SwlMngrnmddruck u. Verlag: vrühl'sche Unio.-Vuch- u. Steindruckerei R. Lange. Schrtftleitung, Gefchästsstelle u.vruckerei: Zchnlstr. 7.
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Revision de» Friedensvertrags?
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Nr. 286
Ter «letzter Änzely«, erscheint m<iüd), ouüer Sonn und JeierlagS.
Bfjugsprcis: Monatlich 2 Mark, »terteljchnhd) 6 Mark einlchlievlich des Best«'U-
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dos Vermögen mit 3.6 Milliarden Mark; das Einkommen einschließlich der ergänzenden Ertragsbesteuerung mit 10,4 Milliarden Mark: u _
der Verrnogenszuwachs einschließlich der Erbschaften mit 1 Milliarde Mark.
Als indirekte Steuern sollen bringen: Umsatz- und Luxussteuer 4 Milliarden Mark:
Verbrauchs abgaben, die nicht alle sofort voll fließen 2,51 Milliarden Mark: Kohlen st euer 2 Milliarden Mark: Verkehrs- und Stempelsteuern IMill. Mark:
Nicht die Negierung, sondern das deutsche Volk muß den großen Ausweg aus den Wirrnissen suchen und finden. Die Deutschen müssen sich wieder in Achtung setzen, auf wirtschaftlichem Gebiete, indem sie arbeiten und alles meiden, was den Arbeitsprozeß verkümmert, auf moralischem Gebiete, indem sie sich im nationalen Gedanken sammeln und wieder starken, nicht durch Rüstung der Rache, sondern ourch unermüdlichen, durch keine weltfremden Träume abgelenkten Wiederaufbau der, eigenen Geltung. Wir müssen nach außen hin geschlossen auftreten, dem Hohn und oer Verachtung der Fremden die deutsche Würde und ruhige, unbeirrbare ________________________
Selbstachtung entgegensetzen. Der Stolz auf1 Antrag gewimdt hat/ daß der Grenzkommission
die großen Leistungen unseres Volkes im Weltkriege soll größer sein clls der Drang, immer wieder nach Schuldigen in den eigenen Reihen zu suchen. Stolz ist nicht Dünkel; es kommt auch nicht auf laute, polternde Kundgebungen und unkluge Herausforderungen an. Es soll eine Generation heranwacbsen, deutsch im Fühlen und Denken, ein Geschlecht, das wieder „wandeln wird mit oer Sonne und den 9Ztimen geben der rollenden Zeit". . .
5. Z ö l l e 1,5 Milliacken Mark.
Die indirektere Abgaben zusammen sollen also 11 Milliarden Mark ergeben. Bon den 15 Milliarden direkter Steuern sollen 9V< Milliarden auf das Reich und 5’/« Milliarden auf die Länder und Gemeinden entfallen.
Das Verhältnis der direkten zu den indirekten Steuern ist bei dieser Reichsfinanz- reform so, daß von der gesamten Steuerlast nahezu 60 Prozent auf reine direkte Steuern und nur 40 Prozent auf Zölle und indirekte Steuern entfallen sollen. Unter den indirekten Steuern aber sind 1 Milliarde Verkehrssteuern der verschiedensten Art, die nach Erzbergers Ansicht in ihrer Wirkung ganz ähnlich sind der Einkommensteuer, indem sie die wohlhabenden Kreise progressiv stärker fassen. Die Börsensteuern sind — sagte Erzberger — ihrer Wirkung nach von den Besitzsteuern nicht verschieden. Weiterhin wird unter den Zöllen ein erheblicher Teil für nicht notwendige Verbrauchsgegenstände sich befinden. Bei der Umsatzsteuer soll die Luxussteuer allein 650 Millionen Mark einbringen. Die Wein- und die Schaumweinsteuer sind gleichfalls als Besteuerung der besitzenden Kreise anzusprechen. Die Tabaksteuer ist so gestaltet, daß sie noch weit schärfere Progressivsätze enthält als irgendeine direkte Steuer. Erzberger sagte: Man wird nicht fehl gehen, wenn man annimmt, daß auch unter den Verbrauchssteuern 1'/- bis 2 Milliarden sich befinden, welche nahezu ganz von den Bcssersituierten aufge^ bracht werden, und er ist stolz darauf, daß 75 Prozent des gesamten riesigen Steuerbedarfs durch direkte Steuern oder solche indirH- tervSteuern aufgebracht werden, bii größtenteils von den bessersituierten Kreisen des Volkes getragen werden müssen. Zunächst wird cs nun aus der Nationalversammlung herausklingen, wie weit er Zufriedenheit oder Tadel erweckt hat.
Berlin, 5. D«. (WTB.) Das „Ecko de Paris" veröffentlicht eine Depesche ans Zürich, nach der die „Danziger Zeitung" bestätige, daß die deutsche Regierung offizielle Schritte unternommen habe, um zu einer Revision des Friedensvertrages zu gelangen. Der Reichsminister des Aeußern bereite ein Memorandum vor, in dem die deutsch-polnische Grenze berichtigt, die Ostgrenze Deutschlands 60 Kilometer nach Osten gerückt werde und der Vorschlag gemacht sei, daß die Freistadt Danzig mit Deutschland benachbart werde; ebenso sei ein rein alldeutsches Statut für Danzig ansgearbeiter. Die zu diesen Noten verfertigten Kommentare ließen die Festsetzungen der Friedenskonferenz vollkommen außer acht und, seien in einer- Sprache gehalten, daß General Dupont die Annahme und Weiterübermittlung nach Paris verweigert habe. I Hierzu ist zu bemerken, daß sich die deutsche Regierung sowohl an die polnische als auch an die anderen Regierungen der Alliierten mit bem
Der Finanzreformplan des Reichs- finanzimnisters Erzberger, den er am Mittwoch in der Nationalversammlung enthüllte, soll in wenigen Tagen durchge- veitscht werden, und schon vom 1. April an soll der angeschwollene Steuerzettel in Kraft treten. Ob die Riesenrechnung des vielseitigen Ministers stimmt, werden selbst <Ärch- verftändige nicht ohne weiteres nachprüfen können, denn sie ruht — der Voranschlag soll in Einnahme und Ausgabe mit 24 Milliarden balancieren — aus keinen Erfahrungen, sondern auf Wahrscheinlichkeitsannahmen. Wir beschränken uns heute daraufhin einer kurzen Zusammenstellung, die wir einer Korrespondenz entnehmen, die Grundzüge des Steuerplanes darzulegen. Nach Erzoergers Plänen sollen belastet werden:
VochenrückbllL
Es scheint uns, als ob in der großen Schicksalstragödie, die über die Weltbühnc geht, die verwirrenden Mas'enbewegungen zu- rückgetreten seien und als ob die in einzelnen Individuen konzentrierten Leidenschaften dem drama.i chen £ö ei u k. entgehech it en. Den Willen und das Leid der Völker leben wir in gewaltigen Gestalten verkörpert, die immer befmnmteic geistige Umrisse annehmen. Im Vordergrund stehl der Franzose, Clömen - ceau, der die Vocksmehrhcit durch die Wahlen auf den nationalistischen Marsch gebannt hat. Er reckt sich, nicht mehr eingeengt durch äußere Gefahren, wie ein Halbgott empor. Er hat den Gipfel seiner Triumphe erreicht, die Präsidentschaft winkt ihm, die höchste Ehre, die sein Land vergeben kann. Die großen Kriegstaten sind getan, die Mitkämpfer der Franzosen haben srch langsam vom Schauplatz etwas zurückgezogen, da ihre Händlerbedürs- nisse nun so ziemlich am Ziel angelangt sind und ihre Interessen ganz von selbst in der von ihnen ausgedachlen Richtung marschieren. Nur dem Franzo'en fehlt noch der große Wechsel auf btc Zukunft. Je lauer die anderen werden, desto tatendurstiger tritt er neben dem deutschen Nachbar auf. Im Obersten Rat in Paris sind die Engländer und die Amerikaner offenbar nur noch die Kontrolleure; der Franzose hat die Heldenrolle, in der ihn die andern gewähren lassen, so lange ihre besonderen Interessen nicht bedroht werden. Wir sind der Willkür Frankreick-s ausgeliefert, weil wir nichts mehr zu bieten haben. Dabei spielt wohl auch noch ein Stück Groll und Verachtung unserer anders Gegner mit. Von England ist uns dieser Tage das höhnende Wort zugerufen worden, es sei seltsam, wie schwer die deutschen Staatsmänner sich die alten Dummheiten abgewöhnten! Der Brite schätzt eben Macht und Zahlungsfähigkeit noch immer höher als Recht und Moral.
Das Zusatzprotokoll zur Ratisika- tion des Friedens, das wir unterschreiben sollen, verrät die Unersättlichkeit, den Haß und die Furcht Frankreichs uiti) die Verlegenheit der anderen Ententegenossen, die noch nicht recht wissen, was sie künftig aus uns machen sollen. Jedenfalls sollen wir zunächst einmal zur völligen Ohnmacht verurteilt sein. Darum gab der Oberste Rat dem französischen Drän- ?en nach und forderte die Auflösung un - e re r Sicherheitspolizei truppen und Einwohnerwehren. Es gibt in Deutschland nur eine politische Gruppe, die dieses Pariser Ansinnen gutheißt, das ist die Gruppe der Unabhängigen und Kommunisten, die einen neuen Umsturz herbeiführen möchte. Die Mehrheitssozialisten aber wissen, wie die übrigen Parteien, recht gut, wie unberechtigt und unvernünftig das neue Verlangen der Entente ist. Schreibt.doch der „Vorwärts":
„Putschabsichten, die ernst zu nehmen sind, bestehen in den rechts- wie in ben linkssteheicken politischen Kreisen. Je schwächer die Schubkräfte der Republik sind, desto stärker müssen die Segel der Hoffnung jener Kreise schwellen. Das Verhallen der Entente, der blinde Haß und Vernichtungswille treibt Deutschland bei Verzweiflung immer stärker in die Arme."
Nun glaubt man in Berliner politischen Kreisen, daß wir in den nächsten Tagen ein U l t.i m a t u m aus Paris zu erwarten hätten. Foch war wieder mit im Nate, und durch militärische Androhungen sollen wir offenbar gezwungen werden, das Zusatzprotokoll zu unterzeichnen. Unsere Regierung hat verkündigt, daß sie „fest entschlossen" sei, sich nicht wieder auf einen ganz und gar unsicheren Rechts- boden zu begeben. Aber wir glauben es ihr nicht recht. In der Frage der militärischen Abrüstung ist der Note Clsmcnceaus von Berlin aus schon der Zusatz beigefügt worden, es wäre erwünscht, wenn bald Besprechungen darüber stattfänden. Das Kabinett Bauer hat den Pariser Besorgnissen gegenüber ein freies Gewissen: es denkt nicht entfernt an die Möglichkeit einer nationalen Erhebung. Und es ist wohl der vernünftigste Weg, daß man in aller Ruhe die Entente einlädt, sich die Dinge selber aus der Nähe zu betrachten und einsehen zu lernen, daß Deutschland nur dahin strebt, den Bürgerkrieg zu vermeiden.
versaffunggebenve Do1;lammtt der Hreiftaaler Hessen.
40. Sitzung vorn 5. Dez.
Präsident Adelung eröffnet wegen einer vorangehenden Sitzung des Versassungsausschuises erst um 10 Uhr die Sitzung. Das Haus und bie Tribünen sinb gähnend leer.
Abg. Reh (Dem.) bespricht zunächst in Anlehnung an den von ihm erstatteten gedruckten Ausschußbericht die Bestimmungen der Versasiung (es herrscht eine rege Unterhaltung im Harne) und erklärt sodann namens feiner Fraktion sich gegen ein zweites Berufs Parlament. Er ist froh, daß wir die 1. Kammer los sind. Ferner lehnt er die Hinaufsetzung des Wahlalters auf, das 21.3abr ab, weil im Reich das Wahlalter auf das 20. Jähr festgesetzt ist. Auch ist es nickst ausgeschlossen, daß die Rechtsmündigkeit aus dos 20: Jahr herabgesetzt wird. Nach dem Vorgang des Reiches ist er für Beibehaltung des Sonntags als Wahltag. Umgekehrt lehnt die Fraktion des Redners auch die Herabsetzung der Wahljähigkeit ab, da auch in der Gemeindeordnung für die Beigeordneten das 25. Jahr vorgeschrieben ist. Ferner lehnen die Demokraten den von der Deutschen Volkspartei geforderten früheren Termin für die Neuwahlen ab. Erst müssen das neue Wahlgesetz, das Volksabftimmungsgesetz, die Trennung von Staat und Kirche unb bas Schulgesetz erledigt roerben. Der Redner weist nach, daß in früheren Zeiten gerade die Nationalliberalen sich gegen Neuwahlen sträubten.
Abg. Lenhart (Ztr.) bezweifelt, daß die neue Verfassung in unserer schnellebigen Z-it bi? Lebensdauer der alten Verfassung erreichen wird. Doch wurde die neue Versanung grü.-.ich durchberaten. Sie ist ein Torso, es fehlt an ulten Anlassen für Weltanschauungsgegeniätzc. Der Redner ist kein Partikularist, aaer er möchte Hof en, daß die Beschneidung der Souveräi ität der Bund-.-s- (tauten wirtlich zu Gunsten des Reiches und nicht eines unter der Reichsflagge segelnden Großpreußens, wie es bet preußische Ministerprä.i eich Hirsch erstrebt. Das Zentrum ist eigentlich grundsätzlich für das 21. Jahr als Wahlalter, wie gegen die Beibehaltung des Sonntag-s als Wahltag, wird sich aber hierin der Mehrheit anschlicßon. Nur gehört die letztere Bestimmimg in ein Wahlgesetz und nicht in bie Verfassung. Das Zentrum lehnt entschieden bie Herabsetzung der Wahlsähig- keit vom 25. auf das 21. Lebens,ahr ab. Der Redner hofft, daß die Verfassung schließlich noch einstimmig angenommen wird, und daß die paar Gegensätze sich ausgleichen lassen. (Ulian vermißt eine Äeußerung des Redners' über b-.e Stellung bes Zentrums zum Termin der Stichwahlen.)
Abg. Dorsch (H. V.): Unsere staatliche Selbständigkeit ist mit unserer sinanzicllen Selbständigkeit dahin. Wir stehen künftig unter Kuratel Das Listenwahl recht kommt nicht dem Voll zugute, sondern nur den Parteileitungen. Dem Antrag der Deutschen Bollspartei auf Hinausietzung des Wahlalters auf das 21. Lebensjahr stimmen wir selbstverständlich zu. Wir wären eigentlich für das 25. Lebensjahr. Die dreijährigen Wahlperioden sind zu kurz. Es ist unverständlich, daß sich die demokratischen Parteien gegen den früheren Termin der Neuwahlen sträuben. Wir würden gegebenenfalls ans Volk appellieren.
Abg. Kiel (Unabh.): Ta mir die Neichsoer- fassung nicht genügt, genügt mir auch die Mische nicht. Ter Redner schweift auf Schulfragen und auf die Gießener Einwvverwehr ab. Tie Gießener Studenten hätten besseres zu tun, als mit den, Offizieren unb bet Reichswehr jufammei^uftedten. Unter heftiger Polemik gegen die Rechte verlangt; er die Beibehaltung des 20. LebensjuhL-s als Wahi- alter und des Sonntags als Wahltag. Dann wendet er sich in scharfen Ausfallen gegen bie Mehr- heitssozialisten und forbert, vielfach von Zwischen- rufen unterbrochen, sofortige Neuwalten und Einfühlung des Rätesystems zur Durchführung beS| Sozialismus. Als überzeugter Svziallst lehne er bie ganze Verfassung ab.
Es tritt eine Pause ein.
Nach der Pause tritt das Hans in bfe Einzelberatung der Verfassung.
Auf eine Anregung bes Abg. Köhler (D. V.) wird die Abstimmung einzelner Artikel, bei denen längere Aussprache zu erwarten ist, auf den nächsten Dienstag verschoben. Es sind dies bie Ar-q titel 10, 19, 37, 63, 64.
Die meisten Artikel werben ohne Aussprache- mit ben von bem Ausschuß vorgeschlagenen redaktionellen Aenderungen angenommen. Nur bei folgenden Artikeln liegen Abänderungsanträge vor:
Bei Art. 8 beantragt die Deutsche Volks Partei in dem Satz: „Das Gesetz ist vom Staatspräsidenten und mindestens der Hälfte der übrigen* Minister zu unterzeichnen", das Wort „die Hälfte des Ministeriums" zu ersetzen durch , das Wort „das Gesamtministerium". Abg. Köhler sD.-V.) begründet den Antrag: praktische Bedenken tAb- weserrhett eines Ministers aus Reisen- können nicht anerkannt werden: dagegen ist es von pniktischer Bedeutung, bei einem Kvalilionsministerium ge- gebennenfalls zu erEcmten, ob einer der Minister sich weigerte, seine Unterschrift unter das Gesetz zu setzen. — Der Ministerpräsident bittet um Ablehnung dieses Antrages. Auch die Abgg. Reh (Dem.), Bauer (Soz) und Engelmann (Soz.) sprechen dagegen, Abg. Dingeldey dafür. — Der Antrag roirb gegen bie Stimmen ber Deutschen und der -hessischen Volkspariei abgelehnt.
Bei Art. 11 (Sonntag als Wahltag) beantrag' bie Deutsche Volkspartei Streichung. Abg. Dingeldey führt aus, daß d ese Bestimmung nicht Im die Verfassung, sondern in das Wahlgeseu av. hört. — Der Ministerpräsident erklärt, die Frage sei so wichtig, daß fie in die Verfassung gehört.
Auch .Abg- Knoll (Z.) spricht dagegen.
Erstes Blatt 169. Jahrgang Samstag, 6. Dezember 1919
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Vollmacht gegeben wird, selbständig, auf Grund von Verlzandlungen Grenzberichttgungen aus ethnographischen und wirtscha Glichen Rücksichten, sowohl im Interesse Polens als auch Deutschlands, vorzunehmen. Alle übrigen Behauptungen des „Eckw de Paris" betreuend Danzig, die Verschiebung der Grenze Deutschlands nach Osten und In» halt und Sprache der angeblichen Kommentare sind vollständig aus der Lust gegriffen.
Eine englische Drohung.
London, 6. Dez. (WTB.) Havas. Gestern abend sprach Bon ar Law in einer von 5000 Perlonen besuchten Versamwl. ng in Glasgow. Im Verlaufe seiner Rede sagte er, daß eine bewaffnete Macht, die stark genug sei. Um die Ausführung des Friedensvertra- geszu überwachen, aufrecht erhalten worden lei. Gewisse Personen zweifelten an ber Ratifikation bes Frledensvertrages durch Deutschland, daß sich offenbar durch die Verzögerung in der Ratifikation, die in Amerika erwachsen ist, beeinflussen ließ. Sonar Law sagte, daß er im Namen ber englischen Regierung unb nach feinem Dafürhalten im Namen al.er»Alliierten force dje, wenn er sage, bie Alliierten hätten die Macht, nicht nur bie Ratifikation des Friedensvcrtvages, sondern auch beten Jnkrast.etzüng sicherzustellen, unb daß sie gegebenenfalls von ihrer Macht Gebrauch machen würden.
Eine Hiöt Eiitoniz.
Rom, 6. Dez. (WTB.) Sesam. Anläßlich ber Uebemabme der Präjidentsclwft im Senat hielt Sitton i eine Ansprache, in ber er, nachdem er ehrend seines Vorgängers gedacht, die Einheit des Landes gegen ben lolschen'isti chen Sozüli.mus anruft. Er stellte fobann die Unzuf i denh.u fei, die durch den Fricdensterlrag bertrctge rufen tourte und die einen peinlichen Zwi chenfall verur acht habe, der nicht in die Lä g? gezogen werden bti se. Tittmu erklärte, daß Jü.len ei ;e wahre Demokratie sei und nicht bre plud-^kca tischen Formen anderer Demokratien angenommen habe. Ter König und die beiden Kammern verfügten bereits über eine konstituierende Macht, unb eine ausschließlich versassunggebende Versammlung würde dadurch nur ein unnützes Instrument einer bereits veralteten und außer Gebrauch gekommenen Schulweisheit darstellen. Tittoni erklärte sich für eine Umbildung des Senats, vorausgesetzt, daß er feine gegenwärtige Eigenart be.vahre und aus Vertretern der Kultur, Wissenschaft den zuständigen, technisch und politisch erfahrenen Kreisen bestehe. Tie Rede wurde mit Beisall ausgenommen.
Rom, 6. Dez. (WTB.) Stefani. In Rom und den anderen Städten wurde die Arbeit wiederausgenommen. In Mantua, .rw einige Unruhen vorlauten, ist bie Ordnung wieder hergestellt.
Zur Ermordung der Zarenfamilie.
Köln, 6. Tez. Tie „Köln. Ztg." meldet aus Kopenhagen: In einer Unterredung mit Vertretern ber Presie bestätigte Litwinow die Ermordung derfZ-arensamilie durch die Volschewistten und sagte, daß der Zar, die Zarin, der Thronfolger imb vier Töchter des Zaren auf Befehl des örtlichen Gerichts in Jekaterinburg getötet worden seien, als die Tfchecho-Slowaken die Stadt bedroht hätten. Es lägen amtliche Schriftstücke hierüber vor. Tie Svwjetregierung in Moskau sei aus diesem Anlaß gegen die SowjetbeHürden in Jekaterinburg nicht torgegangen.
vom Parteitag der Unabhängigen.
Leipzig, 6..Dez. (WTB.) Auf bem Parteitag ber U SP. ist gestern abend dir. Entschließung bes Parteitorstandes und der Kontrollkommission auf Zmammenschluß der revolutionären Parteien zu einer tatkräftigen Internationale, die sich der Moskauer Internationale unb ihrem Bekenntnis zum Rätesystem unb zur Diktatur des Proletariats anschließen müsse, mit 227 gegen 54 Stimmen angenommen toorben.
Aus dem Ueiche.
Da» wiliiärischc Versorgung»- und SanitätSwesen.
B e r l i n, 5. Dez. (WTB.) Anläßlich der Uebernahme des bisher misitärischen Versorgungs- und Sanirätswesens auf das Reichsarbeitsministerium und dessen Arbeitesvereinigung mit der sozialen Kriegsbeschädigten- und Hinterbliebenenfürsorge fand in der Kaiser-Wilhelm-Akademie ein Festakt statt, dem u. a. Reichspräsident Ebert, Reichsmehrminister Noske und Oberbürgermeister Wermuth beiwohnten.
Temokratische Partei und Vetriebsrätegksttz.
Berlin. 5. Dez. Die deutsche dernokratisck^e Fraktion ber Nationalversammlung hatte für gestern abenb zur Partei gehörende Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu einer gemeinsamen Aussprache über das Betriebsrätegesetz nach Berlin berufen. Aus allen Wahlkreisen waren Leute entsandt. Es mögen an die zweihundert ober noch mehr Industrielle, Fabrikanten, Kaufteute, Landwirte, Arbeit er und Angestellte der gestrigen Konferenz beigewohnt haben, bie burch ein einleitendes, bie politischen Gesamt- prvbleme behanbelnbes kurzes Referat des Vorsitzenden v. Payer eröffnet wurde. Nach einer sachlichen Erläuterung der bisherigen Kom- inissionsbeschlüsse zum Betriebsrätegesetz durch den Abgeordneten Weinhausen begann die Aussprache, an der sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer glecch lebhaft beteiligten. Tie Veichandlungen wurden heute morgen hrttgesetzt. (Frks. Ztg.)
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