Ausgabe 
5.5.1919
 
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Montag. 5. Mai 1919

169. Jahrgang

Erster Matt

'nen Absichten fortzufahren.

äugen in I heute bei ten» trfi\

gatwa herbcizn ühreil und iern.'r verschiedene Ber-

polnische Kartoffeln für Deutschland.

Berlin. 3 Mai. AuS Danzig liegt sor­gende Meldung vor: Unter dem Vorn,; der amerikanischen Mission in Danzig iandeiK hier BerdandlunLen zwischen den ReichsbehHv»

.0 der vierzehn Punkte abgcänbcrt, aber nicht Buntt 9, ber erklärt, daß die Grenzen Italiens

Ein vereitelter Anschlag ans Clemenceau.

Paris, 4. Mai. (WTB.^ Reuter. In der Nähe von Clemenceaus Wohnung tourt* ein In dividnum von 19 Jahren verhaftet. Man fanb bei ihm einen kleinen Dolch und eine anarchistische Broschüre vor. Der Name des Man­nes ist C e r n i l l o n; er gab zu, daß er die Ab­sicht hatte, Clemenceau zu ermorden.

München, 3. Mai. Ter Münchener Stadt­kommandant unter der Räterepublik .Egel-- Hofer, der am Mittag des 1. Mai gefangen in die Resid-mz eing?b rächt warten war, iFt I eaxm Lt^chtverprch im ber Resitetu,

Varis, 4 Mai. (WTB.) DerPetit Parisien" schreibt, man dürfe nicht damit rechnen, briK" der Friedensvertrag den deutschen Delegierten am Dienstag oder Mitttvoch über­reicht werde, sondern erst am Freitag oder Samstag. Es handle sich lautMatin" vor allem darum, die Rückkehr der italieniichen Tele-

Ur.M

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Sreiffart a. M. II686

Reue Vereinbarungen gegen Deutschland.

Paris, 3. Mai. (WTB.) Havus. Tiplv' matische Lage. Wilson, Clemenceau und Lloyd George versammelten sich am Freitag morgen und nachmittag. Sie regelten verschiedene Fragen, besoitders diejenige ber deutschen Un­terseekabel. Mehrere terltüntete Admirale, il a. der Lldmiralstabsch.'f der französischen Marine, Admiral Schon, lurhmou an den Beratungen teil. Tie These, die Kabel als Kriegsbeute zu be­trachten, die Don Rechts wegen denjenigen zukvm- men, die sich derselben bemächtigt haben, hat wie­derum gesiegt. Tie drei Regierungschefs bk tu3 tierten ebtmsalls über das Statut des Kieler Kanals. Deutschland wirb im Besitz desselben bleiben, aber die Turchfahrt toirb unter inter­nationale Kontwlle jnit Servitut geleitet sein. Ter Dreierrat redigierte den Artikel des Vor» friedensvertragrs, durch den Deutschland sich verpflichtet, sich nicht um die Verträge zu'kümmern, roelcfc dteAlliiertenspLter mit Rußland oder den früheren Ver­bündeten Teutschlands, Oesterreich, Bul­garien und der Sürti, schließen könnten. Am Freitag morgen beginnt die Prüfungskom­mission mit der Prüfung der am Tomtrrstag vom Grafen v. Bvockdorsf-Rantznu übergebenen Doku­mente.

Paris, 3 Mai. (WTB.) Davas. Gras Brockdorff-Rantzan machte in Begleitung eines Offiziers eine Spazierfahrt in der Umgebung von Paris. Die ihrigen Delegierten hielten Sitzungen ab. Es sind Vorkehrungen ge­troffen, um den Deutsclien den Besuch des Gottes­dienstes in der Stadt zu ermöglichen.

heikel. Die Presse meist erneut aus die Notwendig leit der Anwesenheit der Italiener hin. Kehre die italienische Delegation nicht zurück, so müßte ber Friedensvertrag erneut redigiert werden, da bi

jetzt festgesetzten Sicherungen soM ungenügend seien. Sehr schwierig sch.inen auch die Verband tun gen über die Finanziragen zu sein. Tas Journal" setzt auseinander, daß Ameri'a nicht gewillt sei, die von Deutschland zu begebenden 25 Milliarden Staatsschatzscheine zu garantieren, damit sie auch von den Neutralen m Zahlung ge nommen werden könnten, da ohne amerikanischem

DU Fortschritte" der ZrledenUonseren;

ES ist ein merkwürdiger Zustand, das, -unsere amtlichen Vertreter nach Versailles ^berufen worden sind und dort nun müßig har­ren müssen, bis die Gegner einig und fertig zu Verhandlungen sind. Wie es heißt, ist an Italien nochmals eine Einladung ergan­gen, an den Verhandlungen teilzunehmen, und zwar auf Grund eines Kompromisses, das wahrscheinlich darin bestehl, daß über die Frage von Fiume eine Volksbefragung vor­geschlagen wird. Auch an die Wiener Re­gierung ist eine Einladung gerichtet worden, Vertreter zu senden,um die Friedensbebin­nungen zu prüfen". Man zerbricht sich jetzt ui Wien den Kopf darüber, was das bedeutet: prüfen", und wieweit Deutsch-Oesterreich von der Entente anerkannt wird. Nach neuen Pa­riser Meldungen werden die Gegner im Frie­densvertrag verlangen, daß Deutsch-Oester­reich sich nicht an das Reich angliedert, son­dern als selbständiger Staat bestehen bleibt. Me man dies mit Wilsons Grundsätzen ver­einbaren will, ist schleierhaft. .Hervorzuheben ist auch die Meldung, daß Deutschland sich im Vertrag verpflichten müsse, später sich nicht km Verträge zu kümmern, die etwa die Entente-Staaten mit unseren ehemaligen Bundesgenossen abschließen sollten. Also sollen doch vielleicht wieder Machtgruppen und Sonderbündnisse gebildet werden? Man spricht sogar davon, daß in den lebten Tagen ein französisch-amerikanisches Schutzalckom- men fertig geworden sei.

Nur Unerfreuliches lassen die gegne­rischen Mächte das harrende Deutschland hören. Am Freitag wurden, so meldet die Voss. Ztg", die deutschen Pressevertreter von Oberst Henrt) zu einer Besichtigimg des Ho­tels Trianon geladen,wobei Oberst Henry in liebenswürdiger Weise selbst den Cicerone machte". Im übrigen liegt die Atmosphäre be­sonders zwischen Frankreich und Deutschland noch voll Argwohn und Haß. Die französ. Blatter geben dem täglich neuen Ausdruck. ImTemps" veröffentlicht Ernest Sa» Visse einen offenen Bries an die deutschen Bebens delegierten in Versailles, in dem er spricht, man wolle die deutschen Unter- dler als Gäsbc Frankreick>s nicht beleidi­gen, sondern ihnen nur sagen, mit welchen Gefühlen die französische Oeffentlichkeit ihre aufnehme. Tann kritisiert der Herr die Auswahl der Mämier, die Deutschland auf der Konferenz vertreten. Brockdorff-Rantzan sei ein ergebener Diener des alten Regimes gewesen und sei heute, obwohl nach außen hin pbemofrat, trotzdem noch ein Herr Graf, und ler habe schon seit langem die Entente (nur hochmütige Drohungen hören lassen. Der Brief fährt fort:

Ta Sie nun einmal da sind, rate ich Ihnen, ersparen Sie uns grtoisse Erklärungen, die uns ein Sädy'In ablocken mürben ober uns veranlassen könn­ten, die Schultern zu zucken. Sie sollten nicht von einem freien demokratischen Deulschlmw sprechen, nod) von einem Bersöhmmg'srieden, noch von Gerechtigkeit ober Recht, noch sollten Sie mit bat Wil sonstigen Vorscl-lägcn Mißbrauch treiben. Solche Worte dürfen Sie in ihren Blattern und in ihren Erklärungen auf3 nehmen ober sie in Weimar aussprechen. Aber in Versailles sprechen Sie vor Mäimern, welche sich nicht täuschen lassen wollen und streng als Richter über das größte Verbrechen der Weltgeschichte zu erkennen haben. Sie werden viel zu erleiden Haven, nicht nur Remmche für Bismarck, Wilhelm I., Blücher, Friedrich den Großen, sondern für sich selbst."

Das sind eigentümliche Friedenstöne. Dir wollen abwarten, was die Amerikaner

schossen worden. Heber das Schicksal ber andern Pcrjönlichkeiten der Räteregierung ist noch nuft viel bekannt: dock soll Gustav Landauer, btt bei Starnberg von einer Württembergsckrn Pa3 irouitle ieftgenommen worden war. auf bic Mel­dung ber Münchener Geiselmorde hin slaitdrcchtlich erschossen worden sein. (Eine Bestätigung ivar noch nicht zu erlangen. T. Red.) T4e für die Mün­chener Ockrecknstage Hauptverantwortlichen, bte russische,! Bolschcwiuen Tr. Levien und Le- vinö-Nissen, scheinen entkommen zu sein. Die Verfolgung ber Rädelsführer ist dadurch stark er­schwert, baß die .uvmmunislen am Tage vor dem 3ufammenbrudb ihrer Herrschaft das Münck^ner Polizcigebäute überfielen und sämtliche Einwolmer^ listen mit allen Polizeiakten sowie bte gtfamten Auszeichnungen imb Apparate des Kriminaldienste­int Hose verbrannten.

Rach versckM de-en Dtgttl»en sollen iie Führer der gemäßigten glichtung. Toller und M a e n - n er, und der Volksbeaustragte für Verkehrswesers Paulukum, in München festgenommen worben sein. Der Kriegsminister der Räterepublik Rete ckarbt konnte auf ber Flucht in Petershausen

3. Gegenüber den Behauptungen, daß Deutsch-Süd­tirol von der ihm brohenben Fremdherrschaft ge­rettet werden könnte, wenn Deutsch-Oesterreich auf den Zusammenschluß mit dem Deutschen Reich ver- ?ichtete, stellt die deutsch-österreichische Reaierimg est, baß ihr niemals von irgenbeinet der asfozüer- ten Mächte der Vorschlag gentacht wurde, auf den Anschluß an das Deutsche Reich unter ber E&e* bingung verzichten zu sollen, baß Deutsch-Südtirol bei Dentsch-Oesterreich verbleibe; wohl aber bestem Zwischen der Frage des Zusammenschlusses mit Deutschland und der Frage Deutsch-Südtirols ein anderer Zusammenhang. Wenn Deutsch-Südtirol an Italien fällt, bleibt von Tirol nur ein schmaler Streifen übrig, der bann ganz unvermeidlich an das Deutsch Reich fallen müßte. Deutsch-Oester­reich würde daher nicht nur Deutsch-Südtirol, son­dern ganz Tirol verlieren und wäre abermals emes feiner Länder beraubt. Es würde auch im Westen nicht mehr an die neutrale Schweiz, sondern an das Deutsche Reich grenzen und damit wäre die Fähig­keit Deutsch-Oesterreichs, als selbständiger Staat zu bestehen, abermals wesentlich beeinträchtigt. Deutsch-Oesterreich wäre in noch höherem Maße als bibber zum Anschluß an das Deutsche Reich ge­zwungen.

Eine Einladung an Italien.

Paris, 4, Mai. (WTB.) Reuter. Der R a t der Drei hat Italien eingeladen, an den Sitzungen der Friedenskonferenz wieder teilzuneh­men. Die Einladung ist in einem Tone gehal­ten, der vermuten läßt, daß Italien sie annehmen roirb.

Frankreich und Teutsch-Lesterreich.

Wien, 3. Mai. (WTB.) Wie die Wiener OTI gemeine Zeitung erfährt, traf gestern eine Ab3 orbn ung von Kaufleuten aus Paris in Wien ein, um bte Wieberaufnahme der Han- delsbeziehungen zwischen Frankreich und TeutfchOesterrcich vorzubereiten. Dem Vernehmen r.ad) soll demnächst feiten5 Frankreichs die finan­zielle Blockade auf gehoben werden.

LInkehr der ©rönnng In München.

Stuttgart, 4. Mai. (WTB.) Das Kriegs^ minifterium veröffentlicht folgenden Bericht aus München vom 4. Mai morgens: Das Gruppen3 tbinmanbo ist im Ring'vtel in München unterge­bracht. Tic Nacht verlief ruhig unter geringen nervösen Schießereien in ber Staist und den Vor­orten. Tie Kämpfe sind im allgemeinen abgeschlos­sen, bie Besetzung der Stadt durchgeführt. In den Vororten zeigt sich noch da imb dort Widerstand. Die Durchsuchung nach Waffen ist im Gange. Die Bildung einer Voltswehr in München wirb all­mählich ein geleitet. Tie Stimmung, ber Truppen ist gut, ihre Aufnahme bei ber befreiten Bevöl­kerung sehr gut. Tie in ber Presse verbreiteten Nachrichten über Plunberungnr und Zerstörungen bei ihrem Erscheinen sind übertrieben.

Berlin, 4. Mai. Nachdem die militärischen Operationen gegen München jum Abschluß ge­kommen sind, wird von zuständiger Seite dazu folgendes mitgeteilt: Die vom rourttemtergilrfjen Kriegsministerium herausgegebene Meldung, daß die Oberleitung in den Händen des Reichs- toehrministers liege, war durchaus zu­treffend. Die württemdergische und bayerische Re- gicrung hatten dazu ihr Einverstänbr.i-. gegeben.

Da» Schicksal der Rätcregierung.

Die Pariser Beratungen.

Versailles, 3. Mai. (WTB.) Die Verzö­gerung der Ueberreichung des Friebensvertra.zes ist lautMatin" angeblich aus Redaktionsichnnerig- leiten zurückzuführen, jeboch ist das wirtsäpftlich politische Regime bes linken Rheinusers auch noch nicht festgesetzt.

Das ,Echo be Paris" erfährt, daß das Terri­torialstatut Deutschlands gestern von Clemenceau, Lloyd George und Wilson definitiv geregelt wurde. Deutschland muß daraus verzichten, stine Macht wieder herzustellen, indem es seine Grenzen in Mittel- !und Osteuropa audrehnt. Ter Drang nach Osten soll durch die gestern angeiwm- mene Mmackung endgültig unmöglich gemxrcht ner- den. Betreffs Oesterreichs, dessen Vertreter denmächst nach Paris berufen werben, ist festgesetzt, baß es unter der Aegite des Völkerbundes eine neutrale Republik werden muß mit dem Verbot, sich mit Deutschland zu verbünden ober sich diesem anzuschließen. Weiter nahm ber Dreier» rat die Bestimmungen über Elsaß- Lothrin - g e n an, bas einschließlich ber Eisenbahnen in Iran» Misck-en Besitz übergeht, die Beziehungen Elsaß- Lvlhringens ;u Deutschland, ferner bas -Statut Luxemburgs, dessen gesamte Beziehungen mit Deutschland gelöst werden.

lautJournal" am ganzen gestrigen Tage bte

Möglichkeit ber Zurückberunmg ber Jtali.ner, bock > «, w*. vh*uk, uuD «u

wurde kein Ergelmis gezeitigt, obwohl nur bie Art s nach den klar erkennbaren Linien ber Natwimltta: Der Zurückruiung, nicht aber der Adriakonslik: i festgesetzt werben sollen. 2. Tas Königreich Italien selber befprneben tourte- Tas Problem sei äußerst i begründet seinen Anspruch auf Deutsch-Südtirol ' ' " " r "'*-----: mit rein strategischen Erwägungen. Diese Er­

wägungen kömien bie Annexion des rein deutschen Landes durch Italien aus zwei ©rünben nicht rechtfertigen: 1. deshalb richt, weil auch die ethno­graphische Grenze zwischen den Deutschen und Italienern in Tirol den strategischen Interessen vollkommen entspricht, 2. aber deshalb nicht, weil nach dem unverrückbaren Grundsatz, den der Prä­sident am Grabe Washingtons am 4. Juli 1918 ausgesprochen hat, ,,bic Entscheidung aller Fragen, sowohl ber territorialen wie auch ber Souveräne tatdfrogen, ber wirtschaftlichen imb politischen Fragen, aus der Grundlage der freien Annahme dieser Regelung durch das Volk erfolgen soll, bas unmittelbar dabei betroffen ist, nicht aber auf

festgenommen werden.

Die Ermordung der zehn Geisel«.

München, 3. Mai. Ter neue Polizeipräsi­dent Vollnhals fordert bei Androhung von! Strafen alle Personen, die zur Klärung des Tat­bestandes der Geiselnermordung beitragen können, auf, ihre Angaben zu mndten, damit bk bestialische Tat vertierter Menschen ihre verdiente Sühne fin- ben könne.

Es bestätigt sich, baß vor der Ermordung dieser Geiseln zwei 'Diamt der Regierimgstruppcn, bie einen Ausweis von Noske bei sich trugen und den Roten Garden in die Hände gefallen toaren, ebenfalls stanbrechtllck erschossen twrtesx inb. Man führte sie zu biefem Zweck in ben Hof des Luitpoldgymnasiums und zwang die Geiseln, die tags darauf dm scknccklichen Tod faicken, der Exekution der beiden Soldaten beizuwohnen.

Tie Geiseln sind auf so bestialrsche Wetze getötet worben, daß man heute erst brei ter Opftr zu inbentiftzieren vermochte. Man fand sre im Hofe des LuitpvldgvmnafrumS auf ernvm Hau­fen liegend. Ten Leichen waren dre Schuhe ab­gezogen. Die noch unbekannte Frauenlercte kru^ Spuren ganz besonderer Martern Den. anbewn Toten waren die Augen anSgestvchcn, bte Zunge und die Hände abgeschnitten. .

Mün chen, 4. Mai. (WTB) Die zuerft im Betriebsrat in ber Nacht zum Donnerstag tiw Hofbräuhaus mit geteilte bestialische Ermor­dung von Geiseln bat m oer^St^t und aus­wärts Entsetzen hervor gerufen. Heber dtcseS sckniiA' liebe Verbrechen toirb von der ».Münchei'er ^uclt. Nachrichten" noch mit geteilt :Tie ®rmorbui:g er­folgte vor Mitternacht tm Garten des Lmtpolo- Gymnasiums. Tie Geißln wurden an bk rück­wärtige Wand gestellt. Ten Befehl zum neumt gab ein Mann ter Roten Armee nanrens eeitel; da die Softe tert des Leibregiments sich uxngcrtcn, zu schießeit, wurden auch die Russen veranlaßt, die Ermordung au^uführen. Einige Geiseln wur­den durch Kvlbeiischlag? und Vaionett' rcke getötet. Unter den Ermordeten befindet sich auch eine Frau. Die Leickien waren beraubt imb derart irr rummelt, daß sie bisher mit Ausnahme von dreien noch nickt eckaimt werten Tbnnten. Bei zwei Dicken fehlt die obere Hälfte des Kopfes. Die Lerchen wurden bi das gerich lick^ntedi riirstne 3tolitut gc* bracht. Bister Tonnten unter den getöteten Gei eln festgestellt werten: Studienrat Berger, Erm bahuiefreiär Anton Daumenlang und -mrtf v. Thurnu nd Taxis (östeiweichiichc Lmtrt.

Von zuständiger Stelle wrrd iwch mitg-tedt: Es Tonnte noch eine weitere Sekte ft^g'stellt wert ben als Grosin Westarp. Mr',«bomben unter ben Ermordeten auck zwei Sol­

daten, deren Namen noch nicht festg.sttcllt werten konnten. Zur Zeit ter Ermordung, betonten hj Nissen -Levrnä und Tr. Levien tm .neuer tes Luitpoll^-Gymnasftrms Sie wnß en von tet Tat, auch die militärischen Führer, ter 5kommn- nisten waren davon unterrichtet, doch gab। ten Befehl zum Feuern Settel auf eigene Faust.

Man plant, die noch unbefannten Lcichcn mi8* ^stellen und so ihre Jbentisizierung herberju- führen.

Eine Hetze gegen die Preußen.

München, 4. Mai. (WTB.) Der bayerische Obertesehlshater Generalknajor Moehl erlaße folgenden Aufruf: An die Einwohner Mün­chens! Norddeutsche Truvpen sind zur Betremng der Heimat von ter spartakistisch-ckommunlstuchen, von russischen Führern errichteten Gewaltherr­schaft berbeigeeilt. Ihnen gebührt der Dank ter gesamten anständigen Bevölkerung ohne Unter­schied ter Partei. Trotzdem ist eine böswil­lige Hetze gegen Preußen jetzt im Gange. Ihr ist mit allen Mitteln ent* gegcnzutrrtcn namentlich auch durch Fest­nahme solcher Personen, die sich hierbei be­sonders ter cor tun; n. a. toirb das Gerücht verbrei­tet, daß die norddeutsche Reichs truppe, unsere Lebensmittel aufzehre. Das ist ein. Unding, die Truppen führen ihre Verpflegung mit- und haben außerdem Torr geöifnet, durch die eine, reichlichere Verpflegung als bisher in die Stadt heremgeführt wird. In wenigen Tagen >vird die Stadt die Wirkung verspüren. Auch hierfür ist die Einwohnerschaft den norddeutschen Trurp"» Dank schuldig.

ter Grundlage ter materiellen Interessen ote4 Vorteile irgendeines anteren Volkes, ba5 eint taubere Regelung zur Ausbreitung seines Ein­flusses ober seiner Herrschaft wünscht."

Trotzdem aber machte bte deutsch-österreichische Regierung schon vor längerer Zeit ter italienisckien Regierung einen Vorschlag, dessen Annahme die strategischen Bedürfnisse Italiens in weitestgehel' dem Maße tesriedigeu luürbe, ohne daß darum Deutscki-Südtirol ber italienischen Fremdherrschaft ausgeliesert werten müßte. Die teutsch-österreichi- jf.he Regierung schlug ber italienischen vor, daß Deutsch-Südtirol zwar staatsrechtlich und wirt­schaftlich ein Bestandteil Teutsck>-Oesterreichs blei­ben, militärisch aber in solcher Weise neu* tralisie r t werten sollte, daß die strategischen sJnteressen Italiens dadurch wenigstens in gleicher Weffc gewahrt würden rote durch die Annexion tes Gebietes bis zum Brenner. Die deutscki-österrei- Idyifdie Regierung stellt fest, daß dieser sorgfältig ausgearbeitete Vorschlag von Italien u. semeu Ver­bündeten nie m al § beantworte t worden ist.

und Engländer sagen werden. Besonders in­teressant wird die' Haltung Wilsons werdet:, dem letzthin durch Vermittlung der Deut­schen Gesellschaft für staatsbürgerliche Er­ziehung eine Denkschrift vorgelegt worden ist, oie den Standpunkt der bekanntesten deutschen Philosophen vertritt und unterzeichrnet ist vom Präsidenten der Schopenhauer-Gesellschaft Professor Paul Deutzen, Kiel, dem Präsiden­ten der Luther-Gesellschaft Professor Rudolf Eucken, Jena, dem Präsidenten der Kant-Ge­sellschaft tz^eheimrat Tr. Metzer, Halle, dem bmgjährigen Geschäftsführer der Kant-Gesell- l'chaft und Schöpfer der berühmtenAls-Ob"- Philosophie Hans Vaihinger, Halle, und dem Präsidenten des MoEen-Bundes Professor Wilhelm Ostivald, Leipzig. Neues steht in die­ser Denkschrift nicht, die lediglich ein ein­drucksvoller Appell an den amerikanischen Präsidenten Erstellt, in seinen vielbesproche-

Giro die Vollwertigleit dieser Staatsschatzsckieine nicht unzweiselbaft seststel-e. Amerika befürchte, daß es durch Die Begebung deutscher <otaats- schatzscheine der Hauptgläubiger Deutschlands, ja ganz Europas werde. Man suche jetzt ein Mittel zur Umgehung dieser Schwierig leit.

Die wiener Regierung über die $rage Süötirol.

Wien, 3. Mai. (WTB.) Amtlich. Ter Ka­binettsrat faßte in ter gestrigen Sitzung folgenden Beschluß: Ter Präsident ber Ver­einigten Staaten teilte dem italienischen Minister­präsidenten mit, daß er dem Londoner Vertrag: hinsichtlich ber Abgrenzung zwischen Italien imb Teutsch-Oesterreich, also ter A nnexivn

Deut sch-Südtirols durchJtalien zu­stimme. Demgegenüber erklärt bte deutsch-öster­reichische Regierung: 1. Tie Mitteilung tes Prä- fibenten der Vereinigten Staaten ist unverein­bar mit jenen demokratischen Grund­sätzen, die ter Präsident während des Krieges feierlich oerfüntet hat unb auf Grund deren ber Waffenstillstmch g.schlossen wurde. Ter Dasfensnll- stand wurde g^schtosseu auf Grutw ter Grundsätze v tes Präsidenten, bie in seiner Botschaft Dom -18 Januar 1918 enthalten sind unb durch oen ,uuu euIUMlvuu Notenwechsel, ter anläßlich des Abschlusses des ^ragspuirlte iu regeln. Ter Dreierr^zt edjrterte i Wofsenpillstakites ertolgt ut. Es tmute zwar

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