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erhärten.

Die

Legierung, die vom Wolffschen Bureau im

mt

ertrug und nun wie ein Gespenst auf dem englischen edjtff erscheint, die SHntung bei kom­menden hereinträgt. Man hört die Stimme des

An, Stadt und Land.

Gieren, den 6. Oft. 1919.

Hetze gegen die Einwohnerwehren.

Eine amtliche Aufforderung der Reichs­

v. g. u.

gez.: Anton Wöstemcyer.

Feuilleton.

Scapa Flow im Drama.

Man schreibt uns: Reinhard Goering, der Dichter derSeesckLacht", der ein so erschüt- tcrnbed Bild des Tages von ©la gerat schuf, hat nun and die letzte Heldentat der deutscher Flotte in einemScava FloM" vernvigt, das im Sep- temderlrest derNeuen Rundschau" zum erstenmal LKioffenliid,i wird. Die visionäre Kraft einer ge­nialen Stimmungskilnst, die er in dem ersten Drama so meiftcrbift bewährt^ offenbart sich auch in diesen beiden Akten, die in tu 13 abgeteilten, «gleichsam nur tonlos und verhallend hervorgc- ft-os-cnen Rhythmen zivei unheimlich gewaltige L^aenbilder malen. Es ist die Nachlt vor dem M-laus des Waffenstillstandes. ?lus den dunrpfen, müDcn, ivortarmen Bemerkungen der Aiatrosen, Eeekadettcn und Offiziere tönt uns die grenzenlose 'Tragik der a 11 ^gelieferten deutsckeic Flotte und ihrer Mannschaft entgegen. Sie fühlen sich schon tot und erstarrt: nur mühsam halten sic in dem nädtüten Dunkel der Knechtschaft, das auf ilmen lastet,bat Leben wach," durch mechanische Uebun- xKtt und erbeben eintönig gewaltige Silage in diesem, Grab der Ehre und Freiheit, in das dermeiste Kinger" der englischen Scheinwerfer grell hinein- fährt. Aus diesem müden Träumen und Dämmern ITrcHt blitzartig der Entschluß deS deutschen Ad­mirals auf, die Flotte dem Untergang zu weiden, und er spricht ans, was alle dunkel fühlen und wollen .

Ans dem englischen Admiralschiff breitet sich bagegen falte Freist» und behagliches Geniesten: inan rüstet zum Siegesfest, yuft veiäckffvch die 'Achseln über die Gesarurenen dort im Dunkeln, vor denen man txxtj ein heimliches Grausen empfindet bis plötzlrchi rn Gesang und Gelächter daS Todes­wort des deutschen Seckadelten, der tue Schmach

Claudiu s", das zur Rittcrzeit spielt, geht ein Ritter um, der rifetfüdftig ist auf jeden Mann, der lieben kann. In jedem erblickt er seinen Nebenbuhler und tötet ihn. Opfer um Opfer reiht er so aneinander, um am Ende zu erkennen, daß er sein Weib darüber verloren bat. Denn sie ging Nacht um Nacht, wenn er tötete, zu den Menschen, um sich ihnen zu fdienten.Ick bm ein Tier, du bist ein Mensch," sagt der Ritter zu seinem Weibe, als er es mit dem Schwerte -u- sammenschlägt . . . Der zweite (SinaftcrFried­rich und An n a" potenziert diesen Konflikt noch mehr und bietet nur einen Dialog über ver­moderte Schllld. Meder ist der Held der Betrogene. Er glaubt, Reines geliebt zu haben und liebte dock mir das, was ein anderer bereits vor ihm besäst. Er tötet aber nicht, sondern begnügt sich, dem imbekannten Borgänger, der seine Frau glücklich gemacht hat, damit zu danken, dast er seinem Weibe zärilick die Hände drückt. Bei solcher Psy- chologie versagte das Mitgehen des Publikums vollkommen . . Am meisten Theatcrblut pulst im dritten Einakter u a n a", der das alte Enodi-Arden-Problem neu modelliert. Juan, der Gatte Juanas, kehrt nach fünfjähriger Abwesen­heit zurück. Sein Freund Jorg»: heiratete in­zwischen Juana. Gerade als Juan beschliestt, durch Gift zu enden, tritt Jorge dazwischen Beide feind­lichen Freunde, Feinde durch bad Weib, haben eine dialektisch ganz famos gelungene Auseinander­setzung, an deren Ende sie beschliesten, dast der den Platz räumt, dem Juana den Giftbecher zuerst reicht, frier fühlt man die Adlerklane des Trama- llkers Kaiser am ganzen Abend ein einziges Mal. Gleich banad) aber Aerflattert die Dramatik wieder geutrckbclnber Sentenz. Juana löst lächelnd die Not der beiden, indem sie selbst den Becher leer trinkt und sterbend die Hände der Freunde zu- fammenlcgt. . . . Tie Aufführung war, wie ge­wohnt beim Schauspielhaus, mcisteriich, der Rah­men köstlich.

Freiwillig erscheint: Ter aus englischer Kriegs­gefangenschaft zurückgekehrte Unteroffizier Fritz Walter, Gren.-Regl. Nr. 11, 3 M.-W.-Abtl., geboren 1 8. 1895, Schwersenz, fit. Posen (Oft- preusten,. Berus: Fleischer. Entlasten nach Ber­lin O. 34, Grandenzcr Str. 35. Er gibt an: Ich geriet am 8. Aumrst 1918 bei Hangard ui englische Gefangenschaft. Kurz 11 ad) meiner Gefangennahme habe ich gesehen, wie zwei Kanadier einem Ge- fangmen, dessen Namen ich nicht Litnt, mit einer Draht schcere den Ringfinger ab­schneiden wollten, um ihm den Trauring abzunehmen. Der Mann widersetzte sich, ballte die Finger zur Faust und legte sie auf ben, Rücken. Daraufhin wurde er von den beiden uDnadiern hinter eimn Busch geführt. Kürz darauf hörte man einen Schuß fallen und die beiden Kanadier kamen wieder ohne den (gefangenen hinter dem Busch hervor. Beim Rücktransport wir waren etwa 100 Mann wurden wir von zwei betrun­kenen englischen Soldaten auf 100 Meter Entfer­nung beschossen. Tie durch die Schüsse Ber- wmideteii durften wir nicht micnehmen. Ich kann meine Llussagen nötigenfalls eidlich erhärten.

v. g. u. Fritz Walter.

Verbrechen an unseren Kriegs­gefangenen.

Im Anschluß an bereits früher erwlgte Veröffentlichungen von Aussagen unserer heimgekehrten Kriegsgefangenen ül " völker­rechtswidrige Behandlung in Fer^^laud lassen wir heute weitere Dokumente lotgen.

Durchgangslager Gietzcn, 1. Cft 1919

Freiwillig erscheint der aus sranrömcker Ge­fangenschaft entflohene Musketier Anton Woste- m e n e r , 5. Komp. R. I. R. 60. Berns- «ckuh' macher, geboren 4. Okt. 1899 zu Oesede, Kreis Iburg, Bezirkskdo. Osnabrück, freimatabrefic: Os- nabrütf-GixTvbura, Papenhürte 23

Er erklärt: Ich bm am 27. August 1918 bet Locourt a d Sommc in französische Okfang-.nfdhift geraten. Zuletzt war ich in Dem (Serangenlager Ehampy bi Pont-ä-Mousson, 807. P. G. K. Im April d.J. machten zehn sriieg5grfaTtgcne einen Fluchtversuch. Drei Deutsch- wurden von der Postenkette wieder sestg?nommen. Aus Anruf eines Korporals und zrveier Alpenjäger blieben s« ,dehen imb ergaben sich. Der Korporal erschätz mir dem Karabiner den .Musfetier Burke, weiter verwundete er durch zwei Schüsse die M: eVotiere BiShub und Lücke am Kopse und in den Hüften. Die Sddr des Surfe holten imr in der Nackt und begruben sie.

Bemerken möchte ich noch, bat die Behandlung in dem Lager bei Champy sehr schlecht war

Ich bin bereit, meine Aussagen eidlich zu

Es tritt hier also nochmals klar hervor, daß die an die Stadtverwaltung ergangene Aufforderung, zum Schutz der öffentlichen Sicherheit Maßnahmen zu treffen, nicht, wie Teile der unaufgeklärten Bevölkerung irrtüm­lich annahmen, mit reaktionären Plänen in Verbindung zu bringen ist, sondern daß maß­gebende Beurteiler in der Neichsregierung die Ueberzeugung haben, daß solche Vorkehrungen nötig seien, um Sicherheit und Ordnung im kommenden Winter aufrecht zu halten. Daß im übrigen auch für die Linderung dec Nahrungs- und Wohnungssorgen das Men­schenmögliche getan werden soll, ist ganz selbst­verständlich.

Die Eröffnungsfeier der Volks­hochschule Gießen.

Tie VolkshEchule leitete gestern nachmittag ihr erstes Wintersemester in schlichter, durchaus dem Zweck angepaßter Frier ein, feinsinnig gegliedert durch brri ausgezeichnet vom Bauerschen Gelang­verein unter Herrn Görlachs Leitung vorge- trag*enen Chorwerken. Geh. Rat Mittermaier bcgrcüftte im Namen des Vorstandes des Volks hockschiulverrins die zahlreich Erschienenen und skiz- zierie in knappen Umrissen den Geist, der unsere Gießener Bolks'hock'sckmle ins Leben gerufen und den sie weiter verbreiten soll. Sozialisierung des Geistes, Bildung zu Tat- und Pflichitmenschm, Er­ziehung der neuen Führerschaft, die aus dem mate* riellen Zusammenbruch in getreuer Kleinarbeit tüditige Gesinnung und zuversichftiche Arbeitsfreude gar innen und verbreiten soll, das sind die 9tidjt- linien der neuen Stt,.ule. Weder schönrednerifd)c Fafelrien noch parteipolitische Propaganda haben in ihr Platz. Daran schloß er einen kurzen Bericht der Organisation und Arbeit des Bvlrshochschall Vereins.

S. Magn. der Rektor Pvof. Tr. Kalb­fleisch, begrüßte die Volkshochschule und tonnte ihr teinc besseren Führer Vorhalten als den Menschf heitölehrer Sokrates und Goethe. Tie Worte aus der Zueignung sind wie geschaffen als Wahlspruch für die geforderte GesinnungWarum sucht ich den Weg so sehnsuchtsvoll, wenn ich ihn nicht den Brüdern zeigen soll". Herr Oberbürgermeister

deutschen ?ldmirals aus dem Dimkel:Mein Land, mein teures Land. / Jlw Brüder! / Jetzt tue ick / Tie ungewisse Tat. / Zu deinem frommen / Land / In eurem Sinne / Brüder. / Der Ausgang / Strht nicht bei mir / Jetzt tue ich die Tat. / In Treue sterb ich." Tie Stimme erlischt, das .Lichtzrichen, das Signal des Unterganges, zuckt empor, und durch die Luft braust das immer stärker ansckweb- Icnbc Rauschen, das von den sinkenden deutschsen! Schiffen ausgri)t. Tenl en^ischen Admiral tritt in clarakteristts-chpr Rede imb Gegen rrix her deutsche Admiral entgegen, den man aus dem Wasser ge­zogen hol und der durchnäßt mit der Mütze auf dem Kopf erscheint. In wundervoN beschvingtem 2lnrnf nimmt znrn Schluß der deutsch: ^Ibiniral M schied von dem heiligen Vaterland und den guten Kameraden, Abschied vom Leben und vom Leid, *nb das Schimpfwort, das ihm einer nachsckleudert, versinkt in der tiefen Ehrfurcht, die auch der Feind ihm nidit versagt . . . Ein Werk voll Seichtheit und Große, von erhabener Ahnung und tragischem Schweigen, der Tat nnixing, die es gebar . . .

Drei Einakter von Georg Kaiser.

Aus Düsseldorf wird uns geschrieben: Georg Kaiser hat drei Einakter unter dem SammcltitelD ie Milchstraße" geschrieben, die das Tüsfeldorser Schauspielhaus zur ersten Ausführimg brachte. Der Dickster desGas" ist in_ her fionzentriertheit feines Stofflichen, in der Steigerung des dramatischen Geschehens so Meister, daß er berufen ist. Vollendetes in der Dramatik zwff'ckren zwei Vorhängen" zu leisten. Konflikt und fiatbarfti liegen in allen drei Stücken vollkommen im Weiftigcn, im Gedanklichen, nicht in der Handlung Die liegt, wenn der Vorbang sich bebt, bereits hinter den Perionen, nur die letzte gedankliche Auseinandersetzung lebt der Hörer noch mit. Man erlebt einen Abend in sehr geistreicher Gesellschaft, aber man vermißt das Aufwülsterisric, das Gcpacklsrin, das doch letzte Notwendigkeit jedes dramatischen Geschehens ist. Im ersten Stück

Die Voivercitung der Volksabstimmung in Nord^Schleswig.

Berlin, 5. Okt. Am 4. Oktober ist dem ^Vor.-rärts" zutolge der schwedische jknvul Vunb- gre-ji, t<r Delegierte der Internationalen StJm> miss um, die die Abstimmung in Nord- Schleswig vorbereiten soll, in Flensburg ge­wesen, um zunächst getrennt mit Vertretern der deutschen und dänischen Teile ber Sküölferung über die Frage der Nähr ungswi rtf chaf t während der Abstimmung zu beraten. In etner gemeinsamen dritten Sitzung, die unter dem Vor­sitz des Staalskommissars für Seble-wig-Holstern, Tr. Köster, abgehalten worden war, einigte mm sich aut ein besonderes Ernährungspragr.amm, daß die Beibehaltung in der Ltslxrigen fiicerfnft uh> in dem Austausch aller Ueberschüste des Admm- mungsgebietes gegen Kohlen, Baumittel usw. vor- fieht.

Ter Metallarbeilerstreik.

Berlin, 4. Okt. (Priv.-Tel.) DieB. Z. a. M." meldet: Die Lage im Metall­er b e i t e r st r e i k verschärfte sich infolge des gestrigen Schreibens der Arbeitnchmerorgani- fation an den Arbeitsminister. Infolge der beständigen Drohungen, auch die elektrische Licht- und Kraftversorgung Groß-Berltns brachzulegen, sahen die zuständigen Stellen sich veranlaßt, Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Das Kabelwerk der A. E. G. tu Ober­schöneweide wurde gestern militärisch besetzt. In Öberschöneweide mürben etwa tausend Soldaten, die aus Oberschlesien getommen sind, einguartiert. Die Behörden treffen Vor- kehrungen, um gegebenenfalls die Licht- und Krastversorgung Groß-Berlins aufrecht er­halten zu können. Die Bemühungen, die Ar­beiter der städtischen Elektrizitätswerke m den Metallarbciterstreik hineinzuziehen, blieben auch neuerdings ergebnislos. Bei den Abstim- mmngen in den einzelnen Stationen wurden 781 Stimmen gegen und nur 283 für Len Streik abgegeben.

Aus vem besetzten Gebiet.

Erleichterungen fürs besetzte Gebiet.

Berlin, 4. Okt. Nach einer Meldung derInformation" rechnet die Besetzungs- srist der deutschen Gebiete vom 1. November 1919 an. Nach einem Bericht desPetit Journal" wird die erste F 0 l g e d e r R a t i - sikation des Friedensvertrags durch die französische Kammer die Gewährung von Er­le i ch t e r u n g e n für die Bevölkerung der besetzten Gebiete fein. Die Kommandanten der betreffenden Besatzungszonen sollen bereits Anweisungen aus Paris in Händen haben. Es soll eine Amnestie für bestrafte Bewohner der besetzten Gebiete gewährt werden. Außer­dem ist die Aufheoung der Kriegsgerichtsbar­keit in absehbarer Zeit in Aussicht genommen. Für die Monate Oktober und November ist eine weitere Verminderung der fran» gösischen Besatzungstruppen um etwa ein Drittel des bisherigen Bestandes ge­plant. *

, ch. Aus der Rheinpfalz, 2. Okt. Tic «Ernte der Zwctscheu hat ihr Ende erreicht. Mer Ertrag war in diesem Jahre außerordentlich Jgroft. Im Anfänge wurden für den Zentner Äwctschcn 2030 Ml. angelegt, später ging der Äreis auf 65, 7075 Mk. in die Höhe. Oft ge­langten in den Orten, in denen die Zwrischenernte besonders groß war, am Tag mehrere Eisenbahn­wagen von Zwetschen zum Versand. Mancher Aaumb^siver hat 100, sogar 300400 Zentner abgesetzt und infolgedessen Einnahmen von 12 000 bis 15 000 Mk. verzeichnen können. Seitens der Brennereien wurden viele Zwetschen eingelagert.

--- Trebou r, 5. Okt. Die Gemeinde wurde von der französischen Vertvaltung in eine Geldstrafe von 2000 Mk. genommen, weil itin lOjähriger Knabe die Maitrefse des Orts­kommandanten durch einen Steinwurf belei­digt hatte. Die Maitresse ließ außerdem den Mubetl in der Schule abstrafen. Schließlich stieß der Ortskommandant bekannt machen: Wenn das noch einmal passierte, würde die französische Fahne zum Rathaus hinausge- hänqt, die die Ortsbewohner fortwährend zu grüßen hätten.

DiS jetzt haben sich an 500 Teilnehmer zu den morgen abend beginnenlvn Kursen snnri- bet. Anmeldungen werden noch- dv «nt W^cke fonuhl auf der Geschäftsstelle Löberstra^: 26II als auch vor den Abendkursen angnromm'n. Der Dolkshochlschuloerern ist bereits auf 300 Mit­glieder, wozu noch die zahlreichen Körperschaften hinzu kommen, gestiegen, und Stadt, firers, Prvvur» und Staat unterstützen das Unternehmen. Ent­stehen ist ein Verband fämtlidj<r Volkshochschulen, die allerorts in Oberheffen crMyen.

Zeller erhoffte tun der neuen Schule viel^ zur »'cuiguns d-r.g.-vMiVN im-q* Dr fUleiicr ab Vertreter c>es

LanoeSamts' tur " Büdun^veien, T«reft»r fr a Hin ger von der Zentralstrile ,zur For- berimg des Lo.todchdui^gSwe'ens Heften nickt erdfernen. Er ^mes darauf mn, dai der neue Staat die entbcdren kann, wenn Fr s^rS JX-tSDtouM* bürget zu Einsicht und ^Iblriurit «J eben tmlL die den dvigen «adxhunger ablehnen Herr Pfarrer Koch eimüblide Vorkämpfer der VottshocktÄüideen, malte in packender Weise die Geftnnung, Ardeft.mrv Erfolge der bäni'den Votksdolechule und rhrer Stifter fioht und Grundvig, d,e ihr bann des X5<hr aus stumpfem Tasrin nack politi'lam Zulammen- brudi zu einer allseitigen MenstÄickchnt erzogen, die einen Cuericfcuitt darstellt durchs jad>frcnc, Standestörver und im Gegensatz zu 103^00her Pielwisserei der sogenannten 'Jillgernembubung. Ganz tote die dänische Volkshochschule sott auch, dte deutsche Bolksdock«schule feine Anstalt zur Erneue­rung der Fack dildung für sacht ick. toirtlchaftlrn und sozial Ehrgeizige fein, nickt Belchrmig über alles mögliche, sondern Belebung des g-nzen Menschen. Dolfeh«ttchule ist keine Universität jweuen Grades, ihr Ziel ist nickt der toisscnfchaftliche. zur Forschung fähige^ Mensch, sondern der besinnliche Mensch fi'ein. T?* häu^lcmenfch^, also mit Standeskurziichtigfeit de- haftet, keiner, dem sein Berus zu schleckt ist und kein oberflächickrr Schlogworwriester, ist zu.die­ser Schule gescknckl. fi'ommm toll, wer fern .Men­schentum, seine Geistigfeit und Innerlichkeit zu ver­tiefen und zu sichern bestrebt ist, wem die gründ- legenden Lebenslagen am Herzen liegen, roer raube vom Lärm der Tagesschlagroorte die <sede feines Milmecknsen zu verstehen sucht. Gießen breiet nach seiner MsickN den denkbar besten Boden, die Misch­ung der Stände, vorurteilslose Offenherzigkeit des ober hessischen Bolksschlages, materielle und gelinge Hilfsmittel, alles läßt eine, gckrihliche Arbeit mrd begründete Hoffnungen aur Beitand hegen AVer hier tote überall ist die Persönlichkeit des Lehren­den tote die des Lernenden, das erste und letzte 1 Erfordernis. Damit schloß Pfarrer &xf).

ganzen Reiche verbreitet wrri-. hat für Gte- . gen eine ganz besondere Bedeutung, denn sie bezieht fid) auf die in der Stadwerord- netenverfammlung Jo stürmisch verlaufenen Meinungsverschiedenheiten über Einwohner­wehren und Beschaffung van Sicherutlgs- waffen. Ter Aufruf geht aus von der Zen­tralstelle für Einwohnerwehren beim preußt- schen Ministerium des Innern und hat fol­genden Wortlaut:

Mit allen Mitteln der Propaganda setzen die Lin'tsradckalen ihren Lügenfeldzug gegen die ihnen üerbafiten Einwohnerwehren, int Notnxhr- organifationen gegen Umsturz und Terror, b>rt. Es füijrte zu wert, die Lügenmridungcn über ver­kappte Reaktion, Unterbringung der abiulkrcrnben Heeresnaffen in den Einwohnerwehren, Bewarr- nuitg der Jugend und alle die sonstigen, oft ge­radezu lädcrlrücn Märchen immer einzeln zu wi­derlegen. Kürzlick, verbreiteten sie, daß bei den KöÄiner Lebensmittelunruhen die Eimvohner.vchr ftl wähllch versagt habe und sogar entwaffnet mar» <en sei. Tort toar die Bildung der Wehr am R^üvrianbe des Magisttats geschcftert. Außer der Polizei bestand nur eine unzureichende Drgini sarion von mtTitärifd,en Zeilfremrilligen, die mit her EinnolTnerwekft gar nichts zu tun haben. Eine tüd-tig' Ernwohnenvebr Hätte ftchcr- lick jene bedauerlich«!'. Ausschrrimngen verhind:rt. Die fiosliner Ereignisse sollen von neuem alle nach zaudernden Städte und Kreise mahnen, schleunigst starke Einwohnerwehren zu bilden, wenn sie fick', vor unabsehbaren Schäden ick ützen wollen. Es ist nicht nötig, daß tne blutigen Erfahrungen, die in Berlin, Hamburg, Bremen, Kassel und anderen Städten cvid.'rstands- fäbige Wehren erstehen ließen, erst immer nricter- I;rit werden. Es l?eißt Vorbeugen, und bie, G:- mein den, die ja doch den Ähadrit tragen müssen, tun gut, zu befolgen, waS ihnen llnterstaatssekretär Lewald kürzlich in der Nationalverfimmlung ri-.t, fick rechlznftg durch Einwohn-ertoehren g'gcn Tvmiilte zu schütz«:, llntersckfätzung der Gefahr ist der größte Fehler. Reichsivehrtruppm und Polizei, auf die die Hetzer auch ihnen zersetzenden Einftuß auöAubehnen versuch-it, reichen zum Schutz nicht aus. Der schwerste deutsche Winter st.'ht vor der Tür. Um durch die Not zu tommen, muß der mächtige Block der Eintoohiterwehren immer fester zui'ammcngeschlvssen werden.

* Konzertverein, Wie aus den An­zeigen ersickrirch, eröffnet der Kvnzertveretn am kommenden Sonntag, dem IT ^ktvver, ut der neuen Universitäts-Aula seine ^pieltzert mtt einem! Liederabend der Frau Pos-C arlo-For tu Tie Künstlerin trotz italienifden Namens eine fieiwigerin, erregt namenrtidi als Dolorattir- fängerin überall höchste Bewunderung. Sie fragt demnäckst in einer Reffte von Konzerten m Berlin, Münden, Dresden imb anderen Stählen und ist bei ihrem neultd.en, ersten Auftreten in Hannover fotort für drei weitere fivnzerte verpffickltet roowenj Begleiter am Klavier ist der Musikdireftor Tr. Georg Göhler, rin bekannter fiomumffst, der in diesen Tagen seine neue Svieloper tn Atmrn- Iteim dirigiert. Für das 2. Konzert, am 19. Okt., ist die Frankfurter M a dr i ga l - B e r e int g- u n g unter Leitung von Fräulein D e iso f t gc - Nonnen norden Im dritten, am 2. Avvember, wird unseres heimischen Kvmpomsten Arnold Mendelssohns gedacht. Er selbst am Klavier als Komponist und Begleiter seiner Lieder, tne von der Berliner Altistin, Frau Werner Jensen vorgetragen werden. Tas vierte, vom 9. Mvember bringt unter Professor Trautmanns Lei­tung das so heiß begehrte S i n fon te kvn z e rt ausg.'führ1 vom FrankfurterPalmengar- t e n - O rch e ste r unter solistifcher MMorrkung des Gelliften Bottermund. Als fünftes folgt am 30 sttovember das Rebner-Strerch-Quar­te 11 aus Frankfurt mit einem Beethoven- Abe n d. Für das sechste am 7. Dezember ist der ausqezcick.nete Geiger I a n i S z L n 10 aus Mün dk.*n verpflichtet: für den im gleichen Konzert vor ocsehenen gelang litten Teil fdioeben noch «er InnMungen. Tas neue Jahr wird am 11. Januar als 7. Konzert mit einer Kammermusik des Würz burger, aus bem Brüsseler Streitigunrtett hervor- gegangenen Schörg-Quartetts, ringdeitet. Ihr reiht sich am 28. Januar m der Stadtkirchc als achtes, unter Leitung P rofessor Traut m a nns, als Chorkonzert mit Orttester, Soli

Der erste bcutfttfe Sprachreini­ger. Bor 300 Jahren, am 8. Oktober 1619 tourbe der Tick.ter und Schriftsteller Philip» von Zesen in Priorau bei Dessau geboren. Er war Lvrifer der Opitzfchule und der erste deutsche Romandichter. Als solcher aber recht unbedeutend, ist er uns heute besondere wert als Stifter der Deutschgcsimtten Genossenschaften". Sein Streben ging auf eine Reinigung der damals mit Fremd' Wörtern geradezu durchseuchten deutschen Spracht Obgleich er hier viel zu weit ging, so hat er dock viele gute Neuerungen geschaffen, die sich bis aut die jetzige Zeit erhalten haben ober sich gar erst 1 jetzt durchsetzen z. B.Schauburg" für Theater. Besonders hat er mit Erfolg den guten deutschen Vornamen und Namen gegenüber den frcmblänbt scheu wieder zu ihrem Recht Der holten. Um einiger - feiner Seltsamkeiten zu nennen: für dieNatur" sagte erZeugemutter", fürVenus":Lustinne". fürAurora":Röthinne". EinVers" wurde bei ihm einDichtling", einFenster" einTage« leuchter", eineNase" einLöschhorn", welcher Ausdruck heute noch im rheinischen Dialekt gc braucht wird. Seine Sonderbarkeiten erklären sich zum Tril wenigstens aud seiner Annahme, daß die deutsche Sprache die Ursprache sei, in der sich bi. Sprache des Paradieses erhalten habe. Darum eiferte er so heftig gegen Fremdwörter und hielt Griechisch und Lateinisch nur für Entartungen des Deutschen: so bedeutete seiner Meinung nad) Herkules ursprünglichHeerkeule". Kann man ' Zesen als Tichter und Schriftsteller nicht hock ein schätzen, auf dem Gebiet der Sprachreinigung : war er bei allen Uebertreibimgen, die der bamahge ' Stand der Wissenschaft und die Kriegs zetten her

schuldeten, sicherlich der Vorläufer einer Geftn* nung, die heute mehr als ie Allgemeingut der Voltes zu werden verdient.

Frriwlllig erscheint: 1. der aus englischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrte Schütze Mat­thias Spoida, Res.^Juf.-Regt. Nr. 15, 1. M- G.-K., geboren 24. Februar 1899 zu Borkowitz, Kr. Rosenberg in Oberschlesien. Beruf: Arbeiter; entlassen nach Mthalder »slben, Bez. Magdeburg, Bez.-.Komd. Neuhaidensleben. Er gibt an: Am 18. August d. Js. machte ich mit zwei Mitgefan­genen Kameraden aus bem englisckftn Getangen- lagrr Etaples einen Fluchtversuch Wir wurden je­doch bald wieder ringefangen und nach dem Lager 5urü(ftranöportiert. Etwa 30 Meter vor dem Sager» eingang nmrbe der mit mir entflohene Infanterist Max Schmidt von Wehrda in Sachsen, dein säch­sischen Jnf.-Regt. Nr. 181, 11. Komp., angehörig, von dem englischen Posten von hinten mit dem Bajonett erstochen. Später wurde von dm eng­lischen Offizieren den anderen P. W. Komp, be­kannt gegeben, Schmidt sei bei seinem zweiten .Fluchtversuch erschossen worden, was nicht der Wahrheit cntfhradj. Ich kann meine Aussagen^ tigenfalls eidlich erhärten.

v.g. u. Matthias Spoida.

Ter Musketier Leo Gr zeck, Jnf.-Regt. Nr. 448, 10. Komp., geboren 2. November 1898 zu Radosiew, Kr. Czaurikan in Posen. Berus: Ar­beiter. Entlassen nach Radosiew, Bez.-Kommando Sd'.nribcmübl. Er gibt an: Ick bin ant 18. August 1919 mit Spoida und Schmidt aus dem Lager Etaples entflohen und mache die Aussagen des Spoida >u meinen eigenen.

v. g. u. Leo Grzeck.