Ausgabe 
5.11.1919
 
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Mittwoch, 5. November (919

169. Jahrgang

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Der frühere Kronprinz

Au» Hessen.

rm. Darmstadt, 3: 9tot>. Ter Zusammen«

mackerartikel, u. a. gegen die Professorm Llszt ttttt der Hess. Bolkstammer ilt, W E er- und Tel brück, Stellung nimmt, und van ser- sahrrn, für Amang Dezember, voraus^rchtlrch d-n nem Vater aus dreiem Grmide die Entfernung von | zweiten, vorgesehen. Die Tagung dürste etwa drei dem ProfefkorenpoflM verlangte. Wochen dauern.

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Creuzplati 6

nicht nur seine Kaution von 5000 Mk. zurück, (litt säen Mission nach Ru &land gereist^um^deii sondern sieht auch noch einer Entschädi 1

trollofsizier von Pirmasens dringt mit den

Manieren eines militärischen Gewaltl-abers in

Clemenceau in Straßburg.

Paris, 4. N>ov. (Wolff.) Clemenceau hat am Miontag abend Paris verlassen, um sich nach Straßburg zu begeben.

Berlin. 4. Nov. (Wolff) Ter.Vorwärts" rergssentlickt Telegramme dcs '.hemaligen Kron­prinzen aus den Jach.-en 1914/15, in denen der Kronprinz gegen die Schreiber s.>genMMt:r Flau-

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Anschluß aller demokratischen Elemente zum 51'cunpfr gegen das Bolschewitentum unter der Parole der Gnrruf ümp einer russischen förderaliven Republik vorz über eiten.

Annahme von Luzerge» f. die Laqesnuuuner vrS zum Nachmittag vorder odnefedeBerdmdlichkelt vreir für 1 mm höhe füt Anzeigen v.34mm preite örtlich 15 bi, auSwärtS 18 Pi., für Rektame- anzeigen von 70 mm Bteue 48 Bei Platz- vorlchriti20*/ Auifchlag. Hauptfchriitleiter: Ang. Äoeg. Lerantivortlich für Politik: Aua. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzelgenteü: H. Beck», fämttkch in Gießen

oder Pieren

Zwecke ^nlerlegt ist sich zu

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-u. Verkauften Wert- dendraMhewen, Ver­lieren, Gewährung v« tergünetBedmguogen en Scheck- und inten Zinssätze» MoimSüNdaäv UMtarSM- \\ L Meter » H

Mtigi 9 bis 12 Ul»

Omsk, 4. Nov. (Wolfs.) Havas. Laut Nach richten aus bolschewistischer Quelle wurden in Moskau 19 Vertreter der Konsum- gesellschaffen erschossen und etwa 100 festgenommen. In Sowjetrußland wurden ebenfalls zahlreiche Vertreter der Konsumgesell­schaften eirigcsperrt und erschossen. Ein Dekret der Sowjetregicrung fordere diese Genossenschaften aus, sich in Berpslegun sorganisa ioncn um. uwandcln. Diejenigen Augesielllen. ivclche binnen einem Monat der Kommission beitreten, werden ihre Stelle behalten können.

Wcstruffische Freiwilligen-Werbung.

Berlin, 4. Nov. (Wolfs.) Auf Anordnung des Oberkommandos N o s k e sanden in Sachen der w e st r u s s i s ch e n Freiwilligen- a r mcc bzw. westrussischen Regierung erneut Durchsuchungen, Beschlagnahmen und Verhaftun­gen von Personen statt. In mehreren Druckereien wurden große Mengen Geldscheine und Briefmarken beschlagnahmt. Sieben Per­sonen, die sich mit Anwerbungen, Erwerb von Material, Propaganda, sowie mit der Herstellung von Geldscheinen und Briefmarken für die west- mssische Armee befaßten, wurdeit verhaftet. Auf Grund einer Verordnung des OberbefclflS- habers vorn 1. November sind weitere Maßnahmen im Gange, um jedwede Unterbindung der Tätig­keit der baltischen Agenten durchzuführen, da diese bei der gegenwärtigen politischen Lage eine Go- sährdung der Sicherheit des Reiches bedeutet.

pung für die Tage seiner Haft entgegen, die ihm das Deutsche Reich zahlen soll. So sieht das Recht" aus. das der französische Militarismus unserer Rheinpfalz beschert.

Die Vernehmung Bethmann yollwegz.

Berlin, 4. Nov. (Wolff.) Der zweite Un­terausschuß des parlamentarischen Unter­suchungsausschusses setzte nach dreitägiger Pause die Verhandlungen heute mit der Vernehmung des früheren Reichskanzlers v. Bethma nn H ollwe g fort. Der Vorsitzende War m u t h richtete eine Reihe Fragen an Bethmann Hollweg und bat ihn, seine Aussagen vom Freitag zu er­gänzen. o. Bethmann Hollweg erklärte: Der Rück­tritt Bryans ist selbstverständlich unter den politischen Umständen, unter denen er erfolgt ist, von mir nach jeder Richtung hin beobachtet wor­den. Sein Eindruck auf mich hat lediglich die Skepsis, die sich im weiteren Verlaufe bei mir gebildet hatte, per stärkt. Was die Mitteilung konkreter Friedensbedingungen an Gerard betrifft, so erklärte ich schon, daß ich ihm konkrete Frie- densbedingungen niemals mitgeteilt habe. Hierzu lag für mich keine Veranlassung vor. Aba. Dr. Sinzheimer fragt: Ist Burian mitgeteilt wor­den. daß Gras Bernstorfs instruiert ist, einen Friedensappell Wilsons herbeizuführen? v. Beth- mann Hollweg antwortet: Ich möchte darauf auf­merksam machen, daß Bundesgenossen gegenüber solche genaue Orientierung über die Ausführung dessen, was wir erstrebten, nicht gebräuchlich zu sein pstegte. Mir scheint das Entscheidende zu sein, daß Burian nach unseren Unterredungen völlig im klaren darüber sein mußte, daß mir und der deutschen Politik ein Friedensappell Wilsons erwünscht war.

Bulgarien.

Paris, 4. Nov. (Wolff.) In Abwesenheit des Generalsekretärs der Frtedenskonfermz, Tu- tasta, der sich zur Zeit in Bern befindet, übergib' Oberst Henry, dem Ches der bulgarischen Fririoens- misston am Montag abend die Antwort des Obersten Rates aus die Semertimpm der bul­garischen Mission. Bekcmntirch ist der bul­garischen Regierung eine Frist von zehn Tagm ge­atzt worden, um ihre endgültige Antwort bekannt zu geben.

Wie derVorwärts" berichtet, telegraphierte der Kronprinz am 20. Dezember 1915 an den Kaiser:

Professor Delbrück in Berlin hat in den Preußischen Jahrbüchern einen unerhörten Aussatz gesckstieben. Er hat darin eine ganz gemeine, vatcrlandslose Gesinnung dokurnent.ert. Ich bitte Dich dringend, diesen Kerl von der Universität ent­fernen zu lassen. Sollte er Fürspreck^er an höheren Zivilstellen finden, so ändert dies nichts an der Tatsache."

Dafür erfreute sich Graf Reventlow von derTeutsckien Tageszeitung" der vollen Zustim­mung des Kronprinzen. An ihn telegraphierte er am 26. Februar 1915:

Habe mich sehr über Ihren Artikel gegen Re­dakteur Zimmermann gefreut. Es ist mir unver­ständlich, daß es immer noch Deutsche gibt, die einen solchen Unsinn zusammens<l>r.'iben."

An dem gleichen Tag eerg-eht an Aug.lst Scherl, den Verleget desLokalanz.'igers", des­sen Redakteur Zimmermann ist, folgende Meldung:

Finde es außerordmtlich bedauerlich, daß Ihr Redakteur Z. in seinem ArtikelKrieg, Hnkunft und Ztel" einen solchen Unsinn zu ammenschreibm durste. Wir alle kennen pur einen Willen, der heißt: Nieder mit England!"

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Die Kämpfe in Nuftland.

Berlin, 4. Nov. (Wolff ) Tie hier erschei­nende russische ZeitungPri'yw" .meldet: Front des Generals I u d e n t t s ch: Tie ganze Mist: des finnischen Meerlmsens ist von uns geräumt. Dadurch hat der Gegner die Verbindung mit Ätaönoje Gorka gewonnen. Ter Feind strebt, in den Rücken der bei Gatschrna «operierenden Teil-: un- strer Armee zu gelangen und drängt gegen un­seren vedr.ten Flügel, wo wir die Stadt Luga räu­men mußten. Front dos Generals Denekln: Im Zentrum gelang es dem (legrer, die Städte Timitrew und Kiorny zu besetzen. Dorisfogljebsk nnrde von uns genommen.

Reval, 4. Nov. (Wolff.) Havas. Bericht des Großen Hauptquartiers. Unsere Offensive gegen Krasnoje Selo geht erfolgreich weiter. Wir machten eine große Anzahl Gesan- S-r und erbeuteten Kanonen und Munition.

unserem linken Flügel rückten die lettischen Truppen weiter vor Südlich Krasnoje Gorka haben wir ebenfalls Gefangene gemacht und Ka­nonen erbeutet. Am Freitag wurden in Kron­stadt und in bett Batterien von Krasnoje Gorka zahlreich E.plosionen vernommen, wobei Feuers­brünste bemertt wurden. Man vermutet, daß bic Bolschewisten einige Forts in die Lust gesprengt

die Amtsräume des Amtsgerichts ein, um den Amtsrichter zur Rechenschaft zu ziehen, weil er

11 einen französischen Staatsangehörigen habe Oer» hasten lassen. Obwohl ihm der Amtsrichter in

!H höflicher Form bedeutete, daß die Ausübung her n Gerichtsbarkeit von den deutschen Gerichtsbearn- j ten nach dem deutschen Reckste ausgeübt werde, verlangte der Franzose die sofortige Aushebung der von dem deutschen Richter getroffenen Ver­fügungen. Als sich der Richter dagegen wehrte, verläßt der Kontrolloffizier unter Drohungen das Amtsgebäude. Diese Drohungen wurden auch in die Tat nrngesetzt. Amtsrichter Wieser wurde durch den kommandierenden General der französischen Armee auf 30 Tage seines Amtes entsetzt und ihm das Gehalt für bnefe Zeit entzogen. Die gleiche Strafe wurde den Amtsgerichtssekretär Zavp ausgc-, t ~ ...., r - -- -

l, weil er dem französischen Offizier nicht s Ztg.".) TemSvensk.a Dagb.ad wird aus Wien

KocbJh darob iWü ^V-i-^giesse1 teidej' se^.

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Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Zwillingrrunddruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.« Vach- u. Steinörudcrct R. Lauge. ZchrifüeUrmg. Seschastrstelle u. Druckerei: §chulstr.7.

Die Londoner Konferenz.

Amsterdam, 4. Nov. (Wolff.) Nach einem Telegramm aus London hat, dis vom Rate zur Bekämpfung des Hungers einberufene Konferenz gestern begonnen. Die Presse wurde nicht zugelassen. Am Diens­tag wird über die Wirtschaftslage in den ver­schiedenen Ländern Europas Bericht.erstattet.

Gcmeinderatsivahlen in London.

Amsterdam, 4. Nov. (Wolff.) TerTele- graaf" meidet aus London, daß die Ar- beiterpartex "bei den dortigen Gemeindertts- nohsen nach den letzten vorliegenden Berichten 358 Sitze eroberte. Tie Konservativen erhielt m 385, die Liberalen nur 65 Sstv. Bekannte Führer der Arbeiterpartei zieben aus dm grjfoen Erfolgen der Partei bei dm Gemeindwatswahlen in ganz England den Schluß, daß die Arbeiter bei den nächsten Parlamentsavahlen 'wahrscheinlich die Re- gicrungsrnacht bekommen.

EkwCft

Helsingfvrs, 4. Nvv. (Wolff.) Tie Bol­schewisten griffen aus der Richtung _P l e s k a u mit starken Kräften an unter Benutzung von Panzer- automobilen. Tie Nvrdwestarmee räumte Luga und Gatschina. Heftige Kämpfe dauern an der ganzen Frvitt an. Die Lage der weißen Truppen ist schwer. Eine gwtze Hilfe rur die Bolschewisten bedeuten die hevangeschafsten Tanks. Von deittschieindlicher Seite wurde aus­gestreut, daß die Tanks deutscher Herkunft seien. Nunmckhr meTbet der Bei-ickstersdatter desHufvud Taablad.tt", daß die bolsckiewiltiichen Tanks zwei- ß-lsfvei von der französischen Garnison in Odessa herrühren. Tre Ententetmppcn wur­den bekanntlich eiligst aus Odessa abtranspvrttert, wobei Tanks und viel anderes Kriegsmatenal den

___------ -----.Bolschewisten überlassen werden mussten

A fll «egen den Amtsgerichtssekretär Zapp ausge-1 S tock ho Im, 4 Nov. lPriv.^el. d. "Köln. ÖCL sprachen, weil er dem französischen Offizier nicht, Ztg.".) TemL-venska Dagb.ad ward aus Wien * . ^-flich genug begegnet sei. Ter Wilddieb erhielt gemeldet: Renner ift m einer besondere po-

Die französische Herrschaft in Ludwigshafen.

Berlin, 4. Nov. (Wolff.) DieTäg­liche Rundschau" berichtet: Die französi schenBehörden verlangten von dem Bür­germeisteramt Ludwigshafen binnen 48 Stunden die Erklärung, daß die Stadtver waltung bereit sei, für zwei Bataillone Ka- fernen zu bauen, andernfalls würden die 2000 Mann Besatzungstruppen in Bürger- quartieren untergebracht werden. Die Stadtverwaltung mußte sich schweren Herzens entschließen, dem rücksichtslosen Verlangen Folge zu leisten. Ihr Vorschlag, die Kaser­nen so zu bauen, daß sie später als Schulen benutzt werden könnten, wurde von den Fran­zosen verworfen. Die Kosten der Be­satzung, die bisher schon sechs Millionen Mark erreichen, drohen für die Gemeinde zur Kata­strophe zu werden.

Eine Roheit.

B c r l i n, 2. Nov. DerDena" wird aus Saarbrücken unterm 2. gemeldet: Der wäh­rend der letzten Slreikunruhen zum Tode ver­urteilte Metallarbeiter Johannes mußte auf feinem letzten Gange zur Richtstätte schwer gefesselt und scharf bewacht neben seinem Sarge hergehen.

Heraus mit den Kriegsgefangenen.

Die Erbitterung über das immer längere Festhalten der deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich hat im ganzen Reiche den Höhe­punkt erreicht, umsomehr, als die Regierung mit jeder Auskunft zurückhält. Am 2. Novem­ber hat nun in Dresden eine Massenversamm­lung stattgefunden, die das Signal geben will zu einer allgemeinen Aktion in ganz Deutsch­land, damit endlich unseren noch immer in französischer Gefangenschaft schmachtenden Volksgenossen die Rückkehr in die Heimat er­möglicht werde. In der Versammlung wurde folgende Entschließung gefaßt: Die am 2. No­vember im Zentraltheater zu Dresden tagende Versammlung von 3000 Personen aller Stände fordert von der Reichsregierung, daß sie sofort alle ihr zur Verfügung stehenden politischen und moralischen Druckmittel an­wendet, um die Herausgabe aller Gefangenen zu erzielen und daß sie der Oeffentlichkeit dar­über Rechenschaft gibt. Sie fordert alle Lan­des- und Ortsgruppen des Bolksbundes zum Schutz der deutschen Kriegs- und Zivilgefangc- nen auf, auch ihrerseits entsprechende Schritte zu tun. Sie beauftragt die Ortsgruppe Dres­den des Volksbundes, sich an den amerikani­schen Senat und an das englische Parlament, sowie an die französischen Sozialisten zu wen­den, damit die französische Regierung auch von diesen Stellen zum Nachgcben gezwungen werde.

Hu* dem Ueiche.

Pom preußischen Landtag.

Berlin, 4. Nov. (Wolfs.) Der Aeltesten- rat der preußischen Landesversamm­lung beschloß, von nun an die ganze Woche zu tagen und nicht, wie bisher die Samstags- und Montagssitzungen frci.u af en, da sich die Mbgeoebneten doch einmal in Berlin be.inben und bei ben schlechten Verkeh»svcrhältnis.en nicht in bie Heimat fahren können unb da ferner noch ein großes Arbeitspensum der Erledigung harrt. Im Lause dieser Woche soll der Bergetat und der Etat des Staatsministeriums verabschiedet wer­den. Tie Ausschußsitzungen finden abends statt.

Die neue Provinz Obcrfchlcsien.

Berlin, 4. Nov. (Wolff.) Das Gesetz übet bie Errichtung der Provinz Oberschlesien gelangt in den nächsten Tagen zur Verkündung und tritt damit in Kraft. Die Wirkung äußert es sofort in der Riclstung, daß die staatliche Verwaltung durch ein eigenes oberschlesisclies Oberpräsidium witerg.führt w.rd und auch der im Gesetz vorgesehene Beirat zur Degut- ackstung wichtiger fragen ins Leben tritt. Zn kommunaler Hinsicht äußert das Gesetz ebenfalls sofort feine Wirkung dahin, daß ein oberschlesiicher Provinziallandtag erridytet wird, der aus Abgeordneten des Provinziallandtages der alten Provinz Schlesien bestehl, die aus den zu dem Regierungsbezirk Oppeln gehörigen Kreisen stam- mvn. Dieser Landtag wird als tvefentliche Befug­nisse die Beschlußfassung über die Provinzial- ftatuten auszuüben haben, wie sie jetzt nach dem zur ^Beratung stehenden Gesetz allen Provinz<m als erweiterte Selbstverwaltungsbesuguis augcbad>t ist. Da im übrigen die Auseinandersetzung der beiden neuen Provinzen in finanzieller und wirtschaft­licher Hinsicht naturgemäß eine längere Vorberei- tung erfordert, muß bis zum Abschluß des gegen­seitigen Abkommens hierüber die oberschlesische Provinzialverwaltung und Vertretnna (letztge­nannte jedoch nur soweit als sie den Provinzial- haushalt berührt) durch die bisherige Stelle als gememschastliches Organ geführt werden.

Der Berliner Metallarbtiterstreik.

Berlin, 4. Nov. (Wolff.) Ter Verband Berliner Metallindustrieller beschloß, auf seinem Standpunkt zu verharren, daß die Wiederauf­nahme d e r A r be i t in den Fabriken auf Grund der am letzten Samstag mit den Arbeitern ge­troffenen Vereinbarung zu erfolgen hat.

TerB. Z." zufolge ist damit das Ulti­ma t u nt ber Generalversammlung bet Vertrauens­leute der Metallarbeiter abgelehnt. Tie Voraus­setzung für ben Ge n e r a l st re Hk in der Metall­industrie ist gegeben, ber heute mittag beginnen! soll. Unter den Metallarbeitern scheint keine befon- ders große Lust vorhanden zu sein, dem ©treiT- beschluß Folge zu leisten. Namentlich bei Siemens ist der Andrang Arbeitswilliger sehr groß.

Berlin, 4. Nov. (Wolff.) Etwa 1000 Ar­beiter in den Hauptwerkstätten ber Großen Berliner Straßenbahn stellten heute vormittag die Arbeit ein. Nach Mitteilung der Direkttoo der Großen Berliner Straßenbahn handelt es sich lediglich um einen Sympat hiestreik im Anschluß an die Metallardeiterbeweaung. Stö­rungen des Straßenbahnverkehrs sind vorläufig nicht zu befürchten.

Fifchrinftchr.

Berlin, 4. Nov. In letzter Zett mehren sich die Fälle, in denen aus dem Auslande Frsche nach Deutschland eingeführt werden, ohne bafr bie notwendige Erlaubnis erteilt wurde, ^olche^ Sendungen verfallen der Beschlag nahme Da die Fischeinfuhr zentralisiert und Tür die Einfuhr aus dem Auslande einzig und allein dre Reichs- sischversvrgung zuständig ist, deren GesckwftSräum« sich in Berlin, Behrenstraße 64/65, befinden, muß allen Zittere,senten ungeraten werden, erst auf Gruno oer Erlaubnis dieser Stelle Einfuhren nach Deutschland vvrzrmehmen, da andernfalls beretf Beschlagnahme erfolgen muß. Nur bezüglich der Frischfiichzufuhr aus Holland bestehen bekanntlich besondere Bestimmungen.

Ht. 259

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Die neuen Sortierungen unb Strafbestimmungen" ber Entente.

Es ist eine merkwürdige Friedensftim- vning, die von der Entente zu uns herüber­weht. Die Vermutung, die wir gestern hier ausgesprochen haben, hat sich schon erfüllt. Wir werden von Paris aus eingeladen, oie Friedensgültigkeit damit zu bescheinigen, daß wir neue Forderungen und Strafbestimmun­gen erfüllen. Wir haben noch nicht alles ab­geliefert, was wir abliesern sollten, und dieser oberste Rat" in Paris hütet die Paragraphen des Waffenstillstandsdokumentes, als ob sie Glaubenssätze einer heiligen Schrift seien. Dem Franzosen ist es wohl um neue DemL- tigungen zu tun, während der Engländer offenbar von unseren Friedensgeschenken, Schiffen und Scbiffsgeräten, praktisch profi­tieren will. Die Besatzung unserer Flotte von Seapa Flow soll zurückgehalten u. wahrschein­lich bestraft werden. Derselbe Geist böswilliger Herausforderung weht auch in der französi­schen Verwaltungspraxis links des Rheins, wofür heute wieder ein paar charakteristische Beispiele vorliegen. Wir sind wehrlos, können nichts dagegen tun, wollen uns auch nicht etwa in einen Revancbekriegsdrang hinein reden, aber wir wollen die Täuschung abwerfen, als könnte das Heil und die Rettung für uns von dem humanen Auslande kommen. Wir müssen eine vernünftige nationale Politik treiben, dürfen uns nicht von internationalen Strömungen treiben lassen.

Versailles, 5. Nov. (WB.) Ter deut­schen Frieden-^b^legatwn in Paris wurde eine Note des Obersten Rates überreicht, in der gesagt wird, daß der vorgesehene Zeitpunkt .zur Aufstell"ng des ersten Protokolls gekommen sei Das Protokoll könne aber erst bann ausgestellt werden, wenn die Aus'ü'''-mrg der Deutsch­land durch das Wasf mstillstandsabkommen Über­tragenen Derpfl'chtungm genau erfüllt se'en. Deutschland habe ein-1 Anzahl dieser Ver­pflichtungen nicht erfüllt. Es scim noch Lokomotiven und Wagen zu liefern, die in Rußland bcfinblirfjen deutschen Truppen seien noch nicht zurückgezogen, das Verzeichnis der von den Deutschen beschlagnahmten Gelder und Werte sei noch nicht gegeben, die deutschen Schiffe in Seapa Flow seien zerstört worden. Auch in anderen Punkten seien die Verpflichtungen nicht erfüllt. Infolgedessen werden eine Reibe von Strafbestimmun­gen aufgestellt, darunter die Auslieferung von fünf leichten Kreuzern und 400 000 Tonnen an schn im m enden D'ocks, Krä­nen, Schleppern undBaggern. Tie Be­satzung der in Scapa Fl^ow versenkten Kriegsschiffe soll zurückbehalten werden. Für den W.'igerunasfall roerbm Zwangsmaßnahmen anged-roht. Bis zum 6 No­vember sind bevollmächtigte Vertreter nach Paris zu entsenden, welche mit ben B'rtretern b?r Al- liierten die Uebergangsteftimmungm für bie Ab­stimmungsgebiete usw. regeln sollen.

Vom obersten Rat in Paris.

Poris, 4. Nov. (WB) Havas. Ter Oberste Rot beschloß, den Sitz der A b sti m m u n g s teo m - mU f ion und tre Kommandos der interollivorten Vesakcmgstruppen wie folgt zu veg'ln: Allen­ste i n an Großbritannien, Marienwerder an Italien, Oberschlesien an Frankreich, Te­ichen an die Vereinigten Staaten baw. provisorisch an Frankreich bis zur Ratifikotion des Friedons- txrtiagcö durch Amerika. Ter Oberste Rat nifrm Kenntnis von dem Bericht Clarke über die Lag' in Budapesi und die ungarische Frage. Ter Oberst? Rot willigte rin, daß die europäische D-nau-Kom- rniffvon auf wr Friedenskonferenz bertrten fein dürfe in der Weise, wie im Artikel 349 des Der- stuller Vertrages vorgesehen ist.

Neber eine unerhörte Rechtsbeugung in der Pfalz wird berFrkf. Ztg." berichtet:

Am 14. September b. I. würbe in der Nähe von Pirmasens rin Wilddieb namens Kretz aus dem Elsaß festgenommen, der auf pfälzischem Gebiet gejagt hatte. Der Amtsrichter Wieser in Pirmasens verfügte seine ordnungsgemäße Verhaftung, die später gegen eine Kautionsstellung von 500 Mk. wieder aufgehoben wurde. Nun kommt das Unglaubliche: Der K o n -

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