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Ak. 288

Ter 6kf-<rer ihfjflget etlctiehu ȟblich, auger Eorm- und Feiertag-, vrzuyrpreir:

Monatlich 2 Mark, »iertel)flt)itt(t> 6 Mnrk «tnichlteölich deS Bestell­geld« ; iMucb die Bost vie»t'kjälnlich 6 Mark au-fchlievlich Bestellgeld. Fernivrech - Anschlüffe: für die Scbriiilfttunqi 12 *t-f\tag.Ges»0ätl4ste»te51 AnIchrölfiirDrabtnach» rrchten: Lozeiger Sieben.

popschecilonto:

Sranlfutt a. M. 11686

Dienstag, 9. Dezember 1919

169. Jahrgang

Erstes vlatt

GichenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

AwiMngrnlNd-nlck u. Verlag: vruhl'sche Univ.-Such- u. Steindrnckerei N. Lange. Zchriftleitrrng, Geschrstsstelle n. Druckerei: Schulftr.7.

Annahme »on Anzrt^c« s. tue Lagesnnnnner vcs zumNackmiuag vorher. Drtts idr 1 mm HSH« für An diKtiö.34mm Brette ortli n 15 bi, anSivä'tS 18 V., für Reklame« von 70 mm Breite 48yf. nebst 2V*/, leuevu'ifl«- zulcklag. Bei Platz» oortcbrisi20*/ A Ufa lag. Hauvtfchttlleüer: Ang. ®oen. Beranlivortlich fiit Politik: Ang. tLwetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold jein; für den Alijeigenteü: v. Beck; sämtlich in Gießen.

Vie Aktenbearbeilung llautskys.

Kvrl KautSky sendet derFranks. Ztg " einen Rechtfertigungsversuch zur Verösfent- kichung, wobei er sich namentlich gegen den Satz wendet:Herr Kautsky hatte überhaupt keinen anderen Auftrag, als das Material au bearbeiten und das Ergebnis für die Un- suchung zu.r Verfügung zu stellen." Kautskh beruft sich demgegenüber auf seine Stellung alsbeigeordneter Staatssekretär im aus­wärtigen Amt, das am 9. November bekannt­lich von Herrn Haase reklamiert worden war, was auch düm Abg. Konrad Haußmann be­wußt ist, der in der Sonntag-Ausgabe des Berliner Tageblattes ebenfalls das Thema hochpolitiscl)e Publikationen anschneidet. Die damoliaen Volksbeauftragten h-elten es, wie Kautsch feststellt, für notwendig, daß das Aktenmaterial erst veröffentlicht werde, wenn es vollständig vorliege. Kautsch selbst war anderer Ansicht, er wollte sofort mit den Veröffentlichungen beginnen, fügte sich dann aber den Beschlüssen/

Darüber waren wir alle einig, daß die Publikation nur die Akten enthalten sollte, ohne jeden Kommentar des Herausgebers. Die­ser mochte feine Schluß'olgerungen aus^rbalb der offiziellen Ausgabe veröffentlichen. Wenige Dochm später legte ich meine Stellung af3 Beigeordneter Staatssekretär nieder, erklärte mich «ber breit, meine Funktion als Herausgeber der Kriegsakten bewibe ballen. Die neue Regierung bestätigte mich in dieser Funktion Ein Ge- b&t dafür beanspruchte und bezog ich nicht Ende März war die Sammlung soweit, abgeschlossen, daß man mit dem Satz beginnen konnte. Ich erdichte die Regierung, mir tut Veröffentlichung der Akten Verleger und Drucker zu bezeichnen, mit denen ich mich zu verständigen hätte. Doch das neue Regime hatte damals andere Sorgen. Ich bekam Feine Antwort. Weimar und die Frie- deirsverhandlungen drängten die Publikation der Akten völlig in den Hintergrund.

Im Mai stellte ich jede Arbeit an den Akten ein Jetzt geioann ick Zeit, das un-e'rire und rum Teil s hr nn>rspreckend' Mateirl zu »rarfr.tten, in nincren Zusammenhang zu bingm. mii a-tfeirn Publikationen xu vergleichen. Füü.zeittg hatte ick damit zu meiner Selb' omchändiguug l e-wnnen. 9hm nnrrbe ein allerdings nicht unifanarrtcbe.S Buch daraus, das für die Oeffentlichkeit bestimmt war Aber nntüttich wollte ich damit nickt lx^auskom- men, ehe die Akten ammluug erschienen wäre, und die rührte sich nicht vom Fleck.

Meine Ungeduld mar unbeschreib­lich. Tie Aera der EntlÄllungen und Recht- settlgunaen hatte begonnen. Endlich im Septem­ber erfuhr ich, daß die Regierung die Aken heraus- (F'brn wolle und z«var sollten die Herren Graf Mmt^'las und Pwfessor Schütting als. Heraus­geber meiner Sammlung fungieren. Tie Regie­rung batte den mir am 4. Januar erteilen Aufttxrg jurürfgejwn, nicht nur, ofrie mir irgendw'läx Gründe dafür anzugeben, sondern ohne mich auch rair davon zu verständigen."

Kautsky legt ein sehr schlechtes Zeugnis für sich selber ab. Er war empfindlich berührt und wartete dann wieder, wie er sagt,mit größter Ungeduld" auf die Veröffentlichung. Charakteristisch sind seine Schlußsätze der Ver- iiffcntlichung:

,9?id)t eine Mirrute länger als notwendig, will sch zögern, um mttyuteilen, ivas ich aus meiner Arbeit an den Akten gelernt, einer Arbeit, die ich nicht für den Untersuchungsausschuß leistete, son­dern für das deutsche Volk, für die Völker der Welt. Ich sehe in dieser Veröffentlichung nicht einen Verswh gegen die guten Sitten ober gar ein gutes Geschäft, wie uiimriert wurde, sondern ein­fach die Erfüllung einer Pflicht. Ich urteile dabei allerdings nicht uls Bureaickrat und Angestellter des Auswärtigen Amts, sondern als Rchmblikann: Itrtb internationaler Sozialist."

Kautsky hatte sich über denMangel an Achtung vor geistiger Arbeit" beklagt, den die Regierung bewiesen habe, als sie den Auf- traa vom Januar zurückzog. Er war also wohl ein bißchen in Kampfstimmung, wollte sich vielleicht auch ein bißchen entsttiädigen, ob geistig oder materiell, bleibe dahingestellt. Was ging ihn auch diese Regierung an! Und was scherte ihn das Interesse des deut­schen Vaterlandes! War er doch schon nach Revolutionsausbruch im Gegensatz zu den an­deren Volksbeauftragten der Ansicht gewesen, daß man gleich die Akten veröffentlichen Solle, um Kapital für die Schuld der rüheren Regierung herauszuschlagen. Er »andelteals Republikaner und inter­nationaler Sozialist". Kann man offener und deutlicher bekunden, daß man für das beson­dere Interesse Deutschlands in dem großen, noch nicht abgeschlossenen geistigen Wettkampf nicht das geringste übrig hat?

Die neue Note der Lnlente.

Paris, 8. Dez. (Wolfs.) TasPetit Journal" hält es für sehr wahrsdstinllch, baß Dutasw heute abend persönlich die Note anTeutfch- lanb Freiforrn von Lersner übergeben roerbe. Tas Blatt fügt hi.izu, daß die al. iteilen 3ieiji.» rungen Deutsch and auiforbern, sick formell zu verpslichten, unrerzüglick caS Protokoll zu unter zeichnen und technische Experten zu schicken, um die Modalitäten der Ausführung des Vertrages sestzusetzen. Die Note Der a igt von Deutschland Unterzeichnung ohne Diskussion. .Sie schließt bk Möglichkeit neuer Verhandlungen aus. Die 5b)m= plifationcn, die Deutschland im Weigerungsfälle broben, sind dem Blatte zu'o'ge folgenschwer. Es handelt sich nicht um die Belegung einer Stadt ober eines begrenzten Gebietes, sondern um die Aushebung des Waf.ensti lswndes nach dreitägiger Vormizeige. TaiaiL ergt t sich die 9iün'Jel;r -um Kriegszustand mit voller Aktionsfreiheit unserer militärischen Führer sowie die automatifdie Wie­derherstellung der Blockade. Das Blatt schließt, daß die Berliner Politiker die Gefahren erkennen und bcmentfpredienb beschließen werden.

DerPetit P a r i f i e n" bestätigt die Ver­mutungen desPetit Journal", hält es aber für wenig wahrscheinlich, daß die Note heute über­geben werden wird. Die Schärfe dieser Note Icheinl formell und materiell beträchtliche Mil­derungen er'ahren zu haben. Sv dürften die im Zusatzprotokoll enthaltenen militärischen Sanktio­nen au gegeben werden, lieber die Wiedergut­machung der durch die Zerstörung der Schisse in Scara Flow verursach en Nach d e eien Mc* daliläten im Sinne eines Vergleiches gezogen worden. Die Absicht, die dieser Forderung $u> giunbe liegt, ist dem B.atte zufolge augenschenu- lich: man will Teutichland bie Zustimmung, die man von ihm verlangt, erleid) ern, aber zu gldd.ec Zeit kann kein Zweifel darüber bestehen, baß sein Wiberstreben m Zukunft dadurch crmuLgt werde. Die Tatsache, daß der Vertreter einer Großmacht (es handelt sich nicht um Amerika) den Entwurf nicht unterzeichnen zu können glaubt, obwohl er bevollmächtigt ist, bevor er feiner Re­gierung Bericht erstattet hatte, läßt auf Ver- i»gerungen sdstießen, von denen Gebrauch zu machen der Feind nicht verfehlen wird.

Chicago Tril-une" schr.ibt: Was den Ersatz der i riiärttn Schi fr von scopa Flow betrifft, fv werde es Teutichland in Berüllichiigung fd.ter roirtf<i>jf;Iid>cn Leo^nSirottveui.igk i:en gestattet werden, läl/rlich lleine 2ennage(i.'Krungeii zu lei­sten, anstatt die ganzen 40J OOJ Tonnen sofort zu liefern. Nur in der Ablehnung des deutsck)en Dor- tola-Fd, die Frage der Berantwottlichk tt für die V. rßmkung der Scapa-Fkow-sZlotte dem Schieds- glicht in Haag zu übcrnxiien, bleibe der Fünfer- rot fest.

tlbreife der amerikanischen Delegation aus Parts.

Paris, 8. Tez. (WTB.) Die Mreise der amentanifchen Fri-edensdelegolion ist nun be­schlossen. WiePetit Journal" undEcho de Paris" versichern, hat das Sta.i.sdeparlemmt Polk und seine Kollegen beauftragt, sich kommen­den Mittwoch nach Neimod einzusdstsfen. Mm glaubt in hefigen Kreisen, daß durch die Abreise der omeriLmischen FiiedcnÄxlegolion der F ü n - ferrat als aufgelöst zu betrachten sei und daß in absehbarer Zeit an seine Stelle eine Bo t- schasterlonferenz treten werde. Ter Friede mit Ungarn wird jedenfalls noch von dem Füufer- vat. Ixt inzwischen ein Viererrat geworden sein wird, erlebigt.

Paris, 8. Tez. (WTB) WieChicago Tri­büne" aus Washington meldet, brach e das Mit­glied des Repros n'anttichaus's, Tinkharn, eine .Bill ein, durch die das Zieprasentantmchaus er­klären soll, daß sich Amerika mit Deutschland im Fr iedenzustand befinde. Tinkharn ließ befanntgeben, daß er im Einverständnis mit ben Republikanern des Senats bandelt.

Eröffnung ter französischen Kammer.

Paris, 8. Dez. (WTB.) Havas. Bei über» füllten Tribünen und vottbesetztern Hause wurde heute die Kammer eröffnet. Unter tosendem Beifall verlas Präsident Siegfried seine im Namen der elsaß-lothringischen Abge­ordneten verfaßte Rede. Eine überwältigende Kundgebung wurde Giemen ceau bei feiner Rede zueitll Sibert Thomas verlas dann ;um Sckiluß eine Erklärung, nach welcher die soziali­stische Partei Elsaß-Lothrinaens entschlossen und vorl»ehalllos in die französische Einheit eintrete. Nach dieser Erklärung wurde die Sitzung ge­schlossen. Die nächste Sitzung soll am 17. Fcbr. 1920 stattsinden.

Mtnistererklärnng im engl. Nnterhanfe.

Lo n d o n , 9. Dez. (WTB.) Reuter. Unter» hauS. In Beantwortung einer Ausrage sagte Sonar Law, daß zur Zeit zwisck)en den alli­ierten Regierungen und der deutschen Regierung Verhandlungen über die sofortige Ratifikation des Friedeirsverträges stattsinden. Es ist kaum daran zu zweiscln, daß diese Verhandlungen zu einem befriedigenden Ergebnis führen roerben.

Loro Vrey

Rotterdam, 8. Tez. LautNieuwe Rvt- terdamsche Eouvant" meldet der WaslKngaoner Kor-

refponbent berNew Port Timest, daß Lorb Grey wahrfck^inlich demnächst das Amt des bri­tischen Botjchaslers in Was hingtvn niebcrlegcn tvtrb.

Die Ausnahme deutscher Kinder in Schweden.

Stockholm, 8. Dez. (WTB.) Der nordische M u s i k e r b u n b hat beschlos­sen, in allen größeren Städten Schwedens zu­gunsten deukscl)er und östcrreichiscl)er Kinder Orchcsteraufführungen zu veranstalten. Die Presse begrüßt das Unternehmen mit freunb- lül-en Worten unb stellt einen ansehnlicl-cn Erfolg in Aussicht.

2lit» dem Neiche.

Eine drl) it iche Reich Polizei?

Berlin, 9. Dez. Gestern hielt ber Ver­band der Polizeibeamten Preußens in Ber­lin einen außerordentlichen Verbandstag ab. Es wurde mit großer Mehrheit eine Ent­schließung angenommen, die Schaffung einer einheitlichen Reicl)spolizci unb eines Reichs- ressortministeriums für das Polizeüvesen zu fordern.

Die parlamentarischen Mihnachtcf?r-/en.

Berlin, 9. Dez. Wie dieVoss. Ztg." berichtet, sollen die W e i h n a st t s f e r i e n lcbigtich um drei Tage verlängert weroen. Sie sollen bereits am 20. Dezember beginnen.

Abermalige Cinsch ä karg v s P.rs'.ncn-

/v? Verkehrs.

/^Karlsruhe, 8. Tez. ,(Dolfs.) Wegen un- iurtidxmber Zufuhr von Eisenbahnbetriebskohlen ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß binnen kurzem abermals eine weitere Einschränkung im Personenverkehr auf den badischen Bahnen Dorgeiiommen werden muß, damit ber für bie Be- bürrmife des Landes unbedingt notwendige Güterverkehr wenigstens in beschränktem Umfang aufrecht erhalten werden kann. Bei den maßgebenden Stellen find bereits dringende Vor- stellungeii wegen besserer Veriorgung der ba­dischen Staatsbahnen mit Kohlen erhoben worden.

Wtmirteffrdf in Osnabrück.

0 § n a b r ü d , 8. Dez. (WTB.) Die Ho­tels unb Gastwirtschaften stellten als Protest gegen polizeiliche Maßnahmen, wie Besd)lagnahuie von Vo.räten, die lleber- wachung und Kontrolle der Küd-en und wei­tere nod) in Aussicht gestellte versdurfte Maßnahmen, heute dormittag den Betrieb e i n. Die Angestellten erklärten sich mit den Unternehniern solidarisch.

Ein drinzend^r Wunsch öes Ta")ar- geroerbes an die Hat onalversammiung.

Bremen, 6. Dez. (WTB.) Der heute tret tagende Bertraueusaussdiuß für das b e u t f d) e Tabakgewerbe richtete an bie Deutsche Na- tionolDerfammlung nachstel>endes Telegramm:

Der A>ertrauensaussd) als Bert etung des beutfdien Tobiiigewerles etachet es als sdne uu- alnveisbare Pflicht, nachdem a le bisl.e igen Vor­stellungen erfolglos g bl eben sind, den Wirtschafts­ausschuß der Naticnalocrsammlung aus die unhcch- baren Zustände und die drohmden V.falweii Hin­zumeisen, welche die unterschied ichen Zollverhält- nisse im besetzten und unbesetzten Gebitt herauf- bc'schwören Ein Manion Roh alxiT toitct infolge des Goldzollcs im unbesetzten Gebiet allein an Zoll drei mal hincherttaufend Mark mehr, als im be­setzten Gebiet. Dies bedeutet einen mierreichbaren Dorsprung ber linksrheinischen Herste ter. Ab­gesehen davon, haß diese auch durch das Nicht- bestehen der Kvntingenw.'runa im besetzten Geliet und durch den schon lange vorgenommenen Ei lauf gegen Barzahlung ganz enorm b vorzugt werden Die Ungleichheit in dem vorliegenden Umfange züchtet geradezu die Schvarzsabrikation, den Sckleichixmdel unb das Sch'ebertum, gegen die jeder Kampf un'er dem Fottbestohen der heutigen Zustmrdc vergeblich ist Tic rechesrhinifchen Her­steller beginnen in großem'Moßc Tabakssendungen nur zu Berzollungszwecken nach dem llnksrld chen Gebiet zu versenden, wodurch die ttastlosen Ver­kehrsverhältnisse noch mehr dem Abgrund nab* ge­bracht werden. Au Herd m wirb lei ben fo t es'tzten Bezügen von Rohmaterial über das bes hte Gkbict jeglicher ReichsdnsulLralMen h nfällig Tie rechts­rheinische legitime Fabdkation mit allen im ehr­lichen Streben begriffenen Eristenzen erliegt d->r Erdwsselung. Die Lage spitzt sich auf das Schärfste zu. Das rechtsrheinische Taoakgcmerbe ist in größter Erregung. Äe Gefahr für die in Kürze erfolgenden umfangreichen Arbeiterentlassungen wird äußerst brobenb. Ter beute tn Bremen zusammengetretenr' Verttauensausschuß des beniid)en Tabakgewerbes muß daher die Nationalversammlung anrufen, da er von dieser berufenen Vertretung des deutschen BvlkeS voraussetzt, daß sie durch weitere Ver­zögerung ber Aufhebimg des Gold^o'les bi» Ver­nich img des ganzen Gewerbes I diglich aus Frnauz- grlorden nicht bclllgen nncd. Der Vertiauensaus-

schuß fordert allerdringrndst, bie Goldzolll«-cch- inaig für Rohtabak unvcrzüglid; au stieben zu lassen. Umgehende zustimmende Drahtnachricht an den Der trauen sausschnß in Bremen wird erbeten, um das T. ba grwerbe b r. h c,cn zu kann n.

Berlin, 9. Tez. DemBerliner Tageblatt" wird aus Hamburg gern.bet: Seit 1914 sind die ersten direkten Tabakzufuhren aus den überseeischen PMduk.wnsläudern in Hamburg fingetrjfien, barunter 13 000 Ballen Brafil-Talxrk. Weitere 8000 Ballen Brasil-Tabak ivccben noch in diesem Monat erwartet.

Line Unterredung mit Zcheldemann.

ImEch o de Paris" bevidjtet Charles Boiineson über eine Unterredung, die er in Berlin mit Herrn-cidemann gehabt habe, u. a. folgendes:

Ich habe Sd^idemann zwei Fragen vvrgelegt, die Frankrdch am meisten berühren: Was denken Sie übet die zukünfigen Bezi Hungen zwischen Frankreich und Deut chland? lieber roc dy Mittel verfügen Sie, um die Reaktion zu beliegen? Tie Beziehungen sind, so antmoitde nie Herr Scheidemann, in diesem Augenblick gespannt. (Er berührte dann kurz die Frage dec ^Kriegs­gefangenen.) Die Lage ist bedauerlich: sie ist nichit unabänderlich. Sie wird die Zukunft nicht bedn- flufsen. Ich glaube, daß zwischen den beiden sttevu- bliken die Bezi.hungen normal unb dann freunb- schaftk^h werden * Sie sind der Mdnung, baß Deutsckland denFriebensvertrag au S füh­ren f.atn unb iid? Sickierl.ch Teutfchland soll es, weil es un erzeichnct hat. Je>-s Volk muß seiner Unterschrift Eine madjen. Hob n Sie nickst ben Vertrag für undurchführbar gelxilttn? Sind Sie nicht lieber zurückgetreten, als daß Sie ihn annahmen? Un re Lage war tragisch Wir er* hiellen Keulenschläge über Keulensch äg '. Ich batte Rein gesagt. Ich habe mir nicht widersprech n wol­len. Ich glaube, daß ein Staatsmann in solchen Augenblicken nicht M inuna wechseln soll Aber seitdenl ist eine neue Tatsache cingctretcn Mit Zn* frimmung der Nattonaloersammlung halten bie Minister der Repub ik diesen $ er trag aneionommen. Als Wirllichkeitsvoliiiker trage ich dieser Tat lache Recknrung und jiefje daraus die notwenti^'n Folgo- rungen. Ich bin für meinen Tdl entichlosien, mit allen Kräften im Sinne der Durckfülstung des Vertrages mitzuarbeiten. In den Girnzen des Möglichen? fragte ich ein wnig boSlxiit. indem ich an die Redensart dachte, die icber Deutsch' mir täglich vorletzt. Ohne geb imen Vorbehalt. Wir müisen olles tun, um Wort zu holien. Sie twruen bie als schulbig bezeichnetem Offiziere ausliefern? Das ist beson­ders fort. Stellen Sie sich vor, baß wir sie selbst stslnchmen mOffen, um sie Ihnen auSzuliefern. Tas ist ein läßlicher Gedanke. Nichts stößt uns mefTt ab. Aber wir haben untereidjnet. Aber werden Sie nicht von den Monard)islen hinwig- cefegt nxt'l^n? -t- Wie sollten sie das madyn? Sie sind in ber Minderheit._ Sind die Offiziere der Reichswehr nicht anttcepubliknnifch? Haben Sie nicht nach 50 Jahren Republik monar- dnfcke Offiziere? Wie sollten wir deren nach 50 Wochm nicht auch haben? Gel/orchen ihnen i i.- Mannschaf en nicht hlindlings?. Nein. Wenn sie sich gegen die Regierung ber Republik erhöben, würde bie große Mehrhett ber Soldaten ihnen nicht feigst. Ich fo.be sehr aufgeregte Stund» cebungen wr dem Ndchstay an dem Hindenburg- tag gefeUm. Tiefe Zurufe galten dem General, nicht dem Monarchisten. Hallen Sie eine Wie* bertebr von der Insel Elba für möglich? Eine Rückkehr des Kaisers und des Kronprinzen? Man würde ihnen die Knochen zerschlagen! (On trur casseroit les reins.) Sie werixn es nicht wagen. Auch nickt an oer Spitze einiger tausend Truppen? Wo soll len sie diese finden? Selbst wenn sie sie fänden, könnten sie sie nicht nach Ber­lin führen: es würde weder Lokomotivfül-rer, noch Heizer, noch Weichensteller geben, um die Loko­motiven zu leiten. Tas ganze Doll würde bebend in den allgemeinen Ausstand treten, ofpte Ein­schränkung. Es würdri l in Wasser, kein Gas, k.inen elektrischen Strom mehr geben. Tas ganze Leben würde unterbrochen fein; denn unser Voll haßt die, die es ins Verderben geführt haben. Ich fobe in einer Volks Versammlung die gegenteilige Meinung aussprechen hören. Tas der Waffen be­raubte Doll würde nicht kämpfen. Aeußcrungen eines aufgeregten Spattakiden! Trotzdem ich übri­gens durchaus den Ernst der Gefahr leugne, erkenne ich an, daß eS in der letzten Zeit eine nativ nalistische Bewegung ggegeben fot. Und wir treffen untre Vorkehrungen. Wir haben zunächst einen republikanischen Führerbund gegründet und ihm die moralische und finanzielle Unterstützung ber Partei gesichert. Mit dner solchen Stütze, wer wäre imstande, gegen uns zu kämpfen? Jeber Offizier der sich zu unangebrachten Kundgebungen herbeiläßt, wird entlassen! Schließlich haben wir beschlossen, in die Einwohnerwehr einzudringen. Bis jetzt haben sich in Berlin und in andern! großen Städten die Arbeiter von dieser Bürger­garde ferngehalten. Sie müssen eintteten und sie müssen sie beherrschen. Sehen Sie, das Blatt, das man mir eben bringt, enthält den Aufruf der Partei, der sie dazu auffordert. In Olden-

WH

Deutsche Spar-Prämienanleihe 1919

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