rr. Schlitz, 2. Ott. Gestern abend brachten sämtliche diesigen Vereine unserem ncw^ewcihllm Bürgermeister Fritz N i e p o t h anläßlich seines Dienstantritts einen Fackelzug dar. Nachdem der Männergesaitgverein das Lied „Gott grüße dich" und dec Kirchengesangvercin „Laßt Jchvvah hoch erheben" -nm Vortrag gebracht hatten, hielt Pfarrer Knott eine Ansprache, in der er den neuen Bürgermeister des Vertrauens der Bürgerschaft versichert, woraus der (Gefeierte dankte mit dem Gelöbnis, allezeit der Stadt Bestes zu fördern. In einer sich anschließenden gemütlichen Zusammenkunft in der Brauerei Guntrum, wozu Herr Nie- porb die Teilnehmer an der Veranstaltung eingeladen hatte, feierte Pfarrer Boeckner den neuen Bürgermeister als Sohn unserer Gemeinde, pries die den Schlitzern besonders eigne Heimatliebe und schloß mit einem Hoch auf die Stadt, woraus die Versammelten das seinerzeit vom Kirchenrat Christian Diefsenbach gedichtete und hon Kern in Musik gesetzte „Schlitzer Nativ n a l l i e d: „Im meiten deutschen Reiche, da liegt ein Ctädtlein Hein" anstimmten. Nachdem noch der Verdienste des bisherigen Bürger meister- stellvertrctcrS, des Beigeordneten Zöller, gedacht worden war und dieser seinen Dank ausgesprochen hatte, nahm die Feier bei Gesangsvor- trägen der Vereine einen schönen und harmonischen Verlaus.
Starkenburg und Rheinhessen.
d . Bingen, 29. Sept. In der ergangenen Worte wurden in den Rotwein bauenden Gcrnar- sungcn die F r ühb u r g u nde r t rau b e n geerntet. Der Ertrag ist klein, die (Mite besser. In Ober-Ingelheim wurden 80—90 Grad Oechsl gezogen. Für den Zentner Trauben wurden 2'20 bis 230 Mk. erlöst. In Büdesheim stellte sich der Preis aus 200 Mk., in Dietersheim auf 220 Mk. Tie Portugieserlese hat ebenfalls eingesetzt. TaS Ergebnis entspricht einem halben bis Treiviertek Ertrag.
ch. Ober^Hilbersheim l Rheinhessen), 29. Sept. In einer dem Kpmmunalverband Mainz übermittelten Erklärung der hiesigen ^Landwirt: wenden diese sich gegen die gegenwärtige Prämien- geirährung für früher abgelieferte Frucht. Es wird verlangt, daß and} allen denen, die wegen verspäteter Fruchtreife, roegen nngetretenem Regen- Wetter oder Mangel an Dreschmaschinen den Ausdrusch ohne Verschulden mit Verspätung beiverk- shelligen mußten, die Prämie zugeteilt wird, sofern ihre Frucht sofort, spätestens innerhalb 14 Tagen nach dem Drusch dem Kommunalverband zur Verfügung gestellt oder dem Aufkäufer zur Lieferung Angeboten Ijobeit. Jede PrämiengMoährung wird im übrigen grundsätzlich verworfen und <nt deren Stelle wird das Verlangen nach höheren Frucht- pccisen gestellt. Falls die zuständigen Stellen die Erhöhung der Frachtpreise oder dre Erweiterung der Prämienzahlung nicht gewähren, dann werden dir Landwirte die Ablieferung von Frucht verweigern.
Kreis Wetzlar.
— Wetzlar, 3. Oft. Auf der Sophienhütte trurde der Arbeiter Karl Brinke durch die umher- sliegendrn Stücke einer zersprungenen Schmirgelscheibe getötet.
— Wetzlar, 3. Okt. Auf dem Heimweg von der Obsternte stürzte der Wagen des Bierbrauers Sand um und begrub das Ehepaar Sand unter fick'. Beide wurden später bewußtlos von Passanten ausgefunden und nadji dem Krankenhaus geschafft.
wa. Wetzlar, 4. Oft. In der Nächst vom Dienstag auf den Mittwoch machte ein Polizeibeamter die Wahrnehmung, daß das Obsthäuschen von Loh in der Bahnhofstraße erbrochen und ein Diebstahl verübt worden sei. Infolgedessen begab sich ein Beamter nach dem Bahnhosswarte- saal, um das Gepäck verdächtiger Reisender zu kontrollieren. Während er dieser Aufgabe oblag, sprangen drei in Feldgrau gekleidete Kerle unter Zurücklassung ihres Gepäcks aus den Fenstern des Wartesaales und entkamen. Einer von ihnen ließ auch seinen Hut (brauner Filzhut) zurück. Die Flüchtlinge waren junge Leute im Alter von vielleicht 20 Jahren und etwas darüber. Eine Durchsicht der zurückgebliebenen Gepäckstücke ergab, das; sie Lebensmittel, Wein und Spirituosen enthielten. Da Kaufmann Reeh in der Bannstvaße bald darauf einen Kellereinbruch meldete, konnte scstge- stellt werden, daß Wein und Spirituosen von dort herrührten. Das Entwendete konnte bis auf eine Flasche Wein, welche sich die Einbrecher zu Ge- müte geführt hatten, zurückgeaeben werden. Auch die Zitronen, welche aus dem Obsthäuschen stammten, kamen wieder in den Besitz ihres Eigentümers. Nock) nicht ermittelt sind di- Urbeber eines Ein- bruckjs in Niedergirmes, wobei ebenfalls Lebensmittel gestolstcn wurden. Die Gefäße, worin die Sachen enthalten gewesen waren, wurden int Felde gefunden. Auch ein Schaukasten des Warenhauses Frankfurt, der mittels NaMchlüssels geöffnet worden mar, wurde seines Inhalts beraubt. Die entwendeten Sackten (Korsetts und einige Kleidungsstückes haben einen Wert von über 70 Mark.
Hessen-Nassau.
Frankfurter Einbrecher.
— Frankfurt a. M., 3. Oft. Tie Einst r e ch e r z u n f t bat in der vergangenen Nacht in Frankfurter Wohnungen und Geschäften besonders reiche Beute gemacht. Es wurde unter anderem gestohlen: Aus einer Lcderhandlung in der Mainzer Landstraße für 150 000 Mk. Leder, aus einer Sckmeiderei in der Schifferstraße für 10 000 Mk. Anzüge, aus einem Lcbensmütelgesckflst in der Bergcrstraße für 10 000 Mk. Lebensmittel, aus einer Farbenfabrik an der Solmsttaße für 5000 Mark Fett, aus einem Zigarrcngeschäft der Kron- prinzcnslraße für 2500 Mk. Zigarren, aus einem Antogesckäft in der Mainzer Landstraße für 3000 Mart Benzol, aus dem Erfrischungsraum eines Theaters für 2000 Mk. Süßigkeiten, aus einem Zigarrengeschäft der Töngesgaste für 40 000 OTf. Zigarren und Zigaretten, aus einem KleidcrgesckM aut "der Zeil für 15 000 Mk. Stoffe, aus einer Eiscnhandlung in der Schnurgasse für 4000 Mk. Eisenwaren, aus einem Lebensmittelgeschäft in der Saalburgstraße für 10 000 Mk. Lebensmittel, aus einem llleideraeschäft in der Elbestraße für 15 000 Mark Kleiderstoffe. Auf der Messe plünderte ein Dieb einen Ledertoarenstand aus, der Verlust wird auf 15 000 Mk. geschätzt. Dabei lagen noch unzählige Anzeigen von Einbrüchen vor, bei denen der Wert der gestohlenen Waren weniger als 1000 Mark betrug.
= Fulda, 3. Okt. Ein Waggon mit 200 Ztr. Kartoffeln, der von einem Gutsbesitzer nach Wtes- baden verschoben werde nsollte, wurde von der Polizei beschlagnahmt.
)( Marburg, 3. Okt. Dem Universitäts- Professor Konsistorialrat D. Born Häuser wurde in Anerkennung seiner umfassenden Tätigt'it in der Militär-Seelsorge während der Kriegsjahre das Eiserne Kreuz am 'weitz-schwarzen Band verliehen.
)( Rauschenberg, 3 Okt. Heute begingen die Ehelaute Christian Wißner das Fest der goldenen Hochzeit.
vermischtes.
* ,Was alles in alter Zeit komponiert wurde. In frübrnnt Jahrhunderten war man ganz anderer Ansicht über zur Vertonung geeignete Gegenstände als in unserer vergeistigten Zeit. Etwa ein Zeitgenosse Dantes vertonte das Marktgeschrei seiner Vaterstadt, der französische Komponist Jeanneguin zu Anfang des 16. Jahrhunderts ließ in einer Motette die Pariser Blumenhändler und Milchverkäufer ihre Waren an- preisen, der Deutsche Johannes Eccard schilderte das Getümmel des Venezianer Marktes. Der große Münchener Meister Orlando di Sasso amüsierte seinen Herzog mit einer Motette, in der der Text „Die Juden hängen ihre Harfen an die Weiden" buchstabiert und immer sillren weise lote* berbolt wurde. Ein deutscher Kantor des 17. Jahrhunderts vertonte ein „Gespräch Doktor Martin Luthers mit einem erkrankten Studiosen" für vier Stimmen. Die zahlreichen Passioüskompositionen dieser Zeit verfehlten nie, a.'.ch die Ueberschriften, z. B. „es folgt die Geschichte vom Leiden des Erlösers nach dem Evangelisten Johannes" in Musik für den vollstimmigen Chor zu sttzen, wie man auch in den Klageliedern Jeremiae die hebräischen Verszählungsn mitsang. Der direkte Vorgänger Bachs als Leipziger Thomas-Kantor, Johann Ruhnau, bilbctc in einer Klaviersonote den Kanrpf Davids mit Goliath nach, wobei der Höhepunkt das Fliegen des Steins ans der Schlender war. DaS Merkwürdigste leistete aber der große französische Gambenvirtuose Marie Marais, ein Liebling Ludwigs XIV., der in einer mehrsätzigen Sonate eine Steinoperation in allen ihren Teilen vom Wetzen des Messers bis zum Wi-ä>er zu nahen ■brr BauckHecke schilderte und damit bei allen Pariser Kunstverständigen reichen Beifall fand. Karl von Dittersdorf, ber Komponist von „Doktor und Apotheker", verarbeitete die Metamorphosen des Ovid zu zwölf Pwgrammsymphonien.
* Die Energie des Atoms. Der große englifde Physiker Sir Oliver Lodge hat in einem Dortrag, den er bei der James Watt-Hundertjahrfeier in Birmingham hielt, die Möglichkeit der Verwertung einer neuen Energiequelle erörtert, die geradezu phantastische Ausblicke in die Entwicklung und Ausgestaltung unserer Welt eröffnet. Er ging von der Tatsache aus, daß die Quellen der Molekularenergie anfangen, Zeichen der Erschöpfung zu zeigen, und meinte, James Watt würde, wenn er heute lebte, seine Aufmerksamkeit der Entdeckung anderer Energiequellen zu- nenden. Eine solche ungeheure, uns freilich nvch unerreichbare Energiequelle liege in der Energich der Atome. Wenn diese in einem großen Maßstabe ausgenutzt werden könnte, so würde dies die Bedingamgen der Industrie außerordentlich verbessern. Es würde keinen Rauch und feinen Staub mehr geben. Tas Geheimnis dieser Kraft sei zum erstenmal in der Welt der Wissenschaft aufgetaucht
mit der Entdeckung der Radioaktivität. Die Wirkung des Radiums sei deshalb so erstaunlich erschienen, weil der Stofs scheinbar Energie ausstrahlte, ohne verbraucht zu werden. In Wahrheit wird der Stoff doch verbraucht, aber seine Verringerung ist so minimal und die abgegebene Kraft so bedeutend, daß der Irrtum begreiflich erschien. Die Wirtung des Radiums sei auf die (Energie der Atome zurückzuführen, und die in den Atomen aufgespeicherten Kräfte seien ungeheuer groß: sie seien in allen Formen der Materie enthalten, nicht nur in den radioaktiven Substanzen. Wenn ein Mittel gefunden würde, um diese Kräfte der Atome zu entbinden, bann würden unbegrenzte Kraftquellen freigemacht; man könnte die Pole austrocknen und die Sahara bewässern. Er hoffe, schloß Lodge, daß die Menschheit diese Entdeckung nickt machen würde, bevor sie an Verstand und Sittlichkeit reif genug geworden sei, um diese Kräfte richtig zu Demvnben, denn wenn eine solche Entdeckung vorzeitig gemacht würde, dann könne sie den Untergang unserer Well herbeiführen.
Büchertisch.
- In dem Büchlein „Anno 4 8" (brosch. 3 Mk. Verlag Braun & Schneider, München! haben wir eine reizende und geistreiche Sammlung von Revolutionsbildern aus der Zeit unserer Väter erhalten, die uns durch ihre treffende Art und den lünstlerischeit Wert der Auffassung von hohem Interesse ist. Gerade beute haben diese Blätter neuen Wert, weil dieselben Stürme hochgehender polittscher Erregung über uns Hinwegbrausen — und den nie fehlenden Humor der alten „Fliegenden Blätter", der aus dem Büchlein wieder zu uns spricht, empfinden wir gerade m heutiger schwerer Zeit als doppelte Wohltat. Vieles erscheint in einem milderen Licht, wenn wir das Büchlein mit zufriedenem Lächeln zu Ende studiert haben und sehen, daß auch den bittersten Zeitereignissen stets eine gute Sette abzugewinnen ist.
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Meteorologische Beobachtungen der Station Gictzen.
Datum
Temperatur der Luft
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkrit
Trad üer Brwül- kung in 3«tntel her sichlbarra Himmele fläche
Wetter
3. 10.
3. 10.
4. 10.
Höchste
Niedrig
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10.- lag:
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10
10
-12.2°,
- 8.9’,
1.0 mm
tags bedeckt Regen nachts bedeckt
4. 10. =10.9.
4. 10. = 10.1°
Letzte Nachrichten.
Der Aufruf der Rcid)$reaierung an die Truppen im Osten.
Berlin, 3. Okt. (WTB.) Tie Reichsregierung erließ an die Reichsdeutschen, die noch den im Baltikum stehenden Truppen verbänden angehören, einen Aufruf, der durch Korpsbefehl allgemein befanntgegeben wird:
Soldätenj! Ihr habt die letzte Note der Entente wegen der Räumung des Baltikums gelesen. Tarin ivird das deutsche Volk mit erneuter Blockade, mit der Sperrung aller Kredite und mtt der SSermeigerung der Nohstoffzufuhr bedroht. Tie militärischen Kreise der Entente drängen zu erneutem Vormarsch, der die Besetzung Frankfurts bringen soll: führende ftanzösische Blätter, wie der „Temps", verlangen die Inbesitznahme des Ruhrgebiets. Und all das, weil ein Test der Deut-
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sHen rn den balttschcn FrriwUligenkorps das fremde Land nicht verlassen wollen, weil sie entgegen den Befehlen der Regierung dort bleiben, obwohl durch diesen verbrechcrisckxm Eigensinn die lwchste Gefahr besteht, daß in Deutschland Millionen arbeitslos werden, das Elend noch höher steigt unb schließlich die mühsam, verhi-trdcrte Hungersnot setzt am Winteranfang doch noch ausbricht, nicht allein auf Ver- anlasiung der Entente, sondern burdi die Gehorsamsverweigerung der eigenen Landsleute. Tau sende gefährden das Leben und Gedeihen oon 60 Millionen! Am 20. Oktober., so melden die „Times", beginnt der mililärische Vormarsch, anr 1. November erfolgt die erneute Verhängung der Blockade.
Die Rei'chsregierung wendet sickr zum letzterr Mal direkt an das Gewissen und das landsmann- sckraftliche Gefülst der deutschen Soldaten im Bal- tifum. Sic hat nie verkannt, daß die deutschen Soldaten auf Versprechungen hin sich amverbcn ließen, die nickst gehalten wurden. Sie versteht das und hat das auch der Entente gegenüber zum Ausdruck gebracht, daß darüber unter ihnen Umville und Empörung herrschst. Aber jetzt steht unendlich höheres auf dem Spiel. Ein Volk verhungert und der Rest eines Volksvermögens verkommt, mmu im Laufe dieses Rkonats die deutschen Truppen nicht aus dem' Baltrkum abziehen Wer sich nicht mitschuldig am Ruin des eigenen Volkes machen toill, der fügd sich dieser eisernen Notwcrrdigkeit, der folgt bem' Befehl der Regienmg, der kehrt aus dem Lande zurück, in dem deutsche Soldaterr nichts mehr verloren haben. Die Regierung kann und darf int Interesse Deutschlands keinen Zweifel daran lassen, daß sie jedes ihr zu Gebote stehende Mtttel anrocnbai wird, um die Räumung des Baltikumo-! zu erzwingen. Aber sie hofft, dieser Apvell wirb genügen, um den deutschen Soldaten zu zeigen, daß es jetzt nicht mehr um die eigene Haut uno das eigene Interesse des eitrzelnen geht, sondern um das ganze Volk! Die Gegner haben die Blockade aufgehoben! An Euch ist es, zu verhindern, daß die Blockade, die mörderischer in unseren Reihen gehaust hat als alle anderen Kriegswaffen, wieder verbängt wird. Folgt dem Befehl zur Herinkehr)
Der Nachfolger des Generals v. d. Goltz.
Berlin, 4. Okt. Zum Nachfolger des nach s eutschland zurückkehrenden Generals Grafen von o c r Goltz ist natfi dem „Berl. Lokal-Anz." der Komtnandeur der 20. Reichswehr-Brigade, öx« iiexa' v. Eberhardt, crnatntf roarbeit. Er hat den Befehl, die Räumung Kurlands und Litauens durch die deutschen Truppen zu Ende zu führen.
Die neuen Ministcrernennungcn.
Berlin, 3. Okt. (WTB.i Auf Vorschlag des Reichskanzlers berief der Reichspräsident auf Grund des Artikels 53 der Verfassung Reicks- Minister a. D. Schiffer zum Reichsminister, der Justiz, Oberbürgermeister K o ch-Cassel zuw/ Reichs- Nnntster des Jrmern und betraute Schiffer zugleich mit der Vertretung des Rcick)skanzlers. Tie Besetzung des nen zu bildenden Ministeriums für den Wiederaufbau erfolgt voraussichtlich in deir allernächsten Tagen. Minister Dr. David wird der Reick>sreaierung als Minister ohne Porten fcuille angeboren.
Erzberger über den Antisemitismus.
Vern, 3. Okt. (WTB.) Reichsministcr E r z - berger erllärte dem Herausgeber der jüdisck)eu Pressezenttale in Zürich, er verurteile die antu semitische L>etze, die in gewissen Kreisen in Deutschland betrieben werde. Die Bewegung gebe von chauvinistischen Kreisen aus, um eine Ablenkung für ihre Schuld zu suchen. Die demokratische Re- gicTung sei in der Bekämpfung des Antisemitismus einig. Pogrome hätten in Deutschland keinen Platz. Den von den Zionisten in Palästina verfolgten Bestrebungen stehe die Regierung sympathisch gegenüber.
Dreiwöchige Schnellzugsperre in Ostdeutschland.
Berlin, 3. Ott. Vom 12. Oktober ab wird der gesamte Schnellzugsverkehr auf den östlich der Linie Dresden-Berlin-St-ettin gel'g«' nen Strecken bis zum 2. November e i n - gestellt.
Der neue Bischof von Strastburg.
Straßburg, 3. Okt. (WTB.) Der frühere Bischof Ruck von Nancy hat die Nachfolgerschaft des verstorbenen Bischofs Fritz er in Straßburg rrunmehr angetreten. Ein Attentat gegen den Zentralvollzugsausschutz der Kominunistenpartei in Moskau.
Stockholm, 4. Okt. Nach einer Depesche ans Helsingfors wurde gegen den Zentral- Voll z u g s an ssch u ß der Kommunisten- Partei m Moskau ein Terroristenatten- t a t verübt. Es sollen dabei gegen 40 hervorragende Bolschewisten verletzt worden sein. Ferner wurde eine Verschwörung von Mitgliedern der de- mokrattschen Zentrumspartei entdeckt, die mit D> ntkins Armee in Verbindung gestanden tzaben sollen. Viele Derlwftete wurden httlgerickstet.
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