und ihnen Gelegenheit zu
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Die Sage in Berlin
. , mkgeschäfte zu erledigen. Mit Rücksicht hierauf wird die Gießener Bevölkerung gebeten, nach wie vor ihre Geschäfte an den Vormittagen zu be-
rn. b. H-, Hessischer Bankverein Aktiengesellschaft, Mitteldeutsche Creditbank ein« Aenderung in ihren Kassen- stunden eintreten lassen, insofern sie an den Wochen- tagen mit Ausnahme des Samstags ihre Schalter nachmittags von 3-4 Uhr offen halten. Wie uns mitgeteilt wird, geschieht dieses, um den auswärtigen
ei, den Vefiegten die «osten zu laffen. r"
wichtiger Gebäude, darunter die Reichsbank, der Reichstag, die Fernsprechämter und das Haupttelegraphenamt, ferner die Lebensmitteldepots und der Schlachthof von Truppen belegt worden. Bei ein» brechender Dunkelheit durchzogen Patrouillen di« Stadt, um wetteren Plünderungen oorzudeugeu. Die Kommandantur erliest einen Aufruf, in dem die Arbeiter und Bürger Berlins gebeten werden, nicht stehen zu bleiben und die Strafen frei zu hab ten. Nur bei Befolgung dieser Ditte könne die Kommandantur für das Leben Unschuldiger einstehen. Den Anordnungen der Regierungstruppen müsse unbedingt Folge geleistet werden.
Sßonta&me der Vorslaitbswahlen wurde beschlossen, mit Rücksicht auf die ständige Steigerung der Rohmaterialien eine Erhöhung der Preise für Hufbeschlaa eintreten zu lassen. Wegen gemein'chastl. Bezugs von Rohstoffen sollen Besprechungen in den einzelnen Be- tirfßücnammiungen stattsinden.
" Aenderung der Lankkassenstunden. Wie aus'dem Anzeigenteil ersichtlich ist, haben die Bank für Handel und Industrie, Gewerbebank e. B.
Aus Statt rrnd Land.
Gießen, 5. März 1919.
Wir Hcimgekehrten und da» Glück.
Unter diesem Titel schreibt Werner B^ck- Gießen in der „Deutsch. Allg. Ztg." vom 2st. Februar: „Wir ftttb ein unglückliches BRk! Was uns m den langen Jahren im Felde als Furchtbarstes vor Augen stund, gellt uns Sxnm» gekehrten täglich aus dem Munde des Kohlen- arbeiters und des Miinstrvs entgegen. Ms Wahrheit? — Wer wagt an der Wahrheit unseres Unglückes zu rütteln? ©ir. die beutfdx1 akademische Fugend! Wir erleben flammenden Protest gegen alle Hoffnungslosigkeit, alles Schtvarzseherrum, alle Berzweiflung rrngSimcher. Wir sprechen nicht aus jenem blinden Optimismus heraus, der uns in
lang entgtgenfrarrtn, in der Liebestätigkeit nicht nachzulasfen und nach bestem Wollen und Vermögen dazu beizutragen, das Elend dieser Unglücklichen zu mildern.
** Derkehr m^ tZucker tut Bie nensütterung. Wer Zucker für die Fütterung überwinterter Bienenvölker benötigt, Hai den Bedarf an Zucker bis spätestens 7. März 1919 auf dem Städtischen Lebensmittelamt (Zimmer 11) persönlich anzumelden.
** EinOstafrikaner. Unter der zurückgekehrten Heldcnschar der Ostafrika-Kämp- ser beftndet sich auch ein Gießener, der 2er
igen und Seelisksten ist nn.’ivr frei, leit mir
Morgen neu geschenkt erhieltru. Aus der llncnbltdijcit dieses Morgen inächst intfer Glück in allen Iiiutclfriteu der üfcfwmpart. Weftob«
hingen, niebergvlnlten vom grättlid»<rcn B/omig eines aufs engste begrenzten Daseins, regen sich mächtig und atmen Freiest. Wer lufiy, maö n^a>? Wir wil en nur ein Werim, und Vertrauen, wr veiing^'k« steten und unser Glück!
Gedenkt unserer Verwundeten.
Leider hat sich in manchen Kreisen seit einiger Zeit eine gewisse DeUnahmlosigkeit !,eg nüber un eren Verwundetet» in den Lazaretten bcuierlbat gemacht. Unterstützungen von leiten der großen öffentlichen Vereine kennt man schon lange nicht mehr. Unentgeltliche Darbietung von musikalischen, theatralischen ober sonstigen unterhaltenden Aufführungen finden nicht mehr statt. Auch Liebesgaben, wie Rauchwaren, der Erquickung und Erfrischung dienende Eßwaren und Getränke gehören der Vergangenheit an.
Wir bitten deshalb im Interesse aller, die in den hiesigen Lazaretten ihrer versteh
Berlin, 6. März.
Nachdem während des gestrigen Tages stark» Ddlitärkrafte in Berlin eingerückt sind, ist eine Reih«
Oochschttlnachrichten.
t Frankfurt a. M-, 3 März 3n der Philosophischen Fakultät der hiesigen Universität hat sich Dr phil Wilhelm Schügler als Privatdozent für neuere Geschichte habilittert. Seine Antrittsvorlesung behandelt „das alte und das neue Mitteleuropa". Ferner hat sich in der gleichen Fakultät Studienrat Dr. Ernst Gerland- Homburg o. d. H. habilitiert. Er wird seine Antrittsvorlesung Über das Thema „Aus rumänischen Klöstern, (Erlebtes und Erlernte»'
Ueber die Ausschreitungen, die sich am Dienstag auf dem Alexanderplatz ereigneten, ist den Blättern noch zu entnehmen: Gegen Mittag hatte sich auf dem genannten Platz eine große Menge, zumeist lichtscheues Gesindel, zusammengefunden. Zwei Offiziere, die den Platz im Wagen passierten, wurden herausgerissen, blutig geschlagen und am Boden liegend mit Fuß. tritten bearbeitet. Eine Abteilung des (Barbetrain« geriet in Gefahr, von der Volksmenge entwaffnet zu werden. Als Regierungstruppen hinzukamen, fielen mehrere Schüße, worauf der Platz gef ubert wurde. Bier Männer und zwei Frauen wurden dabei getötet. Von den Regierungstruppen fiel ein Leutnant.
Auf dem Görlitzer Bahnhof versuchten am gestrigen Nachmittag streikende Arbeiter die Schienen aufzureißen, wurden aber von Bahnbeamten und SoU baten daran gehindert, »m Schlesischen Bahnhof und in Moabit ist es gestern vormittag noch zu einigen Plünderungen von Geschäften gekommen
Die Beamtenschaft de« Eisenbahndirektionsbezirks Berlin hat gestern beschlosien, sich nicht zu beteiligen, weil sie im Interesse des allgemei- nen Wohles die Ordnung aufrecht erhallen wissen will und auf feiten der Regierung steht. (Einen entsprechen- den Beschluß haben auch die Vertrauensleute der Ar. beittrschaft, soweit sie im Allgemeinen Eisenbahnerverband organisiert isl, gefaßt.
Tageblatt, Lokol-Anzeiger, Bossische Leitung und einige andere Berliner Zeitungen sind auch heute nicht erschienen.
Do- Gesetz über die Regelung
. der Kohlenwirtschaft
Berlin, 4. März. (WTB.) Das Gesetz über dl« Regelung der Kohlenwirtschaft bestimmt u. a.: Kohlen im Sinne dieses Gesetzes sind: Steinkohle, Braunkohle, Preßkohle und Koks. Das Reich regeltbie gemeinwirtschaftliche Organisation der Kohlenwirtschaft. Die Leitung der Kohlenwirtschaft wird einem ,u bilden den Reichs kohlenrat übertragen. Die Reichs- regierung schließt die Kohlenerreuger für bestimmte Bezirke zu Verbänden und diese zu einem Gesamt- verband zusammen. Den Derbänden liegt die Rege- lung von Förderung, Selbstverbrauch und Absatz unter Aufsicht der Reichsregierung und des Reichs- Kohlenrats ob. Die Reichsregierung regelt die Feststellung der Preise. Vor einer Regelung beruft die Reichsregierung einen Sachoerständigenrat für die Kohlenwirtschaft, der aus 45 Mitgliedern besteht. 3e 15 Mitgl eder sind nach näherer Bestimmung der Reichsregierung von den Arbeitgebergruppen unb Arbettnehmergruppen und hen Arbeilskammern zn wählen. Don diesen entfallen: Auf den Ruhrbezirk einschließlich der benachbarten Steinkohlenbezirke je fünf, auf den Saar-, niederschlesischen, Aachener, unb sächsischen Stein, und Draunkohlenbezirk, den Mitteldeutschen Braunkohlenbezirk, und die bayerischen Be. Z.rke je ein, auf den oberschlestschen Bezirk ,e zwei Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die Richsregierung erläßt die näheren Vorschriften zur Durchführung dieses Gesetzes unb kann bestimmen, daß Zuwider. Handlungen mp einer Geldstrafe bis lOOOOO Dlari, im Wiederholungsfälle außeroem bis zu einem Fahr Gefängnis bestrast werden. Das Gesetz tritt gleich- -Eilig "iit dem Sozialisterungsgesetz in Kraft
2. Am 17 Df tobe r ten Ofwrttl Luden- Korsf in einer Sabinettjfißimg zu Berlin zu fol- flOUKxn Votum: Tie deutsche Front habe besser «chniten, als er vvr zwei Wochen gedacht habe. Demi man ihm mehr Menschen ersah in Aussicht «belle, so glaube er, den »frirg fotzt führe n zu köirnen. Er ik’i:traue dabei freilid) mehr auf sein Soldatewqi^ck: iine Saran dafür, daß mir bei Fort.etzunt des Krieges ;.n ttärifch und politisch besser tx-nUrn tvürtxm. -x er nicht geben Tie politische Rcul)ölritu7u, j nach ringe brntvii Wfltuugen in tüier solchen des Krieges
ein IpOKtrbfvi i. Ter Mensnzrfaö, ocr in Aussicht gestellt mvrben konnte, mar auantitari» und aualitanv u il Z it r e i chen d. Trotz einylner hevoisclter fieiftuneen war mit einer Fcsügung bet ÖeutfrfkTt Westfront bei der täglich ftrigenten technischen und numerischen Ueberiegentrit des F'indes nicht zu redjnen. Sicher mar nur, daß lÄend unb Zerstörung nicht nur über weitere Xeiw Belgiens unb Rordftrnnkreichs, sondern später auch in das eigene Land hinemgetrog'ii. werben nrütten. Tah-r brach die vvliti'ckv Reicl>sleituttg die Gespräche mit Washina!.'u nicht ab, sondern verbandelte weiter auf Der Grundlage der Wilsonschen Bedingungen!, Auch in diesem Stadium der (bttnndütng bat übrigens «General Ludendorff niemals flipp und klar den 'Abbruch der Verhandlungen verlangt. 3. Das dritte Stadium trat ein, als Marschall Fo ch seine Bedingungen für den Waffenstillstand überreichte. Diese überschritten das erwartete Maß um ein Vielfaches' trotzdem gab im Einverständnis mit der politischen Reichsleitung Generalfeldmarschall v. Linden bürg seine Weisungen dahin, daß zu unterzeichnen sei, auch wenn Abänderungen nicht erreicht würden. GS ist dies das vom Retchsminister Erzberger jüngst in der Nationalversammlung verlesene Schreiben vom 10. November. Tie Erkenntnis der Niederlage hatte inzwischen dfl Zerrüttung des Heeres feit 17. Oktober beendet
Zusammengefaßt: Die Anforderung des Was- lenstillstands war schwer, noch schwerer war seine Unterzeichnung. Beides wurde durch die Oberste Heeresleitung selber gefordert und gebilligt, beides war die politisch notwendig gewordene Konsequenz unserer militärischen Lage.
Kassel, 3. März. Du Gemeindewahlen schlossi bei 18 Prozent geringerer Beteiligung als |ur deutschen Nationalversammlung mit einer Mehr, beit der Sozialisten. Die Sozialdemokraten vereinigten 36734 Stimmen auf sich und bekamen 37 Sitze, die
diesem Krieg so oft irregeleitet hat, jenem gesähr-z lichen Vertrauen ohne Gründe, das, während die ganze Bülche bereits ChaoS geworden ist, immer noch aus ben dcus er ntadytna hofft. — Wir bauen auf einem Wert, der ist. — Und mir sprechen auch /nicht auS unserem Kreis für ünseren 'kreis wir sprechen für euch arte, deutsche Brüder vnb edrmeflim, wenn wir rn diesen bangen Vov- frützling Ijtminrufen: Wo ist unser Unglück?
Wo ist unter Unglück ? fragt ihr uns höhnend tausendsältig rovbex. Ter Feind im Land, Teutsch- land wehrlos, das Wirtschaftsleben auf Jahrzehnte vernichtet, hier und dort Mutiger Bürgerkrieg ü Wer -neigt nicht tief sein Haupt? Auch wir, auch arir! Und wir verliehen mit euch nicht bie- ienigen, die rn dieser Zeit aus dem TaumelVecheU der Lust Ber^s'enheit trinken Einmal, eben noch über das llnlnl jammernd, nun kurze Stunden der Freude sich erdiclstend, um desto gequälter ttnrni Rausch zu entgleiten. Für diesen Optimismus gibt es kein entschuldigendes Wort. Mxr — und nun kommt unser Bekenntnis — mir verurteilen ebenso hart alle ineicnigen, die unab-i lästig ein Grablied fingen. Wir leben, ivir Heim-- Skehrten, mir lelvn und haben nie die »köstliche t des Lebensgeflifls so unendlich tief empftm- den wie in diesen Tagen. Wenn brau feen nach entsetzlichem (vernetzet ein paar Augenblicke des Besinnens Tanten nne habe» wir damals nicht schon alle LebeuSgier in eine Stunde zusammeuu- gepreßt! Aber damals glichen mir denen, die beule tanzen und trinken. Denn Über ims drpht» untilgl>ar der Druck des Morgen. Wisst ihr Ta- keimaebliebeneu, «vas es heilst, die Hoffnung, triefen Ewigleilsioert, der nur vom Grenzenlosen lebt, auf ein £>eiite zu beschränken? Bon uns, die wir e8 erfahren haben, will euch Befreiung kommen. Mlenvärts f>äl/ncn Sclmmch, Irrsinn, hzmger. Ader mir leben ... und loffen.
Sehl in unsere Wanten Augen, die ein fernes Gebirge Nicht ntehr mit dem Blick des Verzichts messen, die wieder len (fiten können im Glaubet:: Du kommst einmal dalstn und steigst empor! Die in den neinenten Himnrei gehen unb Erwartung jub ln, daß sich Rätsel lösen und neue Wunder auftun können. Die ein Buch des Abonds nicht mit Alrschiedsweltzurit verlassen müssen: Tu lieft es morgen doch nicht iu Ende! '.«Largeu , Ja. wir haben das Morgen Ivieder. Wir dürfen einen Faden zu knüpfen begiumm, olpte beim nächften Atemzug die -5diere der Parze zu fürdk ten, mir dürfen beim Aufbruch einer Quelle sagen: Fließe mti> werde zum Strom! Die Bahn alfl-s Geistigen und Seelisti»en ist wieder frei, leit mir
ll,llamen 37 2ttze, die im Haase begrüßen ju können. Rach der Angelobung
Dttstbtze De»oLraUfch« Ponei out 1V626 Summen1 wurde hie Sitzung zefchloge». 9 3
*♦ Die Fastnachtstage ginge» in Criiefcen beinahe unbemerkt vorüber. Alle Ber anstaltungen karnevalistischer Art waren untersagt, die Straßen zeigten das gewöhn- llche Bild. Die mancherlei Ermahnungen, mehr Würde an den Tag zu legen, haben in Gießen unter polizeilichem Druck wenigstens in dieser Beziehung gefruchtet.
** Der schwerverletzte Siche r- heitswachmann A. Böhm ist am Montag früh in der Klinik seinen Verletzungen erleben. Er hinterläßt eine Witwe mit 3 unversorgten Kindern in sehr dürftigen Verhältnissen. Der Mörder ist verhaftet und wird hoffentlich der gerechten Strafe für seine ruchlose Tat nicht entgehen. Böhm wird als diensteifrig und zuverlässig in seinem Berufe geschildert und war allgemein beliebt.
** Diebstahl. Am 2. d. M., abends gegen 8 Uhr, wurde in dem Parterrestock eines Hauses in der Alicestraße durch Einsteigen durch ein offenes Fenster ein Diebstahl begangen, wobei den Dieben etwa 700 Mk. und für mehrere tausend Mark Wertpapiere in die Hände fielen. Nach dem Verlassen der Wohnung wurde der Täter von einer Militärpatrouilleangehalten und der P o l i- zei übergeben. Das gestohlene Gut hatte er twch in feinem Besitz. Es konnte dem Eigentümer wieder zurückgegeben werden. Als Täter kommen drei auf der Durchreise sich dahier aufhaltende Soldaten in Frage, wobei zwei die Flucht ergriffen und einer festgenommen werden konnte.
•• Abgabe frei werbender Heeres- unb Marinegüter an Kriegsbeschäbigte. Für bie Verwertung des freiroerbenben Heeres- unb Marinematerials unb sonstiger reichseigener Güter ist ein Reichsverwertungsamt gegrünbet worben. Soweit bisher bekannt ist, stehen biesem insbefonbere folgende Gegenstänbe zur Verfügung: Pferbe, Fahrzeuge, unb Geschirre, Felbbahngerät, Motorlokomotiven und Kraftfahrzeuge nebst deren Zubehör, Futter- mittel unb sonstige Vorräte, landwirtschaftliche Ma- schinen unb Geräte sowie Werkzeug, Fabrikeinrich- tungen mit ben zugehörigen Maschinen unb Geräten, (Elfen, Stahl unb andere Metalle, Holz unb sonstiges Baumaterial, Web- unb Rohstoffe oller Art. Das Material soll an bie Verbraucher ohne Nutzen abgegeben werben. Anträge von Kriegsbeschäbigten auf Zuteilung von Pferben ober Debarfsgegenstänben sind an ben Lanbesausschuh für bie Kriegbeschädigtenfürsorge in Darmstadt, Wihelminenstr. 34, zu richten, ber bie Vermittelung übernehmen wirb. Den Anträgen ist eine Bescheinigung ber Bürgermeisterei beizuschließen, bie besagt, daß der Kriegsbeschädigte die betreffenden Bedarfsgegenstände für seinen Betrieb benötigt. Sämtliche Depots, Lager usw., die Heeresmaterialien enthalten, sind aber auch berechtigt, selbständig bis zu einem Werte von 2000 Mark an einzelne Verbraucher zu verkaufen, sobald diese die Dringlichkeit durch eine Bescheinigung ihrer Ortsbehörde nachweisen.
•* Konzertoerein. Am Sonntag, 9. März, wird als 7. Konzert (1. Konzert des Nachabonnements), bas mit Herrn Professor (Earl Friebberg «Klavier) aus München für den 16. Februar angekünbigte Kon. zeri stattfinden, sofern ein (Eintreffen des Künstlers möglich ist. Die Abonnenten werden gebeten, die Nachabonnements bis spätestens Freitag, 7. März, abzuholen.
" Der Verein für Frauenstimmrecht und der Allgemeine deutsche Frauenverein ver- anftalteten gestern abend im Saale des Hotels Schütz eine gut besuchte Frauen-Versammlung, zu der ie Frauen aller Stände eingeladen hatten. Nach einer kurzen Begrüßungsrede durch die Vorsitzende des Allgemeinen deutschen Frauenoereins Frau Nau- mann ergriff Frau Marie Kahle das Wort. Sie habe es sich zur Aufgabe gemacht, über die Arbeit ber Nationalversammlung in ber zweiten Hälfte des Februar zu sprechen, so bie Darlegungen der Red- nerin ber letzten Versammlung weiierführenb. Bei ber Fülle bes Stoffes sei es ihr jeboch nicht möglich, chronologisch vorzugehen. Sie müsse sich vielmehr barauf beschränken, bas Wesentliche herauszugreifen. An Hand von Presseberichten ber Frankfurter Zeitung unb der Kreuzzeitung sowie von amtlichen Stenogrammen ging die Rednerin alsdann ausführlich auf die fünf Hauptpunkte der einzelnen Verhandlungen ein: ben Nachtrag zum Reichshaushaltsplan, bas letzte Waffenftillstandsabkommen, den Gesetzesentwurf über eine vorläufige Reichswehr, bie neue Neichs- verfassung unb bas Uebergangsgesetz. Endlich be» prach sie noch die Ermordung (Eisners und verschiedene Reden der in der Nationalversammlung tätigen Frauen. - An Frau Kahles Ausführungen, für bie die Der. ammlung mit starkem Beifall, Frau Naumann mit einigen Worten dankte, schloß sich eine längere, äußerst lebhafte Debatte an. die Frau Bousset leitete, unb die u. a. besonders die Rede von Dr. Gertrud Bäumer Zum Gegenstand hatte Nach einem Schl ßwort von Frau Kahle, beschloß Frau Bousset die Versammlung.
** Die Schmiede-Zwangsin- nvsia fürpen Kreis Gießen hielt am Sotmtag im Postkeller eine außerordentlich gut besuchte Versammlung ab. Nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden. Schmiedemeister Becker-Gießen, sprach Verufsgenos- enschastssekreiär Herm. K l r ch n e r über a (l- gemeine Landwerkerfragen, über die Wichtigkeit einer den jetzigen Verhältnissen angepaßten Kalkulation, die Preisunterbietungen, das Borgunwesen, die wichtigsten Vc- timmungen der Kranken- und Jnoalidenver- icherung sowie die Neuerungen in der 11 m- atz steuer. An die Ausführungen schloß sicki eine nrze Aussprache, worauf die geichästtichen Verhandlungen ausgeuomuten prurdeiu Lack
geant Wilh. Thöt. Er nimmt zur Zeit noch L -k
on btn Empsangssei-rlichkciten in Berlin teil
und wrrd in den nächsten Tagen hierher zu- - - - 1 -
cückkehren.
20 Sitz«, Mt Dettf^ntrifamafen mit 8830 Sttmwtw 9 Sitze, bas Zentrum mit 3027 Stimmen 3 Sitze, Mr Deutsche Volkspartei mit 1854 Stimmen 2 Sitze unb ber Bund ber Lodenreformer mit 1360 Stimmen. 1 5itz. Die Unabhängigen hatten diesmal von ber Auffteknng eines Kandidaten abgesehen.
I] Marburg 3. März. Abgesehen von bet Iber 3000 Mitglieder zählenden Studentenschaft, bie sich infolge eines Aufrufs zahlreich an ben Wahlen Zur Stadtverordnetenversammlung beteiligte, zeigte sich die Düraerschaft gestern sehr wahlmüde. (Es erhielten die Deutschnationale bzw. Deutsche (liberale) Dolkspartei 15, die Demokraten 8, die Beamten unb Angestellten 6, bie Sozialdemokraten 5 und bas Jeu- trum 2 Sitze. Don den Gewählten gehörten 10 Herren bisher ber Stadtverordnetenversammlung an. Unter ben neuen Tlitgliebern befinden sich 5 Frauen.
Ws Waldgirmes, 5. März Bei der am 2. März abgehaltenen Gemeinbevertreterwahl wurden, gewählt: 6 Bürgerliche und 6 Sozialisten. 20 Prozent haben weniger gewählt wie bei der Wahl zur preußischen Landesversammlung.
’• Wetzlar, 5. März. Die Wahlen am Sonntag hatten zum (Ergebnis, bah 12 Kandidaten ber sozial- demokratischen Partei und 18 ber bürgerlichem Parteien Mandate erhielten.
ErSffnungrfitzung der österreichischen Nationalversammlung.
Wien 4. März. Die verfassunggebende Ha* lonaloersornrnlung hielt heute ihre Eröffnungs- itzung ab. Die Abgeordneten waren fast vollzähllg erschienen, darunter 7 sozialdemokratische Frauen. Der ozialdemokransche Abgeordnete David, welcher den Altersoorsiy übernahm, hielt eine Ansprache, in der er u. a. sagte, daß die Not der r^r’ir, rtelnden hungernden Massen eine ftfinblgc Befahr bilde. Die Sie- |er sollten es sich überlegen, ob es heute noch ratsam ~ " die ganze schreckliche Lage durch- Der Redner brachte sodann unter lebhaftem allgemeinem Beifall unb Händeklatschen bas einmütige Verlangen aller Abgeordneten nach Anschluß an Deutschland zum Ausdruck. Er erklärte, er lei Überzeugt, auch die Vertreter ber be. legten (Bebtet# von Deutschböhmen und Südtirol bald im Hanse begrüßen ju können Nach der Angelobung
wirken, was ja, wie die Kriegszeit gelehrt hat, ohne Beeinträchtigung irgendwelcher Interessen möglich ist, bie Nachmittage aber für die auswärtige Kundschaft frei zu halten.
**DieAntibolschewtstischeLiaa hält am Donnerstag, 6. März, abends 7 Uhr, im Hotel Fürstenhof einen öffentlichen Vor^ trag über das Tbema: „Der Bolschewismus — l>er Totengräber Deutschlands" Redner: E. Reitzel-Berlin. Es ist die Gründung einer Ortsgruppe der antibolschewistischen Liga vor- gesehen.
**PreisausschreibenfürFret- markenentwürfe. Zur Erinnerung an die deutsche Nationalversammlung beabsichtigt das Reichspoftministerium besondere Freimarken zu 10 Pf., 15 Pf. und 25 Pf. herauszugebcn. Um künstlerisch gute Entwürfe hierfür zu erlangen, lädt das Reichspostmini- sterium alle deutschen Slünfller zum Wettbewerb ein.
**DerFilmBeethoven und die Frauen wird noch bis Freitag gegeben. Unter Begleitung Beethovenscher Musik wird eine biographische Einführung in das Leben des Meisters gegeben, die jeden Musikiiebhaber erfreuen muß. Außerdem werden drei Tanr- films der Wiener Künstlerin Zimmermann gegeben.
Landkreis Gießen.
in. Hungen, 5. März. 3n ber vorletzten Nacht würbe bei einem hiesigen Einwohner ein nächtlicher Einbruch verübt, bei welchem ben Dieben eine Speck- eite, ein Schinken unb eine größere Anzahl Würste n bie Hänbe fielen. Die Würste waren dem De. tohlenen von einem anderen Einwohner zum Räuchern übergeben worben.
o Langgöns, 3. März. Die an ber Bergstraße gelegene Treppe würbe bieser Tage durch das Rutschen des angrenzenden Gartens von Wilh. Fuchs unb des Gebäudes des Schuhmachers Leicht von (Erb- mässe und Mauerwerk überschüttet. Glücklicherweise hatte der (Erdrutsch kein Menschenleben gekostet.
Kreis Büoingen.
X Bergheim, 4 März. (Eine gute Lektion er. hielt ber hiesige ßanbroirt M. (Er erwarb angeblich von einem Wachtmeister einer seinerzeit hier einquartierten Fuhrparkkolonne ein Pferd zum Preise von 350 Mk. Da er im Verdacht stand, das Pferd auf unrechtmäßige Weise erworben zu haben, wurde er vom Volksrat Ortenberg angezeigt unb, da er sich nicht als rechtmäßiger Erwerber ausweifen konnte, kam das Pferd zur öffentlichen Versteigerung, bei der M. das Pferd, das er gern behalten wollte, für 4003 Mark erwerben mußte.
△ Nidda, 3. März. Heute fand in der hiesigen evanael. Kirche die 12. Gedächtsnisfeier für die Opfer bes Weltkrieges aus dem Kirchspiel statt. Seit ber letzten Feier sinb noch fürs Vaterland gefallen: Otto Schwab, August Ludwig Scheig, Otto Schotter, Jakob Göbel von hier und Ludwig Lehmann von Kohden. 3m ganzen starben aus dem Kirchspiel 84 Krieger ben Helbentob,- dazu kommt noch eine größere Zahl Vermißter, von denen schon lange Zeit jede Nachricht fehlt - Als Kirchengemeinbevertreter wurden von hier neuoewählt: Schreinermeifter Friedrich Reu. ning, Bahnassistent Kräh, Landwirt Wilhelm ®ruber, Forstmeister Dr. Schüz, Sattlermeister H. Diehlmann und Kaufmann Konrad Weishaupt.
Hessen-Nassau.
= ®ebra, 4. März. Auf der Strecke Eisenach- Debra versuchten Spartakisten bei Herleshausen mit Handgranaten die Bahngleise zu zerstören. Al» der Gendarm Hillmann die Leute daran hindern wollte, wurde er durch zwei Schüsse niedergestreckt und lebensgefährlich verletzt.
ra. Dexbach (Kr. Biedenkopf), 4. März. Unser verstorbener Pfarrer Zöllner hat durch Vermächtnis dem Hinterländer Rettungsoerein 500 Mk und unserer Gemeinde 3000 Mk. zur Wiederanschaffung einer Glocke und von Orgelpfeifen hinterlassen.
Frankfurt a. M., 3. Marz. Das große Kulturwerk der Nidda-Regulierung von ber Mündung bis falt an die hessische Grenze soll nunmehr als Notstandsarbeit in Angriff genommen wer. ben. Die Wasserkräfte des Flusses sollen durch bie Anlage einer großen Ueberlanöjentrale ausgenüht werben. Für die Durchführung der Plane, die schon vor dem Kriege fertigaefteDt waren, hatte man einen Kostenaufwand von 3 500 000 Mark vorgesehen.
— Hanau, 3. Mörz. Durch die Vernichtung der Akten im Landgerichtsgeböude bei den letzten Un. ruhen ist die Fortführung zahlreicher Verfahren und Prozesse unmöglich gemacht worden. Die Staatsan. waltlchaft fordert jetzt öffentlich die Bevölkerung auf, ihr durch Einreichung neuer Anzeigen und Vorlegung neuer Beweismittel die (Erneuerung ber Akten zu er, möglichen. Mit ben Akten sind auch unersetzbare Briefe, Schuldscheine, Quittungen, Wechsel usw. ver- nichtet.
= Marburg, 4. März. (Eine Anzahl Hamsterer ger et nächtlicherweile in Lüspenhausen versehentlich auf bas Gehöft bes Eisenbahnarbeiters Fey. Dieser vermutete in ber Schar Einbrecher, schoß unb tötete dabei eine Frau Johanna Hülsenbrand aus Kron, berg i. W.
Die GemeindewMen in Preußen.
Bad Homburg v. d.H., 3. März. Die Stabt, Verordnetenwahlen hatten folgendes Ergebnis: Deutschliberale und Deutfchnationale 6, Demokraten 4 Zentrum 8, Mehrheitssozialilten 6, Unabhängige ♦ Mandate.
• Dillenburg, b März Sei ben Stab tetr- ordnetenwahlen wurden hier 6 Sozialdemokraten und 16 Bürgerlich» gewählt.


