Zreitag, 5. Dezember 1919
169. Jahrgang
Berlin, 4.
wirtschaftlich
zu erzwingen.
Deutschlands gegenüber China, wie "I n u 11 icrung der Boxer-
finb, sollen die Neuwahlen bis 1921 hinausgescho- ben werden. Im Uebrigen erklärt sich die Regierung mit den Abänterungsmünschen des Ausschusses
Regierung werde dafür Sorge tragen, daß der vollständige Wortlaut des Schreibens alsbald ver-
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poftscheätonto:
Sretttfurt a. DI. 1(686
offeittlicht werde.
Der Rücktransport der Truppen au» dem Baltikum.
S ch a u l e n, 4. Dez. (WTB.) Der Rücktransport der ehemals reichsdeutsch^n Truppen geht ord- nmVsgemäst von statten. Deute rollten 10 Züge ab.
zogen baten sollte, so habe er den ihm vorgesetzten können durch ein eiff-neä Wahlgesetz geregelt wcr- Ches des Admiralstates missverstanden. Die deutsche den. Da eine Reite dringender Gesetze zu erledigen
atzprotokoll den alliierten Mächten nicht möglich sein, bte _______ -- . _ - - . -ichen würde, I Durchführung der im ^ricdensvcrttag vor-e-ehenm west Deutschland nicht dulden könne, daß nach dem s Verpflichtung Deuts" Frieden ein fremder Staat baoaffnä in sein zum Beispiel die A Gebiet eindringe unter dem Borwand, daß ! a u f st an d s en t s ch ä d i g u n g, zu erzwr. ßrgeödeüle zotteteureode Berpflichttmg nicht et-1 so lauge China ferne Unterschrift verweigere.
A m st e r d a m, 4. Dez. (WTB.) Laut „Tele- graaf" meldet die „Times" aus Peking, daß in der Botschaft des chinesischen Präsidenten daraus hingewiesen wird, daß das Lind dem Bankerott entgegen gebt, wenn die Zahl ter unter den Waffen befindlichen Truppen »oeiterhin aus derselben Döhe gehalten wird. Es wird beabsichtigt, die Deeresslärke um 20 Prozent herab- zufetzen.
Annahme von Anzctgen f. die Lagesnummec Did zmnNocpmlUaq vorher. Preis für \ mm höhe füc 5ln;et ien u.34mm z'reite örili n 15 üi, auswärts 18 P»., für Reklamen von 70 mm Breite 48Pf. nebst 20*/, Te»ieru»gS- zuichtag. Bei Play- t>orfdirifi20n A'i'sttüag. Hauotfchriüleiler: Aug. Goeg. ’ßcvmtltDortlid) für Polit k: Äug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Remholo Zenz; für den Anzergeirteü: H. Beck; fämlltch in Gießen.
Unterredung gewährt. Im vorliegenden Falle mache er eme Ausnahme, weil es der sehnlichste Wunsch seiner Regierung sei, daß der ^Frietens- vertrag in befriedigend rascher Weise in Kraft trete. Deutschland könne die Zusätze zum Rattfika- tionsprotokoll, die im Friedensvertrag nicht Dor» «sehen seien, nicht bedingungslos unterzeichnen. Deutschland sei aber bereit, das Zuadprotokoll anzunehmen, wenn der Schlußsatz geftri
Versenkung enthalten gewesen. Das Schreiten entspricht seinem Sinne nach durchaus dem jederzeit von der deutschen Regierung vertretenen Standpunkte, daß unsere Schiffe nur interniert, nicht aber ausgeliefert wären, und daß es das Ziel der Versailler Verhandlungen fein müsse, die Rückgabe der Schiffe zu erlangen. Wenn Admiral v. Reuter andere Schlußfolgerungen daraus ge-
&)int Councils" (Bazirksarb i' sgemeinschaften> eingesetzt werten, ferner die „Works Committees" für die einzelnen Unternehmungen.
In Deutschland ist ,das allgemeine Zvel der Arbeitsgemeinschaften mit den Worten „gemeinsame Lösung aller die Industrie und das Gewerbe Deutschlands berührenden wirtschafllickten und sozialen Fragen, sowie aller sie betreffenden Gefetz- gclmngS- und Berwaltungsangelegenhnten" mir im Großen sestgelegt; welche Ausgaben den Arbrits- pemeinsckwften von ihren Grüntern im einzelnen zugedacht sind, geht aus den Satzungen der Arbcits- yemeinschas en bet einz-ftnen Jndustriezw i»re hervor Ein Vergleich zwischen den deutschen und englischen Arbritsgemcinschasten z. igt, daß den Arteit- nehincrn bei uns viel weiter (latente Rechte ein» Sräumt werden, als in England vorgesehen ist. u den Anfgab n der englischen Arbeitsgemeinschaft gehören lediglich Prüfung von Maßnahmen die Produktion betreffend u"rt>., währnd bei den deutschen Arbeitsgemein schoflen den Arbeitnchmern das volle Mitbestimmungsrecht ein geräumt ist, z. B. bei ter Verteilung von Arbeitsausträgen durch die Auftraggeber.
Aohnlich sieht es b i ten „W or ks C o m m i t- tees"aus,die unseren Betriebsräten glrich- Aiachten sind. Auch hier liegt den englischen Betriebsräten nur die Prüfung von Maßnahmen ob, während ten deutschen Betriebsräten das Mitwirkungsrecht gesichert ist. Rach dem deutschen Be- triebsrätogesetz soll ter Betriebsrat u. a. die Aufgabe haben, bei ter Einstellung und Entlassung der Arbftlnehmer mitzunürien. Eine solche Bcstim- tmung ist unter den Aufgaben ter „Works Com- mitteeS" nicht berücksichtigt: man könnte ter Bestimmung unseres Betriebsrätegesetzes viril icht die Aufgabe ter „Works Committees" gegenüberstellen, nach ter dieses die Anstellungsbedinguneen zu ,prüfen" fat. Auch hinsichtlich ter Organisation ter Unternehmung, tei der Einführung neuer Ar- beitsmetboten usw. steht der Prüfung ter „Works Committees" ein Mitwirkungsrecht ter deutschen Betriebsräte gegenüber.
Besondere Erwähnung verdient, daß ten „Works Committees" im Gegensatz zu unseren Betriebsräten nicht das Recht zusteht, von ten Ar- beitgetern die Vorlegung ter Mlanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zu verlangen. Weder diese noch eine ähnliche Bestimmung ist unter ten Aufga'.-en ter „W»'rks Gommit km'5" enthalten. Gleichfalls hat ine Bestimmung des deutschen Be- ttiebsrätegesetzes. nach ter ter Betriebsrat Ver- tteter in ten Aufsichtsrat zu entsenden hat, bei den „Works Committees" keine Berücksichtigung gefunden.
Arbeitsgemeinschaften und Betriebsräte in England
Wie in Tcutsclstand, so hat man auch in England während des Krieges erkannt, daß zum Wiederaufbau des Wirtschaftslebens die Lösung ter Arbeiterfrage für das VerMnis von Arbeitgeber und Arbeitnehmer in dem einzelnen Industriezweig und ter einzelnen Unternehmung nach dem Kriege Mi größter Bedeutung ist. Im Ialne 1917 wurde in England ein Ausschuß zur Lösung dieses Pvo- VlemS eingesetzt, dessen Mitglieder aus Vertretern ter Arbeitgeber und ter Geiverkschaften, sowie zwei beteuteilten volkswirtschaftlichen Gelehrten bcjtnn» ten. Roch hn gLeichen Ialne trat dieser Ausschuß mit folgendem Ergebnis an die Oeffentlichkeit: Es nnir*x bte Einsetzung von stündigen Jndustrie- auöschüssen, paritätisch zusammengesetzt aus Arteit- getern und Arbeitnehmern, für jeden Industriezweig empfohlen.
Diese Ausschüsse weifen große Aehnlichkeit mit 'den deutschen Reicl)sarbeitsgemeinschaften auf. Jln Rame Rational Joint Standing Council" heißt in ter Uebersetzung etwa „Stündige nationale Arbeitsgemeinschaft". Eine weitere Bezeichnung, die man ten Industrie-Ausschüssen b ig- legt fat, lautet „W hitley C v u n- cile", nach lern Leiter des Ausschusses, Whitlcy.
A,g>iichts ter Tatsache, daß die Geschichte ter Gewerksä)aftsbcwegimg in England viel weiter zu- riktridit als in Deutschland, und daß,England als dos klaisisch? Loiü) ter Gewei? chaftsbewcgung anzusprechen ist, muß man einem Vergleich tes Wl/it- ley-SvmmZ mit ten gleichartigen Wirtschafts- und sozialpolitischen Einrichtungen in Deutschland be» sondere Bedeutung teimesscn.
lieber das Msttleh-Shstem sei folgendes gesagt: Dem „Rattonal Joint Council" sollen die ten gesamten Industriezweig betreftenten Fragen obliegen, so vor allem die Wicdereinfü'hrung ter „Träte Union Rules and Customs" (Regeln unb Sitten ter Gewerkschasten), die während des Krie- außer Traft gesetzt, inzwischen aber wieder ein- geführt vvrden sind. Zur Behandlung ter lokalen Frage» sollen besondere Ausschüsse, die „District
einverstanden. ,
Aba. Tingeldey (D.V.): Wir wünschen alle miteinander nicht, daß an ter Verfassung sogleich wieder geändert wird. Darum müssen wir jetzt sorgfältige Artest leisten. Bei aller grundsätzlichen Meinungsverschietenhcit mit ter Regierung in ter Mehrheit tes Dauses sind wir zu positiver Mitarbeit betest, die Verfassung müßte der tatsächlichen Lage entsprechen. Die Reichs- Verfassung hat ter Landesverfassung so enge Grenzen gezogen, daß alle kulturellen und wirtschaftlichen Fragen, in denen die Parteien einander geotnüberstehen. ausgeschaltet sind, sie erleichtert diesem Dause die ruhige Arbeit. Wir sind nicht mit allen in ter Reichs Verfassung nieder gelegten sogen Grundrechten einverstanden; aber da sie eine vollzogen.'Tatsache sind, halten wir lange Debatten über die Reichsversassung für unnütz. Wir sind befriedigt von ten Arbeiten tes Verfassungsausschusses wie von ter Heranziehung eines staatsrechtlichen Sachverständigen und si>rd tesfalb gern bereit, ten Grundzügen ter Ver asfung unere Zustimmung zu geben. Wir halten es grundsätzlich nicht für richtig, daß eine Kammer die ganze Souveränität bekomme, wünslÄen vielmehr, daß daneben eine berm'sständische Kammer trete, wir verzichten ater auf die Stellung eines solchen An- ttages, ter keine Aussicht auf Annahme hätte. Staatsrechtlich wäre die Trennung von Staats- und Ministerprä identen wünschinSwert, Prak ich?, vor allen finaniiclle Erwägungen spreche» dagegen.
Der Parteitag der Unabhängigen.
Leipzig, 3. Dez. In ter Rachmittagssitzung polemisierten Koenen (Lwl.'e) gegen Cohn und H.lfcrding. Etchhorn (Berlin) ertläite, die Einigung dürfe nicht an den kompromittierten Führern scheckern: kompromittierte Führer gebe es in allen Parteien. (Sine Einigung könne nur auf der Grundlage tes Aktionsprogramms erfolgen. Dr. Kurt Geyer fragte Colm nach dem Ergebnis ferner Berner Verfandlungen mit Odjciteminn, dessen dortiger Verkehr mit Sklarz ihn hätte warnen müßen.
Ledebour.mst stürmischem Beifall begrüßt, sprach feine Genugtuung über die Zustimmung beiter Richtungen zu dem Crispi ischen Altions- programm aus. Cohn habe sich einen melodramatischen Abgang als Prophet der Einigung geschaffen, Die Einigung werte erzielt mst dem Uebir-» tritt einzelner Mehrheitssozialisten, ganzer Organisationen kund durch ten schließlickZen Zusammenbruch der mehrhestssozialisttscheil Partei. Tie Kommunisten seien ideal veranlagt, hätten ater durch ihren Austritt ten linken Flügel ter USP. geschwächt. Im Dezember und Januar fei kein Unterschied zwischen ter Taktik ter USP. und ter ter Kommunisten gewesen. Falsch sei bre Gegnerschaft ter Kommunisten gegen jede parlamentarische Betätigung. Sie selbst hätten auf tem ersten Rätekongreß.eine parlamentarische Un- fäbtgfeü tennefen, wie er sie noch nicht erlebt bäte, und sich von tem gerissenen parlameNdariscten Sch-eber Leinert nach allen Regeln ter Kunst ein- seifen lassen.
Crispin betonte in fernem Schlußwort.- Wenn es in Deutschland jemand gelüsten sollte, die Kronen vom Pflaster wieder aufzuheben, so werte das klassentewußte Proletttri.it auf tem Plan erscheinen. Sodann wurde einstimmig dv Trucklegung von Crispins Reterat brfchlos en und ferner eine RÄ)aktionsbommission, eine Programmkommission und eine Steueriommission gewählt.
(F. Z-)
Leipzig, 5. Dez. (WB.) Der Parteitag der unabhängigen S^zialtemokraten Deutschlands hat einstimmig ein AV.ionsprogramm ang wim- men, daß sich zur ausschließlichen verr- schaft des Proletariats b?keimt. Dre Forderungen dieses Entwurfes sollen die Voraussetzung zur Einigung ter Arbüterklasse bilden.
Berlin, 5. Dez. Eine Venarnrnlung ter f ozraldemokratischen Funktionäre faßte gestern abend folgenden Beschluß: Angesichts des Auftretens ter Reaktion, das die Einigung ter Arbeiterschaft notwendi^r als je macht, haben die radikalen Gruppen aus das Einigimgs- angebot Beine andere Antwort, als schäristmc Kampf gegen die mehrchntssozialistische Arteit>?rsck)aft, parteipolitische Zersplitterung ter Gewerkschaften und das auf tem unabhängigen Parteitag ansge- spwcliene Bekenntnis zur unablstingig-kommil- nifriidjen Rätediktatur. Durch diese Stellung- natvne ist die Einigung der sozialistischen Parteien unmöglich geworden, da die Unabhängigen ten Boten des Parteiprogramms völlig verlassen baten und sich hneterum als das enthüllen, was sie immer gewesen sind: Förderer ter Reaktion.
Aus dem Aeiche.
Die Ncichsciscndnhu.
Berlin, 4. Dez. (WTB.) In Berlin traten unter dem Vorsitz tes Reid)sverkehrsminisiers Dr. Bell die Cbess ter Eisenbahnverwaltungen zu eingehenden Besprechungen über eine irüöicitigcro Uebernahme ter Eisenbahnen auf das Reich zu- ammen.
Der UnteisuchunqöliuSschnß.
Berlin, 4. Dez. (Wolff.) Der erste Unterausschuß des parlamentarischen Untersuchungsausschusses ter Nationalversammlung beendete in seiner letzten Sitzung unter tem Vorsitz des Abg. Tr. Quarck die Bvr- bereitungsarteilen für die Erh'bungen über die Vorkriegszeit. Unter ter leb!asten Mitwirkung ter ängezvgmen Sachverständigen, unter Denen sich Graf 9Rontgelas und K a u t s k y befanden, wurde ter Fragebogen im Wortlaut fest- gestellt, ter zuerst zur schriftlichen Beantwortung bis Anfang Januar an etwa dreißig Auskunsts- personen geht. Unter diesen tesinden sich v. Deth- mann-Liollwog, Jagow, Zimmermann, die Spitzen ter Militär- unb Atarinevermal ung und eine An- zalX diplomatischer Persönlichkeiten. Rach Einlaufen ter schrif.lichen Antworten wird Anfang Januar zur mürü>lichen Vernehmung geschritten werten.
Tie Aufhebung der Goldzölle.
Die internationale Konferenz über das russische Problem.
London, 5. Dez. (WTB.) Lloyd George erklärte im Unterhause, daß die internationale Konferenz, die versuchen soll, das r u s s i s ch e P r o b l e m einer Lösung entgegenzuführen, aus Vertretern der alliierten Mächte, dre bis jetzt mit Uebereinstimmung vorgingen, bestehen werde.
China und Ten schland.
Eine Unterredung des Herrn v. LerSner mit einem Vertreter des ReuterbureanS.
Paris, 5. Dez. (WTB.) Der „Ternps" veröffentlicht eine Unterredung, die Freiherr von Lersner einem Vertreter tes Reu ter schm Bureaus am 3. Dezember gewährte. Lersner erklärte, er habe tes jetzt noch niemandem eine
verfasfungsebMe Volkskammer der Sreiftaates helfen.
39. Sitzung vom 4. Dezember.
Präsident Adelung crefmet um 10V< Uhr die Sltzung Die Tribünen sind leer. Das §>aus ist gut bZetzt Das £>juS tritt alsbald in die
auch 'bat sie bei ter zukünftig cm Stellung der Bundesstaaten kaum eine praktische Bedeutung mein. (Sehr richtig, rechts.) Bezüglich des Wahlrechtes werten wir einen Antrag aus die Erhöhung tes Wahlalters auf 21 Jahre einbringen, au-3 rein sachlichen Erwägungen. Ebenso wünfckfen wir die Beseitigung bei Bestimmung, daß die Wahlen am Sonntag stattfinden. Praktiscte Erfahrungen haben gezeigt, daß ter Sonntag kein ge ignetcr Tag ist. Trotz der Acntermrg der Staatc-form schließt sich in begrüßenslverter Weise organisch an die alte Verfassung an. Wir halten ten pessimistiscten Ausblick des Minister Prä >itenten megen tes Mißbrauches ter Bestimmung ter Ministerverantivort- lichkeit nicht für begrüntet. Rüt ter Verabscl>i.dung der Verfassung 'hat die verfassunggebende Volksversammlung ihre Aufgaben er ü l! und muß sich nach dem Vorbild oes Reichstages auflösen. Die Bestimmung, daß diese Volkskammer bis November 1921 beisammen bleiten solle, in die Verfassung aufzunehmen, halten wir a>eter für tenrokratisck noch für politisch. Die Landes- Wahlen müssen ten Reichswahleii folgen. Ich ziehe meinen Antrag im Ausschuß, die Neuwahlen tes November 1920 stattfinten zu lassen, zurück. Wir stellen den Anttag, daß die Lantesivahlen 8 Tage nach ten Reiclfswählen stattfmten müsseir.Daz-u darf . nicht erst ein Doltsbegel-ren verlangt werten. Es ist eine polittsche Anstandssordcrung. Diese Frage wird für uns ten Ausschlag geben bei unserer endgültigen Zustimmung. Sollte keine Einigung instante kommen, so toerben wir, das künden wir schon heute an, kein Mittel scheuen, ten Rücktritt ter Kammer zu erzwingen. Einzelwünsch.' stellen wir auf die Einzelaussprache zurück. Wir sind unbedingte Anl)änger einer verfassungsmäßigen Weiterte! düng aus allen Gebieten. Geben Sie uns die Möglrchkeit zu einer einmütigen Verabschiedung ter Verfassung mitzuarbeiten. (Beifall.)
(Es tritt eine Pause ein, in ter ber Verfassungsausschuß jufanpnentritt)
rm. Darmstadt, 3. Dez. Parlarnerttarisches. Der Abg. Lo 0 s 'hat der Steif. Volkskammer einen von Mitgliedem aller Parteien unterschriebenen Anttag eingereicht, in der die Regierung angefragt wird, was sie zu hm gedenkt, um gegen die beabsichtigte Bevormundung der Schulen irn besetzten Gebiet (Stellung zu nehmen, die durch die in ter Rede tes Vorsitzenden der interalliierten Kommission Tirard zur angeblichen Vermeidung ter Verbreitung von Revancheabsichten zum Ausdruck gebrachte Erziehungs- Vorschriften und Kontrolle in ten Schulen zum Ausdruck kommt?
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General-Anzeiger für Gberhesfen
3n>imngsrnn6önid u. Derlag: vrülil'ich« Uni»..Bud), u. Steinkuderei R. lange. Sdjriftlcitung, 6e|d|äfts|telle n. »ruderet: Schulstr. 7
Tie deattschen Kohlenliefcrungcu nach Frankreich.
Berlin, 4. Dez. (WTB.) Die deutschen Kohlenlieferungen nach F r a n tr e i ch , die wir vor der Ratifizierung des Friedensvertrages begonnen hatten, sind dauernd durchaeführt worden. Wenn sie die volle Höhe nicht immer erreichten, war dies auf Schwierigkeiten der deutschen Förderung sowie auf Verkehrsschwierigkeiten zurückzuführen, wobei auch technische Unzulänglrch- keiten der französischen Verkehrsmittel zum Teil eine Rolle spielten.
Die Haltung Frankreichs in der KriegSgefangencnfrage.
Amsterdam, 4. Dez. (WTB.) Ten englischen Blättern zufolge er Härte Larmsworth in ter llnierhaussitzung vom 1. Dezember auf eure Anfrage, baß China ten F-.ietens ertrag mit Deutschland nicht unter je. ebnet habe, nrrte o
Pans, 5 Dy. (WTB.) Tie Hmna- mt6" mißbilligt bte Haltung Franrretchs in der Kriegsgefangenenfrage, daS, tote viele, auf feinen Schein testete Frankreich versafte nicht in humamtäre Schwach!ichünten. Seine Haltung bedeute in ter Tat eine außerordentliche UngercdjtigTi'it, weil dadurch 400000 Menschen in einer durch die Gefangenschaft erschwerten mili- tärifdjen Sklaverei erhalten werten.
Deutsche Arbeiter in Rordsrankreich.
Berlin, 5. Dez. lieber die von der deutschen Regierung ter französischen Regi.rung gemachten Vorschläge wegen ter Unlerteiitgung ter leim Wiederaufbau in Nor dfran kreich b e- schäftigten Arbeiter wird von den „Pol.- Parl. Nachr." berichtet: Es seien allein aus tem praktischen Bedürfnis "heraus Arbcitecsiedelungen geplartt, die gleichzeitig als Schule für die spätere Siedelung in ter $>rimat dienen sollen, wo die Arbeiter an einen Wirtschaftsbetrieb mit Garten- und Gemüseanlagen gewöhnt würden.
Zur Versenkung der deutschen Flotte.
Berlin, 5. Dez. Die englische AdmirvlftAl veröffentlicht verschiedenen Blättern zufolge einen Brief des damaligen Chefs tes Admiralstates v. Trotha an den Admiral v. Reuter, worin nachdrücklich darauf hmgewiesen wird, daß die Sckpffe deutsches Eigentum seien, und daß eine Uebetgabe an den Feind nicht in Betracht kommen tonne. Der „Voss Ztg." zufolge sei in dem Bries Dein Verscmkungckbefehl uitä keine Auffcrtemng zur
Dez. (WTB) Im volks- ____,en Ausschuß der Nationalversammlung ist betr. die Zahlung der Zölle in Gold beschlossen worden, daß c»as Plenum der Nationalversammlung Möglichst bald dem Gesetzentwurf zu- stimmen solle, durch den die Goldzölle aufgehoben werden.
allgtmkine Aussprache über die neue Vcrfassmig.
Ministerpräsident Ulrich: Mit der Verabschiedung ter vorläufigen Verfassung vom 20 Februar d. Js. übernahm die Regierung ten Aus- frag, eine teftnittve Verfassung auLzuarbeiten. Sce liegt Ihnen vor. Von entscheidendem Einfluß, war die Reichsversassmig, die als grundlegend für die Eirrzelstaaten angesehen werden muß, dnm Rrichs- recht geht vor Landrecht. Em betonterer Dank gebührt tem juristischen Berater Prof. Dr. Grne- Itn Es hantelt sich bei ter hesttichen Bersis- fung bet ter veränderten Stellung ter Bundesstaat, n sozusagen um ein Aus ülwungsgeetz zum Reichsgesetz. Ter Siebter erörtert sodann di>; Fragen, bie der Reichsverfasfung Vorbehalten und ter Lantesgesetzgebung entzogen smd. Was schon in ter Reichsverfassung entfalten ist, wuite in die Landesverfassung nicht Mehr aufgenommen, worwis (eine falschen Schlüsse gezogen werten bürf-m. Dn: Redner geht hierauf aus die einzelnen BMim- mungen ter Verfassung über. (Im Dause terrscht eine allgemeine Unaufmerksam Veit.)
Die Unteilbarkeit tes Staatsgebietes tourte ausdrücklich ausgesprochen, gegenüber ten Los- löiungsbesttebungen unserer Feinte in dem über- rheinischen Gebiet. Wir betrachten nach wie vor die Rheinhessen als zu uns gehörig. Die Schaffung eines eigenen Staatsprä'itenten erschini bi ter ge- Kleinheit des Landes überflüssig. Die Wahlen
füllt worden sei. Lersner gab dem Vertreter tes Reutcrichen Bureaus Kemttnis von dem Schlutz- satz, ter diesem unbekannt war. Er erklärte ferner, datz man offenbar glaube, daß ter von Deutschland suggerierte Gedanke, die Frage von Scava Flow vor das Schiedsgericht tm Haag zu bringen, irgendwie die Ratifikation tes Frietensvertrages hinausschieben soll. Das Gegenteis sei roa()t.Jüxnn dre Alliierten ten deutschen Vorschlag annähmen, könne das Protokoll sofort unterzeichnet roerberr Die baltische Frage sei inzwischen ja geregelt, da die beuticfan Truppen Litauen vollständig geräumt hätten.
Der Einspruch gegen unsere Militärorganisation.
Paris, 5. Dn. (WTB.), Zu ter Note der alliierten Regierungen über die Reichswehr und die Einwohnerwehren sagt das „Petit I o u r n a l": Mr kennen ten schlechten Willen unserer Gegner. Aber sie werten die Bedingungen ausführen, wenn sie nicht anders können. Man braudü nur wenige Wochen jenseits des Rheins gelebt zu haben, um zu wissen, daß ter deutsche Vrilidarismus für lange Jahre hittaus rur.Ofa- madjt verdammt ist. Aber Frankreich und die Alliierten wollen keinen Frieden diif 5 laber lOIahve, sondern eine dauernde Garantie, daß Tteutscch' land auf jegliche militärische Ambition verzichtet.


