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fern: Shriern <m daS Ausland, freien BerSauf der Deinvorräte in den Kellern imfcorr Reichen zur Hebung brr Valuta

DrzeprLsihent Dr. Schmitt Mttet den Red ner. .sich kurz M fassen, damit die Debatte heute beendet werden fcrut

Abg Fenchel (Hess, Bolk-P.) freut sich, daß heute die Landwirt'cha't gerechter beurteilt wurde wie gestern. Schärfste Bcrioalnnmq muß ich ein- legen gegen eine Erklärung, die Ministerialdirektor Reumann aus dem Kongreß der A.- und S.- Räte in Friedberg nach ZeitungZäußerungen getan haben soll, oaß die Landwirtschaft ihre Licü-rungs* vslicht nicht erfüllt habe unb deshalb auch keine Anrrkennlmg verdiene. Die hessische Landwirt­schaft hat 78 Prozent ihrer Auflage abgeliescrt, während andere Bundesstaaten nur 40 und 28 Prozent ablieserten. Tas übrige Reich soll auch seine Pflicht gegen Hessen erfüllen. Wir 'ordern endlich einmal die Rechnimgsable^ung der Srom- milläve und SriegSge>ellscha'ten. Wir fordern die Auflö''ung der Landeseierstetle, aber auch der Lcm- deöstelle für Heu und Stroh. Heilte wird den Schiebern, die sich aus fragliche Weise Pferde verschafft haben, das Heu überwiesen, während eS der Landwirtschaft an GespMmen fehlt. Auch die Schwär» ichlächt er unter den Landwirten müssen bestra't werden. Ten Vertrauensleuten der Vieh- handelsverbäude muß der Handel mit Zuchtvieh verboten werden. Xie Amnestie auch auf die Le­bensmittelschieber auSzudehnen, war ein großer Fehler.

Abg. Lux (Soz.) erklärt als Vertreter der Sozialdemokratie des platten Landes feine volle Zustimmung zu den letzten AuSsührungen des Vorredners, die sich von denen deS Aba. Hahn stark unterschoben. Größer noch als die Leuten st ist die Landnot auf dem Lande. Die Leutenot is durch die Wohnungsverbältnisse auf den großen Gütern hervor-ierusen. Durch den Piebketaster nrirb der Landwirtschaft der nobvenb'oe Viehbestand er­halten. Die amtlichen Wiegemeister b i der Ge­treideerfassung haten größtenteils einen kleinen» Meineid geleistet. (Zuruf: Beweise?) Der Redner -d' die Ausl>ebung der LandeS^iersbelle bedauern. Wir sprechen dem Teil der Landwirte unseren Dank auS, die im Kriege unser Volk ernährt haben, die anderen verdienen den Dank nicht. Helfen Sie unS, der Anarchie zu steuern?

Frau Abg. Hattemer (Ztr.): Die Kin­dersterblichkeit hat in erschreckendem Maße zu- genommen. Run soll die Milchknapvheit noch größer werden. Dadurch ist die Zukunft des Staa­tes gefährdet. Die Haserprävarate sollten den Kindern Vorbehalten txrrben. Auch der Mangel an Gummisaugern macht sich sehr fühlbar.

Frau Abg. Steinhäuser (Soz): Statt 8000 Liter Milch, die wir in Offenluich brauchen für die Versorgungsberechtigten, haben wir nur 3000. Unsere Heranwachsende Jugend fällt der Schwindsucht anheim. Wir sind in unserem Kom­munalbezirk mit unserem Brotgetreide fertig, aber die Bauern des Bezirks haben ihrer 9I6Iicfo rung-pflicht lange nicht genügt. Tie Landivirte wissen nicht, wie schwer wir Frauen in der Stadt eS haben. Auch die Frauen in der Stadt haben so schwer arbeiten müssen wie die auf dem Lande, ohne die genügende Ernährung, die den Mut zur Arbeit gibt. Wenn solche Leutenot auf dem Lande herrscht, warum kommen denn noch immer länd­liche Arbeiter in die Stadt? Mögen die Kollegen Nom Land für die Aufklärung über die Not in den Städten sorgen!

Abg. Scherer (Rentr.) spricht sich gegen die liebertragung der Exekutive an dir A. il S.-Näte (TU 8. \

Abg. Dr. Osann (D. Vp.) zur GeschäftS- ordmmg bittet, die Sitzung der fortgeschrittene!« .Zeit wegen abzubrechen.

Vizepräsident Dr. S ch m i t t: Wir wollirn doch die Aussprackv heute zu Ende führen, da die Zeit bränot. (Die Mehrheit des Hauses sttmmt dem Präsidenten zu.)

Abg. Dorsch (Hess Dp): DaS neue Regime nr-fit gerade gegen die kleinen Harnster'nc besonders (duirf vor, stitt einen Unterschied »wischen ibn eil und den Schleichhändlern zu maclzen Ter noch vor­handene Hafer muß für hie Ernährung unserer Kinder reserviert werden. Viele Kartoffeln gingen durch hie Feßler bei der Ernte zugrunde. Der Schleichhandel hat die Fo^rn deS Tauschhandels an­genommen. ES besteht Gefahr, daß die Saatkar- toffeln angegrif'en werden. Die hohen Preise der lanbwirtscteftlüten Erzeugnisse sind erst auf die Preissteigerung aus den anderen Gebieten gefolgt. Der Bund der Landwirte belieferte nur die früheren RVtfcber seiner Verkaufsstelle mit den ihnen zu- stehenden Quanten an Düngemitteln ES gibt nicht mir Arbeitslose, sondern auch Arbeitsscheue. Wir 18aniern werden nicht streiken, weil wir willen, daß der Streik der Landwirtfcfwft den Untergang unse­re- Volkes berbcifübren würde.

»Abg. Lang (So».) bringt Zahlen au- der tnebiHnifrfien Literatur über die verteerentzen Fol­gen der Unterernährung. Sämtliche Kommunalver- hände müssen verschwinden und das ganze Land muß in einen Kommunalverband zusammen gefaßt werden.

Abg. U r st a d t bittet um 8 «2 Uhr die Sitzung abiubrecten. Da- Hau- lehnt jedoch ab.

Abg. Urstadt (Dem): Nicht so sehr der Zwang, sondern die vermeintlichen Unaerechtig- feiten verbittern die Erzeuger. Bei der Auflegung von Lasten wurde Gießen immer »u den großenStädtendesLandeSgerechnet, in bezug auf die Eniähnrno lvird Gießen zu den Äeinen Landorten gerechnet ES bekommt geringer« Flei'chrationen alS die umliegenden preußischen Dörfer. Ich habe ein Werbeschreiben deS Bundes der Landwirte in der Hand gehabt, wo dieser seinen Mitgliedern Düngemittel versprach. Die oterhessi- schen Landwirte verlanaen die Austeilung desGroß- ONindbesi erklären un» mit einer Nach­prüfung der Höchstpreise einverstanden. Ich ver­spreche mir nichts von hen Appellen an daS Pflicht­gefühl Auck die Stt«f n werden nidyt mehr ernst genommen, besonders nach den rührenden Reden, die in diesem H ne zugunsten der Eiersünder ge­halten wurden. Man sollte den Gemeinden, die ihre Ablieferungspflicht erfüllten, die Erfassung selbst übertragen. DaS würde an'pornend wirken,

Abg. Eißnert (oU Mit (tc.Trt den Ada. Scherer fest, daß die Di'fenbncfxr Vol'Swehr nicht die kleinen Ham?.erer. sondern nur die gewerbs­mäßigen Schleichhändler mntreifr und ihnen die Waren abnebnee. Hebet den Feü , wtz» ein 5.vrmftrrcr erschossen wurde, schwebt nor die Untersuchung, deren AuSga'ig der iMfqe batte aüwarten sollen

Al'g Dorsch (Hesft BolkSv l erwidert auf öeiMivbme Aeußerungeu der Vorredner U. a. wünscht er. daß die Okfduidye mit den Tüngervvr- täten deS Bm'des der Vanünirte ün Hause unzwei­deutig auo'.lirrt nvrbe.

Minij.ecrialdirtkvr Neumann Wirt» beim des Mvu/Fiimns beS Khmern

erwidern. Er wD nur deststrklen, daß der Berocht ber Neven Friedberger Ta»^zeftung über eine au- gebtich.' Aeußerung von ihm auf der Versammlung m Friebbe.g unrichig ist. Wir tun iLxijena all'S, um das Lv"0 über den au je.arbentXaben Ernst der Lage aufzu.laren.

Aba W ü n » e r kD. Dok.'Sv) ai einer prrfim« lUten ÖentJiturg: Ich habe nicht gesagt, wie Abg. Fenchel belxrupteie, daß wir Juri ten uns niche in den Verordnungen auskennen. Tieies Armuts­zeugnis habe ufi mir nicht in Gegenwart des £>errr . u i mu i e s auSg s«lt (H-.i rteii, lo dem ich habe gesagt, daß das Publikum dadurch oerroirrt werde.

Damit ist die Aussprache um 2y< Uhr zu Ende «-.fuhrt.

Nacl'ite Sitzung Freitag ttormütag 9 Uhr.

Foch und Srzberger.

Berlin, 3. April (WTB.) Marschall Foch ist heute vormittag 8 Uhr 20 im Sonderzug mit keinem Generalstab in Spa eingetroffen. Er batte zunächst eine längere Unterredung mit dem Vor­sitzenden der französischen Kommission in Spa. General Nudant. Der Sonderzug Fochs steht auf dem Geleise gegenüber dem Sonderzug des Reichs- Ministers Erzbcrger. Die Verhandlungen ha­ben heute vormittag begonnen.

F anzöfischc Besorgnisse.

Paris, 3. April. (WTB.) HavaS Der Tem ps" schreibt, daß ber Völkerbund für Frankreich immer notwendiger werde, da es einer derartigen Organisation zu feiner Sicherung dringend bedürfe. Das interalliierte Dterfommante» habe eine ständige Besetzung des Rhein geb ietes vorgeschlagen. Dazu würden nach Ansicht desTeinps" neben den belgischen und französischen Truppen auch die britischen und amerikanischen gehören. Der Temps" wirft dann die Frage auf, lvas die fran­zösische Negierung tun solle, wenn die Amerikaner ihre Truppen zurückzögen und wnm die englischen Streitkräste nicht stark genug waren, um eine Be­satzungsarmee abgeben zu können. Das Blatt fragt bann weiter: /.Sollen bann die französischen Truppen allein mit Unterstützung der Belgier daS ganze linke Rteinuf.r besetzt halten?" Er fügt hinzu, daß die Unterhaltung einer solchen Be­setzung für Frankreich ei,e zu fefovere Last dar­stelle. Die Besetzung des linken Rlieinufers sei ein gemeinsames Pfand für die Alliierten, Frankreich könne dieses Pfand nicht allein in Besitz nehmen.

DaS Blatt schreibt weiter, daß bezüglich des Saarb eckens ein Beschluß vor Donnerstag nicht gefaßt werden könne, da das Statut vom Biererrat auf das genaueste durchstudiert werden müsse.

WaS das Adria-Problem betrifft, so schreibt ber ..Temps", daß der Viererrat augen­scheinlich noch nicht dazu gekommen fei, triefe Frage zu lösen.

P a r i s, 3. April. (WTB.) Davos Tie Füh- rer der Regierungen breiten am Mittwoch ihre beiden Sitzungen ab. Schon setzt fdxrinl es be­schlossen zu sein, daß das linke Rheinufer neutralisiert wird. Tie Besetzung bis zur Bezahlung der Entschädigung wird von franzhsi- fchen und belgischen Truppen übernommen werden müssen, denn die Unionstaaten halten, wie man sagt, es für unmöglich, ihre Truppen nach der Unterzeichnung des Frftdensvcrtragcs in Europa »u lassen. Großbritannien würde nicht über ge­nügend Bestände verfügen, um feine Truppen am Rhein lassen zu können. Tie Frage über die even­tuelle Rolle ber belgischen Armee hängt wfihrschein- lich mit der Ankunst König Alberts in Paris zu­sammen. Es scheint, daß ebenfalls das Abkommen über die Notwendigkeit, Frankreich die Aus­beutung des Saarkohlenbcckens als Komep.'nsation für die Schäden aller Art, die es erlitten hat, abzittreten, verwirklicht würde. Ter Kat hält es momentan für wichtiger, über die Art des Schadens au entscheiden, den Deutschland be- ahlen muß, alS über die Gesamtsumme der Ent- chädigungen. Auf alle Fälle wird Deutschland nicht berechtigt fein, sich von allen Schulden durch Lieferung von Rohprodukten und verarbeiteten Waren zu entledigen.

Die Kolonialverwaltuug bet de« Fzievcnsverhandlungeu.

Berlin, 3. April. (WTB.) Die Kolo- nialvcrwaltung wird bei den FriedenSver- lanbtunnen durch) den Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, Dr. Schnee, unb die Ge­feinten Regierungsräte Dr. Marquard- en und Dr. Ruppel vertreten sein. An entscheidenden Verhandlungen über die kolo­nialen Fragen wird der Reichskolonialmini- ler Dr. Bell selbst teilnehmen. Als allge­meine Sachverständige si.id Senator S t r a n - »es-Hamburg und Missionsdirektor Dr. A x e n f e l d in Äerlin in Aussicht genommen. Daneben steht eine weitere Anzahl Sachver- tändiger für die einzelnen Schutzgebiete zur Verfügung, die im Bedarfsfälle zu den Ver­handlungen an Ort und Stelle herangezogen werden sollen.

Die Blockade.

Pari-, 1. April. (WTB.) Reuter mel­det: Es wurde beschlossen, die B l o ck a d e nicht nur über Polen und Esthland, sondern auch über Deutsch-Oesterreich, die Türkei, Bul­garien, die Tschecho-Slowakei und die durch Rumänien und Serbien besetzten Gebiete aus­zubeben. Eine internationale Handelskom­mission mit dem Sitz in Wien soll die Aus­uhr von Deutsch^)esterreich nacy Deutschland verhindern.

Die Politik Amerikas.

Amsterdam, 2. April. DemAllgemeen Handelsblad" wird aus Paris gemeldet, daß eine

6 Republikanern und 6 Demokraten bestehende Telegat io« deS amerikanischen .Kon­gresses dort angekommen ist und mit Wilson eine Beratung abgehaltcn hat. Sie erklärten auf Befragen» daß sie einen günstigen Eindruck empfan­gen hätten, daß der größte Teil der der Frie­denskonferenz unterbreiteten Fragen in kürzester Zeit gelöst fein würde, und daß der Friede bald zustande käme Dili'on sagte ihnen, daß die Ents«bLdigm,g»srage »ehr venvtckelt, und <ru4 diesem Grunde eine Verzögerung zu er­warten fei. Dir Delegation versicherte Wilson, daß die Mehrlvit des amerikanischen Balves für den Völkerbund fei. Um zu gewährleisten, daß der Kongreß den völkerimntevertraz amummt, fei iedock' notwendig, daß Bürgschaften da ür ge- 9ttxn »taten, daß die M«o»o»LehW »

Kraft bleibe. Die Amerikaner wollten nur die Sicherheit haben, daß sie durch ihren Beitritt zum Völkerbund nicht verpll.chtet seien, bei Schwie- rigke.tcn von untergeordneter SeXurimi in Europa militärisch einzugreivn. Die Dete-mtwn ist ber Ansicht, daß die gesamte öffentliche Meinung in Amerika den Völkerbund solo, i witeestüyt, wenn diese geforderte Bürgschaft gegeben roicö.

Die Prinzessin v Areuberg zu drei Monaten Gefängnis verurteilt.

Bern, 3. April (WTB.) Ein Telegramm deSTemps" aus Aachen berichtet, daß die Prinzessin v. Arenberg vorn be'.g schen Mi.i:ä.geeicht zu bret Monaten Geiängnic und bOUO nr. Buße verurteilt loorbeu sei, weil fic lieimlitti Briefe in das unbe etzte Gebiet habe brin­gen la sen, in denen die Haltung der belgischen Truppen in dem be eyten Geoiete u stark fiompro» mutierender Weite gcschi.de rt woroen sei.

Unruhen in Petersburg.

Berlin, 3. Avrü. (Priva Ltegramm) Der Lokalanzeig^ meldet aus ü open ha gen: Ru s.fche Telegramme, die aus Helsinav S hier eingetrvffen intb, be Trigen, daß es in Peters­burg z u schweren Unruhen g onrmen ist. Tie Arbeiter leimen sich gegen den Äo.sL)cwi-muS auf. Sie zogen durch bie Straßen unter den Rusen: ..Nieder mit der bolschewisti­schen Gewaltherrschaft". ES kam zu Barrikadenkämpfen, wobei die chinesischen Soldaten des Roien Heeres die Reihen der Ar­beiter mit Moichiiiengewehren stark lichteten Um die Arbeiter zu beruhigen, mußten trie Brotratio­nen erhöht werden. Len in Hal sich nach Peters­burg begeben und hielt große Reben an die Ar­beiter. Er erklärte, paß sowohl die inneren als auch die äußeren Feinde alles täten, um die Sowjetregierung zu stürzen. Tie Lage sei fri- tijch. aber man müsse sich mil dem Hunger ab« ftiiben Weim die Bolsc1»cnriilen die Macht des jetzigen Augenblicks ans ber Hand gäven, wäre das ein großer geschichtlicher Fehler.

Ergebnisse der Hanssuchungen in Frankfurt.

--- Frankfurt tu M., 3 April Die von der Polizei veeanstalteten Haussuchmtgen nach ge­plündert, m Gut nehmen immer gewa tigeren Um» sang an unb fördern von Stunde zu Stunde Plünderungsware m foldjer Fülle an den Tag, daß zahlreiche Lastautos fortroährenb zur Fort- fdteiiiing eriorberlich sind Dec beste Heiser der Polizei ist in der Auffindung neuer Lager das Pulriikum selber. W rd in eiucr Fami.i.' Ware gefunden, so d^.iunziert diese den lieben 9ia<i>:am und gute Freunde Auf diese Weise nehmen die Haussuchungen ständig an Umiam zu und bringen geradezu une'.meßliche Vorräte wieder zum Vor­schein. In manch m Altsta t öh en eulbcdt die Po lizei wahre Riesenlazer Bei einem ehr'amen HiNS- volizij.en in der Zioielga s? 1)01 te nurt aus einer Kiste lief unter SVartoncffT im Keller versteckt 3 5 Anzüae unb l2 langschästige Stie­fel anS Tageslicht. Ein Kaffeel-ausbesitzer in ber Nähe des Großen Kornmarites venoahrte im Schornstein Mengen von gcplünbertem und ge­hehltem Silberzeug, Zucker und Kleidern auf. Er weigerte sich, die i»ad)?n herairSzugeben und berief sich auf .feine StaatSangehörigkeft als Luxem­burger. Ter Pro ost half aber nichts. In einem Uferloch am Mainkai fand man drei mächtige Säcke voller Kleider, in einem Graben bei Seck­bach einen Sack mit 14 0 Pfund Schwei- »erkäfe. Einige der erschossenen Wriber trugen Den geraubten -speck noch aus der bloßen Brust. Neben den Haussuchungeii finden naturgemäß sort- lanfcnd Verhaftungen statt. Heute mittag wurden 28 Männer irib 6 Weider ins Gefängnis eingeliolert, heute abend folgten weitere 40Ptüu- derer. DaS Gefängnis Preungesheim wimmelt voll von fragwürdigen Gestailen beiderlei Geschlechts.

Ter am Mittwoch verha tete Hauptbeteiligte hat drei weitere Mittäter an dem Verbrechen an der Ermordung deS Mairolen Rödel verraten: zwei von ihnen, der 23i6lfiigt Gelegen- heilSarbeiter Götz unb ber Taubstumme Mari Eoncabi, wurden heute nachmittag verlostet.

Der Generalstreik in Württemberg.

Stuttgart, 3. April. (WTB.) Im Lause deS yltrigen TageS ist es nach einem amrtidyit Bericht der Slautsregierung zu Kämpfen in dem Vorort O st h e i m unb in Cannstatt gc- vommen. In Cnk-im wurde eine Patrouille von acht Mann ftberiallen. Ein Ma m bewu blieb tot, ein anderer nmrbc sclpver verletzt, die üorigen fette find spullos verftimninden. 3it Unrert ürk- heim bemädillg en sich die Spartakisten emcS L'aiecs mit Handgranaten. In Ea-mstalt Mib eS verfd>icbene Tote und Besetzte. Tie Stellung der Regierung ist nach urie vor neriMlteriidr Sir ilt Herr der La e unb nrirü mit feitet Ha.'d Ord- tturg schallen. Im Laufe des gesttigen d.'ad>mittaqs wurde eine Auzal/l Sparla kiiren in haft genommen. Tie G^oßStutlgaNer Truppen steten tteu zur Regierung. In einer Reihe von Betrieben, tiirb roahridKinlid) am Frei an die Arbeit wieder ailsgenommen. In die'em Falle rmrb auch mit der Wiederaufnahme dis Betriebes im Verkehrs- toefen ^eredmet. Im übrign sind die Städtc Eßlingen, Göppft'gen, Ludw gSburg, Ravensburg und Friedr'd^teßn vorn Qte er ( r i* tr aßt, koch sind in diesen S ästen nennenswerte Rut-enörun- gen nicht Dorytommen.

tut t gart, 3. April. (WTB.) Am 2 Apr. abends gelang eS den Spartakisten «sich in Un Besitz deS Artilleriewagenhauses in Untertürkheim und des Wagrlldaules in Wangen zu setzen. In der Nacht nmrde bc5 Str* tilleriewagenlZrus burd> Hondstteich ohne rinnt Schuß ro.ebtT genommen und e iva CO Sirnfallürn geiünpengenommen. Untertürf[>eim unb Dangen inb sest in der Hand der Regierungstruppen.

Die Sozialinerung in Payern.

München, 3. April (WTB ) Im Sozialisie- rungSauSschuß des Landtages wurden g'gen da- Sozialisierung-Programm des Lriter- £e# Zenttalwirtschast-amleS Tr. Neurath Der* chiedentlich lebhafte Bedenken erhoben. Dr. Neu­rath, der seine Lorfch'.äge nachdrücklich verteidigte, erllärte dabei, daß bie Regitrung befrrebt sein werde, mit dem Nrich in der Sozialisierung zu- ammenzugehen BiS ft^tzt sei daö Reich nicht ernst- lick geiv.llt, zu forialifi.-rm, unb so müsse man in Bapern mit dem SozialiSmu- weiter vordringen. HandetSminiüer Simon erllärte im Laufe der Debatte, er halte einen Konflikt mit Berlin, wenn -apnn über bie RcichSfozialisierung hinau-aebe, ür nicht ptgeben. Simon wirb in Den nächOcn Tagen noch Berlin reifen, um mit den Reichs- Iadieu in Handdsfragen Fühlung »u nehmen.

A«- 5taM ttnb Land.

Gießen, 4. April 1919.

Unser neuer Roman Der Doppelgänger wird morgen beginnen und in laufender Folge veröffentlicht werden. Wir glauben, daß unsere Leser an dem Topvelgängcr des Herrn Schnepfe ibre Freude finden werden, denn die­ser Doppelgänger, ein Freiherr Torival von Armbrüstier, wi d du ch ihn in humoristischer Weise in kriminalisti che Aberncucr verwickelt, die die seltsamsten Zwischenfälle Hervorrufen.

Schaffung von Arbeitsraume« für die Stadtverwaltung.

Zur'ung der Rathau-frage sind im Laufe der lebten Zeit verschiedene PlSn« erwogen worben, welche eine v o r l i u i i g t Abhilfe schaffen sollten. So hatte mm daran g>dacht, im Hose des SadthauscS eine Baracke zu errichten unb dorthin das Vermessung-, amt zu verlegen. Topurch wären zwar brauch­bare Räume mu Oberlicht aefdxiifen tvorden, aber eS scheint bed nk.ich, Kasse, Urkunden unb Kataster in einer Baracke untermbrüiem, wo ihnen jeg­liche Sicherheit ermangelt. Ein anderer Plm. den jetzigen Sitzungssaal der Sladtversrb- neten^in ArbeitSräume auszuteilen und bie Stadtverorbnetensitzungen evt. in dem Saale der benachbarten Loge abzuhalten, würbe von den Stad vätem fast ein stimm io verworfen. Al» drittes Provisorium kam die Uebersiedluna ins neue Amtsgericht in Frage, tpo sich bereit.- daS Lebensmittelamt bejindet. Äser dort sind nicht mehr genügend Räume vorhanden, um die not ivendige Ausdehnung der Stadtverwaltung zu er­möglichen.

Ob der Stadtverorbne^enbeschluß von 1913, die Alte Klinik als Stabthaus umzubauen, bestehen bleiben soll, bebarf nochmals ber griinb* litten Durchberatung ber Männer, bie nach ber neuen Wahl über Wohl unb Wehe ber Stadt Gießen zu beftfaheften haben liniertr An ftht nach verlohnte es sich schon vor dem Krcege nicht, »it hohe Summen an bas alte Gebäube zu hängen Heute, wo fein Wert burtb bie Benutzung al» Militärlazarett weiter berabgeminbert ist, wäre es wenig zweckmäßig, noch weitere 100000 Mark a!» Verteuerungekoslen für gesteigerte Löhne unb erhöhte Materialpreife für ben Um* bau auSzuwerjcn Tie Finanzfrage muß heute noch mehr in den Borbergrund gestellt wer­den als früher.

In ber frciiverbenben Alten Klinik könnten sehr wohl and) Kleinwohnungen ringeridXrt werden, denn für die Hebung der Wohnu.'gsnot in Gießen müssen ja alle nur denkbaren Möglichkeiten hrrangezogen loerben.

Als bie Alte Klinik zum Stadthaus aus. erkten wurde, lag noch ein Plan vor, ber den erweiterten Neubau an ber Stelle b e» jetzi­ge n Stadthauses vornehmen wollte. Es mar beabsichtigt, erst den Teil »u erstellen, der an bie Wieseck reichen würde, und dort die Bureau- unterzubrinyen, bis der alte Bau abgetragen und bis auch dieser neue Flügel in Benutzung ge­nommen werden könnte.

Ob dieser Plan wieder in den Borbergnmb treten soll, unb ob er sich mit ber Finanzlage der Stabt vereinbaren läßt, ober ob (inr em aan» neuer Plan auf gegriffen unb burdjgelüljrt werben oll, das wird eine der ersten Fragen ein, über bie das neue Slastparlamenl zu be- chließen haben wird. Vielleicht ließe iutz neben dem jetzigen Stadthause nach der Wieseck au ein Not­anbau errichte«, der feine Baracke au fein braucht, fiter mit geringeren Kosten berzustellen fein wirb, als ter Umbau der Alten Klimk. So könnte eine enihTüllige Lösung ber Frage fLuxiiildl besser ge­stellten Zeiten Vorbehalte« werden.

** Städt. Gemüsevtrkauf, Matft- lauben. Morgen unb an den folgenden Tagen kommen zum Bcrk.mf gelbe Erokohlraben, Zwiebel, Sauerkraul und Artischocken. An Dörrgemü'e: Wirsing, Weißkraut, gelbe $ ben unb getrocknete Kartoffeln. Von Montag ab können roicbcr gelbe Erdkohlraben, zu Fut- terzwecken geeignet, abgeholt werden.

** Amtliche Personalnachrich­ten. Durch Entschließung des Ministeriums der Finanzen vom 31. März d. Is. wurde bti S)eheimerat Dr. Dr.-^ng. K i t t l e r zu Darm­stadt auf fein Nachsuchen von dem Amte eines Mitglieds des Techni chen Ob rvrü ung.'amtS sowie eines kommissarisckren Mitglieds der Mi* nisterialabteilung für Bamoe'en für elektro­technische Angelegenheiten mit Wirkung vom 1. April d. IS. entbunden. Der Geometer 1. Klasse Ferdinand Groß aus Wimpfen ist vom 1. April d. Is. an jum Kalastergeometer ernannt worden. Der Bermessungsassistent- bei dem Katasteramt Heinrich Schmidt zu Darmstadt ist vom 1. April 1919 an zum ikatastergeometer ernannt worden. Am 30. März d. 5ZS. wurde der Sleuerauffeher Jakob Frey in Wimpfen in den Aufseher­bezirk Bensheim vom 1. Oktober d. IS. an versetzt. Am 28. März d. I wurde dem Steueraufsehcr Phil. Reinhard zu Fried­berg der Steueraufseherbezirk Friedberg I übertragen. Ernannt wurde am 26. März Georg Michel zu Friedberg zum Schreib­gehilfen.

** Eine Sitzung der Stadtver» ordneten-Berftammlung ist aus Samstag den 6. April, nachmittags 5 Uhr, im Stadthaus, Zimmer Nr. 11, anberaumt. Auf der Tagesordnung stehl: 1. Erlaß einer Poli­zeiverordnung über den Verkehr mit Kräfte ahrzeugen, 2 Rechnung 1917/18 und Vor­anschlag 1918/19 der Löberschen Stiftung, 3. Abänderung der Bestimmungen über die Erwerbslosenfürsorge, 4. Gesuch um Erlaub- nis »um Betriebe einer Schonkwirtschaft des Josef Meyer für Neuen-Däue 22, und Fritz Heinzerling für Schiffenberger Wea 58, »um Betrieb einer Kaff erwirtschaft des Karl Paus str Bahnhofstraße 62, zum Betrieb einer Schank- und Gastwirt'chafl des Friedrich Keß­er für Neuenweg 33, und des Alfred Stabe» macher für Lindenvlatz 1, 6. Ausführung her Bekanntmachung der Reichsbehörde xum Schutz der Mieter oo» 23. Januar 1919»