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)( Marburg, 1. Aug. Tas Schö ffen- gericht verurteilte eine» Studenten, der ein kleines Mädchen ins Wasser gestoßen batte und e5 einer anderen Frau überließ, das Kind in Sicherheit zu bringen, zu 500 Mk. Geldstrafe oder 10 Tagen Gefängnis.
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Im ganzen: Vor manchem Bildchen möchte man wie eilt Jahrmarktsschreier stehen und jubeln: „Noch nie dageweien, meine Herrsü)aften! Tas muß man gesehen haben!" W. B.
Die ttommunatwahlen.
** Langsdorf, 1. Aug. Bei der Beigeordneten-Stichwahl war die Wahlbeteiligung ziemlich stark. Es wurden 451 Stimmen abgegeben, davon entfielen auf Will). Schiel II. 240 Stimmen, auf Herrn. Kneipp II. 209 Stimmen, 2 Stimmen waren ungültig. Der Gelvählte ist 46 Zähre alt und gehört schon 18 Jahre dem (Hemeindcrat cm.
O Landenhausen, 2. Aug, Zur Gemeinderatswahl einigte man sich auf eine gemeinsame Liste der Bauern und Arbeiter. — Bei der Bürgermei st erwähl wurde der bisherige Bürgermeister Christian Henkel mit nicht ganz 100 Stimmen von 450 Stimmberechtigten ohne Gegenkandidat wiedergewählt. Bei der Beigeordnetenwahl wurde Landwirt und Gemeinderat Johannes Stock III. infolge eines großen verwandtschaftlichen Anhangs mit 30 Stimmen Mehrheit gewählt, obwohl der sozialdemokr>D- tische Gegenkandidat Zinn eine allseits beliebte und geschätzte Persönlichkeit ist. Ta zu den Stimmzetteln für Stock zweierlei Papier benutzt wurde, ist die Wahl von sozialdemotratischer Seite jedoch angefochten worden. Da die Reklamation aber vom Kreisausschuß des Kreises Lauterbach kosten- pflichtig abgewiesen wurde, wird sie an den Provinztalausschuß weftergegeben werden. Vom sozialdemokratischen Kreisvcrein wurde Maurermeister Hrch. Zinn als Kandidat für die Wahlen zum Kreistag und Provinzialtag ausgestellt.
er. Röthges, 31. Juli. Bei der Beigeordnetenwahl wurde Ludwig Dam er mit 65 Stimmen gewählt. Die Wahlbeteiligung war gegenüber der Bürgermeisterwahl um 9Proz. zurückgegangen. Der Grund dürfte darin zu suchen fern, daß die Bereinigten Parteien (Heft. Volks« partei, Mehrheitssozialisten und Demokraten) den Landwirt Georg Metzger (H. Vp.) gegen dessen Willen als Kandidat einige Stunden vor der Wahl • aufgestellt hatten. Hierdurch entstand erstens die geringe Wahlbeteiligung, zweitens einige zersplit- : terte Stimmen. Metzger erhielt dennoch 61 Stimmen.
vermischte».
Mincnopfer.
Berlin, 1. Aug. Dem „Berliner Lokal Anzeiger" ‘roirb aus Wilhelmshaven berichtet: Tr> Heringslogger ,F)rirud" und „Lerchs' sind nut eine Mine gelaufen. 8 ^Personen sind ertrunlen
oz. Baden-B aden, 1. Aug. Die Karlsruher Staatsanwaltschaft bat den hiesigen Spor tingklub aufgehoben. Dieser SpielklNb war von Berliner Vertretern der „Spielbranche" begründet worden.
*DieAdelsPrädikatesind geblir- ben. Der Adel ist in Deutschland ebensowenig abgeschafft wie die damit bertmnbenen Ausdrücke, wie Erlaucht, Durchlaucht usw. Wenigstens macht hiervon der Minister des Innern Heine in einer Ver fugung an den Ober Präsidenten in Münster in Westfalen Gebrauch. Euere Durchlaucht, heißt cs- bar in, wollen den Herrn Regierungspräsidenten tzn Arnsberg hiervon benachrichtigen.
* Vom Minister zum Zeitungö- Händler. Ten entgegengesetzten Weg, wie in Amerika, vom Zeitungsboy zum Millionär, scheint es in der deutschen Revolution xu aehen. Der ehe malige Minister für öffentliche Fürsorge in Bayern Unterleitncr, ist stellenlos und widmet sicb jetzt dem Sttaßenhandel, indem er Zeitungen ver kaust.
♦ Was nicht alles rationiert wird. K affe 1 hat sich zuguterletzt noch zur Rationierung des Kautabaks verstehen müssen. Es gibt für jede männliche Person über 20 Jahre eine Kautabakkarte aus. Auf jeden einjehien Abschnitt der Karte wird in jeweils bekanntgegebenen Geschäften eine Rolle Kautabak Der ab folgt.
Vderhesflscher lkunstverein.
Berliner Zeichner.
Trotz des Einspruchs anderer Großstädte kommen sie von Berlin, Dresden sofort nach Gießen: elf unbekümmerte, verwegene Zeichner. Unser unentwegtes Schmunzeln und ein freudiges Begreifen dieser kühnen Bilder werden der Leitung des Oberhessischen Kunstvereins der schönste Tank dafür sein, daß yjt diese Ausstellungen gewannen. Nicht Tinge, die nur an klingen, nicht nur Möglichkeiten, nicht Kümpfe um neue Wirklichkeit wollen uns gcsangcnnehmen. Hier keimen Wahrheiten auf, die ohne Folgerung und ohne Zweck wie Zufälligkeiten anmuten. Tas Wesentliche ist im Einfachsten gegeben. Ter Inhalt weicht dem Achtunggebietenden aus uno wird in Dingen gefunden, die entmenscht wie Masken oder Puppen oder der Ausdruck einfach empfindender Subjekte sind. Denn der größte Reiz ist hier, wie subjettiv dec Maler ist, ein springender Reiter in Form und Farbe. Im Erschauen sind wir Erleben Ijingegeben. Und das Schönste ist: Zur Erkenntnis aller aufgehängten Herren führt ein Weg, das Dachon.
Und nun die ErntzeLnen! Heinrich Zille! Bitte, halten Sie sich das Taschentuch nicht vor den Mund! Hat das einen Zweck? Lachen Sie sich aus, ich freue mich mit. Ebenso siegreich wie dieser Unverwüstliche sind Fritz Koch- Gotha nnd Fritz Wolf, aus „Jugend" und „Simplizissimus" befamti. Die tollen Berliner Typen, die ihnen entsprangen, sind gottlob gesund und munter. Ter Storch hat da recht viel zu tun. L. Leonhard hat mehr gesehen. Er war auch in Paris. Die fünf Illustrationen Finettis zu »Hans TüseU", der nicht nur einberufen, sondern auch entlauft wird, sind des Zeichners Wahrstes! Weitere Namen, die in ihren Trägern viel geben: W. Trier, P. Simmel, P. Scheurig und F. Christophe, dessen Parodien so hübsch sind, daß wir sogar herzlich lachen. L. Kainers
im überfüllten V-Zug zwei mit reisenden Soldaten ihre beiden Rohrplattenkoffer zur Aufbewahrung. In B a d - N a u h c i m verschwanden die Soldaten heimlich mit den Koffern. Die Koffer ent- lytdten außer Formularen mit dem Stempel b r Kommission „Wocko" und Bianlo-Bri.'sumschlägen
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Hessen-Nassau.
Gasthausangestellten-Streik in Frankfurt.
--Frankfurta. M., 2. August. Die G a ft* dausangestellten sind noch gestern in später Abendstunde, ohne die Entscheidung ihrer- Organi- iation8leitung abzuwarten, »geschlossen in den AuSstand getreten. Sämtliche Hotels, lllestaurants und Vergnügungsstätten sind geschlossen. ©eit heute früh stehen vor den Lobten Streikposten, die jede Betriebsaufnahme ver- tinbent. Auch im Hauptbahnho f streiken die Kellner. Hier behilft sich das zahlreiche Reisepublikum damit, daß es sich selbst an den Bufetts Hient. Tie auf die WirishausberSstignng ange- lviesenen, nach zehntausenden zählenden Personen nerben von dem Streik aufs schwerste betroffen. Nicht minder aber auch die ungezählten Reisenden, bit jetzt zum Schlüsse der Sommerferien auf der Heimreise begriffen, in Frankfurt Aufenthalt pchmen müssen und denen nun jede Möglichkeit ftitommen ist, irgendwo und irgendwelche Er- HKtnmg zu sich zu nehmen. Der Stteck fmbet beim Publikum nicht die geringste Sympathw, bi dieses der Meinung ist, daß die Kellner ohnehin Über holre Bezüge verfügen. _
-4 y-ranffürta. M„ 1. Aug. Tre Hotelbesitzer und Gastwirte haben heute einstimmig die Forderungen der Gasthauscmgestel(ten auf er» neute Lohnforderungen abgele hnt und b'zeichncn die vorzeitige Außerkraftsetzung des noch tn4 zum 31. Oktober währenden Tarifverttagrs cis Kvntvaktbruch. Jeder Älngestellte, der vor L tfem Tage seinen Dienst verläßt, hat das Recht auf Wiedereinstellung verwirkt. Tie Gasthaus- mgestellten nahmen heute in einer Nachwersamm- hetfl zu der Entscheidung der Arbeitgeber Stellung. Die bestohlene Waffmftillstandckommifsion.
-- Frankfurt a. M., 1. Aug. Zwei Mit- ili4rr der Wafsenstillstiandskommiffion übergaben -»ihrend der Fahrt von Hamburg nach Frankfurt
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