nm bed pvdt-chr D-Mark gn «Wurm rnn 6d einer WHnrtramg betorfcn zu tt.met, nxe stark baS Polnische Polen ist. Die Gericht sind dort einseitig mit Polar besetzt und parteiisch. Daraus ergibt sich völlige Machtlosigkeit der Teutschar. Tie Aushebungen erstrecken sich auch auf die Deutschen. Tie beuildjen Gkifeut, die ihre Jbft tote das Vieh aus entart Napf erhalten, sind noch nicht zurückgegeben. Die deutschen Städte und Dörfer werden ndt hohen Zkriegssteuern belegt. Alle Teuisci>en sollen von ihrem Einkommen 50 Prozent Steuern für das polnische Heer zahlen. SRdmernt schildert Weiler in bewegten Wonen die Grausamkeiien. mit denen der Krieg von den Polen gegen die Deutschen geführt wird. Soll das Polaier Trauerspiel auch aus Westpreusten übevgreifen? Tic Polen haben in Wesrpreuhcn schon einen Staat im Staate gegründet, die Tcur- zrger Bevölkerung ist außerordentlich beunruhigt. Ich frage daher die Regierung, was sie zu tun gedenkt.
RcichSminisler ErZberger: General Dupont hat erllärt, daß, um Verletzungen der Temar- katronSlinie zu verhindern, alliierte Ofsiziere verwandt werden sollen. Er hat sich weiter verpflichtet, für die Durchführung deS Schuss der beul (dien Bevölkerung innerhalb der ^-emirr- kationSlime einzulreten. Die alliierten Regis- rungen werden gegen alle polnischen Uebergrisfc etnschreilen, alle Geiseln sollen freigeg^en werden. Sobald die Einstellung der Feindseli«^ei'en durrh- axführt ist, wird der ungehrnoerle Einmbahn- wid Schissahrlsverkehr in der Provinz Posen wieder ausgenommen werden. Es ist zu hoffen, daß wir auS den besetzten Gebieten des C»'trn landtvirt- schastlidte Erzeugnisse erhalten können, da ja auch polnischerseits bte .Nachfrage nach deutschen Jn- duslrier-rzeugnissen eine sehr rege ist. Die deutsche Regierung tut alles, um die Not unserer Landsleute in den Ostmurken zu lindern. Die Zusage der Alliierten, dah die Polen die Demarkationslinie nidft überschreiten dürften und die Geiseln freilassen müssen, fmb Inhalt des Waffenstill- sümdsabkommens, toerat sie auch aus formellen Gründen nicht in das Protokoll aufgenommen wurden. Gegenüber der Befürchtnrrg, dah die r»l- trifdrt Bewegung auch auf WestpveuMN übergreisen würde, gebe ich zu bedenken, ob nicht gerade die Festsetzung der TatrarkationsliTne einen Schutz dagegen bietet. Es ist jetzt Ausgabe der wehrfälsigen Jugend, insbesondere in den Osvnarken, rhre Hei- rnat mit allen Kräften zu verteidigen. Ich hätte gewünscht, dah die preuhische /Polorpoliiik schon Trüber den Grundrechten des polnischen Volkes besser mnecht geworden wäre. Tie Situation wäre bermt für tms heute viel aünstiger. Die neue pveuhisde Regierung hat erst sehr spät den 53er- Vudt mad>en können, den berechtigten polnischen Wünschen Rechnung zu tragen. Einer der wichtigsten Programms ätze der deutschen Regierung zum Iri denssdMh ist der Schutz der nationalen Min- brrbeiten Tiefe Forderung torrd am besten do- bitrd) begründet, dah wir den bei unS wohnenden national,m Minderheiten dieselben Freiheiten gewähren, die wir für unsere deutschen BolkSgenost en in anderen Ländern verlangen. (Lebhafter Beifall bei der Mehrheit.)
Dreuhisdier Uirtersvaaissckretär Heinrichs: Durch daS Abkommen vom 17. Februar ist der Schutz der Deutschen Mich der Demarkationslinie der interalliierten Kommission in Warschau übertragen worden, die in diesen Tagen in Brvmberg S'ammentrÜt. Tie preußische Regierung hat der mmission bereit- dre Grundsätze mit geteilt, nach denen sie die Verhandlungen «führt zu wissen wünscht. Sie fordert u. a„ daß die Provinz Posen ein Bestandteil Preußens Meürt. Fn der 'Gessel- srage tst neben den Verhandlungen seitens der Waffenstillstandskommission noch eine besondere Aktion des Roten Kreuzes im Gange. Die preußische Regierung wird alles tun, was in ihren Kräften steht und sie wird sich dabei von dem Grundsatz leiten lassen: WaS deutsch ist, sott deutsch bleiben.
Auf Antrag des Abg. Schulz-Drornberg findet Besprechung der Interpellation statt. Die Redezeit wird auf 25 Minuten beschränkt.
2lbg. Schul he-Posen (Soz): Ich bin etwas pesfi. mistischer als die Regierung. Ich habe genug mit den Polen verhandelt und mutz sagen: So viele Derhand. lungen, so viele Wottbrüche. Man wird versuchen, für das ganze zweisprachige Gebiet des Ostens eine paritätische Verwaltung einzurichten. Wenn man im Gegensatz zu der alten Regierung und den alldeutschen Treibereien die Menschenrechte achtel, wird es möglich sein, dah die Polen neben den Deutschen und die Deutschen neben den Polen wohnen.
Abg. Saga wo (Ztr.): Auch östlich der Demar- kcttionslinie liegen noch rein deutsche Gebiete. Die Polen sollten durch Rache sich nicht verleiten lasten, Lebensmittel in Posen zurückzuhalten und dadurch die Hungersnot in Deutschland au begünstigen, tzun- ger cst der Vater de» Bolschewismus. Wenn dieser auch in Deutschland zur Herrschaft gelangt, bann ist auch das Schicksal Polens besiegelt. Die gegen Deutschland gerichtete Politik gefährdet aber auch den Stand der katholischen Kirche im Osten. Die deutsche Reichs- regieruna sollte daher den apostolischen Stuhl ersuchen, seinen Einfluß bei den Polen geltend zu machen, dah sie ihre Feindseligkeiten und Grausamkeiten gegen die deutsche Bevölkerung unterlaßen. Die Zukunft des polnischen Volke» kann nur durch eine Verständigung mit Deutschland sichergestellt werden.
Abq. Dr. tzermann-Posen (Demokrat): Als die Revolutton kam, hatten die Polen schon alle Dor Bereitungen getroffen, um ihren Ansprüchen kräftig Rachdruck geben zu können. Sie erschienen denn auch vollständig gerüstet auf dem Plan, um in wenigen Stunden die militättsche Macht in Posen und in der Ganzen Provinz an sich zu reihen. Der mangelhafte lechtsschutz der Deutschen im Demarkationsgebiet ist ein besonders trübes Kapitel. Das Posen kulturell und wirtschaftlich eine deutsche Provinz ist, ist über allem Zweifel erhaben und auch ethnographisch ist es nicht unzweifelhaft polnisch. Wenn wir wirklich einen Rechtsfrieden bekämen, brauchten wir uns um die Ostmark keine Sorgen zu machen, aber mir erscheint das sehr zweifelhaft. Die Polen sollten nicht vergessen, dah wir einen gemeinsamen furchtbaren Feind im Bolschewismus Haden, und dah wir als Nachbarvölker auftlnanber angewiesen sind.
Abg. Ohler iDeutschnational): Die Polen achten die Demarkationslinie nickt. Erst vor einer halben Stunde habe ich zwei Telegramme Über neue An. griffe der Polen erhalten. Man vergeste nicht, dah unsere heihe Liebe zum Vaterland in» Gegenteil um« «schlagen kann, wenn wir nicht mehr wissen, wo wir unser Haupt hinlegen sollen.
Abg. Beuermann (deutsche Dpt.): Vie Notlage »nserer Volksgenossen in der Ostmark ist in der Tat groß. Die Regierung erwartet alles von den Verhandlungen in Dromberg. Wir können aber von dieser Entenlekommission unser Heil nicht erwarten. Wir fürchten, dah diese Herren den Aufteilungsplan schon fertig mitgebracht haben.
tog. Dr. CVH (BhäS6. «): Bei fdt bet Deutschen von den Polen geschieht, ist genau so zu verurteilen, tote das, was trüber den Polen von den Teutsihen geschah. Die Polen haben allerdings ein grobes Talent, in ihrer Presseagitation einen Tatbestand in daS ©egenteil zu verkehren. Zufolge der Antioolenpolitrk kam der Dah der Polen zum Ausdruck, als Deutschland schwach geworden war. Leider steht dem nicht zu bestreitenden llebermut der Polen auf deutscher Seite eine kleinmütige Sduvächepolüik gegenüber, die in Mut- lofigfiit und würdeloser Anbiederung an die Entente sich erschöpft. Ein Grenzschutz tvirb nur so weit möglich unb gerechtfertigt fein, als es gilt, plündernde Banden aus Kongrehpolen abzuwehren. Der Abgeordnete Cohn schloß mit heftigen Vorwürfen gegen Minister Erzixrger.
Minister Erzberger: Die Angriffe des Abgeordneten Cohn berühren uns nicht. Er wirft uns neiirmürige Doli ik gegen die Polen vor und polemisiert dagegen, daß wir eine Reicl^ioehr schassen. Wo bleibt da die Logik? Wer hat den Grenzschutz im Osten unmöglich gemacht? Die unabhängigen Sozialdemokraten.
Abg. Schu Itz-Bromb'era (deutsch-nat.): ES ist nicht wahr, daß in der Ostmark ein geknechtetes polnisd^s Volk gelebt hat. Tie jetzigen Zustände haben ihre Ursache in der Errichtung des Mönigreidyi Polen, welche Die Mehrheit des Reiches gestützt und überhaupt möglich gemacht hat
Abg. Baerwald (Temofrat;: Tie Militär- Partei hat im November 1916 das Königreich Polen errichtet. Die Demarkationslirtie ist für unS Deutsche überaus ungünstig.
Abg. Davidsohn (S.>: Wir werden zu einer Verständigung mit den Dolen kommen müssen. wie hart die Tatfadjen dort gegenwärtig auch aufeinanderstoßen mögen.
Llbg. Ekle (deutsche Vpt.): Durch die Erlasse, wonach die Deutschen zum Eintritt in die polnische Bürgerwehr und zur Steuerpflicht für diese Wehr berangezogen werden, ist die deutsche Bevölkerung in schwere GewissmSnot gekommen. Sie verlangt von Regierung und Nationalversammlung klare Weisungen, wie sie sich Vergewaltigungen gegenüber verhalten sott.
Nächste Sitzung: Freitag nachmittag 3'/« Uhr. Anfragen, SosialisiemngSaesetz und Gesetz über Regelung der Kohlenwirtschaft.
Schluß SVi Uhr.
Anr Hesse»».
Die neue KriegSsteuer iu Hessen.
Ter hessische Staatshaushalt für 1919 wird voraussichtlich mit einem Fehlbetrag von etwa 10 Millionen Mark abschließen: zur Deckung dieser Summe ist die Erhebung einer einmaligen a u her o rdentlichen Abgabe vom Einkommen vorgesehen, worüber letzt der Volkskammer eine Regierungsvorlage zu- gegangen ist. Einkommen unter 7000 Mk. bleiben von dieser Steuer befreit. Die Staffelung der Abgabe sicht so aus:
7,7, o. 7000 tm. Link, bis wenig, als 10000 M.
1 7, . 10000 „ „ , „ „ 15000 „
17,'/« „ 15000 ..... 25000 ,
2 */c . 25000 , , , 50000 w
27,7. r, 50000 ..... 75000 ,
3 % „ 75000 „ , . 100000 .
37,7, » 100000 ..... 200000 ,
4 7, „ 200000 „ , , 300000 ,
47,7. - 300000 „ „ , 500000 ,
5 7, „ 500000 ... „ , 1000000 ,
6 7-, 1000000 „ „ und mehr.
Das finanzielle Erträgnis dieser außerordentlichen Abgabe wirb auf runb 11 Millionen Mark oerar.« schlagt.
Darmstadt, 4 März. Die Entwürfe der Gesetze über die Abänderung bet Landgemeinde ordnung, der Stübteordnung und der Kreis-undProvinzialorbnung sind heute Dom Ministerium des Innern der Volkskammer Dargelegt worden. Nach der Drucklegung wird sofort der GesetzgebmtgSaaisschutz mit der Beratung beginnen. ,
Die Deutsche Dolksparlei in Hessen (früher Nationalliberale Pattei) hält ihren hon|titui:renben •Parteitag am Sonntag den 9. März in Frank- furt a. M. ab. Auf der Tagesordnung stehen u. a. Berichte über die politische Lage im Reiche und in Hessen, Fragen der Organisation, Satzungsentwurf, Wahlen zu den verschiedenen Patteioettretungen, Anträge usw.
Aus Statt ttnö Land.
Gießen, 6. März 1919.
Lebensmittel.
** Zucker-Ausgabe. Die für den Monat Februar 1919 noch rückständige Restmenge an Zucker ist jetzt eingetroffen. Es weichen daher gegen Vorlage des Bestellaus- weises und Abgabe der Zuckermarke Nr. 2 (Februar 1919) die ,restlichen 250 Gramm Zucker auSgegeben.
** Käse-Verteilung. Von Freitag den 7. bis Dienstag den 11. d. M. einschließlich gelangt in verschiedenen Geschäften Käse zur Verteilung. Siehe Bekanntmachung.
**Marmelade-Verteilung. Von Samstag den 8. dis Mittwoch den 13. b. M. einschließlich gelangt in den Kleinhandelsge- schäften 1 Pfund Marmelade zum Preise von 1 Mk. zur Ausgabe.
/ Eine Ehrenpflicht der Gießener.
In Ausübung seines Berufes, für die öffentliche Sicherheit unserer Stadt zu sorgen, ist der Sicherheitswachmann Arthur B ö h m von Räuberhand in der Ost- Anlage niedergeschossen worden und an den Folgen der Verwundung gestorben. Böhm hinterläßt eine Witwe mit 3 Kindern m dürftigen Verhältnissen ES ergeht habet cm alle Mitbürger der Stadt, in deren Jntei> esse Böhm sich aufgeopfert har, die herzliche Bitte, der betroffenen Familie durch eine Svende zu helfen. Die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers ist bereit. Gaben in Empfang zu nehmen.
Warum die Feldfrüchte nicht geborgen wurden.
Am 20. Februar brachten wir in unserem Blatt eine Notiz über nicht geerntete Feldfrüchte in Wisscksheim Von dem (yt Tcntümer br5 ungeernteten Landes gebt uns nach'teilendes Schreiben zu. das interessante Schlaglichter auf bie ländlichen Ardeitsverhültnissc roirfi;
3K errt* oerkuchm, Ste genau Sba bte Ursache» »u unterrichten, warum heute tatsächlich noch 16 Morgen Zuckerrüben unb 10 Morgen Möhren in der Erde stecken, die jedoch nicht, wie von Zhcem Mitacberter berichtet, völlig unbrauchbar, widern noch völlig brauchbar sind.
3-c Zeit der Sxuürtarbeüen im Lterbst hatte ich 14 Tage lang aroa 40 Leute an Gnroc trank liegen, fon j wären die Rüden wrd Möhren ohne nxnteieä geerntet worden. Trotzdem Mite die Ernte noch lä.igü bewerkstellig» werden können, wenn nicht die Zm'täude eingetreten wären, die bte Revolution geschossen hat.
Einer meiner Polenmänner erhielt yt Beginn der Revolution vom Generalöoncmando bte Erlaubnis zugestellt, nach Dause vcnsen zu dürfen. Tacaukhin nxmötcn jub meine übrigen Polen an den Sold a ten ra t in Bad-Nauheim, der veranlaßte, daß biefe Leute auch abreisen durften. Bon diesem Tag an arbeiteten meine Gefangenen ebenfalls nicht mehr.
Tavausl/in setzte ich mich, da der Sotbatenrat in Bad-Naul^im hint Leute zur Verfügung hatte, mit dem Loldatenrat in Friedberg in Verbindmrg. Auf dessen Verwckassung scksickte mir der Arbeits- nadjhK*i5 30 Soldaten. Diese Soldaten, die ich voll beköstigen und mit 3,.50 Mk. pro Tag entlöhnen mußte, fingen zum Teil erst gar nickt zu arbeiten an, sonoern begnügten sich damit, verköstigt zu werden. Zum Teil arbeiteten fie drei Tage sehr mäßig und gingen bann mit dem Bemerken, sie wollten beim Soldatenrat Wache stehen, dort erhielten jie für zwei Stunden 4 ML, das jei angenehmer, als arbeiten.
Weil tniimidjen von Isi sstzen Soldaten schon viele beiniflcfcbrl waren, schnckte ick» einen 8er» iixtlter von 5xrus zu Laus und ließ den Leuten 35 M k. bieten den Morgen Rüben auSzai» madjen. obtoolrf bisher nur 12 ML bezahlt wurden. Von vielleicht 30 Leuten, die Rüben hätten ausmachen tijimen, machten mrr 2 Mcinner und 1 Mädcirtn den äZersuch, den sie nqd) einigen Tagen, weil es leniiden sehr nah geivvrben war, wieder auigaben. übrigen lehnten es glatt ab, zum Teil mit Bemerkungen rote: „Tie Sachen mögen ja e cfrieren, bann .haben wir and) eher Grund, uns um das Land zu bewerben": ober „ich dürfe 80 Mk. bejalXen, sie würden auch keine ausmachen". Vor der Wahl mit Nationalversammlung waren den Leuten in Wahlversammlungen Ländereien des Gutes in AuSsrcht gestellt worden. Nadchem nun die Wahl vorbei war und man nicht mehr so großes Interesse an den Wün- fd>en der Arbeiter harte, kamen diese »um großen Teil zu mir zur Arbeit. Tie Leute sahen, nad>- bem die Verheymm aufgehört hatte, ein, baß ich ihre Interessen besser vettrete, unb ich hofft, daß ich die Rüben jetzt doch noch ernten farm.
L. U. VonderLandeS-Universi- t ät. An dem für Kriegsteilnehmer eingerichteten Zwischensemester (Kriegsnotsemester 1919) nehmen 1290 Studierende teil und zwar: In der theologischen Fakultät 80, in dec juristischen Fakultät 165, tn der medizinischen Fakultät 425, in der veterinär-medizinischen Fakuttät 190, in der philosophischen Fakultät 430.
** Besitzwechsel. Frau Witwe Student erwarb von Schwarz Erben für 31 000 Mark daS Daus Marktstraße und Wettergasse Ecke. — Schuhmachermeister Karl Waldschmidt erwarb für 110000 Mk. das Eimsche DauS, Friedrich - und Frankfurter Straßenecke, und beabsichtigt später sein Geschäft dahin zu verlegen. — Der Wirt Dermann Sorbet erwarb für 75000 Mk. bas Eimsche Anwesen Friedrich st raße 10.
*’ Ausgewiesene Elsaß-Lothringer, die flch in der Stadt und im Landkreis Gießen auf. halten, werden gebeten, zur Gründung einer Ortsgruppe, die u. a. den Nachrichtenaustausch vermitteln soll, ihre Adresse bei der Geschüftsstelle des Gießener Anzeiger» anzugeben.
/. ** Für Offiziere, Un tero ffi- ztere usw. Cs ist in letzter Zeit in einigen Zeitungen eine Nachricht veröffentlicht worden, wonach die japanische, die amerikanische und andere Regierungen die Anstellung früherer deutscher Offiziere und Unteroffiziere in den Diensten der betreffenden Regierungen in Betracht gezogen hätten. Dadurch veranlaßt, hat eine sehr große Anzahl von deutschen Offizieren, Unteroffizieren, Fliegern, Ingenieuren, Schlossern usw. die neutralen Gesandtschaften in Anspruch genommen zwecks Vermittelung derartiger Gesuche. — Die Königlich Spanische Botschaft in Berlin teilt da^u mit, daß die obengenannten Gerüchte frei e r fu nden sind, und bittet, von der weiteren Sendung solcher Gesuche abzusehen, da sie sich mit der Erledigung bzw. Beantwortung der unzähligen in diesem Sinne an sie gerichteten Briefe überhaupt nicht befassen kann.
♦* Die Mil itäruniform als Zivilkleidung. Die Unmöglichkeit, alle infolge der Demobilmachung aus dem Heeresdienst entlaffetten Militarpersonen sofort mit Zivilkleidung zu versehen, hat zur Folge, daß viele dieser Personen noch längere Zeit eigene ober ihnen von Truppenteilen zu Eigentum überlassene Uniformstücke tragen werden. Hiergegen ist unter den jetzigen Verhältnissen nichts zu erinnern, wenn von der Uniform alle militärischen Abzeichen, wie Offiziers- achfelstücke, Tressen, Achselklappen entfernt, sowie Koppel, Seitengewehr usw nicht angelegt werden, da sonst die Auffassung erweckt werden kann, daß die Träger noch dem aktiven Heere angehören. Es wird erwartet, daß alle diejenigen, welche der Mangel an ZivilNei- düng zwingt, Uniform zu tragen, die genannten Abzeichen entfernen, andernfalls Bestrafung auS § 360 Zifs. 8 RStrGB. erfolgen kann.
— Der Hilfsverein für die Geisteskranken in Hessen wird im Laufe de» wie in vergangenen Jahren in (ließen eine Sammlung von Haus zu Haus veranstalten. $n erster Linie wendet der Verein seine Fünorge den bedürftigen, auS den Landes-Heil- und Pflegeanstalten und der Klinik für.psvchtsche und nervöse Krankbeiten in G i e ß e n versuchsweise entlassenen Geisteskranken zu. Er will ferner Familien, hiedurch Geisteskrankheit eines Angehörigen in Not ge
raten sind, Dikfe 6dnflm. Hierzu sind metzr wie je bedeutende Geldmittel notwendig, da viele Personen, aus dem Felde krank und siech zuruckgekehn, in die Anstalten ausgenommen werden müssen. Die vom Staat und aufr öffentlichen Kassen gewährten Beihilfen reichen nickt aus, der Verein ist vielmehr m der Hauptsache auf freiwillige Gaben angewiesen. Es wird daher dringend gebeten, die Bestrebungen deS Verein- gerade in der jetzigen Zeit besonders zu unterstützen. Auch die kleinste Geldspende ist wtttkomnten.
•* Wiedereinführung der Sommerzeit Mitte April. Die .Deutsch« Tageszeitung- meldet: Run ist, wie von gut unterrichteter Seite verlautet, auch die Wiedereinführung der Sommerzeit in Deuisch- land beschlossen worden. Maßgebend waren hierfür vor allem die Gründ« der Aohlenersparrri», die mit der Sommerzeit in den letzten Kriegsjahren erzielt worden ist, und die auch in dielem Sommer noch nccht vernachlässigt werden kann. Als Termin zur Einführung ist di« Nacht vom 14. zum 15. April tu Vorschlag gebracht worden.
•• Gewerbliche Verbraucher von mindestens 10 Tonnen Kohle, KokS und Briketts monatlich müssen laut Bekanntmachung des Reichskommissars für die Kohlenverteilung vom 4. Februar 1919 (Reichsan- zeiger Nr 33) die üblichen Meldungen in bet Zeit vom 1. bis 5. März 1919 erneut ev« statten. Aenderungen in den Bestimmungen über die Meldepflicht find gegenüber dem Vormonat nicht eingetreten. Die Meldekarten sind bei den bekannten Stellen (OrtS- ober BezirkSkoblen-, KriegSwird- schast-, Kriegsamtsstelle) ozw. der an ihre Stelle getretenen Zivilverwaltungsstelle zune Preise von 25 Pfg. für ein Meldekarten Hefe mit 4 Karten (40Psg. mit 5 Karten) nebst Wortlaut der Bekanntmachung, sowie von 10 Pfg. für eine Einzelkane erhältlich.
**Der ® unb ber techn.-industr. Beamten veranstaltet am Samstag den 8. März, abends 77, Uhr, im Hotel Köhler, West-Anlage, eine AufNärungs-Bersamtw- lung.
•* Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Do» Freitag ab wird Margar. Bohms vielumstttttenes Werk: „Das Tagebuch einer Verlorenen- zur führung gebracht
Kreis Büdingen.
< Ortenberg, 3. März. Gestern'veranstaltet» der Fußballklub .Germania- im .Gasthaus jur Post- zu Ehren seiner aus dem Feld« heimgekehtten Nrieger eine DegrÜßungsfeier. - Geometer 2. ülosse Zeiger wurde als Feldbereinigungsgeometer im Staatsdienst angestellt und nach Gießen versetzt. - Chemiker Davidsohn, der bis zum Ausgang des Kriege» als Leutnant d. C. in der Ukraine gestanden hatte und mit geschwächter Gesundheit au» dem Feld» zurückgekehtt war, erlag in Winkel a. Rh der Gripp«. Trotzdem seine Frau und 4 Kinder gleichzeitig schwer krank darniederliegen, wurde niemandem von der Familie zum Besuch und zur Pflege de» Aranken unb Sterbenden die Einreise in bas besetzte Gedier gestattet.
ÄrdS Schotten.
E Laubach, 5. März Das Hechler'sch« Äw» wesen, Hotel zum Schützenhof, welches Inden letzte» Jahren schon mehrmals seinen Besitzer gewechselt hat, wurde End« Februar d. I. an einen 5«rm Tltvbauer au» Frankfurt zum Preise von 46 000 Mk verkamst. Der Besitzwechsel fand am I. März d. F. statt. D« jetzige B« itzer hat eine Frankfutter T hea t e rg» sellscha t engagiert, welch« Sonntags nachmittag» Vorstellungen für Kinder und abends für Erwachsene gibt. Am verflossenen Sonntag fand als erst« Vorstellung „Dit Hochzeitsreise' statt. Der Saal war überfüllt.
Starkenburg und Rheinhessen.
Darmstadt, .5. März. (WB.) Zu dem Mord in Lützekrimback wird uns noch mit* aeteilt: Die acht Mann starke Räuberbande bestand au8 Spartakisten, deren Mitglieder noch kurz vorher im Gefängnis in Mannheim saßen und durch die jüngsten Unruhen befreit worden roareit, Sie haben den Itenbnrirt Helffrich mederaeschossei^ ohne daß er sich jur Wehr setzte und die Frau unb die Magd eingefperrt. Sie raubten eine große Menge Vorräte, 400 Mark Bargeld unb eine Kriegsanleihe von 2000 Mark. Turch das Ein- fd;rcitcn des Bürgermeisters von Rimbach nmrbai bret Mann festgenommen, die ihre Beteiligung eingestanden haben unb die Namen ber übrigen nannten, auf die jetzt gefahndet wird. Tic bret Verhafteten sind in das llntersuchungsgescurgniA in Darmstadt gebracht worden, nadtbem sie bet ber Gegenüberstellung mit Zeugen am Tatort knapp dem Lynchen entgangen roarm.
Hessin Nassau.
— Hanau, 5. März. Der Belagerung«« zu st and Über Hanau ist heute mittag aufgehoben worben. Die Polizeistunde wurde auf 11 Uhr abend« festgesetzt.
— Kassel, 5. März. Don den in Hanau verhafteten Spartakisten wurden am Dienstag 30 in bas hiesige Landgettchtsgefängni» eingeliefrtt.
vüchcrlisch.
— ® m «11 «• Entspricht
der zweite OTricb-mcrfa:iunfldenttourf unseren Ev Wartungen? Preis 1 Mk. Verlag Emil Ro'-> Ghenat. Zn einer kürzlich erschienenen Schrift .^öa- rum ist der fRndv-otrfai (u nas.-ntnmn unannehmbar?" hat ber Gießener Staat-rechtSlehrer Pro» fcifor Gmessn eine Reihe »n Forderungen auf» gestellt, bte in dem neuen Entwurf -um gr?yn ixü erfüllt sind. Nun unterzieht er in einer eben erschienenen Schrift: „Entspricht dec »weite Reichsverkassungsentwurf unfern Erwartungen?^^ bett neuen Ente nnrrf einer eingehenden ffritü. Namentlich n>etfl er auf bie Wioenorüche hm. unter benen die Crga* nifatbn deS Reicksvars leibet, und zeigt, nxüft große Gefahr ine Verbindung von VolkS<vabl des Präsidenten mit ber Ungebunden heil des Reichstages in sich birat Auch die sstegelung ber Grundrechte, bie SuftQrtbigfcLd'jertdlunfl ».vi'dien Reick unb (rinjelilaaten und die Vorschriften über Skt* fafiun^Aanbetunq werden behandelt unb auf ih« Haltbarteir geprüft. Immer ist Gmelm befhvtt, zwischen übertriebener Beveinheillickung einerseits und starrem Festhalten an überlebten Sortbew rechten anbeneit» einen oersöhnenven Mittelweg ein zu schlagen, unb so spricht auS ber Schrift fjnufl eine gesunde Achtung vor ber in ber kutf<ba< C'if’dridjtc begründeten lanbfdwftlidm Eigenen Wicklung tote auch ein toarmos Bekenntnis D» dem Rcichsgedcocka^


