Abg. Kahl (D VH.): Im Ausschuh würbe OIC tVrngc gestellt, ob der Einheitsstaat das lebte l*olitifd)e Ziel fein soll. Lire kamen folgende Einzelsragen in Betracht: Staatsform und Staats-
vom früheren Kaiser.
Äme-rongen, 2. Juli. (WTB.) Der Er- ralser trifft Vorbereitungen zu seiner Abreise. Er Hat in Arnheim ein Haus gekauft. Es wurden stoengste Polizei mahn ahmen zu seiner lieber» wachung getroffen. Ter Zutritt und die Annäherung zum Schlosse ist ben Spaziergängern strengstens untersagt-
griffen em, wobei Schüsse fiehen Es gab dabei mehrere Schrververwumdete. Ms jetzt sind Jed^ gezählt, anscheinend auch Tote. Die erregte Menge wandte sich gegen die Sick<eckheitswehr und mist» Ixmbelte verfcknedene Angehörige derselben. Tie lUirirben bauern an.
Plünderungen in Dortmund.
Dortmund, 2. Juli. Die Plünderungen der GeschLftein den Haupt st raßen dauerten den ganzen Nachmittag über an. Polizei und Sicherbeitswehr, die auch von vielen Bür gern und Arbeitern in ihrem Dienst unterstützt iverbcn, gehen entschiüren vor. Mehrere Personen wurden verletzt. Die industriellen Werksarbeiter, die am heutigen Nachmittag die Arbeit niederlegten, verlangen die Absetzung der Sicherheitswehr. Diese soll morgen vorläufig in den Quartieren bleiben. Gegen Abend ist ein Teil des Korps Bergmann hier eingerückt; ein anderer Teil soll morgen folgen.
deutsche Nationalversammlung.
4 4. Sitzung.
Weimar, den 2. Jnli.
Am Negierungstisch: David, Wissel, Grzberger und Vertreter der Einzelstaaten.
Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung sum 2,20 Uhr. Der schleunige Antrag des Abg. Bachmeier u. Gen. um Aufhebung des gegen den Abg. Gandorfer schivebenben Strafverfahrens für die Dauer der Session wird an die Geschäftsordnungs-Kommission verwiesen. Es folgen die Interpellationen Arnstadt (D.-N.) über Beamten- fragen, Groeber (Ztr.) Über Revolutionsschäden, Auer (Soz.) über die steuerliche Erfassung der Kriegsgewrnne und über die Notlage der Zivil- und Militär-Rentenempfänger, und Arnstadt über die Planwirtschaft. Die Minister David, Wissel ümb Erzberger erklären sich zur Beantwortung in den nächsten Tagen bereit.
Das HauS tritt dann in die
zwei« Lesung des Derfassmigsentwurfs ein. Aus Grund des Berichts des BerfaffungsanS- Misses, der den Entwurf in vielen Punkten abgeändert und durch neue Bestimmungen ergänzt hat. Der Stoff besteht aus zwei Hauvtteilen. Der erste behandelt den Aufbau und bte Aufgaben des Reiches, der zweite die Grundrechte und Grundpflichten der Deutschen.
Präsident Fehrenbach teilt mit, daß der Aeltestenausschuß vorschlägt, den Berichterstattern 25 öt brüten und den Parteirednern 15 Minuten Redezeit zu gewähren.
Abg. Heile (Dem.) äußert Bedenken.
Präsident Fehrenbach bittet, da die Ab- icht zu unerwünschten Redebeschränkungen nicht vorlioge, ihm die Handhabung der Redezeit zu überlassen und dem Borsckstag deS Aeltrstenausschusles zu folgen. — DaS Haus beschließt demelttsprcchend. r. Abg. Haußmann (Dem.) führt als Vor- sitzender des Versassungsausschufses and, daß das vorliegende Werk unter schlveren Sorgen gesckxrfsen worden ist. Der Spielraum der Lebenskräfte ist tn unerhörter Weise beschränkt, um so wichtiger ist etzt die Zusammenfassung zur Einheit. Tas ge- chteht durch die Verfassung. Der Versassungsent- wurf sei sehr gründlich beraten worden. Nicht weniger als 500 Abstimmungen seien notwendig gewesen. Dem Werke sei die Mitarbeit der Regierungsvertreter auch der Einzelstaaten und sämtlicher Parteien in gleichem Maße zugute gekommen. TaS strittige Problem des Einheitsstaates sei nicht gelöst worden, dennoch sei auf vielen großen Gebieten die Einheit herbeigesührt. Reichs- eisenbahn und ReichSpost, die Regelung der Reichswasserstraßen unb die Reichswehr waren itnab- wendbar. Tas entspricht auch dem Gefühl des Volkes, das die wirtschaftlichen und staatlichen Sclnoerpunkte im Reiche verankert toissen wolle. Verfassungsausschuß habe auch den Reichsrat als Vertretung der Einzelstaaten bestätigt. Ein verfassunggebendes Reichsgesetz soll ferner Bestimmungen über die Neugestaltung und Neubildung taffen. Andere Fragen, darunter das Wahlg'setz, seien der Reichögesetzgebung Vorbehalten geblieben. Werde die Verfassung angenom- men, dann könne sich kein Staat einer freieren Verfassung rühmen. (Beifall.) Auch entfpredx die Lösung dem Volksgeist. Tas Deutsche Reich sei cm nnbeitlicber Volks-Freistaat, gegründet auf der freien Selbstbestimmung der ganzen Nation. .Las Reich ist der Pfleger der Souveränität, die in dem Volk ruht. Tas ist eine Freiheit, wie te bei keinem anderen Volk angetroffen wird Wer das leugnet, würde lügen. Tas richtige Funktionieren dieser Verfassung hinge von dem Willen der Nation ab, ob sie dav Reich in Freiheit und Gerechtigkeit erneuern trolle. Beherrsckw dieser Geist unsere Arbeit, bann werde die Verfassung unser Volk erheben.
Im ersten Hauptteil enthält der erste Abschnitt die Bestimmungeii über die (Slteberung des Reiches unter der Ueberschrift: Reich und Lander Hierüber referiert
Lebensmittelunruhen in Hörde i. Wests.
Hörde (Wests.), 2 Juli (Wolff.) HnUe vormittag wurden auf dem Wvchenmarlt sämtlick'e V e r k a u s s st ä n d e gestürmt. Die Ware
Aur dem tteiche.
Die Julicntschließung des Reichstags.
Berlin, 2. Juli. (WTB.) Gegenüber oer ßbehauptung des Exministers Dr. Helfserich, .Erzberger habe die Juliresolntion des Reichstags ohne vorl>erigc Benachrichtigung der Reichsleitnng, laber int Einverständnis mit dem Leiter der öfter- reichischen Politik, ja sogar auf dessen Anstfften betriel-en, stellt die „Deutsck)e Allgemeine Zeitung" jcfl: Die Bemühungen um diese Kundgebung er- folgten nacheingchenderRücksprache mit dem Reich.ckanzl-er v. Bet h mann Hollweg, bet sie als Kampfmittel gegen die Allbentschen billigte «und mit den Staatssekretären Graf Roedern, Dr. Soll und auch mit Dr. griffe- r ich, der ein halbes Jahr vorher seiner Denkschrift gegen den U-Brotskrieg eine Anzahl Reden für den U-Bootkrieg folgen ließ und der sich hegen die Friedensresolution aussprach Heisse- rid) weiß also am besten, daß die Aktion nicht ohne Benachrichtigung her Reichsregierung erfolgte. Das list die erste grobe Unwahrheit. Die zweite äst die Bel-auptung, daß die Resolution im Einverständnis, ja, auf Anstiftung des Grafen Czernin erfolgte. Im April 1917 ging ein dringlicher Bericht Czernins in Berlin em, die Monarchie stände vor den ernstesten inneren Zersetzimgen. Ueber ein Fahr hinaus sei an Widerstand nicht zu denken. Daraufhin reiste Erzberger im Auftrage Beth- tznann-Hollwegs nach Wien und erreichte in 53er- 'banbhmgen mit Kaiser Karl und dem Grafen Czernin, daß überstürzteFricdensschritte unterblieben. Die Reichsregierung schlug ^allerdings die Schicksalsmahnung aus Wien, die bann ein Jahr später zu der lange vorher ttoatmten Katastrophe führte, in den Wind. Sie sgjlaubte, mit dem Erfolge der Erzbergerschcn Reife sei alles getan. Gerade was Dr. Helfserich als notwendig und angeblich als unterlassen bezeichnet, nämlich Oesterreich-Ungarn bei der Stange zu hal ten und ihm ben Rücken zu stärken, war der Zweck kni) das Ergebnis der Wiener Reise Erzbergcrs. Dann aber zog die Verständigungsmehrheit des 'Reichstages aus diesem ersten Anzeichen des Zu- laimnen braches die politischen Konsequenzen und ver suchte, die Beendigung des Kampfes anzubahnen, dessen Aussichtslosigkeit sich in den Ausbruckssver- -ucheu eines Partners ankündigte. Daß die Jnli- resolution nach außen hin nicht einen starken Eindruck machte, lag in dem unseligen Wort des vor- fübetgebenben Reichskanzlers Michaelis „wie ich Ute auffasse", worin alle Hinterhältigkeit ber damaligen deutschen Kriegspolitik zusammengrfaßt Tag, und nach ihnen erfolgte die erste starke Er- Mütterung des Glaubens in unsere Sache und des «Willens zum Dnrchhalten die zu gleicher Zeit durch »den klaffenden Widerspruch zwischen den politisck)en Ergebnissen des U-BvotkriegeS und den unwahren iStatistiken Hrisferichs, der dem Volke durch die U- Bootswaffe ei n schnelles siegreiches Kriegsende prophezeit hatte, während es sich längst heraus- HcqteUt hatte, daß seine erste Prophezeiung von den wchrohlichen Folgen des rücksichtslosen U-Boots- Krieges richtig ivar, bereits ein getreten war.
Das ist Erzbergers Verteidigung, die noch kei- deswvgs das Schlußwort in dieser Sache bedeutet. Man Wird über Wahn und Wirkung der Jnli- resoluttou erst später volle Aufklärung erhalten.
Scheidemann itt Ragaz.
Berlin, 3. Juli. Dem „Berl. Tagebl." Zufolge ist der frühere Minrsterpräsideilt Scheide- mann in Ragaz (Schweiz) ringetroffm. — In Uugaruj wird, der ehemalige Ministerpräsident Or> lairdo erwartet.
General Hoffmann.
Berlin, 2. Juli. (Wolfs.) Vom Kriegs- mimsteril,m wird mitgeteitt: Tie dem General Hoffmann zngeschriebeue Pre'severöffentlichung ging tatfächlickt nicht von ihm aus. General Hoff- nrann protestierte persönlich, viele andere und wie im Innern gewiß alle Offiziere, gegen die Schmach bodingmigen unb drückte aus, daß er bei der Auslieferung des Kaisers nicht weiter dienen könne. Nachbem die durch Annahme des Friedens gesoffene Lage bei den Truppen bekannt aArorbcn war, meldete General Hoffmann ausdrücklich, daß er den Befehlen der Vorgesetzten gehorsam bleibe, nur bitte er, hinzuzaifügen, i h n von seinem Poften zu entheben, falls sein Grenzabschnitt geräumt werden müsse. Ten Truppen itxrr von dem Oberkommando Süd anschließend lsteran besonders ein- geschärft, daß sie den Räumungsbefehlen der Regierung zu folgen haben werden.
Tiefe Aufklärung entzieht zahlreichen Presse- angriffen gegen General Hoffmann den Boden. Tie Rrgirung hat keinen Anlaß, einen tatkräftigen, gehorsamen Führer kurz vor Abschluß der ihm gestellten Aufgaben zu entlassen. In der augenblicklichen Lage kann niemand unseren Offizieren den Ausdruck ciited bitteren Schmerzes verargen. Tiefen Empfindimgen trägt auch die Regierung volle Rechnung, solange die Ordnung und der Gehorsam gewahrt bleiben. Dies roar totfädilid) bis heute unverändert der Fall und gereicht den Offizieren und Truppen zu hohem
Ein Beschluß der Kvburger Landesversammlung.
«, ? c i n- 3. Jnli. Nach dem Berliner „Lokal- Anzeiger nahm die K o b n r g e r Lanbesver- Lf P*1 u,n S kine Resolution an, die ks von einer 2, ®1 g*6 S? m .^hängig macht, ob Ko- ®.c®6t6ürmgen oder Bayern anschließen wird.
Gärung in München.
Berlin, 2. Juli. (Priv-Tel) Nmb hnn ^Lokalauzeiger".E die Gärung in öcjt jo, bau mit einem neue« Aufstaub gc>- recktet werden muß Gestern würbe ein Anschlag d« Kommunisten cuis die Sckulkaserne noch veri ettclt. Die Enuvohncrwehr ist tl/rcr Aufgabe jeden. falls mcht geivachsen.
An» Hessen.
Die französische Vertretung in Darmstadt.
rm. Darmstadt, 2. Juli. Das Ministerium Ulrich erläßt eine Bekanntmachung, in ber darauf binaenntfen wird, daß nach Fricdens- schluß bte Regierung bestrebt ist, bte Verpflichtungen für Hessen, so loyal wie möglich zu erfüllen. Ta große und wichtige Teile Hessens voraussichtlich auf Jahre hinaus besetzt bleiben, wird diese Erfüllung nur möglich sein durch Unterhaltung einer ständigen Verbindung mit dem Ober - kommmido der Besatznngötruppe in Mainz. Es ist deshalb nach Darmstadt ein französischer Be- satzungsosfizrer mit dem erforderlichen Begleit personal abkommandiert ivorden. Tie hessische Regierung rechnet daraus, daß die Bevölkermia der Hauptstadt, wie auch des Landes in Berücksicksti gung der obengenannten Umstände dem frattzösi- leben Verbindungsoffizier bei der hessischen Regierung und seinem Personal jederzeit mit der Ruhe und Würde begegnet, und sich insbesondere jeder unbesonnenen Handlungsweise^ enthält, die nur dazu beitragen könnte, das Einvernehiiten, das durch die Sage der Verhältnisse zwischen ben hessischen unb ben sranzösisclstm Behörden für die Zukunft bestehen mufi, in nachteUi'ger Weise zu stören. Der Oberbürgermeister txni Darmstadt empfiehlt im Anschluß an diese Bekanntmachung deren stritte Beachtung.
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Fahrradverkehr
Kartoffelmarken werden vorerst nicht r ausgegel'en, da die vorhandenen Kartos-
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U Friedberg, Hoffen der selbM ofle hiesigen Fadi i ohne Unterfchieo I ba3.MM staden zur Gründui
Graupen statt Kartoffeln.
Vom städtisck«n Lebens mittclamt wird uns folgendes mit geteilt:
dazu bemerkt, daß nach den Bestimmungen . hessijckzen Landeserr^hrungSamleS bäc Versoi. a ii ng szeit am 15. Juni abgelaufen isl„ Für btt Zeit nach dem .15. Juni werden bcr Stadt Gießen Kartoffeln nickst übertvicsen. Air Ersatz für die fehlenden Kartoffeln werden voreni Graupen ausgegeben.
litt» Stadt nnd Cattb.
Gießen, den 3. Juli 1919.
Fahretfeier der Universität.
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Rseöan
_ Nidda, 2. Juli. Frau Jiffkizrat Meß Witwe, hier, verkaufte ihre tn der SabnijofflraM gelegene Villa an Kommerzienrat ö W. C l oo« in Gießen für 65 000 Mk. — Obgleich die Heut ernte hier noch nicht ganz beendet ist, findet do» schon ein lebhafter Handel mit frischem Heu fhit , -v—--------- . »er Zlentner wird diDrekt von der Wiese frei Bahn«
Vorräte aufgebraucht schb. Es wudlhof mit S2 Mk. betault
1—4 Uhr die Nrn. 301—500 beliefert
** In der städt. Gem useverkauf4st stelle kommen heute zum Verkauf: Erbsen, Gelbr, rüben, Blumenkohl, Zwieb^, Salat und DörrMI Ein für heute angesagter Waggon mit Kic. scheu uitb sonstigem Gemüse wird infolge ciw>; tretener Verkehrsverhältnisse vorauf sichtlich nicht eintreffen.
*
** Amtliche Personalnachrichten Ter Hofkutschcr Heinrich Maurer zu Darmst^id^ wurde mit Wirkung vom 1. Juli an zum Land-1 gestntsdiener, Friedrich Münzinger zu Gie^ Ben zum Gärtner bei ber allgemeinen Veovalkmg der medizinischen Klinik, der Frauenllmik unb her Klinik für Haut- unb Geschlechtskrankheiten berl Lanbesuniversität Gießen, Georg Bayer Gießen zum Tiener am hygienischen Institut! ber Landesuniversität Gießen, Heinrich Beiz znm Gärtner an der Klinik für psychische unb nervösr Krankheiten ber Lanbesuniversität Gießen, beim Rühl zu Gießen zum Tiener am pathv« logischen Institut ber Lanbesuniversität Gießcvj unb Karl Stork ^u Gi.eßen zum Operation^ Wärter an bcr Klinik für Ohren-, Nasen- und! Halskrankheiten an ber Lanbesuniversität Gießen, sämllich mit Wirkung yvm 1. April 1919 ai ernannt. — Erledigt ist eine mit einem evangv lischen Lehrer zu besetzenbe Schulstelle zu Sellw r o b. Kreis Schotten. Mit ber Stelle ist Drgu< nisten dienst verbunben. Ihrem Inhaber kann cim
Ortszulage bewilligt werden. — Ferner sind er> lcdigt beim Ministerium der Frnanzen, Abteilung für Steuerwesen, die Stellen von drei Mini« fterialrevisoren. Die Meldefrist lauft am 14. Juli ab.
Tie Bearbeitung der gestellten Preisaufgaben hatte auch noch in diesem Jahre unter bem Einfluß des Krieges glitten. Die Preisaufgaben Der theologischen, juristischen unb veterinärmedizinischen Fakultät haben eine Bearbeitung nicht erfahren. Tie Preisaufgabe der medizinischen Fakultät ist bearbeitet worden. Tie Aufgabe lautete: „Nach ber Literatur unb bem Material brr Gießener Augenklinik soll ermittelt wer- ben, ob unb inwiefern die Eftiotscbe Operation geeignet ist, bte Jridektomie bei der Behandlung des Glaukoms zu ersehen". Der fleißigen und gut buichgeführten Arbeit wurde der volle Preis zu- erkannt. Verfasser ist Mebizinalpraktikant Josep!
------- Verfasser ist Medizinalpraktikant Joseph Görg aus Wegeringhausen. Von den in ber philosophischen Fakultät gestellten Preisaufgaben siub bearbeitet luorben: 1. die Arbeit aus der comanifdxnt Philologie: „Tie Bezeichnung der Walbdäume in ben lebenden französischen Mundarten". Dem Verfasser, stud. phil. rcc. Georg Walter aus Lengfeld, wurde der volle Preis zuerkannt. 2. Die Arbeit aus der englischen Philologie: .^Blankvers, Reimvers und Prosa im englischen Drama". Dem Verfasser, stud. plstl. Gottlieb Stephan aus Usingen, wurde der volle Preis znerkamrt. 3. Tie Arbeit aus dem Gebiete der indischen Philologie: „Sammlung im Indischen vorhandener umschreibender Ausdrücke (nach Art der norwegischen Kenningar) und Verarbeitung nach sprachgeschickstlichen unb physiologischen Gesichtspunkten". Verfasser ber Arbeit ist Tr. phil. Karl Rebegelt aus Hamburg; auch ihm würbe ber volle Preis zuerkamil.
Bei der wesentlichen Einschränkung des Eisenbahnverkehrs, deren Fortdauer vorerst nicht abju- schm ist, kommt bem Fahrrad als Verkehrsmittel eine noch wesentlickiere Bedeutung yu, als dies bisher schon der Fall war. Tie Kreisft ra hen- verwaltungen sind daher von dem hessischen Ministerium t>c6 Innern angewiesen worden, bei den nun nach Kriegsende in «msgedehntem Maße in Angriff genommenen Straße n her ft el- lungsarbeiten hierauf Rücksicht zu nehmen und insbesondere die Herrichtung der Fußgängerwege zum Fahrradverkehr und eventuell auch bte Umwandlung ber Reiterpfade für diesen Zweck ins Auge zu fassen. Auch soll insbesondere in der Mhe von Plätzen mit ausgedehnter Industrie geprüft werden, ob nach Lage der örtlichen Verhältnisse es sich nicht ohne wesenl- licbc Schwierigkeiten ermöglichen läßt, den Fadi'- vadverk'chr von den großen Verkehrsstraßen auf oe- soiidere Radfabrerwege abzulenken. Ties wird sich vielfach da unschwer erreichen lassen, wo Staats- oder Gemeindewaldgelände zu diesem Zweck in Anspruch genommen werden kann. Häufig wird sich auch der Ausbau von Fußgänger sckmeidepfaden für den Radfahrverkchr empfehlen. Tie hessisäxm Obersörftereien sind angewfen, die Anlage oder Benutzung solcher Wege zuziulassen. Hoffentlich werden auch die Gemeinden in gleicher Weise Entgegenkommen zeigen.
iM Liedrr unb I Id) bilden das Pi ioimmt der hiesige r'ai FrM Ar. j r^ieifttr Paul
i.- 6en Direktor i Wtt Usinger 5® tritt) von Mi . ^dausorches»rs g
ließ sich angesichts der tatsächlichen Lage nicht verwirllichen. Das schwierigste und wichtigste des neuen Versassungswerkes ist die Schaffung eines gerechten Ausgleichs der staatlichen Ansprüche zwi- sck)en Staat unb Länbern. Möge sie gelöst tverden in bem Sinne, daß neben ber Erhaltung eines staatlichen Eigenlebens ber Länder eine festgefügte Ruchseinheit und eine stark« ReickjSgewalt geschaffen wird.
Abg. Cohn (Unabh.) begründet den Antrag der Unabhängigen, tn der U-eoerschrift die Worte „Beriassung des Deutschen Reick;es" durch „Ber- fajfung der Deutschen Republik" zu ersetzen. Ter Redner tritt für den Einheitsstaat ein unb fordert, baß er mit allen Mitteln durchgefetzt gnrb.
Reichskommissar Dr. Prenß: Der Gedanke, daß bas Deutsche Reich eine Republik ist, kommt in der Versasiung durchweg zum Aufdruck. Will Herr Cohn aber den Namen auch in der ganzen Bersasjung beseitigt Een, so mil6:c ich entschieden loiderfprechen. Wir würden seist: erhebliche Wette nationalen Einheitsgefühls vergeuden, wenn wir den Namen beseitigen wollten. Ter Einheitsstaat ist zur Zeit in Teutschland nicht herstellbar. Wir lassen den Ländern die Selbständigkeit, die ohne Gefährdung der RcichSinteressen nötig ist. Es wird in absehbarer Zeit unmöglich sein, eine auf ganz anderer Grundlage ruhende Verfassmig Teutschlands zu fchafsen. (Beifall.)
Abg. Tr. Ablaß (Tem.). Es wäre völlig verfehlt, die Wahrzeichen des Deutscheii Reiches deshalb zu beseittgen, weil es nach ber Auffassung des Herrn Tr. Cohn ein Deutsches Reich nicht mehr geben soll. Ich lasse mir meinen Sbolz auf das Deutsche Reich nicht nehmen. Es iror ein Gebilbe, auf baS wir mit Recht stolz sein Durften. Ich kann mich nicht bereit erklären, durch die Geschichte der letzten 45 Jahre einfach einen strich zu ziehen. Tie Resolut,ton hat nur die Vcr» fassungsform geändert, an der Struktur des Reiches und der Bundesstaaten hat sich jedenfalls tatsächlich nichts geändert. Das Berfafsnngswerk ist auch in ber Frage des Einheitsstaates ein Kompromiß, aber rote ich als überzeugter Unitarer bekennen muß, ein recht respektabler.
Abg. Quarck (Soz.): Um agitatorischen Mißbräuchen und Mißreutungen rorgitbcugen, sind wir geneigt, für den Antrag C-ohn zu stimmen. Im Ausschuß sind wir mit aller Kraft für den Em- lieitsslaat eiiigctrcten. Tie Unabhängigen haben so viel Massenkundgebungen gemacht, aber ctiie für den Einheitsstaat nicht.
Ter Antrag, in der Ueberschrift „Verfassung ber Teutschen Republik" au sagen, wirb abgelchnt. Tie Ueberschrist „Verfasiung bes Datschen Reiches" wirb angenommen.
Bei ber Beratung über Art. I erklärt
Abg. Tr. Delbrück (D.-Natl.): Für uns bebeutet dieser Artikel ben Abstieg von einer großen Vergangenheit. Für uns entsteht die Frage, ob wir unser Siegel unter diese Tatsache drücken sollen. Wir verneinen sie, weil wir noch heute; grundsätzlich Anhänger der Monarchie sind. Ten- noch wollen wir auf dem Boden der neuen Tat- sackpen tveiter Mitarbeiten. Wo sind die Freunde eines Anschlusses Teutsch-OesterreiiM an Deutsck»- land geblieben? Wir verlangen im übrigen, daß wir ungehindert im ganzen Lande unsere Auffassung zur Geltung bringen können.
** Einschreibpakete wieder zuae- lassen. Aus Grund de- § 50 Ziffer 1 des Post gesetzes vom 28. Oktober 1871 wird vom 1. Juli an die Einschreibung (8 13, I der Poftordmmz vom 28. Juli 1917) bei Privatpaketen wieder ju- gelassen.
** Nationaler Studentenbund. den letzten Dagen hat sich an der hiesigen Umher fit ät eine Bereinigung von Studenten unter de» Namen „Nationaler Studentenbuud" geblldet. Er hat sich die Pflege des nationalen Gednntons und deutschen Volkstums innerhalb der Studentenschaf zur besonderen Aufgabe gemacht als natürnästi Gegengewicht gegen bit sozialiftischm Ideen. L kommenden Sonntag beabsichtigt ber Bund mit I» nem ersten Vortragsabend im Saale des Hotel Ei» Horn in Die Ocffentlichkcit zu treten und ladt nchal der Hochschule auch bte Einwohnerschaft Gießeili bazu ein.
** Der Freie Hess. Lanbesv erbavd Kriegsbeschäbigter unb Kriegshinterbliebener, Ortsgruppen Gießen, veranstaltet eine grrfc öffentliche Versammlung am Sonntag, 6. Juü, nachm. .2Vi Uhr, im Saalbau Caf6 Leib, Walltvr«! straße. Als Redner sind Steingrüber-Leipzig^ Funk- Bieben unb andere gewomien. Es findet freie Aussprache ftatt.
. Ter Zirkus Blumenfeld, ber in feiner EröffnimgSrorstellung am Dienstag bis! in .Die entferntesten Ecken geswpft roll war, stell» sich gestern abend mit einer GlanzvorüeUnng ben Publikum vor. Wieder boftete eS Mühe und M die zahlreich anbräitgeitbcn Zuschauermassen imto-j iubringen. Angenehm überrascht würbe man W| allem burch den fast „friebensmäßigen" Pferd- bestand. Tie prächtigen Tiere und vor allem dc Trvffuren ron Louis Blumenfeld waren fih Kenner und Liebhaber eine Augenweide. Des to | schränkten Raumes wegen kann nicht jebe Namms des umfangreichen unb gut jufammengeftrilto Programms gewürdigt werden. Von bcr kleim Betty Blumen seid, einer noch tnt zarten Kinde-- alter stehenden Trahtfeiltänzerin bis zur Pferd-! Voltige, der Schlußtrummer, muß sämtlichen Mit-j wirkenden hiermit ein summarisä)es Lob gesproitzo werden. Das Publikum war sehr beifallsfreubtg! die Spaßmacher und Auguste verftanden es a^\ gezeichnet, auf der ganzen Tonleiter des mensä-! lichen Zwerchfelles zu spielen.
Landkreis (Kiefern.
-6. Bersrod, 30. Ium. In den letzte Nächten wurden bet der hiesigen Schafherde neu« gute Hammel, wahrscheinlich zu I Mack.ltungen, entwendet. Ob Diebstahl oda Schleichhandel vorliegt, wird die Untersuche1 lehren.
x Wieseck, 1. Jull. Am 6. Juli, nachmittags 4 Uhr, findet hier ein KirchenkoU' z e r t statt zum Besten der beutfdjen Kriegs- uw! Zivilgefangenen. Es wirken mit Frau Schotte Wiesbaden (Sopran), Herr Gern Hard t-Gieb<" (Orgel), Herr Groß von hier (Violine und Ctor« leitung): der neubegaundete evangelische grauenchor tritt hier zum erstenmal in bif effentlichkeit, in Mückes „Gott grüße dich" M gemischten Chor erweitert. Das Programm bringt Site Volkskunst von Bach, Gounvd, Eampagnoll»! chubert, Reger, Hänoel, Zelter, Curschmann unb Schumann. Crntrittstorteit zu 1 TtorF im Vorverkauf in verschiedenen Geschäften. Angesichts des bf schränkten Raumes (500 Plätze) ist WiederholiMl in Aussicht genommen.
Kreis Büdingen.
** Der Postverkehr mit dem be> uIMn: hosselltlic setzten Teil Posens kann immer noch nicht ti zu spät! Die Eü ausgenommen toerben, weil die Polen die w gedacht wnv, Wetterleitung der Sendungen verweigern. An ^"2,- <2’ die in der Türkei zurückgebliebenen deutschen Truppen tonnen fortan 6o bührenfreie offene Karten abgesanot werden, SL Friedberg die außer mit der genauen Anschrift bej * trnnftaltet 'j Empfängers mit der Unteradresse: „Türkei über das Kabincttspostamt in Berlin C 2" zu versehen sind. " dk!üi Ewinri
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** Das Fest ihrer silbernen Hoch-I-biger Kani! zeit begehen morgen, Freitag, die Elielentc Frieor. « Digamfation roi Keller unb Frau, geb. Rahner, NorD-Anlage29. rid im ömblia m
** Vorschriften für ben Berke yr u Die Theorien der v ber Hauptreisezeit erläßt die Eisenbahudrreüion niderReichsccgieru^ Frankfurt in eine»: Bekanntmachung der heutig« «die Kaufleute nicht Nummer. । Lovvendigkcit eine


