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Donnerstag, 10. April 1910

169. Jahrgang

Erstes Blatt

Die Lage in Bayern

Bcamtcnausständc gegen d'eRäterepnblik.

des norläufigen Abbruches bcr Beziehungen des Reiches jur Räterepublik in Bayern die Beturcy- tung entstand, die Krtegsbeschädstitei, tonnten ihre Menten verlieren. Es wurde ihnen z»gesichert, daß Bayern ihnen die volle Rente auszahlen werde (?,) wobei der Provpo-

in denen vorwiegend Arbeiter Verkehren, ztlzn- n eisen.

Tictfrncntnnig des bayerischen Beamterförpers

rische Zentralrat an eine Ausgleichung zwisck-en den Renten der Offiziere und Soldaten denkt.

Aonahme von Anzeige» s. die Xaqeemimmer bis zum Nachmittag vorher ooneicdeB^idiadtichkeit

3cilenoietfe:

für örtliche Anzeigen 25 6'.,fürausivartige 30 'Bf- für Reklamen Mk.1.-nebst 20 «Teue- rung-zus iag,Blai>vor- schrisi 20 % Aufschlag. Hauvtschri't.eiter: Aug. Goeg. Beratitivortllch für 'Bolitit:/jliifl. WoeQ. für den übrigen Teil: Dr. Re-uholo Zenz: für den A>ijetge»itell: V. Beck: sämtlich in Gießen

Sitzung vom 9. April 1919.

Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 3.15 Uhr. Erste Beratung des Etats für,

_j wäre aber, das; die V«llsvertretunH aus den Beutel hält. Erne Revision

einem Jahr geahndet.

Koutrolle der Gasthäuser.

getreten ist.

Sturz der Näteherrschast in Würzburg.

Würzbiirg, 9. Avril. (WTB ) Die russi­sche Räteherrsckwtt wurde lxute in Würzbcirg durch Soldaten, Stiidc-nten und Arbn er gestürzt. Am Borniiktag wurde die Kaserne des 9. Jnnnterie- Regiments kampflos übrrrump.lt. mittags die che- 'idenz (das Hauptquartier der Kommunisten) und >arauf der Hauptbahnhof. Die von den Kotmnu- nisten verhafteten 16 Geiseln, darunter der zweite Bürgermeister, Professoren und Mehrhei.siona- lisben sowie Offiziere, wurden unverletzt befreit. Bei den Re nernnystruppen gab es zn^r Tote bei ben > Spartakisten, soweit dis jetzt festgestellt werden, konnte, zwei Tote und mebnere Verwundete^ Außerdem wurden zwei Zivilisten gelotet.

Nürnberg.

Nürnberg, 9. April. (WTB.) D« gestrige Teilstreit ist beendet. In allen Betrieben roirD gearbeitet.

Ein Cinsyrnch ber KrikgSbcschadtflttn.

icm, heftigem Gewehr- und Maschinengewehr feuer, gen eien als von ^iteit^ Reg. ermng das nat^, worauf sich die Menge zerstreute. Es gab einige lrcl)e Verhältnis w^*'-**»fi :hT* SW.anrrtwhrrMi Tote und Verwundete. Zur Zeit herrscht Ruhe, s den Taumen ai

General-Anzeiger für Oberheffen

SwIMngrnmddr»- u.v-rlag: vrühl'sch« Unio.-Bufr u. Steinörud.rti R. Sange-S<f?riftleitnng, CeWMWdle u.Pruiertt: Sfr.1|tr. T.

Ansbach, 9. April. (WTB.) In Würz­burg begann der B ür g er- und Beamten- au s st a n d g e g e n d i e R ä t e r e p u b t k. In­folgedessen wurde mittars der Eoenbahnver.e>r WürzburgAnsbachGunzenhausenTreuchtli,^ qen eingestellt. Wie verlautet, beilnid>tigen Die Eisenbahner die Einstellung des Verkehrs weiter miszudehnen, bis in Münchm ein Umschwring ein»

Pari-, 9. April. (WTB.) Bonar La» ist hier eingetroffen, um mit den britischen Delo- gierten über die endgültigen Bedingung qcn be§ Präliminarfriedens Vertrags zu beraten. Seine Ankunft gilt als Zeichen dafür, daß man über die Hauptpunkte des Fr iedcnsver träges fe,te Beschlüsse gefaßt hat.

Wahlresorm in Frankreich.

P a r i s, 9. April. (WTB.) Havas. Die Kammer nahm mit 235 gegen 201 Stim­men das Prinzip der P r o p o r t i o n a Iber« tretung als Grundlage für die Wahl- rcform an.

Deutsche Nationalversammlung.

Am Dienstag nachmittag tourben Zettel iw den Straßen verteilt, in Denen milg-teilt wird, daß der B ü r g e r st r e i k infolge der Maßnahmen des Provisorien Sentro'rateS sofort ab ge­brochen werde. Eine Tepula ion des Rc-ich-- bundes der K r i e g s b e s ch ä d i g t e n er chie.i ge­stern im provisorischen Zentralrat, loeu nitolß-'

Magdcbtirg.

Magdeburg, 9. April (WTB.) 12 Uhr mittacs Tie Truppe ndesKorps Ma r t e r b. setzten sofort nach Eintteffen bie wichtigsten öffentlichen Gebäude, Heute vormittag 10 Uhr kam es in der Umgebung des Hauptpostamtes zu kur-

müsse Der Kongreß muffe gegen diesen Terror einer kleinen Kaste entschiedenste Frontstellung em- nebmen. Alle Bemühungen der Regieruw, seien erfolglos geblieben. Man lei zum Gas- und Wasserstreik übergegangen und richte damit rn ganze Se^lEentng inth die deutsch»- Arbeiter sck)ast zugrunde. Wenn ein Streik den anderen ablo,e, so gehe das gariy Wirtschef s eben zugrunde

Vor Annahme des Antrag s Co. en und wah renb der 9tei>c des Ministers veranstalteten die Un­abhängigen wüste Lärmkundg bungen

Rach der Mittagspaute fuhitte Eohen-Reuß vom Zentralrat aus: Mil dem Sozialffi-ren ist es so lange schwer, so lange man mcht langiam an den organischen Umbau des Wirtschas s.ebins gehen kann. Die Waffenstil fftandsver Handlungen werden immer mehr zu einem Erzbcrger-

Der Vorsitzende Richar d M ü l l e r teilt mit, daß zwei Delegierte des Petersburger 9L» und S.-Rcttes als Gälte des Kongreff-s, erschienen sind Rädik habe an den Kongreß, einen Brie, gerichtet: Der Bries wird vervielfältigt und mor- 9CIt R r^ß -Remscheid: Die Reg'eriing wird bald genug erkennen, daß sie im Ruhrgebiet stachgeoen muß. Der Redner verbreitet sich sodann in langen Ausführungen über die bekannten Lockspitzelge- schichten, die bereits die Nationalversammlung be-

tn Essen.

r Vsfen, 9. Aprü. (WTB.) Die Mitglieder der R e u n e r k o m m i s s i o n waren zu Verhand­lungen mit dem Reiffiskommis^ar ein4olade.it. hatten a5er dieser Einladung nicht Folge geleitet. 2lin spaten Abend wurden die Mitglie.er der ge annten Kommission, soweit sie sich hier beiaiuen, von Truppen des Fr-eikarps L i ch t, ch l a g vn Am- trage Der Reirl>sregiening verhaltet. Rach ter Verhastung wurden die Truppen von Spa r t a- kisten ange griffe n, so daß sich in der Rahe Des Loauptba'hnhofes eine Schießerei entwickelte. Tie Angreifer w.irDen zerstreut. Einige Ze t nad> her wurden in Der Nähe des Burg-Platzes fius einem Dause 5)andgranaten auf die Truppen ge- roorien, wodurch zwei Zivilisten verwundet wurden. Der Lwrausgeber desSpartakus", Epstcm, wurde verhaftet.

AusschrtttstNfltn in Tiiflcfborf.

Der zweite Tag der Nätetongr-ffer.

Berlin, 9. April. (WTB) Dem Räte. t llong-- ging folgender Brief des JustizmiNi- ; sters zu- Tie d asten t l a s l u n g des Schrift­stellers Goorg L e d e b 0 u r kann nur das Ge­richt anordnen. Von einer W> -tter-nbe des Anttagrs an das Geriffst ba'x- er abg sed-n, weil als Grund nur di" vemKritli/xe Jnnnuni at Wx« bour in Frage kommt. Die uwch &ty der Geletz- _ gebung nickst als lwg ü 'd.'t anertaitnt m rren kv .n

Tie Svlda eufraktion ixs Ratelo gre s.s brachte einen A trag auf fofort gr- haf enl- s ung - tzcs verhafteten Voriitz.-nde'i des Soldaten^.ls der Magdebu ger Garnison, Brandes, irrb irr bet» Den bcrlKifxtcn Mitglieder des Korps <-o:daten- ratcs des 4. Armeeöorps. an. B ock - Go t ha geln dann ij längeren AussüI)runKen au, den Fa.1 Brandes ein. t t t

Cvhcn-Reuß ba-Ft für den Zentral- rat folgende Resolution ein: Ter jnrttc fRatc- Kongreß appelliert an D;c streikenden Rul)r- bergleute, unter allen Umtanden Notstands- arbri en anszufübren. Damit das deutsche Volk vor dem Unglück versckwnt wird, das letzt bei anm Ersaufen Der Sckiäclste rintr.tcn wurd«. Drmit erflärt Col'en-Reuß enthalten wir un? leder Parteinahme oder g-gm die Forderingai der ikraarbeitcr. 2lber bedenken etc, w.lckr? F-o es l>at, wenn selbst die Lebe-smittelsch.ffe der Entente fetzt ohne Buuka'kohle rurncksabren svllen.

Im Nainen dec mchrhei's o 1 lt tsckien Fi>il- tion erklärte Kaliski. Wir stimmen der vorn Zentral rat porgesch'ag»meii Resolution selb ^ver­ständlich zu Die Ve garb i endyat, die tnc dosten- sst-ackite ersaufen läßt, ersäuft die deutsche Revo­lution. (S'ü misck)er Deffall.)

Tie Resolution Go':en wurde angenommen, rbensv folgender Zusatzantrag der fraten: Von der Reick>sreglerung wird erwartet, daß sie berechtigte Forderungen der Ruhrberg­arbeiter ersüllt. ,

Vorher hatte der Reichsminister Schmidt mitgeteilt, daß der Arbeitsminister Bauer sich ; gestern in das Streikgebie: zu Verhandlungen be- : A'bcn halie Der Minister beschwor mit erbebener 1 Stimme den Kongreß, sich zu der Erkenntnis > durchzuringen, daß solche wüste Verhetzung und ' brutale Un erdrückung d s gewmt n daitscku'n Wirt-

' 3, wie sie jetzt im Ruhrgebiet betrieben ' allerschtverste v er urteilt werden

1919. i

Finanzminister Schisser: Es ist eine un­dankbare Aufgabe, in dieser Zeit großer fwltti>ch« Ereignisse sund aufregender Vorgänge die Aufmeck-, samleit auf das trockene Gebiet Der Zahlen zu len- len Es kann aber feine Politik getrieben werden, die nicht auf mctalli,d)er Grundlage beruht. Der Etat, den ich Ihnen vorlege, ist Dec erste -schritt Mm Friedensetat auch insofern, als der wesent­lichste Teil des ordentlicksen Etats auf Schätzungen beruht. Daß ich für diese Schätzungen mtt Rück- sickst aus die unsichnen Grundlagen eine Beranl- roortlidxteit vorläufig nicht übernehmen kann, liegt auf Der Land. Die Ausgaben für Militär, Marme »inb die Sckmtzgebiete mußten einstweilen auf den außerordentlick>en Etat übernommen werden Die Summe der Schatzanweisuiiaen ist seit *em 31. Ja­mmr 1919 von 53,3 auf 63 7 Mi l arden gefti gnu Tie Aus laben für Heer und Mawi.ie, üv im Ja- miar noch 3,5 Milliarden betrugen, sind im Fe­tz ni ar aus 2,7 Milliarden und im März anf 2 Mil-, liarden zurückgegangen. Der Etat balancierte mit vnnd 13 Milliarden, der Fehlbetrao f-e nicht weniger als 7,5 Milliarden Mark. Dabei ist "ieser Etat nur. ein Durck>gangsetat zu noch ia>i immer en Zuständen, denn in ihm linb noch nicht enthalten die EntsckKdigungen, die wir der Entente zahlen müssen, und auch noch nicht die Salten, .die wir durch die von uns gewünschte Vereinigung mit Teutsck^Oesterreich auf uns nehmen müssen.

Ter allgemeine Pensiouswnds ist mit 1,1 Milffarlen veranschlagt, wir werden aber zu einem Pensioiis'onds von 4,1 Milliarden honm-m. Die Tenlscbrift über Die Entwickelung Der Reichsfinaw» jtn in Der Kriegszeit hat in der Oeffentlichkeitt viel zu wenig Beachtung gefunDen. Sie zeigt uns den ganzen Ernst Der Sage. Tie Fel-lbeträge der Kii gsjahre haben wir nicht gedeckt durch Tefizrt- ar.leibtn, sondern aus Den Erträgn ssen der Kriegs­steuern, Die an sich nicht dazu, sondern zur Ab­tragung Der Kriegsschulden be immt waren. Tie Steigerung der Ausgaben ist natürlickr auch durch die allgemeine Wertminderung des Geldes beein­flußt. Um so mehr miifien wir das Gebot Der Spar­samkeit beherzigen. Im al g meinen i t das Trön- gen nach Ausgiben vom Pa chrment bicl starke

Die Räterepublik in Bayern hat für nie­manden etwas Aneiferndes. Die Spartakisten vom reinsten Wasser wollen von ihr nicht viel wissen, bje Unabhängigen sehen durch diese zweifelhafte, wenig lebensfähige Pflanze ihren politischen Ruf neu gefährdet, und die Mehrheitssozialisten außerhalb des Münche­ner Rinaes sind erst recht geneigt, von dieser cincntümlid)en Diktatur unbekannter oder wenig bekannterVolksbeauftragten" abzu- rücken. Es hekr'cht Treibhausschwüle in Mün­chen: die zielbewußte Führunb der Geister fehlt. Dr. Lipp, derAußenminister", soll schon cinigcmQle wegen Größenwahnsinns in Behandlung gewesen sein. Seine Aufforde- runa an den bisherigen Gesandten Bayerns in Berlin, Herrn Preger, zurückzutreten, hat daher auch nur einen Heiterteitsersolg ge­habt. Ausschlaggebend ist, daß dem Münche- - ner Rätebezirk von den Bauern die Lebens- wittelznfuhr, von den Eisenbahnbeamten die Kohlenzufuhr nnd überhaupt jeglicher Ver kehr mit der Außenwelt gesperrt wird. Vor allen Dingen perbeji den Münchenern auch die Lebensmittellieferungen, die vom Auslande jetzt eingetroffen sind, vorent- halten werden. So werden die Aprilschauer in Bayern sich hoffentlich recht bald legen! Womit freilich nicht gesagt ist, daß der Früh^ ling mit seiner vollen Wärme und seiner er- fri'chenden Wirkung einziehen wird? D an ad) sieht es im ganzen Reiche nicht aus, denn die lfemmenden und zerstörenden Kräfte sind noch in voller Tätigkeit, und bei den vie­len Streiks ist noch kein Ende abzufehen.

Bamberg, 9. April. Die Stellung Der rechtmäßigen bayerischen Regierung in Franken bessert sich. In Der vergangenen Nacht wurde m Wüizburg von der Artillerie, die unöeranDert Der Negierung treu geblieben war, Der Vorsitzen^ Des Landessoldatenrates, Sauber, ver Has t e t, , ebenso Der Vorsitzende des revolutionären Arbeiter» rotes, Hagemeister, Der auch MitglwD Der flirrtcreg irrung ist. Dies bedeutet eine große Erleich­terung. Die Aufwiegelung der Aschaffen- burger ©arnifon war vollkommen da» Wert Sauber« gewesen. Man nimmt an, daß m Aschaffenburg die Truppe jetzt wieder zur 'Be­sinnung kommen wird. In Würzourg M fick) bie Mehrlieitsfozialdemokratte beinahe einstimmig aeaen bie Räterepublik erklärt: daswlbc tut rot? erwähnt, die Artillerie. Nur die Infanterie-Regi­menter hatten Die neue Ordnung anerkannt und unter Führung weniger Kommimisten sich Der G-walt in Der Stadt bemächtigt. Die gefamtc Albeiterschaft ist jetzt in einen Proteitstreik ein- actreten. bie Bürger,chatt hat sich diesem streik angeschlossen. Man glaubt hier, daß spätestens bis morgen Würzburg wieder ganz zur Regierung stehen wird. Hof und S ch w e i n f u t t smd noch in den Händen der Spartakisten Die Regierung Hoffmann ist jetzt damit beschättigt, sich hier in Bamberg einzurichten, vorerst im Rathaus, spater im Schloß, und sich militärisch zu sichern. Diele Sicklerung soll bann konzentrisch nach am>en wetter­geführt werden. Man hofft bestimmt, Nordbayern bald wieder restlos in die Hand zu bekommen. München und der Süden wird letzt von der Kohlen- zuttihr abgeschnitten. Da einer heute emgelaufeiien , Meldung zufolge die Landbevölkerung leine Lel»enSmittel mehr nach Münch.m und Augsburg liefern ivill, ist nicht abzusehen, nne die Rateregie- rung sich längere Zeit dort soll halten können. In Ingolstadt war die Räterepublik einen halben Tag lang proklamiert, Dann setzte per Bürgerstreik ein, Dem sich die dort anwesenden Truvpenlörper vollständig ansch'os en. Es kam zu einigen Straßenkämpfen, bei denen drei Mann gefallen sein sollen. Die Stadt steht letzt vollkom­men zu der Regierung Hofsmann. (Frkf. Ztg.) Lcrordunngea der Mütichcner Nevoluüoitate.

M ü n ch e n. 9. April. (WTB.) Eine Verord­nung des provisorischen revolutionären Zenttai- rates über die Beschlagnahme und Ra- tionierung der Wohnräume belegt u a.: Während der Wohnungsnot ,verden famtnche Wohnräume Bayerns beschlagnahmt. Eme Ber- äutjerung von Häusern an V-rsonen, die vor dem 1 August 1914 nicht ihren Wohntttz in Bayeni hatten, kann nur mit Zustimmung des Volks­kommissars für das Wohnungswesen er-olgen. Zitzr Vermindeiung der Wohnungsnot wird f u r j e b e n Einzelha ns halt g r u n d s ä y! t ch n ur cm Zimmer nebst Küche, für iede ,F a m 111 e die Mindestzahl von Schlafraumen nebst einem Wohn raum freigegeben. Für die ihm zug-wiesenen Amme erhalt leder eine Wohnunaskarte. Die Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigten sind zu bevorzugen Eine Eini- ming über den Mietpreis fami durch Die Betnligten erfolgen: kommt eine Einigung nutzt zustande, so setzt die Gemeinde einen an gerne), enen Mitts- pre s fest Auf die Hotels, Gaithöse und Penswnen findet die Verordnung vorerst keme Anwendung Zuwiderhandlungen werben mit Er Geldstrafe bis 100 000 Marl oder mit Gefangiiis bis zu

Gröhe Spannung im ülcrcrrat

Ein Ultimatum WilsonS?

A m ft e r b a m , 9. April. (WTB ) Einer Ra­diomeldung aus Neuyork zufolge melden alle Reu- yorker Blätter, daß eine Kn,e m der Friedens­konferenz emgetreten sei. Eine an,chnuend mig­rierte Mitteilung besagt, baß Wilson direkt oder inbirett ein Ultimatum überreicht und erklärt habe, daß er keine Konzessionen mehr f.iachen werde. Die Anforderung desGeorge Washington" wird als eine endgültige ($1091111® aufgelegt, daß der Präfident sich zuruckzichen wird, w?nn die Konferenz auf einen toten Punkt kommt Die Neuyorler Zeitungen enthalten titel mit folgenden Ueberschristtn: , Wttwn warnt, daß er keine Konzeffionen mehr mackien wird , In elfter Stunde",Wilson will einen sofortigen Fichen abschließen", Wllfon überreicht den A liie.ten ein Ultim t 'm". Dem , N u ort S.ciatb ''olge ist in den Beratungen des Viererrate eine s e h r g r 0 ß e S p a n n u n g entstanden.Au, der ganzen Friedenskonferenz ist man der Anncht, daß man in ein neues kritisches Stadiiim getreten sei. Eine Der verantwortlichsten, mit Wilson gsst-ziier- ten Persönlichkcüen erklärte « würde, n ich t er­staunt sein, wenn die amerikanische Teilnahme an der Friedenskonferenz ein vor-nttges Ende fmve. Der Zustand würde eintreten, wenn me durch Ein­zelheiten bewirkte Verzögerung des Friedens wat länger an halte.

Bonar Law in Pari».

München, 9. April. (WTB.) Tie Korre­spondenz Hoffmann meldet: Ter Zenlralrtt er­ließ im Einvernehmen mit b~r bayerischen Bc- amteng'werllchast und dem Verbind des deutlchen Verkehrspersonals Richt i ieu für die Erneue­rung des bayerischen Beamtenkor- vers, worin es u. a. heißt: Bon der Abberu­fung müssen unbedingt Vorgcsetz.e erreich! w,'r- den, die in der Vergangenl>eit sich durch unio- ziales Verhalten ilyred Amtes inmuirbg gezeigt ljaben, ferner alle Be-nnten ohne Umcr- ichied des Ticnligrabcd, die den Kontrolloraanen passive Resistenz entgegensetzen. Alle ^überslüffi^en Beamtenpos^n nx-rb'/n abgeschaff . xen T u ch - tigeu ohne Unlerschied Der Herkunft und Vor­bildung Ivird freie Balm gesck)effen. Ten im Dienste bleibeichen Beamten iverden die Pensionsrech.e und Hinterbliebenenbezüge gtMmhrleistet. Alle Be- amtentitel werden abgeschafft.

Düsseldorfs. April. (WTB.) Im Laufe des Vormittags kam es zu ernsten Ausschrei­tungen An mehreren Stellen wurden Heine ?lb» teilungen Regierungstruppeu auf der Stratze Über­fällen und gewaltsam entwaffnet. Au dem Hinoen- burgwald unternahmen bewaffnete Zivilisten einen lörmtidxm F-rmerüberfall auf einen Po,ten Regie­rung struppcn. Es entwickelte sich eine heilige Sckneßerei. Ein Zivilist wurde tot vom Platze ge­tragen. Wie es (heißt, sind jedoch noch mehrere Todesopfer vorgekommen. Schließlich blieben die Regierungstruppcu Herren der Lage

Düsseldorf, 9. April. (WTB.) Die Lage des p 0 l i t i s dile n Generalstreiks hat sich insofern verschärft, als auch von den Arbei­tern zaistrttcher Betriebe wirtschattlickK: Forderun­gen gestellt werden, nämlich M i n d e ft 10 h n do n 3,50 Mark fürgelernteund3 Marksür ungelernte Arbeiter. '

Die Angestelltem der städtischen Straßen­bahn haben mit 312 gegen 196 Stimmen br- fckstossen, im Ausstand zu bleiben. Auch bie Schner- tx*r= und Kviiftttionsarbeteer und -Arlxntennnen^ sind wegen Lohnfordei-ungen in den Ausstand ge- treten. Auf militärische Anordnung war der pri­vate Fernsprechverkehr geltem abend sechs Uhr bis heute vormittag eingestellt. Infolge der Betriebs­einstellung in den Gas- und Elettrizitatswerien war die Stgdt (in völliges Dunkel gehüllt. Zn der Nacht gab es keine n^ientlichen Rul-estörungen. Gestern tarn es zu einer Für gen, aber heftigen erfne* üerei vor dem Hohenzdllem-Gymnasium, dem Sitz der Regierii ngstruppen.

Ein mit E n t e n t e - L e b e n s m 11 t e l n für Düffeldorf bestimmter Rheindampfcr durfte auf Anordnung der belgiirfjcn Haseiibehörde im Düssel­dorfer Hafen nicht (anlegen, sondern mußte an der linken 'Rl-einseite ankern, wo das f^chiff solange unter belgischer Bewachung bleibt, bis die Strcikunruhen Angelegt sind.

Ein Befehl d-4 SorDS MLelee-erbietet den Aufenthalt auf der Straße von 7 Uhr abends biS 5 Uhr früh Tie öffentlichen Lokale muffen um 10 Uhr abends schließen. _ .

Gcncralftrctl in Braunschweig.

Braunschweig, 9.

Beschluß des Akiivnsalissckstff <s, ^Bettiebs^ schüfst und der Vertraue. :smäi ner der Attetterist lyu e vo'.mil.aq D« revolutionäre Arbeiterschaft B 'aunscki.ivvigs in te.i lvliti[riicuGe nc r al st reit cii;getreten. Es g Itc den Kamm gegen Kapttalis- MUS und Mil' a ismus irub die Re'll.u. g der fl^vo- lu ion. Gämtl.dx öffentlickien Lokale bt3 auf Die Lebensmittelg schä te mülsen ickstl. Fn. Nach d llhr abends dott niema3tb mehr ohne Ausiveis De» retro- lu.ioeä.en Ak io saus(ch'ffses auf Der ©trcifr' s m, ausgenommen Die Aerzte ustv. Vor den Banvett sinD Vollsw^hrro'en au'gestellt Der Eisen­bahnverkehr ist velltzLidiS stillgelegte

Nr. 85

Der Lietzener Anzeige, erscheint täglich, allster Sonn und Feiertags.

Bezugspreis: monatl. M k. 1.35, oiertel- jäbrltd) Ulf. 4.05 . durch Abhole- iu Zweigstellen monatl 1)1 L 1.25 durch die Poft Dlk. 4.05 uiertd- fäl)rL ausjchl. Vestellg. Ferufprech - Anschlüsse: hir die £d)rftlcitungll2 Verlaaff-.eschäitestelteSl Anschrckts'irTralstuach- richtcn: Anzeiger Liehen.

Postscheckkonto: 5rantturt a. M. U686

^^Reichsminister Wissell nimmt zuerst Erz­berger in Schutz gegen die Angriffe von Cohen und wandte sich Dann zu Braß, auy besten lleuße- rungen keinerlei Absichten $u gcnuinfamer Arbeit zutage getreten seien. I-.'der Streiktag untergrabt den Boden, auf Dem das Haus Ihrer 3ullmft ft-hen kann. (Stürmischer Beifall rechte, Wider­spruch links.)

Aus dein Aeeche.

Tos Ende des Sozial'-s e nugsansschusieS.

Berlin, 9. Apr-l. (WTB.) Tie Soziali- s i e r u n g s k 0 m m i s s i 0 n imt vi einem laueren Schrei en a t Den Reichsimrlichrslsmi n ler Wisfttl, unterzeichnet von ihren Vor.'.zeiioen Kaulsky und Francke, ihr Amt nieDer gelc gtt Da su aus den Dericlyiebeufn Lorkvrnmnlffeii der letzten Mocken die Ueberzeugung gesck)övst hat, patz ern Zufam- men ar beiten mit Dem Rcühstm tt.chaftsn i[<e rru m imb bet Regierung unter dem geMMvartigen System nicht möglich sei.

BcrhafLung der Neuner-Kommisfis«

Ter provisorische revolutionäre Zcnttalrat^for- derte alle örilid^n Ardtttertäte auf. Durch rele­gierte die Hotels unb La

derLebensmittelvorräte, Mahlzetten und Zimm er preise zu kontrollieren ^nd eventll bnitale Uwel Vorräte, welche Den normalen Gebrauch u^erstel-1 )' gen, yi befchlagiiahmen und den kleinen Gasthöfen, | werde, aute