Int und die Tatkraft der bcutfdjen Industrie, trotz aller Schwierigkeiten rtncbcr vorwärts zti fonrmcn, spricht dieüberausstarkeBeschickunq der Frankfurter Messe. Besotiders erfreulich ist öS aber, daß auch zahlreiche ausländische Aussteller bctontmen sind, die bannt den Willen bekunden, die Völker wieder im wÄtwirtsebaftlichen Verkehr lntb ft» geineinsaurer Kulturarbeit zu verbindet,
Wir wissen ja alle. bah es den Männern des Wirtschaftslebens in erster Linie Vorbehalten sein wird, die öcskbnngen von Volk zu Volk wieder an- ßukmlown imb zu festigen. Tie Völker sind wirt- schastllch auseinander mtgennrsen. Wirtschaftliche Notwendlgkctten lasten sich aus die Tauer nicht vergewaltigen. Deutschland ist bereit, bei der gemeinsamen Wiederaufrichtung des VölkerverkchrSnachKräften mitzuhelfen und seine Wirtschaftspolitik darauf ernzufrellen. ,'cinrmt
Aus Hessen.
Aus dem Finanzausschuß.
Darmstadt, 3. Okt. Der Finanzausschuß der Volkskammer überwies eine weitere Anzahl von Eingaben verschiedener Beamtenvereinigungen der Zte- gierung a(5 Material für die kommende Neuregelung der Gehaltsordnung. Der in einer dieser Eingaben (Verband der Gehilfen bei den hessischen Dezirkskasten) gestellte Antrag auf Einführung von Fachprüsungen gab dem Ausschuß Anlaß, der Regierung die allgemeine Einführung von Fachprüfungen zu empfehlen. — Die Regierungsvorlage betr. Ausführung des Gesetzes über die Reichsfinanzverwaltung tourte gutge heißen Ein Antrag Osann (D. B.) hierzu, daß die hestischen Beamten, die vom Reiche übernommen würden, den Reichsbeamten gleichgestellt werten müßten, aber nicht schlechter gestellt werten dürften, als seither, tvird durch die Rcgierungs- erklärmtg, daß die Rechte der Beamten von ihr gewahrt worden seien, für erledigt erklärt. — Das Landesarbeit s- und Wirtschaftsamt teilt im Auftrag des Gesamtministeriums mit, daß ne bewilligten Kredite für Erwerbslosen- ürsorge und Notstandsarbeiten beträchtlich überschritten werten mußten und sucht um Ge- nehmiMMg der Uebersckreitimgen nach, nm die mit dem Reich und den Gemeinten vereinbarten Maßnahmen durchführen zu können. Sie werten genehmigt, doch wird dabei der Wunsch ausgesprochen, die Regierung möge beim Reich darauf dringen, daß die Schaffung eines Arbeitsfürsorge- gesetzes beschleunigt werde. Einem Antrag Roß (Soz.s über die Erhöhung ter P f leg esätze für Waisenkinder um 100 PrvMtt wird mit Zu- timmung des Antragstellers die Form gegeben, daß inskünftig die Reichssätze für Kriegerwaisen in Ansatz gebracht werden sollen. — Ein Antrag Herbert u. Knoll (Zentr.) über die Aende- rung des Gesetzes tetr, die Fürsorgekasse der Gemeind« beamten wird zurückgestellt, da die Regierung mitteilen kann, daß ein Gesetzentwurf, der die Wünsche der Angestellten berücksichtigt, herefts fertiggestellt ist. — Schließlich wird eine Regierungsvorlage bezüglich Kvedittewil- ligung für bauliche Aenderungen zur Ausnützung des Friedberger Schlosses gut geheißen. — Nächste Sitzung am kommenden Mittwoch.
Lbrrt auf drr $rantfurter Messe.
Frankfurt a.,M., 3. Okt.
Nach einer eingehenden Besichtigung der Meß- baulichkciten und Aus stände nahm ter Reichspräsident an einem Festessen teil, bei dem Oberbürgermeister Voigt sollenden Willkommensgruß entbot:
In Ihrer Person verkörpert sich das staatliche Leben des neu gestalteten deutschen Bctter- lantes. Auf Ihnen in ganz tefamterem Maße drückt und lastet die Verantwortung für die künftige Entwickelung und die Sorge um die weiteren Schicksale unseres schwerbeladenen Volkes. Des- lyal L ist es uns F-rankfurtern Herzenssache, Ihnen zu wünschen, daß Sie Eines hier erleben möchten, 'was einem Deutschen jetzt so selten vergönnt ist, nämlich Freute! Einen besseren Willkommens- gruß hätten wir nicht als den Ausdruck der Hoffnung, daß das, was Sie hier in Frankfurt sehen. Ihnen eine «hte, starke Freude bereiten möchte. Nicht ein Erzeugnis unruhiger Konkurrenz und eitler Reklamesucht ist unser Unternehmen, s»on- bent in erster Reihe soll eS ein Bekenntnis sein, zu dem, was nach den starken, aufmunternden Worten, die Sie, Herr Präsident, zu unserem Volke gespvtelien haben, uns allein retten kann: Da« Bekenntnis zur Artest, die Freute und ter Mut zur Arbeit — drei Tinge, die wir Deutsch' durch kein Schicksal uns nehmen lassen wollen. Der gefährliche Gedanke, daß man soziale Frucht' pflücken könne, ehe sie gereift sind, scheint der Erkenntnis zu weichen, daß ter Baum, an dem dies: Früchte wachsen, noch erst gepflegt werdm muß, cfx er tragen kann. Wir wollen zeigen, daß wir nichts mehr und selmsüchtiger wünschen, als friedliche Arbeit. Wete uns, nxnui wir unter ter Last tes Unglücks vergessen, was wir sind und was wir können. So ist das, was wir Frankfurter unter frommen haben, und was von der Reicköregierung in so Verständnisvoller, dankenswerter Weise gt- förtert worden ist, ein ernster Schritt, dem tede folgen mögen, hier und anderwärts.
RestÜSpräsideist Ebert hielt folgende ?ln- sprache: Haben Sie vielen Dank für Ihren überaus freundlichen Willkommntgruß, den ick auf tes Allcrherzlichfte eriviterc Frankfurt toar immer eine ter schaffensfrendig, den Städte. Ick) besuche heute urm zweiten Male in kurzer Zeit eine d e u tch e M e s s e, und wie vor wenigen Wochen in Leipzig, so tritt mir auch diesmal tes eindrucksvolle Bild eines wieder erwachenden, lebendigen Wirtscdaftsg«rri,'tes entgegen. Für den ernsten Wil-
Art» Stadt und Land.
Gießen, den 4. Okt. 1919.
Der Postwagen Gießen—Alten-Vuseck von seinem Kutscher ausgeplündert.
Der Postwagen, der die Post Gießen — Wieseck — Alten-Buseck vermittelt, wurde gestern vormittag herrenlos im Schiffenterger Tal aufgefunden. Inhalt tes Wagens und Kutscher waren verschwunden. Es unterliegt somit keinem Zweifel, daß ter Po stwagen vo n seinem Lenker ausgeraubt wurde. Der Täter normte sich Otto Metzke und war erst seit einigen Tagen bei Lohnkutscher Huhn, der bekanntlich auch Posthalter ist, tätig.
Metzke ist am 29. April 1892 geboren, Ostpreuße, von mittlerer Größe, hat dunkelblondes Haar und kleinen Schnurrbart. An ter rechten Haloseite hat er eine Narbe, von einer Berwim- dung herrührend. Er war mit einem dunklen
litten wirtschaftlichen Wettbewerb der Völker teilzunehmen, wird Deutschland der Weg sunt Wirtschaftsleben der Völker versperrt, dann unterbindet man seine Lebensader, dann hindert man es auch an der Erfüllung der ihm auferlegten Bedingungen. Tie Friedensbedingun g e^'wingen uns, bis zur äußersten Grenze ter ^^gslauf- opfenmg zu gehen. Wir wollen den BedrrMngen loyal gerecht werden, aber die Notwendigkeiten unseres Lebens muß man uns lassen, damit wir arbeiten können. Bor allem müssen wir unsere Arbests- iäl;igfeit wieder erlangen können. Unerläßlich zur xxbimg der Arbeitsleistung uweres Volkes ist die Förderung der Einfuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen. Wir brauchen auch Hilfe bei der Ordnung unseres zerrütt.'den Gelte oerketes. Das müfsen unsere früher:n Gegner: ernteten. Deshalb wende ich nrich bftonders an unsere ausländischen G ä ste. Sie, mein- Herren, aus fremden Ländern, sagen Sie bitte Ihren^Landsleuten, daß wir mit ten Mitteln tun Wiederaufbau der Welt Mitwirken werten, die Sie hier aut ter Frankfurter Räesse in Warengeststt vcrkörven vor sich sehen: Mit deutscher Tücktigkstt und Fleiß, mit der hohen Qualität deutscher Ar test. Helsen Sie uns als Vermittler, vor allem ater helfen Sie uns als Dolmetscher urrs.'rer auP richttgen Absichten. Dann wird durch die Frankfurter Messe ein neuer St rin dem mäckstigen Bau- .-nerf der Bölkergemesttschaft ring:fügt werten, das auirurichtM unser und unserer Ämter Lebms- üiteit fern wird.
letariatj" yerausgeg ebenes Blatt tiertxreben, worin die Arbeiterschaft auf die Barrikaden gerufen und zum blutigen Bürgerkrieg aufgefordert wird. Es wird dadurch bewiesen, daß es sich bei der jetzigen Streikbewegung mir um eine Nkaskierung der kommunistisch een Ziele handelt.
Der Seemannsstreik.
Hamburg, 4.Okl. 'WTB.) DreLage des Seemannsftreiks ist unverändert. Täglich finden Verhandlungen statt, ohne daß bisher ein ersprießliches Ergebnis erzielt worden ist.
Beihilfen für Postangestellte.
Berlin, 4. Okt. sWTB.) Der Retchs- postminister Giesberts teilte im Haus- haltsausi'chuß der Nationalversammlung nut, daß auch den Lohnanaeftellten bei der Reichspost eine Beschosfungs- beihtlfc gezahlt werden soll. Verheiratete erhallen 600 Mk., Ledige 400 Mk., Ämbcr 200 Mk.
Der dritte Band von Bismarcks „Gedanken und Erinnerungen".
Der Cottasche Verlag teilt uns mit, daß der dritte Band von Bismarcks Gedanken und Erinnerungen" vor Weihnachten erscheinen wird.
Die Vereinheitlichung der vertehrr.
Mü n ch ee n, 3. Okt. (WTB.) Der Reichsverkehrsminister Dr. Bell ist am Don rnerstag hier eingetroffen. Er hatte eine Konferenz mit dem bayerischen Verkehrs- miniftcr und empfing dann die Vertreter der Berkehrsbeamtenorgonisativnen, des Lunte tags und der Presse, vor benot er sein Programm zur Vereinheitlichung des Verkehrs entwickelte. An die Spitze des Programms stellte der Reichsvertehrsmrnister den Satz: iBerlehrseinheit mit weitgehender Dezentralisation. Bei der Durchführung der Ber- teinheitlichung werde auf die berechtigten Wünsche und die Eigenart der Länder und Stämme Deutschlands alle Rücksicht genommen werden. Es sei beabsichtigt, ab 1. April 1921 eine Oberste Zentraleisenbahnbehörde für Bayern in München ftu errichten. Diese Zentralbehörde, führte der Minister nach der „München-Augsburger Abendzeitung" aus, soll den großen Schatz Bayerns selbständig bertoalteir und in der Hauptsache aus Landeskindern zusammengesetzt sein. Sie soll "die oberste Instanz für die ihr unterstellten Angelegenheiten sein, so daß für diese Angelegenheiten die letzte Instanz, das Reichsverkehrsministerium, ausscheidet. Es sei selbstverständlich, daß alle Neuerungen, die sick in Bayern auf dem Ver- Lehrsgebiet bewährt haben, auf das Reich übernommen werden. — Der Reichsverkehrsminister ist am Donnerstag nach Berlin Auristk- gereist.
Rock und grauer Reithose, mit englischem Schnitt, bekleidet, trug einen weichen, grauen Filzhut mit schwarzem Band, Schnürschuhe, Wickelgamaschen, Stehkragen mit Ecken und einen Zwicker. Metzke wird übrigens von der hiesigen Kriminalpolizei bereits wegen Betrug gesucht. Er logierte sich Dor einiger Zeit tei einem Wirte im Schiffenbierger 4,a( als Chauffeur Otto Metzke ein. Er erbot sich, für seinen Logisherrn ein Paket mit Zigaretten im Werte von 417 Mark zur Post zu tragen. Als das Paket ankam, stellte sich heraus, daß es Salz enthielt. Da Meiste feit 27 September verschwunden ist, hat ec zweifellos die Fälschung auf dem Wege zur Post borgenonnnen.
Wie die Post in Wiesest mitteilt, wurden aus tem beraubten Postwagen folgende Gegen- st ä n de g e st o h l c n: Mehrere Aluminiumtöpfe und vier Destel, 144 Stück Aluminium Eßlöffel, em dunkelblaues. rotgesticktes Mantelkleid ans Leinen, zwei schwarzseidene Blusen, eine mit Tüll- emsatz, die andere glatt, eint weiße Batistbluse, beUblau geblümt, ehre weiht Kongrtßstosfbluse, roia und Ichwarz gestickt, eine weiße Leinenblnse bunt aemdt. eine weiße Leinen-Kittelblnse mit Ichwarzer Kreuzstichstickerei, drei weiße Lochstickerei- Hemden, Koller mit Achselschluß, ein wtißleinenes Hemd mit gestickter Spitze, Aerwel halbsang, zwei neue weiße Nachliackeii, mit E. Z. gezeichnet, ein Xsaar imwirie ^ttumpse, eine weißt Tantel- icoürze auS Batist mit Lochstickerei, drei weiß- -'.euickte Batisllr.'cheMiicher, ein silbernes P^len- telskettchen, in einem Kästchen, das auf ter Unterseite ten Vermerk trug: „Zum Geburtstage des Herrn Funk'^, ein Kästchen mit edier Talmy-Uhc- lrtte, ehre Brosche, ein silberner Freundschastsreif ein Delgemälte „Morgensonne" mit sch>var;em Rabmen, drei GlaStellercten, ein frfnvar^eibener Gürtel, b'au gefiidt mit Vergißmenmicht, ein -'an™n । ichirar'.'iidener Gürtel, eine größere Menae -riefe nunt a*ffr Deutschland die Mogttchkett, am. frictej Photvgraphien, zwei weil' Unterröde.
2er Wintevfahrplan.
Der Dinterfahrplan wird bekannllich ivegen dem lieber gang von der Sommerzeit zur westeuropäischen Seit im besetzten Gebiet erst am 5. Okwber eingeführt. Tie wichtigste Neuerung, fcte er bringt, i'htb itdenfalls die Tagesschnellzüge zwiscktm Berlin und Wien über Dresden und Prag. Eigenllich neue Züge für ten Winterfahrplan fahren sonst nid/t. Tie Aenderungen sind auch geringfügig. Von Bedeutung ist, daß eine Reihe von D-Zügen aus Berlin, Leipzig den lönrren. Arn wichtigsten find eigen!- lick, die Einschränkungen des Bertthrs, die in tem Wimerfahrplan bereits vorgesehen sind. Eine große Zahl von Schnellzügen und Personenzügen sind darin mit einem Punkt gekennzeichnet. Eine Bemerkung besagt, daß die Züge nur auf weiteres verkehren. Werden iveiterc Einschränkungen im Personenverkehr notwendig, so kommen diese Züge zuerst in Wegfall. Vor einer Reise wird es sich demnach empfehlen, sich zu überzeugen, daß die so gekennzeichneten Züge noch verkehren.
«
** Amtliche Pcrsonalna ch^ i cbte n. Am 25. Septeucher 1919 wurde ter Steuerern nehmet Heinrich Lautziu Gernsheim zum IVürn* sterialsektrtär tei tem Forswermefsungs- und Xaxations^urean ernannt. — Am 26. September 1919 nm^e: 1. Der Hauptstcu«amtskontrolleur i. R. Rechnungsrat Ludwig Hauschildzu Offenbach zum Zollinspektor beim Hauptsteueramt Offenbach: 2. ber Zollsekretär beim Hauptsttueramt Offenbach Heinrich Baupel, zur Zeit in Lauterbach, zum Oberzollkontrolleur bei einem Haupt fteueramt ernannt.
♦* Aenderuitg von Amtsbezeichnungen bei der Justiz. ^Ht Wirkung vom 17. September 1919 ab baten die mittleren Justiz teomten biente Amtsbezeicknungen zu führen: Tie »um Vrntereftungödiewt iiigdaifenen Gerichts- sstreiter-Afolranten: Zustizamvärter: die geprüften Gerrck tssch eiter-Asptranten; Iustizprakti-
[ an t; die Attuariats-Ass. tei den Staatsanwalt fdaften: 2 taa t sa nwalt scha f t s sekr e t ä t: die Gericltsfchreiber bei ten Kammern für Han- delssacken: Landgerichtssekretär: die Ak tun re tei ten Amtsgeristiten: Amts ge r richt s - Obersekretär,- die Aktuare tei der Staat4- annaltsdaft: Staatsanwalt schaf ts-
Dberfelretär: die Aktuare ((tericktslostenrevi loten' bei tem GeneralstaatsmUialt. O b e r sekr e- 1 ä r bei tem Generalstan tSamvalt; die Landgerichts-- refretlrt: Landgerichts-Obersekretär; die Oberlandesgetichtssekretäre: Obersekretär bei tem Oterlandesgerickt: die Rechner tei ten, Strafanstalten: Staats kassier. Für diese Jußizteantten ist als Vorbildung notwendig: Reife für die Prima nneS Gymrrasiums, Real gl)nmohumd oder einer Oberrealsckule, ferner das Absolvieren eines mindestens dreifährisen Vor teteitnngs- und Ausbddungskutfns in ten vet scftietenen Zweigen der Zustizvefwvllung. Mit Rücksicht auf die wegen allzustarken ^Indrangs seit 1906 geschlossene Laufbahn und da auch eine Anzahl dieser Beamten an das Ministerium der Finanzen für Steuetzwecke abgegeben werden muß, ist ein großer Mangel an Justizpraktikanten vorhanden. Ta nunmehr dir Saufbafm wieder eröffnet ist, bürste Leuten mit der entsprechenden Vorbildung die Laufbahn tefrmberS zu empfehlen fein.
** Aus dem Stadttheaterbureau. Ausdrücklich sei auf die Anzeige in dec heutigen Nummer hingewiesen, welche die Preise für die Abonnements bringt. Es sei besonders betont, daß bei den Preisen ein Zuschlag Vorbehalten ist, falls noch eine besondere Besteuerung (z. B. Billett oder Vergnügungssteuer) durch Gesetz beschlossen werden sollte. Die Zeit der Ausgabe der Abonnementsblocks wird noch bekannt gegeben. — Am Montag, 6. Oktober, von 10 bis 1 Uhr, ist die Theaterkasse für diejenigen Abonnenten geöffnet, die die gewünschten Plätze nicht erhalten konnten, damit sie in die Abonnementslisten Einsicht nehmen und gegebenenfalls andere Plätze belegen können. — Die Spielzeit beginnt am 11. Okt. mit Goethes „(£ g m o n t". Montag, 13. Okt., wird anläßlich des 6 0. Geburtstages von Alfred Bock dessen vieraktiges Schauspiel „Der Gy m nasial d i rekt or" gegeben, das seinerzeit viel aufgeführt worden ist, u. a. auch am Deutschen Theater in Berlin.
** Volkshochschule Gießen. Auf die Eröffnung des Wintersemesters 1919, die morgen Sonntag, 5. Okt., in dec dieueu Aula der Universität stattffndet, sei nochmals besonders hingewiesen. Sie ist öffentlich. Jedermann ist willkommen. Die Feier bildet den Äluftakt für die Arbeit, die am Montag, 6. Okt., in der Ober-Realschule (Eingang von der Stephanstraße) beginnt. Anmeldungen werden noch an den betr. Abenden vor den Vorträgen und Arbeits- gemenschaften angenommen. (Siehe Anzeige.)
*♦ Aufden Kammermusikabend tes Evangelifden Atteilerveterns, ber morgen abend im Markussaale, iVmiftrafee, ftattfinbet, >ei hiermit nochmals hingewiesen. Starten für bas Konzert, das jedermann yrgängtirfj ist, sind auch an bet Abendkasse zu haben.
*♦ Entwendet wurden vor einigen Tagen drei Tischdecken von einer Berastda in der Süd-Anlage.
♦♦ Tas Bezit ksko mmando ist wegen Verlegung vom 6. bis einschl. 11. d. Mts geschloffen. Es nrinb gebeten, in dieser Zeit nur in dringenden Angelegenheiten im Zimmer 130a tes Stabsgcbäutes der 3eugbaustafente vorzusprechen. Vom 12. d. Mts. ab tefmtet sich das Bezitks- kommcrndo im Stabsgebäute ter Zeughauskaserne, Landgras-Philwp-Plotz.
** Ermittelung ber O st- und West. prenhen, Lberschlesier unb Norbi'chleswiger Wit machen mir bie Bekanntmachung im Anzeigentell unseres heutigen Blattes aufmerksam.
** Fabrtabdieb stahl. Gestern wurde in hresiaer Stcüü ein noch fdit neues Fahrrad, Marke Torpedo, mit der Fabriknummer 218323, her Polizeinummer schwarzes G 2226, im Wette von 450 Mk., gestohlen. Bor Ankauf wird ge- itxmrt.
’* Zahlte a r ken Der StraßenbahL Die uns bie Direktion mit teilt, ist beabsichtigt in nächster Zeit die bisherigen Zahlmarken bet Straßenbahn durch andere zu ersetzen.
Höhere Margarinepreise. Durch die (Erhöhung des Weltmarktpreises für Lelrrüchte und das Sinken tes Markkurses sind auch die vom Reicbsaussckuß füt Oele unb Fette zur Herstellung von Margarine ober Speiieoleli eingekauftm Rob- stvfie fortaefetzt im Preise gestiegen. Decher können diese Rohstoffe zu ten bisherigen Preisen nicht mehr an die Fabriken abgegeben werten. Die tebäuerliche Folge ist, daß Margarine vom 1. Oktober 1919 ab nur zu einem etwa um bie Hälfte teueren Preise geliefert werden kamt. Auch diese Preis- erböbimg ist also eine notmenbige Folge ber noch allenthalben herrschenden 'Sltbeitsunlust, die es vet- binocet, daß wir durch Herstellung von Export- wate zu einer Verteuerung unserer Vclluta beitragen. Sollten die Berhälmisse lick nicht änbmi, so ist mü einer weiteren Verteuerung der Margarine zu rechnen.
♦* Ter Schleichhandel mit aus^ ländischen unbanderolierten Zigaretten. In letzter Zeit werden tm Schleichhandel unb auch öffentlich größere Mengen unversteuerter Zigaretten englischer, belgischer oder amerikanischer Herkunft angcboten 2a die Packungen dieser Zigaretten nicht mit den erforderlichen Steuerzeichen versehen find, verfallen sic nach der Ausnahmen nicht zulafsenden Vorschrift des § 23 Zig.-2t.-Ges. unter allen Umständen der Einziehung durch die Steuerbehörde ohne Rücksicht darauf, wem sie gehören und ob den Eigentümer oder eine andere Person ein Strafverfahren eingeleitet wird. Es muß daher vor dem Anlauf betartiger Zigaretten dringend gewarnt werden.
** Tie Sckwarz-Weiß-Lichtsv tele bringen ab beute bis Montag, 6 Okt., bas tenia- tions-Filmwerk „Die Tochter tes Senators" ein dramatisches Schon spiel in fünf Akten von Fritz Prochnewski. Tiefer Film ist reich an ioannenben. Szenen, u. a. Negercuifstond, Ueberfall usw Ort ter Handlung: Europa, Afrika und an Bord eines großen Lloyddampsers. Außertem wird noch bas dreiaktige Lustspiel gegeben „Tie wahre Liebe ist das nicht".
Landkreis Gießen.
Nord eck, 2. Okt. Am Sonnleg, 28. Sept hielt die Ortsgruppe Nordeck vom L r e . s z i e g e u zuckt der ein Marburg seit tem ürkege wi:ter bie erste Versannnlung ob, wozu alle Mitgliedir ericticnen. Es würben 3 neue Mitglieder in den Verein ausgenommen. Ter Vorstand rourte nm gewählt. Es wurde befdtofkn, die Samren-Ziegen-« Rein zücht wieder auf ten Standpmitt zu teing<m, wie vor tem Kriege. Em Witeplatz ist aud) tefd.aiit worden, denn die Erfahrung bat gezeigt, daß järntlicke Tiere, besoriters die Lämmn, sich dadurch besser entwickelten. Bisher mar?n schon sehr preiswerte Tiere in Zucht und Nutzm vorhanden. Man hofft, daß ter Zeit entsprechend sich noch viele Züchter dieser guten Sach? widmen.
LJ Lang-Göns, 4. Okt. Zu unserer, ter „Neuen Tageszeitung" in Friedberg entnommenen Notiz über die Böckelspende wird uns von Lang-Göns berichtigend mitgeteüt, daß der Herrn Böckel gelieferte Zwieback gegen Mehl umgetauscht Ivar.
Kreis Büdingen
na. Nidda, 3. Okt. Der seit Einrichtung ter Reichswehr hier gantifonicrtnte Brigade- ft a b hat Nidda am 1 Oktober verlassen und ist nach Staffel übergksietelt. Es bleibt jetzt nur noch als letzte» Rest ter alten Militärherrlichkeit bie Abwicklungsßellc des allen Felbart.^Rgts. Nr. 25 hier bestehen.
Kreis Alsfeld.
oz. A l s f e l b, 3. Okt. In ter letzten StabP vorstanbssitzung tourte mit geteilt, daß ber derzeitige Kvmmandant ter Bürgerwchr unb sein Stellvertreter von ihren Acmtern zurückgette- ten seien mit ter Begrünbung, baß bas andauernde Zurückgehen ter Teilnahme an den Appellen ein ordnungsmäßiges Zusammenwirken innerhalb der Wehr unmöglich mache: ohne Zwang sei die erforderliche Disziplin nicht aiifrechtzuerhallen. — Tie Verpachtung ft Abt. Grundstücke habe eine ganz außerordentliche Steigerung ter Pachtvreise ergeben. Der Erlös, der vor neun Jahren 695 Mk. betrug, ist jetzt bei ter gleichen Gesamtfläche auf 3827 Mk., also auf fast das Fünffache, gestiegen.
up. AusdemOhm1al,3. Okt. Tie Ka r- t of f clerntc neigt ihrem Ente zu. Man lara die Ernte als gut bezeichnen, namentlich bei fruchten Aeckern. In trockenen Lagen, wie auf brtf Bergen, sind die Knollen zwar rertfj an Zahl, aber im Umfang klein. Tie Trockenheit war für die Entwickelung ber Kartoffeln zu anhaltend. — In jüngster Zett mehren sich Krankheitsfälle unter den Sdilacktschweinen wie Ferkeln. Tie Schweine werten plötzlrdl krank unb verenden nach kurzer Zeit. Man meint, daß diese Erscheinung mit tem allzu trockenen Wuchs ter Kartoffeln zulammenhinge.
up. Mücke, 3. Okt. Aut ten Diesen bet Umgegend erscheint jetzt ter Champignon, obwohl dieser Pilz sonst nach ter Heuernte im ^iuni schon auf ten Wiesen zu sehen ist. Der Wald ist dagegen mxfj pilzleer: hier fehlt die FeuLtigkeit zur (Snt- nicttung.
up. Ulridifte i n, 2. Okt. Ter erste Vorttag von Professor Kinkel aus Gießen, der gestern im Saale des Pfannstielschen 'Gasthauses stott- sand, litt unter einem Mißverständnis, nvdurch der Vortragende gegen 4 Uhr nack mittags Her oben ankarn. Schon wollten die Zuhörer heini-' kehren, da sie vermeinten, ter Redner käme nidjt mehr, als bie Rackwitr cuttraf, daß «r gegen 7?2 Uhr auf Mücke eing^ttoffen. da er geglaubt hotte, mit diesem Zuge verbände sich die Autopost. Bon tem äußerst interejjanten Vortrag über Entstehung des Gottesbegrisies konnte der Redner mir die Einführung geben, die nun im näästen Vortrag.- ihre Fortsetzung finden soll.
ÄreiS Lauterbach
xi. Fris chborn, 3. Okt. Das Pu m pwerk unserer Wasserleitung ist öfters nicht betriebsfähig, da es an Benzol mangelt Dadurch ergeben sich für hie Bewohner große Unbequemlick- keiten. Es ffoll jetzt versucht werden, das Pumpwerk
*• Verkäufer von Z ünbwaren wer- mit Hilfe der Mühlen elektrisch zu treiben. Esjoird
den daraus ausmerksmn gemacht, daß sie ihre Be- auch die Versorgung b.-s OneS mit cLfniichem stände am 1. Oktober d. Is. b?i dem Hauptsteucr- Lickt durch die flstühlen erörtert, die nack Möglich- amt, Steuer amt ober Ortseinnehmerei, zur Nack-1 leit noch in diesem Winter zur Ausführung ftcitcr onztcmelden haben. kommen soll.


