Ausgabe 
5.11.1919
 
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M- der gute

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Anfragen erbitte wegen der vorgeschrittenen Leit out beiten telegraphisch oder teleobonifdj. Meier Kleeblatt, Zranlsutt a. M.

Telephon Amt Hansa 9438 und (M39. (>"«s, Telegramm-Adr.: Meier Kleeblatt, Franklurtmain.

Einer geehrten Einwohnerschaft von Gießen zur gefälligen Kenntnis, daß Ich mit dem Heutigen mein

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der ftrmzösischen Besatzungsarmee gesucht, um die Bewrdnung rückgängig zu machen, liefe Verhand­lungen üinnten leider erst jetzt zum Abschluß ge­bracht teerten. Zwischen dem Präsidenten des Landesernährungsamtes, der französischen Besatz- ungSarmee, dem Obervcrsorgungsamt des besetz­ten Gebietes und dem VersoraungSamt Mainz ist unter Hinzuziehung' je eines Vertreters der Kvm- munolv-^lünde Groß-Gerau und Tarmstedt eine

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6 SUI., I Nov. ta dt Frankfurt Artig, i» in tut «Inen StabMno >n gcbildel, die mtl^ ' tatbi.il K-Md-m »Ml, bt£ J

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zösische Besatzungxirmee git-r ihre Zustimmung, oafj bis zu 3000 Donnen (60 000 Zentner) Kar - to f fein aus dem Kreise Groß-Gerau auf Bezugsscheine oder per Waggon nach Tarrn- stad« aus se führt werden dürfen. Tie Abstempelung der Bezugsscheine in Höhe von un­gefähr 6000 Stück soll sofort beginnen und diese daun dem Srommunnlberbanb Groß-Gerau zuge- ftellt teerten. Der Kvmmunalverband Groß-Gerau Ifat die Verpflichtung übernommen, sobald die Be- -uasscheine in seinen Händen sind, mit der An- lieserung der Kartoffeln zu beginnen. Es ist mit Bestimmtheit zu erwarten, daß noch im Lau'e dieser Woche die Anlieferung der Kartoffeln ein* setzt und alle Bezugsscheine beliefert werden.

X Gelnhausen, 2. Nov. Dem Kommunal- verband Gelnhausen war aufgegeben worden zu­sammen 106000 Zentner Kartoffeln nach den Städten Hanau und Frankfurt zu liefern. Durch den Mangel an Saatvarwsfeln ist jedoch die Ernte- släckte im Jahre 1919 gegen das Vorjahr um 2150 poeußiscl)e Morgen zurückgegangen. Der Ab­schluß der Etmteschätzuna ergab, daß nach Deckung des Eigenbedarfs für die Kreisbevösferung eine Fehlmenge von 70000 Zentnern Kartoffeln zu verzeickmen war. Im Hinblick auf die schwere Verantwortung^ eine Lieferung nach auswärts ab» lehnen zu müssen, hat der Kreisausschuß deshalb die Reick>s- und Provinzialkartoffelstelle ersucht, einen ihrer Sachverständigen zur Beurteilung der Ernte in ben Kreis Gelnhausen zu senden. Gleich- »eitig wurden zwölf Erfassungskom­missionen gebilbet, welche, in der Hauptsache aus Konsumenten Vertretern bestehend, von Keller >u Keller gehen und die ablieferungsfähige Menge sestzustellen haben. Diesen Kommissionen gefrören auch Derbraucheroerkreter aus Hanau und Frank- furt an. Da der Kreis Gelnhausen vor allem vn die Frankfurter Eisenbahner zu liefern hatte, hat der Kreisausschuß gebeten, daß Eisenbahn- Vertreter in die Kommissionen geschickt werden, waS auch geschehen ist. Die Kommissionen sind noch an der Arbeit. Von der Reichskartoffelstelle war der Sachverständige Gresser im Kreise Gelnhausen zur eingehenden Nachprüfung der Ernte anwesend. Er war von einem Arbeiter­vertreter aus Hanau begleitet. Beide fraben nach Beendigung der Revisionsreise dem Kreisausschuß Gelnhausen ausdrücklich erklärt, daß es, abgesehen vielleicht von gmrz wenigen Zentnern, ganz aus- aeschlossen ist, bei dieser Ernte aus dem Kreise Gelnhausen noch Kartoffeln auszuführen. Wie zu- toessend dieses Urteil ist, geht daraus hervor, daß es bis jetzt dem KreiSausschuß noch nicht ge­lungen ist, die Bevölkerung der Bedarssgemeinden deS Kreises Gelnhausen mit Kartoffeln ausreichend zu versorgen. Sollt« sich trotz der Feststellungen noch ein Ueberschuß an Kartoffeln über den Streik bedarf hinaus ergeben, so wird es die vornehmste Pflicht des Kreises fein, diese Mengen der be- bürfttgen Bevölkerung der beiden zu beliefernden Städte zu zu führen.

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Die AngehSrigen werden dringend gebeten, nur solchen Nachrichten zu glauben, die amtlich ver­öffentlicht werden. Es ist selbstverständlich, daß die Oeffentlichkert über jeden Fortschritt auf dem amtlichen Wege unverzüglich Kenntnis erhält. Die Verkehrsspervc wird feinen Einfluß aus den Heim­transport der Gefangenen haben.

Ein Aufruf der Regierung an das Volk.

Berlin, 4. Nov. lWTB.) Die ^Regierung erläßt einen Aufruf an das Volk, in dem sie betont, daß die angeordnete Verkehrs- ein fie 11 u n g nur Erfolg haben kann, wenn alle Kräfte zur Erzeugung und Beförderung von Kohlen und Kartoffeln aus das höchste angespannt werden. Sie appelliert an die Bergleute.> die Kohlenförderung weiter zu steigern, an die Land> wirte, die Kartossein abzuliefern und an die Eisen­bahner, alle Kraft auf höchste Leistungsfähigkeit zu steigern. 11 Tage lang müssen Kohlen- und Kartoffelzüge unaufhörlich durch ganz Deutschland rollen. Wenn sich in diesen 11 Tagen unsere Hoffnungen erfüllen, dann können wir dem kommenden Winter ruhiger entgegensehen als heute.

AuS dem Baltikum.

Berlin, 6. Nov. (WTB.) Vmr den zu öeii Russen über getretenen deutschen Fnynanonen im Baltikum entschlossen sich bisher 5500 Mann z u r Hei m kehr. Ter Abtrans­port hat am 3. November in Schoulen begormm Kanalprojekt von Hüninaen bis Stratzburg.

Paris, 5. Nov. (WTB.) Ter Minister der öskentlichen Arbeiten arbeitete einen Gesetzent- ft'utr aus, der einen Pa ral lel kana l von Lüningen bis Straßburg vorsieht. Ter Kanal' soll 20 Meter breit und 6 Meter tiel werden und die Errichtung von Clestrizttätswerker mit einer Krafterzeugung von 100 000 Pserdekräf- ten erlauben.

Luftpost.

Berli,r, 4. Nov. (Wolff.) Wie wir hören, schweben zwischen den beteiligten RessortS Verhandlungen wegen Her beischaffung von Benzol, um mit Hilfe der deutschen Luft-Reederei die Brief und Zeitungspost während dec Stillegung be» Zugverkehrs durch Flugzeuge innerhalb Deutschlands befördern zu können. Im Zu­sammenhang damit soll außerdem versuch werden, auch für den Personenverkehr in be schränktem Umfange Flugzeuge bereitzustellen

Eine scharfe Note an Rumänien.

Pari-, 5. Nov. (WTB.) Das Telegramm des F ü n f e r r a t e s an die rumänische Regie­rung ist in einem sehr scharfen Tone ge halten. Es wird der Wunsch ausgedrückt, eine klare, positive Antwort auf alle Fragen zu er­halten. Die Lage in Ungarn erfordere schien nigsle Entscheidungen, damit für Mitteleuropa die notivendige normale Lage geschaffen werde. Ewe Verzögerung der Verhandlungen könne nicht mehr geduldet werden. Die drei in Betracht fom menben Fragen sind territoriale Klauseln, Behänd hing der Minderheiten, Requisitionen und innere Lage von Ungarn.

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3. desgl. über WobnungSiragen. 4. Verschiedenes.

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von Herrn Geh.Hofr.Prof.Dr. A. Hansen:

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verni? chte».

Wieder ein Eisenbahimnglück.

Sens, 4. Nov. (ÄTD.) Schweizerische De- peschen-Agentur. Ein Zugzusammenstvß er­eignete sich am Montag abend zwischen Pont-sur- Vvten« und Sens. Der Simplon-Zug fuhr in den nach Genf falirenden Zug hinein, nachdem er die Signale am^Bahtehof über fahren hatte. Bis jetzt wurden mehrere Toi« und Verwun­dete gemeldet, deren genaue Zahl jedoch nock nicht festslehi.

Pliiiti-fclall konzessioniert oxeew Inh. Han« Kratz, Brandgasse 8

Beleihung von Gold, Silber, Bril- lanken, Wäsche, Kleidern sowie Gegenständen aller Art. Strengete Diskretion.

Tttrche unb Schule.

Die Wahlen zur kirchlichen Gemeindr- _ Vertretung. r, .

4- Darmstadt, 4. Nov. Durch AuSschrei- ben vom 27. Okwber ordnete das ObeiPonsiswrium sräiestens bis zum 1. Dezember die Vornahme der Wahlen zur kirchlichen Gemeindever­tretung nach dem neuen durch die Svnode beschlossenen Wahlverfahren an. Tie Wahlen und Verpflichtungen der Kirchenvorsteher sollen bis zum 31. Dezember in allen Gemeinden durchge­führt sein. Tie Wahlen zu den Dekanatssynvden und zu der verfassunggebenden Landessynode (jettt Landi-skirchentag genannt) sollen sich dann baldigst anschliesien. *

* Karlsruhe, 4. Nov. Bei den Wahlen rur außerordentlichen Ge n i r a I f D n o b<t in Ba oe n, in der seit 1861 bit Liberalen di: Mehrheit hatten, wurden gewählt 50 Positive, 50 Liberal«, 5 Mittclpartei'er. Ter Volkslirchm- bunö hatte zunächst eine Lisdenverbindung mit den Liberalen eingegangen, dann aber dirie Verbin­dung wieder gelöst und zur Wahlenthaltung auf» gefordert. Tie Wahlen fanden durch Urwahlen nact Eintragung der Wähler in die aufliegenden Listen statt. ,Auch> in sämtlichen Städten, mtt Ausnahme tun Karlsruhe, erhielten die P»'itil>m die Mehrheit. Tti Genera!sym>d! trat am 13. Ok­tober zusammen. Zum Darjitzendrn wurde Bür­germeister van Hollander-Mannhetm gewählt.

Ktinft unb Wissenschaft.

I Tarrn stadt, 3. Nw. Die Dfmuftk veranstaltete am ©jnrrtig zu Gunsten ihrer Wohl- sahrtseinrichtungen eine Motin«, bei der unter M inr^irkung eines Streichquartetts und eines Holz- Hä,<taiiintettd Tönschöpfmigen des russischen Kam­panisten Paul Juan zum Vortrag gelangten. Tie erste Nummer Opus. 67 (Streichquartett) war eint Uraufführung. Bei den beiden anderen Nummern Opus 60 (Trio) und Opus 5 (Quintett für Blas­instrumente), wirkte der Künstler am Klavier mit. Tie drei Stücke sanden einen sthr warmen Bei­fall. Ter Komponist wurde mehrmals hervar- nennen. Bcsanders das Bcäserguintett znchnete sich durch. Wohllaut aus. Ter Künstler neigt in Form uno Melodik mehr zur alten Schule der Kammer­musik und geht den Klangproblemen der anherm Komponisten aus dem Weg.

Eingesandt.

(Für Form und ^nbau aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel/übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber (einerlei Verantwortung.)

Ein neues Lichtsprelunternehmen soll neben den vorhandenen ztoeien in unserer Stadt entstehen. Gern erkennen wir an, daß das Lichtspiel große Be-

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deutung für Belehrung und Unterhallung hat. Jedermann nnrd es unterstützen, wenn es edler und nürviger Unterhaltung ober wissenschaftlicher oder tcchniicher Belehrung dient. Wir wijsen aber alle, baß die bestehenden Unternehmen lewer zum weit­aus größten Teil nur die niederen Sinne anreijenl sollen, und daß die Art ihrer Tarbictunaen die Phantasie übermäßig erregen. Und die Erfahrung lehrt, wie gefährlich das ist. Noch ist dagegen keine genügende gesetzliche Hilfe geboten. Noch genügen bte freiwilligen Bestrebungen zur Besserung nicht. Trum muß die Bürg:rschast selbst auftreten und vor diesen Gefahren ivarnen. Sie darf nicht bul* twn, daß schlechte Urtternel-men, die wesentlich aus der SinnlichSeit und niederen Vergnügilngssucht sich bereichern nwllen, entstehen und bl üben können. St»die und Bürger, besonders die Eltern müssen zusammenstrhen, um solche Unternehmen zu boy­kottieren und um selbst gute Lichtspiele zu unter­stützen und zu gründen. Tie gewaltige Gefahr, die der Sittlichkeit unb der Wirtschaft aus dem Lichtspiel droht, das so wertvoll sein kann, muß immer wieder laut ausgerusen werden. Immer Nieder muß das ganze Volk fordern, daß die Gesetzgebung endlich gegen diese Gefahr einschreitct (Reick-sverfassung §7 3.80). Daß der Betrieb der Lichtspiele mit dem Mangel an Kohlen schwer zu vereinen ist, und daß die Wohnungsnot die Zu­lassung eines neuen solchen Unternehmens nicht verträgt kann auch nicht genug betont werden.

Daher haben wir gnpen die Errichtung eines neuen Lichtspielunbernehmens in unserer Stadt schwere Bedenken.

Ter Dor starrd des Vereins Volkshochschule Gießen.

** Hochsckulgesellschast. Der Vortrag des Geb. Hosrats Prof. Dr. Hansen über das Empsindungsleben der Pflanzen findet heute abend 8V> Uhr im großen Hörsaal des Vorlesungs- gebäudes der Universität statt.

Weftervormrssage für Donnerstag: Vorwiegend trübe und regnerisch, Temperatur wenig geändert, südwestliche Winde vorherrschend.

Letzte Nachrichten.

3ur Rückführung der Rriegsgefangenen.

Berlin, 5. Nov. (WTB.) Die RcichSzentral- stelle für Kriegs- unb Zivilgefangene teilt mit, daß au8 England bisher 22o000 Kriegsgefan­gene beimgekehrt sind. Die restlichen 75000 wer­den lnS gegen Ende November zurückgekehrt sein. Die auf den Azoren internierten Deutschen dunten in bet nächsten Woche in Deutschland erntresfen. Die in Spanien Internierten wer­den am 8. November in Bilbao eingeschifft. Die Gefangenen ans Aegypten sind größtenteils nach der Heimat unterwegs. Die Verhandlungen wegen des Abttansports der Gesanaenen aus Indien dauern noch an. Die Vorbereitungen für den Abtransport der Gefangenen aus Japan nahm die schweizerische Botschaft in Tokio in die Hände. Mit dem Abttansport der noch in Ru­mänien befindlichen Gefangenen kann tn der nächsten Zeit gerechnet werden, während über den Abtransport aus Sibirien und Turkestan gegenwärtig nichts neuer zu berichten ist. Die neuesten Zeitungsnachrichten über den angeblich begonnenen Abtransport der deutschen Knegs- gewngenen in Frankreich sind unzutreffend.

®lifflno f. IR llllillllllllhllllllillllllllKllilllUIHUili Winterfest

am Samwtair, 8. Nov. abde. 8 Uhr pünktlich in unserer Turnhalle AM- Nur für Mitglieder!

Um Ablreichen Besuch bittet

12578c_________Der Vorstand,

Bekanntmachung

In unser Gewossenschaftsregister wurdefreute bei der landtmrtschafllichen Bezugs- und Absatz- g.'nossenschast e. G. m. u. L. in Sternheim folgen­der Eintrag vollzogen: Aus dem Vorstand sind ßubing Schmidt und PlstliPP Kaiser von Stem- heim auSgeschieden und an deren Stelle Otto Kam­mer und ßubtoig Kammer, beide in Steinheim, genläl^lt worden. 12583B

öungen, den 28. Ott-ober 1919.

Hesllsckies Amtsgericht._______________

H Zl«h«na 28. II. Nmnibcr'l A. Uabtrllnf ar MUniter-

H6 080 Leie, 6269 Geldgew. = M. 155000 i60000 120000 f10006

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