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Vie deutsche Antwort über die Räumung des Baltikums.

Die deutsche Negierung hat auf die Droh- ttote der Entente ausführlich gcnntlvortet Die lebhaften Worte, mit denen die Andro­hung von Zwangsmaßregeln Fochs zurück- gewiesen wird, stehen in einem mertbaren Gegensatz zu beit sack)lichen Zugeständnissen, die gemacht werden. Deutschland kann sich nicht mehr wehren, und es tut jetzt beinahe etwas, ivas nach vieler Deutschen Ueberzcu- gung schon bei der Entscheidung über die Annahme oder Ablehnung des Friedensver­trages hätte geschehen können: es fordert dieAlliierten" aus, die Lösung der Frage selbst in die Hand zu nehmen. Die deutsche Regierung tut alles mögliche, um die Trup­pen im Osten zum Rückzug z-u bringen; was noch getan werden könnte, soll icns die Em tente gefälligst sagen. Wie wäre wohl die Wirkung gewesen, wenn die Reichsregierung bei der Ungeheuerlichkeit der gesamten Frie- dcnsbedingungen damals gleich die Gegner eingeladen hätte, die Ordnung und Verwal­tung der Dinge in Deutschlauö selbst in die Hand zu nehmen? Nach unserer Ueberzrugung wäre dadurch die Verlegenheit der andern groß, unser Schaden und Unglück aber noch gkößer geworden. Im Kleinen darf man nun aber diese Methode einmal einschlagen. Im vorliegenden Fall blieb auch beim besten Wil­len nichts anderes übrig.

Berlin, 4. Olt. (WTB.) In der Frage der Räumung des B a l t i k u nr s ist General u- daut folgende Note für die Entente über­geben worden:In Erwiderung der Note 1755 G vom 28._ September legt die deutsche Regierung den größten Wert auf die Feststellung, daß sie dauernd auf das Eenergischste bemüht ist, die Truppen aus dem Baltikum und Litauen her­auszuziehen. Sie hat zu diesen Zwecken an­geordnet, daß den Truppenteilen, die dem Ab- marschbelehl Keine Folge leisten, die Löhnung, so­wie alle fünftigen Versorgungsansvrüche gesperrt werden. Um fernerhin jeglicl^n Zuzug zu verhin­dern, wurde die deutsche Grenze gegen Kurland geschlossen und der Befehl gegeben, auf Trup^n, tro&bem diese Linie überschreiten, zu schießen. Auch ist jeder Naclpchub an Acunition strengstens untersagt. General Grafvonder Goltz ist von seinem Posten ab berufen worden. An seiner Stelle übernimmt bis zur völligen Durchführung des Rücktransportes Generalleutnant Eber­hardt den Oberbefehl über sämtliche noch östlich der Reichsgvenze befindlichen Truppen. Schließlich erließ die deutsche Regierung an die Truppen einen Aufruf, der sie zur Pflicht zurückruit und ihnen eindringlich vorstellt, welche unabsehbaren Gefah­ren und Leiden sie über ihre Volksgenossen herauf- beschroören, wenn sie in ihrem Ungehorsam be­harren. Alle diese Maßregeln sollten die deutsche Regierung auch in dein Urteil der alliierten und assoziierten Ävegierungen vor dein unberechtigten Vorwurf schützen, daß, sie die Widersetzlichkeit der deutschen Truppen als Vorwand benutzte, um ihre Verpflichtung zur Räumung der ehemals russischen Gebiete unerfüllt zu lassen. Die alliierten und asso­ziierten Regierungen haben hinreickhmden Einblick in die durch den Friedensvertrag bedingte Lage Deutschlands, um zugeben zu Müssen, daß der deutschen Regierung weitere militä-

Deutsche Frauen für die Rückkehr der Gefangenen.

Bern, 4. Okt. Eine Deputation deutscher Frauen Kpräch bei der schweizerischen Regierung im Berner Bundeshaus und bei dem Präsidenten des Internationalen Roten Kreuzes in Genf vor, um rm Namen von vielen Millionen schwer leidender deut scher Frauen und Mütter die dringende Bitte auszusprechen, beim interalliierten Obersten Rat dahin zu wirken, daß noch vor Winteranfang die deutschen Kriegsgefan­genen aus Frankreich freigegeben würden. Jr.s- 'pesorrdere wurde gebeten, daß der Vertreter bet deutschen Regierung, Major Draudt, sogleich in die Kommission für die Heim sendurrg der Kriegs­gefangenen aufgenommen werde, und daß man, wie versprochen, jetzt die Heimschasfung der Vernnm- deten und Kranken zum Mschluß bringen möge und daß ebenso die Heimschaffmrg der Zivilinter­nierten beendet werde.

Japan und die Arbeiterbewegung.

Amsterdam, 5. Okt. (WTB.) Nach einer Meldung des Pressebureaus Radio be­richtet dieNewhork Times" aus Tokio, daß Japan zur Erhaltung des Friedens in der I n d u st r i e eine Gesellschaft zur Bei­legung industrieller Streitigkeiten bilde.

Tas belgische Königspaar in Amerika.

Amsterdam, 4. Okt. (Wolff.) Das Reutersche Bureau meldet aus New York: Der DakupferGeorge Washington" kam mit dem b e l g r s ch e n K ö n i g s p a a r an. Der König begab sich an Land und drückte in einer Bot­schaft an das amerikanische Volk seine Freude über den Besuch in Amerika aus.

Wilsons Erkrankung.

Berlin, 5. Okt. Wie demBert. Lokal- Anzeiger" aus Rotterdam gemeldet wird, besagen' Meldungen aus Washvngbvn, daß es Wilson nicht besser geht, weil Herz- imt> Atemtätigknt und der. Puls zu Besorgnis Anlaß geben. Man fragt sich, ob die Krankheit nicht eine seelische ist.

Aus dem Neiche.

Der neue Reichsmiuister Koch.

Berlin, 4. Okt. (Priv.-Tel.) DieB. Z. a. M." meldet aus Düsseldorf: Der neue Reichsminister Koch erklärte bei seinem Ab­schied in Düsseldorf gestern, daß er es als^ eine der wichtigsten Aufgaben als Minister des Innern betrachten werde, die Loslösungs-' bestrebungen der Rheinländer zu bekämpfen.

Die Reichsregierung gegen ein Gerücht.

Berlin, 4. Okt. (WTB.) In Kreisen von> Angehörigen der Kriegsgefangenen wird angeblich eine von Kriegsinvaliden in einer Versammlung in Altona geäußerte Behauptung verbreitet, daß in allen Lagern von deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich ein Schriftplakat angeschlagen ist, welches als Aeußerung eines Mitgliedes der deut- sck)en Regierung die Worte enthalte:W i r b r a u-, chen die Kriegsgefangenen nicht zu­rück. Wir haben Arbeitslose genug." Es wurde gleichzeitig behauptet, daß dieser Satz vom Reichsminister Erzberger stamme. Dio Reichsregierung leitete eine Untersuchung ein- ob diese Aeußerung in jener Versammlung tatsächlich gefallen ist und ob solche Schrift-, Plakate in französischen Gefangenlagern existieren. Heute schon kann aber ein für allemal festgestellt werden, daß niemals, weder von Erzberger noch von einem anderen Mitgliede der Regierung eine derartige yesühlsrohe treulose Aeußerung get<pr worden. Vielmehr ließ die Regierung, wie Reichs-, Präsident Ebert vor den zurückkehrenden Kriegs-, gefangenen in Göttingen betonte, seit Jahr und Tag kein Mittel unversucht, um die Rückkchp iuniercr unglücklichen Brüder aus der Gefangen-» schast zu beschleunigen. Die Angehörigen unserer Kriegsgefangenen werden dringend gebeten, der-, artigen falschen Gerüchten, die zum Teil offen­sichtlich zu innerpolitischen Zwecken erfunden untz verbreitet werden, keinen Glauben zu ichenken.

Behebung der Verkehrsschmierigkciten.

Berlin, 5. Okt. Nach demBerl. 2agw blatt" sind neue Methoden im Gange, um die Reparaturen in den Eisen bahn-, Werkstätten zu beschleunigen. Tas Statt schreibt hierzu: Es ist eine der wichtigsten Auf­gaben, vor die eine Regierung jetzt gestellt wird.; Nur wenn es gelingt, eine schnellere Wiederher-, stellung der zahllosen reparaturbedürstigen Loko­motiven und Eisenbahnwagen zu erzielen, könne die Verkehrsschwierigkeit, unter d:r die Nahrungs-, mittelsufuEr, die Kohlentransporte und das ganze wirtscktaftliche Leben so furchtbar leidet, vermindert werden.

Ein Notschrei des MemclgcSreteS.

Berlin, 4. Okt. (WTB.) DiePol. Park. Nachr." verbreiten einen Notschrei aus einer Volks­versammlung in H e y d e k r u g an die Reichs- und Staatsbehörden, worrn btefe in letzter Stunde auf- geforbert werden, alles zu versuchen, um das Memetgebiet vor der LöKlösung vom Reiche zu bewahren.

tretene Politik dar, die darauf ausging, von der Friedenskonferenz das Maximum der möglichen Beschränkungen der deutschen Effektivbestände zu sickern. Er fügt hinzu, als die französischen Dele­gierten völlige Unterdrückung der deutschen Ar­tillerie verlangten, sei von den Alliierten einge- wsndet worden, daß dies unmöglich sei, denn man könne sich nicht an die Stelle Deutschlands setzen, um seine territoriale Sicherheit zu gewährleisten.

Die Kammer nahm mit allen Stimmen Kommissionstext des Antrages Lefövre an.

Ter Rat des Völkerbundes.

Versailles, 5. Okt. (WTB.)Temps" glaubt, daß am 12. Oktober die erforderlichen drei Ratifikationen der alliierten Groß­mächte Vollzogen sein n-erden und daß dann der Rat des Völkerbundes wird zusammentreten können. Er habe in einzelnen wichtige?! Fragen sofort Entscheidungen zu treffen. Er müsse na­mentlich innerhalb von 14 Tagen nach dem In­krafttreten des Friedensvertrages drei der fünf 9)titgHeber ernennen, die mit einem fran­zösischen und einem deutschen Delegierten die Kom­mission zu bilden hätten, die die Grenzen des Saargebietes sestzusctzen haben. Außerdem habe er die fünf Mitglieder der Regierung des Saar- gebietcs zu MHmmen, sowie deren Präsidenten. Schließlich habe der Rat des Völkerbundes den hohen Kommissar für Danzig zu ernennen. Aus allen diesen Gründen müsse die Einberufung des Rates des Völkerbundes dem Jnkrasttreten des Fricdensverttages unmittelbar folgen. Diese Zu­sammenkunft müsse auch dann stattfinden, wenn dec Fricdcnsvertrag in Amerika noch nicht rati­fiziert sei. Demgegenüber bemcrltJntransigeant", man glaube, daß der Rat des Völkerbundes nicht wie Clemenccau in seinem Briefe an den Obersten House gewünscht habe, im Monat November, sondern erst zu Beginn des kommenden Jahres zusammentreten könne.

Der Streif in England.

London, 4. Okt. (Wolff.) Reuter er- ährt von gutunterrichteter Seite, daß Lloyd George bei den Verhandlungen mit einer Abordnung des Transportarbeiter­verbandes an der Bedingung, daß die Wiederaufnahme der Arbeit der Wiederauf nähme der Verhandlungen mit den Eisenbah­nern vorangehen müsse, unerbittlich fefthielt. Der Vorsitzende des Eisenbahnerverbandes er­klärte hinterher, es seien keine Fortschritte ge­macht worden. Die Verhandlungen seien augenblicklich vertagt.

A m st e r d a m , 5 Oft WTB.) Reuter/ Aus London wird gemeldc.: D.e Konferenz der Eisenbahner und Transportarbeiter mit dem Premierminister am 3. 10. ist um 9 Uhr 10 Minuten abends «abgebrochen worden. Thomas erklärte, eine ©inigung sei nicht erhielt worden. Eine amtliche Mitteilung besagt, daß der Eisenbahnerverband das Anerbieten beg Regierung, bie Streitfrage einem Schiedsgericht zu unterbreiten und ebenso den von der Regierung vorgeschlagenen siebentägigen Waffenstillstand ab­gelehnt hat. Die Regierung I>at i die Lordleut­nants der Grafschaften unb die Bürgermeister der Stabte einen Aufruf gerichtet, in dem sie aufge- fordert werden, V g erwehren zu bilden, uni der Krisis entgegeniutreten.

London, 5. Okt. (Reuter. Amtlich.) Der Eisenbahnerstreik ist b e i c (c g t.

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Amtliche Archive Mackensen- beschlagnahmt?

Bern, 5. Okt. (W. B.) Wie das ruiiiü.usche Preßbureau meldet, wurden von den rumänischen Behörden in Budapest mehrere tausend Bücher entdeckt, die in der Haupttachc rumä­nischen Privatbibliothekcu, u. a. der Bibliothek des Historikers Torga entstammen und von den Deutschen auf ihrem Rückzug aus Rumänien zurückgelassen worden waren. Ebenso wurden in einem Magazin 20 große Kisten mit den amt­lichen Archiven General Mackensens entdeckt, die sich au" die Kriegsoperationen der deutschen Heere im ~ ileit beziehen. Tie Archive wurden zur genauen Untersuchung nach Bukarest

Die französische Kammer fordert die volle Entwaffnung Dentschlands.

Varis. 4. Okt. (WTB.) Hcwas. Die K a m - m c r trat in die Tiskiission des Antrags L c- - fövre ein. Diese sieht von der von der Friedcus- lonicrcnj voigcschlagenen Fassung ab, indem sie lagt, daß der Vertrag selbst verbessert werden müsse, denn er gestatte Ebert, die Fortdauer der deutschen Rüstungen zu rechtfertigen. Lciövr^ stellt seit, daß die Wiederaufrichtung der deutschen Armee, die über 600800 000 Mann (.'?) verfügt,, ihren Fortgang nehme Um ein Uederhandnehmen dieser Macht auszuschließen, müsse die Hefftellung von G e s ch ü tz e ii vollständig unterdrückt werden. Auf eine Einwendung von sozialistischer Leite antwortete Losere: Wenn die Abrüstung vor- -getäuscht wäre, würden wir Gefahr laufen, das Opfer einer ungeheuren Prellerei zu werden. Er schließt, indem er die Regierung auffordert, mit den Unterzeichnern des Friedensvertrages in Ver­handlungen einzutreten, um Deutschland in wder Form zu verhindern, den Krieg von neuem zu beginnen.

C a ch i n erklärt, daß die Sozialisten für den Antrag Le se v r e stimmen werden. Er tragt an, ob es richtig sei, daß die Alliierten Deutschland ermächtigt hätten, zur Bekämpfung der Revolution mehr Truppen zu behalten, als nach dem Vertrag zugestanden wurde.

Clemenccau erklärt, das fei ungenau. Frankreich habe unter dem Zwange der Politik des Waffenstillstandes gestanden, der die Anzahl der Soldaten nicht begrenzt habe. Als C a ch i n cin- wirft, daß die Armee v. d. Goltz in Litauen an­scheinend absichtlich von den Alliiei-ten uiiterstutzt würde, erwiderte Elemente au, das fei falsch.

Tardieu legt die von Clemenceau ver-

Die JriedcnSmöglichkeit mit Rußland im Jahre 1915.

lieber eine Friedensmöglichkeit mit Rußland mi Fahre 1915, von "der vielfach die Rede war, äußert fick« der frühere Reichttanzler v. Beth-- mann Holl weg im,Oltz>berheft derPrcußi- la.icii Jahrbücher". Er sagt u. a, daß die deutsche Regierung tatsäckJich Mitte 1915 durch verschiedene Mittelsmänner die Stimmung in Petersburg habe sondieren lassen. Es i>al>e sich aber ergeben, daß die maizgebendeil Kreise in Petersburg d.e deutschen Niilitarisck.en Erfolg? nicht so hoch einsckMtzten, um den <5d.iritt zu Vcrhaiidluugen über einen Sviüer- friebeit als geboten zu eraditen. Ter pspchp-logisckie Augenblick zu VerlMidlungen ickar jedenfalls nickt getommen. Bethmann Hollweg setzt weiter aus­einander, daß oie deutsche Regierung Petersburg attsdrücklich habe wissen lassen, daß wir bereit nären, mit Rußland einen durchaus billigen, die Zukunft sickernden Frieden zu schließen. Teutsch- lanb habe die Russen auch wisseu lassen, daß die Türkei die freie Durchfahrt durch die Dardanellen gcral/ren würde. Kurz, von deutscher Seite sei nickts versäumt worden, um die damalige Lage für ein Mnbaljnen des Friedens auszunützen. Tie Ver­antwortung für ein Scheitern treffe allein Rußland

Eine Erklärung Tschitscherins.

Versailles, 4. Okt. (WTB.) Der Volks- kvmmissar Tür auswärtige Angelegenheiten in Moskau, Tschitscherin, gab nach einem Ra­diotelegramm folgende Erklärung ab: Was den Frieden anbetrifft, so sind unsere Absichten immer noch die gleichen, die sie zur Zeit der Ankunft Bulitts waren. Wir sind bereit, in dem Augen­blick Frieden zu schließen, vorausgesetzt, daß die wilitärisckien Operationen auf dem Gebiet des ehemaligen russischen Kaiserreiches sofort einge­stellt werden und die Blockade.der Alliierten auf­gehoben wird. Die Hauptgrundsätze des Friedens sind dieselben' geblieben: Wir wollen niemanben, wer es auch sei, den Kommunismus aufzuzwingen. Die Blockade fügte uns großen Schaden zu.

_ Versailles, 5. Okt. (WTB0 Nach dem Temps". hat Tschitscherin einen itfjarfat Pro­ttest gegen jede Entscheidung über die Aalands- i n s e l n ohne eine vorherige Ueberemkunft mA Rußland verössentlicht.

Tie baltischen Staaten und Sowjet-Rußland.

Mita.u, 5. Okt. (WTB.) Wie aus ofsö- ziellen estnischen Meldmigen hervorgeht, beschlossen die baltischen Staaten auf der Friedens­konferenz in Dorpat, daß mit den Bolsche­wisten in Anbetracht dessen, daß sie keine impe- rialisttsche Polittk verfolgen und daß die Maxi­malisten bereits aus ganz Estland und fast ganz Lettland und Litauen vertrieben worden seien, die Verhandlungen begonnen werden sollen. Die Lage wird angeblich dadurch erschwert, daß die Litauer die Angriffsgelüste der Polen fürchten. Aber auch darin hofft man auf eine günstige Lösung.

Helsingfors, 5. Okt. (WTB.) lieber bie Fricdcnsfrage wird von f i n n t) di e r © e i t e offi- jieft niitgeteüt, daß die baltischen Staaten via Präliminarverhandlungen mit Räte­rußland nach dem 25. Oktober beginnen wollen. Finland wird einen bestimmten Standpunkt erst nach der Befragung des Reichstages, der für den 15. Oktober einberufen ist, eimtehmen. Tie f misch en Vertreter machten in Dorpat geltenb, daß die Fr'ie- densverhanblungen auf breitere Grundlage gestellt norden müßten. Außer Polens Beteiligemg sei autf1 die der Ententemächte erforderlich, deren Hal­tung für das Friedens Problem ausschlaggebend sci. Tic TLassenstillstandssragv sei für Finland bedeu­tungslos, Neil an ter Ost grenze tatsächliche Waffen­ruhe herrsche.

Helsinafors, 5. Okt. (WTB.) Havas. Es wird gemeldet, daß die russische Armee beträcht­lich vorgerückt ist. Die Truppen des Generals Judenitsch befindet sich nur noch sechs Weist von der Stadt Pleskaw, deren Fall nahe be- voritehe.

rische Zwangsmittel nicht zu Gebote stehe n. Was den Eintritt beut (eher Truppen in russische Formationen betritt, so steht b:e deutsche Rcgieruirg diesem Vorgang durchaus ab­lehnend gegenüber. Sie hat ihre Ausfassmig den Beteiligten auch wiederholt und unzweideutig zum Ausdruck gebracht. Jrgciid eine Ermäckstigung zu solchem lieber tritt hat sie niemals gegeben. Die deutsche Regierung hat den festeii Willen, alles zu tun, was in ihren Krafteii steht, um der Räunlungs- pflicht nachzukommen. Sie muß auf das schärfste Verwahrung dagegen einlegen, daß in der Note des Marschalls Foch Zwangs maß­regeln angedroht werden, die bezwecken, Deutschland durch Erneuerung der Blockade die Le­bens mittelzusuhr abznschneiden. Die alliierten unb assoziierten Regierungen bürsten nicht vergessen haben, baß gerade bie Hungerblockabe nicht nur den Tob Hunberttauseiiber Frauen, Kinder und sanken verschuldet, sondern auch durch Schiuä- chmig der Arbeitsfähigkeit üifolge chronischer- Un­terernährung nicht zum geringsten Teil die 3er» setzungserscheinungeii verschuldet hat, niiter denen Deutschland zur Zeit so schiver leidet. Die deutsche Regierung drückt vielmehr die zuoer- sichinche Erwartung aus, daß die alliierten und assoziierten Regierungen ihren guten Willen an­erkennen und dementsprechend von unmerischlichen Kriegsmaßnahmcn gegen bie deutsche Zivilbevöl- fernng, die doch keinesfalls die Mitschuld an dem Verhalten der Truppen im Offen trifft, Abstand nehmen werde. Um aber auch den alliierten unb apoznerten Regierungen bie Möglichkeit zu geben, sicy von bent nachdrücklichen Ernst ihres Vorgehens zu überzeugen, ersucht die deutsche Regierung die­selben, mit ihr in eine Beratung der not­wendigen M a ß n ahvien einzutreten. Zu dic­kem Zweck schlägt sie die schleunige Bildung einer aitä deutschen Vertretern einerseits und alliierten und assoziierten Vertretern andererseits gebildckeii K o 1,1 m i s si on vor. Nach Ansicht der deutscher, Tcogieriiug wäre es bereu Ausgabe, nach Prüfung der Sachlage bie Maßnahmen zur schleunigen Durchlsühruug zu treffen, zu überivachen und durch- zufetzeu. Die deutsche Regierung bittet, ihr eine gesandt, baldige diesbezügliche Mitteilung zugchcn zu

Aus Italien.

Bern, 4. Okt. (WTB.) Die italienische Regierung hat ein neues Zensurver- k> o t erlassen, daß Veröffentlichungen: über bie Landesverteidigung und die interncrtionalerr Beziehungen betrifft. DerSeoolo" sieht da­rin eine persönliche Maßnahme Nittis zur Knebelung der Presse, wogegen sich das Blatt uni so heftiger wehrt, als sie gera.de zu Be­ginn des Wahlkampfes erfolgt. Das Verbot sei ein neuer Beweis für die Nervosität, die in Regierungskreisen herrsche.

Der Verkauf der Kunstschätze in Oesterreich.

Wien, 4. Okt. (Wolff.) Korr.-Bur. Staatskanzler Renner erklärte einer Abord­nung des Gemeinderats, welche gegen den Verkauf der Kun st schätze protestixrte: Der Verkauf der Kunstschätze ist unvermeid­lich. Es sind für dringende Zahlung von Le­bensmitteln im Ausland gegen 15 Millionen holländische Gulden nötig, die durch den Ver­kauf beschafft werden können. Es ist keine Zeit^ mehr, einen anderes Weg zu betreten, da wir binnen 14 Sagen Zahlungsmittel haben müs­sen, wenn bie Ernährung nicht gefährdet werden soll.

Blatt 169. Jahrgang Montag, 6. Oktober 191?

GietzenerAnzelger

General-Anieiaer für GberbeKen

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reu- Ki"d5 2 Decke», Möbel ich»«, SP» liformen etc- jße Beträge

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17. Oktober 1919

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