Ausgabe 
5.3.1919
 
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Nr. 5$

Ter Siebter erscheint täglich, außer Sonntag-. - Beilaaen: Gießener ZamIllenblLtler;

«tcisblett

für den Kreis Hieße», vezug-prei,:

monatl. Wik. 1.35, viertel­jährlich D!k. 4.05; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. Mk. 1.25; durch diePost Mk. 4.06 viertel- jährt. auSschl. Bestellg. fternjprech - Anschliiffe: lür die SchristleilungI12 Verlag, GeschästsstelleLl AnschristfürTrahtnach- rtchlen: Anzeiger Gtefoen.

169. Jahrgang Mittwoch,

GiehenerAnzeiger » General-Anzeiger für Oberhessen«.»» 3wiIIii,,m>nddru<k «. Verlag: vrühNch- Unw^vuch- u. St«in»r,ckerei S. Laag«. Schristlrtttiig. Srlchästrftrlle ».Vruilrrei- Sch»Iftr 7.

5. März (919 Annahme von Anzeigen f. die idflconummcr NiS zum Nachmittag vorher ohnejedeVcrbindlichkeit

Seiienpreise:

für örtliche Anzeigen 25 M.,sür auswärtige 30 Pl^ für Reklamen Mk.l.-nebst 20',Teue- rungS-uschlag;Plat;vor- schrist 20 % Au'schlag. Hauptschri'tleiter: Aug. Goeg Verantwortlich für Politik: Aua. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für beu Auzetgeirtell: v. Bcd; sämtlich in Gießen

; 3 Märr. MTB.) Reuter. Lloyd :e aus dem Wales-Festessen in einer

London.

. waS angel

Berlin, 4. März. In der vergangenen -Lacht ist es an verschiedenen Stellender Stadt zu schweren Pobelexzessen gekommen und Mar, bevor irgendwie ein Einschreiten der Regierung Struppen stattgefunden hatte. Im Alexanderplatzviertel sind sämtliche Juwelen- und Goldwarenhand­lungen ausgeplündert worden. Von den Zeitungen sind nur wenige erschienen. Die S t r e i k l e i t u n g gibt ein Mitteilungs­blatt heraus, das an leitender Stelle den Streik als einen Protestgegen die ganze Jämmerlichkeit der jetzigen Regierung" zu rechtfertigen sucht.

Sehr schwere Ausschreitungen wer­den aus Lichtenberg gemeldet. Gegen UV* Uhr nachts wurde das Bureau 1 in der Müggelstraße von der tobenden Menge zu er­stürmen versucht. Die anwesenden Beamten hielten aber stand. Bei dem sich entspinnenden Feuergefecht wurde ein Wachtmeister getötet und zwei andere so schwer verletzt, daß sie be­reits ihren Wunden erlegen sind. Ein Ober­wachtmeister kam mit leichten Verletzungen da­von. Von den Angreifern sollen 7 bis 8 getö­tet bzw. verletzt sein. Am gestrigen späten Abend drangen drei Soldaten in die Räume des 'Reichsverbandes gegen die Sozialdemo­kratie, Dessauer Straße, ein, bedrohten den Kassenrendanten mit dem Revolver, banden ihn zwischen einen Stuhl und einen Tisch fest und raubten 39 893.50 Mark.

Berlin, 4. März. DieFreiheit" und dieRote Fahne" sind militä­risch besetzt und infolgedessen heute mor­gen nicht erschienen.

Die 2trcifforbcrnngcn.

wirtschaftlichen Verhältnisse Deutschlands, bor allem in der Arbeiterklasse öertwilt, bi; Deutschland Mr Verzweiflung treiben und be­dauerliche Ausschreitungen verursaäx. In | Deutschland herrsche fast absoluter Atangel an| unentbehrlichen Lebensmitteln und ebne entsetz- liche Sterblichkeit besonders unter Kindern, alten Leuten und schwangeren Frauen. Es drohe ein moralischer Zusammenbruch, der ein anardMfcfc^ Chaos Mr Folge haben würde, and das nickst nur für das deutsckst Volk. Wenn die assoziierten Re­gierungen sofort Lebensmittel nad> Deutschland schickten so sei dies.nicht nur ein Gebot deck MenschLicksteit, deren S.inrme durch den Kriegs­lärm allMlange erstickt worden sei, sondern auch ein.Gebot verständiger Politik. Tas Telegramm schließt mit den Worten: ^,,Wrr ap­pellieren vertrauensvoll an die fozialistisckien Par­teien aller Länder, daß sie alle.Kräfte ansprrmren, damit ihre Regierung Maßregeln Mr Verhin­derung des vollstmwigen Zusammenbruches des deutschen Volkes treffen, was für ganz Europa verhängnisvolle Folgen haben würde."

gäbe des Flugblattes beauftragt.

Die Nachmittagssitzung wurde Mm großen Teil ausg füllt durch eine Rede v-n Laase über das Programm und die Taktik der Partei. Tie Tendenz seiner Rede ging dahin, scharf gegen die sozialdemokratische Partei Stellung zu nehmen, aber auch nach links keinerlei Lvckttittv zu machen. Er protestierte unter dem Beifall des Parteitages dagegen, daß die Arkuterräte, oioeit sie auf dem Boden der fomrmiuuitrn unb Spartakisten stehen, heute in der,Roten Fahim zum Generalstreik aufrufen. Seine

programmatischen Forderungen formuliert er in folgender Weise:

1 Völlige Auflösung des alten Heeres. Sofortige Auflösung eines durch Freiwillige ge­bildeten Söldnerheeres. Errickstung en«r Volks­wehr von Personen, die mindestens 24 Jahre alt und seit mindestens einem Jahr politisch und gewerkschaftlich organisiert sind.

2. Ausbau der bestehenden Ar bei ter rate und ihre Verankerung in der Verfassung. Wahl der Arbeiterräte .als Vertreter der werkt atiaen Bevölkerung nach demokratischen Grundsätzen. Pe- riodisck)es Zusammentreten von Delegierten der Arbeiterräte Deutschlands zu einem Kongreß. Mi^ Wirkung der Arbeiterrüte bei der Staats- und Selbstvenvoltung, Kontrolle der Behörden, das Reckst, Gesetze vorzuschlagen unb die von der ge­setzgebenden Versammlung beschlossenen Gesetze ab» zulehnen. Jin Falle der Ablehunnng entscheidet endgültig eine Volksabstimmung. MitNnr- fung der Arbeiterräte bei der Betriebsführung! und bei der Turckstührnug der Vergesellsck-aftung

der Produktionsmittel. , . .

3. Tie Vergesellschaftung der kapita­listischen Unternehmungen ist sofort in An­griff zu nehmen, in erster Linie auf dem Gebiete des Bernaues und der Enevgieerzaugung (Kohlen, Wasserkraft, Elektrizität), der konzen- trierten Eisen- und Stahlproduktion unb werter entwickelter Großindustrie. Großgrundbentz und große F-oisten sind in gesellschaftliches Eigentum überzuführen. , p

4 Einfiihrung eines Monopvls f ü r In­serate und Uebcrtragung an die kommunalen Verbände.

5. Tie den Kriegswitwen und -Wai­sen sowie Verletzten gemachten Versprah- ungcTt sind in vollem Umfange M erfüllen. Len Wohnungsbedürftigen sind überflüsnge Raume der Besitzenden zur Benutzung zu über­geben. ,

6. Ter während des Krieges gesckmfsene Ver­mögenszuwachs ist vollständig M ver­steuern. Von allen größeren Vermögen ist ein Teil an den Staat abzuführen. Im übrigen ftnd die ^Ausgaben durch steigende Vermögens-, Ein­kommen- und Erbsckmstssteuern zu decken.

7. Trennung von Staat und Kirche und Trennung von Kirche und Schule, öffentliche Einhcitssckmle mit weltlichem Charakter, die nach sozialistisch-pädagogisch.n Grundsätzen aus-ugeita.- ten ist. Ansprrtch jedes Kindes auf bic fer.icn Fähigkeiten entsprechende Ausbildung und Bereit- ftelhmg der dazu erforderlichen Mittel.

8. Wahl aller Behörden und Rich­ter durch das Volk. m ,

9 Erstellung rreundschaftlicher Beziehungen zu allen Nationen, sofortige Aufitahnie derdiplo- matischest Beziehungen zur ruß'ischea Arveüo»

Deutsche Nationalversammlung.

20. Sitzung.

Dienstag den 4. März 1919, nachm. 3 Uhr.

Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung nach 3V-« Uhr. Ans der Tagesordnung stehen zu- näckstt Ans ragen. ,,

Abg. Dr. Kahl (D. Vpt.) fragt, welche Schritte die Reichsregierung unternommen hat, um die sofortige Befreiung der zu Unrecht vom Feinde strafrechtlich zur Verantwortung gezogenen ober verurteilten deutschen Werkleiter zu bewir­ken die während des Krieges von der deutschoi Heeresverwaltung in den besetzten Gebieten Bel­giens und Nordfrankreichs Jndustriematertal an- gekauft haben Darunter soll sich auch der Lmtten­de sitzer Robert Röchling befinden, der zu einer Zuclsthausstrafe von 7 Jahren verurteilt sei., , Ein Reglerungskommickar erwidert, baß bei den Alliierten mehrfach Einspruch gegen die Ver­haftung erhoben wurde, ein endgültiger Bescheid sei bisher nickst erfolgt.

Abg. Arnstadt und Gen. fragen, was die Regierung zur Beseitigung des Papier man- gelö für die deutsch Presse Mn tmll.

WLickMnrrschaftsminister SB-if fcL; <6qe bei

terpellation.

Schluß 6 Uhr 10 Mm.

Zur Geschichte unserer wassenftttlstands- angebotr.

Berlin, 3. März. (WTD.) 3n einer m de, Blättern veröffentlichten Unterredung hat General Luden dorff sich auch über die Entstehung des beut* schen Waffenstillstand sangebots vom Dh- I tobet 1918 geäußert. In diesen Aeußerungen^ ist zunächst von allergrößtem Wette das Geständnis des Generals, daß er selber vom Spätsommer 1918: ab mit aller Kraft für einen Friedensschluß ein* trat. Damit wird von berufener Seite festgestellt, daß die Oberste Heeresleitung selbst es gewesen ist, die die Initiative zu unserem letzten Friedensschtttt ergriff.

Was die Geschichte des Waffenstillstandes im einzelnen bekifft, so sind auf Grund einer dem. nächst erscheinenden amtlichen Denkschrift drei Stadien in ihr zu entscheiden: 1. Ende September unb in den ersten Tagen bes Oktober brängte General Ludendorff auf sofortige Herausgabe eines Fttedensangebots. Man möge nicht erst bis 3ur; Bildung einer neuen Regierung warten, die sich Der* zögern könne, heute halte die Truppe noch, wir seien noch in einer würdigen Lage, es könne ab ex jeden Augenblick der Durchbruch erfolgen. (3m Auftrage Ludendorffs ergangene Telegramme der Legattonsräte v. (Brunau und v. ßersner aus dem Großen Hauptquartier vom 1. Oktobers General Ludendorff erklärte mir, daß unser Ange, bot sofort von Berlin aus nach Washington, wettergehen muffe. Achtundvierzig Stunden könne- die Armee nicht noch märten; er bäte, alles zu tun, damit bas Angebot auch auf bie allerschnellste Weiss durchkäme." (Telegramm des Legationsrats v. Lers- ner am gleichen läge.) Daraufhin würbe bekannt» lich unter bem inneren Widerstreben bes Prinzen Mux das Friedensangebot in Verbindung mit bem Waffen« * stillstandsangebot erläge». '

zurückkehrt. ,, , _ . .__,

Abg. Ohler (Tcutsch-amtl. Dp-)

die Rcichsregierung tun wolle, um dem -Um an Düngemitteln abzuhelfen

Reichsminister Schmidt: .Die ReickBregiL^ rnng ist bemüht, von den Alliierten ixte ^rcigabc der Produktion aus dem besetzten Gebiet zu er­langen und tut auch sonst alles in ihrer Macht

Seite gehabt haben. ,.. 0

Abg. Haa se: Die Akte der Willkür häufen sich in einem Mäße, wie wir es unter dem alben Regiment niemals .erlebt haben. Am 28 Fcbr. ist 'der Präsi)ent der Republik Oldenburg, Jxnuffc Kuhnt, auf Anordnung angeblich von Nvske (Zu­ruf : Nieder mit Noske) bcrlyiftet motfxnr, als er atts einer Sitzung des Ministeriums kam.

Klara Zetkin: Ich habe 111.IM gegen bie Absendung von Prvtesd-Telegrmnmeir, glaube aber, daß man dieser Regierung eine zu große Ehre erweist, wenn man ihr einen Protest emreccht. (Lebhafte Zustimmung.) Wir müssen aber außer­dem ein Flugblatt herausgcben, das wir in Millionen von Exemplaren unter die Ma,fen wer­fen damit das Volk erkennt, daß die Regung Eberts I von Kapitalishm-Gnaden imendlich md blutbesudelter ist, als die Regierung Wilhelms 11. Es wird dann die Zentralleittmg mit bet Details-

Der Generalstreik in Berlin.

Die Groß-Berliner Arbeiterräte haben den Generalstreik beschlossen, ohne vorher be­stimmte Forderungen aufbestellt zu haben; erst nachträglich hat man sich über solche ge­einigt. Es handelt sich also um ehre politische Bewegung, was auch auf dem Parteitag der Unabhängigen, der gegenwärtig in der Reichs- Hauptstadt tagt, offen zum Ausdruck gebracht warben ist. Wie weit die Unabhängiben in Berlin an Boden gewonnen haben, läßt sich noch nicht recht ersehen, aber in ihren eigenen Reihen sind radikale Elemente, bie am lieb­sten noch eine eigne, gesonderte Gruppe bilden und sich trennen mikf) ten von denen, die an Verständigungsverhandlungen mit den Mehr­heitssozialisten denken. Frau Zietz war eine Vertreterin dieses Standpunktes. Nun wird die Partei Scheidemcmns wieder in eine schwierige Lage kom­men. Soll sie um die Seelen der gemäßig­ten Unabhängigen werben unb demgemäß vor- lichtige Verständigungspolitik machen, oder soll sie es auf bie Machtprobe ankommen las­sen? Der Vorsitzende der Unabhängigen,Haase, hat auf dem Berliner Parteitag gestern For­derungen formuliert, besten die Regierung Eberl-Scheidemann schwerlich eine lichte Seite abgewinnen kann. Ueberwachung der Natio­nalversammlung durch bie Räte, Befugnis dieser Räte, selbst Gesetzesvorlagen zu machen

- wer, dem Demokratie nicht bloß ein leeres Wort ist, tonnte sich darauf einlassen? Haase ist in der inneren Politik das, was Foch in der auswärtigen ist: er setzt die Schraube ohne 5nbe an. Auch die endgültigenVolksabstim­mungen", die er sich aufs Programm geschrie­ben hat, wären nur dünne Zwischenaktsvor­hänge. Es steht bisher noch nicht fest, ob Haases Richtlinien die volle Zustimmung des Parteitages finden werden. Die Lage wird so ernst, daß, wie die neuesten Reden englischer Minister beweisen, auch das gegnerische und neutrale Ausland aufzumerken beginnt.

sichen

Abg. Stresernann >(D. Bp.): Was der Vorredner erstrebt, ist eigentlich der vollkommen versassungslose Zustand. Eins zieht sich durch alle unsere Verhandlung als Kernpunkt: das Problem' Preußen-Deutschland. Da hört man immer wieder die heftigsten Angriffe gegen Preu­ßen. gegen die Sonderrechte der süddeutschen Staa-

George sagte aus dem Wales-M einer Rede zugunsten der T s ch e ch 0 - S l v w a I e n , er wi.se nicht, ob dieses eine Gelegenheit lei, den kleinen Nationen ein id a r n en des Wo r t zuzu- rufen er tue es aber als ihr wahrer Frmrnd. Jetzt' wo sie einen großen, txrrtoirrcnben und W verblendenden Erfolg errungen hätten zeige sich bie Neigung sich über die Grenzen ihrer urajN I o*-.., Knalls mlszüdehnen und Gebiete zu annekttcr-n ten aber ist man viel zurückhaltender bie ilnen nid« gehörten, und l>erauszufinden, dasz EinhettsstaM mit Provmzen unmöglich lst, w bleibt ihr Land viel besser und größer sein würde, wenn nur mogttch bie Aufrechterhaltung der -bunves iie das grtvünschte Stück Lmrd, das von entern Maten, denen man aber die Möglichst zur Ent Volk versck i ebener Rasse und verschiedener Reli- Hat tun g ihrer Eigenart geben muß. Aur dteLvs- ciion verschiedener Sprache uub verschiedener Tra- lösung innerhalb^reußens heitzt es. WtderslLht Wr bewohm^^^e Rsäßen. T^r Geist der den Anfängen.. Man laste Preußen wie es ft Ervanfi0n beqimic sie zu beherrschen. Dies! seine Hegemonie ist nickst mehr vorhanden. ^>ch sti^ttn verhängnisvoller Irrtum, den ein großes vermisse in der Abfassung eine Bestrntmmtg zum. ober kleines dolt begehen könne. Heute und für Schutz der ^euftchen nn Auslande, da m den alle Zeiten beruhe ihre Straft darauf, die Freiheit nächsten Jahren viele TeuticAand verlassen müH ber eigenen Natwn zu sichern. Er hoffe, inner- sen. Weiter vermissen imr Besttmmungen übest halb 48^Stunden in Paris zu sein, und die Frie- das Recht auf Bildung und dmsbonfi-renr zu einer baldigen Lösung zu bringen, das -siedelungswesen. Der Gedanke emer svjmlm ^Amsterdam 3 März (WTB.) DemTe- Parlamentärsrerung schemt mrr durchmis erwa- legraaf" zufolge erhärte Churchili rnfUttter=- genswert: aber^sesb^sw^che Parlmn^

' daß die Zeit gekommen sei, um Deutsch- dürfte ferne rwllzlehende ^walt land die Friedens Bedingungen schlleumgst hätte ^r vorbereitende Atberten zu lerstm.D^ aufzuerlegen. Nachdem diese Bedrngungen ango- Vorstufe da'-»' Üt vrellerchl dre Arbetts^memschast. nommen seien, könne mit der Versorgung Teutsch- zwischen GrvßrndusMe , -

lands begonnen werden. Mcchsmrnrster Dr. Da v c d. Ich ha^ MS

London, 3. Marz (WTB.) Im Unter- der Debatte den Eindruck gewonnen, als obman Haus erklärte Churchill in seiner Siebe wer- über der Kritik das Große, Gute unb Wertvollst ter: Deutschland sei dem Verhungern vergißt, das uns drese Verfassung brmgt Dre nabe und drohe zusammenzubrrchon. Jetzt sei I rtstublikauische Staatsform, drc i^rrn stitgelccft: der Augenblick zur Tat gekommen. Wenn Deutsch- wird, ist doch feuc Kleuugkert. Wrr haben die land die ihm auferlegten Bedingrmgen a-ngenom- demokratische Republrk. in der bie lwchte Staats- men höbe könne die Verproviantierung' gewalt beim Volke liegt, und un)cr Wahlrecht und die Versorgung mit Rvhmateria- ist demokratischer als in irgendeinem anderen lic n beginnen Lande. Jetzt erst hat die Regrtruim die volle

«... «hrtrfhtitrt h<.f balländttiüen antwortlichkeit vor bem Volk. Jetzt erst habrtl Eine Kundgebung der youanotflyen eine u^rlliche Reichsregierung. Ich freue mich, Eoziallsteu. bafe im allgemeinen in der Nationalversammlung.

Amsterdam, 4. März. (WTB.) Die Lei- ein Zug zu einer mögliM mettgehmden Verein- tung der holländischen sozial de mokra- heitlichung und starken Zentralgewalt des Reichs > tischen Arbeiterpartei richtet-e an die so- zum Ausdruck gekommen ist. Aus der Arbeit erdomo-- ziachmvrratt'chm Parteien in England, Frank- kralle ruht der starke Zusammenhalt des Reichs, reich Italien unb Belgien ein vom Vorsitzenden! Es ist allerdings notwendig daß neben der voll- Blraen und dem Sekretär Matthpsen unterzcich- tischicn Demokratie nun auch die wirtschstluhe chren netes Telegramm in dem sie auf die unchltbarnii (Änzug hält, die auch im Verfaisungswen rn ver- - - - » ankern ist. Aber bet Sozialismus darf den Men-

jäten nicht mit Maschinengewehren aufgezwungen norden Hier hat das deutsch Volk eine national* Weltmission zu erfüllen, sich selbst zum Heil.und anderen Göttern zum Vorbild. (Lebhafter Beiiall.)j Die Verfassungsvorlage wird an einen Aus-, schütz von 28 Mitgliedern Oertvicieii.

Rackste Sitzung Mittwoch 3'/i Uhr. Polenin-

Abg.' Henke (llnabh): Ter. kapitalistisch Charakter der Verfassung zeigt sich dann, daß Ent-« eignungen nur gegen Entschädigungen -ul a>sig sein sollen. Die Arbeiter sehen in ix-m aügw meinen Wahlrecht nicht ein Mittel,das sie von allem Elend befreien könnte. Sie wichen Beiseres,. um ihre Interessen wahrzunehmen Die Arbntev> inid Soldatenräte fordern mit allem Nachruck,! daß dem Rätesystem auch in der Lerchs,ung stur Recht wird. Tas Rätesystem bedeutet das Ende des Parlamentarismus. Erst wenn bie Arbeiter sehen, daß dem Uebel au die Wurzel yyangrrf i wird, werden sie zufrieden fein. Sic werden vor­übergehend niedergeschlagen werden können, wer­den aber mit immer größerer Kraft wieder aup

auf den ZechenHamburg" (Sinnen) unb Franziska" (Bitten) die Belegschaften heute erneut in ben Ausstand getreten. Tie Gesamtzahl der Ausstänbigen beläuft sich auf 5438 Mann.

Der Parteitag der Unabhängigen.

Berlin, 3. März. Die gestern abgebrochene Aussprache über die Organisation unb Agitation wurde heute fortgesetzt. Es kam eine große Reihe von Rednern zu Worte, die BeiÄoerden über die Parteileitung zum Ausdruck brachten Be­sonders beschäftigte matt sich mit der sozialistischen Jugendbewegung. _ , ,

Abg. Bück mann erklärte: Ich hatte erwar­tet, daß die Vornmrfe gegen die Leitung belfer begründet gewesen wären. Besonders von den Berlinern hätte .ich erwartet, daß sie hübsch sllllgeblieben wären. (Beichll, Unruhe und große Bewegung.) Dreiviertel unserer Zeit Haden wir gebrauckst, um bie Dummheiten imeber gmzu- machen bie die Berliner verbrochen haben. (Gro­ßer Lärm, Rust bei den Berlinern: Unerhört, Gemeinheit!) Wir haben gedacht, durch unicm Eintritt in die Regierung die Gegenrevolution der Rechtssozialisten verhindern zu können. Der schlimmste Fehler war die versthlte Pollnk unserer Genossen auf dem Räteboncpeß durch ihre Ab­stinenz. Hätten wir damals die Regierungsgeschaste übernommen, baitn würden wir sofort die oberste Heereslcituiig bescillgt, eine vollständige Teino- bilisallvn durck>geführt und bannt alle ^oldaten- räte und alle revolutionären (Elemente auf unserer

«publik und zu Polen. Wiedertzerstrllmig der Ar- beüeciiitemationale auf dem Boden einer grund­sätzlichen Politik.

Berlin, 4. März. Heule oonrnttag erftattete Kautsky einen mehrstündigen Bericht über die Berner Konferenz. Nach Kautsky sprach Frau Zetkin, die mit scharfen Worten die Ausführungen des Vor­redners über die ganze Negierungspolitik der Un­abhängigen verdammte. Sie sagte: So schmerzlich es ist, wir kommen nicht darüber hinweg, einen scharfen Trennungsstrich zwischen rechts und links m unserer Partei zu ziehen. t

Dr.Dreitscheid feierte die Diktatur der Arbeiter. räte als das Mittel zur wahren Demokratie. Ditt. mann ist derselben Meinung. Das ewige Geschrei nach Einigung schädige nur die Partei. Blau (Gera) trat für Verständigung nach Links, aber auch nach Rechts ein. Barth ist der Meinung, daß nichts im­stande sei, die Diktatur des «Proletariats aufzuhalten Kuhnert (Halle): Mit einer Minderheit läßt sich auf die Dauer das Rätesystem gegen die Masse mcht hal. ten. Nach einigen weiteren Rednern wurde die Be> sprechung auf morgen vertagt.

Lloyd George und Churchill für baldigen Frieden.

friedigende PaPirrversvrgmig

bann möglich sein, wenn bas deutsche Dirtstbasts- leben wieder einigermaßen in geortmete Vahüten

Das Mitteilungsblatt der Streikleitung teilt bie politischen Forberungen der Strei­kenden in folgender Formulierung mit: 1. An­erkennung der A.- unb S.-R.äte, 2. sofortige Durchführung der Hamburgek Punkte, bie Kommaiidogewalt betreffend, 3. Freilassung aller politischen Gefangenen, insbesondere Freilassung des Genossen Ledebour, Nieder­schlagung aller politischen Prozesse, Aufhe­bung der Militärgerichtsbarkeit, Verweisung aller militärischen Vergehen an die Zivilge­richte, insbesondere sofortige Aufhebung aller militärischen Standgerichte, sofortige Verhaf­tung aller Personen, die an politischen Mor­den beteiligt waren, 4. sofortige Bildung einer revolutionären Arbeiterwehr, 5. sofortige Aus- lüsung aller durch Werbung zustande gekom­menen Freiwilligen-Verbände, 6. sofortige Anknüpfung der politischen und wirtschaft­lichen Beziehungen zur Sowjetregierung Ruß­lands.

Der Streif in Mitteldeutschland.

Aus dem Jndusttiegcbiet.

Essen, 4. März. Auf den ZechenMa­thias Sllnnes 1, 2. 3 und 4" unbVereinigte LLolheim" ist der Streik beendet, dagegen sind