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*8 Beeadei**<oCan8g8yf^br*4 N in Botterihmg. Bit Imbcn De5jctb 1,6 Milllarcen für Teucrungs- lelaifn an Beamte emg-ießt Wir tonnten diese Xnlk bm Beamten um so weniger versagen, als wer gerade m i>mt tüchtigen, «nbeüechrichm. ar- beitSsarnen inw gen Leinen deutschen Bcttmicnium an ß l che2 Erbe aus der Bergangnchcü Haden. CBdda.e Zus.immung.)

Ts ergib' sich Die Frage. wie wir bei einer «chattende i Preis egerung c-ie gerechten W ün cke der Beamten betrieb gen können, ohne in Widcr- spruch mit nuferen Finanzen zu kommen. Tafür gibt eS nur em Heilmittel. Tie Herabsetzung er Zahl der Beamten und Behörden. Auf der ander-n Seite wird es die Sozialisierung mit sich bringen, daß wir die Saht der Beamten erheblich tcrmebtn müssen. Ta muß ein offenes Dort grftnxxben werden Auch dem Beamtentum sind Grenzen geiogm, die

nicht überschrieen werden können, wenn nicht die Allgemeinheit Schaden lriden soll Arm ter, die nun einmal den freien Berufen überlassen sind, können von dem türfrigQrn Turckscknitt-beamten nicht Übernommen werden Tie Gefahr einer sol­chen BftrofrnHHTunq droht leider auch auf dem Gebiet der Presse Vir haben im Auswärtigen Amt zwei Poften für den Pressedienst eingesetzt und wir wollen damit mir a('e Berithinrnifw gut machen, aber W Nebermob her Presseorgrnisation an her die gegenwärtige Nerwaldtna leidet, must anch obg-chaut werden Derrn aus Neichsmiteln Vravaanndo für eine Partei ae'rieben wird, so mrrb ich das namens der ganzen Negierung als hrrrchmis tadesnstnert be»eich"en Dich ein solcher Mißbrauch netri-ben, so wird dem mit Gntschi-chen- heit entgr"e'''vtTet#,n w^den. Ter Etat enthält eine ^nwisorilche Tvrtfifüfmmg der Mahnahnnm gegen die lkapitalobwanderung nach dem ?l >' sland . denn die Buff ftnbe br sich auf diesem Gebiet gebildet haben, Unb so übel dost noch wirksamer ei-g-eifende Mastnobmen notwen­dig sind Im Mifelpunkt des Etats fteben die Steuern, die mit einem Gesamtertrag von 7 Milliarden Mark ei"gefetzt sind Es ist aber nicht, wie mir in fortgesetzt »u^benb-n Stei,erforsch'8g<n aera'en wird, wöa'ich, den MeichSfinanzen durch l^rrichtimq äsß-nt^icker Spiel­höllen aufmhelfen. Aus baÄ Gi-rnernebmen mit den Einzelftanten auf dem Okhiri«' des Steuer» ^refens le^e sch den aller-rröbten Wert nnd habe diesem Gedanken rum Bn^vril in benf Abkommen über das'femberm'lche Bi^eiterrrirrhat be­reits auch Opfer gebrech'. Es entsteht nun die Frage, ob nnfer Volk die gewaltigen Steuerlasten fiberbenthf wird trogen Tonnen Ich bin fest davon überzeugt, dost unfer Bolk bann in b-*r $?ane ist. wenn diese Steuerlasten norknürft find mit einer Senkung der Presse. Wrtm dies" Senk"'ig nicht erfnf-'t. dann wird aller­dings die Iinantieruna d^s Reickes auf die Tau»r unmöglich sein. Die Preise können aber nur ge­senkt werden, wenn wir mehr Güter ernennen. Dir müssen arbeiten Als Leiter der Iinanzver- waltunn richte jch daher an die Gesamtheit un­seres BofTri die Bitte, in den Gewohnheiten und Zuständen von früher «rrückznkrinen. Arbeitslust und Arb-itskraft müssen n«nt belebt werden und wir müssen von dem organisierten Wahnsinn der Gegenwart ablassen. Auch dann wird das Derk der Ordnung unserer Finanzen noch ungeheuer schwer sein, und alle Kräfte müssen in diesem Zweck zusammen stehen Das große Reformwerk kann nach Lage der Dinge mir von der Regie­rungsmehrheit geschaffen werden, aber ich leae f-krt auf die Mitarbeit aller Parteien, selbst wenn sie sich in der Form einer scharfen Kritik äußert Das grobe Werk, das von dem ganzen Volk g-tragen werden soll, muh ans der Mit­arbeit des aanzen Volkes herauSwachscn. (Leb­hafter Beifall}

Das smns vertagt sich auf Donnerstag IO1/? Uhr. Schluß 5 Uhr.

fln» dem Reichtzetat kür 1919.

Weimar, 8 April, lieber den Etat ist noch folgendes nachuitragen: Brnt den Pe'riebs- Verwaltungen wird nur die Rrichsdruckerri Ueber- schüsle bringen Cl,9 Milionenl Tie Bast- und Lesearavhenverwa^tuna erfordert 161 Millionen' Sufrfnifi Tie Einnahmen au5 dem ©antow-fen einschli'ftlich Tarlehnskasse betragen 544 9J?iffi'» neu. Der stfehlhetrag des E^ts betrtit 7 MiUi- reben und must durch neue Steuern gedeckt werden.

Ter Eta' b*r aUgemeinen Finanzverwallung, *r den Voranschlag der Zölle tmb Steuerein­nahmen em doli, berechnet an AoUeinualtmen 112 Missionen, das bedeutet einen Ausfall von 642 Millionen Bon der Tabaksteuer wird ein Aus- salk von einer Million, banr<ien von der Ziga­retten steuer nind 110 Missionen mehr erwartet und von dem Kriegsaufschlag zu dieser Steuer 184 Millionen mehr Tie Zuckersteuer soll 16 MiUionen mehr bri"grn, Salzftelier 13 Millionen mehr, Vein steuer 100 Millionen, Schaumwein­steuer 20 MiUionen, Milieralwa ffersteuer 30 Mil- Aonen. Biersteiwr rund 79 Millionen K>oblen- ßeuer 295 Millionen, Umsatzsteuer 960 Millio­nen, Reichsabgabe für Post- und Te(eqriOben» Gebühren 125 Millionen Tie Zündwarensteuer wird dagegen mit 128 Millionen in Wegfall kom­men, und bei der Branruwei 'steuer wird ein Weg­fall van 134 Millionen errechnet

(Wir »die Verzinsung der Anleihen ist eine Summe von über 8 Milliarden eingesetzt. Tic Bersargim.rsgeb'ihrrrisfe infolge dos Kriecw varv 1914 bis 1919 betragmi im Bereich der Vermal- wag des Neichsbeeres für das Reckumngchahr 1919 125 500000 Mark und im Bereich der Marine- wmmltimg 11 462 000, rm Bereich der Sckitz- Smmxm Bertoafhinfl 2 919 000. Zum Ausal ich wn £*ärten ans dem Offiziers-, Maimfchists- tnb Linlerbl i,ch< nen-BersorMrngSgesetz sind 345 Millionen in den Etat eingesetzt

Im einzelnen sei noch folgende- bervorge- wben Für den Reichspräsidenten wird ent» prechend tm Beschlüssen des Daiwtaus^chusseS in Gedall van 100 000 Mark rusgeworsen und fc persönlich' intb sack'iche Ausgnl'en 500000 kstark. Ter Etat für d> s RrichSmßlri'rrium fürtxtrt ZmLchÜ für den Präsidenten des Rricksmrnifte- ckons 36 000 Mk. Erhalt und 64 000 Mk. Auf- oanvsgelder. «Uv insgesamt 100000 Mk.. bie- tlben Bc>ügr, die den früheren Reichskanzlern bestanden Die Reichem inister er halten rin Ok- j2t von ,e 30000 Mk. und 14000 Mk. 2Uif- «ndSgelder, fcntne freie Tienskwohnung »svr eine Zuwendung dis zu 20 000 Dtk. Ter bisherige Interfiaa 4iefrrt5r in der Rrich-kanzlei wird auch «eim Reichs"linisterium bcibrbalten. Neu ist die Etefhuw eine- Tioekor- einem Ok-balt von 14 000 Tit, aufsteigend bis zu 17 000 Mk uno pnen AZohnungsge d^n'chuft vmr 2100. rwfür «necfübTt nnrb. haß die VielgestaUiglii: der Be­lebungen der 'Jhidtfreajcrung zur Presse die Zu- fcmmtiiiaiimig der BEeiteangeLegenbaiai in ein«

Mntralen SKtü beim PvSlkdmrlen des Reichs- Ministeriums notwendig UUichen. Tic Reichskanzlei oder, wie es letzt heitz., das Reichsmr:: i icrium er­fährt in periont-Irr tzinsich noch ec* 9itQe weiterer -üermehrungen. Tie ZoHi der L>i.sSkräire im Äus- n>änigen Ami ist mit Rückncht auf die Bildung der neuen Sttia:5tocten im Osten vermehrt wor­den. Für Tinuland, Georgien und ote Ukraine werden Klbfiänotgc diplomatische Bertretungen ge­fordert. Tie frühere Umerstützmig deutscher In­stitute im Auslände wird beide halten Für die Unterstützmtg hilfsbcdürs.i^er Rrichsangedöriger im Ausland nnro eine Summe von 1001)00 Mart bewilligt. Zur Bezahlung der wirtschaftlichen R r-ch- rrchten aus dem AuS.«»üe und ihrer Berwertui^ in Ämlicher kJäfe, wie es in Ertg.Mch geschuht, wird eine Summe von 8000 Mark bcnri-lLn. Tas Reichswirtjchaf.samt hat sich damit einverstanden erklärt, datz diese Tätigleit vom Auswärtigen Amt auSgeübt wird. Für Kursverluste bei der Za!i lang von Gehältern an unsere auswar.i^en Mil­lionen sind 2 Mülionen Mark schätzungsweise ein­gestellt wvrdcu.

Derfaffnngcebtnöe Dolsfammer de; hesjijche.l Srdftcaics.

12. Sitzung vom 9. April vormittags

Präsident Adelung eroinet um 97« Uhr die Sitzung Tie Tribü en sind fa: leer. Am R?giermigs:isch sird airw send der Stea -mii i er Ul -ich und die Mi tister Öenrich uno Dr. Fulda Tas £>au5 fährt fort in bet

Allgemeinen Aus rr che über den Slaats- vcran chlag.

Finanzminis er Denrich geht auf die Aus­führungen der bisherigen Tebattcredner in etrva folgender W^ise ein:

Tie Finanzlage fei gewitz trübe, aber nicht hoffnungslos. Tas Allzuschtvarzmolen ist nicht geeignet, die Zuversicht im Lande zu heben. Herrn Tr. Oiann gegenüber sei zu bemerken, datz bic Aussicht auf den Ei gang der Ausschläge an direk­ten Steuern uülM in:güniag sei Tic Ciinfu-ävung n f ammen ans der letzten Zeit: ebenso sind die Einnahmcerlrägc aus Lolz sicherg.stellt, da die Versteigerung n bereits vorbei si.td. 1918 s nd an- Qfberft 21 Millionen, die Pr.nttzen als Anteil .veifen3 am Defizit der Eisenbärten b ansprucht. Für 1919 wird dieser Zns.chust auf nicht ganz 1 Million geschätzt Auf alle Fälle s icn die Fi- nanzverchälti i se Vessens.iftig.r als die in an­deren Stau en, insbesondere in Preusten und in Yaixrm. Allerdi gs ist dessen an der Grenze bei veriü.ba en Mittä aug 'a gt, darum müsse man die Zu üTltal ung des Fi a tzmi i trrs in Aus oaben verstehen. Sie sei jcde.'fal s bereinig er als l'ifllter. Weim Heu e die Fonds wrf/ununben s nd und genügende Boi- e f hlen. so i t dies ircht zu letzt danau' zurück^uführen. dnst man in den ver­gangenen fetten Jahren versäumt hat, rechtzeitig Steuern zu erheben. Tas Lob der Ver-rr-g-nhe-l sei darum nur mit Ei> sch-ä tkung bered> ig1. Auf alle Fälle aber lehne die R gierung eine Berant- nortung für den Zu stand her Finanzen und der getarnten Wirt sch» ft ab. Cie habe di' Konkurs- maffe der, al cn Regierung an zu treten. Ter Redner macht Mitteilungen über die Daubolz- und Brenn- Hol-Versorgung und bemerkt dazu da st die von. Abgeordneten Brauer g forderte staatliche Befor­stung der sämikicken Waldungen des Landes dem­nächst zur Turch übrueg kommen werde Dezüg- tick der Etfenbalmen bemerkt der Redner, die fRr» nicrung fehlte das Defizit bestimmt ab lieber die Begründung hierfür wolle er nichts sagen, dost dies Gegenstand eines Rechtsgntach ens sei, aber er sribst halv weder schrif lick noch mündlich in Berlin einen Zw i ef K er die Stellu gnahme der l-e s-'ckni Regierung g-ta'fm. Eine Aenderung in der Eisen- bLhnv-»litik sei zu emarfen durch den Uebcrgrtg der Ei'enbalr'en auf das Reich, der durch eine Aen- de-ung in den Bestimmung-n der N ich:v-r'a s ing beschleunigt werden soll. Lassen ist mit I iesem Nebergang einverstanden, lehnt es aber ab. dast die Abfindung aus der Grundlage des gearn» wärtigen EifenbahnvertrageS mit Pneusten erfolg« Auch darüber habe er der Reichsrenierung und namentlich der preiistifchen Re-'v'runq fe nen Zwei- fei gelassen. Die Regierung könne nicht .<u:eben. dast Preusten mit einer 7prozentigen und 5>ef en Wit einer 4prozentigen Rente in die ReickSgern in- fd»ft übergehe. Bei dieser Frage und bei k>ern vorhandenen Defizit zeigt sich am deutlichsten die iWibHdte Wirkung deS Geineinschaftsrkrtrags ES fei nicht richtig, dast alle anderen Finanzminister Wegner der Revision deS Vertrags gewesen seien. Ties gelte namentlich von dem Minister Gnauth Ta6 wir keinen Einftah auf den Betreb und die Finanzgestaltung haben, daS beklagen wir gerade Und wenn wir in dem entstellenden Streit die Fol­gen dicst's Zustandes durch Anteilnahme an Dem Defizit tragen, dann fällt da- auf diejenigen zu­rück, die einen derartigen Vertrag abgeschlossen ho­ben. Die Steuerpolitik des Landes bestimmt sich nach der des Reiches. Solange das Reick bin Pro­gramm aufstellt, da-, den Einzelftaaten ein klares Vild gebe, könne kein Stait ein Finanzproaramm ausstellen, verr Ahg. .Brauer setzt den Finanz- minifter in Gegensatz zur Acusterung d^-s frühe en Abgeordneten $>enrid>. An und für sich sei eine ylenderung in der Anfdwuung mit Rücksicht auf die stark geänderten Verhältnisse keine Schande, aber tatsächlich sei der grundsätzliche Dtandw'nkl tm wesentlichen der gleiche wie früher Die Be­denken des Abg. Pagen ftecher gegen das kapital- ertragsgesetz seien iwrerhtsertigt. Es werde enoo- gcit, in welcher Weise dagegen S'ellnng zu nehmen ki. Bei den Au-gaben werde bemängelt, dast die Regierung es an Sparsamkeit fehlen lasse unter wiederbolcem Hinweis aus die groste Zahl der Re- gierungsämter. Dabei sei den fftitifern genau le fannt, dast einzelne die'er Aemter schin unter der alten Regierung geplant waorn. Dazu bringt die neue Zeit neue große Ausgaben, die weitere Rad» forherungen zur Folge haben werden Wenn In der heutigen Zeit Parteien die Verantwortung für bie Regierung übernehmen, so könnten sie diese Verantwortung nur tragen, wenn sie Vertrauens­männer in der Regierung hätten, da- erkläre alles. Selbst wenn da- etwas mehr koste, falle es nicht in- Gewicht gegenüber dem Schaden, der entstehe, wenn eine aktion-fähige Regierung nicht vorhanden wäre. Gewiß müsse tm einzelnen gespart werden, aber in der tetzigen Ztzt gdtt eS in erster Linie die Menschen vor Rot zu schützen, herum die An» sorderunq neuer Stellen, die Sie Währung von Teue­rungszulagen usw. Der Redner bedmwrt, daß Tr Osann offenbar gegen die Vermehrung von An­stellungen sei Die vom Ahg Sani verlangten nriu-n 0« rund ätze für den Staat- ienst firn in Vorbereitung, durch Ausstellung neuer Anstellung-- grundsätze, durch Revision Der BefoldunaSoidmma und der Prü'ung-oorschriftrn Tas Zsel fei je- bem Tüchtigen, her vorioart- strebt. Dee Hinder­

nisse au- dem Deg zu räumen, der Ausbeulung an fjdftiraftrn im besten Älter ein Ende zu macken, ein anstänbigcs Existenzminimum zu gewähre.c unD die JllaiienunteridjieDe auf bad geringste Maß zu­rückzuschrauben.

3" Bezug auf die Siedelnngs- und Wob- nungspolitlk teilte Der Redner mit. daß das Sieb' lungsaesctz im Entwurf fertig sei und in den nächsten lagen Dorgeiegt werde Es sieht neben einem Borlau sreckt das Staates ein EmeignungS- recht und ein ZwangSpachtrech: gegenüber ibei- kommislarisdiem Besitz vor. Tie Grundlage ist lofortige lleberroeilung von Laiw )m weiteren wird ein Gesetz über die FamilienfiDeilommijie oorgelegt werden, und es ist ein Griey über die Berernleitlickung der Da:divirticha l in Vorberei­tung. Für Die Wohnuiigssürwrie sind Geieyent- roürie fcrtiggeftellt und Die Becei iiung Des Staates an Den Anbaulosten mti> an Bürg!chatten für zwei stellige üypotbeken ins Auge gefaßt Andere Maß­nahmen find m Aussicht genommen. Trotz oei Schwere der Finauzirage liege die öauptforge dock in Den polttuchen Fragen Es gelte Ruhe, CrD- nung und Arbeit zu schassen Tem solle die Schaiiung einer Ber assung süc dar Reick Dienen. Auck die hessische Ber>a iung werde in Bälde zur Vorlage lammen Db es Den Regierungen gelingt, feste und sichere Verhältnisse zu schauen, hangt nicht nut von Den Terroristen van links, sondern auch von Dem Verhallen anderer Bott-kreise. Tarum sei eine Kri.ik in Den b utigen Tagen, so notwendig und richtig sie an sich fein mag. Doppelt vorsichtig zu beurteilen, je nach Sinn unD Zweck.

~ In ruhigen Zeiten trägt der Staat keinen Schaden davon, wenn die Ovvontion ci.ie Regie- rung unmöglich zu machen sucht, da sie selbst dann die Berpslichtung bat. Die Regierung zu bilden. Kann und will das Die heutige Opposition? Nie­mand wird diese Frage briajen ivollen Es Dari nicht vergessen werden, noch haben wir kein sestes Staatsgebilde, es ist allenfalls in Bildung be- fltiifen. Es hat keine Machtmittel, feile Skütze ist lediglick^da; Bcrtrauen des Volkes Ge ährvet wird dieses Staatsgebilde von links durch dir Gewalt, von rechts, wenn bas Pertraucn Hiitrrgra.en wird. Tic Wirkung ist die gleiche Man sage nicht, diese Wirkung sei nicht beabsichtigt. Es sei geradezu beltibigend für Politiker wie Tr Oann, wenn man ihnen unterstelle, daß sie lediglich aus agi­tatorischen Gründen diese Art der Politik in das Land tragen. Die Herren kennen die Folgen und wollen sie. Sie haben ein Interesse daran, daß eine demokratische Regierung mit so.ia isttschrm Einschlag sich nicht im Lande befestigt, sonst haben sie für ihre Politik nichts mehr zu hoffen. Da um der Ansturm, selbst aus die Gefahr einer zwei len Umwälzung hin, in Der Hoffnung, baß dann Platz werde iür den geioünsckten starken Mann mit einer anderen Politik als den Idealen der Demokratie.

Redner glaubt auf diese Art des politischen Kampses und ihre unvermeidlickren Folgen auf­merksam machen zu musst n Zedensalls sei diese nickt geeignet, das von anderer Seite geforderte Gemeiuschastsgcsühl zu stärken.

Abg. Bauer (Soz.) bespricht die schwierige wirtschastliche Lage. Die U. S. P. entierut sich immer mehr vom Erfurter Programm Wir lehnen das Rätesystem ab. für das in unserem Lande mit dem freiesten Wahlrecht der Welk kein Platz ist. Die Verbreiter der radikalen Ideen sind Leute, bic vom Sozialismus so wenig verstehen wie die Kuh von der Muskatnuß, wie z. B. der Haupt­mann v. Beerfelde. Der Redner übt Kricik an her übersichtlichen Aufstellung des Voranschag- und bittet die Regierung um Auskunst über die Frage der Geltung bet Schuloerordnungen im besetzen Gebiet. Er nennt die privaten Handels­schulen einen dunklen Punkt und fordert die weib­liche Fortbildungsschule Der Redner spricht einer träft.g n Erblh n i der Vermögenssteuer doS Werl, dagegen sollen Die inoiretten Steuern, vor allem das in Hessen blühende Stempel wesen, abgelaul werden. Die Fahrradsteuer muß abgeschafft wercen. Audi der Titelsucht Der Beamten muß entgegen­gearbeitet werden. Die Milchversorgung muß Sack e des Staates und der Gemeinden werben. Darf nidn Privalsackc bleiben. Ter Redner befürwortet ein enges Zusammenarbeiten der städtischen Konsum- Vereine und ländlichen Genossenschaften. (Es tritt eine Pause ein.)

Rach der Pause heilt Ministerpräsident Ulrich mit, daß heute im Kneife Bensheim die Landwirte gegen den Biehhandelsoerband mit der Biehlicserung streikten. Ich muß öffentlich er­klären, daß niemand weiß, waS daraus entstehen kann da die Stimmung der Arbeiterschaft sehr erbittert ist.

8bg. Dr. Schmitt (Ztr.) erhebt einen Ein­spruch gegen bk Darstellung der Äbgg. Dr. Osann und Brav r über die 9>erm h nmg her Rrg enrngt- ftellen. Die Teilung des Ministerium- des Innern war schon von der alten Kammer beschlossen. Ter Redner gibt einen geschickt.ichen Rückblick über die Beteüigung der bürgerlichen Parteien an her Re- aicrung. (3u den Sozialdemokraten gewendet»: Sie haben feil Jahren gegen die Vergervaltigung der Eltern in der Frage der DissüienDenkinder burck den ObrigkeitSstoat erbittert angekämpst unb ich habe Sic unterstützt. Unb jetzt wollen Sie ben- selben Gewissenszwang und dieselbe Tyrannei gegen die Eltern auoübcn, die ihre Kinder in die Konfessionsschule schicken wollen? Eine Regie­rungsvorlage, die die Verwirklichung dieser Sätze bringen würde, würde das Zentrum zum Ver­lassen der Regierungsmehrheit zwingen Ist das Dreiheit? Wir Haden uns mit Der sinanziellen 5 ite der Frage Der Trennung von Staat unb Kirche ausgrivrochen. ES ist eine neue Praxis die der Würde deS Hauses nicht entsprich!, daß wir Vorgänge aus der Wahlagitation in die De balle des Hauses ziehen und nicht im Hause an­wesende Personen ohne vorhergehende Benackrich- tigung angreifen Unser Hessenland für sich ist z u klein Wir wollen uns darüber klar sein, daß die Interessen Hriens und Darm­stadt- nickt identisch sind Ein Groß-Hessen nach dem Bor'ckckag Preuß, wo wir nur ein An bangfel über t^rni Rdein bilben sollten, lehnen wir ab Wir wollen unter allen Umständen mit bei Pfalz unb Rheingau Mfammeu Äber wir müssen un- hüten baß uns Frankfurt a 14 Hauptstadt aufgedrängt wird Wir in Rhein- brnen lehnen eS ab. Auch in Starkenburg und im Rheingau. (Zuruf: Auck in Ober Hessen! Ein­mütige Zustimmung im Laufe.) vir billigen die Maßnahmen RoSke» Hätte er nur früher freie Land gehabt, trn bie Mer.rkritösozjaÜsten nur. nicht so lange Räch'ickn mit der U S. P gehabt wäre nickt so viel Mißtrauen i;n Volle entstanden Ick habe nur den einen Wunsch, daß RoskcS Be- mübungtn vo.len Erfolg haben möchten Der Red­ner oerlkst ein Bekenntnis des vreußischen Kul- lusmiuisters Länilch über Äcwissensfrcibeii, dem er sich voll «schlich,-.

Schluß der Sitzung 12 Uhr. Nächste Sttzir,

nachmittags 4 Uhr.

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Aus Start und Land.

Gießen, 11. Aprri 1919.

Ter russische V»lsche»i»mu».

Im Saale desGroßherzvg von Helfen" spse^ gestern abend Herr Tr. SchIarb, Pri Ldoze: an der techn. Hochs. » ile Pe^rsburg. auf Arv t mh eigenen Beobachtungen, die faä dis in :t ©egempart reichten, über das Thema:Dcs russische Bolschewi-mu 4". Bei den <-. schickllicken Boraussetzungca wies der Redner z.- nächsc auf bie Partei der SalRfneibei: bti. a während der inniien Hälk e des vergangenen Jade- hunderts das russische Volk in rafilokr A.bnt für den Umsturz zu gewinnen wußte, so tij 1905, als Rußland im Mampf gegen Japan unt<r» legen war, icne Revolution in Gang kam. ou damals frei ich nock durch den ZanSrnuS m-.der- gehalten werden tDnn.Y Schon t>a>btr 1914ä neuer Boiksaufstand, als durch den Ausbruch M Weltkrieges di aihwmeine Aufmerksamkeit jiij den Weuen abgetenh wurde Bestechtichkeü der Beamten, Bergeuv.ing de- Ra ionalgutes ließe, bald die anfa. g. tche Örgi tu« er falle*, füe- ien zum Sturz des alten Rrgi nes, und auch ocr Jubel über tne g wonnene Freiheit ha ve bei dcn ailzulang geknechie.en Volke keinen Bcsmnd: un Lande wie an Der Froitt nahm bie Zerrüttmia ihren Lauf. Tie Stätrrvgirrung brach e dann rach au Iren bin den Frieden, nturnr aber im Innrra den Bürgerkrieg entfachen. Tenn Bottcheniswut ist, wie der Vortragende schan betontt, Bürger- krieg. Tie gescknTnrren ErnHeldci en in Der ruifi- schm Sozialiiierung, sowie das Vorgehen der^Bo- schewiften bei der lenwfretiiierung wn Schuh und Wissenschasl moch en manchem unfaßbar n« scheinen, intb auch Loer b;e En: stelmng 6n HungerSiwt gab der Redner inserrssa.cte Einblick Ats Ziel der Bolschennjm stellte er ihr ©cftxrxn lnn, den Gedanven brr Wrttrevoluiivn in dw westlichen Länd» ni zu txrbnüen; wacher Ruck stchlstosigkrü sie ihre Propot^rndu betrieben, et- belle u a. aus dem Abbruch der Beziehlmgrir am scheu der Räteregirrung und der Schuxiz Zu« töchluß entwarf Herr Tr Schtacb nach erge« M-adxiuung ein Bi.d vom bruüicn Pe.ersburg Besonders die Klasse der 3ruellilxntnt habe »a# säg iche Leiden ausgestanden und noch durchs- wachen: durch Zwmigsarbeil oder von brr N« um Den LebcnSumrrdaU glridxn sei die Bouc- geoisie, auf Deren Ausrodung man es nbgeseoei : a e, M den erniedrige.-d cu tkmd> irt ru v i- uridtr. Ter Do (dicivwinu3 stelle die E, t < fvelung der lierisch'ien Leioensdutflen im Rtrnschcn Dar, und die erid;niitrnbe SibLicrunflj der ivriib nt Grausamkeiten Uana in der eiirdringli.hen l'-iufr- nung aus, der G,fayr des Bvltchriviomuo nutzt Q!nd> lültig gegenüberzastehen oder sie zu unui-

Leben-mUtel.

** Crh-hu ng des B rotpreiseS. Infolge der Erhöhung der Löhne, des P rri et für Brennmaterial und der allgcmeinen Teue­rung war eine Erhöhung des Brolpreises auch in der Stabt Gießen nicht zu umgehen. Der­selbe beträgt nunmehr 25 Psennja sich das Pfund Brot. Die Preise der anderen Back waren sind unverändert.

* Ausgabe von Buttermilch. Am Donnerstag, Freitag und Samstag ge­langt in den DerkaussstelliN der Firma Ge­brüder Grieb Buttermilch zur Verteilung. Tie Abgabe geschieht gegen Vorlage bet Lrbens- nnitelkartc und Abgabe des Bezugsabfchntt- tes Nr. 15. Die Art der Belieferung ist au - dem An,eiLeitteil zu er eben.

* Freibank Jrri:ag den 11. April 191) ioerben von 124 Uhr Die Nummern 2451 btj 2650 belickrt.

** A m tliche Personalnachrich­ten. Ernannt wurden am 3. April 1919 tei Ergänzungsrichtcr Direktor August .Heineich Becker in Worms zum Handelsrichter aid Der Fabrikant Walter 19 ed in WvrmS zu« Ergänzungsrichtir bei her Kammer für Han­delssachen in Worms, l»eide für die Zeit bi» zum 31. Dezember 1921 Durch Entscklie- stung des Hessischen Landesamts für bai Bil­dungswesen wurde der Lehramtsreserendar Dc. Otto Maser -u Darmstadt zum Lelm amtsassessor ernannt. Erledigt ist eine Letz« rmnfteHe an der katholischen Volksschule z« Herbstein, Kreis Lauterbach Die Au»- id>7( ibung einer Lehrerstelle für Herbstein bv rnbt auf einem Irrtum In den Ruhestand versetzt wurden am 4. April die Oberlehrer an der Real- und LandwirtschastSschu e zu Groß- Umstadt, Professoren Tr Georg Coll* bardt und Rudolf Drehwald, aus ibr Nachsuchcn unter Anerkennung ihrer dem Staate geleisteten Dienste vom 16. Aprü 1919 ab.

-Po st verkehr nach dem Elsaß und nam Ungarn. Rach Elsaß Lothringen und bm im Brückenkopfgebiet von Kehl gee jri e:i Olten sind oon Kbt ab auch Postkarten mn Familien« « 5, ten zulässig. Die Posckarten müssen ii

lateimi(fcrr edirtil o:|<6rieben fein und Die volle und Deutliche Angabe des AöienderS tragen fc» ÜTubte tipradm linb: Deutsch ooer Franzö isch - 'Jiadj Ungarsind cinftroeikn nur gnvöhnlichr

r n Sarenprobau Zeitungen, g- wuh*« Vtdx und 'injeidirtebene PoMaclen unö Poitm»- im ^ürtclbctrit'F biS zu 100 Ihoeen dinHbürBlid) zügelas>en. Dagegen können P-ü- Pa.t:e ohne und Werde nach lli^int «r nmt) Den anbe <tz en Teill-n Ungarns. :e.o!> nidx naä) Budapest zur Postbeförberung enycnvmnwa nrrben. Sarmriniubr ist an eine E nkaufs- berotihflung des ungarischen Finaniminiftrri pf» buniien. Die entweder vom Absender der Postkarte brBuhvnen ober vom Empfänger bei der Ver­zollung vorzuzeigen.

-GeiellschaftLiebig-Museum. 'vonntag den 13. April, oorm. 11 Uhr, wird Gchermerat Prof. Tr. Elbs in der 3. Volks« Vorlesung einen Erverimental-Dortrag ükr -die Chemie bes Braunsteins^ halten.

, . Drd>e fteruerein. In letzter Stunde bl nohmal> au' des Kon -erl de-Lrchester- verein- l>a e axnD 8 Ubr im Ei st rniehd Ella Lyner vom Orernhau; ti Fronkhett (1?«* als ®ei bingenzejn. Ter »arnt>-rr*if fnibrt in der Mutt.alienhkurdliuw vvn Busch an Knch^npla» flau