Ausgabe 
5.5.1919
 
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nr. |05 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Montag, 5. Mai (9(9

Gefallen

Derwundet

vücherttsch.

trifte bzw.

17,83

11,48

18,80

17,26

15,12

7,87

12,19 5,57

7,98

7,94

am 1. M.i ihre Aemter a s ^'ckerbau- Dantelsminisstr niedergelegt.

Sunbgebnngen in Belgien.

Tiefe Zahlen sind geeignet, Urteil zu berechnigen.

Offiziere insgesamt . . . Mannschaften insgesamt . Jnfanterie-Offiziere . . Feldartillerie-Offiziere . . Kavallerie-Offiziere . . . Pionier-Offiziere . . . Infanterie-Mannschaften . Feldartillerie-Man nschasten Kavallerie-Mannschaften . Pionier-Mannschaften . .

37,67

31,90

37,22

49,18

40,

13,38

33,51

22,05

12,10

28,29

manch falsches

Au» Liessen.

Die Verluste hesfischcr Regimenter.

Tie m Nr. 97 verösfentl ch e Zufammmstrllung der Verluste hessisck-er Truppen g.bt wol-l nur, so chreibt man uns, die Zahlen der aktiven Regi­menter der 25. Tivision nneder, die aber während des Krieges zum Teil anderen Tivisionen ange- Härten. In den Zahlen sind die Verluste dcr zahl- tcirfyn Reserve- und Landwehrsormationen wohl nicht enthalten, die von den hessischen Truppen­teilen ausg^hellt wurden. Eine prozentuale Be­rechnung der Verluste an Offizieren und Dtann- sckxlften (aktive, Reserve und Lcurdivehr«, sowie bei den einzelnen Truppengattungen führt zu folgen­dem Ergebnis, wobei der Tram nicht berücksichtigt wurde, weil hierfür die Zahlen der Mannschafts- Verluste fehlen:

verinischte».

NaS die Lchuli ungen Heu teles« n. Tie Abneigurrg des LestpnblittunS gegen Kriegs^ geschickten, die fick bet uns schon seit einiger Zeit bemerkbar macht, tritt auch in England allmählich zutage. Am stärchten aber*,«. sich dort diese> ncudung von der aktuellsten DergungeTweit bei einem Leserkreis, b.i dem nran Jic nvbl cm wenig­sten erwarten würde, bei den schultungen. Ueber den gegenwärtigen Bmherscl>muct der englischen männlichen Sckmliugcnd g.bt ausführliche Ans- lunft T. C. Bridgrs m einem Aufsatz dcrDaily Mail ", der aut Grund einer Umfrage bei bei Iugendichiiststeilem, Redak euren der Knrterz^t- idniiint, Schülern und Le'.»rern g s l.rieben ist. Wir dürren toobl anncbmcn, daß unsere Jungens einen Lhnlittjcn Ge chmack entnicfeln, u-.id drsbalb wird cs interessieren, zu hören, was die englisches zinaben icfct liefen. Abenteurer- und Entdccfer- gcschich'en sind am beliebtesten. ErzählunA.-n, in denen kühne Reisende sch auf einsamen Kvraslrn- Tinen häuslich etnridxen, »verdcn versttilmrgen: aber diese neuen Robntsvnade.i müssen mit allen Errungenschaften der Neuzeit" ausgerüstet lein. Denn dic Reisenden mtf ihren wilden Inseln nicht aus irgendeine Weise sich Flugzeuge, drahtlose Telegraphie, Grammophone und elektisches Licht zulegen, dann ist die ganze Geschickte nichts wert. Otarn gelesen werden immer noch Sckrulgesckückten; aber sie müssen irgendeinen geheimnisvollen Vor­gang behandeln. Die Detektiv geschickte, die seit einiger Zeit in der Jugendliteratur einen so wich­tigen Platz einnimmt, wirft ihren Sdxatten auch in die früher viel harmlosere Schulgeschrchte hinein. Die Abenteurer- und Reisegeschichten dürfen nickt mehr die Polarzonen, die eine Zeitlang so viel ^handelt wurden, zum Schauplatz haben.Seit der Entdeckung der beiden Pole ist für den Knalen alle Romantik von den Gegenden des ewigen Ei es weggenommen, 9richts ärgert einen Jugendschrist steiler mehr, als- wenn er hört, daß wieder einer von den weißen Flecken auf der Weltkarte bur.1t eine neue Entdeckung auSgefüllt worden ist. Er fühlt dann, daß das Gebiet, auf (.cm sich feine Pl)antasic bewegen kann, immer mehr zusammen schrumpft. Man muß damit rechnen, daß in den ftrüchsten 20 Jahren kaum noch eine Quadratmeile auf der Erdoberfläche imentte'ft und unbeschrieben fist, und dann wird di: Gl.n zzeit des ReiseromanS für die Jugend vorbei sein. - .< (Zugendschrist' steiler werden sich bann entweder in das Innere der Erde oder auf den Mond und Mars flüchten »nüssen, um für ihre Phantasie genügend Spiel­raum zu haben." Das Thema, das bve Jugend von heute aber am allermeisten anzieht, ist die Luft­schisfahrt, und keine Geschichte wird volle Befriedi­gung Hervorrufen, wenn nicht wenigstens ein Aben­teuer in der Luft geschildert wird.

Letzte Nachrichten.

Pariser Berhandlungen.

Paris, 5. Mai. (WTB.) Tie ^Liberte" weist in einer Besprechung der gestern im Treierrat erörterten Frage der Kabel darauf hin, daß unter den von Frankreich verlangten, das deutsche Kabel: Emdcu Brest Tatar Pernambucv mit dem französischen Kabel verbunden werde. DieLiberte" sagt, daß die Frage des linken Rheinufers noch einmal in die Diskussion gezogen worden sei. Tie Bedingungen für die fran­zösische Besetzung seien jedoch endgültig geregelt.

Nachwirkungen dcr Pariser Maifeier.

Paris, 5. Mai. (WTB.) Auf den Beschlich der sozialistischen Partei haben Compere Mo- r e l und Bouillon angesichts der ^m-fomm^

Hesses Volksbücherei. Leipzig, Hesse & Becker Verlag, ^ede Nummer 50 Pf. In Hesses Volksbücherei, dieser allbekannten wohl­feilen Sammlung, sind wieder mehrere Werke erschienen, Wie als fesselnder Lesestoff willkommen sein werden. Wir finden wunderhübsche heitere S hingen des bekannten Kulturhistorikers H. W.

(Ter Leibmedikus",Die Tichlerprobe", Nr. 1246) und des feinsinnigen Dichters Heinrich Seidel, des Vaters oes Leberecht Hühnchen (Thü­ringische Kartoffelklöße", Nr. 1230). Auch die kurz­weiligen Schnurren des plattdeutschen Dichters Heinrich Bandlow (Ut min Apteift", Nr. 1247) werden gern gelesen werden, ebenso die flott vor- gctragene, liebenswürdige ErzählungTie Kame­radin" aus der Feder der Gräfin Baudissin (Nr. 1239/40). Endlich seien drei vortreffliche Humo­resken der Dichterin Marie Stona (Reich gefreit" u. a, Nr. 1248) und unterhaltende Skizzen des bekannten Schriftstellers Konrad Rcmling (Ter amerikanische Segen", Nr. 1261) erwähnt.

Die Trennung von Kirche und Staat. Nechtsgutackten für das Konsistorium der franzosisck>-reformierten Gemeinde zu Berlin. Von Joh. Victor Brriit, Dr. jur et Phil. o. ö. Pro­fessor der Rechte in Marburg. Verlag von Gse- lius, Berlin W 8. Preis 1,75 Mk.

Eupho rion. Zeitschrift für Literatur- geschickre. Herausgegeben von Joseph Nadler und s)lug. Sauer. 22. Band. 2. Heft. Buchdruckerei und Verlags-Buchhandlung Carl Fromme, G. m. b. H., Leipzig und Wien.

Von den unter dem SammeltitelWissen­schaft u. Bildung vom Verlag QnelleLMeyer. Leipzig, herausgegebenen Schriften sind weiter erschienen: Band 4. Politik, von Professor Dr. Fr. Sdier-Somlo. Band 74. Die deutsche Revolution 1848. Von Geheimrat Professor Dr. Erich Brandenburg. Band 151. Vom Wi- kingerschifs bis zum Handelstauch­boot. Von Professor Dr. Bernhard Schneidler. Preis 1,50 Mk. für jeden gebundenen Band.

Diegro ße Woge. Ein Roman aus bet Franzosenzeit. Von Georg Lehfels Geh. 5, geb 7 Ml. 281 Seiten mit Buchschmuck. Verlag von Quelle & Meyer, Leipzig.

* Eine Eisenbahnbrücke zwischen kTeylon und Vorderindien. Zur Zeit wird, wie derPrometheus" berichtet, der Plan einer Eisenbahnbrücke zwisckren Ceylon und dem Festland Vorderindien erwogen. Die Verhältnisse hegen hier ähnlich wie zwischen der Südseeküste von Florida und der Insel Key West, wo die lieber* brüdung der 250 Kilometer langen MoereSstrecke durch eine langgestreckte Kette von Reinen Inseln ermöglicht worden ist. Zwischen bet Südostküfte Vorderindiens und der Nordwcstküste von Ceylon liegt eine als Adamsküste bezeichnete Kette grö­ßerer und kleinever Inseln und Sandbänke, die zum TeU auch schon durch Brücken miteinander Der* Kunden sind. Man will nach dem neuen Plan Dämme und Brücken miteinander abwechseln lassen, um den zeitweise sehr stark auftretenben Strömun­gen eine Reihe von Durchlässen zwischen einzelnen Inseln offen zu lassen.

Kreis Lauterbach.

O Aus dem Schlitzerlande, 2. Mai. Leute feierte Lehrer Go mpf in Uetzhausen fern 50jährigeS Dienstiubiläum. Die Sckulbehörde, die Pfarrei Kreuzersgrund und der DezirkSlehrerver- ein Schlitz, dessen Obmann der Jubilar feit 40 Jahren ist, überreichten ihm wertvolle Geschenke.

Aus brm besetzten Nheingebiet.

= Wiesbaden, 2. Mai Ein hiesiger Ein­wohner, der am Biertische sich über Beirnen unb Frankreich mit dem Götz-von Be. lichingen Zitat ent­rüstete, wurde dafür vom franzötischen Gericht zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Zwei Wies­badener Hotelbesitzer müssen je 5000 Frcs. Geld» strafe zahlen, weil sie von der deutschen Militär­verwaltung Automobile gekauft und den Kauf der ranzösischen Behörde nicht angezeigt batten.

Mainz, 2. Mai. Die sranzösischc Pro­vinzialverwaltung ersuchte den Oberbürgermeister um Bereitstellung von Privat Wohnungen ürfranzösischeOffiziersfamilien.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 5. Mai 1919.

Die Neuregelung der Beamten- und Lehrergehälter der Stadt G»etze«.

Tic in der letzten Stad roewrdnetensitzvng an» , genommene Vorlage bezweckt, du: in den Jahren 1912 und 1913 unterbliebene Regelung nunmehr ; «ack/raglich durckrzusübren.

Für die Reg lintg derBeamtengehälter hot maßgebend, laß c« Gehälter der Beamten der Stadt (Sieben hinter tenicnig.*n der übrigen städte Hum Teil neit -u . ückbleiben.

Tie aegenwärtige, rein äußerliche K l assen- Einteilung der Beamten iit beseitigt. Für btc GehaltSordmr .7 sind die Beamten eingeteilt in: 1. Berwal.mtgZbeamte mit bat Unierabtcilun» Sn «Ilffv meine Berwalmin, 'iassenvenoallung, aurernal uiuT, Betrieb-W. ultung, Polizcivcr' Koltun o 2 Tack,krisch: Beamte mit den Untera'o- ttüunnen Bauvernaltmig, Betriebsverwaltmig. 3, Pesti eibeamte. 1. Sonstig.' Beamte Diese Grup» rteruim ordnet die Beamten nach der Art ihrer AmlsverrÄ^ ungm, gewährt etien ileberbhef über die in den einzelnen Verwaltungszweigen wirken' bat Beamten und bietet eine Inaucksxrre Gründ' läge iür Wahlen zu Beamienausschüssen.

Tie letzte 0>chaltsordmtng vom Jahre 1908 enthi.lt 6 3 Diestbezeichnunaen: die hier vorge'cklagene enthält nur 38 Dienstbe-eickmungen.

D e bi^ier ganj DemariXäJig'.e, aber äußerst trühtigc Ausblldung der Beamten findet in der Vorlage erstmals eine eingehende Regelung, die sich auf den Vorbereitut«^ienst, die Assisten­ten' unb Sekretär Prüfung bliebt. .Die Einfüh­lung einer ' Ldli'ckLN Lekretärprüsung bezweckt, denjenigen Beamten, die eine mittlere Staats' Prüfung nicht "abgelegt haben, das Auftückett in sefretärnrHcn zu ermög idm.

Tie bisherig.' Ausrückungsfrist von 3 zu 3 Jahren ist beibefalten und« vorgesehen, daß alle Beamte vom Anfangs' zum Höcki gel?alt Bnial aufrüden. Damit die Beamten möglich t frubödhg in den Genuß eines angemessenen Gelxilts gelangen unb im Hinblick auf die in den nächsstn Jahren noch lterrschende Teuerung sind die Steigerungs'- sätze in den ersten Jahren c, in den späteren Jahren niedrig:r. Ter "b'i g für Drenst- wohnungen beträgt . t, \ »altern von 3000 Mark aufwärts 10°/o, bei ni origer en Qk haltern 8% des l^halts. Tie rcrcinzelt vorgesehenen Di en stz u l a gelt sind ousi'ahmslvs nicht ruhe- gehaltSberechtigt.

Bei der Einreihung der Beamten in die Gehaltsstufen der neuen Gehalts­ordnung ist darauf Bedacht genommen, daß der niedrige Aufbesserungsbetrag 350 Mark und der höchste 750 Mari beträgt, g.gen 100 bzw. 500 Mk. bei dcr im Jahre 1908 vvrgenommenen Regelung. Es sind ebig.-reiht in D 6e r ft a b t f elr e t ä r 1 l'tellen die geMiwättigen ©tabticTcetäre, die die Prüfung rür die mittleren Stellen im Finanz-, Justiz- oder Verwaltungsfach abgelegt haben, in Stadt sckretarstellen diefenigm, die gegen* toärlia eine Sekretärstelle bekleiden, in Stadt- a s s i st e n t e n st e l l e n alle in den bisherigen » lassen 6, 7 und 8 Angestellten, auch ohne daß iie die Assistentenprüfung abgelegt haben, in 8 er» waltungsgehilfen st eilen diejenigen bis­her nicht airgestellten Gehilfen, die am 1. April 1919 zehn Jahre bei der Stadt tätig sind, das 30. Lebensjahr vollendet und befriedigende Dienst­leistungen auszuweisen baten. Bei der Einreihung in die Gehaltsstufen der neuen Gehaltsordnung bleiben den Beamten die gegenwärtig laufenden Aufrückungsfristen gewahrt.- Bei der Rege­lung der Lehrergehälter ist die Gleich­stellung der Lehrer der städtischen Volksschulen mit den seminaristisch gebildeten Lehrern an den staat­lichen höheren Lehranstalten durchaeführt. Maß­gebend hierfür war die gleiche Vorbildung, dic Ktleickren Lebensverhältnisse, die gleichen Arrsordc- rungen an das Lehrgcschick und der Hinblick fluf die zukünftige Einteitsschule. Auch die R e a l - lehrer an der städtischen höheren und erweiter­ten Mädchensckuile sollen den Reatlehrern an den staatlichen höheren Lehranstalten gleichstehen. Tie Gehälter der Volksschullehrerinnen, der Schulverwalter, der Schulverwalterinnen, der Lehrerinnen an der höheren und erweiterten Mädchenschule und der Handarbcüslehrerinnen sind etwa in gleichem Maße erhöht, wie die Gehälter der Volkssckmllehrer, mit der Maßgabe, daß in den ^lnsangsstusen höhere Beträge vorgesehen sind. Die Mielentschädigung Wohnungsvergütrmg > ist nach dem Wunsche der Lehrer von 600 Mark aus fTOO Mark erhöht worden. Unter Beibehaltung des biSter bestehenden Verhältnisses war demgemäß die Wohnungsvergütung für die unverheirateten^ Leh- fcet, die Lehrerinnen und die verheirateten Schul­verwalter auf 400 Mark, für alle übrigen Schul­verwalter und die Schulverwalterinnen auf 300 Mark iestzuseken.

Die Zulage der Hauptlehrer rst von 600 Mark auf 700 Mark erhöht. Die bisherigen

Amsterdam, 5. Mai. (WTB.) Nack Met^ düngen aus Belgien haben dort am 4. Mai große Kundgebungen gegen die Beschlüsse des Dveierrates und zugunsten besserer Friedens- bebingungen stattgefunden.

Avfrückunssfristen sind für daS gekamde Lehrperional bnbebal ten worden.

Die finanzielle Wirkung der Vorlage ; ist, wie bereits im SitzungSbenckt der Sladtverord- netrnwn'ammtunfl mügetdlt, nickt sehr erheblich < Ta die sveoaltsiätze der Vorlage mit Wirkung vom , 1. April 1919 in Kraft treten, ergibt fick für das < Rechnungsiahr 1919 eine Mehrausgabe iür dic Sc­annten von 52 485 Mk., für daS Lebrtvrfonal von 22029 Mk, zusammen eine Mel)rauSgabe von 74 514 Mark

** RoteS Sreuz^ Die Materialien. Abteiluna des Roten Kreuzes, Darmstadt, Altes Palais, hat vom Kriegsbeyinn bis zum heutigen Tag Kriegs- und Ztvilgesangene mit Liebesgaben unterstützt. Für unsere heinv- kehrenden, im Durchgangslager Gie­ren vorübergehend unterrubringenden Ge­fangenen werden Liebesgaben im Wert von über 100 000 Mark dereugestellt. Die Ma­terialien-Abteilung bittet um Spenden durch Postscheckkonto 13316, Frankfurt a. M.

** DieDeutschcBolksvarteihat nach eingehender Beratung von Handwerkerrra- gen beschloffen, an den Oberbürgermeipec der Stadt Gießen eine Eingabe zu richten, in der die Wiederaufrichtung der infolge les Krieges eingegangenen oder in ihrer Leistungsfähigkeit be­drohten Betriebe, die Unterstützung der Handwerker bei der Beschaffung von Rohmateria­lien, UeberlassungvonRoh st offen aus städtischen Betrieben und Waldungen zu günstigen Preisen, Schaffung hinreick.rnder Ar- beüsgelegenheit, insbesondere baldmöglichste B e r- Hebung von A rbeit en, die während des Krieges zurückgestellt wurden usw. angeregt wird. Um die vor dem K iege ä ißecst ungünstig hervor- getretenen Preisunterbietungen von vornherein auszuschalten, wird vorgefchlagen, das Sub- missionswefen alsbald auf neuer Grundlage derart zu regeln, daß die Ausstellung von Boran- schlügen, die Vergebung der Arbeiten usw. unter gutachtlicher Mitwirkung von Sackverständig^'n ans ben einzelnen BernssgrUppen erfolgt, daß weiter die Einteilung der Lose derart stattsindet, daß auch den wirtschaftlich schwächcr-cn, aber teckmisck lei­stungsfähigen Gewerbetreibenden die BeteUigrurg ermöglicht wird.

Landkreis Gießen.

-m. Hungen, 5. Mai. Wieder ist ein alter ftrieg§nettran von 1870/71, der 70 jährige Land' wirt Theodor F r n t i g, nach tän^rem Kranken' lager aus dem Leben geschieden. Er wurde am Sonntag nachmittag unter zahlreicher Beteiligung zur letzten Ruhe bestattet.

u. Steinbach, 2. Mai. Am letzten Sonn­tag fand auf Einladung des hiesigen Kirckeiwor- standes in unserer Kirche eine sehr gut besuchte Versammlung zur Gründung einer Ortsgruppe des Volksbundes znm Schutz unserer Kriegs­gefangenen statt. Kaufmann Boller und Hausvater Loh-Gießen sprachen über die Aufgaben und Zwecke des Dollsbundes, wahrend ein ehemaliger An­gehöriger des Jns.-Rgts. Nr. 116 seine Erlebnisse mitteilte Die Versammlung sprach fick einstimmig für Gründung der Gruppe unter Leitung beä Kirchenvorstandes aus. Bis jetzt sind der neu- gegründeten Ortsgruppe 142 Mitglieder beigetre* ten mit einem Beitrag von 316.50 Mk.

Strrid Büdingen.

4 Ortenberg, 1. Mai. Am Sonntag nachmittag 2Vs Uhr fand im Darmstädter Ho eine Versammlung der Bezirksstelle Orten­berg des Rerchsbu ndes für Kriegs­beschädigte, Kriegsteilnehmer, Kriegsge­fangene und Z^riegShi.it.rbliebene statt, bei der Kriegsteilnehmer Sauer-Frankfurt a. M. über Tie Bestrebungen und bLh-Tigcn Erfolge des Reichsbundes" und Kassenb amter Hrch. Pfeif­fer - Nidda Über denGautag Frankfurt und die Tätigkeit der Bezirksstelle Ortenberg" sprachen. Der Reichsbund gewann in Ortenberg bisher 35, in den angeschlossenen Gemeinden 55 Mitglieder. Nachdem die bisherige Kindergärtnerin Frl. Arbogast in ihre elsässische Heimat zurückge- kehrt ist, wurde die Station zur großen Freude der Gemeinde wieder mit einer Tiakonisse, Schwester Ehlotilde Pabst, Tochter dcs Pfarrers Pabst-Eckartshausen, besetzt. Auch die 3. Schul stelle wurde wieder unb zwar mit einer Lehrerin besetzt.

Kreis Alsfeld.

M. Vadenrod, 2. Mai. Während in unserem Tärfchen, welches etwa 400 Seelen ; zählt, im Jahre 1917 vierzehn Geburten : stattfanden, brachte uns das Jahr 1918 auch nicht eine einzige. Bon den 14 Kindern aus ' dem Jahre 1917 sind aber nur noch 9 am Leben, also über ein Drittel starb bereits. Das ist eine Sterblichkeitsziffer, wie man sie l bei Kindern im ersten Lebensjahr hier noch i nicht gekannt hat.

Der Doppelgänger.

Roman von Carl Schüler.

Fortsetzung Nr. 18.

Dorival sah daS junge Mädchen an.

Wissen Sie, was Sie getan haben?" fragte er ne di einer Weile.

Nein!" ...

Sie haben mir den Emil Schnepfe in einem treuen Licht gezeigt. Er muß wirklich auch gute Seiten baten, daß Sie so fest zu ihn halten Jemand zu haben, der so mit Sie durch dick und bürm mitgeht, sich durch nichts den Glauben an den Freund nehmen läßt, ist ein großer Gfammn. der niemanden unverdient in den schotz fallt. Ich will nicht weiter mit Fragen in Sie bringen, Denn Sie ater einmal einer Hilfe bedürfen soll­ten, werte ich es mir zur Ehre anrechuen, wenn Sic sich dann an mich wenden wollten."

Ich danke Ihnen." sagte Grete Lotz schlickt, timn griff sie wieder nach ihrem Täschchen und kchob sich. *

Diesmal brauchte Dorival nickt zu warten.

Herr Direktor Zahn empfing ihn sofort.

Was sagen Sie zu dem Erfolg, verehrter Herr Baron?" rief er ihm entgegen.So ar­beiten wir! liebertrifft das nicht Ihre hochge- svanr testen Erwartungen? Ist das nidjt tervor- ugtr.b?"

Hm machte Dorival.

Wir haben auch keine Mühe gescheut, ferne Kosten' Wir haben ein Netz über ganz Berlin gezogen, ganz abgesehen davon, daß wir hm!

sechs ter vorzüglichsten Beamten nach den gro­ßen Bädern entsandten. Nun, Schnepfe ist in Berlin. Das weitere ist Kinderspiel. Uebrigens doch noch mit schr hm! sehr bedeutenden Kosten verknüpft!"

Hut . ." machte Dorivrl.

.Darüber werde ich Ihnen aber noch schrift­lich Mitteilungen zugehen lassen, Herr Baron. Zufällig tesindet sich Herr Crusius, der bei dem Zr.sammenswß mit dem Verbrecher tewunbet wurde, hier im Hanse. Ich werde ihn rufen lassen. Er soll Ihnen selbst den Hergang erzählen."

Ja, bitte!" sagte Dorival.

Herr Crusius trat ein.

Dorival erkannte in ihm auf den ersten Blick den Mann wieder, ben er im Kaiserhof nieder­geschlagen hatte. Zu feiner Befriedigung sah er, daß die mißhandelte Nase nur eine leichte Ge­schwulst zeigte. ~

$>err Crustus Herr von Armbrüster! stellte Tirekior Zahn vor

Dorival saß so, daß durch den schmalen Strei­fen, ter zwischen ten Fenstervorhängen frei ge­blieben war, das harte Licht der Dmtersonne voll auf ihn siel Als Herr Crusius ihn wahrend ter Vorstellung näher ansah, blieb ihm vor Schreck die RedensartSehr erfreut" zur Hälfte im Halse stecken.

Crusius öffnete den Mund, aber es entrang sich lhm nur ein unverständ iches Gemurmel. Stau­nen und Schreck machten ihn sprachlos.

Tie Herren temten fid)?" fragte mtereffiett der Direktor. , _ . ,

Jawohl, wir kennen uns?" sagte \ortMl.

Ich habe ihm doch gestern ben Puff auf die Nase gegeben!"

Was-"

3a, ich?"

Er wollte mich verhaften! Anstatt mich oox Verhaftung zu schützen, störte er mich mitten aus meinen musilalischen Genüssen aus, um mich nach dem Aleranderplatz abzufühven. Tas habe ich mir natürlich ernsttich terbeien. Ich hoffe. Sie wer­den ernsehen, Herr Crusius,,daß ich Grund hotte recht ärgerlich auf Sie zu sein. Ihrer Nase hat der Schlag übrigens wenig geschadet. Na im­merhin will ich Ihnen gern ein Schmerzensgeld geben"

Dorival entnahm seiner Geldtasche ein Gold­

stück . . .

Beim Anteick des Geldes gewann Herr Cru­sius die Sprache wieder.

könnten Sie nicht noch eins bawfcgen?" sagte er mit kläglicher Miene.Das war ein furchtbarer Schlag, den Sie mir gegeben haben! Ich war die ganze Nacht krank!"

Meinetwegen," sagte Dorival.2lber Sie müssen jetzt nnt mir nach dem Hotel Kaiseryvf fahren unb dort Ihren Irrtum reumütig em* gestehen. Ich könnte ja sonst nie rowter das Hotel betreten, ohne befürchten zu müsstm, für Herrn Emil Schnepfe gehalten zu Serben, «uver- dem habe ich noch einen Mantel unb einen öeroen* Hut dort hängen. Die können Sie mir m meine Wohnung bringen."

Ater grnnß, gern, beeilte nch^Herr Cru- fius zu versichern, während er des SchmeLHens-

So'tange hatte Herr Direktor Zahn gef4n*=

gen. Jetzt hielt er es für angebracht, sich in die Verhandlung zu mischen.

Tas ist ja unerhört " schrie er feinen Unter­gebenen an.Ich lasse das nicht so durchgehen. Tas kostet Sie etn ganz empfindliches Strafgeld. Wo würde ter Rus meines Jnstittltes bleiben, wenn ich eine solche Dummheit nicht bestrafe? Ich muß Sie um Entschuldigung bitten, Herr Baron! Crusius! wo haben Sie nur Ihre Augen gehabt? Hoben Sie tenn Ihre Instruktion oan> vergotten? Was habe ich Ihnen gesagt? Ich habe Ihnen getagt, test Sic gerate wegen bie-'er Achn- lichkeit sehr vorsich ig zu Werfe gehen müßten. Ich habe Ihnen gefatn, daß Sie, wenn Sie Jhi^r Sache nicht ganz sicher sind, sich zunächst von dem Herrn, den Sie für Schnepfe halten, die vom Polizeipräsidium ausgestellte Legi imotionskarte zeigen lassen sollen Hätten Sie eine solche Bitte in höflicher Form vor gebracht, würde Ihnen bet Herr Baron gern seine Karte gezeigt haben."

Er blickte Dorival fragenb an.

Aber selbstverständlich!" bestätigte dieser. Leist fügte er hinzu:Angenommen, daß ich sst bei mit gehabt te."

Ta hören Sie's?" fuhr bet Direktor fort Sie hatten sich die Karte z-.ftgen lassen sollen, bamt wäre dieser skandalöse Zwischenfall vermie­den worden. Ick bit'e nochmals um Entschuldigung, Herr Baron! Sie dürfen sich aber trotz des Ver­sehens ganz auf uns verlassen. Ein Dutzend meiner heften Beamten sind hinter diesem Schnepfe der. Dir werden ihn bald zur Strecke bringen, W kann ick Ihnen auss Wort ve-sichern!"

^Fortsetzung folgt.)