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3n>tmttgsrun6örn<! u. Verlag: vrähl'sche Univ.-Such- u. Steiaöruierei R. Lange. Schrlftleiiung, Seschästrftelle u. vruckerel! Schulstr. T.

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Poftschecktonta:

Stanhurl a. M. 11686

Vision des Vertrages unb von lönigliche Dekret über die Ratifikation nur unter der ausdrücklichen Bedingung im Parlament ge­nehmigen wollen, daß nämlich die Regie­rung sich zur Initiative einer unbe­dingt notwendigen Abänderung des Vertrages verpflichte.

Der kwchrrat und die Steucroorlaqen.

Berlin, 29. Rov. (WB.) In der öffent­lichen Sifrung des Reichsrats, die Sams'ag vorm ttag unter dem Vorsitz Erz ergers siattfano, ist mit der Plenarberatung der neuen Steuer­vorlagen (Kap tat er traf,Steuer, Neick>sev'kom- menffeuet, Landesstenergesetz) l^ointm nwrien. Einl itend hol) t-er Berichte rstatxw der Ausschüsse

Deutschland und Oesterreich.

Wien, 29. Rov. (Wolff ) In der gestrigen Geme.nderatssitzung machte $ür ^erntet, :er Reu­mann von der Erklärung des Bcrlmer ^Ober­bürgermeisters Wermuth in der Berliner Stodt- verordnetens.tzu g Mitteilung unb gab den Wort­laut folgenden Telegramms an Wermuth bekannt:M.t tie er.,ru g l-abe ich Kenntn s genommen von den warm herzigen Woib.n, die Sie an die Berliner Stabtoeror -eten gerichtet Halen. Tie freundscha.tlichen Geiü 1', die aus ihrer zur Hls:ä.igk<it auisordernden Rede lliiiLen, fvh et.t Trost in schixrem Leid. Ich roeab? J^ne Worte, Herr Oberbürgermeister, dem Wiener Gemräa-erat'. zur Kenntnis bringen unb danke den Berhner Stadtverordneten unb Ihnen, Herr Olxrbürger-

Bürgerkrieg in Mexiko.

Amsterdam, 29. Rov. (WTB.') LautTele- graaf" meldet dieTimes" aus Texas vom 28. Rov.: In Mexiko ist der Bürgerkrieg ausyedrvchen. Präsident Carranza ist aus der Stadt Mexiko geflüchtet. In Washington gpljt das Gerücht, daß der A bbru ch der d i p l o- matischenBeziehungen zn-ischen dm V er- einigten Staaten und Mexiko bevorsteht.

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Annahme von Snjtigtit f. die tagesiuimmec vrZ zumNachmnkag vorher. Preis für l mm yöhe für An.einen o.34mm Breite örtli ti 15 bf, nuSioait# 18 VC, für Reklamen von 70 mm Breue 48Pf. nebst 20'/, Teneru"gS- juidilaq. Bei Platz- oorfd)riit20*/ Autsattag. HauotschriNleiler: Aug. Goeg. Beraiuivortlich für Politik: '21 ng. Goey; für den ubriflenTeil: Dr- Remhott) Zenz: für den Anzelgenteü: H. Beck; säinlllch in Gieren.

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meistex, für die Sympathie, 14? in Ihrer Hand­lung liegt, wärmslens." Ferner ver as der Bürgermcifrer ein Telegramm desH^i elberger Tageblatts", worin die Aufnahme xon Wiener in Heidelberg und

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Eine amerikanische Hilfsaktion.

R e u v o r k, 27. Rov. Hoover erl einen dringlichm Ausruf für bie Linder Deutsch- landS und Oe st erreich s. Er achte! krte be­sonders an die Amerikaner. Tie le rirchben m.t Hilfe der Quäker (Lne s.wße Hilfs-rktvon ein, ohne daß das d»utsck>-ameritanische Hllsswerk dadurch irgendwie bebinvert würde.

Unsere gefangenen Seeleute in England.

London, 29. Rov. (WB.) Die Seeleute, welche die d-eutt'che Flotte von Scapa Flow vernichtet haben unb die gegenwärtig in einem Hager bei Astwestry interniert sind, guhm ihren Wächtern in der letzten Zeit Anlaß zu zahlreichen Silagen und verlangen, daß man sie nach Hrus entlasse wie die übrigen deutschen Gefangen:n. 91 m Dienstag haben sie sich zu widetsetzen versucht imb wollten in den Streik treten. Indessen halten bie Meuterer bei Herannahen von Trnpch.-nabtei- lungen mt auf geb laustem Bajonett i.,re iy- feit wieder ausgenommen und seither sich nchrg verhalten.

Verhandlungen zwischen Deutschland und der Sowjetrepublik?

Berlin, 29. Rov. (WTB.) Die Meldung eines Berliner Blattes, daß Verhandlungen zwischen Deutschland und Sowjetruß­land im Gange seien unb einen besriedigenden Verlaus nähmen, ist dahin richtigzustellen, daß es sich vor allem um die Rückgabe von Geiseln handelt.

Parteitag der Unabhängigen.

Leipzig, 1. Dez. (WB.) Der außer­ordentliche Parteitag der Unabhän­gigen Sozialdemokratischen Parter Tcutschlands wurde gestern abenb im Leip­ziger Vollsh'ause durch Crispin (Berlin) im Auftrage der Parteiltttustg eröffnet. An wesend waren etwa 400 Telegier de au-3 allen Teilen D utichlanr^s, sowie.e ans Oesterr ich, Schwe­den. Dänemark und Rumänien. Crispin gedachte zunächst des verstorbenen Hugo Haase, den er als Mensch, Führer und Kämpfer würdigte. Er besprach bann b:e politische Lage. Unter stür­mischem Beifall der Versammlung erklärte der Red­ner, daß eine Einigung zwischen der Par­tei der Roske-Sozialdemokratie und dem klassen­bewußten Proletariat unmöglich sei. Die l>ut ge Gesellschaft ha"?« historisch Beine Daseins- bereditigimg mehr. Sie müsse und werde über» wunden werden vom Sozialismus. In diesem Sinne wünsche und hoffe.er, daß der Parteitag arbeite.

Hieraus schritt man zur Wahl des Bureaus. Rach längerer Geschästsordnungsdebatte wurden als Vorsitzende mit gleichen Rechten einstimmig gewählt: D i 11 m a n n-Berlin, Lipinski- Leipzig unb Braß- Remscheid. Ferner wurden vier Schriftführer gewählt.

fr-nror, daß bie Ausschüs e -ich bemül)t^l)ätten, für b:e 'der me:,r herauS-uschag- n.

meinben sollten Fici' e Re»»e ihrer Steri-^rselbstän- d'gk'it Italien. Tie jetzi en Bestimmu gen fi­ten nur bis 1. April 1923 gri en and bann eine neue gesell che Regelung statt i b-n. Erzber - ger erfiä.t: namens der Re?ieruug die Aus­schuß beschlüs'efürun an ne lnn bar, nach denen d e Ci.'.zelländer auch am Ertrag der Ka-

Aur 6cm Ueöche.

Ausfuhrzölle.

Berlin, 28. Rov. (Wolff.) AuS Dresden wird derKöln. Ztg." berichtet, oaß daS Reichs- wirtschattsministerium auf Drängen Sachsens Maßnahmen zur Erhebung von Ausfuhrzöl­len vorlnachte, um die Valuta auszuglcichem. Es soll sich um Zuschläge von 100 Proz. handeln. Dazu hören wir, daß über den Ausfutazoll, der ja von verschiedenen Seiten gefordert wird, Verl-and- tungen schweben, an denen nicht allein Sachsen, sondern auch die Vertreter der übrigen Länder beteiligt sind. Man sei jedoch weder Über die grundsätzliäx Gestaltung noch über die Höhe be£ Zolls cn irgendeiner Weise schlMg geworden.

Berlin, 29. Rov. (WB.) Aus dem Ka­binett nahestehenden Kreisen vernimmt die T<utsche Allgemeine Zeitung", daß die Reichs reg-ierung sest entschlossen in der Frage der Ablieferungvon 400 OOO^on* nen Tocks, Baggern und Schiffsmat e- rial nicht nachzugeben. Es handele sich hier nicht um eine Pre.ttgefrase,.ibem darum, daß d-e Ausgabe beS ge orderten Matei, ls Teutlch- lands w rtsck>a tlichc Exr ienz sch echtes g4 un:cr* binnen würde. Ebenso unannehmbar fei für bie Reichsrecherung dieKlausel des Anerkennungs- Protokolls, nach der es in das Be ic en Frank­reichs gestellt wäre, jederzeit in Deuttchand mt-, litänschein zurücken. Die Reichs.egierung, so schreibt das Blatt, will den Frieden, aber nicht einfeitige Fortsetzung des Krieges. Als sclbst^r-- tänbhdK Voraussetzung wirtz es migesehen, daß die in Frankreich >besietlichen Kriegsgesangenen zurückgesülirt werden, so n>.e d-er F.iedenSverttag es vorsieht und nicht nach neuen Bedingungen.

Heul aucher k. D. R. P. a. 'eifenhai^ ne». Unentbehrlich i ;e4en Kauchtisch, tellwen bei att, Nord-Anl.!

Telephon 23.

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1 Kreuzplatf »Denbediennng.

gerichtet:

Die Rachrichten von der Rot des deutsch- österreichischen Brudervolkes lösten in ganz Deutsch­land das tiefste Mitgefühl aller Volks­schichten aus ohne Unterschied der Parteistellung. Selbst in schwerer wirtschaitlicher Bedrängnis und in ernster Sorge um seine Zukunst bewahrte sich Deutschland doch ein Herz für die Leiden seiner ©lammet genofjen außerhalb der Reichs grenzen, deren es in diesen Laaen besonders herzlich gedenkt. Zum Beweise dieser Gefühle ist in ganz Deutschland eine umfassende Hilfsaktion eingelritet worden, die hoffentlich zur Milderung der schärfsten Rot beitragen wird. Ich darf Sie, Herr Präsident, bitten, dem deutsch-österreichschen Volke aus diesem Anlaß die treuen, brüderlichen Grüße des ganzen deutschen Volkes und die innigsten Wünsche für eine baldige Besserung der Lage übermitteln zu wollen.

pitali\-ntenf:euer beteiligt werden so lien.

Der preiÄ''che Mi nste-p L'ident Hirsch er­klärt«, ans prckttischen Gründen, um in ben Finanz- g setzen leine Tisterenz zwisckien Rtttt srat und Reichsregiennrg caiffymmen zu lc s en, wenn a d) schweren Herzens aus tie Aüsschuscheschlüsse über die Beteili^mg der Länder am Ertrag der Kapital- rentenfleuer zu verwich en. Dieselbe Erklärung ga-, ben l ie Vertreter Wütttembcrgs, Badens und Ham­burgs ab.

In der folgenden Genevaldebatte erklärte Mi­nisterpräsident H i r sch, daß die gnttindliche Stel- lungnafime zu diesen bedeutmigsvollen Gesehen wegen ihrer Uäten Einbringung nicht möglich war. Wenn tie preußische Regiermig dcimoch der Weiter­gabe an die Rat ionalver'ammlung zustimme, so geschehe dies nur, weil eine Verzögerung; aus all­gemein politischen Gründern uncrw nscht ist. Der bavrische Gesandte schloß sich diesem for­malen Protest Preusittis an, brachte aber auch scharte, materielle Einsprüche vor. Tie Zu- Mtüibigfffit d^s Reiches auf Lullurellem G?biek lolle ii.-r auf Kosten der Einzel ten und Gemeinden erioei.ect roten. G gen das übnchasveie T- mpo in der Entwicklung zum Einh?i.s,.vLit bei^iben er- dabliche enken Tie bayerische Regierung uwne, daß diese Ge''e»igebirng der prak'.isch n Durchsul7r/ barveit den schärsswn Widerspruch hernorrufm und über kurz -otvr lang zum Zusammenbruch fuhren müsse. Minister Erzberger crfWe darauflHn,

Neuland.

AuS Buenos Aires wird denWirt- schastl. Zeitfr." geschrieben:

Tie Einsicht, daß alle Weltverbesserungspläne ohne den Willen zu rastloser Tätigkeit töricht und unfruchtbar sind, wird mit der Zeit in Deutsch­land an Boden gewinnen, es wird wieder ge­arbeitet werden, und unsere Wirtschaft wird in langen Jahren mühsam gesunden. Und langsam wird auch wieder der Weltverkehr Brücken bauen von Land zu Land, der ausgewühlte Haß wird verebben und bie Leidenschaften werden wieder ruhig werden.

Aber es gilt nicht ruhig zuzuwarten, bis dieser Zeitpunkt eintritt. Wir müsen selber zu- packen. Wenn auch die Welt »erteilt ist, müssen vir dennoch Neuland suchen, damit die Intelligenz und alle Kräfte, die durch den Friedensoerttag in Deutschland zu einer unfreiwilligen Brack>e verurteilt worden sind, fruchtbar gemacht werden loimen für das slieuland sowohl als das Mutter­land, dem sie hoffnungsvoll entströmten. Früher Ti aren die Staaten von Nordamerika dM Land der Hoffnung, heute richtet sich der Blick vundert- Itiiifenber nach dem Süden der Reuen Welt, wo tatsächlich Neuland für ungeahnte ZlikunftSaussicAen vorhanden ist, nicht nur für ixe, bk Deutschland den Rücken kehren, um unterm südlichen Kreuz ihr Glück zu machen.

Argentinien, Brasilien, Chile sind N>r allem die Länder, die für unsere wue Außen« tnrtfdxi t in Frage kommen. Sie lyaben lleberfluß »n Schätzen, die wir während des Krieges zum Eeil schtver entbehrten, die Kolonialprodutte Bra- Gliens, die landwuttsä-astlichen ErzeiMrisse Araen^ ttniens, Salpeter und Jod der chilenischen Kor- d-illeren. Dagegen sind sie arm an Jndusttieunter- ^ehmungen und fütb gezwungen, alle Fettig'abri- f-ate aus Europa, neuerdings auch aus Japan, emsufülrrcn. Durch die Hetzarbeit der Verbands- »lächte ist im Kriege zwar eine gewisse Mißstim­mung gegen Deutschland unter den Südamerika- nem l)ervorgetreten, aber erstens blieb diese Miß- frimmung nur auf Angehörige der uns feindlichen Staaten, meist Italiener, beschränkt, und zweitens bat das Nachlassen des Ententedrucks sofort eine r-ahrnehmbare Aenderuna der öffentlichen Mei­nung im deutt'chfreundlicyen Sinne bewirkt. Die Wiederanknüpfung und dauernde Befestigung der deutschen Beziehungen zu Südamerika hängt nur davon ab, ob die deutsche Industrie gute Hrzeugnisse zu liefern vermag. Frei­lich haben England und Nordamerika bereits ver­bucht Tk-utfcblaitb , fernerhin auch in Südamerika «uSzuschallen, ictnd) müssen mtt der Ratifizie-- Timg des Friedensverttages von deutscher Seite unbedingt Gegenmaßvegem ergriffen werden, die ben für Deutsch'and glnffiirh*n itts» fart -r' »--n I5eg zum Erfolg vor der Untergrabung durch die ^crbandSmächte sichern.

Wie m dec Frage der Besiedelung südamerika- irischen Bodens durch Deutsche, die nur durch ßaatliche ge'ellschaftliche Auswandenmgsunterneh- uten gefahrlos und rentabel betrieben werden kann, ü> muß auch hier auf dem Wege des Zu­sammenschlusses gearbeitet werden. Einzelne Anknüpsungsversuche werden an dem Machtwillen ber englischen Ausbeuter und Yankeaausbenter falfeitem. Rur ein Zu'ammengeh.»n aller Wirt­schaft skreise 'tarnt der deutschen Auslandswirtschaiftl von Nutzen sein ürcb kann Wette schaffen.

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Der erste deutsch-österre'chlsche Gewcrkjchaslrkongretz.

Wien, l. Dez. (WTB.) Gestern trat bet erste deutsch-österreichische Gew e rk- schaftskongreß zusammen, ^u welchem 3bO Delegierte im Namen von über 660000 gewerk­schaftlich organisierten Arbeitern erfdnenen waren. Nacktem der Abgeordnete Robert Simon den Kongreß mit einer kurzen Ansprache eröffnet hatte, begrüßte Fimmen - Amerika den Kongreß un Namen des internationalen Gewerkscktaftsbundes, wobei er die Haltung der österreichisck)en Dele­gierten auf der Amsterdamer Konferenz würdigte, die dazu beigetragen habe, die Kluft zwisck>en den Arbeitern der ehemaligen kriegführenden Länder Pu überbrücken und eine neue Internationale auf- yubnuen. Er machte sodann Mitteilung von der Hilfe des internationalen Gewerksckiaftsbundes für die österreichischen Arbeiter. Der Vertteter der deutschen Gewerksckxu'tskommis ion, Umbrett, berichtete übet die Gewerks chastsoewegung in Deittschland und erflärtc, seit dem WaffeirstillstaTrd sei ein beständiges Wachstum der Gewerkschaften ui verzeichnen. Die Zahl der Mitglieder betrage gegenwärtig 7 Millionen.

(Eine Konferenz für den völkerdund in Brüssel.

Paris, 1. Dez. (WTB.) Morgen tritt in Brüssel die Konferenz für den Völker­bund zusammen, an der die alliierten und asso­ziierten Staaten teil nehmen. D« Husammenkunst erfolgt auf Veranlassung der französischen Assozia- tion für den VÄkerbund, deren Präsident Leon Bourgeois ist und deren Organisation sich auch die englische Gesellschaft für den Völkerbund, der Lord Cecll vorsteht, angeschlossen hat. 17 Staaten entsenden 80 Delegierte. Es soll beraten werden über die Rechte und Pflichten der Ratioiren, die dem Völkerbund angeboren, über die Errichtung eines Obersten Gerichtshofes, übet den Schutz der Mirrderheiten, Verminderung der Rüstungen, Organisation einer gemeinsamen Mili­tärmacht und über die demokratische Auswahl der Bettreter der Rationen für die Generalver­sammlung des Völkerbundes. EMich glaubt man, daß die Versammlung einen warmen Appell an beit amerikan schen Senat und an die bereinigtet Staaten zugunsten des.kervunoes rich>en werde.

Ein StimmungSumschwung in England?

Amsterdam, 29. Rov. (WTB.) DerTele- «raas" meldet ans London: In einem Leitartikel, ter von dem Umschwung der Stimmung gegen über den ehemaligen Feinden handelt nennt dieTi meS" die Unterbauterflä» rimg Lloyd Georges, daß man die Wirt­schaftslage Mitteleuropas durch umfassenden Kre- t i t bessern müsse, die wichtigste Antwort aus alle an den Ersten Minister gerichteten Fragen. Das schreibt, für Oesterreich seien bis zur nächsten Gatte 20 Millionen Dollars nötig. Tie amerika­nische Regierung werde sich dem Werke der Barm- bcrzigkeft nicht entziehen können, das in Mittel­europa verrichtet werden müsse. Insbesondere Oesterreich müsse von der gegniroärtigen Hungers­not gerettet werden: man müsse jedoch der Mög­lichkeit Rechnung tragen, da» die ^Bereinigten «Staaten auf ihrer Weigerung verharren würden. Dadurch entstel-e die dringende Frage einer engeren Zusammenarbeit au wirtschaftlichem Gebiete zwischen Deutschland, der Tschecho-Slvwakei, Oesterreich und dem südsl aov i s ch e n Staate mit Unterstützung und Ermutigung seitens Englands und Frankreichs. Es sei eine Pflicht der Alliierten, mit der Wiederherstellung Mitteleuropas zu beginnen, ohne die so gut wie seine Aussicht beliebe, daß irgend ein Donaustaat wieder zu Wobl'ahrt gelange.

Auch das Lloyd George nahestehendeDaily ClZronicle" begrüßt die Erklärung des Mi­nisters, daß Mitteleuropa durch Kredite unterstützt werden müsse. Dieie Unterftihung werde nicht nur den Alliierten, sondern auch den früheren Feinden, hauptsächlich Deutschland, zuteil »werden.

Ttalienfsche Stimmen für Revision des GewaltfricdcnS.

D e r n, 29 Rov. (WTD.) Anläßlich der bereits »meldeten Skufxtung Tura t is in derCtt- hca Sociale" bespricht derSecolo" die unatz- tetidba e Notwendigkeit einer Revision does Bersailler Gewaltsriedens, der die Muhe der Welt von neuem gefährde. Ter Ver.ailler Wertrag verhindere, daß Deutschland nach der WLscLÜmg vom MllitariSouts und Jmperüuismus

gen des Bürgermeisters Beifall ausgenommen.

Berlin, 29. Rov. (WTB.) Der Reichs­präsident hat an den Präsidenten der deutsch- österreichischen Republik folgende Kundgebung

umgekehtt würden Lander und Gemeinden &u* ja mm en brechen, wenn diese Reick»sgei'etzgebung mcht dnrchgefühtt werde, berat nur so könnten ttnt bat finanziellen Gesundung entgegensetzen. Ter, säch­sische Gesandte erklätte, daß Sachsen entsaMssen» sei, dem Gesetz zuMslimmen, um den bitter not­wendigen Sck)ritt nach vorwätts nicht auf^uMten. Ein Vc-rtreter Preu ßens erflärtc, daß igegen* über der Frage des Tempos der Entwicklung zumi Eintzeitsstaate Preußen einen dem bayerischlkn Ge­sandten gegenüber durchaus abweichenden Stand­punkt einnehme. Ter hessische Fin.attzmt^ nister machte die Zustimmung Hessens davon abhängig, ob man den Staaten unb Gemeinden ihre kulturelle Selbstäudig- k e i t ließe, die die Selbständigkeit auf finanztelleW Gebiet voraussetze. Ein badischer Antrag, daß die Räuber unb Gemeinden das Recht haben sollten» Zuschläge zu dem Einkommenssteuettarii zu er­heben, wurde gegen die Stimmen von Baden, Hessen und Bayern abgllehnt. In der Gesamt­abstimmung wurde das LandeSsteuergesetz gegen die Stimmen von Baden und Hessen angenommen.

Berlin, 29. Nov. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Reichsrates wurde das Kapital­ertragssteuergesetz imb das Reichsein- kommensteuergesetz nach den Beschlüssen des Ausschusses angenommen. Zu erwähurni ist noch eine von den Ausschüssen im KapitalettracMeuer^ gftetz vorgenommene Aendermrg. Wäl)rcnd die Vorlag: Tivi^endenpapiere mit 20 Prozent und die anderen Papiere nur mit 10 Prozent wm ®r4 trage besteuern wollte, setzte der Ausschuß die Er- trags steuer allgemein auf 10 Prozent fest.

Es folgten Begrüßungsansprachen der aus­ländischen Delegierten. U. a. sprach, lebhaft be» ' Die Ge- grüßt, im Namen der österreichischen Sozialdemo- Ld'rsesbstän-'kratie Dr. Friedrich Adler, der die traurigen Zustände in Oesterreich schilderte und ein Bild der Daseinsbedingungen gab, unter denen das öster­reichische Proletariat lebe. Von den französischen und italienischen Sozialisten sind Sol>daritäts- lundgebungen einge^angen. Am Montag vormittag wird dec Partellag üi die Beratungen eintreten. Zu den einzelnen Punkten der Tagesordnung liegen weit über 100 Anträge und Resolutionen vor.

Erster Blatt 169. Jahrgang Montag, t. Dezember 1919

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Gberhesien

Lin Ausruf der Schweiz zugunsten der (Scfanceiten.

Bern, 29. Rov. (WTB.l Schweizettsck>e De- peschenagentur. Der Schweizer Bund e s r a t hat an die Regierungen der am Krieg beteiligten Staaten folgenden Aufruf yigumten aller noch nicht entlassenen Kriegsgefangenen gerichtet: Ge- leitet von einem höheren Humanitären Interesse, haben neuerlich über hundert Mitglieder des Schweizer Nationalrats eine Motion, welcher sich der Rai mit Einmütigkeit anschloß, eingeleitet, die den Bundesrat ersuckst, bei den interessierten Regie­rungen Schritte zu unternehmen, um die möglichst schnelle Heimsck>aifung der so fern von ihrem Vatettande zurückgelxrltenen Kttegsgesangenen zu erlangen. Unter diesen lyob die Mot.on besonders die in S i b i r i e n und Frankreich befindlichen Gefangen en, sowie die ans Deutschland noch nicht feeimbeförberten russischen Gesangenen hervor. Der Bundesrat konnte diese Kundgebung, die so ganz- dem Ge ü st de. ö e t id;en M>. irarng in der Sch entspttchl, nur in zustimmerchem Sinne entgegen- nebmeit. In melden Lande immer diese Geiange- neu noch znrückgehalten werden und welches arch die Grü'.rde der unbegrenzten Verlängerung ihrer Gefangenschaft sein mögen, so muß dies bei ihnen unb ihren Familien bittere Enttäuschung und tieie seelische Bedrückung Hervorrufen, und eine wahre

ein Element deS Friedens, der Ordnung und des l soziale Gefahr könnte sich aus dem Gersteszustande Fortschritts werde. Er beroirte statt des en, daß es ergeben, der Hundcrttauiende einer solchen Prümng mit Rachegedanken umgehe. Auch die katholische I unterworfen Manner unl)eubar &u erfassen droht. Corres ponden za" spricht von einer Re- < Zn Berücksichtigung der (aut bekundeten Gefühle - Strömungen, die das j des Parlaments und des Schweizer Volks und

| getreu hen Humanitären Bestrebungen, welche den Bundesrat stets gegenüber allen Kriegsgefangenen geleitet haben, glaubt er, bei Anbruch des Winters noch einmal bie hochherzige Aufmerksamkeit der verschiedenen Regierungen aus die traurige Lage der noch nicht befreiten Gefangenen hinlenken und an diese die inständige Bitte richten zu lassen, alles zu tun, was in ihrer Mackü steht, um endlich den allzu langen seelischen und körperlichen Leiden dieser Kriegsopfer ein Ziel zu setzen.

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