtigten auszugeben

** Oberhessischer Kun st verein Tie feit ach Tagen neu beschickte Ausstellung wird in den nächsten Tagen eine teilweise Aenderung er­fahren, weshalb ein Besuch aufs angelegentlichste empfohlen fei. Im übrigen verweisen wir auf die Besprechung in-heutiger Nummer des Gieß Anz. Die nächsten AuMelluns^n werden aufweifen von Düsseldorfer Künstlern v. Li fcgang, A. Berttand und Th. Rockwll. Ferner kommt eine Sonderaus- Stellung Berliner Zeickmer, in welcher F Ehri- stophe, G. v. Finetti, L. Stainer, F. Koctz-Gotha, R L. Leonard, D. Schnrich, P Simmel, E Stern, W Trier, F. Wolf und D. Zille vertreten find. Tie Kollektion ist ganz neu zmammengestcllt und gelangt zuvor nur in zwei größeren Städten zur Ausstellung.

** 3 u m Preisedcr Frühgemüse wird und vom Bczirksverem Gießen der ielbfi. Dandels- aärtter Desfens mitgeteilt, daß die Gießcnei Gärtner im Gegensan zu den Dändlern keinen höheren Preis als 1,60 Ml für Spinat verlangt und feit etwa 8 Tagen den Preis für geblätterten Spinat auf 1,20 Mk. festgesetzt haben

Kreis Lauirrbach.

** L a u t e r ba ch , 8. Mai. Tcr älteste Döfner D?siens, Deinrich Schi.chlhuth. ist am Sonntag lvgraben worde:i. Ter Patriarch des Lauterbacher Danbtverks erreichte das Alter von 84 Jahren. Er war der Schwiegervater des später nach Wie- seck übcrgcftebelten Töpfers Keßler, der unter dem NamenTippelouis" bekannt geworden ist.

Kreis Friedberg.

** Bab-Nauheim, 9. Mai. Eine Samm­lung in der Ernst-Lud»viz^Schute, die bi den letzten Tagen zum Besten unserer hoffentlich in nicht alb zuferner Zeit aus der Gefangenfd)aft zurückkehren- dcn Soldaten angeregt wurde, ergab den Betrag Don 278,50 Mk., welcher per Stt>mmanbantur des Duichgangslagers Gießen überwiesen wurde.

Starkenburg und Rhtinhesfen.

_ tm. Darmstadt, 9. Mai. In irr heutigen -Stadtverordnetenversammlung n u - den verschiedene Beträge für baulich? Derite langen, Kohlenvergütungen usw. bewilligt, ein Gefuch um Bewilligung des städt. Baukostenzuschus.es für Er­richtung eines Dreizimmer.-auses im Stirnweg ge nehrnigt, sowie verschiedenen Vereinen Zuschüsse bewilligt. Zur Schalsung von Auslandskredit für die Leitensrn ttel- und Rohstv'ffcndungen stellt die -stadt dem Reich den Betrag von 8J0D0 Mk. in Wertpapieren zur Verfügung und g.nehmigt die Beteiligung der Sparkasse in gleicher Form nach dem Ermessen des V?rwaltungsrates. Für die Mit­glieder der Burgerw.hr wird eine Kollektiv-Unfall- Versicherung aogeschlossen, durch welche jedes ein­zelne MMied mit je 10 000 Mk. gegen Unfall versichert lst. Für dringende Wegelwulen im Stodt- waldc werden zusammen 12 000 Mk b.w.lligt. Tie Stadtverordneten Nodnagel und Kalbfuß haben ihr Amt niedergelegt. Als Termin für die Stadtver- ordnetenwahleu wird der 15. Juni d. I. bestimmt

Hessen-Nassau.

X. Hanau, .9. Mai. Bei einer aus allen Teilen Deutschlands gut besuchten Versteige- rung vo n Heereskrastwagen h-rrsi^e eine derartigeKaufwut" daß für die 223 zum Verkauf stehenden Wagen rund 1 300 000 Mk. ge­löst worden sind. Tie Höhe dieser Summe fällt besonders noch in die Wagschale, wenn man be* denkt, baft säst alle Wagen mit einem Gebrechen behaftet waren. Dem einen Wagen fehlte der Kühler, dem anderen der Zylinder, wieder einem anderen ein Vorder- oder Hinterrad. Solck^ Wert­minderungen störten die Käufer nicht, es wurden für die einzelnen Wagen kaum glaubliche Preise erzielt. Für einen Benz-Mamdon, der von fach­männischer Siite mit 3000 Mk. bewertet war, wurden 6800 Mk. gelöst, für einen anderen Wa- Stichen Gattung, der einen Wett von 3oOÖ Mk. besaß, wurden 9230 Mk. brzah t usw

--Oberursel, 8. Mar Die Stadt Frank­furt beabsichtigt den Ankauf der Hohen mark. Lis Kaufpreis werden 8 0 000 Mk. genannt. Um der Stadt Oberursel das wertvolle Gelände zu er galten, will man hier durch Ausgabe von Anteil- 'cheinen an die ganze Bevölkerung den Kaufpreis ausbringen.

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m* LSI, 319 itnj, 1 Sind. :<U(U Permiraen, lucht ss. Heirat o.9inb nouSnesidl Ang. m 8llb nm 5. d. Gieh. Anc meinen ediinngri I gut. Jainilit. 'S olLtytlbMUhMtitn« ÄeuL tabcll *ü l baraüer. iü6r:?t I t all Wn cr'itt I üer n. ffnitflllateui I Vermögen, vor k« I leLDäteriyoM cqi vom nlf. Aruba I 0111 in würbe. Ihm I tffenbe Partie, o- I

Cindkirai in . M Lvengleo u ' I llntlonöfleht. W linb mdji üthWI i'crinittl erbeten I fit Ann m. nenautt I ; b ^rbüL.ii er ^mbeittMLÄl leirat.

Ö*s rKÄ E OHS 0UtCT | >ecks Herat int Mi»ÄPcntl :n Clter? »SM , IN. irD, u,

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»>-?ÄeS >>r°n?"!

Der Konferenz glaubt inan allgemein, daß bic iX'iitfdKn Vertreter Vorschläg- überreichen rvs ri ben und auf den PrülimmattrietteNi-vertrag mit einem völligen Gegenvorfcbla.1 ajttmor«

rtert SBahrfd inlich werden die AUuetten dek zuf:ä d gen Sternmii i nen die Aus abe antterirauen, t» e Vocich äge fi .qi. 1 iler u, nii t-cnat lülxr '.'l-i'.ur iu prüfen Die Prüfung wird mmdeßens acht Tage erfordern Hierauf werden die 9Uhicncn bnt Trut­schen ihre Äenderungen befanntgeben, welche ge­gebenenfalls am Bertrageentwun angebracht fiter» sen. Hierauf wird den Taind-en cire r c muh kurze Zeit, wahrscheinlich vier bis fünf Tage, rugcsiandcn ir-erben, zwecks endgültiger Zustimmung zum gt- amten Friedensvertrag. Man muß also baimt rttb* nen.^au 25 bis 3) Tage bis zur Unterzeuhnutte.. des Friedens vergehen. Die Bespcechuna mit bcu österrctchiskben Bevollmäckmigten wird M^te Ma beginnen. Tic Prältminarfriedensbedtngungen mii Sesterretch. Ungarn, der Türkei und Buigarreil we. den in gesonderten Verträgen enthalten feilt

(^inc aiiflcblidic Aenstcrunq Mlsong.

Berlin, 10. Mai Bei der Tagxng der brau* oenburgrschen- Provinzial «Svnoke machte, Lwt 'Berliner Lokalanzciger", D. Spieckers nack» stellende intcreifantc Mitteilung: Wilson halte einem bollandifckteN Okrifdidten gesagt: Sie finden dte Bedingungen vernichtend für Deutschland? ?hc die Teutschen sagen zu altem Ja. Warum sagen sie nicht Nein? Ich warte ja bloß, ihnc» zu heli'or Tie Beschlagnahiiie ber öcrfallciicu Auslands»

werte >m Iinfflrhcinndini 'Gebiet.

Berlin, 9 Mai Wolff.) Wie bekannt, lehnte cs die Entente ab, die durch VerorDnuaig der Reick»^« rcgicrung vom 26. März 1919 der Beschlagnahme verfallenen Auslandswerte vom linksrhcmischen Otebiet nach dem unbesetzten Gebiet über­führen zu lassen. Die linksrheinischen Ausland» werte sollten nach einer Mitteilung ber Alliierten unter der Aufsicht der BcsatzungSbehörden in den linksrheinischen Banken gesammelt und zur Be- zahluug der LebenSmittellieierungen für das br letzte Gebiet oder fürandere", von den Alliierten zu bestimmende Zwecke verwandt wetten. Dieser Beschluß ber Alliierten widersprach dem Brüsse­ler Abkommen, das beflimmt, daß br B^ah- lung ber Lebensmittelli. fcrung für nun$ Teuftchland einheitlich erfolgen unb die Anslandswcrte nui für die Bczalilung der LcbenSmittel rrfer inert Inerben fallen. Tie deutsche Waffenstillstands- kommissian, hatte daher am 24. Avril tn Spa gegen diesen Beschluß der Alliierten t) ro­te ft ie r t. Man erklärte sich beutfd)erfät4 mit dem Verbleib der Wertpapiere in den linksrheinß sckxn Banken unter der Bedingmlg bereit, daß sic nur zur Finanzierung benutzt würden. Nunmehr teilen die Alliierten in einer Note vom 7. Mai folgende Aendernngen ihres Beschlusses mit:

1. Die ein gezogenen AuSlandSwerte im link:- rheinischen Gebiet werden nur zur Bezahlung ber Lebensrnittel in dem Maße und den Grenzen be nutzt, die durch bad Brüsseler Abkommen festgelcg' sind. Sie können nicht zu anderen Zwecken be nutzt werden, ausgenommen, wenn eine besondere Uebereinkunft getroffen ist. 2. Die eingezogenen Werte im linksrheinischen Gebiet werden nicht auS- sdstießlich zur Verpflegung der linksrheini­schen Bevölkerung verwendet werden, allerdings unter ber Voraussetzung, daß biese Bevölkerung gemäß dem Brüsseler Abkommen verpflegt wird 3. Die aus bem linken Rheinufer befindlichen Auslanbswerte werden in den dortigen Banken gesammelt und ausbewahrt. Die Auswahl der Beamten trifft die deutsche Regierung tm Einver­nehmen mit den Bifahungsbehöcden der Alliierten. Unter diesen Bedingungen werden die nötigen Anordnungen getroffen, damit die Verfügung der deutschen Regierung vom 26. März 1919 sofort tn den verschiedenen Besatzungszonen Anwendung fin­den kann.

Bluftge 3nfnminrnftöfie in Glrnubcnv

Berlin, 10. Mai. Wie bemBerliner Lokal­anzeiger" aus Graudenz gemeldet wirb, kam e' icftem abend zu sdiwcren Zusammenstößen zwi'chen 0 st preußischenGrenzschutztr tippen totb Matrosen. Tie Matrosen töteten burd) Wer»en oon Handgranaten einen Leutnant und einen Grenadier. Elf Personen wurden schwer verletzt.

Das Fraucnstimmctcht in Holland.

Amsterdam, 9. Mvi. (WTB.> Wie jemeen Hanbelsblad" meldet, nahm bte zweite ktieberlän bische Kammer einen Eintrag auf Einführung des aktiven F r a u e it ft i m in r e d) tei mit 64 gegen 10 Stimmen an.

Briefkasten der Bedaktion.

Lehrer Sch. Sofern ber fBerftiorbeite bw Eltcnt vor Eintritt in ben Shiegjirienft ganz ober überwiegenb unterhalten ha-, käme K-riVs- elterngeld in Frage, andernfalls tridleidji eine Bet - Hilfe. Ter Antrag ist in beiden Fällen an die Bürgermeisterei zu richten.