Ausgabe 
4.12.1919
 
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SwiMngsr-nddruSu. Verlag: SrShl'jche Univ.-Vach- u. SltiRÖrndtrti «.Lange. Schristleilung. Seschästrstelle -.Druckerei- Schnlftr.?.

liehen Randbemerkungen nnd gegen ihre miß-1 w-angetestet ES. beld-be em °lleStil«> fr-Hnrftfirf** Ausnutzuna ftebt a B. in heu vagenüos Recht, nwnlich das Rech, der R^icrung, btaumluye Ausnutzung ,reyiz. -h txid gesamte Doll $u schLl«i und tljre Macht gegen

Erinnerungen bc3 Großadmirals v. P y bi? £>erbrrü'Timg eines Krieges LNMwendcn. Die

(Eine (Ertlarung Uautskqr

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demWallenstein" zu gebrauchen,was plan­los ist geschehen, wettsehend, planvoll ihm zusanrmenschmieden, uitb was der Zorn und was der frohe Mut rhn sprechen ließ im Ueberfluß des Herzens, zu künstlichem Ge-

Berlin, 3. Dez. (WTB.) Die Vertre­tung der bodenständigen B e v ö lke- rung des o st preußischen Abstim­mungsgebietes drahtete an die eng­lische, französische und italienische Mrlttar- mission in Berlin folgenden Protest: Pol­nische Zeitungen berichten übereinstimmend, daß von polnischer Seite der Generalsuper- intendeut Bursche als polnischer B^treter bei der internationalen Kommission, die die

Lin Protest aus dem ostpreutzischen Abstimmungsgebiet.

Washington, LresscbuvcLU Radio Botschaft an den

(Eine Veschrverdenste der Entente gegen deutsche miütäriiche Matznahmen.

Berlin, 3. De». (WTB.) Dem deutschen Vertreter in Paris ist folgende Rote der alliiertem und assoziierten Regie­rungen vom 1. Dezember zugegangcn:

Alle bis heute entgangenen Nachrichten be­sagen übereinstimmend, daß die deutsche Ne­gierung seit einiger Zeit die Entwicklung v.yrtx

Weltmärkte ausdebtten. >

Laut Reuter erklärte Wilson im Kongreß ferner, daß der Friedmsvertcag später in einer besonderen Botschaft besprochen werde. Wilson,gab dann allgemeine Ratschläge für die Bekämpfung der unruhigen Stimmung in Der Arbe'.terwelt und des Radikalismus sowie dec ZnrückfLrrimg des Lebens der Ration aus die Friedensgrundlage. Außerdem empfiehlt Wilson eine Neuregelung der Zölle. Weiter müßten die Vereinigten Staaten die Einfuhr erleichtern, wenn sie die Aus­fuhr, für die Europa jetzt nicht in Gold zatzlen könne, beizubehalten wünschten. Fn der Botschaft werden alle Bestrebungm der Arbeiter in wmpathr- scher Weise besprochen. Zum Schlüsse richtete Wil­son an alle, die die Reformen durch Unordnung! und Revolution zu stören suchen, ein Wort ernster Mahnung. '

Eine amerikanische Körperschaft zur Finanzierung der Ausfuhr.

Washington, 4. Dez. (WTB.) Das Repräsentantenhaus hat den Gesetzentwurf angenommen, in dem die Bildung einer amerikanischen Korporation zur Finanzierung der Ausfuhr gutge- yeißen wird.

zu lesen: .

Es ist zu befürchten, daß viele, die ihre Pllicht, gegen den Ka >i -etts' in.sluß zu kämpfen, toäirre.i) der ganzen Re^ie.mlgS>it 11.

unerfüllt gelassen Haden, sich jetzt mit um io größerem Eifer k<ccauf logen nvi-fecn, drs gmze alte RegierungSsys-em I)inter,Ixr zu verbimmen. Dabei iriirrten vermutlich &e EniicrlidKn R>mb- bemerkmigcn eine Rolle spielen, der.m Zayl un­übersehbar ist, da der Kaiser gern den Mar- ginals'.ü s«nner Vorfahren verwendet hat. um nun aber den geschickt! illien Wert oix-r Unwert dreier inti> ähnlich.r Äugen blicksduibgebun gen zu können, muß man den Kaiser fel)r genau ge­kannt l/aaen.9Lut meme Randbemerkungen darf man mich nicht fesllegen," hat er selber geäußert. Ter Kaiser setzte stets voraus, diß serne vevmr- wörtlichen Ratgeber seine Aeußerungen prusten und daß sic das dauernd Bedeutsame von bloßen StimmnngSäußerungen zu untcrfckseiden vermöck- ten. Im allgemeinen nahm auch der Kaiser be­

gründete Einwendungen an."

Dhln muß man wünschcki, daß das Buch Kantski)s so rasch als möglich auch der deut­schen Leserschaft zugänglich gemacht wird. Es ist zu erwarten, das; Kautsip und seine Mit­schuldigen zur Verantwortung gezogen werden.

Berlin, 3. Dez. (WTB.) Die deut­schen Dokumente über den Kriegsaus­bruch werden am 10. Dezember veröffentlicht.

Fleißner - Dresden sprach im Sinne her Gemäßigten und zitierte Radek als Schwurzengen, erzielte aber, wie alle Redner der gleichen Rich-

Hnnabme von Änjeigcn f. die iagetnununet bt3 zum Nocdmiltag vorher, prefi fflr \ mm höhe für 2tn ifiqen o.34mm ckreiti Örili o 15 ISt, au-wäits 18 Pt., für Reklamen von 70 mm Breite 48Pf. nebft 2V*/, 2euevuitfl5- juidilag. Bei Platz- Dorfdtrih20*/ A'istUilag. Hauvtschri'tleiler: Aug, Goeg. Beramworrllch füt Politik: A»,q. Goey: für den übrigen reib Dt Reuiholi) Zenz; für den Anzecgeiueü: H. Beck; sämtlich in Gießen.

Ur. 284

Ter rietzever Änzelgn erscheint lagkick, außer Sonn- und Feiertags.

vezoyspr«-:

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postfcheälonto:

Sranffurt a. M. 11686

Der Parteitag der llnabhSugigeu.

Leipzig 3. Dez. DLn mig-Berlin er­öffnete die Aussprache über Parteiprogramm und Taktik. In der Partei sei eine große Zahl von Reformsozialisten. Man müsse aber etn unzwer- deutiges Bekenntnis zum revolutionären Sozialis­mus fordern und die Anschauungen Ströbels über Weltrevolution und Völkerbund zurückwersen. DaS Rätesystem müsse die Produktionsmittel zum all­gemeinen Besitz machen und die alten Parlaments-- kartenhäuser Hinwegsegen. Auch das anwkrattsche Gewerkschaftssyftem fei zu beseitigen. . \

Seger- Leipzig sprach für die gemäßigte Richtung. Das Rätesystem sei nicht das Allheil­mittel. Es gäbe größere Komnrumsten als Dau- mig und die Kommunisten. Es sei unerhört, sich für die jetzt beliebte Farm der Diktatur des Prole­tariats auf Marx zu berufen.

Ein Vertreter aus Baden wandte sich gegen Seger. Was trenne die U. S. P. noch von der kommunistischen Partei? Man müsse nach rechts und links auf Grund des Aktwnspwgrmnms ver­handeln. Oe l sn er-Dalle: Man könne mtt der Diktatur nicht warten, bis der letzte Arbeiter hinter einem stehe.

Diß mann-Frankfurt: Das Mtwnspw- gramm müsse den MenrungsverschieoenlLiten em K madxi D-S SBetriebSrätegefeB M- ben herrschenden Klassen zum Teufel im Leibe werden. Komme die zweite Revo­lution, so müßten die Bleigewichte der A rb e i - ter röte, die der U. S. P. die erste Revolution versaut hatten, beiseite bleiben.

Cohn-Berlin: Wir solle sich eine Neve- lution der Minderheit behaupten können? Doch irur durch eine Diktatur der Mmderlint, die von Gewalttat zu Gewalttat schreüen müsse. (Wider­spruch.)

Everding-Berlin: Solange die Dittarur des Proletariats nicht eingesührt werben könne, müßten Demokratie und Republik mit allen Mit­ten verteidigt werden.

bL* Herbeisülwung ----- -------

im Völkerbund nicker gelegten, die Arbeiterfragen betreffenden Grundsätze böten den Weg gaint Irre den uno zur Versöhnung in der ^nbuftric. Au einer anderen Stelle der Wilsonbot chast lxitzt es: Die neue Welt, in der wir leben, ist voller Hoss- irurtg?n und Aussichten für das amerikanische Ge­schäft, wenn wir nur die Vorteile, b-tc sich uns birfcm, ergreifen. Der Krieg hat unserer Llbge- sandertlxit ein Eicke bereitet und uns eine ernst» Pflicht und Veraittworinng übertragen. Ter £mn= bet der Bereinigten Staaten muß sich auf die

Au» dem Neiche.

Tie Neuwahlen zum Reichstag.

B e r l i n, 3. Dez. Von zuständiger Seite wird mitgeteilt, daß die Neuwahlen zum Reichstag für den April 1920 in Aus­sicht genommen sind.

Mackensen in Berlin.

Berlin, 3. Der. (WTB.) GeneralfeL- marschall von Mackensen ist Heu« vormittag auf dem Anhalter Bahnhof ängetrossen In sein« IBe-gleitung befanden sich zwei feiner Söhne und Adjutanten imb Offiziere fernes Stabes, darunter Oberst von Scknoartzkoppen. Ms der Zug in die festlich geschmückte Hallo einfuhr, fDielte bec Musik den Armeemarsch. Unter brausenden Hurrarufen betrat der gvoiso Heerführer den Bahnstria, wo sich zu ferner offiziellen Begrüßung in Bev- tretung des Reichswchrminifters Ge- neralvonSeeckt, der im rumänischen Feldzug Mackensens Genoralstabschef war, und freie hohe Offiziere eingestellt hatten. Ueberschinbet von Blu^ men und begleitet von einer tridjtgebräu fiten Men­schenmenge schritt Mackensen die Front der Ehren- kompogn« ab. Unter Hoch- und Hurrarufen und den Klängen des LiedesDeutschland, Deutsch­land über alles" begab sich der Feldmarschall zu einem ^mbiß in den Wartesaal. Nach kur­zem Aufentt-alt setzte er feine Fahrt über den Sdtt- tincr Bahnhof nach dem Familiengut ferner Ge­mahlin Groß-Jannowitz *bci Lauenburg in Pom­mern fort. Eine taufendköpsige Menge vor dem Bahnhof wartete vergeblich am ihn.

Berlin, 3. Dez. Die vorWeitige Veröffentlichung der im Auswärtigen Amt über die Krieasursachen vorhan­denen Akten in ocr von Kautsky ge­wählten Form hat starke Erregung in weiten Krisen hervorgerufen, denn man sieht tn diesem Vorgehen einen Vertrauensbruch. Nunmehr nimmt Kautsky imVorwärts" zu der Angelegenheit Stellung.

Er meint, es bedürfe mancherlei der Klarstel- hntg, aber es dürfe nicht das leiseste Mißtrauen gegen seine persönliche Ehrenhafti-keit aufkommen Dann stellt Kautski) fest, daß er alle Abmachungen über das Erscheinen seines Buches int Auslande feinem Verleger Paul Cassirer überlassen habe Er habe diesem jedoch folgende Beschran- Lngen auserlegt: Mein Buch darf in Deutichland nicht vor den offiziellen Akten erscheinen, ente Uebersetzung darf im Auslmtde nicht früher herauskommen als das Original in Deutschland. Rdan wird fragen, fährt Kauttckp fort. warum ich überhaupt an ein so frühes Er­scheinen einer Uebersetzung dachte. Dies geichab aus folgender Erwägung: Sobald die onweten Akten und mein Buch veröffentlicht, sind, werden die sensationellen Partien daraus wort tu alle A>«lt tLenaphiert iverden. Mein Buch wird dann tm Ausland in zerstückelten und tenben.uöfen Aus­züge» bekannt. Mir liegt aber daran, daß es ^13 Publikum in ferner Gesamtheit zu G? tcht be- tammc. Aus demselben Grunde haben auch Hmdsn- burg und Ludendorff da'ür gesorgt, datz ihre Bücl^r über den Krieg gleichartig ut deutscher und englischer Sprache erschiennt, ebemso ^.trpttz. Das ist letzt allgemein Usus. Was aber die guten Geschäfte anbelanat, die dabei gemacht werden, so waren die meinen zu denen der deutichen Heroen wie eine Mans zu einem Elefanten, wenn man bei mir überhaupt von Geschäften reden kann. Mein Verleger weiß bts zur Stunde noch nicht, unter welchen Be­dingungen sein Vertreter mtt den ausländischen Verlegern abge­schlossen bat. Der defolete Zustand des brtes- lick^n mtb des telegraphischen Verkehrs macht heute jede rasche Klarstellung unmöglich. Daher und barm auch wegen des immer wieder erneuten Hinausschiebens des Erscheinens der amtltchen Akten, das zuerst für Ende Oktober, dann für Anfang November angekündigt war, wurde ttwtz aller Gegen maßregeln meines Verlegers jene un­glückselige Durchbrechung unseres Arrangements herbeigeführt, die die Ueber­setzung in England und Holland früher erscheinen lies; als das Original. Ohne unser Wisen, sehr gegen unseren Willen und auch gegen unser beider- seiiiges Interesse. Nach meiner lieber zeug ung hat mein Verleger jede notwendige Vorsichtsmaßregel angewendet. Es ist ja klar, daß die großen seeli- sck>en Widerstände, auf die mein Buch in Deutsch­land zu rechnen hatte, unendlich verstärkt wurden, meint die (ieicr es zuerst als Produkt des Feindes­landes nnd mir in Auszügen kennen lernten, die seine Zusammenhänge und seine Begründungen weglasseu. Für mein Buch wurde damit die feind­seligste Sttmimmg geschaffen, ehe es noch in die Hände der Leser kam. Sie werden es mit vorgefaß­ten Meinungen auinehmen. Meine Sache ist da­durch schwer geschädigt. Sehr gegen unseren Willen hat dieTimes" das Spiel des Grafen Reventlow gespielt. Es ist geradezu sinnlos, anzunei>men, dahinter stecke nicht die Tücke des Objekts, sondern eine von mir ersonnene niederträchtige

militärischen Streitkräfte Dorberti» tet und verwirklicht. Außer der Reichswehr werden unter dem NamenSicher he i t s po- l i z e i" stehende Streitkräfte geschaffen, die sämt­liche Kennzeichen und den Wert auserwä^trr Streitkräfte hrben. Diese Streitkräfte werden von Stäben befehligt und verwaltet, die aus mili­tärischem Personal zusammengesetzt sind. Diese Formationen fritien ivnoch, objck-vn sie dem Mi­nisterium des Jmtern unterstellt sind, einen Csa- vakter, der ihrer angeblichen Bestimmung als Polizei widerspricht. Ihre Aufstellung verstößt > fegen Artikel 162 des Friedens vertrag'? s. Lbußer- xmt bildet Deutschland unter dem NamenZ e i t- r e i ro iII i0 e" und Einwohnerwehr Reserven, die Kontroll Versammlungen und militärischen Uebmtgen unterworfen unv mit Waffen- und Mu- nisatiorlslagerit versehen sind. Die Organisationen leben mit der Gesamtheit der militärischen Be- timinungen, namentlich mit Artikel 1.8 des Ver­trags in Widerspruch. Die alliierten und as so­ziierten Regieritngen machen schon jetzt darauf auf­merksam, bau diese dem Geiste und dem Wortlaut des Vertrags zuwiderlansenden Maßnahmen als Absicht der deutschen Regierung, den Vertrag nicht auszuführen, aufgelegt werden fonrem. Sie for­dern infolgedessen die deutsche Regierung auf, dte vorbezeichneten Maßnahmen unverzüglich msszu- vben, jWenfalls aber so, daß mit der Jnkrast- setzung des Vertrags die sogenannten Poltzeitrup- txm aus die im Vertrag vorgesehene Starke herab» gemindert werden und eine ihrem CHaratter als Orts- und Gemeindepolizei entsprechende VeZas- fung erhalten, und Stöbe, die über dre tm Ver­trage vorgesehene Zahl ti.Es gefd^j-m sind, so­wie die Reserveorganisationen aufgelöst werden.

Genehmiren Sie ufro. gez. Clemenceau.

Zu der Note ist folgendes zu bemerken: Es ist nicht rutressend, daß das Deutsche Reich eine Ent­wicklung seiner fnilttärtschen Streitkräfte vvr- b er eitet im Gegenteil ist die Zurücksuhrung der Hceresstärke auf die in Art. 133 Abs. 2dcs Fri-e- densvertrages zunächst vorgesehene Mag von 200 000 Mann, wie allgemein bekannt in vollem Gange. Daß sich die^ Zmtralpolizetbchorden der einzelnen Länder im Laufe des Jahres angesicht der bedrohlichen inneren Verhaltni se Deutschlands gcnöhgt sehen,.durch dte Aus­stellung von Sicherheitsvolizci, Einwohnerwehren und 3eitfTcinnIIigen besondere Einrichtungen zur Ausiechterhaltung der össentltchen Ordnung zu tresfer ist nicht nur Gegenstand der öffentlichen C-rsL^gss°Ä>m. auchder Entente b»ettS°°t Mvnaten offiziell nntgrtixlt »vord^t. Zu enter von deutscher Seite angeregten Besprechung der Einzelsragen ist cs bislser zum Bedauern der deut­schen Regierung nickst gekommen. Die Frage, uv wieweit die getroffenen Einrichtungen mtt dem Frickensvertrag im Widerspruch stelstn toa.« nach deutscher Auffassung nickst der Fall ist, nriä jÄwnfalls nach Ersetzung der un Friede,^ vertrag vorgesehenen Kontrollkommisswn gemäß den Urschriften des Vertrages llarzustellen sein. Es wäre mir erwünscht, wenn Besprechungen dar­über schon frü^r stattfanden.

Machenschaft.

Es bleibt aber dabei, daß Kautsky un­verantwortlich leicksisinnia gehandelt hat. Ob er etwas verdienen wollte und wieviel er verdient, kann außer Betracht bleiben: Die Tatsache schon, daß er auf Grund oer noch nicht veröffentlichten Akten eine Privatarbeit mit tendenziösem Beigeschmack anfertigte, ist ein Mißbrauch des ihm eingeräumten Ver­trauens. Für die Verwendung oiefer Privat­arbeit im Auslande bleibt er verantwortlich, soviel er jetzt auch reden mag. Jede Be­nützung seinerFeststellungen" und Samm­lungen mußte Sache der Regierung, des ge­samten Kabinetts, sein, und jein Vorgehen in einer für das deutsche Volk so wicKigen Sache ist schlimmer als kaum ein anderer ^xllritt des früheren .persönlichen Regimen­tes". Sck)ließlich hat auch die Regierung an dem Mißbrauch, der -mit oen Akten ge­trieben worden ist, ein starkes Stück Verant­wortung zu tragen, denn sie hatte die Staats­geheimnisse zu hüten, mußte besser darüber Wachen und Vorsichtsmaßregeln treffen.

Wie weil Kautskhs Arbeit überhaupt die Tatsachen sprechen läßt und ihnen Rechnung tragt, darüber kann man, so lange man sie nicht in vollem Umfange Pennt, schwer ein abschließendes Urteil fallen. In den Blät­tern werden Mlcnstücke mitRandbemer- kungen des Kaisers veröffentlicht, und diese Randbemerkungen ^ino aus den ersten Blick hin häufig recht anfechtbar. Aber man darf dem Herrscher nicht, um ein Wort aus

Erster Blatt 169. Jahrgang Donnerstag, 4- Dezember M9

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Der Masuren- und Ermländerbund, der mit u6er 200 000 Mitgliedern fast 80 Prozent sämtlicher Abstimmungsberechtigten itmfaßt, protestiert gegen Bursches Zulassung im Ab­stimmungsgebiet, da er seit Jahrzehnten in Masuren eine großpolnische Agitation be­trieb, jetzt an der Spitze eines von der pol­nischen Ziegierung ins Leben gerufenen masu­rischen Komitees in Warschau^ steht und die polnische Agitation in Ostpreußen leitet. Der Masuren- und Ermländerbund, der alle fried- und ordnungliebenden Elemente des Abstim­mungsgebietes in sich schließt, sieht bei einem eventuellen Aufenthalt Bursck;es den ruhigen Verlauf der Absttmmung gefährdet, weil Bur­sche durch die heftige Sprache in seinen in Masuren verbreiteten Aufrufen das nationale Empfinden der Masuren verletzte. Schon jetzt ist überall im Abstimmungsgebiet, wo die Mitteilungen der polnischen Presse über Bursches Abordnung bekannt wurden, eine leidenschaftliche Entrüstung aufgeglüht. Der Masuren- und Ennländerbund hält es außer­dem für seine Pflicht, aus die polnischerseits inszenierte groteske Komödie mit feierlichen Empfängen fogenannter Masuren- und Erm- länderabordnungen durch polnijd)e Behörden aufmerksam zu machen, da diese als Vertre­ter der Abstimmungsgebiete ausgesprochenen Leute Teilnehmer an Warschauer Agitatoren­kursen sind und sich unbefugt als Verttet«' bodenständigen Bevölkerung ausgeben.

Verzweiflung in Wien.

i. Kopenhagen, 4. Dez. (Priv.-Tel.) Politiken" melbet aus Wien: Die wirt- chaftliche Sage, die drohende Finanzkata- trophe und die Vvllkonnnene Unmöglichkeit, )ie Ernährungs- und Kohlenfrage zu lösen, hat in österreichischen Regierungskreisen eine verzweifelte Stimmung erweckt. Das Kabinett erwä g t ernstlich den Gedanken, zu­rückzutreten und dem Ober st enRat die Staatsverwaltung zu überge­ben unter dem Hinweis, daß Oesterreich keine Existenzmöglich­keit mehr habe.

Berhandlnngen mit den fremden Gesandten.

Wien, 3. Dez. (WTB.) In der Konfe­renz des Staatskanzlers und der Staatssekretäre der wirtschaftlichen Ressorts mit den Vertretern Frank­reichs Englands, Amerikas, Ita­liens und Japans richtete der Staatsmnzler an die Gesandten die Bitte, ihre Regierungen und die Friedenskonferenz um eine Antnwrt auf fol­gende Fragen zu ersuchen: L Ist die Friedenskon- ferens geneigt, uns einen Tag zwilchen Dem 10. und 15. Dezember zu bestimmen, an dem der Staatskanzler und die beteiligten Staatssekretäre persönlich ihre Bitten vorbringen könnten, um eine unmittelbare Entscheidung zu erreichen? 2 Steht die Erledigung wenigstens der Kredttsrage ohnedies schon in den nächsten Tagen bevor, so daß eine diesbezügliche mündliche Vorbrmgung tn Paris entfallen könnte? In der Konferenz erklärte der Staatssekretär für Volksernährnng sofortige Hjlfe durch Zuschub von Getreide für einen Mo- ruttsbedarf von 50 000 Tonnen, ferner die Ge­währung eines Valutakredits, sowie die Bereit­stellung des enorderlichen Frachtraums für un­bedingt erforderlich. Die Gesandten Altze und Marguis Toretta erklärten,^ daß Jtalten mtt oer Verschiffung von 10000 Toi^ nen bereits begonnen habe imb daß eine günstige Entscheidung über die Verschiffung weiterer 20 000 Tonnen Getreide m kürzester Zett M erwarten sei. Tie Bozahbmg dieser Getrcibe- mengen iverde aus dem Rest des letzten Kredites von 4 Milliarden Dollars erfolgen. Der Staats- stckretätz für Handel und Gewerbe schiDette die trost­lose Kohrenlage Ter Ge'andte Alize teilte den Beschluß des Obersten Rates mit, daß 2o0000 Tonnen KMni monatlich aus Oberschlessen an Oesterreich zu liefern seien. Ferner habe die fron- Mschc Regierung 3000 Waggons der ttchecho- slowalisch.".'.: RLtzierung zarr Sicherung der ÄDlinv transporw an Oesterreich zur VersüsiMg gestellt.

w-b- ihm »ereinenmS'efne Klage furchtbar «tonäf «.er de f fc r u ng in Oschreu^n ^uberri. Äser« EÄdruck. (Fr7M

draus bereiten, dagegen er verstummen I i ber Lase d-r Arbeiterwelt. <5x Ersehen sei. --------

ymB'-. Zur richtigen Muchignnz der kaiser-166rte. tcä Ra^t des (fcadrea sian Streik Mabe1 ten und durchguknyren a w