Tannt s« bewiesen, daß 'btt Gewerk Halten do- vertrauen der Massen nicht verloren harren. Tros eigener Lebensmittel- imb Kohlennot tyabe Deutsch- ianb eine trilf-aktton für seine beut, ch-österreifischen Volksgenossen eingeleüet, mtt denen es sich aU ein Volk fühle. Sodann richtete Staats kantzler Dr. R e n u e r eine Ansprache an die Erschienenen.
Aus StaM und Land.
Sieben, den 1. De-. 1919. tSinn wurde die Adventszeit eingeführt?
toöenl bedeutet Ankunft. Im kirchlichen und auffieidi gewöhnlichem Sinne versteht man barunter
Ankunft auf Erden ..Advents- it" aber ne nt bte christliche Kirche die Zeit d.r Vorbereitung auf die „gitobi-nbringinbe ßfejurl Jefu im Fleische". Diele Zeil n.mmt in der gesamten al'endlän i chen Lirrbe, also m der römisch-latho i chen wi in den verschiedenen protestantisch n kirchttcken Gemiüi- schassen, am vierten Sonntay vor dem 25. Dczem- ber chren Anfang. Sie bauert bann, wenn das WeilmachtSfcst auf einen Somrtag fällt, volle vier 23ccf en. In den Kirch n d S TlotynLnbed umfaßt die Udoentsreit stet- die vier-ii dem Christs st vor- Mtgestlmven Tage. Wann die Adventszeit un) ihre kirchliche Feier ijwef.fct nrorbci Hub, fM/t historisch nicht fcfl Jedenfatt- roar eS nicht vor dem Beginn deS teilen Viertels d.s fünften Jahrhunderts und zuerst im Orient der Fall: ob aber in dec allgemeinen (kath-lifchen' Kirche d S MorgeilandS oder ob in einer dr schon bamatJ von t r ab- ßCiit*etß!en Seftcn, N fraglich An d-n Ländern deS bGantin schen ober oströmisch n Reiches f."feint ße sch:» im Anfang des nächstfolgendenJahr hundert- ü'llaemoin «nesen -u sein, im Abendlands aber rovuroe die Dobachtung der AdventSzeit erst etwas später üblich Dre erste Erwähnu^ig einer Bestimmung über die kirchlich' Fein: dieser Zeit finbet sych juerft (m fW--’ )21 w b - Snnobe von Lerida in Katalonien eine solche für daS tteft* gotische Reich, d. h für bas -«mi r. i. an*
ordnete. Son h er aus verbreitete sie sich bi) tzur Mitte des Säki'lumS auch über die anfeoen ch östlichen Säitber Europas: i'pitcr auch üst r die damals noch heidn sch n. Tie tier Sortn tage d's Advents, die der abendländischen Kirch- riiCTiffimld) sind, hat von 590—604 regierende Papst Grc- yor I. eing-führt Jedenfalls liegt b*r re'iriösen Feier der lAdvcntSzeit ein tiefes, vollberechtigtes Sefühl »u Grunde.
Proviuizial-GeflügelauSstettung.
Zu eine\tt wodlgelungeren Unternehmen gestaltete sich ü'M SamStag und Sonntag die vom Gießener G f.lü el- und Bogttzuchtverrin und von den oberhessisechen Geslügelzuchoereinen veranstaltete ProvinzialauSste lung auf der Lie'-ig°»höhe. Tie Ausstellung ibi es sehr schönes Zucht material auf, und es wurden bei ho hm Preisen zahlreiche Käufe abgeschlossen Der tnhaltreiche Katalog nies Dähne aut mit 200 Mk., Zwer^ltühner da- Paar bis zu 5G0 Mk., tjarbariauben oaS Paar bis zu 600 Mk. Sämtliche oberhefsischm Geslügclzuckstverrine, der Verein deutscher Kröpfer-Z üchtr, die Landwirt- schaftSkanimer, her hessische Taubenzüchtn-verein, Brieftauben klub ließen, der II.rf(büßten in Siesten und zahlreiche Einzelpersonen hatten Preise gestiftet Im Beisein des Vorsitzenden der obcrbeifi# schon Vereine, Södsler sNt der Gemünden) und deS Vertreters der LandnnrtschaftSkammer, Dr Wagner, wurde die AuLkfellunq am Samstag eröffnet. Der Besuch war am Samstag besonders stark. DaS Ergebnis bet Pränriierung werden nxr morgen mitteiten.
Arbeitsplan Im Obst- und Gartenbau.
Monat Dezember.
Erde zur Skrbeffennuj des Gartens herbei» schassen irnb ausbreiten. Komposterde in den Garten schaffen und breiten. Rigolen und Erdarbcilen jeder Act ausfülwen, so lange eS die Witterung S stattet. Singvögel füttern. Die Pslan^n im eberwinterung-^raum narfifeben Fenster verkitten. Auf die Hasen achten. Wühlmäuse bekämpfen.
Ve anstattunaen
Montag: Stadttheater, 7 Uhr, Hamlet. — LichtsPlcttxmS. Bahnhofstraße, Der goldene See. — Lichtspiele, <scltersweg» nlirz ist der Frühling, Tönnchen als Massenvater, Schnurps.
e
*♦ Der HandetSteil des Gießener Anzeigers, der bisher wegen der mangelhaften Raumverhältnisse nicht regel« mäßig erscheinen konnte, wird von heute an
wieLer die wesentlichsten Mitteilungen au3 unserem Wirtschaftsleben bringen. Insbesondere werden wir neben Den Veränderungen auf dem Devisenmarkt eine Reibe wichtiger Kursnotierungen an der Frankfurter und Berliner Börse und die Notierungen der Deutschen Mark im Auslände regelmäßig ver» öffentlichen.
Auszeichnung Ter prakti'che Arzt Dr. Otto Dolf, Stabsarzt der Res., erhielt nachträglich das österreichische Ehrenzeichen 2. jttaift vom Roten Kreuze mit ter Kriegsoevrrmion.
Tas Finanzamtsbureauvor- steher-Eramen haben bestanden: Hermann Bender au& Lony.dori, xxinriq Brück aus LansS- Dorf, G. Friedrich-Gneril, A. Melchiar-48ambuch. tz. Stern-Kirch-GönS, Ldg. Reuter-Wiejeck, I Schmalz-Hungen, O. Steller-Hungen, Karl Schmtdt-Lich, Wtlly Starker ßcn, fturl Wilhclm- Inlriden, Cttr» Woif-Wölfersheim, Gebrüder Knie- rielM-WormS.
** Das Trinkgeld. Wie uns GastwirtSoerband Gießen mitgeteilt wird, ist die Zuschrift der GastwirtSangestellten in Nummer 277 unseres Blattes insofern richtig zu stellen, als von heute ab auf Speisen und Getränke in Ga st wirtschaften ein Zu- schlagvon lOProzent und inEafeS ein Zuschlag von 15 Prozent erhoben wird.
** Ter Verein „Volkshochschule Gießen" hält SamS ag, 6. Xaenrier abcniS 8 Uhr im großen Höriaale der ttluoeriität ei e Mitgllrier-verfammlung ab. Näheres fi.be Anzeigenteil.
** Tie Kohlenpr oduktion in Des- f e n. Tie monatliche Statistik der Kvhlcnprobuk- tion des Laubes Hessen weist für den Monat Oktober 1919 folgende Zahlen nach: Au Roh- brauuloblen wurden gefördert 34 961 Tonnen, re.- kauft wurden davon 13 286 Tonnen: der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeit ober war zur weiteren Berarbe tung bestimmt. AuS den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schnxlcrci- Produkten erzeugt: 370 Tonnen Braunkohlenbriketts und 707 Tonnen Naßpreßsteine. Außerdem wurden in Hessen, soweit bekannt ßeroorbm, er» zeugt: 3955 Tonnen Steinprcßlohlen Unter Berücksichtigung der auö Bormonaten übernommenen Bestände, sowie deS Absatzes unb Selbstverbrauchs verbleiben am Monatsschluß absatzfähig: 2141 To. Rohkohlen, 205 Tonnen Briketts unb 1284 To Naßpreßsteine, zusammen 3930 Tonnen Braiui- kohlen-Produkte im Gesamtwerte von 181 500 M.
** Verkehr mit Krastfahrzebgen. Wie und mitseteilt wird, werden von jetzt ab alle Kraftfahrzeuge streng taraifhin revidiert, ob die Fahrten unter Beachtung Cer für jede Zulassung eines Kraftfahrzeugs allgemein oder bcfonberS gestellten Det.ing..ngen bzw. EinschrünkmAen gc° schehen. Bei unerlaubter Fal/rt finbet Widerruf der Zulassung oder sogar Einzfel-mg des Fahrzeugs statt. Trotz des bedenklichen Benzol mangels werden auch jetzt noch andere als «werblich oder beruflich notwendige Fal-rten, auch von Tomen, auSgesübrt. Auch wird das Verbot der Fahnen zur Nachtzeit ober an Sonn- und Feiertagen nicht beachtet.
Nfh. Abstimmungsberechtigte Erwerbslose. DaS hessische Landes-Ar- beitS- und Wirtschastsamt hat soeben die Be- timmung erlassen, daß den Enverbslosen, >le an den Volksabstimmungen In den Ab- timmungSgebioten teilzunrhinen berechtigt ind, die Ertverbslosenfürsorge für die notwendige Dauer ber Teilnahme wcitergczahlt werden kann, wenn sie eine Bescheinigung des Gemeindevorstanoes des AbstimmunasorteS über die erfolgte Teilnahme an Der Abstimmung ßcibringen.
Landkreis Gießen.
O Garbenteich, 28. Nov. Der hiesige Friedhof ist fast vollständig belegt unb bedarf der Enveileruny, die sich unmittelbar an dm a ten Friedlwf anschlwßt. Als Umfriedigung wälzte der Gememderat eine Lbeube £>:dc aus Weißdorn und zu deren Schutz vorerst einen Zaun auS Latten unb genehmigte in seiner l.tzten Sitzung den auf- aestcllien Voranschlag in vöhe von 17oO bis 2000 Mark.
-m. Lungen, 29 Nov. Ein unliebsamer nächtlicher Besuch wurde einem hi stgen Landwirt zu teil. Ws er heute früh nach seinen Gänsen
schen wollte, waren ihm ferne vier, fetzt so wertvollen, Tiere, während der Nacht griwhlen worden. Die Diebe mußten genau orientiert f in und führten den Raub mit Gewalt quj. St. schlugen b- n eisernen Riegelhalter bei Scitt, so daß der Ri-'gel des Schlosses frei wurde. Nach.em sie ihren Raub auSgcführt, brachten sie bas Schloß wie ec in Ordnung. Man hat bis jetzt noch ferne Spur von den Tätern.
LrriS Schotten.
O Gedern, 1. Dez Die hiesige Ortsarnppe deS Deslischen Bauernbundes beschloß zur Unterstützung des im Sept mber durch ein sch er s Brandunglück empfindlich geschädigten Shtjlie. t» Gbrifnan Birx II. eine L>ous ammding zu veranstalten. Weiter wurde teichlos.en. in ein r ttagath an die Regierung gegen bte geplante Rationi.ru rg deS Brermholzes Stellung zu nehmen, da der ländlichen Bevölkerung -ugemu et wird, mit der un- alaublich geringen Menge von V, Raummeter auf den Kopf ausrukomm-n D.ese Maßna.-me würde nicht nur die Vogelsberger Der-ölk.-rung, die unter klimatisch nicht normalen Verhältnis<n lebt, in die bitterste Not bringen, sondern auch überhaupt die land.oirt^ch-ftl che Produkiion erheblih gefährden. Zu Vertrauensrnäun rn für b e Milchko. t o lr wurden gewählt der Vor.itzrnde der Ortsg.uppe Christian Guch IL tmd daS M itgltch Christian Braun.
ArefS Friedberß.
Friedberg 30 Nov. Durch Babn- berauvungenistDer KreiS im Lause der letzven Monate um etwa 27 Zentner Zucker ge'chi-igt m.'tDetL Tie Lavc tauchic als Auslandszucker wieder auf unb wurde im Schlrichl^ndelSweg: zu lvhen Preisen verkauft. Der Letsttag nbe ist mm immer IÄ; Bevölkerung, da Criatz für den geraubten Zucker nicht geleistet werden kann.
Starkenburg und Rhcinhesfe«.
Verbot hyvnotischer Vorsüdruagen.
rm. Darmstadt, 30 Nov. Das Ministerium deS Innern hat mü Rücksicht auf verschiedene Vorkommnisse, die zu verdreck-crischen Ausbeutungen führten, die Ankündigung und die Ausführung hypnotischer Dorsührungen streng untersagt. Darunter gehören auch Zaubervorstel- lunaen, Fakirkünste, spiritistisckfe oder antispiri- tisttsche und telepath.sche Borsührunge?t.
Vesfen-Nassau.
va.Blasbach, 28. Nov Seit einem Jahrzehnt hatte men auch 'hier die Schafzucht nut- g?geben, nunmehr bat sich wieder eine Schäseiri g,'l«ildet unb sucht immer mehr Freunde für die Schafhaltung zu gewinnen.
=■ Fran kfur t a M., 30 Nov. Ans einem groheit .Gelän e nördl ch vom Gü ec ahwhof wuri» beute der (Snmbftrin zum Bau von 110 Einzelhäusern m t Gartenland lür Ciienbcchner Qekßt. Tic Wohnungen, die im Sommer 1920 bez^chbar sein sollen, werden in erster Linie kinderreichm Fam lien, DtiegSbeschäti tni u b solchen Familien Üaerwieien, Die m.gtfunbe Und Notwohnungen inne haben. Bauherr ist der ftr an [futter Eisen- lahns edlungSoerriil. Tie Eisenbachni.ive rion stel t das Baumaurial zur Dersümng. Auch in den nächsten Jahren ist die Errichtung weiterer Wohn- hausgruppen geplant.
= Frankfurt a. 30 Nov. Der Thei der deutschen Reichswehr, Befehlsstelle Preußen, General Reinhardt- Berlin, weilte am Samstag in Frankfurt unb nahm auf dem £>of der Gutleutkaserne eine Besichtigung deS Garvc-Lan desschützenbataillons vor. Nach einem Vorbeimarsch des Bataillons, an dessen Spitze die Rrichswehr- sahne mit dem Gardestern auf schwarzem Grunde mitgesührt wurde, musterte der General die rin- seinen Kompagnien, wobei er die FeldzugSteU- irebmer in herzlicher Weise begrüßte.
—= Frans urt a. M.. 30 Nov. Hier ist eine Bewegung im Gange, die mit aller Ew-rgi.' imb dem Zusammenw r e.i weitester streife emm schar'cn Boykott französischer Erzeugnisse und solcher Geschäfte, töt französijäx Waren führen, solange durchsetzen tot*., biS die sranzö- sische Regierung den letzten ictt'chen Kriegsgefangenen herauSgeseben bet.
= Frankfurt a. M., 30. Nov. Der vor einigen Tagen gemeldete Ueberfat I angeblich falscher Kriminalbeamten auf ein Lxmauer Fuhrwerk, wobei diese fünf Fäsier Schmalz geraubt lmben sollten, stellt sich jetzt a - Schwindel ^-rous. Ter Kutscher, Sohn eine- untersränkischen Bürgermeisters, bat das Schmalz in der Stadt einem Metzgermnster für 6723 Mk. verkauft und dann.
um fernen Betrug zu vermänteln, den UcfierfaH erdichtet. Ter Bursche sitzt bereits in daft.
X &anau, 28. Nov. De Stadtverordneten bew l.igten den städtischen Arbeiter» und Notstan -Sar[< lern eine (Erholung dis 6tuv denlohnS von 60 Pi. für Verienatcte un£> 3J für Leb ge Die Notüai^>Sarbeiter erhalten b« gle.che Beschakfnnc^.eit il e wie die stävttsckx-n Ar. beiter, nämlich 1000 Mk. bzw 6(X) Mk. Diese Bewilligunz wurde gegen Die Stimmen der bürget, lieben Vertreter angenommen, bte stommunmen unb Sojraf.cmofuum traten dafür ein. sie bildeten b e Merichrit. Die bürgerlichen Sieb^.T, na- m-.ntl ch di.' Ve. tretet der Demolra.-en, traten ent« sch eben für die Ablehnung ein. Sie twex n daraus rin, daß biShi-r schon die Löhne bet städtischen nr.-c ter nicht gering seien. Für gelernte fiaDtiidx Ar'.»e ter hat bisher ^er JahneSarlxitsvetbunst be> trag n 5500 Mk. u tb 1200 Mk. BeschaffungS. tciaüie, insgesamt 6700 Mk., für umjderi k ftäbt Arve ter 4750 Mk. unb 1200 Mk. BeschaffungS. teibil t, insgesamt also 5950 Mk. Tie neirr nbt Bewilligung erfordert rund eine Mi lion Matt unb ro.rt» bk Erhebung ei »eS 6. StenerauaruU erforderlich machen. — Da in der vorigen Sitzung der Eta^-tverordneten btfdMof en worben war, bw bt" städtischen At^trrn rvther gewählte Bii'chas. fungsbcihilfe von 200 Mk auf die neue schaffuruBdridl/e von 1000 Mk nicht oirwrcrfmeu, nnr-he heute ter Beschluß geiaht» den städtische» B amten und Lehrern auch eine um 2()Ü Mk et» Wte Bescka'ffvigS eihüfe, also 1200 Mk., zu bewillig m. Tie Letzten erhalten eine BeschaffungS, teiirüte von 750 Mk.
P Tfarburg, 30. Nov Ein älterer Man» aus Tappel, der im Kriege ei nm Sohn verloren hat, zeigte bei der Gedächtnisfeier am Toten- loimtag eine heftige Gemüts^wegung. Am Fteitas ging er in den Wald unb hängte sich auf.
fiocbfcbMlnadyricbten.
Q Marburg. 30. Nov In der VovniSsicht, datz das dem jetzig-m Zwischensemestcr fri» gmde Wintersemester noch höheren Besuch wie feil# b.r bringen dürfte, riebtat der Rektor die Bitte an die Eimoohnerickratt der Stadt und Umgebung, jetzt schon alle für Studenten zur Verfügung stehende oder demnächst frei werdende Räume Dem akademischen Wohnungsamt anzumelden.
Kirche unfr Schule.
Q Garbenteich, 28 Nov Zu der Dahl der freikm fiirchengemrinbea-.Ttr tunq nnrr^e nm ein Wal-loorschlag ausgestellt. Jnfolgedeisen sand eine eigentliche Walst nicht statt. Dir bisherige» Vertreter der ffirtben^cmeittSe gelten alS wi. decgewählt. Für fünf verstorbene bzw oeczogme Mitglieder kommen auf Grund des Wahl Vorschlag? hinzu : Adam Gast, Johannes Sch'varz II., Jakc-d Düringer, Heinrich Ru! I I. und Johannes £?t in» länber. Auf der Tagesordnung für die erste SiBune steht zunächst: „DaS SitzrecH der Fraurn". Nach althergebrachter Sitte haben nämlich die Frauen unserer Gemeinde in der Kirche ihre h-sttmmte» Plätze. Zugezogene Frauen können mfolgedessrn li »mserer nicht sehr aroßen Kirche allzuoft nicht Platz finden, was manchmal zu unlicbiamen Auftritte» im Gotteshaus führt, vier soll mm Wandel erschaffen und allen Frauen gleiches Recht eingrräimt werden. — Anläßlich der Gedächtnisfeier unfern Gefallenen wurden am Totensonntag brren Nan-n int GotteShause verlesen. Aus der Verfeiung fing hervor, daß der Kn eg aus unserer
32 Opfer gefordert Davon fielen auf den Sch acht- iclbern 27, drei starben an den Folgen ftirotm Erkrankung und ruhen auf hiesigem Sri bbol^nei gelten noch alS vermißt, nämlich 6gti|"dan Ballbott und Karl Keßler.
Aunst und Wissenschaft.
Uraufführung von lyoeriuq- .Scapa Flow*.
AuS Jena wird uns geschrieben: Ter Dramaturgische Verein der Universität Jena, der tm vorigen Sommer eine gute Aufführung von (Jk>ew rargs ..Seeschlacht" herausgebracht hatte, totuite tetzt die Urausführung von deS Dichters neuem W. rk „Scapa Flow" veranstalten. ES ist eine Att Fortsetzlmg^ »tvrin der ötur der Mativsen, der in der „Seeschlacht" da- rinz ge Personal ist, wieder auftritt, aber nicht mein als eine Reihe verschiedenartig charakterisierter Typen, die um h« Probleme deS Kröeg?S, deS Mut'^S, deS Vaterlandes innerlich ringm: sondern die IrogÄHC ist bemabfl ein einzig:- großes Klagelied um Vaterland, Flotte unb Elwe, woraus dann die Gestalt des deutschctt Admirals empotragt, der emsam wie Porck t»
deS
am Schluß der Quartette.
Beethoven- L-Moll-Quariett, da- vierte der Werke op. 18 ist durch bte beiden Eck- f ätze zu einer der herooera.iendsten Schövfungen der ersten Beethovenschrn Periode und in ähnlicher Weise populär geworden wie die ,,path6‘.iquc" unter den Sonaten, die in der gleichen Tonart ge- schrieben ist. Da- Andante unb Menuett diese- Quartetts liehen nicht auf g'ridxr £)3le. DaS Llauvtmotio des Andante erinnert stark an da- Andante der ersten Symphonie. Im Finale siegt die humoristische Stimmung Man bat e« wohl
starken Av: laus L M
WiÜi- Frau hatte die-rnal eine Rotte, in der si< gut abfebnriben konttte. Luise Rarnrnel wiri mit ähnlichen betulichen Ausgaben sicher noch viel Erfolg haben. zz
e
Siebener Aonzertvevet«.
9icbiier-Cuartrtt: etrcidjquaitctte Don Bcrihoven.
m-Tmufir genxtchsen, und die misttfee-e Dönerschaff, de sich in an er >men-werfet Weife it* schn den einzelnen $ft*vn tokknoll idfen cntrielt, dankte eS kd en trnrch
Dte Deethovenschen Streichquartette wurzeln fest und tief in den Anschauungen des 18. Jahrhundert-: Mozarts und vaydns. Engere AnknÜv- fung an den zuletzt Genannten ist dabei unschwer festzustellen. Was Beethoven jedoch weil über diese hinau-debt. ist sein wahre-, aus innerem Derzen kommendes Pathos, das in seiner Instrumentalmusik zur Offenbarung wird.
Die Kompositionen der letzten BeihotX'N- fdxm Quartettperiobe sind frei von Kber formellen Gebundeuhett, sfe find der sponbane Ausdnick feiner gott.< mieten ober wie Immer sonst gart ten Ei ige mngen. Dfe hier nun ofel (änderen und dre tm Themen werden in warn t p fachen Variationen durcheinandergewüi'rit unb sind dadurch für den Laien gar oft nicht leicht zu fassrn. Anberer'e tS dri igt eine Neigung in volkstümlichen Ge a tungen tmor, nne fit un- in der in diese Periode fallenden neunt.l Symphonb, diesem Symbol der dfi gemeine! Mensch!e tsliebe, entgegetreten. (Ein: ausführ- lidx Besprechung des dielet lefctm Sckaf'enS- periobe angehöomden ES-Dur-QuatuorS, op. 127, ist in der eingangs erwähnten Sonn- tag-nummer des „Gießener Änjeiger" nachzu- lelen). —
Die Interpretation der Werke durch des Redner-Quartett machte unS mit STünfikai bekannt, d:e in die Bvethovensche SRuittouM* sung in vollkommener Wrife ein-iebrungen itflk Adolf Redner (1. V oline) mar der tnrangm oebente" m deS Dorfes einentiidxT Beb utunK Sen StHel bomintrt it RhrthwuS, Mel txf unb Themeniühruntz über d e drei anixnt, deren rigK Gestaltungskraft darunter nicht zu leiden braucht und cS and) n cht getan bat dermann Krauß (2. Violine), Paul Dindemith (Violal urw MavrtS Frank bilden mit Redner a» Enfem >le, tri en Darb etti a n tr rd> i(tritt To - yiuni und klüfsge Tech ir sich ungemein sauber imd geschmackvoll anbören. (Ter runpe Frankfurter P v indemith hat sich neulich btrrtbbie Komposition eine- vierteiligen LfedertyklitS „Mel an- cholie" für Alt mit Streichorck<'er inach ®evid>- tm von Christian Morgenstern) und einer T^Dur-Sonate für v oloncello und Klavier ifl pre t fd>r Musiker von t*cf ti-bem Kön en crwe- fen.) Sie alle waren den Anforderunaen ri-r Kom-
Gießen, 1. Dez. 1919.
Die bisherigen — drei! — Vokal Jonjerte „Gießener Konzertvereins" in diesem Winterhalbjahr hatten eine Abwechslung in der Wahl der Musikgattung durchaus wünschenswert erscheinen lassen. „Endlich Jnstrumen- talmufik!" — dieser Gedanke führte einen in versölmlicher Stimmung zum „Bcethoven- a be n d" deS ,,R cd ner-Q u a r tettS". Eine ausführliche Ä n a t ö 1 e der gestern gebotenen „Streichguartette" wat bereits in der vorigen Nummer diese- BlatteS von anderer Seite gegeben rporben. Einige jene Analyse ergänzenden Bemerkungen mögen hier noch nachgetragen fein.
Glelzener Staditheatee.
Willi'S Frau.
Ein heitert- Familienstück von MarRetmann und Otto Schwartz
Gießen, 29 Nvp.
Die Heiden Verfasser tafcn die Fähigkrit, auS einem Einfall, der einem anderen nur zu ehtcr kleinen §>urnort-kt für bte Lustigen Blätter gt- langt hätte, ein abendfüllendes Th aterftikf zurewt- jubauen. Aber sic machen daS äußerst g.-schrckt, mit einem sicheren Blick für tomh'dx Situationen, die besser erfunden sind, alS ihre Witze.
Willis Frau war* Tippmädel und das paßt dem adligen Schwiegerpapa durchaus nicht. Ohne sie zu kennen, frbnt er sie ab unb den armen Willi mit. DaS war entschieden vorrittg, aber Lustsvi l- dichter sind gute Mensch?n, die berarlti anSgecenkte Schicksale auf die anmutigste W ist wi.der einzurenken wissen. Sie schenken Willis Frau deu guten Gedanken, sich bei ihrem Schvieg rvatet als vaus- bamc zu verdingen Und siehe da, der alte £x*rr wird so von ihr eingenommen, daß er feinen Sohn zwingen will, sich von seiner Frau sch i en zu lassen und die Lwu-dame zu betraten, womit denn die befriedigende Lösung vorbereitet ist. In diese Geschichte ist eine zweite trrrooben, ivi? Willis Vater feiner Tochter gegen seinen Witten doch den rich- nam Mann z^fführi. DaS gab Anlaß genug zu WcifiDerftfinbn4fen, Berwicklungm unb Lachsalven,
nicht genügend beachtet wurde. Auch die Differenzierung der im Jeuato" und „staccato" gesetzten Achtelnoten war nicht deutlich zu erkennen.
DaS dem Hol'sekretär Zmeskal von Tomano- vetz gewidmete F-Moll-Quartett op. 95 bezeichnete Deel Hoven ausdrücklich als „Quatoor serioso" und wo Ite damit den e r n st t n Grianken- inhalt dieses Tonspiels schon äußerlich anbeuten. (ES ist nicht recht verständlich, warum Herr Redner ,,sich gestattete", diese- Quartett vor demjenigen m ES^Dur op. 127, zu spiricn, um so weniger, alS daS Programm m glück.ich.r Wriie eine chrvno- logifdr Reihenfolge der Cuarfettc garantüTt Harfe. In dieser Weife zu ..revolutionieren" liegt weder im Sinne der deutschen noch irgendeiner anderen ..Revolution".) Gustav Mahler hat vor ungefähr 23 Jahren diese- Quartett in einem Diener philharmonischen Konzert vom ganzen Streichorchester spielen kri ei tr b dadurch die musikalische Bedeutung dieses Derb-- nidü richtig ringeschätzt: eS ist und wül nichts anderes sein als e'jen nur Quartett. Knapp gehalten, drängt eS al e- Ne'.<nsächliche nach Mög- ichfeit in den Hintergrund. Tie Unisono- » g u r e n, mit denen tne Kvmrosition einjetzt, tempeln sie zu einer vornehmlich bramait» che n. ES l egt etwa- von der külpfen, uner- bittiidxm Energie deS,,Corvlian" bi tiefem Ciror# tctttatz, besonders rn seinem Ausgang. TaS An- bai* (von Beethoven „Allegretto, ms non t r o p p o" beze cch et) bilder dife förmliche B ücke »wifcp.m der zweiten und dritten Periode M Mei- sterS: dieS liegt bte übersichtlich formelle Gestaltung deS Stücke- auf der einen, daS Au treten gern Ifer Modulationen und melvdi cher Wendungen aui der andern Se te. Im dritten Satz, der unS durch e.nen i4b ltereinstürzertren derminder- ten Septimenakkord in rirtt gänzlich terän- erte Stimmung versetzt, sprick» ter moderne Beer- boren iu un- Bei We er, SBarrr und Schumann findet man vermochte- Der leidenschist- lich, vabicha t btant tisch bewegte Chavrlter t<S D^rkeS errricht Hnen dödemrikt im Finale, dem eit im „a!la brere" gtbaltener fünfter Sa v als „Anhang" folgt. £)irt ist die ErftndungS- fraft Beettrovenö schon auf frtn Gipsri an gelangt. —>
bie die Zuhörer kaum »u Atem kommen li hen.
Tie Spiettcitung batte Rudolf 0) o 11, der nte versagt, wenn es um einen luftigen Abend gett. Im ganzen hätte er do- Tempo noch etwa- ttotter nehmen können. Sein Onkel Murki reihte U.ch.den vtclen Lustspielfiguren. die unS Riidolf Goll fdjon norgriübrt Hot, würdig an. Auch Karl » d i ck, der bi'vixrit Übertölpelte Schwiegernaps, ^rimeS vottcS BerslLntmiS für ferne runwrifti'dK Jufgifc o-nnnj Braun zrigte atte köstlichen EiA-'nschaften eine- jungen Ehemannes und OSkar Fei sei gab einen lkbenS^ivandten Rcchlöaniva.t _____________________ „. _____ v„ ,
ab. Dut war auch der eNc»a- beschränkte Schimmel- I mit einem rmitood ritterlichen Spiel verglichen ntam Richard DellbornS Bon den Damen DaS Entscheidende im Schlussatz die es Quartette " pV r c cht daS leberchigste unb beruht auf der richi«n Innehaltung bet be.den natürlichste Spiel, aber auch Liefel Winner als• Tempi (Allegro und V-emifuno), die gestern leide:


