Ausgabe 
9.7.1919
 
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Mittwoch, 9. )uli 1919

Erster Blatt

169. Jahrgang

lg.

unproduktiven

MK.

2. Ungelernt« A rbe iter

3. Ungelernte Arbeiterinnen

MK.

in.

ieii.

unter 19 Jahren von 19-21 Jahren von 21-24 Jahren über 24 Jahren

unter 19 Jahren von 19-21 Jahren von 21 -24 Jahren über 24 Jahren

6600

7200

7800

8400

unter 19 Jahren von 19-21 Jahren von 21-24 Jahren über 24 Jahren

1200

4800

5400

6000

6840

7440

8040

Jahres, verdienst

zur die

iskommissür. zsral.

erfe<n>t

2.85

3.10

3.35

Stunbcn. lohn 1.75 MK.

2.00 225 2.50

Ta,es. loh» 14 MK.

16 18 , 20 v

fifoinmififir.

VmiWii, dic die SBetei» uiiidsliicke gellend modwn i 1919, öorniittdflJ : Bürgermeisterei Ober

Heu und müssen angeben, bezeüimenden Grundstncle kWr alten Parzelle die die in diesem Termin en keinen Anspruch aus

gemeinen den Ausführungen des Ministers zu und gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß die Streiks und Unruhen im Lande nicht ohne Zusammenhang und ohne zentrale Leitung entständen. Der sozialdemokratische Vertreter vermißte in der Erklärung des Ministers eine Mitteilung über die Ausgestaltung des Mitte stimmungsrcchts der Arbeiter und Angestell ten. Ohne dieses werde keine Ruhe und Ord irung kommen.

Der Vertreter der Demokraten wie aus Flugblättern und Sitzungen der Kommu nisten und der Unabhängigen nach, daß poli tische Motive, namentlich das Streben nach dem Sturz der Regierung, tatsächlich mit eine Ursache der Streiks seien.

Der Minister erklärte, er habe es nicl-t für nötig gehalten, seinen Standpunkt in der Frage des M i t b e st i m m u n g s - rechts noch einmal darzulegen. Die Frage der Betriebsräte werde recht bald von der Na­tionalversammlung erledigt werden, und er sei fest entschlossen, in vertrauensvoller Zusam­menarbeit mit den Vertrelern der Arbeiter und Beamten die Demokratisierung der Verwaltung durchzusühren. Gewiß eien viele aus wirtschaftlick)en Gründen in den Streik getreten, aber es fehlten doch nicht die politrcten Motive. Der Frankfurter Streik sei angeblich wirtschaftlicher Art genasen. Dabei sei weder vor deut Ausbruch nori) während des Streiks der Versuch gemocht worden, mit den zuständigen Instanzen über die angeblichen Forderungen zu verhandeln. Man habe den Betrieb stillgelegt ohne jede Rücksicht auf das allgemeine Wohl. Allerdings habe man Dor der Entente Halt gemacht, indcin man die für diese bestimmten Züge fahren ließ.

22.80

24.80

26.80

ber iu m.tir

Jtab btt hilibrjchlag- 11 bereit m-5u ririjtfn.

chistisches ^mplott entdeckt haben, das die Be- sck-affung von Waffen und Munition ' Durchführung eines Handstreiches auf öfjcntUdKn Gebäude zum Zwecke hatte.

burdwud nichit aus dem Wege gehen zu wollen. Ter Wunsch aus Zurüchiclmng fei aus Zweck» mößigteitsgründen entsprungen. Es könnte dadurch viel Zeit genroitncn werden zur Erfüllung der noch zu losenden schoercn Ausgaben.

Ein Kongreß der Lazarcttinsasseu.

Hamburg, 8. Juli. (Wolff.) Das Korps Lcttow-Vorbeck teilt nut: Der zum 12. Juli nach hier einbcrufene Kongreß derLazarettinsassenDeutschlauds findet wegen des Belagerungszustandes nicht statt.

erzechiissc.

irei-Bswrbnnng "bcr dcn Kreis Gießen erntWetei« en wir erneut daraus^ Mr getöteten bei VM «"gedwhten stttte T npchl vollzogener IW teil' Behörde entiprtdxni'*

»miahme von Bnzetgeu s. die i.afle<>nummer »t-J zum Nachmittag vorher lchnejedeVerbmbiichkeN puh für 1 mm HStze für Anzeigen v.34mmüre,le örtlich 15 Vf , aus»värt4 18 Bi., Wr iKeflflme- anzeigen von 70 mm vreuc 48 '13 L Bei Platz- vvvtchrui20', Aufschlag. Hauotschritleiler: Aug. lpoeu. Berantwortlich für Politik: Aua. Woefi. für den übrigen xeifc Dr. Rcmbold Zenz; für den Anzetgenuü: H. Beck; sämtlich ui Bietzen

g.

Trainrgen.

Grundstücken j» ^[ur uj > >o>vle ber HDmmifibii-3 > Js. über die feriifr holten liegen in der ! offen, und ztm Qcrmtiiterei .övlzheim, rgermeiiterci Grüningen rgcrnteifterci Tvrs'Wl.' ciöung des WschbisseS einer der obengenannten

Arzberger mrt dem Hinweis auf vielfachen uxus, der in emporgekommenen finanzkräf- igen Klassen sich breit mache, empfahl. Dann aber redete er auch der Mehrheit der 'te'itzlvsen ins Gewissen. Keine

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I

Die bei dem letzten Streik ausgestellten Forderungen der Eisenbahner ge­mäß den Beschlüssen der Lohnkom- mifsion waren:

1. Handwerker

för ®r8,6f M-Ä '<&?&

naiver sammlung bildete sich heute in Heber» einstimnnmg mit den Fraktionen. In der Ans- svrache einigte man sich, zunLck.st btc Frage der Teuerungszulage für Beamte und Lehrer durckitzuspvechen und sooann die Rätefrage und das Mitbeslimmungsrecht der Beamten in den Be­trieben und in den Verwaltungen näher zu er­örtern. Bei Besprechung des ersten Punktes stellte sich die Mehrzahl der Redner auf dcn Standpunkt, daß eine eiirmalige Teuerungszulage das Gegebene sei, für deren Verteilung nicht drei, sondern nur zwei Teuerungsbezirke geschaffen werden sollen. Tie Regierung soll gebeten werden, Vertreter der einzelnen Ressorts zur nächsten Sitzung zu entsen­den. Angeschnitten wurde auch die Frage des Aus­stiegs befähigter unterer Beamten und Arbeiter m höhere Beamtenstellen. Vom Abg. A r l c ko t t er (Ztr.) und Delius (Dem! wurde angeregt, tm Hinblick auf die Bildung des 21gliedrigen interfrak­tionellen Ausschusses, in dem die Beamten fragens eine eingehende .Erörterung fürden könncm, die eingereichten Beamtenintervellationen zurückzuzte^ ten. Abg. Deglerk (D.-N.) glaubt, diesem Wunsche nicht entsprechen tzu können, es müßten vor aller Oesfentlichkeit die Beamtenverhclltnisse einmal

vir $rage der Aurlieferung des Maliers.

Amsterdam, 8. Juli. (Wolff.) Laut .Ml- gemsen Handelsblad" schreibtManchester Guar­dian": Ein gerickitliches VerstÜTren gegen den Kaiser würde ihn nur zum Märtyrer machen und ihn der Vergessenheit entreißen. Ter Ge­richtshof, den man einsetzen wollte, werde kein Vertrauen einflößen, fern Urteil keinen Respekt erzeugen, wälTrend durch das Schüren gegenseiii gen Hasses die Rückkehr zu ersprießlicheren Verhält­nissen verzögert würde. Das Beste wäre, wenn die niederländische Regierung, wie zu erwarten, sich weigerte, dem Truck oon außen nachzugeben.

Westminster Gazette"" schreibt:Ter Kaiser und der Kronprinz halten sich als Fremde in einem neutralen Staate auf und hoben die Freiheit, absurden, wenn sie ed wünschen. Hol­land iuar jachrchmdcrtelang zahllosen Flüchtlin­gen jeder Nationalität eine Zustuchtsstätte. Tiefes Asylrecht fei durch, die Geschichte geheiligt. Hol­land werde die schlreßliche Entscheidung in Ueber- einstimmung mit seinen Pflichten als unabhän­giger Staat, mit seiner nationalen Ehre und Würde

auftreten wollten, würde es idjroer möglich lein, gegen Holland oorzugeten, ohne sich der Beschul­digung der Tyrannei auszusetzen.

Ein politischer Mitarbeiter des radikalen J5tar" schreibt, um Öen Kaiser in die Hände zu bekommen, würde es notwendig fein, auf Holland einen Zwang anszuüüen, damit es ihn ausliesere. Es sei uiibenfbar, daß dic Königin der Niederlande nrit ihrem deutschen Prinzgemahl den Kaiser aus­liesere, wenn |ic nicht geznmngen werde. Der Völkerbund würde also damit beginnen müssen, in denkbar brastiicher Weise die Unabbängigfcit der kleinen Völter zu Dcrlei>en. Wir mürben nicht im Krieg, sondern in FriÄxMs-eiten begiraien, Hol­land zur Ausliescrurtg des Kaisers , zu zwingen. Hierauf würden nxr ihn vor einen Gerichtshof brin­gen, den anznerkennen er absolut sich weigern würde. Was würben nrir und bet Welt gesagt haben, wenn die Mittelurächtc gesiegt und die Fürsten und Staatsmänner der Entente vor eine von den Mit­telmächten ernannte geriÄlich.' Kommifsion ge- bradjt haben würden. Welches Recht hat der Völ­kerbund, ben Trüberen Herrscher eines souveränen Staates, der kern Mitglied des Bundes ist, für ein Vergehen gerichtlich zu befangen, die begangen wur­den, ehe der Völkerbund existierte?

Die Nuruhcu in Italien.

Bern, 8. Juli. (Wolff.) D ie italieni­schen Dekrete über die Herabsetzung dec Le­bensmittel haben den erwarteten Erfolg nicht gehabt. Nach den kurzen Zeitungsberichten wiederholten sich die Ereignisse der letzten Tage an vielen Orten. Ruhe herrschte nur in den Städten, wo genügend starke Besatzungen vorhanden sind. An vielen Orten wurde aufs neue der G e n e r a l st r e i k erklärt. Die Un­ruhen zeigen überall die typische Form: Plün­derungen auf breitester Basis und Zusammen­stöße mit der bewaffneten Macht. In G en u a stürmte die Menge das Polizeigebäudc, wobei eine Person getötet und dreißig Personen ver­wundet wurden. In N e a p e l ruht der Hafen­betrieb. Auch hier wie in E ck t a n i a, Bari und Toronto wurden zahlreiche Geschäfte

Fragen Kurse veranstaltet werden. Das Programm der ersten Kurse wird selbstverständlich zu ergänzen sein. Wir steuern hin aut dienende Kunst. Ich or­derte jahrelang im Sinne Grundwigs, dckl Herr Lenhart zitiert hat. Dieser Mann war ein Gegner des Bekenntnis Nvanges. Ich unter sch ide mich von. ihm nicht in feiner religiösen Stellung, sondern in seiner nationalen, berat er hat ben bänijdjen Chauvinismus von 1864 in das Bolkshvchschul- Wesen hineingearbeitet. Wir wollen uns ben Blick frei halten auch für bie Kultur unserer Nachbarn, Der Worwurs ber Ueberfütterwig trifft nicht zu. Am Nachmittag wurde nur ber Stoff des Vormittags in fofratifakr Weife verarbeitet. Die Leute sollen erlernten lernen, daß geistige Arbeit schwere Ar­beit ist. Die Teilnehmer an diesen Kursen fmi> ihrem Berufe nicht entfremdet worden. Wir wollen aus der bloßen lernenden Wissensschule l-crauS- kommcn. Was hier Herr Kollege Lenhart Jagte, hat er mir aus dem Herzen gesprochen. Auch wir streben bie Charakterbildung an. Das unselige Be­rechtigen gSwesen hat zu dieser materiellen Ziel­setzung, Stirn Strebertum erzogen. Wir wollen bie Erziehungsschule. Auch an meiner Tefon wracke eine sehr scharfe Kritik g-eübt, meine Aeußerungen audio freideutsche Jugend und an die Lehrer von Dieburg löst sich sehr einfach,' ich t-abe hei beiden Gelegen­heiten dasselbe über Freiheit und Autorität gesagt. Wir haben in ber Ernennung bes Rektors in Die-, bürg allerdings keine glückliche Hand gehabt. Wir erfuhren es erst nach seiner Ernennung, daß er, ob­wohl Katholik, evangelische Kinbererzrebung hatte, und ich muß mit ber Stimmung ber Bevölkerung als einer gegebenen Sache rechnen. Ich habe ben Kollegen in Dieburg gesagt, baß wir bei ber nächsten Gelegenheit eine Veränderung eint re; n lassen würden, baß wir barüber sind, bie b'rahl ber Rekwren burch bie >dollegieit ber höheren Schulen in die Schulversassung auszuttehmen. Wir lmben allen Schulkollegien (Gelegenheit gegeben, sich dazu zu äußern. Die Hetze in ber Dieburger Provinzialzeitung wurde von einem Herrn dvk Zentrums selber als ungezogen bezeichnet. Die jugendlichen Autoren ber -^chülerzeitichristNeu^ licht"" schickten mir ihr Blatt zu, ob das Lanbes- bildungsam" sie vor einer Maßregelung durch ihre Schub- zu, schützen gedenke. Ich habe tbnert

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Ausgabenk Der Abbau der Arbeitslosenunter- sützuug muß ins Auge gefaßt werden. Der Ykenfd) sei zur Arbeit gekoren, wie der Vogel

Flug, das sei auch sein persönliches Le- be«sprin.5ip.

Wir hörten, alles in allem, aus der Rede mchr den großen Puanzmann, sondern den grschickren Macher, den ehrgeizen, unstreitig auch vielseitigen und fleißigen Propagan- pirteiL «Seine gehässigeu Ang riffe auf den ehe- tuiuligen Schatzsekretär Dr. Helfferich hätte er ksich Klienten können; was daran etwa berech- ' tizjt war, gehörte an einen anderen Platz, durfte bei einer anderen Gelegenheit gesagt werden.

In noch etwas unklaren Andeutungen erging sich Erzberger über das notwendige treue System der Steueroickmung.Die Ge- ntcinfainfeit der Interessen von Reich, Glied­staaten und Gemeinden wird es mit sich bringen, daß es künftige Steuerinseln in Deutschland nicht mehr geben wird"". Ein etwas banausig zusammeugebackenxr Satz. Erzberger meint, es müsse überallhin eine gleichmäßige Berteiluua der Steuerlasten er­wirkt werden und darin hat er ja frei­lich recht.

Stunden» Tafle»- Jahres-

laha tahn verdienst

2.60 MK. 20.80 MK. 6240 MK.

Stunden» Ta«es» ä>f,H

2.75 MK. 22 MK.

3.00 24

3.25 26

3.50 28

Mu» dsnr Reichs.

Die neuen Finan^läne.

B e r l i n, 8. Juli. (Priv.-Tel.) Wie das B. T." aus Weimar erfährt, befindet sich unter den Finanzprojekten auch eine Erhöhung der Eisenbahntarife für Personen und Güter, die als Neichsabgabe erhoben wer­den soll, bis die Reichscisenbahn verwirk­licht ist.

Eine deutsch-nationale Anftage.

Weimar, 8. Juli. Eine Reite deutsch-na­tionaler Abgeordneter, darunter Traub und Mumm, haben folgende kleine Anfrage in der Nationalversammlung eingebracht:

In der MonatsschriftDer Jude"" weift Max Wchelbacher darauf hin, daß, nnbemerlt von der großen Oefsentlichkeit, in Scharen jüdische M änner und Frauen aus Nußlanv bei bntd emgewattdert strtd und in den letzten drei Kriegsjahoeit in unserer Volkswirtschaft eine wich­tige Nolle gespielt haben; er nennt die unverbürgte Zister 60 000. Die ganze Materie wurde von den Behörden geheim gehalten. Manche gaben sich als katholisch oder evangelisch aus, ohne an einen Wech­sel des Bekenntnisses zu denken. Eschelbacter nimmt an, die meisten seien zurückgekehri. erwähnt ater, daß bereits neue Zuwanderung beginnt. Wie stellt sich die Reichvleitung zu solcher Eimvanderuna aus dem Osten? Ist es richtig, die Grenze im Osten zu einer Zeit zu öffnen, in der wir völlig unge­nügende Nahrung für unsere deutsche Bevölkerung haben 3mb eine starke Auswanderung Deutscher aus ihrem Vaterlande unausbleiblich erscheint?

Eine Einigung im Beamten ausschuß der Nationalversammlung.

. Weimar 8. Juli ^WÄst.) Ein tnierfraf* tioiceller Beamtenausschuß ber Nativ-

Der LisenbahnmiMer über den Aus­stand und seine folgen.

V^e rlin, 8. Juli. Im Haushaltsaus- ici der Preußischen Landesversammlung führte am Montag der E isen b ah n m in i- ster über die Lage der Eisenbahnange­stellten aus, die Verwaltung werde alles tun, um die Lage der Arbeiter und Beamten iu verbessern. Aus den Beständen der veeresverwattung werden 41 Millionen Mc- jer Kleiderstoffe frei, die besonders kin- terreichcn Familien der Arbeiter und Ange­stellten zugute kommen sollen. Auch bei Sen­kung der Lebensmittelpreise werden die V, iihne von der Verwaltung nur langsam ab- gebaut locrden. Aber diese Linien der Entwick­lung müssen mit eiserner Konsequenz ein ge­ilten werden, kein Streik wird zu einem Ab­zeichen davon führen: denn wenn wir jetzt iricht Ruhe und Ordnung schaffen, steht un- ^re Arbeiterschaft in ganz kurzer Zeit trosd- loscn Zuständen gegenüber. Die Aufhebung der Blockade wird eine Ueberschwemmung Deutschlands mit ausländischen Waren brin- .gen, und da bleibt uns als wichtigste Aufgabe [bie Förderung unserer eigenen Produktion.

einem Versäumnis auf diesem Gebiet in I dc.n nächsten Monaten verlieren wir jede Aus­sicht, wieder in das Weltgeschäft hineinzukom- Mn, ja wir verlieren auch die Herrschaft über ten inneren Markt und müssen dann Men­schen statt Waren exportieren. Unseren Eisen- '«hnern blcibt dann die traurige Aufgabe, die Mr Auswanderung gezwungenen Arbeiter IW) den Häfen zu ^fördern.

Die Vertreter aller bürgerlichen I Partei en stimmten dem Minister zu und I Maten für die Notwendigkeit scharfen Durch- I seifens gegen die Streiks-ein. Der Vertreter I *5 U n abhängigen bestritt das Vorliegen politischer Motive bei den Streiks und machte ' «n Nvskefchen Streikerlaß für das Aufflam- ^en der Streiks verantwortlich. Der sozial- atische Vertreter stiuuute im all-

Man" u»«ren unfSchw^

Gietzenn Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhefsen

3®iIli;igsninö6nKf u. Verlag i vrähl^cht Univ.-Vnch- u. Steiulrudcrei N. lauge. Schriftlrliuug, Seschäftrjtelle u. Drudtrtl; Schulstr. 7.

Derfafiunggebenbe Dolfsfammer der Sreiftaates hesten.

27. Sitzung.

Darmstadt, 8. Juli.

Präsident AdekunL eröffnet um IOV4 Uhr die Sitzung Das Hans sLhn sofort werter in ber Aussprache über die ,

Volkshochschulen.

Präsident des LandeÄnldungsMnts Tr. Strecker: Jch> war überrascht, daß die außer" ordenlliche scharfe Kritik aus den Rechen des Sen-* trums, also einer Regierunsspartei. kam. Wär« das Bild, das ber Herr Redner Don mir zeickmete, richtig, wäre ich allerdings in meinem Amt im-i möglich. Ater ich nehme dic Kritik nicht tragisch. .Herr Abg. Lenhart Ixil zugegeben, daß sich rarsett Programm gut cuchört. Es läßt sich also nur an- nehmen, baß es im§ an dem guten Willen ubcu an den Fälligkeiten sclilt, dieses Programm aus- zusühreic. Tas Landesbildungsvmt ist nicht mit einer nervösen Hast gegründet worben, sondern fid! uns wie rin reifer 2lpfel zu. Ich liate mich seit zwei Jahrzehrrten mit Bolksbildungsftagen beschaff tigt, Herr Hassinger war feit Jahren mit ber Bekämpfung ber Schmüüiteratur befcbäftiyt. Wir tesitzeu also Erfährungai auf diesem (gebiet. Wir wissen incs in UeteteinfLimmung mit ten Grund- tiÜsen, die in der Tagung in Rothaümrg a. d. fest gesetzt wurden, an der auch ber BorvonErS- verein teilnahm. Die Befriste $u rasch oder zu langsam bei Reformen sind fuvjekti« Bearrffe. Wir geben mandjerlci Dinge zu langsam: ». D. die Schulreform, die durch Unsere größten Pädagvgrm längst spruchreif geworden, zu langsam geht mir die Behebung ber Notlage der LechranitsasfefsoreH und Lehramlsreferendare, der Schulverwalter. Ich war froh, daß eS ein .Gebiet gab, wo eS ßernt^ Ressortschmerzen gab, keine Ruckscck/en auf das Reich, das Gebiet ber BolkSlwckM ilen. Die ersten Voltshvchschulkurst gingen nicht von uns aus, son­dern von den Arbeiter- und Aargestell!euverbä.nd«n. Ter Sozialismus ist doch ein zeitgemäßes^ Problem. Daß die Kurse segensreich gewirkt haben, gebt auS ben Aeußerungen ber Teilnehmer l-ervor. Warirm blieben die Herren Interpellanten biefer Feier fern, wo sie Gelegenheit gehabt hätten, mis eigener Anschauung bie Volkshochschulkurse kennen zu lernen ? Die Volkshochschulen sollen selbswerständ- lich nicht bie Kirche, ersetzen, sonhern ergänzen. Sie wendet sich auch cm die breiten Kreise, die nicht niete von den Kirchen erreicht werden. Wir können arc diese Masse nur heran, wenn in ihnen kein Miß­trauen erregt wird, daß sie zu feinen bomnotifdien Glauben vergewaltiat werben sollen. Wir haben felbstverstänblich nichts bagogen, wenn auch ein­mal über religiöse Fragen ober über nationale

m. 157

Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer ronn- und Feiertags.

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postfcheckionts:

ranksnN 0. M. 11686

geplündert und die Schiffe am Ausfahren ge­hindert. In Ro rn kam es zu vereinzelten Tu­multe". Die Polizei wM in Nom ein anar-

Lrzberqer über öa$ Reichs- finünzproblem.

In der gestrigen Sitzung der National- pcrfammlung hat der Reichsf inanzminister cr^bcr^cr eine große, wohlgemute Rede gehalten, rn ber er bie von feilten Vorgängern vorbereiteten Vorlagen dem Volke unterbrei- ;ete und daran achchließend seinenfesten Entschluß"" krmdgab, finanzpolitisch durchzu- «i.eifen. Er stellteentsetzlich"' hohe Steuern in Aussicht, abgesehen' von den bereits er­schienenen neuen Vorlagen, über die wir in ihren Umrissen berichtet haben. Jeder Steuer­zahler muß trqgen, was er nur irgend kann. Also gibt es auch keinen Streit mehr darüber, laß guch indirekte Steuern bevorftehen. In der Hauptsack>e bereitete Erzberger auf zwei muc Steuergesetze vor. auf die große Ver- rwgensabgabe und auf die große Umsatz- jrcuer. Heber die beabsichtigte Höhe des Er­ic ages dieser Steuern verriet er vorläufig rod) nirbts. Er führte der großen Masse des Die er im übrigen durch geschickte 1riffe zu packen wußte, vor Augen, daß >iv Steigen des Arbeitslohnes und das i-ifien des Geldwertes diegrößte Sozia- ijierung" sei, ,chie die Welt kenne". Die 1 .itcu Massen warten, so sagte er weiter, rruer wuch aus das große Opfer der besitzen- en Klassen. Also die Vermögensabgabe, die

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sprechen.""

Ter Korrespondent derDaily News"" hatte eine Unterredung mit dem holländischen Prinzgemahl, worin dieser auf bie Frage, was Holland tun würde, wenn 23 bis 34 Mächte eine 9tote unterzeichneten, in ber die Auslieserimg bes Kaisers verlangt würde, antwortete:Ich weiß nicht, was Lloyd George bezweckt. Teulsch- lmw ui tereichnete das Versprechen, den Kalser zur gerichtlichen Versolgung^ au^utiefem. Wenn Teutschlanb di - Anskteferung verl<nrat, werden tytr verpflichtet sein, dem Ersuchen üaitzugeten." Daily News"' schreibt anschiie^md: Tae Alliierten wurden also die Aufgabe haben, Deutsch­land zu Zwingen, die Auslieferung des Käfters von Holland zu verlangen, um die genest lute Verfolgung durch seine Feintke zu ermöglichen. Tres fei bte gesetzliche Auffassung. Es scheine für bic Alliierten viel einfacher und ehrlicher zu sein, ibre Forderung selbst zu stellen. Wenn sie EU ich einig und anftichtig wären, würde Holland wahr- scteinlich es unmöglich finden, sich zu weigern. Wenn aber, wie es ter Fall zu fein scheine, die Vereinigten Staaten und Japan dem Plwie in5- ^stenfalte^ch<?ch^^'^^lt^^ würde^^oie^For-1 aller Lesfentlichteit ^BWmtenverhÄtnifse einmal I ihre schule zu schützen gedenke. Ich habe ihnett teru tr üiel an S dnbWiL Mnn besprochen werden. Tie Redner der ankeren Par- geantwortet, baß fie, wenn sie Revolutton mache^

Ä «S kräftig »le«, tttetieu, Mmllichm Ausspra^ I wollen, aucL d^ Rcscko übernehmen urckßteu. Nuli