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Vermischtes.
Die Witwe Hertlrngs f.
Berlin, 6. Mai. (WTB.) Ti« Witwe deS verstorbenen Reichskanzlers Grasen Hertling ist gestern 74 Jahre alt gestorben.
heim. — In den Ruhestand versetzt wurde |am 25. April 1919 der ficfrrcr an der Volksschule zu Mörfelden, Kreis Groß-Gerau, Arhamns Lehr auf sein Nachfuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste vom 1. Vtai 1919. —
♦* Amtli?he Personalnachrichten. Der Dizeseldwebel Richard G i m l e r zu Darmstadt wurde am 3. Mai mit Wirkung vom 1. April dS. Js. an 7,um Ministerialkan-leigehilsen bei dem Gesamtministerium ernannt. — Uebertragen wurde am 25. April 1919 dem SchulamtSanwärter Joseph Spahn mis Heppenheim a. d. B. eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Klein-Hausen, Kreis Bens-
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entfleidm svkktc, fiel aus die Knie und schrie um Erbarmen. Darauf nnrrben ihr die Kleider abg?- riifen. In ihrer Todesaiigst klammerte sie sich, nur noch mit Hemd, Hose uni) Stifümpsen bekleidet, an einen Soldaten an. Ta man sie nicht rrrgieißen "formte, wurde sie mit Säbelhiel’en, Kol- berlschlagm und Ba onettsliclien irt der bestialischsten Weise ntcderg.'macht, so daß. der rote Gardist, au den lie sich klammerte, mit Blut überströmt «rar. Ter Gciinden'irr B. war baeüber ohnmächtig geworden und wurde so mit Kolben und Bajonett getötet. Aehnliche Vorgänge lineberboüen sich nun täglich. Am nächsten Tage war es wieder ein kleiner Bauer, er sollte währenb der deutschen Okkupationszeit Spitzcldieuste geleistet haben. Dcmn folgte ein Zigeuner wegen angeblicher Spionage. Hieraus ein deutscher Soldat, der mtverwundet bei einem Gefecht gefangen wurde. Sie Tarnen alle in dieselbe Grube und sobald ich ein paar Schaufeln Erde darüber geworfen hatte, wurde mir bedeutet, daß es genug fei.
(Schluß folgt.)
Der SchlichtungäauSschutz Gieße« verhandelte am verflossenen Vttttwoch über folgende Streitig iten:
Der Zentral verband der B ücke r u nd Ko n° di t v r e n wollte einen Tarifvertrag mit der Gießener Bäckerinnung absckstiestcn. Tie eingesetzte paritätische Tariffommission mm nicht zu einer Emi- gung. Die Arbeitnehmer riefen den Schlichtungs- auSfthuß an. Dessen Vorsitzender übernahm bett Vorsitz in der Tarifkommis! ion und es kam eine Einigung zustande. Schließlich wurde der Vertrag
Landkreis Gießen.
tt Treis a. L, 5. Mai. Auf Veranlassung des hiesigen Ortsausschusses für das Rote Kreuz und Kriegshilfe wurde gestern abend nach einem Vorträge des Untevoffz. Braun-Gießen emo Ortsgruppe dos Bolrsbundes zum Schutze der deutschen Kriegsgefangenen gegründet, der sofort 63 Mitglieder beitraten. Na Mer berrchwto noch der in russischer Kriegsgefangenschaft gewesene Unteroffz. d. Res. Ludwig Klös von hier in sehr ansMulicher Weife über seine eigenen Erlebnisse in Rußland.
x Wieseck, 5. Mai. Der Konfirmation von 72 Kindern am Sonntag nach Ostern fragte gestern im Nachmittagsgottesdienst unter
A-Moll-Etüde op. 25, die man sich nicht vollende ter denken kann, sowohl hinsichtlich des eingangs wie ein Motto pv. hingehauchten Grundmottvs wie auch der lapidaren Ausgestaltung und Steigerung des Ganzen. — Das Notturno C-Moll und die allbeliebte technisch dankbare As-Dur- Polonaise reihten fick in großzügiger Darstellung würdig an. Das Publikum konnte erst nach einigen Zugaben seinen Enthusiasmus bemeistern.
Dr. G. R.
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— Wohnungsfürsorger in der deutschen Bergangenhett. Das Jahr 1919 ist ein Gedenkjahr für die Geschichte der WobnungSfürsorge, denn das älteste Beispiel einer solchen, die „^uggerei" in Augsburg, kann sich gegenwärtig eures vierbmrdert'ährigen Bestehens rühmen. Im Jahre 1519 kaufte Jakob Fugger, der Cbef des weltberühmten Handelshauses zu Augsburg/ „etlich viel Häuser und Gärten" in der Jakobervorstadt auf dem Kappenzipfel, ließ die Gebäude abreißen und auf der leeren Stelle sechs grade laufende Straßen mit 53 Häusern errichten, dir im ganzen 106 Wohnungen enthielten. Sie waren für fromme arme TaglShner und Handwerker bestimmt, die sich verpflichten mußten, täglich em Vaterunser, das Avemaria und dM Glaube« zu beten. Der rährliche Mietzins
Vuverintendent Geibel, Pfarrer Knieper, Bürgem Weister Braun, die Heroen vom Schulvorstand und die Kollegen des Lehrers Lochau aus dem Schul- verbände Krofdorf-Gleiberg erschienen. Nach dem gemeinsamen Choral leitete Pfarrer Knieper ok Feier durch ein Gebet ein und sprach namens der Kirchen- und Schulgemeinde Herrn Lehrer Lochau Dan? auS für die während einer 34Mrigen Tätigkeit auf dem Gleiberg geleisteten Dienste in Schule kund Kirche. Mit ebenso warmen Worten dankte auch Superintendent Geibel. Es sprachen außerdem Bürgermeister Braun und Hauptlehrer tzoff- mann.
Kreis Wetzlar.
*♦ Krofdorf, 3 Mai Gestern wurde die hiesige neue Schule oberhalb des Bürger - smeistereigebäudes ihrer Bestimmung übergeben. Herr Hauptlehrer Hoffmann hielt an die versammelten Schulender von Krofdorf und Gleiberg eine Ansprache. Das schöne, zweckentsprechende Schul- hmis ist sowohl in baulicher wie auch hygienischer Hinsicht vollkommen. — Am 2. ds. Mts., nach- dnittags 4 Uhr, fand in der Schule zu Gleiberg eine Äbschiedsfeier für den am 1. Mai nach 43jähr. Tätigkeit aus dem Amte geschiedenen Lehrer der (Bleiberger Schule W. Lochau statt. In cem Schulsaal hatten sich die Schulkinder um ihren scheidenden Lehrer versammelt. Zur Feier ronren
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und Philosophie 26, S a^iswi senschast 12 Sprachwissenschaft 12, Fremdsprachliches 48 Bände. Nach auswärts kamen 19 Bände.
** Die 'in Gießen wohnenden Ausländer und Staatenlosen werden auf die Verordnung, die Meldeplicht der Airsländer bett., siehe Arntsverkündignngsb'att Nr. 22, nochmals besonders hmgewiesen. Anmeldungen gemäß § 1 haben alsbald au? dem Polizeiamt, Weidengassc 5, Zimmer Nr. 7, zu erfolgen.
♦♦ Ter Deutschnationale Hand- lungs-Geh.-Verband, Ortsgruppe Gießen, hält Mittwoch den 7. d. Mts., abends 8 Uhr, Mscbästliche Sitzung im Bereinslokal Hotel Köhler, West-Anlage, ab.
** Ei senbaHn-Beam ten-Gewerk- schast. Eine am 29. April in Frankfurt (Main) vom föi'enbafribtnmtenbtmb (Bundesbezirk Frankfurt (Main, etitberufene, aus allen Teilen des Eisenbahnbiutfrfonsbetzirt^ Iwamfurt stark besuchte Versammlung der Vertreter der Eifonbahnfochvev- cine beschloß nach Bericht des Sekretärs Trcytnar von brr fMtisckxm RechtsauskiftistSstelle ernftimmig, den Bundes bezirk als freie Etsenbahugewertschift austzugesinlien und den Vorstand des Eisenbahnbeamtenbundes drinA.'nd um AnSbau des Bundes zum Generksckmftsbimd zu erfudjen.
** Der Hess Athleten-Verband hiett am Sonntag in Kassel fernen 25. Telegiertentag ab, der gut beftlcht war. Bei der Borstandswabl wurden folgende Herren gewählt: 1. Bors.: C. Hartig-Kasjel, 2. Bors.: K Ufockenroth-Frankrurt a. M., Sclniftsührer: W. Schlöffel-Kassel, Kassier: W. Wolf-Gießen, Uebungswart: H. Hormel-Ktrch- hain, Beisitzer: W. Werkmeister-Wanfried. Tie seit 1902 dem Verbandsvorskrnd angehörenden Herren E. Simon-Gießen und K. Krug-Kassel wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Das Verbandsfest 1919 findet Ende August in Marburg statt
** Im Lichtspielhaus wird heute Fürst en liebe, eit aufsehenerrogendes Hofovmno m fünf Men, mit der polnischer Schönheit Jana Szylling vom Tramm. Theater vi Warforau,
— Am 30. April ds. Js. seheraspirant Otto Kühn , „
vom 1. Mai d. I. ab zum Steuerausfeher ernannt.
beiden Ecksätze hingewiesen, nicht zuletzt auch des prächtig ungefaßten Alleyretto, an dem viele scheitern, indem sie daraus eine Etüde machen. — Tie Fis-Dur-Sonate, ein seltener Gast in Konzertsälen und ganz auf intime Wirkung gestellt, hätte wohl hier und da noch etwas mehr Wärme vertragen. — Noch .schwierigere Probleme rollt die E-Dur - Sonate op. 109 auf. Es ist richtig, daß deren erster Satz in gedrängtester Form dem Sonatenschema folgt, wie Reinecke erkannt hat. In der Auffassung von Backhaus wirkte er mehr wie eine Fantasie, das unter dem Titel Adagio espressivo auftre- .tenbe zweite Thema entsprechend mehr im Sinne einer Kadenz. Sehr gemütvoll wurden die Variationen wiedergegeoen.
Der zweite Teil war Chopin gewidmet, und mit ihm schien uns der Künstler sich auf fein eigenstes Gebiet zu begeben und recht eigentlich in seine Aufgabe hinemzuwachsen. Mr kamen in ein Zauberland: Anschlag, sanglicher Ausdruck, technische Brillanz und überhaupt das gesamte Spiel schien wie potenziert und völlig umgewandelt. Herrlich wurde die Romanze des E-Moll-Konzerts in einer eigenen Bearbeitung herausgebracht, die das Original durchaus schont und zuletzt die begleitende Orchestermelodie in der linken Hand sehr schön herausblühen läßt. — Den Höhepunkt erreichte dann der Künstler mit der Wiedergabe der
Aus Stadt und Land.
Gießen, 6. Mai 1919.
4 500 Gefangene
waren für heute und die nächsten beiden Tage beim Durchgangslager Gießen angemeldet. Abermals handelte es sich um Kriegsgefangene der Amerikaner, die in drei Trupps von je 1500 Mann eiu- treffen sollten. Der erste Transport wurde heute (morgen 7.12 erwartet. Der Bahnhof war festlich geschmückt, eine Festdelegation stand zum Empfange bereit, oa kam die telegraphische Nachricht, daß bic Transporte vorläufig in Köln zurückgehalten seien. Näheres war noch nicht zu erfahren. Man erwartet, daß die Zurückhaltung nicht von längerer Dauer sein wird, da es sich um Kranke handelt, die aus amerikanischer Gefangenschaft nach Deutschland abgeschoben werden.
Mathematische Statistik «. Berstcherung»- wissenschast.
L.U. In ben StaatshaushaltSplan der Landesuniversität für 1919 ist ein neuer Lehrauftrag für Mathematische Statistik und Vcr- sicherungswissenschaft eingestellt, her gleichmäßig den Studierenden der Mathematik, der Staatswissenschaften und der Rechte zugute kommen sott. Im bevorstehenden Sommer ha lfoalw sollen schon aus dem Gebiete der Versicherungsloissen- schaft zwei einführende Vorlesungen gehalten werden, nämlich Einführung in die Versicherungstechnik, Mittwoch von 4—5 Uhr, und Versicherungs- rechnung, Mittwoch von ä^-7 Uhr. Für diese Vorlesungen wurde Tr. A. Patzig, Privatdozent an der Universität Frankfurt und Beamter der Frankfurter Lebensversicherungs-A.-G., gewonnen. Ta beide Vorlesungen keinerlei besondere Dortennt- nifsc voraussetzen, töraten sie auch von nicht ümmatrifutierten Hörern, wie Bank- beamten, Kaufleuten, mit Verständnis und Nutzen gehört werden.
Hr&eMfrUn im Obst- und Gartenbau.
Monat Mai.
Jäten und i.Hacfon auf sämtlichen Gartenbeeten: Bon jetzt ab muß der Garten sauber gehalten werden, indem die Arbeit des Hackens so ringe teilt wird, daß jebeS Beet nach Verlaus von drei Wochen immer wieder an die Reihe kommt. Es wird allabendlich ein Teil des Gartens gegossen nnb gespritzt. Gesät werden Kohlrüben, Wirsing, Blätterkohl, Buschbohnen, Stangenbohnen Ktlrbis, Gurken; zweite oder dritte Aussaat von Karotten, Salat, Spinat Nadies. Rettich. Gepflanzt werden Eiskraut, Weißkohl, Rolfohl. Rosenkohl, Sel-
(Skfocncr NonzertVereS«.
Gießen, 5. Mai 1919.
Ter diesjährige Klavierabend von Wilhelm Backhaus brachte Werke von Bach, Beethoven tntb Chopin. Die zuerst gespielte chromatische Fantasie und Fuge von Bach kam staunenswert exakt zum Vortrag, insbesondere war die Fuge ein Kabinettstück musikalischer Plastik und Sicherheit bei vorbildlich weiser Zurückhaltung im Pedalgebrauch. Immerhin sind wir der Memung, daß die Fantasie, soll nicht der Eindruck CKernyscher Trockenbcit auskommen, ^umal in ihrem letzten, rezitattvischen Teil noch eilte Der- ttefung in dynamischer und aaogischer Hinsicht zu- läßt. Eine ganze Welt von Tönen liegt hier beschlossen: Bach öffnet uns da einen Blick in sein Inneres und findet eint so eminent moderne Zow spräche, daß, wir fast glauben könnten, in den gewaltig .kühnen Nonenakkorden und Vorhaltsbildungen Wagner und Liszt, nicht aber den Leip- giger Thomaskantor vor uns zu haben.
Bon den darauf folgenden drei BeetHovens ch en Sonaten vermochte die in D-Moll am meisten zu fesseln, deren formal-technische Analyse neuerdings Hugo Riemann restlos gelungen ist. Namentlich sei auf die in Tempo. Ausarbeitung und Vorttag vortreffliche Wiedergabe der
Entlassen wurde am 26. April der KreiSamts- bureauvorsteher Wilhelm Euler zu Worms aus sein Nachsuchen vom 1. Mai 1919 ab aus dem Staatsdienst. — Am 15. April ds. Js. wurde der Regierungsasfcssor bei der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschast Karl W i t t m e r zu Frankfurt a. M. mit Wirkung vorn 27. Februar 1919 an zürn Regierungsrat ernannt. — Arn 9. April ds. Js. wurden der Ober-Packmeister Jakob M e n- ger zu Worms und der Wagenmeister Karl Hirsch zu Darmstadt, beide bei der Hessisch-Preu- ßisck)en Eisenbahngemeinschaft, auf ihr Nachsuchen vom 1. Mai ds. Js. an in den Ruhestand versetzt.
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lerit, Zuckermais, Tomaten. Frühkartoffeln hacken, häufeln. Erdbeerbeete mit Dünger belegen. Gegen Erdflöhe Tabakstaub streuen. Svargelsliegen fangen. Maikäfer sammeln. Quecken im ersten Trieb vernichten durch tiefes Umgraben. Vom Rhabarber werden die Blätter und die ersten Blütenstiele ausgebrochen. Spalierbäume vor Frost durch Vorhängen von Decken schützen. Veredlungs- banber lösen. Zwergvbstbäume pinzieren (Spitzen der Triebe abfneipen). Beerensträucher und Bäume, die Früchte an gesetzt haben, gründlich gießen in Gruben ober Löcher, auch mit flüssigem Dünger. Blumengarten fertig steNen: Wege reinigen, Rasen fcfmeibtn. Teppichöerte imb Blumengruppen anlegen. Begonien, Delongonien, Heliotrop auspftan- -en. Blattpflanzen, Dahlien, Canna ausvftanzen. S-ammerblumensamen, Kapuziner, Wunberblume oussaen. Sommerblumen aus dem Mistbeet aus- vftonzea. Verblühte Frühlingsstanden verpflanzen nnb teilen: Primeln, Arabis, Leberblümchen, Veilchen, Steinbrech. Golblack unb Glockenblumen säen. Von Bäumen unb Sträuchern Raupen und Ungeziefer affet Art abfuchen und bekämpfen: Wickfer- raupen, Blattläuse, Maikäfer. Die wilden Triebe der Rosen werden abgeschnitten.
reger TeiLnahmc der Gemeinde btt kirchliche Feier I des Beginns des neuen Schuljahrs uns insbesvn- : dete der Neuaufnahme von 76 Kindern in die Schule.
Kreis Büdin-en.
)( Stockheim, 3. Mai. -In der Gastwirtschaft Walter sand eine Versammlung der Orts- immppe des Volksbundes zum Schutz der deutschen Kriegs- und Zivilgcsanacnen aus dem Kreise Bü- . dingen statt, an der die Vertreter der Ortsgruppen, sowie eine Anzahl Angehöriger von Kriegsgesan- genen besonders aus Obermockftadt teilnahmen. Die Versammlung wurde vom Vorsitzenden Schulrat Baldauf- Büdingen geleitet, von der Landesgruppe Oberhessen war Dr. med. G ö t in g-Gießen, selbst ein Austtmfcksi-Gefcmgener, anwesend. Eingehend wurde die Opferwoche be- sprocknm. Tie im Kreis bestehenden Orts- sgruppen Altenstadt, Büdingen, Bergheim, Mofeld, Bingenheim, Bisses, Eckartsborn, Glauber^, Gelnhaar, Hainchen, Heuchelheim, Lißberg, Lmdheim, Lorbach ß-i h-cken, Orten berg. Selters^ Schwickartshausen, Usenborn, Wolf schlossen sich zu einem Kreisverband zusammen, desfen Vorsitz Schulrat Baldauf übernahm.
«reis Alsftld.
** Nieder-Ohrnen, 6 Mai. Am 8. Mai begcht Bahnvorsteher Eigelsheimer sein 40. und am 9. Mai Ber^w.'rtsbirekwr Scheffzick sein 25jahriges Tienstjubiläum.
Kreis Schotten.
np. Aus dem Vogelsberg, 3. Mai. Eine so späte Entwicklung her Vegetation, wie wir sie jetzt haben, gehört zu den seltensten Erscheinungen unseres Klimas. Noch schneit und friert eS. Die Kirichblülen, die in früheren Jahrgängen schon anfangs April blühten, stecken noch in den Wtnterschuppen, so ist's auch mit allen anderen Obstsorten. Man hat bei ftühen Lenzen schon am 28. April Wagen voll Klee holen können, jetzt knospet der Klee kaum über dem Boden. Der Wintersamen hatte schon öfters um diese Zeit ausgeblüht, jetzt steckt er noch in den Blutenknospen, leberall eine außerordentliche Verspätung. Hafer und Gerste konnten noch nicht gesät mertxm. Für die Obsternte ist eine so späte Entwicklung recht verhcitzungs reich.
Kreis Friedberg.
Friedberg, 3. Mai. In der letzten Stadtverordnetenversammlung wurde beschlossen, die Gin guo rt ierungsqelder auszi^ahlen, da von dem @iamtftmßomm.nü>j die Anerkenntnisse rechtsgültig ausgestelt werden. — Aus Antrag der Te^okra- tifchen Partei wird die Zahl der Stadtverordnetem von 21 auf 24 erhöht, da Friedberg mehr als 10 000 Einwohner besitzt. — Tie Wasserversorgung wird in geheimer Situmfl beraten. — Zur Errichtung eines Wohnungsamtes sollen die Satzungen und Unterlagen aus den Städten Wetzlar, Frankfurt und Gießen beschafft und die Angelegenhrtt twm Bauausschuß weiter bearbeitet werden. — Auf schriftlichen Antrag ber Stadtverordneten Lenchtgens, Füller, Tamm und Scriba wird dem städtischen Museum und Archiv zur Bestreitung sacÄicher Ausgaben ein Betrag von 1000 Mk. jährlich überwiesen, der unter Aufsicht eines besonderen Ausschusses verausgabt werden kann. Um die nötigen Räumlichkeilen für diese äußerst wertvollen Einrichtungen zu schassen, werden die Säle über den PferdcstÄlen, die als Sci)ellrä>lme sehr ungeeignet sind, zur Verfügung gestellt. Als Schul- säfo sollen von dem Gewerbeverein drei Räumlich-' keiten gemietet werden, in welchen die Schüler der freiben letzten Schuljahre zu unterrichten sind. — Zur Bestreitung der Unkosten des Friedberger Ar- beitcrrates hat ber stellvertretende Bürgermeister ohne GenelMigung her Stadtvevordnetenoersamm- lang 2000 Mk. angewiesen. Tie Berechti.gmrg dazu ist aus einer Berorbnuna ber provisorischen Regierung abzuleiten. Tie Stadtv. Leuchtgens, Füller, F. Tamm unb Scriba bringen einen Antrag ein, wonach in Zukunft an ben Arbeiterrat, der nach ausdrücklicher Erklärung des Ministerpräsidenten Ulrich mit dem Zusammentritt ber Volkskammer unb der Einführung einer Notverfassung ausgehort hat zu bestehen, keinerlei Vergütungen unb Entschädigungen aus städtischen Mitteln gewährt werden sollen, es sei denn, daß der Arbeilrr- rat von ber Stadt zu irgend einer Sache besonders berangezogen werde. Wenn andere Behörden den Arbeiterrat in Anspruch nähmen, möchten sie auch für feine Bezahlung Sorge tragen. Es entspinnt sich über ben Antrag eine lebhafte Erklärung, die mit dem einstimmigen Beschluß endete, daß fortan nur städtisch? Mittel betauSgabt werden dürfen, die bet Stadtverordnetenversammlung zur Bei fchlußfassmig vorgelegen haben. Hierauf geheime Sitzung.
♦* Briefmarkenverkauf zugunsten der Kriegöbeschädigtensürsorge. Aus Veranlassung des ReichsauSschusses für die Kriegs- beschädigtensütsorge sind 1 Million Briefmarken zu 10 Pf. und l1/« Millionen % u 15 Pf. mit dem schwarzen Aufdruck „5 P fe n n i g für Kriegsbeschädigte" hergestellt worden. Diese Marken werden während des Monats Mai mit einem -lufschlag von 5 Pf. für das Stück, also zum Einzelpreis von 15 und 20 Pf., ohne Beschränkung ihrer Gülttgkeitsdauer bei den Postanftatten des Reichspostgebiets zum Berkaus gelangen. Der Ertrag des Aufschlags wird dem RtäkhsauSschuß ber Kriegsbeschädigten sürsotge überwiesen und zugunsten der amtlichen bürgerlichen KriegK>efchä- diqtcnsürsorge verwendet. Es sei an dieser Stelle auf die Ausgabe dieser Marken und auf ben im Jntereffe Unserer Kriegsbeschädigten erstrebten edlen Zweck besonders hingewiejen. In Sammler- kreisen wird die Ausgabe dieser Marlen auf das lebhafteste begrüßt werden, zumal Deutschland im Gegensatz zu den meisten verbündeten, neutralen, und seindlichen Staaten imb Ihren Kolonien bisher die Ausgabe von Wo^fohrtsmarken abgrlehnt bat.
** Oeffentliche Bücherhalle. Im April wurden 1552 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 923, Zeitschrifi- ten 145, Jibgcndschrifkm 114, Literaturgescfochte 8, Gedichte und Dramen 26, Landet- und Völfotkunde 48, Kulturgeschichte 17, Geschickte und Biographien 49, Kunsfoeschichte 20, Naturwissenschaft unb Teck» Biologie 69, Heer- und Seewesen 7, Haus- unb Landwirtschaft 13, G-sundheitslebre 15. Religion
Hessen-Nassau.
Bnchdruckerftreik in Frankfurt.
--- Frankfurt a. M., 5. Mai. Die Buchbinder- und Truckercigehilsen sind heute nachmittag in den Ausstanv getreten, nac^ent ihre Forderungen auf Erhöhung des Woäienlolms um 30 Mk. von den Arbeitgebern keine Bewilligung gesunden haben. Tie letzten Tagesausgaben der! Zeitungen konnten bereits nicht erscheinen. Neue Verhandlungen mit den Arbeitgebern wurden bereits eingeleitet, über deren Ergebnis morgen deck Gehilfenverfammlung unterbreitet werden soll, Aller Wahrscheinlichkeit nach ist ber Streik nur von kurzer Dauer.
Die Ermordung des Matrosen Rocdel.
= Frankfurts M., 5. Mai. Unter Aufgebot der gesamten Kriminalvolizei fand heute hüb in der Mordsache des Maltosen Rvedel ein Lokaltermin statt, zu dem die beiden Hauptbe- sÄuldiglen, Georg K i r ve l unb Thomas Gotz. aus dem Strasgrfängnis Preungesheim vorgeführt wurden. Der Vorgang,, wie er sich am 31. März abgefotelt hat, wurde refonftruiert und photogra- phisch ausgenommen. Die beiden Anyeschuldigtrn mustlen einen Beamten auf ihre Arme nehmen und in die Stellung bringen, m ber fte Rvedel über die BvückenbrüsttMD in ben Main geworfen haben. Sie tnigrn bei .biycn Vorführungen em irölltfl gleichgülliges Wesen zur S<l>au.
mr. Frankfurt a. M., 4. Mai Der Magistrat beantragt bei ber Stab tvet ord-: netenvetfammlung die Bewilligung von 220 000 Mk. für die Zwecke des Zivilkommisfa- tiats, das sich durch die ftanzösische Besetzung notwendig gemacht hat. — Am kommenden Dienstag sollen in cin^r nichtöffentlichen Stadtverordnetenversammlung 14 neue Magistratsmitglieder ge- waylt werden. — Die Gasarbeiter fordern jetzt einen Stundenlohn von 3.30 Mk. Wenn er nicht bewilligt wird, wollen sie in Streik treten.
— Frankfurt a. M., 5. Mai. Tas Gespenst ber Hungersnot hat im Zoologischen Gat- t e n eine Anzahl Opfer fordern müisen. Es mußten Seelowen erfclwssen werden, iveil sie zu viel Fische verschlangen, ferner einige Löwen. Für die Elefanten konnte zur rechten Zeit Heu beschafft werden, sonst wären auch sie ein Kriegsopfer geworden« Ter Zoologische Garten erfordert für das laufende Geschäftsjahr einen Zuschuß von 40000 Mark, der sich aller Voraussicht nach tm nächsten Jahr noch erheblich steigern wird.
= Frankfurt a. M., 5. Mai. AuS einem Dienstraume des Hauptpostamtes an der Zeil wurden in der Nackt zum letzten Samstag für 2 3 3 0 0 Mark Briefmarken im Werte von 15 bis 80 Pfennigen gestohlen. Auf die Ermittlung des Diebes hat die Oberpostdirettion eine Belohnung von 500 Mk. ausgesetzt.
Aus dem besetzten Rhcingebiet.
--Höchst a. M., 5. Mai. Wie verlautet, werden die bisher schon niedriger in Aussicht genommenen Dividenden ber großen Far ben- bzw. A n i l i n - G e s e l l s ch a f t e n voraussichtlich auf etwa die Halste ber vorjährigen (20 Prozent, vielleicht sogar noch bannttec sinken.
---Kreuznach, 5. Mai. Nach Mitteilungen der Kreisvecwaltung Kreuznach wird mit dem 1. August das von der 10. französischen Armee besetzte Gebiet emährungswirtschastlich von Deutschland abgeschlossen werten. .Tie Versorgung erfolgt dann nur noch von der Mainzer Zentralstelle aus, statt wie bisher durch die Ber- Itner. Im Befehlsbereich ber 10. Armee bestehen jetzt vier Derforgungsämter mit dem Hauptvertor- guiigsamt Mainz an ber Spitze, denen die Verteilung der Lebensrnittel an die Kommunalver- bände obliegt.
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von einem Gulden für die Wohnung sollte nichl etwa dem Stifter zufallen, sondern zu einem Fonds aiisoespcichert werden, mittels dessen die S?äufet instand gehalten werden könnten, ioeim einst Feilt Fugger mehr am Leben wäre. Später wurde dieser Mietzins um einen Gulden jährlich erhöht, der ■, zum Unterhalt des Meßpriesters diente. Auck heute noch beträgt er nicht mehr als zwei Gulden (3,43 Mk.) für die in der Fuggeret wohnenden Parteien Voraussetzung für deren Ausnahme ist der Nachweis der Armut und Zugehörigkeit zur katholischen Kirche. Die Stiftung bat also ben Charakter eines großzügig angelegten ’Srmct-' quartiers angenommen. Ursprünglich war sie aber als Arbeiterstadt gedacht gewesen unb aus bett’ Wunsche hervor^egangen, den Fuggerschen Angestellten über die Schwierigkeiten der Wohuungs' frage hinwegzuhelfen. Aus ähnlichen Gründel’ ; haben bekanntlich in ber neueren Zeit die Besitz-'- fast aller größeren Werke Wohnungsfürsorge siir 3j ihre Arbeiter getroffen. Jakob Fugger, der Reiche. ; ist also auf btefem Gebiete ber Bahnbrecher für Krupp in Essen, Henschel m Kassel, den Freik-err« ! von Stumm in Neunkirchen und andere Arbeitgeber großen Stils gewesen.


