Ausgabe 
6.11.1919
 
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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhesten)

Donnerstag, 6. November 1919

Zweites Blatt

«r. 260

er 1919.

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Fortsetzung 42.

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Las Glück der andern

Original-Roman ton Erich Eben steix. Copyright 191Ö by Greiner & Corop^, Berlin W 30.

Handel

Hessischer Bankverein Aktien* gesellschaft-Cassel. In der am 29. Oktober abgehaltenen Generalversammlung wurde die Jvhresrechnung genehmigt und beschlossen, eine SDitnbatfe von 6 Prozent, wie vorgeschlagen, zu verteilen.

V.H.C.

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Aus dem AmtSverkündrgungsblatt.

** Tas Am t sverkündigungsblatt Nr. 115 vom 4. November enthält: Letzte Auffor­derung zur Waffenabliefcrung. Ausschluß unzuver­lässiger Personen vom Handel. Feldbereinigung Langd.

Ausschluß unzuverlässiger Per­sonen vom Handel. Gemäß Beschluß des Ureisausschusses vom 27. Oktober 1919 wird der Metzger und Gastwirt Kars DSU in. in Billinaen zum Handel mit Fleisch und Fleischwaren wieder zugelassen.

yochschulnachrichten.

fr. Frankfurta. M., 5 Nov. Privatdozenl Dr. Ernst Schmitz, der seitherige Assistent anr Universitätsinstitut für vegetative Physiologie geht als Abteilungsvorsteher am physiologiscli^n Institut nach Breslau. Der Privatdozcnt für Technik und Oekonomik der PrioatvTrsich.iung Dr. Albrecht Patzig wurde zum Professor ernannt.

Kriegsgefx«geve«»Hei»krhr.

Gießen. 6. Nov. Bier SSHrre unserer Stadt, die Offiziere ÄüIx'L Trapp. Rühl und Rüst, die das Kos der Gefangenschaft in Oswestry (England) gemeirnam trugen, haben chre Ankunft auf deut­schem Boden gemeldet und werden wohl Morgen früh in ihrer Vaterstadt eintrefstn.

Lj 'S nnerob, 3. Nov. In den testen Tag-m find 2 wertere Gmr^cnfegft,Ler zurückgrichrt, näm­lich Heinrich Mwhr VI. aus englischer und Karl Keßler aas fvanzösischer Gefangenschaft. Keßlar gelang es, zu entslichen und ungefährdet die Heimat zu erreichen. Erwartet ttfcrüenjL&t noch 4 Wann. Hernr. Bachmann, Heinr. Muüh, Wilh. Hahn und Phil. Schäfer, die sämtlich noch vm den Fransten Arrstckychaltsl werden.

** Grüuingeu, 4. Nov. Ans englischer Ge- famgenschaft sind zurückgekehrt: Jakob Lauster, Adam Lander, Christian Bender und Wilhelm Euler. In ftanzösischer Gefangenschaft befmben sich «och: Otto Marstcller und in russischer stich, math. I. Bmgel, Sohn des Bürgermeisters.

Aber Modest« fragte nach nichts. Nur chre Mosten, traurigen Kinveraugen vn^olgten schm die Schjv-ster, und in ihvem Gehaben lag etraa^ verstohlen Beobachtendes.

Seit Magnus start war, blieb fte vrelinchr daheim in Rettenegg. Der Saal brühen würv? cmbtncrf, und das viele Spazierengehen habe sie ein wenig müde gemacht, sagte sie.

Aber Evelyn, die sie sc> unerwartet bald da, bald dort auf ihren Wegen b»f, dachte:

Mich täuscht sie nicht.. Sie hat Verdacht und ftybracrt mir nach. Mag sie doch."

Ms ob Evelyn nicht andere, ichwMiL Sargm gehabt hätte! _

Denn der von Gattarb gestellte Dermin rückt: immer näher, lind wie unbefangen ttohlrch sie sich nach außen hin gab ornerlrch war ihr gar nicht gut zumute. , , ,,

Wenn Gottorb seine T-vohung wahr macht- und sich an M agnus wandte, drnn. war alles ans, darüber gab es keinen Zweifel.

Ja, wenn er sie nxh geliebt hatte 'n»: ehe­dem, vielleicht aber Evelyn fichlte ra gniz 9'-- nau, daß er erkaltet wir, daß ihn vielleicht sogar nichts mehr cm sie band als sein Wort und der Glaube, geliebt zu werden.

Nein, dahin durfte es also nicht kommen. Aber wie cs verhindern?

Sie grübelte Tag und Nacht darüber, und endlich fiel ife auch ein AuÄveg ein.

Ja so könnte es vielleicht gehen. Sv: wollte Gvttorb schreiben und ihm bei allem, was es «ab, schwören, daß, sie Magnus liebe und fein Seduft ihr das Herz brachen würde

Es kam nur darauf an, daß sre ihren Worten überzeugende Kraft M gefeit vnstaud. Aber«das würde ife ia 'wohl gelingen. Sie war immer ein: Meisterin des Stils gzroefenc

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Utphe, Kreis Gießen, 4. Heinrich Schüfe, Müller und Landwirt in Görbeiheim, Post Frickferg, 5. Heinrich Ludwig Langsdorf, Kommerziennt in Friedberg; als Ersatzmänner 1. Friedrich Jost, Bürgermeister und Landwirt in Bermuts- hain, Kreis Lauterbach, 2. Karl Roemfeld, Geh. Justizrat in Nioda, 3. Friedrich Wilh. Stein, Landwirt in Stumpertenrod, Kreis Schotten, 4. Karl Georgi, Zigarrenfabrikant in Gießen, 5. Tr. Paul Giseorus-- Prof, der Landwirtschaft in Gießen.

Hierauf trat der Provinzialtag wieder zur gesckftiftlick.en Versammlung zisammen.

To sich zur Entscheidmg über die Gültig­keit der Wahl der .Mitglieder und Ersatzmänner des Provinzialcms'chisses niemand zum Worte mel­dete, stellte der Borsitzend: fest, daß die Wahl einstimmig bestätigt war. Damit war die Drges- ordnimg erschöpft.

Ter V-orsitzende erklärte, er werde nun schon in der nächsten Zeit mit fern neugewählt:n Provinzialausich an die dringlichsten Arbeiten ferautieien und mit den Mitgli«ern die finan­zielle Lage der Provinz und den Stand ihrer wr:stiastich)en Unternehmungen (Wiferne.k Inheiden und eleftr. U.ferlandanlag') erörtern. Ta zu lämen dann bald die Vorarbeiten für die vcrsäi d.nen Bo rausch, ägc für das R. chnungsjahr 1920.

Brauer- Ober-Ofleiden fragt <m, ob man heute die Meinung des neugewählten Provinzial­tags über die Versorgung der Kreise A.ssstd und Louterback) mit eleftr. Energie durch die U'fer- landanlagc der Provinz, insbestondere die Stst- lungnahime des neuen Pvovinzialtags zu fern em.'n Beschluß des aufgelösten Pvovinzialtags vom 30. Jnlt 1919 hören föitne.

Der Vorsitzende antwortete, dieser Punkt stehe nicht auf fer Togesordrrung. Er rate davon ab, heute diese überaus schwierig: Frage zu be­händem. Ter neue P.ovmzialausschuß müsse sich zunächst selbst über die ganzen Verhältnisse der Eiektnzitätsversvrgung der Pvovinz informieren lassen. Insbesondere auch über die srnanzielle Be­lastung, die der Ausbau der Kveise Alseld und Lauterbach der Provinz bringen werde. Wenn d:r Pnovinzialausschpiß dann die Einberusung des Pro- vinzraltaZs für notwendig halte, werde er em: Sitzung airbenrumen. Die Verband ung würde dann sicherlich mehrere Stunden in Anspruch neh­men. Bis dalsin seien aber auch die Ansichten dn Provinziachagsmttglieder durchs läutert, denn sie würden sai-on von ihren im Pvovinzialausschuß wirkenden Parteivertrelern m drr Sache vorunter- richtet werden.

Hierauf wurde dve Versammlung geschlossen.

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«igel' kr' "«-.«Ti, ichirnt h|-K»P«lle wuj) ihenwald kmeleter Uber. : geheizt! ---->.

AZvche und Schnle.

g. Friedberg, 4. Nov. Heute sand hier bei «guter Beteiligung die hessische Missrons- konster enz statt. Sie wurde um 10 Uhr in fern Predigerseminar nach einer Morgenandachl, gehal­ten von Pfarrer Lenz (Lich), von Dekan Gußmann (Kirchberg) in Vertretung des verhinderten Vor­sitzenden eröffnet und geleitet. Missionar Müller (Hersfeld) erftottrtc ein sehr eindruckvolles Referat überDas Evangelium und Ostasien", in dem aus China eine Menge bisher unbekannter Tatsachenl mitgeteilt wurde, cie durch die Kriegsereigtüsie bei Nns über sehen wurden. China ist in den letzten Jahren ein durch Hunger, Pest, Revolution, Bürgerkrieg schwer heimgesuchtes Land geworden (und der Weltkrieg fet dazu geführt, die Ausbrei­tung des Evangeliums merkwürdigerweise zu för­dern. Eine Riesenaufgabe für lange Zeit bietet Ostasien der Mission. Nach einem weiteren Vor­trag von Missionar Monninger überTie Heiden­mission im Dienst der Volksmisjion" und Be­sprechung schloß die Bor Mittagstagung. Nach­mittags sprach an demselben Orte nach Erledigung geschäftlicher Arbeiten Missionar Groh überPres­byterium und Kirchenzucht auf der Goldküste". Zwei Vorträge von Mistionar Jttmann überDa§ Schulwesen in Kamerun" und Missionar Schlau- draffWie ich Missionar wurde" vor den zahl­reich versammelten Schülern der höheren Schulen in der Burgkirche und eine Missionsstunde (Mis­sionar Groh) um 8 Uhr abends vor der Gemeinde schlossen die inhaltteiche und gelungene Tagung^

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D Rödgen b. Gießen, 2. Nov. Aus un^ screr Gemeinde sind bis jetzt 6 Gefangene zurück-« gekehrt, nämlich: Christoph Hochstein, Hnnr. Befe lof, Heinr. Hahn, Heinr. Balser unl> Luüw. Weller aus englischer, Wilhelm Lückel aus französisches Gefangenschaft. L. wurde wegen Krankheft mt- lassen. Erwartet werden jetzt noch: Heinr. Inder- tt.til, ter in den ersten Tagen aus englischer Ge­fangenschaft zurückkehren dürfte, ferner August Kl-os, Ferdinand .Aos, Karl Brück, Otto Muth und Heinrich Bellos, die sich noch in französi> schen Händen befinden.

X Eckartsborn, 4. Nov. Nach über ein> jähriger G sangen schäft in Ekrgland kehrte der Landwirt Heinr. Orth in die Heimat zurück. Orth geriet am 3. Oktober vorigen Jahres als Sanitäts-Sergeant beim Fe dart.-Regiment 27 in Gefaugenichast. Alle Bemühungen, ihn als Srnie täter früher zur Auslieferung zu bringen, blieben erfolglos.

5 Berg heim, 4. Not'. Als zweiter Kriegs­gefangener unseres Dorfes k'-hrte, ebenso herzlich üon den Seinen wie vm der ganzen Gemeinde b> grnßt, der .Unteroffizier Au g. Lotz, Sohn des gleichnamiges Sckjmiedes Lotz, in die $ximat zu­rück. Ter jüngste Bruder Rudolf fiel am- 2 5. April 1918 fürs Vaterland.

Aber Mama! SriBessie"! Ein Lamm ist nichts gegen sie?"

Evelyn drückte »och einen flüchtigen Svst auf chver Mutter Stirn, mckte Modestn zu vnd «ft- femtc sich bann roftfi.

Modesta hatte ihre Arfeft fbtlat lasten und starrte ihr nach.

Tann heiraten wir ja bald . . DrS Wort klang ihr schrill im Ohr und legte sich barm lang­sam wie ein schwerer Alp auf ihre Brust.

Warum freue ich mich beim nicht darüber," cwchte sie bekommen,wo es doch fein Glück sein wird, und heute zum ersten Male in ihvm rächenden Augen etwas mk Lieb: fbtntb?"

Marno Losenstein chftte rnzwifchen die Briefe gelesen, die ihr die heutig: Post bvachte.

Denke dir nur," wandte sie sich fetzt freudig an Modesto,Lottchen schreibt, daß Bertie rin-n so Iroßen Erfolg gehabt hat! Sie ist ganz selig. Seine Farbstofferfindung mac^t überall so großes Aufieh-en und wird hier in einem Fachblatt, das sie uns beilegt, eingehend bespvfefen."

Sie reichte Miodesta das Blatt, das btzfc me­chanisch nahm und zu lesen begann.

Das freut mich aber wirklich ausnehmend für die ©feine!" fugte die Gräfin herzlich Gwiß wird es nun auch nicht nur bei äufeäer Merken- röntg bleiben?"

Nein. Lotte schreibt, daß das Verfahren nun patentiert wurde und Geras einen gmrzm Berg ehrender Zuschriften bekam, unter dmen sich auch einige vortefthafte Stellenangtbote befinden."

Tas ist hilbsch! Tos gönne ich den beiden liefen jungen Leutchen. Da wird rotzH# mit der Hochzeit nicht mehr lange gewartet werdm müssen."

Kaum," läck^lte M»ama Losenstein,sie ar­beiten auch beretts Hlls über Kopf an fer Aus- ftattantg uns was nicht fertig wird, schreibt Lott­chen, mag ruhig für später Keifen."

Mvdesta hatte nur halb zugehörl. tonn* verloren starrte fte über das Zeittrngsblatt hin­weg hi die Luft.

Immer noch lag es wie ein Stein auf ihr: Tann heiraten wir ja bald , .

Und was sie Auge in Auge mit ihm nte über die Lippen gebracht Hütte, dos würfe zu schreiben leicht fern ...

So schrieb sie am Morgen des achten DageS den reiflich durchdach.ten Brief, und war fehwfe selber gerührt, als sie < ihn zuletzt noch einmal durchras. Ja, er war gelungen, ein wahres Meistn> stüch, m3 seinen Zweck erfüllen würfe!

Lricbten Herzens eftte ft: bann mit dem Brief in der Tasche in den Stell hinab und lieh sich jfefäe" satteln.

Sie wollte zu Kitty Melbers, die ihr gestern hatte sagen lassen, die Iagdlnbidin habe Junge geworfen, und sie sollte sich doch recht bald die puhiaen T-inger an sehen kommen.

Unterwegs konnte dann gleich der Brief einem Boten zur Bestellung über geben w.'rden.

Tu siehst ja heute merkwürdig strahlend aus, LieÄmg," sagte die Gräfin, die mit Mama Losen- stein> Mofesta unter einer BlutbuchengniPP' saß, als Evelyn kam, sich zu verabschieden. ,^>ast du etwa von Magnus einen Brief fekommen?"

Nein, Mama. Aber es ist fo schön heute ich füble mich so leicht und froh!" Uud sie reckt-: choe schlanke Gestalt noch um rin Paar Z^l höh:r auf und lächelte.

Es war ja wahr. Wie eine Last wir es von ihr gefallen, seit sie den Brief g'.schrieben, der alles zum guten Ende führen sollte!

Da traf sie ein Blick Ddodestas ernst, bang fragendWas toll diese plötzliche Lustig§rit?" stand barm.Bist du so froh, weil er weg ist? Ober . . ."

Goelyns Augen erwiderten die stumm: Frage in sprühendem llefermut.

Ich denke, Magmrs Üommt bald zurück, da er gar nichts von sich hörens läßt!" sagte sie. Und dann heiraten wir ja bald toll ich nutzt ftujUich sein?"

,^ewitz, liebes Kind," nickte die Gräfin und kl'opfte ihr auf die Wange.Gib nur acht, daß dir nichts geschieht. Es beunruhigt mich immer, daß du den Reitknecht nicht mitmmmft auf deinen Ritten."

prooinzlaltag.

Gießen, den 1. Nov. 1919.

Ter neue Provinzial tag fer Provinz Ofer- hessm hielt am Samstag hier seine erste öffent­liche Sitzung unter fern Vorsitz des Provinzial- divettors Gel>einrerat Dr. Usinger ab. (ri> föiencii waren sämtlich: Mi'gli.fer. Zum Proto­kollführer wurde fer Provinzialsekretär Schäl­le r m a n n ernannt und verpflichtet. Als Ur» kunfepersonen wurden Tr. Alfert Aaron, Leck tsannalt in Gießen und Adam Decker, Gast­wirt in Groß-Felda, bestellt.

Zur Entscheidung über die Gültig­keit der Wahl des Provinzialtags führte ocr Vorsitzende u. a. folgendes aus.

Nackfem die Wahlakten >rus fen 466 Wohl- fezirkcn bei fern Provinzialwahlkommissar ein» «laufen waren, seien diese durch 12 besonders hier­für ernannte Hftfskräste »orgeprüst worden. In bet Zeit vom 8.10. September habe die Pro- vinzialnahlkommurion ebenfalls die Willitten ein» pelnnd durckgeprüft und das Wahlergebnis würfe vorschriftsmäßig veröffentlicht. Bei fer Prüfung der Wahlakten seien nur geringe Formfehler fest- gestellt worden, die aber auf das endgültige Er­gebnis fer Wehten keinen Einfluß gehabt hätten. Materielle Verstöße gegrn Die gesetzlichen Vorschrif­ten seien jed-enfalls nftgends vorgekommen, sonst hätten sicherlich^ ine Parteien rechtzeitig gegen das Datzergebnis d'monstrtert. Tie Gewählt m hätten alle die Wahl angenommen. Ter Provinzial Aus­schluß hab" bartf; -wei seiner Mitglieder ebenfalls die Wahlakten nachprüfen lassen. Nack,fern die festgestellten Anftänfe beseittgt worfe-.r waren, hab: der Puovinzialausschuß in seiner Sitzung vom 4. Oktober 1919 Die Veröffentlichung des Wahl­ergebnisses ebenfalls besch-lV'srn. Tie Berösf'.nt- itipmgen seien al.ichia ls vorschriftsmäßig erfolgt. Leber die Gü/ttgsrit fer Wahl habe nun d:r Pro- vinzialtag zu en'.scheiden. Er frage an, ob von den SRitgticfern Eimvendüngen vvrzubringen seien.

T-a dies nicht geschah, stellte fer Dorsitzend? fest, daß die Wahl einstimmig für gültig erklärt worden sei.

Tagegelder und Reisekosten der Mitglieder des Prvvinzraltags sowie der Mitglieder des Pvovinzialmlsschusies und fer Ersatzmänner,

Hierzu führte der B-o r sitzen d e aus: Nach der neuen Gesetzesvorschrift frien Tagegelder ono gtetfetoflcu zu g.wälwen, über deren Höhe der Provinzialtag zu bcsclüiehen habe. T« fer Pro­vinzialausschuß aufgelöst worden sei, habe dieser auch' keine Borsch-läge über die Höhe der Betrüge machen können. Teshalb Hofe er unferbindliche Vorschläge entworfen, die er zur Tebatt-' stelle. In den Kreisen Alsfeld und Lauterbach seien cm Tagegeldern für die Kreistagsmitglieder 15 Mk. für nicht am Sitze des Kceisamts Wohnenfe und 10 Mk. für am Sitze des Kreisumts Wohnende festgesetzt morfen. In Friedberg betrügen diese Sätze 16 Mk. und 12 Mk. Er schlage dar, sich den Friedberger Sätzen amzuschließen. Neben den Tage­geldern seien bann llebernachtungsgebühren und flteiietopen festzusetzen. Für fee Bahnfahrt werfe II. Wagen klasse vergütet irrtb für diejenigen Mit­glieder, die nicht an einer Bahnstation wohnten, Vnne noch eine befjnfere Entschädigung für Stel­lung von Gefährt in Betracht.

Bei der Aussprache schlug Oekonomierat Breidenba ch-Dvrheim vor, statt einer Ver­gütung für Gestellung von GefLlri eine besondere Wegvergütung (Kilometergetb) für den dlb- und Zugang zur Bahn zu berechnen. Rechtsanwalt Dr. Aaron-Gießen erllärte: Nach den amtlichen Gebuhrens.'itzcn für die Rechtsanwälte wurden für den Kilometer 1 Mk. vergütet, würfe jedoch der Nachweis erbracht, daß höhere Aufwendmigen ent­standen seien, so seien die wirklichen Auslagen zu vergüten. Landnnrt M o g k - Grundschwalbeim schlug vor, fen Kilometer Lmrdweg mit 1 Mk. zu vergüten, um allen Eventualitäten zu begegnen. Mitglied Lux- Nieder-Florstadt vertrat fen Standpunkt, daß die Taxe Yon 1 Mk. zu hoch sei. Für die Abgeordneten fer hessischen Bol^- Tammcr würfe nur eine Wegvergütung von 60 Pf. für den Kilometer «währt. Er schlug eine Weg- vergütung von 50 Pf. vor. Die bisherigen Pro- vinzialtagsmitgliefer hätten ja überhaupt nichts erhalten. Landwirt M o g k-Grundschwalheim be­tonte, er habe bei seinem Vorschlag nur an die wirllichen Berhälttrisse gedacht, da man zu diesen Sätzen jkt igar kein Fuhrwerk bekäme. Landwirt

:I und 5rau'.

Schneider- Utphe meinte, die Vergütung für ein Gefährt zur nächstgelegenen Bahnstation käme bei fen heutigen Prellen eines Fuhrwerks vrel su hoch. Larrdwirt Mogk- Grundschwalhrim zog seinen Anttag von 1 Mk. Weggebühr für den Kilometer zurück und war mit einem Ansatz von 50 Pf. ein verstanden, wenn alle anferai Eventualitäten satten gelassen und Ab- und Zu­gang zur Bahnstation je besonders berechnet wür­fen. Geschäftsführer Fo u r ie r - Ge^en sand rin Tagegeld von 10 Mk. für die in Gießen wohnen- fen Mitglieder des Provinzialtags zu niedrig. Für 10 Mk. würde heute lern Arbeiter am Tag mehr' arbeiten. Er schlug 12 Mk. vor.

Der Vorsitzende beantragte dann die Sätze fer Tagegelder wie folgt: Für auswärts Wohnende 16 Ml. und, wenn infolge des Ab- und Zugangs die Reise in der ziveiten Öälitc fes Tages vor der Sitzurrg angetreten oder die Rück- reiie in der ersten Halzte des folgenden Tages beendet werden würde, ein Tagegeld von 10 Mk., für die in Gießen Wohnenden ein Tagegeld von 12 Mk., wenn ilwe Tättgkeit in Gießen statt,infe:. Wenn in Gießen lvvhneuoe Mitglieder außerhalb Gießens an Sitzungen teilnehmen, fo sollen sie das gleiche Tagegeld wie auswärts Wohrrenfe erhalten. Für sogenannte Frühreifen (Rri.en, die am Sitzungstage vor 6 Uhr vormittags ange- tvetcn werden) soll ein besonderes Tagegeld von 5 Mk. in Ansatz kommen. Uebernachtungen sollen mit 10 Mk. entschädigt werfen. Bei Bahnfahrt soll 2. Klasse vergütet werden. Krmttcnkassen- beamter Braun- Alsfeld ist der Ansicht, 'man könne ebensogut 3. Klasse fahren.^ Geschäftsführer Fourier-Gießen stimmt angesichts der steten Ueberfüllung der unteren Wa^nllassen für die Benutzung fer 2. Wagenklasse. Privatier Schim­mel- Heuchelfeim war für Festsetzung eines Tage­geldes von 12 Mk. und für Vergütung der Bahn­fahrt 2. Wagenklasse. Kommerzienrat Langs­dorf - Friedberg stimmte für die Sätze van Fried­berg und 2. Wagenttafse. Diese Regelung könne, weim sie fern Pvovinziallag nicht zusage, anders geregelt roerfen.

2er Vor sitzende beantragte Abskmmung. Es wird gemäß den letzten Anträgen fes Borsitzeir- fen Beschluß, gefaßt und auf die verschied men Anregungen hin eine Weggebühr von 50 Pf. ge­nehmigt.

Ferner wird der Provnrzialausschuß ermäch­tigt, bei außergewöhnlichen Dienst­geschäften, die mit erhöhtem Anfwmrd ver- bunfen sind, für den Einzelfall rin« Cri)öhung fer Tagegelder oder fer liefernach<tungsgebühren zu bririllrgen.

Hreraur Wurfe die geschäftliche Versammlung unterbrochen und um Vs 11 Uhr durch fen Dor- sftenpLN die Wahlversammlung für die Wahl des Provinzialausschusfes Und fer Er sah Mitglieder eröffnet.

Ter Vorsitzende stellte fest, daß die Be­rufung fer Wähler zur Wahl srd.lungsmätzig und rcchrieitig erfolgt ist. Für die Wafe waren zwei Dorickläoe ringevricht und vom Wahlausschuß »u- qelatfen worden. Ter Vorsitzende verlas fen Besckluß fes Wahlausschusses über fee Zulassung dec zwei Wahlvvrschläge. Hierans Wurfe avge- fiimmt.

Als Adstimmungsergeferis Wurfe testyeftellt, daß 35 Sttmmzettel abgegri^n waren, davon warm ungültig 3, weil sie keine Auftchrift trugen. Bon Den gültig abgegebenen Stimmen entfielen m»f fen Wahlvorfchlag fer So»»alfeovkr«tikchm Pir- tri (Aaron) 12 Stimme» und auf fen Wahl- Vorschlag Heinrich Brauer, Landwirt und Müh- leulefitzer in Ober-Oslrifen, 20 Stimmen. Es entfielen d?mnach auf den erftm Wahlvorschlrg 3 und aus fen letzten 5 Sife.

Nach der Reihenfolge <mf fen Wahlvorfchlägen waren ge.vählt:

1. Born Wahl Vorschlag fer Soziolfemackrttr- scheu Partei als Mitglieder 1. Tr. Albert Aaron,R«chtsanwalt « Gießen, 2. Beruhrrd Rech- tum. Bürgermeister in Billingen, 8. Tr. FeliL fe Bra, Arzt in Schiitz; als Ersatzmänner 1. Wilhelm Schimmel, Privatier in Heuchelheim, 2. Heinrich Mehl, Werkmrister und Beigeordneter in G»'oßen-Linden, 3. Marfem« Hüter, ged. Weber, Housirail in Gießen.

2. Dom Wahlvorschlag Heinrich Brauer als Mitglieder 1. Heinrich Brauer, Landwirt und MMenbesitzer in Ober-Oflrifen, 2. Tr. Gurg von Helmvlt, Nicfer-.lsdadt, ReckMmwalt m Fri^erg, 3. Otto Schneider I., Lcachpwirt in

Ja. Dann war er glücklich Sie aber, Mo- fesch würde dann nichts mehr von ihm hönrn^ nie mehr .

Plötzlich, fuhr sie beinahe entsetzt in fee Höhe. Dort zwischen bat Bäumen fes Weges, b*r vorn Schloß heriuhrte, tmufee eine Wxk>, ftattlixfe Mürmergestalt auf.

Er! Er war zurück!

Im nächsten Augenblick war sie mit einet verwirrt gestammelten Entschuldigung verschamn» fen.

Dte briden Damen blickten sich verdutzt an. Aber da schlangen sich auch schon zwei Arme von rückn-ärts um die Gräfin, und die Stimme tfeeä Einzigen tagte herzlich:Gott gtttfeit dich, Mama, da bin ich wieder!"

Magnus! Du? Welche Ueberraschung! Sri hat Evelyn doch recht gehabt. Sie ahnte nämlich, daß du uns bald durch ferne Heimkehr über* raschen würfest."

Wo ist Evelyn?

Vor einer halfen Stunde ritt sie zu MelberA nach Lustbühl," antwortete Mama Losenftein;wie leid wird es ihr tun!"

Er blickte sich suchend um.

Und Mofesta? War sie nicht eben noch hier?

3a. Ich weiß nicht, was ihr plötzlich erogen fallen ist, davonzulaufen wie nämsch."

Die Gräsin lächelte.

Sie wird sich plötzlich erinnert Hafen, daß man sie vielleicht in Schönau ungeduldig erwartet. War sie doch zwei Tage nicht drüben!"

Magnus' Züge waren plötzlich finster gewvte den. Nervös strich et über feinen Spitzbart.

So. Nun, und was gibt es denn Neues hier? Hat sich etwas ereignet in meiner Abwesenfeit?"

Niemand merkte die ungeduldige Spannung in seinen Augen fei dieser Frage, denn er hielt den Blick gesenkt.

Nein, rem gar nichts."

Dann stellte die Gräfin eine Menge Frage« nach Glaversheim, die Magnus zerstteut feante wartete.

(Fortsetzung folgt.)

Airchttche Nachrichten.

Jirael. Religionsgemeinde. Gottes-» dienst i. d. Synagoge (Süd-Anlage). Samstag- 8. Nov. Borabd.: 4.45 Uhr. Morg.: 9. Abds.: 5.00 und 5.40.

Israel« Religivns- Gesellschaft, Sabbatfeier, 8. Nov. Freitag abd. 4.25 Uhr. Samstag vvrm. 8.30. Nachm. 3.30. Sabbftaus- gang 5.40. Wochrngottesdtenst: morg. 7.00^ abbd. 4.00

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