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xäncdta ober hegt tvctt bc txm umetiro hat ttch Zeit ignunmnen, zu '.ms zu ßontmei. Englano in sofort itrnf den 9htf Asautths gekommen. Ich (ege Wert darauf, dies zu sagen. Lebhafter Beifall.) Es gibt ein altoS System, das sich heule ffortzusetzm scheint und dem auch ich treu bleiben will In dreiem Augenblick organisieren $üe Länder ihre Berteioigung in der Ab,ich:, gute Grenzm, Mstratgen uno alles zu haben, rvas ,ich unter den Begriff des Gleichgewichts der Kräfte stellen läßt. Tkiem System scheint das Urteil gesprochen zu sein. Aber wenn ein folck-es -System vor d?m .ürieg: bStanjen hätte, wenn Eng­land, Frankreich, Am-rila und Italien überein- getonnten wären, zu sagen, daß, wer immer einen i*xi_ diesem Bund angreise, die gratze Welt rur- greise, txrmi hätte dieser ittrieg iiidji ausbrecken können. Dieses Bündnissystem, dem ich nickt ent» 5a>gen kann, toird mein Leitgedanke auf der Friedens tot serenz fein, wenn Ihr Vertrauen mich dorthin entsenden wiÄ>. Dievier Mächte, die in diesem Krieg zusammengestanden haben «sollten nicht getrennt werden können. Ich werde alle Oper bringen, um das zu erreichen. Warum wollen Sie, daß nnr so deli» tote Fragen hier behandeln? Ich bin gezwungen, von Ihnen vollständige Teskretion z u verlangen. Ihr Vertrauen, das mich wälzend des ^eri^ges so geehrt hat, gewähren Sie es mir auch weiter wäl/rcnö des Friedens. Ich werde eine iirtcr- inationale Organisatron annehmen, über die übrr- gens noch keine Klarheit herrscht, mit besonderen Garantien für Frairkreich, und ganz besonders, wenn diese Garantien es Ermöglichen, die Auftoen- düngen für die militärischen Vorbereitungen ver­ringern. Clemenceau fvrtfahreicd: Man sagt, man gebe einer neuen Gerechtigkeit entgegen. Ich bitte doch einmal über die We l t karte natfauhenfen. Die Völker haben sich seit aller Ewigkeit ausein­andergestürzt. Es ist unmöglich, mit alten Steinen cm -reues Gebäude auszuführen nach dem Ver­fahren der alten Architektonik. Wenn Sie einen lneuen Geist in unsere alte Diplomatie brin­gen wollen, so bin ich mit Ihnen einverstanden. Clemenceau schließt mit der Erklärung: Wir tver- den uns alle Mühe geben, dem Lande so gut wie möglich zu dienen, wenn Sie uns Ihr Vertrauen schenken. Aber wenn Sie die Absicht haben, den Steuermann zu wechseln, so tun Sie das sofort, berat Sie i»erben nicht Zeit haben, es unterwegs zu tim! (Lebhafter Beifall.)

Aus Stadt und Land.

Gießen, 2. Ian. 1919.

** Ausschrei tunaen in der Neu- jahrsnacht. Das Polizeianrt teilt mit: In der Neujahrsnacht schossen auf dem Kir­chenplatz mehrere Soldaten mit scharfer Munition aus ihren Armeerevolvern. Da Passanten hierdurch in großer Gefahr schweb­ten, schritten Polizeibeanrte ein und nahmen einem Soldaten den Revolver ab Beim Ent­laden des Revolvers ging plötzlich ein Schuß los und die Kugel drang einem unbe­teiligten Soldaten tn die Brust. Er wurde in den Fürstenhos getragen, wo bereits der Tod des Soldaten feftge» Mellt werden kortnte. Nun richtete sich die Wut der Soldaten und Zivilisten gegen den Schutzmann, der umringt und geschlagen wurde. Ein anderer Schutzmann, der seinem Kameraden helfen wollte, wurde ebenfalls ge­schlagen und erhielt einen Stich in den Mücken, so daß er in die Klinik verbracht werden mußte." Hierzu müssen wir bemerken, daß die Neujahrsschreßerei in Gießen ganz vllgemein zu einem Unfug gefährlichster Sorte ausgeartet war. Um Mitternacht war der Himmel ein Feuerwerk. Raketen und Leucht­kugeln, anscheinend von aus dem Felde heim- gekehrten Soldaten an Zivilpersonen abge­geben, stiegen in allen Stadtteilen hoch. War schon dies kein gefahrloses Spiel, so war das gleichzeitig einsetzende Schießen direkt lebens­gefährlich, denn es wurde mit Armeerevol­vern und Militärgewehren scharf geschoj- fen. An diesem unverantwortlichenSport" beteiligten sich vielfach auch Militärpersonen. Gegen einen derartigen Unfug, der sich nicht nur auf die Silvesternacht beschränkte, son­dern seit dem Durchmarsch der Truppen jeden Tag bei einbrechend^r Dunkelheit ausgeübt wird, muß mit allen Mitteln eingeschritten werden.

** Die Unsicherheit auf der Straße nimmt auch in Gießen zu. Arn Neujahrstage abends gegen 7 Uhr wurde in der Süd-Anlage einer alteren Dame die Handtasche von einem Soldaten geraubt, der sich dann schleunigst entfernte und bisher nicht ermittelt werden konnte.

* Diebstähle. 3n der Nacht zum 31. 12. 18 wurden aus dem Stall des Oehonomen Tost, Rod- Heimer Straße, 6 gelbe Rinder, und in der ver­floßenen Nacht aus dem Lazarett in der Braugasse 8 (Enten, 4 weiße und 4 graue, entwendet. Sach­dienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminal- Polizei entgegen.

** DaS elektrische Licht versagte am Sylvesterabend wiederum, und zwar fast um die gleiche Zeit wie am Abend vorher. Glücklicherweise war die Unterbrechung nicht von sehr langer Dauer. Die Tatsache der sich stündig wiederholenden Maschiuendefekte muß ernstliche Besorgnis erregen und wir können ben in der letzten Stadtverordnetenversamm­lung geäußerten Wunsch nach einer sachver­ständigen Nachprüfung der Maschinen nur bringend unterstützen

LU. BonderUniversität. Das Mi niftcrinm für das Bildungswesen bat den Privatdvzem an der Universität Gießen, Dr Max Ranther, zum außerordentlichen Professor ernannt

* Aus dem Stadttheaterbureau. (Es sei auch an dieser Stelle daraus hingewiesen, daß am nächsten Samstag Shakespeares .Kaufmann von Venedig" als 10. Fr. itag-Abonnement->.Vorstellung gegeben wird. - Da bei he: letzten Ausführung des diesjährigen Weihnachtsmärchens vielen Nachfragen nicht mehr Entsprochen werden konnte, so ist für den 12 Januar eine weitere 'Wiederholung desK leinen Gerne- groß" angesetzt worden.

* Zujammenschluß der beiden Bange- nossenschaftcn. 3m Interesse einer gesunden und gedeihlichen Fortentwicklung des gemeinnützigen Bau- wesens in Gießen sind nach Wegfall der Momente die einer früheren Verschmelzung hindernd im Wege

jianben, die beiden hier oestehenden Daug^r-Lfl .,schoflen zwecks Zusammenschlusses miteinander in Verbindung 'getreten. Nachdem nunmehr über die Grundlagen der Vereinigung eine Verständigung erzielt worden ist, hat dieGemeinnützige Baugenossenschaft E. G. m. b. H." in ihrer Jahres Versammlung vom 30. Dezember 1918 formell ihre Auflösung und die Übertragung ihres Vermögens auf die .Baugenossenschaft 1894 beschloßen. Der Beschluß erfolgte einstimmig. (Es ist zu hoffen und zu wünschen, daß die genossenschaftliche Bautätigkeit dem herrschenden Mangel an Wohnun­gen, insbesondere für Wenigerbemittelte, bald Abhilfe schasst-

** Warnung. Tie Proisprüfongsstelle teilt mit: Tie Firma L. Schwenk, Menroth (Dill- kreish bietet ein Schmierseisen-Präparat zu 45 Mk. pro Kübel 50 .(Kilogramm an. Da die Her­stellung von Schmierseife mit Rücksiclst auf die Fett- kitapv"hett zur Zeit verboten ist, so handelt es sich hier allem Anschein nach um eilte bewußte Irre­führung der Bevölkerung. Es wird vor Ankauf dieses wahrscheinlich weit über Werl verkauften Er­satzmittels öffentlich gewarnt. Weitere Schritte zur gesetzlichen Belangung des Anbieters sind einge­leitet.

** Der Bericht über die Stadtverord­netenversammlung mußte aus Platzmangel heute Zurückbleiben.

* Die kaufmännische Fachschule Gießen nimmt den Unterricht Donnerstag den 2. Januar zur bekannten Stunde wieder auf.

**Der hiesigeVerein der Deut­schen dem okra tischen Partei hält Freitag, 3. Januar, abends 81/4 Uhr, im Hotel Fürstenhof" eine öffentliche Versammlung ab, in der die Herren Prof. D. Bousset und Prof. Michel über Trennung vonStaat und Kirche sprechen werden. Hierbei wird auch den Angehörigen anderer Parteien Ge­legenheit zur Aussprache gegeben sein, na­mentlich solchen, die über die Stellung Deutschen demokratischen Partei zu der in Betracht kommenden Frage bisher vielleicht falsche Ansichten hegten.

**DerVereinfürFrauenstimm- r ech t weist nochmals auf die Frauenver­sammlung hin, die heute abend 8 Uhr im Hotel Großher^og von Hessen stattfindet. Er will den politisch noch ungeschulten Frauen Gelegenheit geben, sich über die Ziele der ein­zelnen Parteien zu unterrichten, damit sie ich selbst ein Urteil bilden und danach wählen können. Herr Dr. H oni gm ann wird prechen. Es wird den Mädchen und Frauen )ringend geraten, die Versammlung zu be­uchen.

** Die O r ts kr anke nkasse Gießen- Stad t hielt kürzlich im Postkeller dahier ihre diesjährige Ausschußsitzung ab. In Ab­wesenheit des Ausschußvorsitzcnden Kaufmann Strauß leitete Fabrikant Bindewald die Ver­ba ttdlun gen. Nach dem Bericht des Vorsitzenden des Vorstandes Ad. Volz über den derzeitigen Stand der Kasse ist durch die Auszahlung von Kranken- und Sterbegeld an Kriegstellnehmer bzw. deren Hinterbliebene, sowie in letzter Zeit durch die zahl­reichen Grippcerkrankungen eine schwere Belastung in finanzieller Hinficht emgetreten, die für die Folge noch stärker fein wird, insbesondere durch die Forderung der Aerzte auf Gewährung einer Teue­rungszulage. Nach dem von Geschäftsführer Fou­rier erstatteten Rechenschaftsbericht wur­den int Jahre 1917 an Beiträgen vereinnahmt 294 952 Mk., dagegen wurden n. a. ausgegeben für ärztliche Behandlung 48151 Mk., zahnärztliche Behandlung 6139 Mk., Krankenhaus behandlunq 27 100 Mk., Arznei und sonstige Heilmittel 35 260 Mark, Krankengeld 99 727 Mk., Wöchner in nen- und Sttllgeld 22 283 Mk., Hausgeld 1545 Mk., Sterbegeld 5045 Mk., Verwaltungskosten 47 293 Mark. In der folgenden Aussprache wurde darauf hinge wiesen, daß von vielen Arbeitgebern versäumt wurde, bei Lohnerhöhungen (insbesondere Teue­rungszulagen) eine Ummeldung bei der Kasse zu bewirken. Gegen derartige Personen soll für die Folge streng vorgegangen werden. Im weiteren Verlauf der Venammlung erstattete Vorstands­mitglied H. Kirchner den Bericht der Neck»- rarngsprüfungskommission, worauf der Verwal­tung durch die Versammlung Entlastung' erteilt wurde. Die seitherigen Mitglieder der Rechnungs- Prüfungskommission wurden iviedergewählt.

** Verwundete nunterricht und Be­ratungsstelle. Mit der Räumung der Lazarette ist die Tätigkeit des hiesigen Ausschusses ür Vernundeten-Unterricht und Be­ratung erschöpft. Da aber die vor 2l/s Jahren errichtete Berwu nd eten - Beratungs­telle bisher auch bereits entlassene Krie.zsbe- chädigte beraten bat, wird diese Stelle ihre Tätig­keit nicht entstellen, soitdem in der für btefe Fragen zuständigen Kriegsbeschädigten- Fürsorge, Kirchstr. 16, aufgehen, so daß die zur Zell noch laufenden Angelegenheiten sonne kommende Fälle von dort bearbeitet werden. Ein Wechsel in der Person des Beraters tritt dadurch nicht ein.

** In der Aliceschule nimmt nach Entlassung der Bügellehrerin aus dem Hilfs­dienst am 7. Januar wieder ein Kursus im Bügeln seinen Anfang.

Freibank. Freitag, 3 Januar 1919, werden von 2-4 Uhr die Nm 1351-1450 beliefert.

** Freie Beförderung zur Ar­beit auf dem Lande. Arberter und Ar- beiteritmen, die beschästigunaslos werden, werden bekanntlich frei abbeföroert. Der Mi­nister der öffentlichen Arbeiten l-at jetzt die Eifenbahndirektionen zur Vermeidung von Zweifeln darauf aufmerksam gemacht, daß diese freie Beförderung nicht bloß nach dem rüderen Wohnort oder den bisherigen Ar- beitstellen erfolgen kann, sondern auch nach neuen Arbeitsstellen in der Landwirtschaft. Es ist dies durchaus erwünscht. Dasselbe gilt ür die Begleitpersonen der Arbeiter 00cr Arbeiterinnen.

Ausfall von Pferdeversteigerungen. Auf Anordnung des Generalkommandos 18. Armee­korps werden Pferdeversteigerungen bis auf wei­teres nicht mehr abgehalte n. Auch die ang<- zeigten Versteigerungen in Gießen für Freitag und Samstag fallen aus.

Landkreis Gießen.

7 Klein. Linden, 1. Fan Der Unfug des Neujahrschießen s verursachte hier zwei schwere Unfälle. (Ein kleiner Junge verlor drei F i n» g e r der einen Hand. Ein halbwüchsiger Bursche wurde am Auge so schwer verletzt, daß es in der Univer­sitätsklinik her ausgenommen werden mutzte.

Düvinyrn.

A Nidda, 31. Dez. Gestern abend wurde hier eine Dürgerwehr gegründet, die nötigen alls die bestehende Polizei und Nachtwache unterstützen und die Stadt vor Uebersällen raubender oder plündernder Horden schützen soll. Alle Männer vom 20.-50 Lebens­jahr müssen sich an dieser Schutzeinrichtung beteiligen; ein Unterschied zwischen gedienten und ungedienten Leuten wird nicht gemacht. Wenn erforderlich, soll die Verpflichtung zur Wehr noch vom 18.-60. Lebens­jahr erweitert werden. Gerichtsvollzieher Reuter von hier hat die Leitung der Bürgerwehr übernommen und gab eingehende Anweisungen über den Wache- und Hilfsdienst und die Einteilung der Mannschaften.

Hessen-Nassau.

mr. Frankfurt a. M., 31. Dez. Main, Kinzig und Nidda führen Hochwasser. Bei Vilbel ist die Nidda über die Ufer getreten, auch die Kinzig hat hinter Gelnhausen welle Strecken überschwemmt.

= Frankfurt a. M., 1. Jan. Die Neujahrs­nacht ist, abgesehen von der üblichen Massenabbren­nung von Feuerwerksköi pern, sehr ruhig und ohne jede Ausschreitung verlaufen Wesentlich trug dazu die schon um 11 Uhr erfolgte Einstellung des Straßen» bahnoerkehrs bei. - Der 17jährige (Eugen Eilen­burger wurde am Silvesterabend durch einen Feuer» werkskörper, der ihm von unbekannter Hand zuge» worfen wurde, im Gesicht schwer verletzt.

CingetattM.

(Für Form und Inhalt aller unter biefer Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.

Schutz des privaten Eigentumes.

Heuchelheim, 31. Dez. 1918.

Am 19. November 1918 ließen wir von einer auswärtigen Filialfabrik, die nur beste Handarbeits- sabrikate herstellt, einen Waggon Zigarren an unsere Adresse verladen. Die Zigarren hatten sich in längerer Zeit angesammelt, da uns kein Wagen gestellt werden konnte, und so wurden in dem großen Waggon über 800000 5tück in 163 Kisten verladen Der Waggon kam indessen am Bestimmungsort nicht an, wieoer- holte Anfragen waren erfolglos und die Güterabfer­tigung Gießen war schon der Meinung, daß der ge­samte Waggon verschwunden sei. Am 27. Dezember erhielt nun die Güterabfertigung ein Telegramm ohne Unterschrift folgenden Inhalts:Waggon 40594 Nürn­berg mit Zigarren wurde hier vom Soldatenrat be- schlagnahmt und der Garnisonverwaltung für Inten­dantur 18. A.-K. ausgeliefert, die Zigarren sind be­reits verkauft."

Dieser Soldatenrat arbeitet doch zweifellosgroß­zügig", beschlagnahmt einfach die Wagenladung und sagt kurzerhand: die Zigarren sind bereits verkauft.' /Die Fabrikationspreise für diesenVerkauf" zu kennen, war anscheinend nicht nötig und man darf den Schluß Ziehen, daß die Zigarren wohlkameradschaftlich ver­teilt" worden sind, es handelt sich ja nur um das kleine Objekt von etwa 200000 Mk.I - - Der Handel, der um Ware so dringend verlegen ist, und die vielen Kriegsteilnehmer, deren Existenz geradezu vom Erhalt von Ware abhängt, mögen an diesem einen Fall ersehen, welchen Willkürlichkeiten man täglich ausgesetzt sein kann. Rinn & Eloos.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, 4. Jan. Vorabd.: 4.30; nwrg.: 9.00: abds. 4.50 u 5 30 3fjccHtifd}e Neligionsgesellschaft. Sabbatfeier am 4. xvan. ^vertag abd.: 4.15; Samstag vorm.: 8.30: nachm.: 3 30; Sabbatausg.: 5.30. Wochcngottesd.: tnorg. 7.10, abM. 4.00.

Letzte Nachrichten.

Konrad Hönisch gegen Adolf Hoffmann.

Berlin, 31. Dez. (WTB.) Konrad Dänisch erklärt in einem Au s tz desAchtuhr-Ab ndllattez" über ben Knlturkamof: Es ist ein sch.oern- und verhängnisvoller Fehler gerade in diesem Augen­blick, da trat sende der schwersten Probleme unver- Itxmben und keine unmittelbare Lösung erhalten, die Lage der Revolution dadurch zu erschsveren, daß man auch noch die heißumstrittene Frage der Trennung t>.m Staat und Kirche auftischte. Reckü« Haberischer Eigensinn, der stets ganz ge:viß das Gute will, aber ebenfo gewiß das Böse schafft, klein» bürgerliche Besckränktl-ett, die sich wunder wie revo­lutionär denkt, die gerne von Weltrevolution faselt, tatsächlich aber nicht über die Grenzen von Per. lin O. und Berlin N. hrnausztffehen vermag, mußte ausgercämet in diesem kritischen Augenblick mich iMxb die Kirchenftage als neuen Scheit in den lichterloh brennenden Holzstoß der ganzen Politik werfen. Auch Hänisch bält die Trennung von Staat und frirdje für notwendig, aber nickst unmittelbar nach der Revolution; sie ist ihm ein lieißes Eisen; denn im Gegensätze zu ihren leitenden Führern iW die große Masse der katholische,! und evangftischen Christen in der inneren Verbindung »cm Staat und Kirche nur ein heiliges Paladin nr. Ws F>lgen dieses verhängnisvollen Schrittes gibt Hanllck an: Unterstützung aller separatistisckzen Be» strebt mgen im Westen und Osten, enormes An» s-ckiwellm des Feldgeschreies: Los von Berlin, los von Preußen, los von dem Reich!, eine itngeheure Stärkulg des Zentrums, dessen WahlmiSsichten für die Natfonal Versammlung gewaltig gestiegen seien, andererseits wüchse die Geabr für die sozialdemo­kratische Wahlposition in allen katholisckren unb fogar ir manchen vollkommen evangelischen Bc, llrken. Dollen aber lxnde sozialdetttvkratischon Par­teien vor der Sofortigen Trennung von Staat unb Kirch? nicksts wissen, so haben sie no>1» .Hönischs 9)i>ränrmi die volittsche P> licht, Mich in aller Oc-rmttl ckkeir jede Verantnvrttinq für diese un­säglich: politische Dummheit ruittr.oeg abzulehnen. Jmmerlmt sei inrenbert Schritt in der Rickttrag auf die kirchliche Trrratung iuxij t»r der dllttional txyrfammtung bereits jetz ausgeschlossen. Hönisch wttl seine Partei vor ben katbolisckvn Wöhlern unb von bvellm SVceifcn der emmgdikficn Wägerschaft toknt dem Verdacht reinigen, als habe sic die ihr burck die Revolution in die Hand gespielte MackN bemriu, um in Dingen des (tzcnnssens und bei Religionstbung andere hiermit zu vergewaltigen. I Mit dc4chn Vottvürien belxibm, töraic die deutsche Sozialdemokratie nicht in den Walstkamvi rieben Teslmlb setze er alle Rücksicksten ver'önlicher unb llXlogull r '??atur bei fette, um seine Pan ei gegni Aischulchgnrgen zu veNerdigem, ike sie nicht ver­dient. Er <iaubt die Psticht versönlickrer Loyalllät bereits an lste äußerste Gmenze des Möglichen, wenn nicht j'rixÄi fibrr diefe G,cen?e hinaus erfüllt zu bilx-r 3u beui seckswö wen stfomtt m.t dem Ziele,

Sck>!imnst' tu per hüten, zu cem mckst weniger anfreilmtiXT. Kanro' als dem zähen Rlligen zwi- foxm Ebert und Barsth, zwischen Wels und Euch. harn, uv be höchsun kulturellen Wette auf dem

Spiele Funu-en erklärte >?urnsch, nt e. c.r. Lid an die äußerste Gren;e ger Nact»in > - tt ge>> gangen zu sein. x2lber böiier als ine V'iicku der Loyalitäl des einzelnen stehe ihm die Lopalllät der Sozialdemokratie dem beutitben Volke gegenüber. Tiefe Pflicht habe kein weiteres SckAoeigen geduldet.

Der Rücktransport der denkschen Truppen im Lsten.

Berlin, 1 Ian WTB. Die Deutsche W<ttienstillstant'skmnmis''ion teilt mit; Ucfxr den Rückttonsporr der deutstb-.m Truvven aus Rußland und der damit z uw mm en langenden Frage der Be­kämpfung des russischen Batschen» smu» turd> beut» lche Truppen erfolgt »eit 14 Tagen ein politisch bedeutsamer Notenwechsel ;wisck ii dem Clerfrm* manbo der Alliierten und der Teuttchen ÜSaffat* >tillNandskommission. Der AuFgangsptmkt diftes Rpiennvchwls ist eatc Metnun<rsverschicdenbeit über dre Auslegung bc? den Nückttau:vort L«e* treffenben Artikels 12 Absatz 2 des Wanenstill- standsverttages. der lautet: Alle den. ick n Trup- ptn, welche ftch augenblicklich auf den vor dem ürtege zu Rußland gehörigen Gebieten >ftnbe^ müssen ebenfalls hinter die deutschen Grenzen, ime sie am 1. August 1914 waren»urütfgebcn 1 >'>ald die Alliierten im ter Berücksichtigung bet iraieren Lage dieser Gebiete den Augenbltck für ge- Ftrnimen erachten." Marschall Fvck hat nun h P^rJZvte ben Artikel 12 so ausgelegt, als ob bir deutschen Truppen solange in sttttstlrard bleiben müßten, als es die Entente für rich ig befinbet im erntereife der Bekam piung des ruf i ben Bolsche- »r^nus durch deutsches Militär Zugleich beklagt darüber, daß die deutschen Trupven Rußland tm Kanrpf gegen dre Bolschewisten nick' ürrng genug seien, ja daß sie geradezu den Bol'che wrsmus rn den von ihnen noch befetten russrschen to?bieten begünstigten unb unterstükten Zu btefer Auffassmig stellte General v. Winterfeldt t* Entltehlmgsgeschichte des Artikels 12 gegenüber Ter ursprünglrche Wortlaut der Waffenstillstands^ bedingungen forderte die sofortige Zurückziehung der deuftchen Truppen von den besetzten russischen Gebieten: die deutschen Verttcter schlugen icbod) Vor, tm Jntere'se der Bewohner dieser Läi'der dte deutschen Truppen vorläufig dort zu belaffeu ferner wiederholte die Deutsche Waffenstillstands- tommtn'fon ihr Ersuchen, zum Rücktra.isport der deutschen Truppen aus der Ufraine (rund 250000 Mann) den Sernoeg freizugeben Nach der letzten Meldung rst die Bahn für den Abtransport aus Rftkolajew bereits in den Händen starker Bolsche- toiftcnbanbcn. Der Landweg ist völlig abgeschnitten, einen deutschen Bahnschutz gibt es nick^ mehr. Tie (seiabr wächst täglich, da mit den Sütgriffen über- machllger russycher revolutionärer strafte zu rech» «PL r ,c Kampfkraft der noch auf russischem v n? stehenden deutschen Truppen ist infolge der Abgabe von Waffen und Munittou an die En­tente soune durch den Mangel <ni t^ldmitteln und Mlsreich.'nder Verpstcgung sehr geschiwicht

DeuischlandS Versorgung mit LkbcuSmitttlu. n Berlin , 1. Jan. Tie deutsche Dasftnstill- standSkomnnffwn gibt betaiart: Tie F-rage der Versorgung Teutschlands mit Le- bcndmitteln nnrb gegenwärcig durck» eure mommlffion der Alliierten geprüft, welche ihren

Tn London hat. Das Oberkommando ^?r Mlnerten teilte der deutschen WasftmstiirstMidsfom- mtlfton mit, die Beschlüsse der Leben sm ittelkon ft. rein würden der deutschen Wassenstillstrack-Skom. mtijunt übermittelt werden, falls diese für tnc Le» bensmittelversorgung für -uständig erklärt luerbe. daraushin gab der Staatssekretär Erzlager nt A^a die Erklärung ab, datz die deittsche Waffen- stillstarckskon,misi um für die Inan-rrif^nahme der Lebensmittelverforgimg zuständig ist D e wetteren Mitterlungen über die Lebensnrittel oenforgi 1 ng ^-eutschloilds werden also nunmehr an die Waffen, sttllltandskommiffion erfolgen.

Die Lage im Osten

Berlin, 2. Jan Wie dem Berlttter Cjfai» Anzeiger aus Poien berichtet wird, befindet lick Oftroroo in den Handelt der Poleil.

Kellncrstrcik in Berlin.

Berlin, 1. Jan. (WTB Tie Kaffeehws- kellner >'rnd am Silvesterabend in den Ausstand getreten, nachdem die Besitzer ein Ultimatum oes Kellnerverbandes abgelehnt hatten.

Tic Streiks im Ruhrgebiet.

Oberhausen, 31. Dez WTB4 Die bie Gute-Hoffnung Hütte" mitt eckt, haben die Ver- Ixmbtintgcn mit den Arbeilervertretem -,!i einer Derständigtmg geführt. Die Zustinimung derBclc i- schaften steht noch aus. Die Schächte Ub.rbaiifet, fttt die die Arbeit wieder ausgenommen iiwrlert war, haben ^mittlerweile die Arl^ett ' wieder still- Al'legt. Auf Schacht Bondern ist die Belcaschaft der Milla gsschicht verhindert worden, ent zu fahren.

Amtlicher XciL

Betr.: Tie Wahlen zur oeffaisun-iae.»enden Volkskammer der Republik Hessen.

An den Oberbürgermeister ;n Mießeu und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des

Ureises.

Infolge der Verlegung der Wahlen zur Boltz. kammer auf

Sonnt ag den 26. Januar 1919 ändern sich folgende Termine:

1. Tie Ilebereinstintmuitg des für den Wal>l- vorstehcr befhmmten Erevivlars der Wählerliste mit dem Hauvteremplar und die statlgelul'te Äiü>- legung der Wähler!tste ist am 25 (nickt 18.) mutr 1919 naa, Eintrag der Wortevom 21. De- -ember 1918 bis zum 28. Teeember 1918" zu be­scheinigen. ,

2. Tie Bekanntmachung, txx6 die Wahl am 26 (nicht 19 ^irtuiir 1919, von vormittags 10 11 br bis nachutittags 3 llhr, cr olge, Hal ratter Bftugunq der Namen der Wahi Vorsteher und ihrer Stellvertreter, der Abgrenzung der AbstiminuugS- bezirke spätestens am 17 'nicht 10. Januar 1919) stallzusinden.

3. Tas zweite Exemplar der Wählerliste bat der Bürgermeister da, n>oer felbit Wahlvorsteher ist, tum Iwecke der B-nutzung bei der Wahl an sich zu whmen, aitdcrnia.'ls l»t er es dem Wablpar- fieber am 25. Januar 1919 abends zuzufwllen.

4. Ter Wahlvorsteher hat den Prowkoll übrer nebst Beisitzern fträtestens am 23. (nicht 16.) Januar 1919 einzuladen.

>. Tas Wahltwotokoll ncbst efforderlichen An- Lagen muß spatrstevs am 28. (nicht 21 ) Iarau» 1919 bei uns etttlaus-m.

Gießen, den 31. Dezember 1918. ' y

^T^aint Gießen.