Ausgabe 
7.8.1919
 
Einzelbild herunterladen

Erster Blatt

169. Jahrgang

3mtlltngsrnn66rn<r u. »erlag: vrühl'sche lliiiv.öuch- u. Stcinöruierei R. £ange. Sdjriftleitung, Seschästsstelle u. Drudereh Schulstr. 7.

toarzt

n2~5Uh,

dlngungen für Ungarn

die

Frage der Aalandsinseln gehört.

1

aus

32

Stimmen angenommen.

dem hat über

Vor- klar, Zeit

schwedische Delegation, die durch den schw^n- fd>en Gesandten in Poris vertreten war, über

Uebergabe deutscher Souveränität.

Paris, 6. August. (Wolfs.) Havas. Ter Oberste.Rat der Alliierten hat Montag nach­mittag beschlossen, daß die Chefs der alliierten Militärmissionen der Konferenz, die in Berlin zwischen polnischen und deutschen Vertretern statt­finden wird, um die Uebergabe der Sou­veränität Deutschlands an Polen in den abzutretenden Gcbie'en zu vollziel-en, bei­wohnen sollen. Der Oberste Rat hat sodann die

Eine Sonderkommission der Entente.

Versailles, 6. Aug. (WTB) Der Oberste Rat der Alliierten hat gestern beschlossen, eine Sonderkommission von vier Gene­ralen noch Budapest zu schicken. Die Kommission hat die Aufgabe, die Entwaffnung der Roten Armee vorzunehmen und die Durchführung der Waffenstillstandsbedingungen zu überwachen.

Die Polenfragc.

Berlin, 6. Aug. (Wolff.) Unter Vorsitz des Reichsministerpräsidenten heute, wie wir erfahren, eine Konferenz die Polenfrage begonnen.

Die russischen Kriegsgefangenen.

Amsterdam, 6. Aug. (Wolff.) DemAl- gemeen Handelsblad" zufolge meldet dieTimes" aus Paris: Tie Frage der noch in Deutschland befindlichen Kriegsacsanren'-n. her en Zahl an unge ä) 2)0 0 0 Mann geschätzt wir', bcschäf- tigt )eit einiger Zeit den Obergen Rat Der Allier- ten. Obwohl ihre Rückkehr nach Russland die Armee der Bolschewisten verstärken wird, be- chloß der Oberste Rat, Deutschland mitzuteilen, xrß ihrer Rückkehr in die Heimat nichts mehr in den Weg gelegt werde.

Liquidierung sequestrierter deutscher Werte.

Versailles, 6. Aug. (Wolfs.) Tie fran­zösische Kammer verhlmdelbe gestern über

r'36 Put

aller frtwett bergest. 8»'^ Neseoweg^.'

Italien für Ratifikation.

Mailand, 6. Aug. (Wolff.) DerCor- riere della Sera" berichtet aus Rom, daß die Kommission für die Prüfung der Rati­fikation des Versailler Vertrages nach mehre­ren Sitzungen in langen Aussprachen der Ratifikationzuge stimmt hat. In der Kommission haben sich die Sozialisten der Ratifikation widersetzt, während zwei andere Deputierte, der Nationalist Federzoni und der Katholik Longirwtti, einige Vorbehalte machten.

Nr. 182

Ter Gießener Anzeiger erschein! täglich, außer Sonn und Feiertags.

vezogrprei»: monatl.Mk.I.60, viertel­jährlich Mk. 4.80; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Alk. 1.50; durch diePost Mk. 4.50 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Ferusprech - Anschlüsse: iürdieSchristleitung112 Verlag,GeschästSstellebl Anschritt für Drahtnach­richten: Anzeiger «ie-en.

Postscheckkonto:

Frankfurt a. M. U686

Kohleneinfuhrkommission für Europa.

Paris, 6 .Aug. (Wolff.) Havas. Ter Oberste Rat der Alliierten hörte B-miselos über die grie­chischen Ansprüche auf Thrazien an. Hoover gab einen Bericht über die Kohlenversor­gungsfrage ab. Es wurde beschlossen, eine Kohleneinfuhrkommission für Europa zu schaffen.

Unsere Kohlen.

Annahme von Anzeigen f. Die Lagesnuuuuer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeVerbmdlichkeit Preis für 1 mm höhe für An Zeigen v.34mmBreite ötilidi 15 Pf., auswärts 18 Pf., für Reklame­anzeigen von 70 mm Breite 48 Pf. Bei Platz- vorschrifi20^Auischlag. Hauvtschriitleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenti.il: H. Beck; sämtlich in Gießen

Amsterdam, 6. Aug. (Wolff.) Der Telegraaf" meldet aus Paris: Am 5. August kam die erste Ladung Steinkohlen dem Ruhrgebiet in Frankreich an.

Weimar seien keine genaue Darstellung der Tatsachen. Harmsworth schilderte die gänge im einzelnen und sagte, es sei daß die britische Regierung zu jener keine Angebote gemacht habe.

Ä

rtgeW e mal iu ihm mW trittSgeld »en Mcitr» Iren kann, ole er singt, Men bring», f klein und grob. ° staune, bloh inert eschaukel, wird. W

MK!

en 6. A«W

Der Waffenstillstandsvertrag, den uns die Entente guferlegte, hat bei den Rumänen Schule gemacht. Es wiederholte sich ein ähn­licher militärischer Zusammenbruch lbie wir ihn erlebt haben. Die rote Armee zerstreute sich plötzlich in alle Winde, die Rumänen heimsten billige Lorbeeren ein und besetzten vertragswidrig die .Hauptstadt Budapest. Die Vertreter der ungarischen Regierung suchten am 8. August ein Waffenstillstandsavkommen bei dem rumänischen Obcrckommandanten nacl). Dieses wurde ihnen am 5. August in Form eines Ultimatums überreicht. Es ent­hält u. a. folgende Bestimmungen:

Ungarn hat alles auf dem Gebiet seines Lcmdes befindliche Kriegsmaterial, mit Ausnahme des Materials, das zur Ausrüstung jener be­waffneten Macht notwendig ist, die Ungarn zu erhalten berechtigt sein wird, um im Lande die Ordnung aulrechtzuerhalteit, auszu liefern. Dieses Leer wird einschließlich der Offiziere den Stand von 15 000 Mann unter keiner Bedingung über­schreiten dürfen. Die Organisation, Ergänzung, Ausrüstung und Gruppierung dieser Truppen wird vom rumänischen Oberkommando nachträglich be­stimmt werden. Ferner sind alle ungarischen Fa­briken dem rumänischen Oberkommando zu über- geben, die zur Herstellung von Ausrüstungsgegen- ständen^ und Munition dienen. Die Ausrüstung dieser Fabriken wird durch rumänische Spezialisten unb ungarische Arbeiter zu Gunsten Rumäniens durchgesührt werden. Ungarn hat außerdem die für eine Armee von 300 000 Mann not­wendige Ausrüstung zu liefern. Lln be­weglichem Eisenbahnmaterial, Maschinen und son­stigen Eisenbahnmaterialien hat Ungarn 50 Pro- zmt des in feinem1 Besitz befindlichen Inventars an Rumänien abzuliefern. Ferner sind 200 Tourenautomvbile und 400 Lastautomobile in gutem betriebsfähigem Zustande mit vollständiger Ausrüstung abzuliefern. An Rindern und sonstigen Tieren sind 30 Prozent des Jnventarbestandes ab- iugeben, desgleichen 30 Prozent der in Ungarn befindlichen landwirtschaftlichen Maschinen, weiter 20080 Waggons Getreide, 10 000 Waggons Mais iftvie 5000 Waggons Gerste und Hafer. Ungarn w alle Wasserfahrzeuge zurückzugeben, die dem rumänischen Staate, rumänischen Gesellschaften oder rumänischen Staatsbürgern gehörten, vom Feinde in Rumänien erbeutet wurden und jetzt in den ungarischen Gewässern zu finden sind. UelBt- dies hat Ungarn 50 Prozent der sein Eigentum leidenden Wasserfahrzeuge aller Art abzuliefern, "llle rmnänischen Kriegsgefangenen, Geiseln und [ Deserteure, welcher Nationalität sie auch immer cm gehören, sind herauszugeben.

Wie Ungarn diese Bedingungen erfüllen soll, ist ein Rätsel, zumal, da es bereits am 13. November 1918 ein Waffenstillstandsab­kommen mit der Entente cingegangcn ist, durch das ihm schwere Bedingungen auserlegt wurden. Geht es auf die rumänischen Forde­rungen nicht ein, so drohen die Rumänen ohne Rücksicht auf das Verhältnis zum vorhande­nen Bestände Ungarns alles Material und alle Tiere wegzunehmen, die Rumänien nö­tig hat, um wenigstens zum Teil den Abgang ;u ersetzen, den Rumänien durch Ungarn er­litten hat. Geht Ungarn auf die Forderungen rin, so kann es die Bedingungen der Entente nicht erfüllen.

Aus dieser Zwickmühle hat die ungarische Regierung einen bemerkenswerten Ausweg gefunden: Sie hat die Entscheidung der Frage in die Hände der Entente gelegt, Die dadurch wiederum um eine Sorge reicher geworden ist. Die Weltvert- in Versailles sollen sich mit den neuen Schwierigkeiten abfinden. Ob sie ihrem Willen"'den notwendigen Nachdruck verleihen können? Das einzige, was sie bis­her getan haben, scheint die Entsendung von vier Ententegeneralen nach Budapest zu sein, die die dortige Lage studieren sollen. Man dach gespannt sein, welchen Ausweg die En­tente findet.

Die Lage in Budapest.

Wien, 6 Aug. (Wolff.) Nach einer Korre- vvndenzbureau-Mcldung ans Belgrad stellte die «eneraldirektion der Staatsschul­den den ganzen Zinsen- und Tilgungsd'enst aller kolkriegL- und Kriegsschulden der österreichisch- vngarischcn Monarchie bis zur völkerrechtlichen Regelung der Rechtsfrage ein.

Wien, 6. Aug (Wolff.) Tie Blätter melden d!s Budapest: In Budapest herrscht vollkom­mene Ruhe. Heute früh wurde unter Trommel- Ivulg verkündet, daß innerhalb zweier Stunden Me Waffen abgeliefert werden müßten. Tie Be- wmg wurde vorläufig durch drei Divisionen rot genommen. DieUngarische Post" meldet: über Ausschreitungen des rumäni- lOcit Militärs bewahrheiten sich. Die rumänischen Soldaten verübten in den Vororwn von Budapest «ralttaten und gebrauchten beim geringsten Lmschenfall Schiesstoaffen. In Zügle, einem roi Arbeitern bewohnten Viertel, sperrte rurnäni- l^:es MiOiZr um 8 Uhr abends die Hauptstraße ^Arbeiter, die um diese Zeit aus den Fabriken y ioauit gehen wollten, rourccn nicht durch- FMien. Als einige Arbeiter versuchten, die Haupt- P«8e zu überschreiten, wurden sie durch Gewehr- getötet. Tic Zahl der Toten konnte nicht

Bus dem besetzten Gebiet

Republik Birkeuseld.

Birkenfeld, 6. Aug. (Wolff.) Tie vom Landesausschuß am 9. Juli geniählte Som- in i s s.i o n von vier Mitgliedern bat sich laut Saarbrücker Zeitung" am Montag nach Olden­burg begeben. Drei Laiü)tagsabgeordnete der Provinz haben sich ihr angefd,toi fern. Tie pvovr- svrische 9iegierintg derRepublik Birkenfeld" teilte dem Vorsitzenden des Landesausschlusses mit, daß sie auf "Entsendung von Mitgliedern der tivrläu- figen Regierung nad? Oldeirburgi verzichte, da sie das Vertrauen in die Kommission setze, daß diese die Birkenfelder Interessen voll und ganz ver­treten werde. Sie verlange, daß die später ge­bildete neue Regierung als erste Amtshandlung eine sofortige Amnestie erläßt für sämtliche an der Ausrufung der Republik Birkenfeld direkt oder indirekt beteiligten Personen, sv daß eine straf- rechitlick^e Verfolgung ausgeschlossen wird. Sie teilt ferner mit, daß sie an dem Tage, an dem der Landesausschluß die Neubildung der Regierung vorgenommen habe, ihre von der französischen Militärverwaltung anerkannten Befugnisse in die Hände des Landesausschusses zurücklege und dann ihre Aufgabe als beendet ansehen werde.

DieRhnnrcpublik".

Berlin, 6. Aug. Der Kampf um die Rheinische Republik istMrneut mit aller Schärfe entbrannt. Die Forderung.geht auf sofortige Volksabstimmung. Die Bewegung, die gut organisiert erscheint, geht von Koblenz, Aachen und Köln auf das flache Land über. Auch der bisher ruhige Niederrhein scheint geneigt, sich ihr an­zuschließen. Auch in den Kreisen von Handel und Industrie ist die Stimmung jür den Freistaat.

Die Führer derfreien Pfalz".

Ludwigshafen, 5. Aug. Tie tatsäch­lichen Schürer der Bewegung für einen Pufferstaat P'alz, ihre mit frmHösischem Geld bezahlten Agi­tatoren sind der Schriftleiter des Blattes ,,FrÄ« Platz", E m r i ch, von dem kürzlich berichtet wurde, daß er wegen Geisterkrankheit oam Militär ent­lassen Serben mußte, und ein angeblicher Teutsch» Amerikaner namens Eggersdorf. Ter letztere hat sich kürzlich auch getraut, eine Versammlung in Ludwigshafen unter französischem Schutz ab» zuhalkm, bei der aber die Auswirkungen der geg­nerischen Äußerungen zu einem körperlichen Denkzettel führte, ivie ihn die Putschisten seinerzeit am 1. Juni in Speyer nicht besser bezogen haben. Tas hindert den tapfevrn Mann nicht, in seiner Zeitung zu behaupten, die Vn- sammlung habe einen glänzenden Verlauf genom­men. Aber dieser Eggersdorf ist in der Tat an­dere Erlebnisse gewöhnt. Man hat nämlich jetzt in ihm einen mehrfach vorbestraften, gemeinere Verbrecher festgestellt, der u. a. wegen an Ka­meraden verübten Tiebstahls in die zweite Klasse des Soldatenstandes versetzt wurde, und der auch wegen fonftiger Diebstähle und Betrugs hohe Stra­fen verbüßt hat. Er heißt auch nicht Eggers­dorf, sondern .Ahrens und war bei mehreren spartakistischen Putsche n, so bei dem­jenigen in Darmstadt, als Hauptl^deiligter tätig. Herrn General Gerard ist somit'das überaus peinliche Berliängnis zugestoßen, daß er, der von der fianzösischen Regierung u. a. zu dem Zweck nach Landau gesetzt wurde, das Uebergreifen bol- schewistisch-spartakistischer Einflüsse auf das besetzte Gebiet zu verhindern, eine spartakistische Schlange am eigenen Busen nährt, und die französische Re­gierung hat einen Mann aufs eifrigste gefördert, der nichts anderes anftrebt, als die bolschewistische Brandfackel auch ins besetzte Gebiet und von da nach Frankreich zu tragen. Diesem Eggersdorf, Eigentumsverbrecher und Spartakist, den sogar die Darmstädter Unabhängigen ans ihren Reihen ge­stoßen haben, ist in der neutralen Republik Pfalz das Amt des Finanzministers zugedacht. Schmählicher konnte die französische Politik, die mit den Herzen und Seelen eines urdeutsch empfin­denden Volksstammes Fangball spielen wollte, nicht gut ab absurdum geführt werden.

Amerikanische Truppen bleiben in Koblenz.

Koblenz, 4. Aug. Zwischen Vertretern deS Marschalls Foch, dem amerikanischen General Allen und anderen alliierten Offizieren bat in Koblenz eine Beratung stattgefunden, welches Gebiet die Amerikaner in Zukunft besetzt halten sollen. Der von den Amerikanern be­setzte Teil wird sich auf die Stadt Kob­lenz und eine bestimmte G renze der Umgegend erstrecken. Die Zahl der im Rhein­land verbleibenden Amerikaner soll 6000 Mann nicht überschreiten.

Die Vernichtung der Wetter Bismords.

Paris, d. Aug. (Wolff.) Havas. Die Fr i e- densko m Mission hörte gestern ben Haupt­bericht Barthous an. Dieser Bericht spricht den Unterhändlern, die von dem Wunsch beseelt sind, mit den Methoden, nach welchen die früheren Verträge geschlossen wurden, zu brechen unb unter der Aegibe der internationalen Denwkrafie den durch den Sieg befreiten Nationen em neues Zeit­alter zu schaffen, große Anerkennung aus. Er be­dauert jedoch, daß die abschließenden Parteien nicht von Anfang an die völlige Vernichtung des Werkes Bismarcks in Aussicht genommen hatten, indem sie, statt ein zentralisierter Deutsch­land bestehen zu lasten, dasselbe in seine Einzel- ft a a t e n auflösten. An Hand verschiedener Doku­mente zeigte er bann, daß im Juli 1914 alle Par­teien zur Vermittlung bereit waren, Frankreich so­gar bis an die Grenze dessen, was die Klugheit er­forderte. Der deutsche Kaiser aber sei zum Kriege entschlossen gewesen. Er verlangt dringend Sank­tionen unb bemerkt, daß der internationalen Moral nicht Genüge getan ioerde, wenn die Sckmldigen nicht büßen müßten. Barthou geht daraus zur Frage des Völkerbundes über. Er beansprucht für Frankreich die Ehre, schon seit alten Zeiten für das Völkerrecht eingetreten zu sein und findet für den Präsidenten der Vereinigten Staaten Worte hoher Anerkennung. Barthou weift daraus hin, daß kr Völkerbundsverirag die sichere Garantie für den Weltfrieden biete. Dabei bedauert er, daß Frankreich im Schoß des Völkerbundes nicht die bedeutende Rolle und der ihm gebührende Einfluß, ans welchen es durch seine Opfer Anspruch erheben mußte, cingeröumt worden seien. Bartlwu beweist mit Hilfe einer Interpretation der Texte und unter Hinweis ans die von der Kommission ge­machten Zusätze, daß wirksamere Sanktionen an die Aktion des Völkerbundes geknüpft werden könn­ten. Wenn in ferner Zukunft der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund an­genommen wird, erklärte er, so könne das nicht geschehen, bevor es alle seine Verpflichtungen er­füllt habe. Der Berichterstatter fährt in seinem Be­richt mit der Prüfung der wirtschaftlick>en und finanziellen Bedingungen fort u. a. diejenigen, welche die Wiedergutmachung betreffen und prüfte dann schließlich die m i l i t ä r i s chen Kl a n se ln über die Frage des linlstn R he in u se r s. Ferner erklärte Barthou, daß die französische Regierung bis zum 17. März 1917, an welchem Tage eine Verständigung mit den Alliierter! zustande kam, aus verschiedene Schützshsteme gedrungen hat unb kam dann auf die beiden freiwillig von Amerika und England angebotenen Garantieverträge zu sprechen. Bei den allgemeinen Schlußfolgerungen angekonrmen, erklärte Barthou, mit Rücksicht aus die von Frankreich gebrachten Opfer und die enge Union mit seinen Alliierten, daß Frankreich in Treue an der Grettze der Freiheit für das Recht Schildwache stehen müsse. Er erklärte, daß es nicht möglich sei, daß der Frieden Frankreich ruiniere. Es fei unmöglich, daß das ruhmreiche Frank­reichs ohne die Hilfe bleibe, die es selbst den alliierten unb assoziierten Völkern so machtvoll ge­leistet habe. Der Bericht wurde mit allen gegen

Amerika.

Amsterdam, 6. Aug. (WTB.) Die heutigen Radioberichte aus Amerika befassen sich eingehend mit der schwierigen Lage, die durch die hohen Preise und den Ersenbahirerstreik entstanden ist. New Pork Tribüne" schreibt: Der stellvertretende Präsident der Abteilung der Eisenbahner des ameri- kanischen Arbciterbunbes erklärte Wilso n, die organifierten Arbeiter hätten keine Sympa - thiernit seiner Po l i t ik. Er solle der schw-ie- rigen Lage durch weitere gesetzgeberische Maß­regeln abhelfen. Es verlautet von verschiedenere Seiten, daß der Kabinettsausschuß, der sich mit den hohen Lebensmittelpreisen beschäftigt, wahr­scheinlich als Hauptmaßregel vorschilagen will, daß der Weizen, für den den Farmern 2 Dollar 26 Cents garantiert sind, den Müllern zu billigeren Dreisen, vielleicht um 50 Prozent billiger ver­laust werden soll.New Port Times" schreibt: Tie Ungeduld des Landes darüber, daß der Frie­densvertrag noch immer nicht ratifiziert werden wurde, müsse, wenn die zwecklosen Konferenzen und Reden noch lange fortgesetzt werben würden, zur Entrüstung ausschlagen.

Der erste Dampfer nach Amerika.

Berlin, 6. Aug. .(Wolff.) DieBoeni- sche Zeitung" meldet aus Hamburg: Ge­stern abend ist der erste Dampfer von Deutschland direkt nach Amerika in See gegangen. Es ist der amerikanische FrachtdampferCeresan" von der Kerr-Linie, der mit Stückgut und Fracht den Hamburger Hofen auf der Fahrt nach Newyork verließ. Damit ist der direkte Schiffahrtsverkehr zwi­schen Hamburg und Amerika eröffnet.

Mainz, 6. Aug. (Wolff.) Am 4. August traf ©eneral Gouraud in Mainz ein unb be­gab sich mit General Mangin nach Königstein, wo er am Abend Gast des Generals Mangin war. Gestern verließ er Mainz an Bord des Tampfers Bismarck", um nach Köln zu fahren.

Köln, 6. Aug. (Wolff.) Eine Bekannte machung der britischen Behörde besagt, daß Ge­neral Gouraud, kommandierender General der vierten französischen Armee, beabsichtigt, auf kurzir Zeit die Stadt Köln zu besuchen. Aus diesem Anlaß findet auf dem Domvlatz Parade ftat*

den Gesetzentwurf betreffend die Liquidierung der sequestrierten deutschen Werte in Frankreich. Tas Gesetz wurde angenommen. Aus der Diskussion geht hervor, daß nunmehr in die Liquidation der beschlagnahmten Güter ein» getreten wird. Tie Regierung tjat das Vorkaufs­recht, das sie aus die Departements, Gemeinden und andere öffentliche Institutionen übertragen kann. Geschieht dies nicht, so werden die Werte öffentlich versteigert. Aus eine Anfrage erklärte der Zusttzminister, daß das Gesetz auch auf Elsaß- Lothringen Anwendung finden werde.

Ausschreitungen in Liverpool.

Berlin, 6. Aug. DasBerl. Tageblatt" meldet aus Lugano: Nach einer Depesche desSe- eclo" soll in Liverpool kein einziger Laden oder Magazin verschont geblieben sein. Bisher sind 900 Personen verhaftet worden. Große Truppenmassen werden nach Liverpool entsandt, doch haben die Soldaten die Weisung erhalten, nicht zu schießeiu

DaS Friedensangebot 1917.

London, 6. Aug. (Wolff.) Reuter. Un­terhaus. Beantwortung einer Anfrage über die Erklärung Erzbergers in Weimar betreffend des Friedensangebotes, das die Alliierten Deutschland im August 1917 gemacht haben sollen, sagte Harms­worth: Die Erklärungen Erzbergers in

allerfrüheste, * juü-Awresj *5 S&gpfc JS5-&Ä! KN Heinrich^

lebrT^

ahtoetr. ö*1" _. r,

August find« « Dorseld in «W II*« I ntw - tintau 8

i&Stnffa. tlapprvM Kermabor oßn Auswahl, M ÜhlUNgUNdVM!^ tattung eingetrchl iz.»iq SclterSwes 79.

Donnerstag, 7. August 1919

GießeimAnzeiger

General-Anzeiger für Oderheffen

Rumäniens Vaffenstillstandsbe-I mmw* 5U

Ainmitlrton für ITttnnMt Budapest, 6. Aug. (Wolfs ) Nach einer Mel­

dung des Ungarischen Korrespondenzbuceaus sprach der Ministerrat bie Rückgabe famtlidjer in den Gemeinbesitz übernommenen Finanzinstitutk, Unternehmungen, Betriebe, Fabriken und Ge­schäfte in das Privateigentum aus.

Von der Südbahn wird der Verkehr bloß auf der Linie Szekes Fejervar (Stuhlweißenburg)- Siofok Magy Xanizfa aufrechterl,alten.

Ter Leiter der Wiener italienischen Mission, Prinz Borghese, verhandelte mit Vertretern der ungarischen Regierung: zunächst mit dem Minister des , Aeußern Agoswn, dann mit dem Kriegs- Minister Haubrichs, sowie mit dem Minister des Innern Peyer. Auch der englische General Gordon, der heute stüh in Budapest eintraf, wurde zu diesen Verhandlungen zugezogen. Der Oberstadt- Hauptmann Tietz crHärte: Zur Zeit wird die öffentliche Sicherl)eit bloß durch die in der Stadt zirkulierenden rumänischen Patrouillen an'recht­erhalten Wer nach der Sperrstunde aus der Straße angetroffen wird, wird verhaftet. Ter Oderstadt- baMDtmann hofft, in einigen Tagen wieder Polizei zur Erlialtung der Ordnung unb Ruhe zur Ver­fügung zu haben.