Ausgabe 
2.6.1919
 
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Erstes Blatt

169. Jahrgang

Montag, 2. Juni W9

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in Paris.

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ie, hne ein in dieser Frage ander sdenken- Kabinett das nach der Verfassung nöt­ige Vertrauen der Nationalversamm- l finden könnte.

rung durch Gewalt oder andere ungesetzliche Mittel sowie die Verbreitung von Schriften in derselben Absicht verboten werden.

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m §tlmmung5bericht der Entente.

Varis^ 31. Mai. (Wolff.) Davos. Tiplo- itscher Situationsbericht. Tas Sekretariat der iserenz beendete nm Freitag die Uebersetzung Gegenvorschläge. Tic vier Regierungs- s begannen am Nachmittag mit der Einfichl-

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postschecktonto: stanksurt a. M. U686

Berlin, 2. Juni. Verschiedene Blatter sprechen von einer Entspannung in Par Der Versailler Berichterstatter derVossisch

Aus -em Reiche.

Aus dtm DcrftssungsanSschuß der Nationalvcrsammluug.

Berlin, 31. Mai. (WTB.) Der Berfas» sunasa nsschuß der Natronalver- s a m m l u n g beabsichtigt, am Montag vormittag die Verankerung des Rätesystems in der Ver- -fassung in Angriff zu nehmen und damit die erste Lesung zum Abschluß zu bringen. In den Frak- tionsfitznuaen werden die Parteien sofort zu den Beschlüssen des Ausschusses in erster Lesung Stel­lung nehmen, so daß am Dienstag die zweite Lesung beginnen kann, die nach den bisherigen Dispositionen bis Donnerstag der kommendeu Wach? beendet sein soll.

DaS neue bayerische Ministerium.

Bamberg, 31. Mai. (WTB.) In der Vor» mittagssitzung des Landtages wurde die Wahl des Ministerpräsidenten Dorgmontmen. Auf Antrag erfolgte fie_ durch Stimmzettel. Das Wahlergebnis ist folgendes: Abgestimmt I)a- ben 92 Abgeordnete. Tavon erhielt der bisherige Miuisterpräjident Hoffmann 75. Eine Stimme siel aus den Abg. Speck (bat-r. Volkspü und eine Stimme auf den Abg. Sttathmann (Teutsch-Tem.), 15 Stimmzettel waren unbeschrieben. Hoffmann iisll somit wiedergewählt. Darauf teilte Präsidettt Schmitt folg.^'dc vom Ministerpräsidenten über­mittelte Ministcrliste mit: Es übernimmt das Mi­nisterium des Aeustern, des Unterrichts und des Kultus: Ministerpräsident Hoffmann (Svzü, Jir- neres: der bisherige Justimnnister Endrest, Fi­nanzen: Abg Speck (bayr. Volksp.V Verkehr: Frauendorffer (Fackfmiitistor^, Handel, Gewerbe uich Industrie: Oberregienmgsral Hamm (Fachnincr- fier), Soziale Fürsorge: der bisl-erige Mrmiter des Innern: Segitz (io».), Justiz: Abg. Dr. »

gibt äsche IHIIilllllllMlUHHIIMI jgreifen.

Ingen das jetzige Mi.nisteri.nm zurücktreten ib durch andere zur Unterschrift bereite Jänner ersetzt werden würde, so daß dann

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Seben seien. Unser Gesichtsprrnkt ist der deutschen Regierung bekannt, er kann nicht geändert tverben: es liegt keine Notwendigkeit vor, münd- l iche V er Handl u n gen cinzuleiten, wozu uns die Regierung in Berlin drängen möchte. Tie territorialen Bedingungen Wunen Nie­der für das Samchecöen noch für Obersckiilesien ge­ändert, werden. Tie vier Rgenin^Ättfs i"ck)einrn über diesen GesickKsPuNkt einig zu sein. Man muß daher gewisse Jirfiormationen aus amcrikcmffcheir Quellen fernen Glanbeir schenLn, dnren zufolge die alliierten und assoziierten Regierungen bereit trären, wichtige Konzessvonen an Teutsel-land zu machten, besonders bezü'iglick). Obersckslesiens und ixr mrverzüglichen Zulassung Deutschlands in den Völkerbund. Diese Informationen drücken nur die persönliche Meinung ihrer Verfasser aus, sie sind nicht der Ausdruck der Meinungen der autorisierten Regierungen und Persönlichteiten. Endlich bleibt zu wissen übrig, ob Deutschland unterzeick/nct oder nicht, fsteuttal'm Persönlichkeiten zufolge, die Lttz- lich aus Deutschland gekommen sind, will das deutsche Volk um jeden Preis den Frieden l-abcn. Tie Negierung verlangt nichts anderes, als zur Unterschrift g-zw-mrgen zu werden, wobei zugleich der Schein gewahrt weichen soll, denn die kom­munistischen Elemente g.tiKTUttn an Boden und die Regierung befürchtet Wirren. Ta die Frist Ur die deutsche Delegation zur Ueberrcichung von Bemerkungen an die Kvnferenz seit 15 Stun­den abgelaufen ist. haben die Alliierten ihr mitge­teilt, daß sie keine neuen Noten mehr entgegennehmen werden.

Französische Mache.

Versailles, 31. Mai. (WTB.) Auch die Stellungnahme der heutigen Pariser Presse zum deutschen Gegen.ntwurf ist dmfch die Schärfe des Tones, in welchem der deutsche Gegenvorschlag in allen Punkten zurückgewiesen wird, gekenn­zeichnet. Am Quai d'Orsay scheint inzwischen die Parole ausgegeben worden zu sein, Konzessionen als unannehmbar zu bezeichnen und Verhand- ilungen platt abzulehnen.Homme libre" meint, es gäbe Scherz«, welche schlimmer seien als Beleidi­gungen. Man müsse schnell ein Ende machen. Deutschland habe sein Spiel nicht verändert und wolle ebenso Frieden machen, wre es Krieg nach seinem Gutdünken geUhrt habe. Dieser Zynismus und diese Unverschämtheit würden wohl einen heilsamen Einfluß auf die Haltung der En- tente aus üben. Man würde wohl uwlich erkennen, daß Deutschlands Demokratisierung nur Komödie sei. In Uebereinstimmung mit den meisten Blättern findet derM a t i n", daß Tcutschland seine Niederlage nicht eingestehen wolle. Ter erste Eindruck bei den Alliierten sei Empörung gewesen. Gerade für Wilson bilde die deutsche Antwort eine wahre Beleidigung. Wilson werde wohl die Verzerrung seiner Ge­danken nicht schweigend hinnehmen. Dieser seltsame Mahnruf an Wilson findet sich auf­fallenderweise in vielen Blättern.

DieEntspannung^ in Pari».

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Rücktritt der ungarischen Räteregieruug.

Wien, 31. Mai. (Wolff.) DasNeue Wie­ner Tagblatt" erhält aus Budapest btt Meldung, die ungartsche Räteregierung habe sich bereit erilätt, zurückzutreten und. einer Mc- gieruna Platz zu machen, an deren Spitze Garani stehen' solle. Garani gehört dem rechten Flügel der sozialdemokratischen Partei an und ioar Han- delsministec im Kabinett Michael Karolyi. Tie neue Kalinettsbildung "würde im Einvernehmen mit der Szegediner Regicrincg vor sich gehen und wäic jedenfalls auf ein Abrücken des größten Teiles der Arbeiterschaft von der -kommumstischeu Partei zurückzuführen.

*ien Gedcrnckengänge wi<Herzugeben, es ist daher K umoahrscheirrlick^, daß die Gegenvorschläge

die Regierung in Berlin ausgearbeitet wat und daß das Begleitschreiben, das rmcm verso hnlichen und geschickten Ton ge­leit ist, die Arbeit Brockdorffs ist. Ter &it(nief benutzt alle Hilfsquellen diplomatischer Acklickckctt tntb Gewandtheit. Man findet da (bhr schwarzes Bild Mer das Eleird, das der Ä.msverttag Deutschland bringt. Deutschland [keinem wahrchrft tyrannischen Regime unter» M, es verliert feine Freiheit durch die Ent- ^MngsLntrmissvon, in der Deutschland nicht cin- f vertreten sein wird und deren Vollmachten iavi pt sind, TeutsclLand Wird von allen Trans- Mittcln, Lebensmitteln und seiner Handels- S entblößt, es wird in der Lieferung der Roh- stder.Willilür der Alliierten untenuorfen. Ter Mtbrief fäfyrt mit enter Tirade über bat Hei­st Charakter der Verttäge und mit einer 93 er* Mtig der Verträge, die durch das kaiserliche stschland in Brest und Bukarest g? schlossen wor- fslitd, fort. Er schließt mit entern zweideutigen p, wo der Führer dec deutschen Delegation er-

Wir werden nur die Verpflichtungen über» Rrn, die wir sickxer halten können, beim die Mtige Zustimmuirg zu dem Verttäge wird vom Mvt Volk gegebeit. Es wäre ntöglich, daß Hllliiertcn fick» zur Veröffentlichung dieser fclyr r Itnrten Dokumente am Samstag entschließen. F Jw Antwort betrifft, die man den deut- st G?gmvarschlägen geben muß, so ist man in Mischen dittomattschien und politischen Kreisen IJrrmiq der Meinung, man finde, daß die st-« Einwürfe schon in bat Separatm>:en, die Fbsn Mitttten beantwortet worden sind, ge-

Zeitung" sagt, es scheine ein Wettstreit vor­handen, Deutschland in vorsichtigen Formen den guten Willen zu zeigen. Die bisher zurückgehaltene deutsche Mantelnote werde in den meisten Blättern ausführlich veröffentlicht. Die persönliche Autorschaft Brockdorff- Rantzaus werde nicht ohne Sympathie hervorgehoben.

ImÄ e r l i n e r X a g c b 1 a 11" heißt es aus Versallles: Aus verschiedenen Beobachtungen sei zu schließen, daß sich zur Zeit eine grundsätzliche Aus­einandersetzung über den Vorfrieden zwischen den Alliierte u abspiele.

ImVorwärts" heißt es: Im französi- Mlen Senat hat her greife Ribot eine Ueber- ficht über die Finanzlage Frankreichs gegeben, bei der sich auch den Nichtfranzosen die Haare sttäuben Frankreich treibt rettungslos dem Bankerott zu, wenn es seinen Schuldner verrichtet. Und diesem F-rankceich soll in dem sogenannten Friedensver- trag das Recht ein geräumt »verden, unbestritten beutfdjie Gebiete 15 Jahre lang festzuhalten. Es soll in fdjon geräumte Gebiete wieder einrüden Dürfen, wenn Deutschland die vertragsmäßig über­nommenen unerfüllbaren 23ebingimgen nicht er- Allt. Keine von den Alliierten beschlossene Mimi zur Erzwingung deutscher Leistirngen darf von deut- sicher Seite als mUitärische Maßnahme aufgefaßt werden. Gibt es in Deittschland ein Kindergemüt, das den Sinn dieser "Abmachungen nicht begreift?

Die Aussichten der Verhandlungen.

Amsterdam, 31. Mai. (Wolff.) Ter Pari­ser Korrespondent desDaily Herald" meldet: Hier neigt man zu der Ansicht, daß die Alliietten die deutschen Gegenvorschläge als Grundlage für ernste Besprechungen an­nehmen dürsten. Er erfahre, daß drei Mitglieder des Vierer-Rats willens feien, mündliche Be­sprechungen zuzulassen; nur Clemeneeau bleibe halsstarrig und werde dabei anscheinend spon Pichon beeinflußt. Es bestehe also jede Aussicht auf weitere Verhandlungen, und es fei auch sehr gut möglich, daß Deutschland in der Frage der östlichen Grenze wichtige Zugeständnisse gemacht würden.

Der Neichskolonialminister in Versailles.

Berlin, 1. Juni. (Wolff.) Reichskolemial- minister Dr. Bell bcgab sich heute nach Vcr- sallles.

Neue» von Crzberger.

Berlin, 1. Jultt. (WTB.) Tie Pariser Blätter vom heutigen Tage, ivelche die Aussickften der Unterzeichnmlg des Friedensverttages be*i

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sprechen, stellen den Worten des Grasen Brvck- dorff-Rantzau, er werde den Vertrag ini der vorliegenden Form nicht unterzeichnerl, Die angeblich gegenteiligen lAeußerungen des Reich's- ministers Erzberger gegenüber, der gesagt !>a- ben soll:Wir sagm heute, daß wir nicht unter» schreil>en, damit wir ein paar Zugeständ.rifse er­halten, die uns morgen die Unterschrift gestatten." demgegenüber erklärte Reichsminister Erzberger einem Vertteter des Wotffbuveau: Tie mir zu­geschriebenen Worte sprach ich nie. Meine ganze Tätigkeit besteht in der Mitarbeit daran, daß Tentschland zu Verhandlungen über den Friedens- vertragSeittwurf gelangt, und daß ein annehm­barer Friede bald ab^schlossen w-evden kann.

Berlin, 31. Mai. (WTB.) Tie Teutsche Mgemeine Zeitung bringt folgende als amtlich gekennzeiümete Mitteilung: Nach dem Taily Ex­preß veröffentlichen deutsche Blätter ent angeb­liches Aktenstück vom Reichsminister Erzberger, welches die Stellung Deutschlands nach dem Kriege behssitdeln soll. Wir find von inständiger Stelle zu der Erklärung ermächtigt, daß es si^> um eine völlig freie Erfindung handelt und daß ein solches Akten > ück weder dem Wottlaut nockö dem Inhalt nach von Erzberger je versaßt worden ist.

Churchill

über die Schwierigkeiten Englands.

Amsterdam, 31. Mai. (Wolff.) In seiner Rede vom Mittwoch teilte Churchill u .a. mit, daß die Lage zu der Zeit, als das geheime Rund­schreiben des Kriegsaints in Umlauf gesetzt wurde, außerordentlich schwierig war. Es seien in der Armee eine ganze Anzahl Meutereien vorgekommen, von denen eine sehr ernsten Cha­rakter hatte. Die Lage in Indien habe große Besorgnisse verursacht itnb erfordere beträchtliche Verstärkungen. In Aegypten dauere die Span­nung an. In der Türkei und den anderen mohammedanischen Ländern herrsche eine sehr ernste Unruhe und Sorge über das Schicksal der mohammedanischen Welt. Wenn der Friede bald unterzeichnet werde, könne die Rheinarmee sofort von zehn auf sechs Divisionen herabgesetzt werden. Falls «es noch im Juni zur Unterzeichnung käme, könnten alle Männer des Jahrgangs 1914, mit Ausnahme der in Indien befindlichen, Ende Juni nach Hause geschickt werden. Ende Juli würden alle Männer des Jahrgangs 1915, wie­derum mit Ausnahme der in Indien befindlichen, entlassen werden.

DieExck-ange Telegraph Company" meldet mcs Bombay vom Mittwoch, daß wegen der Lage in Afghanistan und der Entwicklungen, die sich möglicherlveise daraus ergeben können, die De­mobilmachung in I ndien eingestellt worden ist.

Wie dieDaily News" schreibt, ist die Lage in der Arbeiterwelt sehr entft und kann, wenn nicht entsprechend gehandelt wird, eine verhängnisvolle Entwicklung nehmen.

Englische Presseftimmen.

H a a g, 30. Mai. DerNimiwe Rotterdam- We Courant^ meldet aus London: Der gleiche Unterschied, der uns in den Betrachtungen über die lFriedensbedinMngen in der englischen Presse ent- Mgenttat, zeigt sich wieder bei der Besprechung der deutschen Gegenvorschläge, die von allen Blättern verurteilt werden mit Ausnahme derD ailh New s" und desDaily H e r a l d". DieT i - m c s" weist jede Kritik der Friedensbedingungen zurück und verwirft alle Gegenvorschläge. Das An­erbieten der Schadenvergütung beweise, daß Deutschland noch nicht vor dem Staatsbankei'ott stehe, von dem man immer spreche. DerDaily C h r o n i c l e" sagt zu den Gegenvorschlägen, das Dokument sei so lang, daß man auf den Gedanken komme, daß es mehr eine Manifestation fei als die Grundlage zu Unterhandlungen, denn feine Prü­fung verlange Wochen und Monate, und eine Ver­längerung des Friedensabschlusses auf unbestimmte Zett würde fichcrttcks nicht dem Wunsche der Völ­ker entsprechen. Wahrscheinlich tverde ein Auszug gemacht und geprüft und daraufhin die Meimmgen an allgemeinen Zügen festgelegt weroen, wobei cs nicht unmöglich fei, daß die Gegenvorschläge neu überprüft werden. Die meisten delltlch-en Gegenvorschläge feien durchaus unannehmbar. DerDaily Expreß" nennt die deutschen Gegenvorschläge einen Bluff. DieDail Y Mail" sagt, Deuffchland hat so namenloses Elend über Belgien und Nordsrankreich gebracht und seine eigene Industrie unversehtt gehalten, so daß T-eutschland noch viel zu gut fortkommt. Die M o r n in g P o st" schreibt, die Friedensbedin­gungen feien nicht da, um diskutiert, sondern um unterzeichnet zu werden. Man müsse Deutschland sagen, daß die Alliierten die Macht hätten, noch viel schlimmere Friedensbedingungen zu erzwingen, wenn Deutschland nicht unterzeichne.

Graf Dcrnstorft deutscher Botschafter in Nom.

Berlin 2. Juni. Wie die ,,Dosfische Zei­tung" ans Rom belichtet, will das Organ Son- inos mitteilen können, daß der frühere deutsche Botschafter in WashinAon, Graf 23tmfiorff,_ für beit deutschen Botscl-asterpVsten in Rom vorgesehen sein soll.

Die Gefahr des Bolschewismus in Amerika.

Amsterdam, 31. Mai. (Wolff.) DemAl- gemeen Handelsblad" zufolge brachte im a m c r i - kanifchen Senat Senator New eine Gesetzes- Vorlage zur Bekämpfung des Bolschewismus ein, in der das Tragen von rotci£ und schwarzen Fahnen und alle Reden für einen Sturz der Regie-

Eine Ruudfrane der Obersten Heeresleitung.

Berlin, 1. Jmu. /Wolff.) Tie Oberste Heeresleitung erließ am 21. Mai einet Rimdftage, um ein klares Bild darüber zu , be­kommen, wie die Bevölkerung zu einer etwaigen Wiederaufnahme des Krieges st.he. Ais die R e i ch s r e a i e x u n g davon Kenntnis erhielt, nämlich am 27. Mai, telegraphierte sie an die Oberste Heeresleitung, bi.- Rundfrage der Obersten Heeresleitung vom 21. Mar tetrefenb Befragung ber Bevölkerung .regen etwaiger Wiederaufnahme des Krieges werde von der Reichsre^ienmg nicht gebilligt; die Rcichsregierung eryuche, die Um­frage und Beantwottung sofort einzustel^ lcn, da sie als pofitisch anzuschen sei und daher über den Rahmen der Tätigkeit der Obersten 5)eeresleit'.!Ng hinausgehe.

Tarans antwortete die Oberste Heeres­leitung am 30. Mai:Gemäß telegraphischer Anordnung der Reichsregierung habe ich die Rund­frage vom 21. Mai eingestellt. Ich hätte es dankbar begrüßt, wenn mir vor dieser Weisung Gclegettheit gegeben worden wäre, meine G r ü n die für die Umfrage darzulegen. Für alle Fälle Klar­heit und sichere Unterlagen für die Entschlüsse zu schaffen, vor die die Oberste Heeresleitung^ von der Reichsregierung gestellt werden laim, war der Hauptgrund der Umfrage; daneben sprach aber noch ein anderer Grund mit." Nach dem Be­kanntwerden der FriÄensbedingunE wurde dep Generalfeldmarschall mit telegvaphifchen, schrift­lichen und mündlichen Ratschlägen, Protesten unb Kundgebungen aller Art überschüttet, aus de«n ein oberflächlicher Beobachter leicht den Eütdruck gewinnen konnte, als ob Volk und Heer zum Kampf fest entschlossen wären und diesen Kampf auch gegen den Wttlen der RcichsregieMNg auf­nehmen würden: ja, es geht so weit, daß der Obersten Heeresleitung aus mancher: Kttisen Mangel an Entschlofsenheit unb nationale Lau­heit vorgeworsen wurde. Unter diesen Umftäubcn mußte ihr besonders daran liegen, ein unge­färbtes Bild über die Lage zu gewinnen, um einerseits auf die Hitzköpfe beruhige,cd cinnnrfeitl zu können und andererseits einwandfreie Unter­lagen zu erhalten, um die in. absehbarer Zeit mit Sichechttt zu ermatt enden Angriffe der Presse und der öffentlichen Meinung mit schlageichem Be­weismaterial abwehren zu können. Tie Oberste Heeresleitung hatte also ebenso wie die Reichs­regierung die Absicht, beruhigend hu wirken und die sttedliche Politik des Reichs nufjit durch Hitzköpfe stören zu lassen.

Tie Reichsregierung baut auf den inneren Rechtswert und die Uebcrzeugungskraft ihrer Ge­genvorschläge und nicht auf die Erneuerung des Waffenkampfes von unterer Seite.; batet 'wird es aber ihre dauernde Bemühung fein, die Siche- rung,§aufgaben in den Ostproo11:zen ui keiner Meise vernachlässigen zu lassen.

Gichener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

Awttllngrrundbruck u. Verlag-, vrühl'sche Univ.-Vuch- u. Lteindruckerei kl. Lange. Zchristleitung, Gefchastrstelle u. Vtuckerei: Lchnkstr. 7.

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Vie Aussichten der deutschen Vorschläge.

Mährend gestern noch in der englischen inö französischen Presse im allgemeinen die ^rutschen Gegenvorschläge herüntergezerrt purden und in Frankreich eine erkennbare Re- likrungsmache festzustellen war, die sich be- fiübte, gegen Deutschland Stimmung zu Wchen, stellt sich heute heraus, daß die Lcharfmacher in Paris doch nicht gesiegt Ha­ien. Im Gegenteil, es heißt, die Amerikaner iesländen auf Verhandlungen, und Lloyd Ge- «rge werde von Wirtschaftskundigen aus sei- Aem Lande gedrängt, weitere Verhandlungen Mzubahnen. Der Pariser Berichterstatter der Daily Mail" will erfahren haben, daß man ,einen Zeitraum von ungefähr 14 Tagen für itie Erörterung der einzelnen Punkte der beut» ßlhen Gegenvorschläge in Anrechnung bringen sse. Die Deutschen würden dann bis 1. Juli Itterzeichnen. Der Havas-Bericht über die lomatische Lage, den wir nachstehend wie­geben, ist stark polemisch gefärbt und den- ch etwas unsicher in feinen Feststellungen den Standpunkt des Viererrates. Äuf- lend ist der Satz: man müsse gewissen Jn- mationen aus amerikanischen Quellen kei­lt Glauben schenken. . . Der französische enat hat nach einer großen Finanzrede ibots, deren Anschlag beschlossen wurde, Tagesordnung angenommen, wonach der ierung vertraut wird,daß sie den für

Krieg verantwortlichen Feind zu den echtigten Entschädigungen zwingt, daß mit Aluierten ein Zoll- und F-inanzabkom- getroffen wird, daß sie das Budget- chgewicht durch eine scharte Sparsamkeit den Ausgaben sichert, und daß sie eine litik ausgleichender Gerechtigkeit verfolgt, eben unterbrückenden Charakters ent- H

I Reichspräsident Ebert hat einem Presse- Meter gegenüber erklärt, in der feind­lichen Presse werde öfter die Meinung ver- Jreten, daß bei Aufrechterhaltung der von

Entente Vorgeschlagenen Friedensbedin-

bie Schwierigkeiten schnell behoben werden B - ntotfU®o4t'l( vürden. Hierbei werde aber vergessen, daß nach der Nejchsverfassung der Friedens- irffThM. durch Reichsg^etz erfolgen

v** nuß, also durch Uebereinsttnttnung von Na- A. itonalversammlung und Staateirausschuß.

E. Nationalversammlung habe sich mit so I I nlLiHl-rcbrürfenber Mehrheit für 'den Standpunkt ' ' v y tet Regierung ausgesprochen, der Staaten- ftmlpk ^schütz sich einmütig auf diesen flU* __^M.pn gestellt, so daß er sich nicht vorstellen

m ren,. B-te. Die GecMworsckläge umfassen im ganzen er Witwe M lithographierte Setten. Sie toareit von einem

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frit begleitet, die zwei Zettungskolumneu ent- ^^cken. Tie beiden Dokumente scl-einen nicht die