Ausgabe 
4.9.1919
 
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Lechem deinrich W«th und Heinrich aitadt gründeten <°ntöenbK wurde Wilhelm Leon« als Beisitzer

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:n 4. Sept. 1919 heyrndundrtz.

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und der Bund bat natirex. Jeder Mll- bat düs Reckt, siihr- im in dem Häm tu siegt zu werden und - anderen Sorgen und Ti und zu erhoicn, um m -es Lebens wieder ; nur an dieStabt1 :n die vielen Ändern Ml Dnuk der Kegen« I nötig haben. Düs >r geöffnet, imb wer eilen trnn.bemytgi irtmben StWvort ing, vollständige «ute iw., fordert der Bund er, die die Erhalun, jt ausreichende Mittel -schassen wettet mit der Zeit.^gra« nen Raume mcht m--r W dm» mb Gelände sur.tei u können, bäars 6 n Leg? v-m bamm- akeuskvnzerten L.LKZ ÄnXÄ ^Darrburg-Lerem

ThtarfcHf nnb ITnterfHitnmg des Publikums durch Adresscnnngabc von Personen, welchen das Such blatt noch zu gestellt werden soll.

Meteorologische Beobachtungen der Station Gietzen.

Datum

Temperatur der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

®rai> der Bewöl­kung in Zehntel der sichtbaren Himmelsfläche

Wetter

3. 9.

3. 9.

4. 9.

nm. abbsJ

om. I

22.2

14.8

12.9

8.9

9.8

10.0

45

78

90

3

0

5

heiter, trocken warm

nachts Tau

Höchste Temperatur am 3. 9. =22.4°, 4. 9. ----14.4*.

Niedrigste 3.9. -= 4.8, 4. 9. ---10.2'.

jede Gabe SN ErnrichtitngtzkgegenstLnden herzlich willkommen, um soviel Mitglieder (besonders diu Jugend unserer Stadt) wie möglich ausnehmen au können. Näheres darüber mitzuteilen, ist der JugenvPfleger und Sekretär der Evangel. Gesamt- gemeinde, Herr W. Engels hier, jederzeit gerne bereit.

Die Erhöhung der Cisenbahnfahrprc:fe.

Wie bereits gemeldet, soll am 1. Oktober der Perslmentorif, Gepäck- und Exprcßgutfrachten um 50 Prozent erhöht werden. Wie eine Berliner Nachrichtenstelle erfälxrt, wird sich die Erhöhung auf alle P e r so n en s a h r k a r t en mit Aus­nahme der Militärfahrkarten erstrecken. Die neuen Schnellzugzuschlagskarten werden für die erste Zone tu der 1. und 2. Klasse 3 Mk., in der 3. Klasse 1.50 Mk. betragen, für die 2. Zone in der 1. und 2. Klasse 6 Mk., für die 3. Klasse 6 Mk. Die dritte Sone sieht in der 1. und 2. Klasse eine Erhöhung von 9 Mk. und in der 3. Klasse von 4.50 Mk. vor Gleichzeitig tverden auch die neuen Mrrrdestsahr- preise für Schnellzüge für die 1. Klasse auf 2 3.50 Mark, die 2. Klasse auf 15 Mk. und die 3. Klasse mit 7.50 Mk. festgesetzt. Die im Verkehr befind­lichen Fahrkarten werden weiter ausgegeben mit einem Ueberdruck der neuen Fahrpreise in schwarzer Farbe.

*

** AuS dem Militärwochenblatt. Dem Oberstabsarzt Dr. Platz (Gießen) wurde der Abschied bewilligt. Oberst Fchr. von Bibra, bei Kriegsbeginn beim Stab des Jnf.-Regts. 118, wurde in OKmehmigung seines Llbschiedsgechchs mit der gesetzlickien Pension und dem Charakter als Generalmajor zur Disposition gestellt. Oberst­leutnant v. d. Armee Frhr. Truchseß von und zu Wetzhausen, bei Kriegsbeginn Korn, b. Trainabteilung 10, Hauptmann Roose, im Jnf.-Regl. 116, wurde der Abschied mit der gesetz- lichen Pension und der Erlaubnis zum Tragen ihrer Regts.-Unisorm bewilligt.

** Zur Heimkehr der Kriegsgefan­genen hat das Oberkvnsistvrium an die evangelischen Pfarrämter nachstehendes Ausschrci- ben gerichtet: Was wir lauge vergeblich ersehnt und erhofft, wird nun eintretcn: Unsere Gesaugenen kehren wohl in Kürze Heini. Wie Sic in den langeni Kriegsjahren daraus bedacht waren, den Zusammen­hang zwischen dec Heimat unb der Front aufvcäit -u erhalten und mit den im Feld stehenden oder rm Lazarett weilenden oder in Gefangenschaft be­findlichen Gemeindegliedern nach Möglichkeit in 'Verbindung zu bleiben, so werden Sie sich auch nach Kräften der zuruckkehrrnden Gefaugnreri an­nehmen, die wohl zum Teil vor dem körperlichen und seelischen Zusammenbi-nch stehen und vielfach den Weg ins bürgerlich)" Leben auss neue suchen Müssen. Wenn auch die Gefangenen vereinzelt zurückkommen werden, unb es deshalb nicket immer möglich sein wird, eine gemeinsame kirchliche Feier zu veranstalten, so werden Sie dvchl in dieser Hin­sicht tun, was sich tun läßt und auch da mit den Zurückkehrenden den Weg ins religiös-kirchliche Leben ebnen helfen. Wir weisen raxfy darauf hin, daß Willlommengrüße von mancherlei Stellen, so vom evangelischen Pre^verband für Deutschland und vom Volksbund zum Schutz der deutschen zerregs- und Zivilgefangenen zu beziehen sind.

** Im hiesigen Durchgangslager erschien gestern, wie uns von der Kommandantur mitgeteilt wird, im Auftrage der Reichscegierung der mehrheilssozialistische Abgeordnete Thöne (Kasiel), Mitglied der Nationalversammlung, zur Begrüßung der am Dienstag hier eingetcoffcnen Kriegsgefangenen. An die auf freiem Platze im Lager versammelten Heimgekehrten richtete er herz­liche Worte des Willkommens. Er schilderte dann die wirtschaftliche und politische Lage unseres Vaterlandes, forderte auf, im Unglück nicht zu verzagen, ermahnte zu Arbeit und Ordnung, und warnte vor den Umtrieben der terroristischen Min­derheit. Seine sachlick)en, von politischer Partei­färbung freien, zu Herzen gehenden Ausführungen fanden bei den Zurückgekehrten reichen Beifall. Hierbei wurde ein vom Reichspräsidenten Ebert und ein vom Reichskanzler Bauer einnegangenes Begrüßungstelegramm verlesen. Tas Telegramm des Reichspräsidenten hat folgenden Wortlaut:Berlin, den 2. Sept. 1919. An Turcl)- gangslager Gießen. Den nach unausgesetzten und mühevollen Anstrengungen der Reichsregierung endlich in die Heimat zurückgekehrten Kriegsgefan­genen entbietet der Reichspräsident herzlichen Willkommensgruß mit dem Ausdruck einer warmen Teilnahme an den ausge­standenen lanyen Leiden und Entbehrungen. Möge ihnen allen, die solange fern von ihren Angehörigen und dem Vaterlande waren, ein frohes Wieder­sehen mit ihren Lieben und eine glückliche Zu­kunft in der Heimat beschieden sein. I. A.: Dr. Meißner. Heute abend versammelt der Emp­fangsausschuß die Heimgekeyrten zu einem U n terhaltungsabend in dem Saale der Liebigshöhe. lieber Eintreffen weiterer Trans­porte ist noch nichts Näheres bekannt.

** Von der Bezirkssparkasse wird uns geschrieben: Um den Wünschen der Sparer auf b e s cb l e u n i g t e A b f e r t i g u n g Rechnung zu trag- n, kommen die bish-er von den Sparern über Teilrückzahlungen ihrer Guthaben auszuswl- lenden Quittungen nunmehr in Wegfall, indem Quittungen über Rückzahlungen von den Sparern nur noch bei Auflösung des Kontos (also bei Gauz- abhebungen) verlangt werden. Einzahlungen können auch jederzeit in bargeldloser Weise durch Uekerneisungen oder Eiuz ah ungen auf Postscheck- konto Nr. 5979 Amt Frankfurt a. M. Zähl­karten an Kassenschalter II erhältlich, ober auch über Reichsbankgivokonto oder das Konto

der Sparfaste bei der Hessischen Girozentrale in Darmstadt erfolgen. BeiNückzahlungen muß das Sparbuch stets vorliegen.

.** Der Landesverbandder hessisch. H a u s b e s i tz e r,v e r e i n e, der in Darmstadt tagte, wählte zu seinem ersten Vorsitzenden Sdadt- Vevordneten H a u r y - Darmstadt an Stelle des bisherigen Vorsitzenden Grünewalb-Mainz. In der Ausfprackje über die Mieteinigungsämter wurde Högt, daß diese Aemter nicht nach allgemeinen Rrchtlti'.ien arbeiten. Uebereinslimmung herrschte darin, daß nur Mietsteigerungen in Form von prozentualen Zuschlägen zu den Friedensmieten fest gesetzt werden, während die Höhe der Proz.'nt- fätze selbst in den einzelnen Städten verschiedm sei. Es soll darauf hingetvirkt Iverdcn, daß die Berechnung der Mieten auf andere Grundlagen gestellt wird, daß sich der Steuerivert.des Hauses mit 7 Prozent brutto verzinst.

**EinPrivatgasthofderGießener Braun st einbergwerke ist am letzten Sonn­tag an der Leihgesterner Kreisstraße, landschaftlich Ichön gelegen, in Betrieb genommen nwedeu. In erster Linie bient her Gasthof den Bedürfnissen der auf den Feririegruben beschäftigten Beamten und Arbeiter, jedoch ist vorgesehen, auch der hiesigen Bürgerschaft einen Teil der Gasträume zum Ver­kehr frcizugeben. Die Verwaltung des Gasthofes ist Herrn und Frau Weiß aus Gießen übertragen worden.

** B e si tzwechsel. Tas bisher im Besitze von Valentins Erben beftndlick)e Anwesen Krof- dorfer -Ltraße 17 wurde für 40 000 Mark von Schutzmann Ne her gekauft. Schiutzmann Peter Mag o l b verkaufte sein in Beuern stehendes Haus für 15 000 Mark an Frau Teubner Witwe in Atzbuch und erwarb in Gießen das Haus von Ruhls Erben, Bruchstraße 16, zum Preise von 24 000 Mark.

** Freibank. Freitag, 5. September, nach­mittags 13 Uhr, werden die sttummern 20U1 bis 2100 beliefert.

** EinKirchengeincindetag, zu dem alle evangelischen Kirchenvorstände ber Provinz Starfenbursj eingeladen werden, soll Montag den 22. Leptember zu Darmstadt abgehalten wer­den. Professor D. Dr. Schian hat den Haupt­vortrag zugesagt überTie neue kirchliche Lage und die evangelischen Kirchen gemeinden in Hessen".

**. I Tn Lichtspielhaus wird bis ein- schließlich Freitag abend das sechSaktige Filmwerk ,,D i e P r o st i t u t i v n" aufgeführt. Dieser Titel, der lercht die Auffassung ertvecken kann, daß cs sich nm einen der berüchtigten Aufklcwungsfilme handle t|t sehr unglücklich gewählt. Tas Stück an sich ist alles andere als ein Appell an die niederen 'In­stinkte der Menschen. Tas Thema ist dezent be- l-andelt und wächst im Verlauf der Hmrdlung zu einer Anklage gegen Staat und Gesellschaft. Unter der meisterhaften Regie Richard Oswalds sind packende Szenen .zufammengestcllt worden. Tie Träger der Hauptrollen, alles bekannte und be­rühmte Namen, haben Thpen geschaffen, die weit über das im Film gewohnte hrnausgehen.

Kreis Friedberg.

--- Vilbel, 4. Sept. Parteisekretär Rech- tien aus Worms hat am 1. September sein Amt als Bürgermeister der Stadt Vilbel angetreten.

bz. Bad-Nauheim, 3. Sept. Wie der ,^ad-N. Ztg." berichtet wird, sollte gestern abend im Thalysienhof eine geschlossene Ver- a m m l u n g stattftnden, zu der nur ein geladene I Gaste Zutritt haben sollten. Als Redner war ein ! Herr WindHwser in Aussicht genommen. Die Veranstaltung richtete sich gegen die Juden. Ter Redner konnte nicht zu Wort kommen, er wurde niedergeschrien und schließlich die elektrisckie Be­leuchtung ausgeschaltet. In der Dunkelheit soll es zu wüsten Szenen gekommen sein, unter an­derem wurde auch ein Glasdach zertrümmert. Tie herbeigerufene Polizei räumte den Saal und stellt,' die Ruhe wieder her.

G> Aus der Wetterau, 3. Sept. Tie Erntearbeiten sind nun beendet, lieber all ist die Dreschmaschine in Tätigkeit. Der Ertrag der Winterfrucht ist durchweg vorzüglich. Ter Morgen Weizen hat durchschnittlich 15 Ztr. ge­liefert. T:e Grummeternte hat bereits über­all begannen; der Ertrag ist mittelmäßig, da das Futter infolge des trockenen Wetters in den letzten Wochen auf den Wiesen prüf gegangen ist. Sehr reich ist die Apfel- und Birnenernte.

Hessen-Nassau.

fm. Frankfurt, 3. Sept. Der Magistrat hatte bekanntlich beschlossen, die Holzbestände in den Haushaltungen aufzunehmen und eine Ratio- nierungdes Holzes eintreten zu lassen. Die­ser Beschluß wird nicht zur Ausführung kommen, da man ihn ans verschiedenen Grüichen falten ließ.

Fran kfurt a. M., 3. Sept. Eine feit längerer Zeit von ihrem Mann getrennt lebende Frau drang heute früh in die Woh- mntg ihres Gatten und suchte eine Versöhnung mit diesem herbeizuführen. Als dies nicht gelang, versuchte sich die Fran mit einem Revolver zu erschießen, wurde aber von dem Manne daran gehindert. Sie flüchtete sich darauf in die Küche und schnitt sich hier die Pulsadern auf, so daß sie schn»erverlebt dem Kvgirkenhause zugeführt werden mußte.

Kirdtc und Schute.

I. Die gestrige Kreislehrertzer-i f a m m l u it g auf der Liebigshöhe war von allen Lehrern des Kreises Gießen besucht. Ter Vorsitzende, Kreisschulinfpektivr Pwfessor Tr. Al­les, gab nach kurzen Begrüßungöwvrten dem

Lehrer P l o ch - Grunberg das Mort zu dein Dor­ttagEltcrnrat und Schule". Ellern und Schule seien in erster Linie zum Erziehungswesen berufen. Ter Lehrer müssen dahin wirken, datz bildimgs- rtcunMiffpc Leute in den Schulvorstaiü) kommen, ^as Bollsschulivesen müsse Volks fache tverden. Tic Schule dürfe nicht abhängig werden vom Staat oder der Kirche, sie dürfe weder der Engherzigkeit? der Klerikalen noch dem Parteihader ausgcliefcrt werden. Tas Ziel der Erzieliung muß die nationale Einheit sein. Tie Wiederaufrichtung des Vater­landes werde erreicht durch Erziehung zu Mtional- bewußtsein, Religiosität und Sittlichkeit. Tie Beiträge zur Kreislehrerbücherei wurden in An­betracht der hohen Bücherpreise erhöht. Auf An­regung des Vorsitzenden wurde die Abhaltung eines Fortbildungslehrgang.s beschlossen, welcher voraus­sichtlich in der Aula der Universität stattfindet. Tann erfolgte die Wahl dreier Vettreter der Lehr.w« schaft zum Kreisschulrat. Auf Antrag des Bezirks- lelwervereins Lick- wurde mit allen gegen rind Stimme beschlossen: Tie Kreislehrerlivitterenz des Kreises Gießen lprickft die bestimmte Erioartung aus, da»ß aus Standesinteresse fein Lehrer mehr am Leichensingen (Leichxnsingen bei Beerdigungen) teilnimmt.

VermtiscS-ter.

, * Feindliche Filmhe tze. Die schwedische ZeitungStockholms Tagbald" brachte kürzlich mis einer amerilanischen Filmzeitung die Nach­richt, daß der frühere deutsche Kronprinz während seines Besuches in Holland von einer amerikanischen Gesellschaft gefilmt worden sei. Da- bei habe, der Photograph sich eines teckmischen Kunstgriffes bedient und die Mfnahme so her- gestellt, daß der Kronprinz hinterher in einer Film-Komödie auftritt. Natürlich wußte der Kron­prinz von diesem Schwindel nichts. Durch diesen Mißbrauch ist es gelungen, den Kronprinzen und die übrige Hohenzollernsamilie in einer höchst lächerlichen Umgebung erscheinen zu lassen.Stock- liolms Tagblad" nennt dieses Vorgeheneinen weiteren Beweis zu den vielen anderen von der edlen Gesinnung der Sieger". Tas Verhalten der Feinde tann nach den vielen, dem deutschen Empfinden fremden Mitteln der Verhetzung in Wort und Bild nicht mehr überraschen. Erftenlich ist es aber, daß auch das neutrale Ausland vom Abscheu ersaßt wird gegenüber solchen Scham­losigkeiten.

fn. Die Haarnetze der Militärver­waltung. Da generell die Weisung ergangen war, gewisse Mengen von Dcrtil.varen zu beschlag­nahmen imb die Haarnetze mangels einer andern Klassifizierungsmöglichkeit den Textilwaren zu­gerechnet werden, wurden von beit Kriegswirt- schaftsstellen 25 000 Gros Haarnetze beschlagnahmt und so in sinnlosester Weise dem regulären Handel entzogen. Da nun die Haarnetze beim besten Willen innerhalb des Heeres keine Verwendung finden konnten, lagerten sie den ganzen Krieg hindurch in irgendeinem SpeiAr, um jetzt der Vergessenheit entzogen und dem Kleinhandel wieder zugeführt zu werden.

* Die Wvhnungsverhältn isse tn alte r Zert. In der jetzigen Zeit der allgemeinen Wonnungsnvt und der eingeschränkten Sttaßende- leuchtung in den Städten dürste ein Vergleich mit den Verhältnissen in der sogenannten guten alten Seit angebvacht sein. Noch vor reichlich 300 Jahren waren in den Städten des nördlichen und mittleren Europas die meisten Häuser aus Holz gebaut und wie die Lehmhütten der Landbevölkerung nur mit etroö und Rohr bedeckt. Tas Jrmere war mit ein­fachen Tischen und Bänken ausgestattet, Stühle kannte man noch wenig. Ter städtische Arbeiter von heute würde aber 'auch die gotischen Burgen und Lchllösser kaum bewohnbar gefunden haben. Im schlosse des Königs Heinrichs VIII. von England z. B., der in der ersten Hälfte des 16. Jahrhundert^ regiertt, waren die Treppen voll Unrat, das Zim­mer des Königs selbst noch> mit Rohr und Schilf bedeckt, und nur das Zimmer des Königs und der Königin heizbar, die anderen Räume blieben kalt. Dje Straßen der Städte wiesen kein Pflaster auf und bildeten daher den größten Teil des Jahres eher Sümpfe als Wege. Ter Hausunrat wurde einfach aus die Straße geworfen, ebenso wurden die Tüngerhaufen in die unmittelbare Nähe der Häuser gelegt. Selbst Schweine liefen um die Zeit noch in den Straßen von Berlin umber. Es ist also nicht verwunderlich, daß ansteckende Krank­heiten bei diesen Zuständen große Verbreitung sanden und viele Opfer hinwegrafften. Wer auf Reinlichkeit hielt, konnte die Straße nicht be­treten, sondern mußte getragen werden, reiten oder sich fahren lasten. Mit der Beleuchtung roar es ebenso trostlos, da es eine Straßenbeleuchtung nicht gab, Fremde konnten daher abends die Städte nur mit Fackelbeleuchtung passieren, soweit sie bei der allgemeinen Torsperre überhaupt durch- gelassen wurden.

Büchertisch.

ZurAufklärungüberdasSchick- sal Vermißter gelangt zurzeit ein Snch- blatt kostenlos zur Verbreitung, in welches vermißte ehemalige Kriegsteilnehmer aller Truv- pengattungen ansgeführt sind. Tas Blatt wird nach allen Gegenden Deutschlands versandt und werden besonders Bahnhofswirtschaften, Banken, Cafes, Friseurgeschäfte, Gastwirte, Hotels, Vereine ulw., ferner auch bereits zurückgekehrte Gefangene ge­beten, desselbe, falls noch nicht erhalten, un­gesäumt vom Verlag des Kriegs-Vermißten-Such- btatt, Berlin SW 48, Friedrichstr. 248, kostenlos anzusordern. Ter Verlag erbittet gleichzeitig die

Letzte Nachrichten.

Die Rückführung der Gefangenen.

Bad Homburg, 4. Sept. (WTB.) Vom Stab der Truppe Rhein wird uns mitgeteilt, daß, nachdem jetzt in den 3 Durchgangslagern Gießen, Meschede, Limburg je 3000 Mann Gefangene ein- getraben sind, die Erledigung ihrer Versorgungs-- angelegenheiteii schnell in Angriff genommen wor­den ist, daß die Ueberführung in die Hei ­mat in den nächsten Tagen erfolgen kann. Wei­tere Gefangenen-Transporte werden in den näch­sten Tagen erwartet.

Aus der Pfalz.

M ünchen, 3. Sept.Bert. Lokalanz.". Ge­neral Fay olle in Kaiscrslau tern hat die vom bayerischen Milnsterpräsidenteii wegen der schweren Vorgänge in L nd'wigsha fen erbetene Unterredung a baelehn t mit der Begrün düng, er habe lediglich für die Aufrechterhaltung der Ordnung zu fjrgen, und diese werde durch die örtlichen deutschen Behörden unter der Kon­trolle der ftanzösischen Behörden vorgenomm>en.

Zur Volksabstimnmng in Oberschlcsien.

Berlin, 4. Sept. Zum Vertreter Polens bei der Bolksabstimmungskommission für Ober­schlesien wurde der frühere Reichstagsabge­ordnete Korfanty ernannt.

Die von den Polen verschleppten Dmtschen.

V e r l i n, 4. Sept. (W. B.) Von unterrichteter Seite tvird mitgeteilt, daß die von den Polen verschleppten Deutschen bis spätestens Donnerstag frift) von der polnischen Regierrmg zurückgegeben werden.

Aus Estland.

Mi tau, 4. Sept. (WTB.) Tie Sv wj et- regierung wandte sich an die estnische Re­gierung mit Fried ensvorsch lägen auf der Grundlage der Unabhängigkeit des estnischen Staates.

Der Beamtenausschutz der Deutschnationalen Volkspartci.

Berlin, 4. Sept. Der Beamtenaus- schuß der Deutschnationalen Volks­partei beschloß eine Kundgebung, in der er­klärt wird, daß die Beamteir den in der Reichs­verfassung verlangten Eid leisten iverden, aber sich das Recht Vorbehalten, im Rahmen der durch die Verfassung gegebenen Möglichsten ander< staatliche Zustande zu erstreben.

Die braunschweiger Unabhängigen.

Braunschweig, 3. Sept. (WTB.) Tie Braunschw. Lclndeszeitung" berichtigt ihre heutige Meldung dahin, daß die Unabhängigen nicht ans der Landesversammlung ausgetreten sind. Sie sind ausgezogen und leisten O b st r u k 11 o n.

Aus Ungarn.

Budapest, 3. Sept. (WTB.) Tas ungar. Kvrr.-Bureau meldet: Tie sttafrechtliche Unter- suchung gegen Michael Karolyi ist eingeleitet.

Amerikas Handel mit Deutschland.

Washington, 4. Sept. (W. B.) Das Kriegshandelsamt hat die Einfuhr einer solchen Menge von Farbstoffen aus Deutschland er­laubt, daß der Bedarf der amerikanischen Fabri­kanten für sechs Monate gedeckt wird.

Die Washingtoner Arbeiterkonferenz.

Paris, 4. Sept. (W. B.) Giemen cean hat beim Obersten Rat bewirkt, daß Deutschland und seine Verbündeten zur Teilnahnte an der Wa­shingtoner Arbeiterkonferenz aufgefordert w-rden.

Schleifung der Kopenhugener Land- bcfeftigungen.

Berlin, 4. Sept. LautDeutscher Allg. Zeitung" erfährtPolitiken", daß der dänische VerlLidigungsminister M u n k in seiner Eigen­schaft als Vorsitzender der sogen, militärischen Ab- wicklmrgskommission einen Vorschlag auf die so­fortige Schleifung des größten Teiles der Kopen­hagener Landbefesligungen porgelegt hat.

Früh- und Herbstgemüse.

Berlin, 4. Sept. (W. B.) Die Reichsstelle für Obst- und Gemüse setzt, um für die Abgren­zung von Früh- und Herbstgernüse einen festen Anhalt zu haben, den 9. Septernbdr als den allgemeinen Zeitpunkt an, bis zu dem Früh- gemüse seitens der Anbauer den Erwerbern zlvew Abnahme angeboten fein muß.

Brand in der Hirschberger Papierfabrik.

Hirschberg, 4. Sept. (W. B.) Die Fa-- brikationsräume der Hirschberger Papier­fabrik G. m. b. H. sind heute durch Feuer zer­stört worden, so daß der Betrieb völlig ruht.

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