Erster Blatt
169. Jahrgang
3mtlltngsrnn66rn<r u. »erlag: vrühl'sche lliiiv.öuch- u. Stcinöruierei R. £ange. Sdjriftleitung, Seschästsstelle u. Drudereh Schulstr. 7.
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dlngungen für Ungarn
die
Frage der Aalandsinseln gehört.
1
aus
32
Stimmen angenommen.
dem hat über
Vor- klar, Zeit
schwedische Delegation, die durch den schw^n- fd>en Gesandten in Poris vertreten war, über
Uebergabe deutscher Souveränität.
Paris, 6. August. (Wolfs.) Havas. Ter Oberste.Rat der Alliierten hat Montag nachmittag beschlossen, daß die Chefs der alliierten Militärmissionen der Konferenz, die in Berlin zwischen polnischen und deutschen Vertretern stattfinden wird, um die Uebergabe der Souveränität Deutschlands an Polen in den abzutretenden Gcbie'en zu vollziel-en, beiwohnen sollen. Der Oberste Rat hat sodann die
Eine Sonderkommission der Entente.
Versailles, 6. Aug. (WTB) Der Oberste Rat der Alliierten hat gestern beschlossen, eine Sonderkommission von vier Generalen noch Budapest zu schicken. Die Kommission hat die Aufgabe, die Entwaffnung der Roten Armee vorzunehmen und die Durchführung der Waffenstillstandsbedingungen zu überwachen.
Die Polenfragc.
Berlin, 6. Aug. (Wolff.) Unter Vorsitz des Reichsministerpräsidenten heute, wie wir erfahren, eine Konferenz die Polenfrage begonnen.
Die russischen Kriegsgefangenen.
Amsterdam, 6. Aug. (Wolff.) Dem „Al- gemeen Handelsblad" zufolge meldet die „Times" aus Paris: Tie Frage der noch in Deutschland befindlichen Kriegsacsanren'-n. her en Zahl an unge ä) 2)0 0 0 Mann geschätzt wir', bcschäf- tigt )eit einiger Zeit den Obergen Rat Der Allier- ten. Obwohl ihre Rückkehr nach Russland die Armee der Bolschewisten verstärken wird, be- chloß der Oberste Rat, Deutschland mitzuteilen, xrß ihrer Rückkehr in die Heimat nichts mehr in den Weg gelegt werde.
Liquidierung sequestrierter deutscher Werte.
Versailles, 6. Aug. (Wolfs.) Tie französische Kammer verhlmdelbe gestern über
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aller frtwett bergest. 8»'^ Neseoweg^.'
Italien für Ratifikation.
Mailand, 6. Aug. (Wolff.) Der „Cor- riere della Sera" berichtet aus Rom, daß die Kommission für die Prüfung der Ratifikation des Versailler Vertrages nach mehreren Sitzungen in langen Aussprachen der Ratifikationzuge stimmt hat. In der Kommission haben sich die Sozialisten der Ratifikation widersetzt, während zwei andere Deputierte, der Nationalist Federzoni und der Katholik Longirwtti, einige Vorbehalte machten.
Nr. 182
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Kohleneinfuhrkommission für Europa.
Paris, 6 .Aug. (Wolff.) Havas. Ter Oberste Rat der Alliierten hörte B-miselos über die griechischen Ansprüche auf Thrazien an. Hoover gab einen Bericht über die Kohlenversorgungsfrage ab. Es wurde beschlossen, eine Kohleneinfuhrkommission für Europa zu schaffen.
Unsere Kohlen.
Annahme von Anzeigen f. Die Lagesnuuuuer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeVerbmdlichkeit Preis für 1 mm höhe für An Zeigen v.34mmBreite ötilidi 15 Pf., auswärts 18 Pf., für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 48 Pf. Bei Platz- vorschrifi20^Auischlag. Hauvtschriitleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenti.il: H. Beck; sämtlich in Gießen
Amsterdam, 6. Aug. (Wolff.) Der „Telegraaf" meldet aus Paris: Am 5. August kam die erste Ladung Steinkohlen dem Ruhrgebiet in Frankreich an.
Weimar seien keine genaue Darstellung der Tatsachen. Harmsworth schilderte die gänge im einzelnen und sagte, es sei daß die britische Regierung zu jener keine Angebote gemacht habe.
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Der Waffenstillstandsvertrag, den uns die Entente guferlegte, hat bei den Rumänen Schule gemacht. Es wiederholte sich ein ähnlicher militärischer Zusammenbruch lbie wir ihn erlebt haben. Die rote Armee zerstreute sich plötzlich in alle Winde, die Rumänen heimsten billige Lorbeeren ein und besetzten vertragswidrig die .Hauptstadt Budapest. Die Vertreter der ungarischen Regierung suchten am 8. August ein Waffenstillstandsavkommen bei dem rumänischen Obcrckommandanten nacl). Dieses wurde ihnen am 5. August in Form eines Ultimatums überreicht. Es enthält u. a. folgende Bestimmungen:
Ungarn hat alles auf dem Gebiet seines Lcmdes befindliche Kriegsmaterial, mit Ausnahme des Materials, das zur Ausrüstung jener bewaffneten Macht notwendig ist, die Ungarn zu erhalten berechtigt sein wird, um im Lande die Ordnung aulrechtzuerhalteit, auszu liefern. Dieses Leer wird einschließlich der Offiziere den Stand von 15 000 Mann unter keiner Bedingung überschreiten dürfen. Die Organisation, Ergänzung, Ausrüstung und Gruppierung dieser Truppen wird vom rumänischen Oberkommando nachträglich bestimmt werden. Ferner sind alle ungarischen Fabriken dem rumänischen Oberkommando zu über- geben, die zur Herstellung von Ausrüstungsgegen- ständen^ und Munition dienen. Die Ausrüstung dieser Fabriken wird durch rumänische Spezialisten unb ungarische Arbeiter zu Gunsten Rumäniens durchgesührt werden. Ungarn hat außerdem die für eine Armee von 300 000 Mann notwendige Ausrüstung zu liefern. Lln beweglichem Eisenbahnmaterial, Maschinen und sonstigen Eisenbahnmaterialien hat Ungarn 50 Pro- zmt des in feinem1 Besitz befindlichen Inventars an Rumänien abzuliefern. Ferner sind 200 Tourenautomvbile und 400 Lastautomobile in gutem betriebsfähigem Zustande mit vollständiger Ausrüstung abzuliefern. An Rindern und sonstigen Tieren sind 30 Prozent des Jnventarbestandes ab- iugeben, desgleichen 30 Prozent der in Ungarn befindlichen landwirtschaftlichen Maschinen, weiter 20080 Waggons Getreide, 10 000 Waggons Mais iftvie 5000 Waggons Gerste und Hafer. Ungarn w alle Wasserfahrzeuge zurückzugeben, die dem rumänischen Staate, rumänischen Gesellschaften oder rumänischen Staatsbürgern gehörten, vom Feinde in Rumänien erbeutet wurden und jetzt in den ungarischen Gewässern zu finden sind. UelBt- dies hat Ungarn 50 Prozent der sein Eigentum leidenden Wasserfahrzeuge aller Art abzuliefern, "llle rmnänischen Kriegsgefangenen, Geiseln und [ Deserteure, welcher Nationalität sie auch immer cm gehören, sind herauszugeben.
Wie Ungarn diese Bedingungen erfüllen soll, ist ein Rätsel, zumal, da es bereits am 13. November 1918 ein Waffenstillstandsabkommen mit der Entente cingegangcn ist, durch das ihm schwere Bedingungen auserlegt wurden. Geht es auf die rumänischen Forderungen nicht ein, so drohen die Rumänen ohne Rücksicht auf das Verhältnis zum vorhandenen Bestände Ungarns alles Material und alle Tiere wegzunehmen, die Rumänien nötig hat, um wenigstens zum Teil den Abgang ;u ersetzen, den Rumänien durch Ungarn erlitten hat. Geht Ungarn auf die Forderungen rin, so kann es die Bedingungen der Entente nicht erfüllen.
Aus dieser Zwickmühle hat die ungarische Regierung einen bemerkenswerten Ausweg gefunden: Sie hat die Entscheidung der Frage in die Hände der Entente gelegt, Die dadurch wiederum um eine Sorge reicher geworden ist. Die Weltvert- in Versailles sollen sich mit den neuen Schwierigkeiten abfinden. Ob sie ihrem Willen"'den notwendigen Nachdruck verleihen können? Das einzige, was sie bisher getan haben, scheint die Entsendung von vier Ententegeneralen nach Budapest zu sein, die die dortige Lage studieren sollen. Man dach gespannt sein, welchen Ausweg die Entente findet.
Die Lage in Budapest.
Wien, 6 Aug. (Wolff.) Nach einer Korre- vvndenzbureau-Mcldung ans Belgrad stellte die «eneraldirektion der Staatsschulden den ganzen Zinsen- und Tilgungsd'enst aller kolkriegL- und Kriegsschulden der österreichisch- vngarischcn Monarchie bis zur völkerrechtlichen Regelung der Rechtsfrage ein.
Wien, 6. Aug (Wolff.) Tie Blätter melden d!s Budapest: In Budapest herrscht vollkommene Ruhe. Heute früh wurde unter Trommel- Ivulg verkündet, daß innerhalb zweier Stunden Me Waffen abgeliefert werden müßten. Tie Be- wmg wurde vorläufig durch drei Divisionen rot genommen. — Die „Ungarische Post" meldet: über Ausschreitungen des rumäni- lOcit Militärs bewahrheiten sich. Die rumänischen Soldaten verübten in den Vororwn von Budapest «ralttaten und gebrauchten beim geringsten Lmschenfall Schiesstoaffen. In Zügle, einem roi Arbeitern bewohnten Viertel, sperrte rurnäni- l^:es MiOiZr um 8 Uhr abends die Hauptstraße ^Arbeiter, die um diese Zeit aus den Fabriken y ioauit gehen wollten, rourccn nicht durch- FMien. Als einige Arbeiter versuchten, die Haupt- P«8e zu überschreiten, wurden sie durch Gewehr- getötet. Tic Zahl der Toten konnte nicht
Bus dem besetzten Gebiet
Republik Birkeuseld.
Birkenfeld, 6. Aug. (Wolff.) Tie vom Landesausschuß am 9. Juli geniählte Som- in i s s.i o n von vier Mitgliedern bat sich laut „Saarbrücker Zeitung" am Montag nach Oldenburg begeben. Drei Laiü)tagsabgeordnete der Provinz haben sich ihr angefd,toi fern. Tie pvovr- svrische 9iegierintg der „Republik Birkenfeld" teilte dem Vorsitzenden des Landesausschlusses mit, daß sie auf "Entsendung von Mitgliedern der tivrläu- figen Regierung nad? Oldeirburgi verzichte, da sie das Vertrauen in die Kommission setze, daß diese die Birkenfelder Interessen voll und ganz vertreten werde. Sie verlange, daß die später gebildete neue Regierung als erste Amtshandlung eine sofortige Amnestie erläßt für sämtliche an der Ausrufung der Republik Birkenfeld direkt oder indirekt beteiligten Personen, sv daß eine straf- rechitlick^e Verfolgung ausgeschlossen wird. Sie teilt ferner mit, daß sie an dem Tage, an dem der Landesausschluß die Neubildung der Regierung vorgenommen habe, ihre von der französischen Militärverwaltung anerkannten Befugnisse in die Hände des Landesausschusses zurücklege und dann ihre Aufgabe als beendet ansehen werde.
Die „Rhnnrcpublik".
Berlin, 6. Aug. Der Kampf um die „Rheinische Republik istMrneut mit aller Schärfe entbrannt. Die Forderung.geht auf sofortige Volksabstimmung. Die Bewegung, die gut organisiert erscheint, geht von Koblenz, Aachen und Köln auf das flache Land über. Auch der bisher ruhige Niederrhein scheint geneigt, sich ihr anzuschließen. Auch in den Kreisen von Handel und Industrie ist die Stimmung jür den Freistaat.
Die Führer der „freien Pfalz".
Ludwigshafen, 5. Aug. Tie tatsächlichen Schürer der Bewegung für einen Pufferstaat P'alz, ihre mit frmHösischem Geld bezahlten Agitatoren sind der Schriftleiter des Blattes ,,FrÄ« Platz", E m r i ch, von dem kürzlich berichtet wurde, daß er wegen Geisterkrankheit oam Militär entlassen Serben mußte, und ein angeblicher Teutsch» Amerikaner namens Eggersdorf. Ter letztere hat sich kürzlich auch getraut, eine Versammlung in Ludwigshafen unter französischem Schutz ab» zuhalkm, bei der aber die Auswirkungen der gegnerischen Äußerungen zu einem körperlichen Denkzettel führte, ivie ihn die Putschisten seinerzeit am 1. Juni in Speyer nicht besser bezogen haben. Tas hindert den tapfevrn Mann nicht, in seiner Zeitung zu behaupten, die Vn- sammlung habe einen glänzenden Verlauf genommen. Aber dieser Eggersdorf ist in der Tat andere Erlebnisse gewöhnt. Man hat nämlich jetzt in ihm einen mehrfach vorbestraften, gemeinere Verbrecher festgestellt, der u. a. wegen an Kameraden verübten Tiebstahls in die zweite Klasse des Soldatenstandes versetzt wurde, und der auch wegen fonftiger Diebstähle und Betrugs hohe Strafen verbüßt hat. Er heißt auch nicht Eggersdorf, sondern .Ahrens und war bei mehreren spartakistischen Putsche n, so bei demjenigen in Darmstadt, als Hauptl^deiligter tätig. Herrn General Gerard ist somit'das überaus peinliche Berliängnis zugestoßen, daß er, der von der fianzösischen Regierung u. a. zu dem Zweck nach Landau gesetzt wurde, das Uebergreifen bol- schewistisch-spartakistischer Einflüsse auf das besetzte Gebiet zu verhindern, eine spartakistische Schlange am eigenen Busen nährt, und die französische Regierung hat einen Mann aufs eifrigste gefördert, der nichts anderes anftrebt, als die bolschewistische Brandfackel auch ins besetzte Gebiet und von da nach Frankreich zu tragen. Diesem Eggersdorf, Eigentumsverbrecher und Spartakist, den sogar die Darmstädter Unabhängigen ans ihren Reihen gestoßen haben, ist in der neutralen Republik Pfalz das Amt des Finanzministers zugedacht. Schmählicher konnte die französische Politik, die mit den Herzen und Seelen eines urdeutsch empfindenden Volksstammes Fangball spielen wollte, nicht gut ab absurdum geführt werden.
Amerikanische Truppen bleiben in Koblenz.
Koblenz, 4. Aug. Zwischen Vertretern deS Marschalls Foch, dem amerikanischen General Allen und anderen alliierten Offizieren bat in Koblenz eine Beratung stattgefunden, welches Gebiet die Amerikaner in Zukunft besetzt halten sollen. Der von den Amerikanern besetzte Teil wird sich auf die Stadt Koblenz und eine bestimmte G renze der Umgegend erstrecken. Die Zahl der im Rheinland verbleibenden Amerikaner soll 6000 Mann nicht überschreiten.
Die Vernichtung der Wetter Bismords.
Paris, d. Aug. (Wolff.) Havas. Die Fr i e- densko m Mission hörte gestern ben Hauptbericht Barthous an. Dieser Bericht spricht den Unterhändlern, die von dem Wunsch beseelt sind, mit den Methoden, nach welchen die früheren Verträge geschlossen wurden, zu brechen unb unter der Aegibe der internationalen Denwkrafie den durch den Sieg befreiten Nationen em neues Zeitalter zu schaffen, große Anerkennung aus. Er bedauert jedoch, daß die abschließenden Parteien nicht von Anfang an die völlige Vernichtung des Werkes Bismarcks in Aussicht genommen hatten, indem sie, statt ein zentralisierter Deutschland bestehen zu lasten, dasselbe in seine Einzel- ft a a t e n auflösten. An Hand verschiedener Dokumente zeigte er bann, daß im Juli 1914 alle Parteien zur Vermittlung bereit waren, Frankreich sogar bis an die Grenze dessen, was die Klugheit erforderte. Der deutsche Kaiser aber sei zum Kriege entschlossen gewesen. Er verlangt dringend Sanktionen unb bemerkt, daß der internationalen Moral nicht Genüge getan ioerde, wenn die Sckmldigen nicht büßen müßten. Barthou geht daraus zur Frage des Völkerbundes über. Er beansprucht für Frankreich die Ehre, schon seit alten Zeiten für das Völkerrecht eingetreten zu sein und findet für den Präsidenten der Vereinigten Staaten Worte hoher Anerkennung. Barthou weift daraus hin, daß kr Völkerbundsverirag die sichere Garantie für den Weltfrieden biete. Dabei bedauert er, daß Frankreich im Schoß des Völkerbundes nicht die bedeutende Rolle und der ihm gebührende Einfluß, ans welchen es durch seine Opfer Anspruch erheben mußte, cingeröumt worden seien. Bartlwu beweist mit Hilfe einer Interpretation der Texte und unter Hinweis ans die von der Kommission gemachten Zusätze, daß wirksamere Sanktionen an die Aktion des Völkerbundes geknüpft werden könnten. Wenn in ferner Zukunft der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund angenommen wird, erklärte er, so könne das nicht geschehen, bevor es alle seine Verpflichtungen erfüllt habe. Der Berichterstatter fährt in seinem Bericht mit der Prüfung der wirtschaftlick>en und finanziellen Bedingungen fort u. a. diejenigen, welche die Wiedergutmachung betreffen und prüfte dann schließlich die m i l i t ä r i s chen Kl a n se ln über die Frage des linlstn R he in u se r s. Ferner erklärte Barthou, daß die französische Regierung bis zum 17. März 1917, an welchem Tage eine Verständigung mit den Alliierter! zustande kam, aus verschiedene Schützshsteme gedrungen hat unb kam dann auf die beiden freiwillig von Amerika und England angebotenen Garantieverträge zu sprechen. Bei den allgemeinen Schlußfolgerungen angekonrmen, erklärte Barthou, mit Rücksicht aus die von Frankreich gebrachten Opfer und die enge Union mit seinen Alliierten, daß Frankreich in Treue an der Grettze der Freiheit für das Recht Schildwache stehen müsse. Er erklärte, daß es nicht möglich sei, daß der Frieden Frankreich ruiniere. Es fei unmöglich, daß das ruhmreiche Frankreichs ohne die Hilfe bleibe, die es selbst den alliierten unb assoziierten Völkern so machtvoll geleistet habe. Der Bericht wurde mit allen gegen
Amerika.
Amsterdam, 6. Aug. (WTB.) Die heutigen Radioberichte aus Amerika befassen sich eingehend mit der schwierigen Lage, die durch die hohen Preise und den Ersenbahirerstreik entstanden ist. „New Pork Tribüne" schreibt: Der stellvertretende Präsident der Abteilung der Eisenbahner des ameri- kanischen Arbciterbunbes erklärte Wilso n, die organifierten Arbeiter hätten keine Sympa - thiernit seiner Po l i t ik. Er solle der schw-ie- rigen Lage durch weitere gesetzgeberische Maßregeln abhelfen. Es verlautet von verschiedenere Seiten, daß der Kabinettsausschuß, der sich mit den hohen Lebensmittelpreisen beschäftigt, wahrscheinlich als Hauptmaßregel vorschilagen will, daß der Weizen, für den den Farmern 2 Dollar 26 Cents garantiert sind, den Müllern zu billigeren Dreisen, vielleicht um 50 Prozent billiger verlaust werden soll. — „New Port Times" schreibt: Tie Ungeduld des Landes darüber, daß der Friedensvertrag noch immer nicht ratifiziert werden wurde, müsse, wenn die zwecklosen Konferenzen und Reden noch lange fortgesetzt werben würden, zur Entrüstung ausschlagen.
Der erste Dampfer nach Amerika.
Berlin, 6. Aug. .(Wolff.) Die „Boeni- sche Zeitung" meldet aus Hamburg: Gestern abend ist der erste Dampfer von Deutschland direkt nach Amerika in See gegangen. Es ist der amerikanische Frachtdampfer „Ceresan" von der Kerr-Linie, der mit Stückgut und Fracht den Hamburger Hofen auf der Fahrt nach Newyork verließ. Damit ist der direkte Schiffahrtsverkehr zwischen Hamburg und Amerika eröffnet.
Mainz, 6. Aug. (Wolff.) Am 4. August traf ©eneral Gouraud in Mainz ein unb begab sich mit General Mangin nach Königstein, wo er am Abend Gast des Generals Mangin war. Gestern verließ er Mainz an Bord des Tampfers „Bismarck", um nach Köln zu fahren.
Köln, 6. Aug. (Wolff.) Eine Bekannte machung der britischen Behörde besagt, daß General Gouraud, kommandierender General der vierten französischen Armee, beabsichtigt, auf kurzir Zeit die Stadt Köln zu besuchen. Aus diesem Anlaß findet auf dem Domvlatz Parade ftat*
den Gesetzentwurf betreffend die Liquidierung der sequestrierten deutschen Werte in Frankreich. Tas Gesetz wurde angenommen. Aus der Diskussion geht hervor, daß nunmehr in die Liquidation der beschlagnahmten Güter ein» getreten wird. Tie Regierung tjat das Vorkaufsrecht, das sie aus die Departements, Gemeinden und andere öffentliche Institutionen übertragen kann. Geschieht dies nicht, so werden die Werte öffentlich versteigert. Aus eine Anfrage erklärte der Zusttzminister, daß das Gesetz auch auf Elsaß- Lothringen Anwendung finden werde.
Ausschreitungen in Liverpool.
Berlin, 6. Aug. Das „Berl. Tageblatt" meldet aus Lugano: Nach einer Depesche des „Se- eclo" soll in Liverpool kein einziger Laden oder Magazin verschont geblieben sein. Bisher sind 900 Personen verhaftet worden. Große Truppenmassen werden nach Liverpool entsandt, doch haben die Soldaten die Weisung erhalten, nicht zu schießeiu
DaS Friedensangebot 1917.
London, 6. Aug. (Wolff.) Reuter. Unterhaus. Jü Beantwortung einer Anfrage über die Erklärung Erzbergers in Weimar betreffend des Friedensangebotes, das die Alliierten Deutschland im August 1917 gemacht haben sollen, sagte Harmsworth: Die Erklärungen Erzbergers in
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Donnerstag, 7. August 1919
GießeimAnzeiger
General-Anzeiger für Oderheffen
Rumäniens Vaffenstillstandsbe-I mmw* 5U
Ainmitlrton für ITttnnMt Budapest, 6. Aug. (Wolfs ) Nach einer Mel
dung des Ungarischen Korrespondenzbuceaus sprach der Ministerrat bie Rückgabe famtlidjer in den Gemeinbesitz übernommenen Finanzinstitutk, Unternehmungen, Betriebe, Fabriken und Geschäfte in das Privateigentum aus.
Von der Südbahn wird der Verkehr bloß auf der Linie Szekes Fejervar (Stuhlweißenburg)- Siofok Magy Xanizfa aufrechterl,alten.
Ter Leiter der Wiener italienischen Mission, Prinz Borghese, verhandelte mit Vertretern der ungarischen Regierung: zunächst mit dem Minister des , Aeußern Agoswn, dann mit dem Kriegs- Minister Haubrichs, sowie mit dem Minister des Innern Peyer. Auch der englische General Gordon, der heute stüh in Budapest eintraf, wurde zu diesen Verhandlungen zugezogen. Der Oberstadt- Hauptmann Tietz crHärte: Zur Zeit wird die öffentliche Sicherl)eit bloß durch die in der Stadt zirkulierenden rumänischen Patrouillen an'rechterhalten Wer nach der Sperrstunde aus der Straße angetroffen wird, wird verhaftet. Ter Oderstadt- baMDtmann hofft, in einigen Tagen wieder Polizei zur Erlialtung der Ordnung unb Ruhe zur Verfügung zu haben.


