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dem Pferde des Karl Frank III. Dienstnachrichten des Kreisamtei

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Darmstadt, 30. April.

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21 us dem 2Imtsocrlün6igungs'j|att.

** Das Amtsverkündigungsblati Nr. 22 vom 2. Mai enthält: Bekanntmachung für wirtschaftliche Demobilmachung, Nr. F. R. 560/8. 19 K. R. A. und Bekanntmachung des Reichs­ministeriums für wirtschaftliche Demobilmachung, Nr. F. R. 570/3. 19 K. R. A. Verordnung, die Meldepflicht brr Ausländer betr ftend Vom 1. April 1919. Di> Heimreift ruf ilcher Kriegs­gefangener. Versorgung der Schuten mit Brtnn- stoss. Anbau und Ernteslächcerhebung 1919.

tn ^Beratung deü Hauptvoranschlagrs fortgesahren. ..

Al>ci Pagenstecher bemerkt, bar, zum Kap. Thmflerium der Justiz noch eine R>il)e von An­trägen varliegen und bittet, die Anträge anzu- pjcbtnru. ^>aöu tont men mehre oe Vorstellungen deS

Dräsident Adelung eröffnet 10,30 Uhr die Sittung, der eine FinanzmkSschust-Berattmg ausging Das Sxm4 ist schwach besetzt. Es

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Gketzener Stadttheater.

Tanzgastspiel Ruth Schwarzkopf.

Gießen, 2. Mai 1919.

Der Vergleich mit Hannelore Zi.gler ist un­vermeidlich. Zwillingsschwestern möchte man oxl- nehmen, deren Aehulichtcit die körperliche Struk­tur und selbst Kopf und Gesichtsbitdung bestimmt. Wesensverwandtl-eit im Tanze. Und doch bestehen grundlegende Unterschiede. Ruth Schwarzkopfs Ar- Hat noch toeniger Hochkultur, ersch-int ör.cr von einem Hauche ungezwungener Naivität umrveht, bis man merkt, daß sich manchmal Ungeivrmt^ dahinter verdeckt. Ihr Körper ist weniger herb, als der Hannelove's, ebenso harmonisch durch- modelliert und schmiegsamer in nzcidtf Gesten hin­ein. Sic hat ebenso stilvolle Kostüme fbcfonberä im Moment musical, wo die Flöte überflüssig war, «und in Soko'-, die die Anmut des prachtvoll ge^ gliederten Kövpers noch gehaltener hervurrrete>ß ließen. Tas bezaubert und besticht und täuscht viel­fach darüber hinweg, daß ihr Tanz nicht aus der Musik heraus geboren, sondern an sie herangetra­gen ist. Sie setzt literarisch EinsÄlel Amazone. Anitras Tanz) oder literariftbe Reminiszenzen in Musik um, wie in den Volksweisen, und läßt oen Tan) zur Pantvmine werden. 3ic halt sich auch weniger an den Rhythmus (Hannelore Ziegler) als an den Takt der Musik, während das eigentliche musikalische Fluidum, die Seele eines Musikstücke-, bisher nur von Grete Wiesentlial oder Clotilde von Terp aufgefangen wurde. Schon die Wahl der Musikstücke spricht nicht für vertieftes musikalisches Empfinden, auch das Ausweichen vor jedem drama­tischen ober tragischen Akzent. Tie geniale Tän­zerin ist immer noch nicht da. Aber Ruth Sdjtt» köpf hat er nach allen Einschränkungen ben Vorzug des ungezwungen Gefälligen, das tei lliunflmittel bedarf, um zu entzücken. Man sie immer wieder gerne sehen und sich von spielerischen Anmut ihres tanz geschaffenen Pers entzücken lassen.

Bor Beginn der Tänze trug Oberregisteur Teleky einen Vorspruch Direktor Steinaoetters vor, der von der Tanzveranstaltung die Brücke schlug zu dem Hilfswerk für die deutschen Kriegs- und 'Zivilgefangenen, zu deren Gunsten in der Baust

tmb Liiuserfchlvc uoerh'ilen. Meimtt siriiH' «ien Millers Cdmij ghie frltomelfcnbe I ,) zu vrrkau Dammltr.

Militärische Angelegenheiten. Kreis ürsorge» stelle für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterblie­bene sGiesten-Land). Befahren von Ueberwegen. ^Gefahr der Einschleppung von Seuchen durch polnische Landarbeiter. Erlöschen der Räude bei dem Pferde des Karl Frank III, in Grünberg

Samstag.

Die Vutterversorgung der Stadt «ietzen.

Ein Eingesandt, daS unS zuging, beanstan­det den Geschmack der von der Stadt zur Der teilung gelangenden Butter. Es heiht darin: Es ist sehr erfreulich, daß eS für Gießen fast veyelinästig wöchentlich das vorgesehene Quantum Butter gibt Weniger erfreulich aber ist, baft das, was man als Butter erhält, als solche wohl kaum bezeickmet wer­den kann, und dast sie geradezu ungenießbar ist. DieShutter" hat einen vollständig ranzigen Fischgeschmack, ähnlich wie verdorbener Fischtran, so daß man sie lediglich zum Schmelzen ver­wenden tonn. Wo bleibt die Butter vom Lande? Ist es wirklich notig, in unserer fettarmen Zeit ettvas derartiges der Bevölkerung zu bieten?

Gerade so gut wie früher, noch vor wenigen Monaten, die Butter in anstäirdigem und geniest­barem Zustand ausgegeLm wurde, müstte dies auch jetzt gehen. . , . ,

Wir haben unS auf Grund dieses Eingesandts an das Städtische Lebensmittelamt gewendet und folgende Aufklärung erhalten:

Am 24. Februar d. IS. erhielt die Stadt Giesten, nachdem die ®uttcrt)erfotgiinff mehrere Wochen vollständig versagt batte, 338 Zentner Butter zugeteilt. Nach den geltenden Bestim­mungen dürfen wöchentllch nicht mehr wie 40 g Butter für den Kopf ausgegeben werden: dtes er­gibt einschliestlich der Miniken eine wöchentlickie (Gesamtmenge von 2830 Zentner für die Stadt Giesten. Unter Berücksichtigung von kleineren Men gen, die von der Molkerei Schotten Übepmefen wurden, war die Stadt Giesten durch die Zu­weisung der Landes-Milch- und Fettstelle auf etwa 1112 Wockien im voraus versorgt. Tie rüge- wiefene Butter befand sich in Tonnen, es handelte sich um dänische Butter. Die Butter wurde im Kühlvaume de- Städtischen SchlachthoftS ein- gelagert und wird regelmäßig durch die Firma Grreb auf ihren Zustand geprüft. Nach deren Ansicht stammt die Butter aus dem »erbft vorigen Jahres.

ES ist ohne weiteres klar, dast die Qualität der SButter nicht mehr einwandfrei sein tonn. Bei der Landes-Milch- und-Fettstelle wurde be­reits beantragt, dast die überwiesene Butter gegen frische Butter umgetauscht wird. Tie Landes-Milch' inü> Fettstelle hat dem bisher iwch nicht entsprochen. , ,

Tie Stabt Giesten tonn froh sein, dast sie durch Ueberweisung einer größeren Butter- menge in die Lage^Aesctzt war, die BesölkernM

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Vereins mittlerer Jnstrzbeamten. Die Regierung soll ermächtigt werden, die Einstellrmg ab 1. April erfolgen zu lassen. Die übrigen Vorstellungen des Vereins sind erledigt. Nach Mitteilung des Vor­sitzenden sind die Parteien darin übereingekommen, die einzelnen Kapitel ohne Debatte zu erledigten. Tie Anträge des Ausschusses, die vom Bericht­erstatter vorgetragen wurden, werden angenommen.

Es folgt die Beratung von Kap. 23, Ministe­rium des Jrmern; Kap. 23 mit 35 werden geneh­migt, ebenso Kap. 36, Landesuniversität.

Abg. Kiel (U. S. P.1 bemerkt, dast die Wäsche- linnen und Näherinnen bei der medizinischen Klinik in der Teuerungszulage schlecht abgefchnitten haben.

Nach Erledigung des Voranschlags und einer längeren Pause in der der Finanzausschuß zu- fammentritt, beginnt das Haus die

Dera ung des Finanzgesehes, über das Abg. Delp (Soz.) Beruht erstattet. Tie Ausgaben der Bolksräte, Die die Genehmigung der Vollslämmer erfordern, waren im ^ntcreffc deS Landes und des Reick)es Das Haus genehmigt die von der provisorischen Regierung geschaffenen Mastnahmen.

Aba Eistnert berichtet über den Ankauf eines Grundstückes in Giesten zum Preise von 170 000 Mark. Ter Ankauf wird genehmigt. Der Voranschlag für 1919 ist damit abgeschlossen.

Abg. Dr. Osann berichtet über die Regie­rungsvorlage. Entwurf eines Finanzgesetzes für 1919. Der Entwurf wird einstimmig genehmigt.

lieber die Regierungsvorlage, betreffend Ver- cinbanmg mit dem früheren Ärostherzog wegen des Ucberganges der Dausbomänen in das Landes- eigentum berichtet Aba. Dr. P a a e n st e ch e r (Temokr.l. lieber den Inhalt der Vereinbarung wurde gestern bereits berichtet. Tie Vorlage wurde von allen Parteien angenommen, nur bei den Sozialdemokraten stimmten drei Abgeordnete da­gegen.

Nächste Sitzung Dienstag den 5. Mai. Wotitaubearbeitcii.

rm. Darmstadt, 1. Mai. Der Hess. Volks­kammer ist eine Regierungsvorlage zu gegangen, in der die Bewilligung von 300 000 Mark für Notstands arbeiten als Anteil des Hessischen Staates zu tragen sein wird, nach­dem das Reichsministerium beschlossen hat, dast die Zuschüsse zu ben öffentlichen Notstandsarbeiten zu 3/e vom Reich, 2/(, von Heften und */§ von den Ge meinden getragen werden. Das Reich hat die Gewährung von Zuschüssen nur für solche Arbti ten in Aussicht gestellt, bte am 15, Juli d. I. been- bet sind.

JT Lämmer *1 vtMutltrlainm-r MrouSaancrZi> rtiugcbcn yicrbur fe56, e>intergb.i liinUL-oäienalir Zicgcnmuticrlami Wwen tu verk. o toiftenb. gPepSi jjegen'Mntterla I oertauien.

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Theiß,

Nitr E, s^avlaMafle^.

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Ans 5taöt nnd Land.

Gießen, 3.Mai 1919.

Da» amerikanische Schweinefleisch.

Pessimistisch^ Gemüter, «die sich nicht viel davon versprackxen, schcuren Reckst zu bel-alderr. Erst kam es nicht, bairn war es trichinös, jetzt ist eS da und lAelangt nicht $ur Ausgabe. Warum? Weil daS Hess. LanbesemLhrunflramt vergessen l-atte, den Sck^lüssel mitKuschickeTr. Nicht ben Schlüssel zum Waggon, sondern Mr Verteilung. Also müssen wir abwarten und rn-wischen. wird daS Schweinefleisch immer weniger. Denn es hat den Anschftn, als vb lös gar »richt für den Kreis Giesten altern be* stimmt Nuüre. Eine Nvti^ des Kreiscnntes, die toir naickOehend folgen lassen, kündigt schon die Mit- txriorgntTtfl der Friedb. rger InduÜri?gemcindeu an: Das American i sche Schweinefleisch

Die in Nr. 100 des Giestener Anzeigers vom 30. v. Mts. iPebrach'e Notiz ist dahin zu berichtigen, daß das Sck/vernesleisch nickst für die Fleischver° sorMNssberochtigten deS Kreises Giesten, sondern für die Bersorgungsberechligten der Industrie' gemeinben der Kreise Giesten und Friedberg bestimmt ist. Tie auf den Kreis Giesteit entfallende Meng.' gestattet nickst, alle In' bulhiegemcinben auf einmal tzu versorgen, es fnüffen vielmehr einzelne Jndustrieorte sich bis wm Eintreffen einer weiteren Sendung gedulden. Auf den Köpf der verforgungsbervck,ftgten Bevöl- teruug entfallen für Erwachsene 125 Gramm, für Kinder unter sackp Ialwen die Hälfte.

Tas einzige, was sestzustehen frfjemt, ist, dost wir in dieser Woche, also heute am Fleischrusgäbe-

neue Forderungen der Bergarbeiter.

Voch um, 2 Mai. (WTB.) Die Ar­beitsgemeinschaft der vier Bcrgarbei- terver bände richtete an den Zechenvcr- 6anb eine Eingabe mit folgenden wirt- fchas11 ichen Forderungen: Löhner- hül)ung, Ausgleich der LSHne, Befeitiaung der Soßen Lohmtnterfchiede, dreiuialigeLohnzah- ng im Monat, Erfüllung der Forderungen auf knappfchaftlichern Gebiete, Einführung eines Urlaubs der Bergleute mit Fortzahlung des Lohnes, Einsetzung einer Kommission zur Prüfung der Frage der Sechsstundenschicht, Schichtregulierung in Betriebspunkten mit hoher Tenrperatur, Ausschaltung des Unter­nehmertums im Bergbau, Vergütung für Re­vierräte, einheitliche Regelung der Deputat­kohle für die Witwen und Hinterbliebenen der .Bergleute, Anerkennung der vier Beraarbei- terorganisationen als alleinige Jntereffenver- tretung der Bergarbeiter Deutschlands.

Ei« Streik der Buchdrucker in Stettin.

Stettin, 2. Mai. (WTB.) Heute traten sämtliche Buchdruckergehilfen wegen Lobnsorderungen in den Ausstand. Die hiesigen Zeitungen sind dadurch am Erscheinen verhtudert.

Aus dem Aeiche.

Derndurg über Deutschlands Finanzkraft.

Berlin, 2. Mai. In der Berliner Handels­kammer sprach Reichsminister Dr. Der n bu r g über die deutsche Finanzlage im Verhältnis zu einer Kriegsentschädigung. Na chseinem Vortrag kommen wir auf einen lebensnotwendigen Reichsbedarf von 17 429 Millionen Mark, von denen 12 Milliarden noch durch Steuern aufzubringen und zu decken sind. mU die Gesamtlast des deutschen Reiches zu überleben, must man aber auch alle Kosten, die in ben Staaten und ben Kommunen entstehen, dazuziehen. Das waren vor dem Kriege 2,8 Milliarden, sind jetzt aber 5,6 Milliarden. Wir kommen also auf 2 3 Milliarden Mark jährlicher Be­lastung Auf diese hinaus must noch dasjenige gelegt werden, was man an Franksch abführen tonn. 23 Milliarden Steuern bedeuten mehr als daS Doppelte des gesamten Einkommens aller Prensten über 3000 Mark. Nichts veranschaulicht deutlicher die Lasten, die in Zukunft von den Einzel­wirtschaften zu tragen sind Für die grasten Ein­kommen wird in den höchsten Stufen die Gesamt- befaflung nicht weit unter zwei Drittel b e 5 Einkommens zurückbleiben. Aus alledem ergibt sich, dast die Zahlcma einer Kriegsentschä­digung in &öhe von 125 Milliarden Francs ober auch nur in jährlichen Raten von vier Milliarden ganz außer dem Bereich aller Möglichkeiten liegt.

Derfafiunflotbtn^e Dolfstammer öes Sreiftantes Reffen.

17. Sitzung vom 29. April /NachmittagSsitz'mg).

Dor Eintritt in die Erörterungen der Nach- mittagösitzung erklärt Fmanzminister Henrich:

Herr Dr. O f a n n bat einen Artikel betomtt- Wi*en, der meinen Namen trägt und der als Artikel Verurteilung verdient Wie der Artikel in die Oefsentlichkeit kam, weiß ich nicht. Ich er­kläre es mir so, daß ein Privatbrief als Artikel verwendet worden ist. Ich werde bat Dingen nach­geben und darüber ben Kollegen Rechenschaft geben. Dost Herr Dr Dfamt sich diesen fetten Bissen nicht entgehen liest, ist selbstverständlich Er kennt ia keine andere Aufgabe, als der Regienmg Knüppel Zwischen die Beine zu werden, sie anSeinanber zu sprengen. Das wird ihm nicht gelingen Wir haben feit her harmonisch zusammen gearbeitet. Es find w-niger die Herren von der sozialdemokratifchen Seite, die Herr Dr. Osann in sein Herz gefckckoften bat, als die Herren von der bürgerlichen Seite. Die Bestrebungen deS Herrn Dr. Ofann find durchaus auf der Höhe, sie befähigen ihn dirrchauS auf G' stvorsteiluncvn auf Seiten der llnabbänrdgmt und Spartakisten Wenn Herr Kollege Dr. Ofann ver­sucht, hier Streupulver in die Reaierung einzu- ftrruen, mich stört er dabei nicht. Wir find in die Regierung emgefreten nicht aus persönlichem Ehr­geiz, es bandelte sich darum, dast man in ben schweren Zeiten da, wo man verlangt wirb, die Arbeft leistet, die man zu leisten hat. Ich versön- sich sehne den Augenblick herbei, an dem ich mein Amt nteberfegen !aim.

E? folgt die Beratung der Kapitel: Ministe- ihim der Justiz, Gerichte, Strafanstalten, 8897. Just st, Minister v. Brentano äustert sich kurz über die Tätigkeit seines Ressorts. Die neue Re­gierung ist lel>enslghig, sie must aber mich eine '.TräHigr, in der groben Majorität des Hanfes ver­ankert«' Regierung fein, wenn sie Friede, Ordnimg und Freibeit verbringen, verschaffen will. Die AmtsanwSlte bei den groben Städten müssen in definitive umgewanbelt werden, eventuell in Staatcanwalt 'stellen. Wir erachten 9 neue Richter- fiellen für absolut notwendig Den Wlmfchen her verwendeten Assessoren ist im wesentlichen ent­sprochen, für eine bessere und schnellere Ausbildmrs der Referendare ist gesorgt worden Im weiteren Verlaufe seiner Rede geht der Justiz Minister auf die Wünsche aus Awvaltskreisen näher ein, ver- toettbet sich für die Notariate und behandelt aus- sührlich i ie Neuerungen auf dem Gebiete der Rechts­pflege Die seit November bestehende und von der Bollskammer anertormte Regierimg bat in stetem Einvernehmen gearbeitet, und ich kann nur wün­schen, dast dies auch weiterhin geschieht.

Abg Engelmann (Soz.): Bei Erlast von Amnestien sollte man dem Bolrsempfinden Rech­nung tragen. Wucherer und Schleichhändler sollten ausgenommen werden Im EhescheidrmgSverfahren müstte eine andere PrariS eintreten.

Aba Wittig (Soz.) bringt Beschwerden über We unterschiedliche Behandlimg der Gefangenen in Butzbach unb ben Direktor be5 Zellengefäng- nisse' vor

Schlust der Sitzung Va7 Ubr.

Nächste Sitzung Mittwoch VJO Uhr.

Meldrpfticht der Ausländer.

Im Interesse der Aufrechterhaltung bträffend hichen Ruhe, Oronung unb Sicherheit hat sich jeder über 15 Jahre alte, zur Zeit innerhalb beb nicht vom Jein de besetzten hessischen Staatöüebietcs auf hältlichc Ausländer oder Staatenlose binm:^ 5 Tagen nach der Veröffentlichung dieser Anord fttung bei dec für ihn zuständigen Ortspolizei' kbehörde (in ben Städten bei seinem Polizeirevier, (unter Vorlegung seines Passes oder des als Past^ ersotz dienenden amtlick>en Ausweises persönlich zu «melden. DaS gleiche gilt für jeden Ausländer oder Staatenlosen, der zu dauerndem ober vorüber­gehendem Aufenthalte zuzieht. Er hat die Meldung Vinnen 24 Stunden nach der Ankunft zu bewirten und bei jedem Zuzug von neuem zu erstatten Seinen Paß ober Patzersatz hat er jederzeit tbe- ftch zu führen und auf Ansordern ben zuständiqen Sicherheitsorganen vorzuzeigen. Wer der Vor schrift zuwiberhandelt, wirb zur Feststellung seiner Persönlichkeit unb Prüfung der Papiere festge­nommen.

Braunstein. Die Bekanntmachuirg Nr.E 1100/5.17 K. R. A., betreffend Beschlagnahme und Vestandserhebung von Braunstein vom 20. Ium 1917 tritt außer Kraft.

Kreisfürsorgestelle für Krieg--, beschädig te und Kriegshinterblie­bene sGießen-Land). Ms Mitglieder des zu errichtenden Beirats sind insgesamt je zwei Ver­treter der Kriegsbeschädigten, der.Üriegshinterblie- Ibenen, der Unternehmer und der Arbeitnehmer zu berufen. Sie sollen im Kreise Giesten ihren Wvbm sitz haben. Für ihre Berufung sind die von den Wirtschastsorganisationen der Unternehmer unb Arbeitnehmer, sowie der Kriegsbeschädigten und Kriegshin terbliebenenvereinigilngen ein gereichten

Vorschlagslisten maßgebend. Derartige Organisa­tionen, die eine entsprechende Anzahl von Mit­gliedern haben, haben bis mm 10. Mai fe rn Kreis" amt Giesten Vorsckstagslisten einzureichen. Vor­schläge der Wirtfckastsoryanisationen der Unteineh- nter usw. haben sich lediglich auf die .Berufungen ans ihrem Kreise zu beschränken. Zu beachten ist, bte Borschlarslcften keine für bxe Fursorgestelle bet der Stadt Gießen in Aussicht genommener Per­sonen enthalten. Frauen kommen besonders für die Vorschläge aus dem Shvife der Strieg< l)inteTl ( ebe­nen in Betracht. Die einzureichenden BorsthlagS- listen sind von dem Vorsitzenden der betreffenben Organisation mit seirrer Adresse zu miterzeichnen; bei Einreichung derBorschlagslisten sind nähere An gaben Über die Größe und Bedeutung der Organb sation oder Vereinigung zu machen. Bei den dinigiingen der K^iegSlEschädigten und Kriegs­hinterbliebenen dürfen nur solche ütriegSbefchädigte bzw. Kriegshinterbliebene mitgczählt werden, die MilitärversorgungSgebühmisse ber eden. Veieini jungen von Kriegsbeschädigten, d« gleichzeitig autfc Ätiegdlnnterbliebene zu chren Mitglieiern aüblen unb deren Interessenvertretung satzungsgemäß übernomuren haben, werden bei Bildung be«3 Bei rats nicht nur als Skreinigungtm der Shnegsl'e'schL' bigten, sondern auch alS Vertreter der Krieg-5Hinter­bliebenen behandelt.

Vorsicht bei Ei f enba hn Ü ber g än- yen. Wegen ber sich wiederholenden Eiserrbahn- hinf4IIc durch Ueberfahren von Fuhrwerken auf un­bewachten Ueberwegeir weist das Kreisamt die Fu hr- ,werkSbcsitzer barauf ltzn, bei Befahren von lieber- wegen die Warnungstafeln zu beachten, sowie nacb rechts unb links Umschau zu halten, ob kein Zug in Sicht ist. _ ,

Die RLude ist bei dem Pferde des f.Karl Frank III. in Grünberg erloschen. Die ongeorb- jwten Spcrrmahreseln ftnb aufgeboben.

regekmäbig beliefern zu können. Ter Ver­hältnis fug geringe Hebelftanb, daß bte Be- schassenheit ber Butter nicht mehr einwandfrei [er, fällt dagegen nur gering in die Wagschale. Ta in etwa 1014 Tagen bte Butter aufgebraucht fein wird, ist damit zu rechnen, daß neue Zu­weisungen in besserer Beschaffenheit er­folgen werden.

Infolge der ungenügenden Abliefe­rung von Milch hat die Firma (Stieb in den letzten Wochen kaum buttern können. Die zur Verfügung stehende Vollmilch reicht kaum zur Besrtedigung des Bedarfes ber Bollmilchversor­gungsberechtigten (Kinber, Stillende, Kranke v.sw.1 aus. Aus der in der Molkerei gewonnenen Butter sind nach Anweisung ber Landes-Milch- unb Fett­ste Ue in erster Linie die Selbstversorger, die Milch abliefern, mit ber ihnen zustehenden Memge Butter zu beliefern. Die von ber Molkerei Gviev erzeugte Butter iunterliegt ber Verfügung der LandeS-Milck>- und Fettstelle, eine Uebenveifung an die Stabt Gießen konnte nicht erfolgen, da Ueberschüffe an Butter nicht erzielt wurden.

** Ausgabe von Buttermilch. Von Montag bis SamStag gelangt in ben Verkaufs­stellen ber Firma Gebrüber Grieb Buttermilch zur Verteilung. Siehe Betanntmachung.

L. U. Von der Landesuniverfität Gießen. Der ordentliche Professor ber Rechts­wissenschaft aii der deutschen Universität zu Prag Dr. Adolf Z y ch a ist mit Wirkung vom 1. Cfc tober 1919 zum ordentlichen Prostftsor in der juristischen Fakultät der LatweSuniversität Gießen ernannt worden.

** In einer Versammlung der Pri- vatanyestellten, die Donnerstag morgen: 10 Uhr im Philosophenwald stattsand, hielt Jng. Bote-Stuttgart einen Vortrag über das Mit- destimmungsrecht der Privatangestellten. Ter Red­ner begrüßte die Einführung des Achlstnndentages unb verlangte als Minimum ber sozialen Gesetz­gebung die Gleichberechtigung zwisck)en Arbeit­geber unb -nehmer im Ansijellnngsvertrage und sie vertragliche Zui'ick)erung ber Bezahlung von Ueberstunden. Um bies zu erreichen, müßten sich bte Angestellten ihrerseits ben Arbeitgebervcr- bänben gegenüber zusammenschliesten unb ben Ta­rifvertrag fordern, ber hinter dem individuellen. Arbeitsvertrag fielen müsse. Im Tarifvertrag sol­len alle Püntte enthalten fein, die das Ardeits- verhättnis beljtirrfcbcn: Mindest gel-alt, Arbeitszeit, Ueberstunden, Urlaub, Pensionskasse Versiche­rungswesen, Erftnderschutz usw. Die Konkurrenz- klausel sei anszuschalten. Besonders M begrüßen fei ber durch die Revolution geschaffene Angestellten­ausschuß, dessen Hauptausgiabe die Auslegung des Tarifvertrages und die Verteilung der Arbeits­zeit sein müsse. Tie wich igste Ausgabe sei jedoch das Mitbestimmungsrecht bei Entlassung, Kün­digung unb Einstellung, wie es in Berlin erreicht iirorben sei. Sodann verbreitete sich der Redurr über das Wesen ber Betriebsräte, die Arbeitskraft und 5bapitol gleichstellen wollten. Hierauf sprach Herr Seitz als Vertreter des Zentralverbandes ber Handlungsgehilfen. Er wieS daraus hin, baß sich die Entlohnung des Angestellten gegenüber dem Arbeiter wesentlich verschlechtert habe. Teft Angestelltenaussckmß werde hier abhelfen und die feile Organisation. Ter ZentralverbMid habe 2Ö0000 Mitglieder und vertrete rücksichtslos die Jntereften der Angestellten. Gcwerkschaftssekretärr Mann führte aus, der Angestellte habe sich bis- ber gegen den Arbeiter mißbrauchen lassen und habe als Lohn dafür die schleck>ten Gehälter ge­erntet. Ten Arbeitern werde es lieb fein, bia Angestellten zu unterstützen, wenn sie sich zu ge­werkschaftlichen Organisaüonen zusammenschließen. Der Versammlungsleiter Leppert stellte dis Einverständnis der Anwesenden mit dem bisher OJefagten fest. Falls in einer Firma noch kein Angestelltenausschuß bestehe, möge man sich an die Wirtschaftl. Vereinigung wenden. In deren Namen führte Herr Eiber t aus, die Wirtschaftliche Ver- tinigimg lehne eS ab, Schlepperdienste für den Zen­tra (verband ;u leisten. Sie sei neutrpl. Sie heiße eS gu^ parallel zu ben Arbeitgeberverbänden zu marschieren und verlange vor allem, daß die weib­lichen Kräste den Kriegsteilnehmern Platz moch­ten. Znm Schlüsse sprach der erste Redner noch­mals für organisierten Zusammenschluß.

** Der SchlichtungSausschuß hat in einer Arbeilsstreitigteit der Bäcker unb Konditoren mit ihren Arbeitge^rn einen Schiedsspruch gefällt, ber auS dem Anzeigenteil zu ersehen ist.

** Der Deutsche Offi-ierS-Bund hält Domierstag den 8. Mai, abends 7'/, Uhr, eine Mitglieder-Versammlung und VortragsÄtend im Saalr des Gasthofes Hindentmrg ab.

** O ber he s s i s che r Kunstverein. Die GemLd'-Ausstellung ist natb Utägiger Pause von morgen an wieder geöffnet. Trotzdem die an gemel­deten Münchener Bilder nicht eingetroffen sind, ist die Ausstellimg mteressant, abwechslungsreich und Mw großen Teil mit bertwrragenben Kunst­werken beschickt. Geöffnet ist sie Sonntags von 11 bis 3, Dienstags Millwochs und Freitags von 11 'bis 1 und am Mittwoch nachmittag von 35 Uhr

** Befitzwechfel. Bäckermeister Emil Hanke erwarb für ben Preis von 52 500 Mk. daS Grundstück des Bäckermeisters Priest, Ebelstr. 2.

** Fortbildungsschule. Es fei nochmals darauf hingewresen, daß der Unter­richt an der hiesigen Pflicht-Fortbil- d u n s ch u l e nächsten Montag, 5. d s. Mts., nachmittags 4 Uhr, im Schulhause in der West-Anlage beginnt.

** Uniform jobben. In der Mhstube der Ktiogssürsorge, Walltvrstraste 24, kommen schwarz (tefärbte getragene Militär-'U.nifdrmjobpen zum Preise von 16,00 MarV per Stück zum Vertouf.

* Tas Verbot deS Handels mit getragenen Kleidern tritt am 1. Mai 1919 in ber Stadt Gießen außer Kraft. Das Ver­bot deS Handels mit getragenen Schulxm unb son­stigen Altlederwaren bleibt noch bis auf weiteres bestehen.

* Lichtspielhaus. Auf Grund einer Reihe von Anfragen hat sich das Lichtspielhaus nach dem Schicksal der angeblich von Münchener Spartakisten ermordeten Henny Porten erkundigt unb erfahren, dast eS sich um ein törichtes Ge­rücht handelt. Die Künstlerin erfreut sich besten Wohlseins. Sie spielt gegenwärtig in einigen Films im bayrischen Hochgebirge, wodurch das Gerücht begünstigt wurde. (Wir vermuteten gleich, dast es sich um eine plumpe Reklame der Film­diva handelte. D.

* I n den Sckwarz-Weist-Licht- fpielen, Seltersweg 81, kommen ab heute bis Montag das große Detektiv-AbenteuerDunkle Wege" mit Plrantomas in ber Hauptrolle und das LustspielPrompt und fchmer»loS" zur Auf- sÜhNML

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