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vclg sche Rätter in Letttschla«».

Äw'terba«, 1. Nov. (WTD.)Telegraaf- ans SrlfizI: Das Ministerium für Wieder­aufbau machte in einer amtlichen Mitteilung die D e - tvohner der verwüsteten Gebiete auf die Verteile aufmerfcte.m, die ihnen o ar ans erwachsen, wenn sie Artikel, die d'« französisch c Industrie äugen, btidilid) nicht liefern kann, in Deutlchland kaufen. Einkäufe m Deutfe^ind wären sowohl in ihren» als auch iw Interesse de^Wcchtelkurtes gelegen. Für (Ete- hälfe in Denschland sei jetzt keive besondere Erlaub, nis mehr nöt g and die Zollbehörden haben Auftrag, all« Waren, aus die der vorgeichriebene Zoll erl gt werben Karn, parieren zu lasten. Die belgische Re. -i'erung richte' in Wiesbaden ein Informationsbureai für betzijche Juiufer «ix.

Die Kampftage in Ruhlanü.

Amsterdam, 31. OH. (Wolff. In dem amt. lichen Heeresbericht vom 29 OH erkennt General Judenitsch an, bah seine Offensive gegen Peters, bürg »oege^ mangelnder Unterstützung .nicht die erwarteten'JVoTgen" gehabt habe Der Feind habe seine 2Ii'riffe wieder aufgenommen. Während der Nacht seien keine Landungs-b eilungen nach Kron, stadt gesondt worden, obgleich die Friinng die weihe Flagge gehißt hab«. Infolge dieser Nachlosigkeit uxtje IC^I areber die rot* Flagge. Die Geschütze von Kron, labt bedrohten seinen lmben Flügel. Pulkowa, Zars- ioj« Selo, Pawlowsk nnd Dosono hätten den Bol. chewisten übe-lassen werden müssen. Die Estländer nölten Plesbai geräumt

Helsin gsors, 31. OH. (Wolff ) Havas. Unter dem 29. Oktober wird berichtet, bah alle »n. griffe auf der Petersburger Linie mit großen Ber- lüsten für die Bolschewisten rnriubgelchlagea worden sind. Nach einer grstzeu Schlacht zwischen Krasnoje Selo und Garschina sei die 2lrmee des Generals Fubenttj h l>is ftrasnoje Selo vorgerückt and habe 1500 Gefangene gemacht.

Englische Truppen in Rußland.

Rotterdam, 31. OH. (Wolff) Churchill er- Klärte tm en gl ich en Unterhaus, daß in Rußland nur noch 200 Freiwillige seien Ende Marz mürben die britische i Heere aus Frankreich und Flandern zurückgezogen sein. Dann werde das gesamte britische Heer 300000 Mann betragen.

Aus dem Reiche.

SchnefftsilettSpröwien für Äirtofftffkfmingrn.

Berlin, 1. Roo. (WTB.) Um eine stärkere Kartoffelablieferuyg nach den Dedarfsoer. bänden zu erreichen, sind zur Beseitigung der äugen, blickt chen Transportschwierigkeilen vom Gsenbahn. Ministerium einschne denb« Maßnahmen auf dem Ge- biete des Verkehrswesens geplant Damit gleichzeitig, trotz bereits teilweise erfolgter Einmietung von Kartoffeln, eine verstärkte Kartoffelli-ferung er­folgt, wird mit Wirkung vom 3. November angeord. r.ct, daß für jeden bis zum 15. Dezember auf die Luflaae abgelieferten Zentner Speisekartoffeln neben i>en bisherigen auf Grund der Verordnung vom 15. Juni festgesetzten Höchstpreisen und Zuschlägen eine besondere Schnelligkeilsprämie von2Mk. gezahlt werden darf. YBrtere Erwägungen über die Gewährung von Lieferungszuschlägen bei Erfüllung eine, größeren Teils als die abzuliefernd« Menge sowie über , die ZuoerfLgungsteUung von Düngemitteln an Landwirte zwecks vermehrter flartcffelabtieferung schweben. Eine Erstattung der Zuschläge ans Reichsmitteln kommt nicht in Frage.

Die technische Nolhilfe.

Berlin, 31. Oktbr. (Wolff.) Die .Technische Nothilfe" teilt mit: Zm Gegensatz zu den Falsch­meldungen der .Freiheit- ist zu betonen, daß die Grube Leopold in Bitterfeld bereits un­mittelbar vor dem Ersaufen stand, als die technischen Nothelfer eintrafen. D e Stadt Bitterfeld war ohne Licht und straft. Die Arbeiter führten nicht einmal die notwendigsten Natstandsarbeiten aus. Das Eingreifen der Technischen Nothilfe ging reibungs. los oonsiatten. Ihre Mitglieder kamen mit Arbeitern kberhaupt nicht in Berührung und im Werk ist nicht der geringste Schaden angerid)td worden. D r Be­trieb wurde bis zur Wiederaufnahme der Arbeit durch Werkarbeiter von der technischen Nothils« vollkommen störungslos aufrechterhalten.

EödDestdeatsche flanatyFänt.

Stuttgart, 31. 0kt. (Wolff.) Die Schwierig- heiten, die der Verwirklichung der s Ü d w e ft d e u t - schen stanalvläne bisher infolge der Waster- virhältn Ife des Neckars im Wege standen, sind, ate der südwestoeutsche stanaloerein m'tteilt, durch eine in den jüngsten Wochen gelungene stonstrukt on einer and) in den Gestehungskosten sehr vorteilhaften Schleuse ohne Wasser erbraud) beseitigt. Damit rückt das Neckarprojekt für die Berbindung vom Rhein bis zur Donau an eine hervorragende Stelle.

Ter Iührkstlisi der Revolution.

München, 31. Okt (Wolff.) Das Reich,, wehrgruppenkommando München lehnte die Forderung der Sozialdemokraten und der Unabhän. gigen ab, das Verbot zur Feier des Jahrestages der Revolution aufzuheben.

Au» 5taM nnd fanö.

Gießen, Den 1. Nov. 1919.

Abermalige Einschrankuig de» Bersonen- vcrtehrs.

Der Personenverkehr der Staatsbahnen muß in seinem ganzen Bereich erheblich eingeiajränht werden. Die Knappen Kotzlenvorräte und die betriebsfähigen Lokomottoen müffen der Beförderung von stöhlen, Kartoffeln und anderen lebenswichtigen Gütern dienen. Die Einschränkung ist von langer Hand vorbereitet undin den jetzigen Winterfahrplan vom 5- Oktober vor- gesehen. Dom Montag den 3. November an, oliv nur 8 Tage nach ber Einschränkung des Sonn, togsoerkehrs, fallen sämtliche Schnell- und Personen­züge aus, von benen etn Punkt im Fahrplan be­tagt, baß sie nur bis auf weiteres verkehren. Wegen der UeberfüOung der verbleibenden Zu e muß wleder der Fahrkartcnverkauf beschränkt ober geschloffen werben usw. Reiseerlaubnisscheine sind wegen der schlechten Erfahrungen auch Diesmal nicht beabsichtigt.

Die Heizung ber ersonenzüge.

Die EisenbahndirektiorrFrankfurt teilt mit: Wie im vorigen Winter muß auch während des kommenden Deizzeitraums die .Heizung ber Züge zur Herabminderung des Kohlenverbrauchs soweit trgenb angängig, erngeschränkt werben. In erster Linie wirb für eine ordnungsmäßige Heizung, der Fernzüaena: Möglichkeit Sorge getragen. Wir rinb deshalb notgebwigen zu ber Maßnahme ver­anlaßt, die Personenzüge des Nahver- k e h r s und des größten Teils ber Nebenbahn­strecken des Eisenbahndirektionsbezirks Frankfurt am Main von einer Beheizung gänzlich aus» zuschliehen. Den Fahrgästen wird deshalb emp­fohlen, sich durch Winterschuh Kleidung, Decken und dergleichen vor Kälte zu schützen. Wir müffen selbst damit rechnen, daß auch in den Fernzögen nicht immer ausreichend geheizt n erben bann.

Es darf angenommen werden, daß Die Fahrgäste den obwaltenden Umständen volles Verständnis ent» gegen bringen. Beschwerden über mangelhafte De- Heizung der Züge werden im allgemeinen Keine Be­rücksichtigung finden Können.

Vetaustaltunge«.

Samstag : Stadttheater,(Egmont41, Trauerspiel von Goethe mit der Beethooenschen Musik, 7 Uhr. - LichtspielhausDie Insel der Glücklichen" mit Carola Toelle und da, Luftspi INicht doch Männe'. - Schwarz-Weih-TheaterDas Geheimnis des Hotel! mit Pola Negri,Ein Scheidungsgrund' undDer- tauschte Rollen'.

Sonntag: StadttheaterDie fünf Frank, furter", Lustspiel von start Rößler, 3 Uhr;Da, Dreimäberlhaus', Gastspiel Hermann Schramm vom Frankfurter Opernhaus, 7 Uhr. - stonzertverein, Paula Werner-Jensen, stonzertsängerin aus Berlin, am stlavier der stomponist Prof. Dr. Arnold Men­delssohn aus Darmstadt, Neue Aula, 6 Uhr. Liebig-Museum, Liedigstraße 12, 7. Dolksvorlesung, Experimentalvorttag von Fr. F. Werner über volks- tümliche Arzneimittel mit Stte fzügen in das Gebiet ber modernen Arzneimittellehre Oberhessischer stunstverein, Gemäldeausstellung von 11 bis 3 Uhr. Kunstsammlung im Neuen Schloß, 11 bis 1 Uhr geöffnet (nur Sonntags unentgeltlich). - Die An- lagenmufih fällt aus. - Liebigshöhe, Streichmusik ber Reichswehrkapelle unter Leitung des Oderkapell-

(Siebener Stadttheater.

Ein Geschlecht.

Tragöbie von Fritz » Unruh.

Gießen, 31. Ott. 19.

Wir wollen uns klar darüber sein, daß der Beifall nach dem Fallen bti Borhanges nickt der Dichtung, sortbern der Darstellung galt Tie Aeuße* hmgen, bte man in ber Garderobe ausfing, be- fafltm eS eindeutig aenug. daß Inhalt uub Sinn der Tichlung die Äennzeichnung Tragödie wider- spricht dem Dollen des Werkes von dem Gros der Zuhörer kaum geahnt, gesckvoriar denn begriffen wurde. Erne neue Griühlswelle ist vt der jungen Tichtergeneration ausaebrandct, dir machtvoll mit­reißt, wo sie nach den tintig! üben ßviben drS Arieffes den Boden für sich benitet findet, aber wie m dürrem Sande sich verlaufen muß, wenn sie an einer entl.^enen Insel, wie Gießen, anrollt, wo man in Kenntnis deZ gefühlsmäßigen Wider­standes moderne Dramen kaum herauszubrrngen wagte.

Mag man diese Art der Dichtung Erpresfionis- struS nennen oder wie man sonst will Eines bat ste der Borkriegsdicktung voraus, die writhm- trogende Zdee^für die sie sich leidenschaftlich, fena- tisch einsetzt. Alfred Kerr, Hal irgend einmal auf eine Rundfrage etwa so beantwort et:Tie Dich- tung nach bnn Kriege wird chaotisch oder banal sein. Banal, weil sie tausendmal wiederholen wird, daß Vrieg Mord intb Mord Verbrechen ist." ES liegt eine Wahrheit darin, aber eS steht doch Hütter diesem Werke und verwandten Dichtungen die große flammende Id« der Mcnsckmil ebe. die nicht einmal so neu ist, sondern das Evanae ium oer Bergpredigt von der trilnhv unserer Zett auS bi . den Worten unserer Sprache predigt

Mau kann dos (Erlebnis Krieg von einer zweifachen Warte auS gestalten. Entweder von der Grabenper'vektive aus. wie es der Franzose Barbusse inDaS tVener", dem vielleicht wert- vollsten Romane biefcj skriegeS, getan hat. um dann gleich am deduktiv zu dem großen Mrnsch- ^eilSvroblem zu gelangen. - Iedewa'IS ist dieser Versuch auch tn dein mir noch unbekannten Drama Tie Wandlung" des in die Wirbel der Mün- ckcncr fRätercgimmg hineingerifselren Sttidenten Ern'i, Toller ver'ucht Ober, man gestaltet dieses Ellcdtüs wn oben her unb friitaflijcTt cs nickt in ter zu üll trn Einzelpcrsönlichtctt, sondern in ti)vif:e-icn Bestatten

Tiefen Versuch hat Fritz von Unrn6 in seiner DichtungEm Geschlecht" unternommen, dem

ersten Teil einer Trilogie In wenigen Gestalten, den Kindern einer Mutter, zwingt er die ver­schiedenen Dirkungsformen des Krieges zum schärfsten Aufeinanderprallen zusammen. Eine Auslassung deS Leiters bitier Aufführung Über die verschiedene Darstellung des Stückes in Frankfurt und Wien enthält folgenden Satz:In dem ältesten Sohne revoltieren durch bad Kriejss- erlebniS lo-gebunben alle Gefühlskräfte gegen diese Welt der falschen Begriffe, symbolisiert in dem Quell allen Leben»: der Mutter." Damit ist tat­sächlich ein anderer Kern ber Dichtung bloß­gelegt, di« Frage nach dem Sinn des Gebärens, wenn die Frucht sinnlos dem wertvernichtenden Moloch Krieg in den Rachen geschleudert nrirb. Cs möge ein weiteres Zitat dem Berichte Über einen Dorttag des Dra­maturgen Dr. A. Kuckhofs vomReuen Theater" in Frankfurt..Das neue Drama und die neue DLHue", entnommen fein, ba A biefm Gedanken- gang rchch weiter ver» gt:2cm (vissonär.n, eksta­tischen) neuen Drama fehlt der Gegenspieler, es spiegelt sich bte Welt im Melden, »t strahlt sie aus. Erbeutet man io nicht Fritz tx>n Unrute ^Ein Geschlecht", man wirb es nie begreifen: Die Mutter ist bie einzige Gestalt, die Krick.n sind nur Zustände ihrer selbst."

Tirier Gebankt ent'pricht durchaus dem 8Bren ber Kunst, bic man Expressionismus nennt. Eine Idee, die nicht gegen ein: andere Idee ringt, fordern für bte Prapag.ucka gemacht wird. Ihre Träger Besessene der Idee, die Handlung Ekstase und Aufsckrei, yit 06, tns Metapto ische hinüber» greifend. Richt Familienttagöbie sondern Menschheits- brama.

Erne solche Kunst, die sich nicht an den engen Krers der Kunstverständigen roenten, sondern aut die breiteste Masse auswirffen will, wird unrettbar ins Abstrakte verblüffen, wenn sie sich nickt an stärkste, brutalste Mittel der Bühn.'n» tvraäncx* und ter Sprache anklammert. Es muß »-sag! merken, daß Unruh sich focar all zu ehr dar­an wrllammrrt Lerne Verglercke f eisen, ob» nvbl das Bfblem der Mutter als G^'ichl»cht.<- Problem im Mittelpunkte steht, zu einseitig um die Leruol'pdäre Sie sind bri al.er traeblifvn Duckt und Gedra- gtheit be vn svntaktiich.» Mittel üi.t nicht brrübrt fein mögen durch die:ifunn aridnwdt unb auch nicht immer bi b- raft Urrruh siebt auch noch nickt über

seinem Stoff. Dreies, im einzelnen Lufzu-

weisende, bleibt ungeklärt, fprunabaft, Derrfltfelt In dieser Dichtung herrscht beinahe weniger Er-

meisters Loder, 4 Uhr. Lichtspieltheater wie Samstag.

Mvntag: Stadttheater, Galeotto, Drama in 3 Auszügen und einem Dor piel von IosL Eschegaray. 7 Uhr. - Hoiel Einhorn, Oeffenlliche Derfamrnlung der 3ertrumspartel Mittelschullehrer Sckwarz, Frank- furt, Mitgl'ed der Nationalversammlund und des Unteriuchungsausjchuffes spricht über poliltsche Tages- fragen. 7' , Uhr - Gewerbehaus, Diskussionsabend der Zugendgruppe der D. D. P. 8 Uhr. Nur Mit. glieber habenZutrilt. - Lichtspieltheater wie Samstag.

** Amtliche Personalnackrichten. In ben Ruhestand v.'rietzt wurde am 27. £ hoher rer vor tragend Rat bei der 'Abteilung für öffent­liche Gesunvhei 5pflege des Ministeriums des In­nern und LaiwgeistütSveteriuLrarzt Geh.imer Ober- mebijinalcat Professor Tr Gustav Lorenz auf fern Nachsuchen unter Lnerlenirung seiner dem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vom 30. November Ick Is ab.

"Allerheiligen -Allerseelen. Die beiden katholischen Feiertage, die dem Gedenken der Toten gewidmet werden, sind unveränderliche Feier­tage mit dem unverrückbaren Datum des 1. und 2. November. Heute ist der Allerhe>ligentag, ber in katholischen Gegenden als Feiertag zweiten Ranges gefeiert wird. Die Schulen siud geschloffen, die Se­id) öfte nur wie an Sonntagen geöffnet Der morgige 2IUer|eelentag hat die gleiche Bedeutu g, wie ber Totensonntag, der später, aber ebenfalls noch im Mo­nate November gefeiert wird.

' Kartoffelbezugscheine. Auf Beschluß der städtischen ßeLensmittel-Dcputation werden vom 5. No­vember 1919 ab Kartoffel»Bezugscheine nicht mehr ausgestellt

** Infolge ber Einführung des Branntweinmonopols mit seiner w^'ent- lich erhöhten Abgabenbelastung des Branntweins besteht rin besonderer Anreiz, Branrttweiubreune- rrien, hauptsächlich ff ernenn Umsangs, h i.ckich zu betreiben, ohne bte erforderliche Anmeldung bei der zuständigen Steuerbehörde zu erwirk«-', weite­rer Anreiz besieht auch zum Schmuggel mit f&ranntiorin. Derartige Berrehlung tl g gen das Gesetz über das Branntweinmonopol nwjen im Interesse ber Allgemrinheit mit allen zu Gebote stehenden Mitteln verhindert werden. Der Präsi­dent ber Branntweinmonopolverwaltung hat sich baber bereit erklärt, solch.n Personen, b:e derartige Verfehlungen aufiticcft ober durch ihre Angaben die Aufdeckung ermöglicht haben, hohe Belohnungen zu gewähren. Mitteilungen über solche Verehlun- gen sind an das zuständige Hauptsteueramt Gießen zu richten.

* Oberhessischer Kunstverein. Obgleich die Ausstellung erst vor acht Tage neu beschickt war, hat schon wieder eine durchgreifende Aenderung der aus- gestell en Werke stattgefunden. Dies wird gewiß zum erneuten Besuch der Ausstellung Anlaß geben, zumal der geschätzteste Künstter Professor TBalter Fir e mit einer Kollektion seiner Arbeiten, worunter auch ein großes TriptychongemäldeDer Arbeiter' sich befin­det, vertreten ist. Weiter gelangten noch zur Aus. stellung Werke von P. Burmeister, R. Eurry, E. Lang. München, H Koberstein, E. Perrich-Berlin, K. Pelka- Hildesheim, F. Tenhagen-Amsterdam und andere mehr. Die Ausstellung ist morgen Sonntag von 113 Uhr und an Werktagen von 11-1 Uhr geöffnet.

** Der Turnverein von 1 846 be­gebt am 8. November sein Winterfest, bas sich stets eines großen Zuspruches erfreute. Es wird schon hrute daraus hingewresen, daß rau Mit­glieder Zutritt haben.

LandkrriS Gikhen.

q (Brünberg, 31. Oki. Der hiesige ® e öeroeoereln hat beschlossen, den Unterricht an der Ieichenschule von Sonntag auf Mittwoch zu oer- legen und gleichzeitig gewerblichen Fortbildungs- unterricht damit zu verbinden. Es geschieht dies eines­teils, um einem Wunsche der Zentralstelle für Ge- werbe nachzukommen, zum andern aber auch wegen der Derkehrsnvt an den Sonntagen, da der Fach­lehrer, Herr Bausekretär Haller-Gießen, sowie ein Teil der Schüler du ch Aussallen der Züge am Erscheinen ver­hindert lind. Kurz vor Kriegsausbruch hatte dcrGewerbe- verein schon einmal den Werktagsunterricht in Der- binbung mit gewerblichem Fortbildungsunterricht ein- geführt. Durch Einziehung eines Lehrers, sowie Ab­haltung vieler Lehrlinge infolge Fehlens der Meister konnte die Sache damals nicht ausrecht erhalten wer»

pressionismus, als ein Dynamismus, ber gewalt­tätig Wortvöye, Personen, Geschehnisse aufein- anbet türmt unb türmt unb türmt. Sie hat eine dynamische Kurve, tne straff vorn Anfang bis AusAang gespannt ist, in ber alles Geschehen pausenlos, atemlos oorüberstampst, vorübcrhetzt Die Wirkungen erschlagen sich vielfach selbst, weil das schärfste Ausfassungsvermra n rin'ach auf die Dauer versagt. Selbst bte zahlreichen Lyrismen vermögen bic erforderliche Entspannung nickt zu vermitteln. Man begreift es, daß anläßlich der Frankfur'er Uraufführung in einer frntif nach den vermittelnden Ruhepunkten de* gelangen. Chores verlangt wurde Denn es steckt trotz des scheinbaren Widerspruches manches in dem Werke, loaö zur klassischen Dichtung hinweist.

Das Netzattoe deS $krte3 ist in dnn Borher- ?esagten grölAentetts aufgeroiricn. Es kommt noch inzu, daß es, beim Herausstellen des Mutter- problems derartig zersetzend in bte tiefsten und hei­ligsten Un ergründe des Blutes hinrinleuchtet, daß der Aufbau auf einer neuen Griühlsdasts nach­her zu schnell, zu wenig fundiert, und daher zu wenig glaubhaft ist. Der tteyUioe Teil bet Dich­tung ist Mtfet als ber positive, bie Anvage stärker herausgearbeitet, als die Forckeruna Die Mensch- heitöidee umsch'ießt das Mutlerproo em nicht rest­los, sondern beinahe ist eS umgeffchrt.

Das Pofi ioe ber Dichtung ist neben be­reits Gewertetem ber rücksichtslose Mut zur Aussage, »ut Kampfansage an den Geist beS Krie­ges, um so ersbaunlicher, als das Wert bereits im -ommer 1915 be».nmrn unb im^Herbst 1916 voll­endet wurde. Tos Positive ist ferner, was man ionft un^er tjem Namen Tendenz verurteilt, was aber hier ui höchsten MenschteitSibeolen bin- rtrifl. Unb Darum i.t bie Dichu-.ig. um auf bic Parenthese zu Anfang zurückzukvmmen, keine Tra­gödie. Denn Menicken zerschllen nkf< an der Moira, dem unabän erlicken Lchick'al, simdern sie ovfern fick für t4e )!»<, um sie in den virnen ber iroch l'n'ewusiten fiegCcft aurTammen zu las en.

Ti Darstellung wurde von den gleichen Kräf­ten des Frankfurter Lcktauspieldaufes vermittelt, i* cS b-'rt zur Uraufführung brachten, ^ie war g-ntj auf das Tapi t wende eingestellt und auf Ni» Dynamische. Der Schrei, aus dem der Erpressionis- :nu# gckoven wurde, ging durch bie ganze Auf- ührung uir> brach am schmerzlichsten hervor aus dem Munde des feigen Lohnes. Manches sprachlich x^ertnofie und zum Berf ünbins E-i.Uty ging zwar m dem befrigen Rdvthtnus verloren, aber die ilunx deS Werfics Tonnte nicht schir jar her vorge­

ben, unb man mußte Ostern 1916 bi« mttflfrtoeile zurückgegangene Schülerzahl zu einer Klaffe oer. einigen unb wieder Somlagsunterridjt einführen.

v, fianggöns, 31. Okt Heute vormittag würbe der Landwirt Wilhelm Luh von seinem eigene» Dferbe geschlagen. Ob innere Verletzungen entstanden sind, konnte noch nicht festgestellt werden. - Mittags g-gen 2 Uhr fuhr der Sohn des Landwirts Zohan» Georg Ohly mit seinem Pferd ins Feld. Aus dem Wagen befand sich das 16jährige Dienstmädchen: durch ein schnell oorbeifahrendes Auto scheute bas Pferd, wodurch das Mädchen vom Wagen fiel und eine schwere H rnerschütterung davonlrug. Die Insassen des Autos kümmerten sich nicht um bie Schwerver­letzte u b machten sich davon. Ein zweites Auto, bas vorbeikam, nahm sich der Schwerverletzten an unb brachte sie m ihre Wohnung 9n letzter Zeit mehren sich die Klagen über das rücksichtslose Fahren eines Teils ber Autolenker. Sogar in den Ort chaften wird bas Tempo nicht vermindert, hier müßte von den aufsichtführenden Beamten ganz energtid) oorqegangee werden: sollte alles nichts helfen, so müßten die Ge­meinden zur Selbsthilfe schreiten. - Degen 3 Uhr ertönte ber Ruf: Feuer! Es brannte die Scheune ber Otto Watz Witwe nieder. Durch das rasche Ein­greifen der Feuerwehr blieb bas Feuer auf seinen H-rd be chränkt. Der Witwe Watz find sämtlich« Sttoh- unb Futtervorräte, sowie saft die ganze Wäsch« o.rbrannt, die zum Trocknen in ber Scheune aufqe» hängt war. lieber bie Entstehungsuttache ist nichts bihantti. 3m Jahre 1913 brannte dieselbe Scheuer nieder.

-m. Lick, 31. Cft. Eine Bahnfahrt in ben zwischen Giessen und öungen vertz hrrnden Ar» beifer^ügen gvtert nickt zu den Annrtpn lickfit trift Die Äagrn ungeheiz'., Irin Lickt, fast fein Abteil ohne zerbrockme Zrnstcr un et bitten Zuständen ist ber Arber.er g-xoungen, tag'ick in den becor- ftvbenbat langen Sin erm n t n h n- und herzu- sabren. Zn eutylmm Abteilen f>rt man sick brrrttf ge-yn den fallen Lusriug geck'lten, m mnn die Fensteröffnungen mit Brettern junagclte. Trotz die­ser Zustände ertebm sich fortgesetzt Ixe Fahrpreise, auck bet Arbeiterwochenkarten Nun soll von Mon­tag ab wieder eine Nauerrrng in Kratt treten, die den Arbei er bedeutend sckrdigen wird Die Wo» (tentar'en sollen nur noch an Montagen zu lösen fern Eine Karte, die Mitte der Woche geleit, ist am SamS ag verfallen Wie oft imrd der Arbeiter aber durch iTrairffr it ober sonstige Umstänte gezwungen sein, in der Wocte noch ei.K mme Karte zu nehmen. Auch dn den Feiertagen, nri er gar nicht zur Arbeit fährt, muß ber Arbeiter durch d.eje Umvillen er­regende Neuerung feinen Tribut an bte Lahn leisten.

KreiS Lchottrn.

E Laubach, 31 Okt. Bestem wurden 38 Unten Offiziere, welche 12 Fahre beim Militär gedient habe«, von der hiesigen Abwicklungsstelle entlaflen. Sie trtiee in den Iivildienst, teils zur Eisenbahn und Post, Irifs In den Städten zur Schutzmannschast und Gendar- merie über.

Starkenburg und Rheinhessen.

n. Offenback a. M., 31. Okt. Die gdlmt veranstaltete Stadtverordnetenver­sammlung bewilligte für alle Arbeitnehmer! her Stadt (Arbeiter, vllfsarbeiter, ®e:ncnHett Beamte!' und Lehrer) eine einmalige Wirt- schastsbeihilfe, wofür rund 3 Müllione» Mark aufzubringen sind. Verheiratete erbalten 1000 Mk., Ledige 6Ö0 Mk, Iugendlicte unter 18 Jahren 30 Prozent der VeSgcnbribilfe. Lindere zulage beträgt 2ÜO Ml., Notstaicksarbeiter aw halten je nach Alter 12-5 400 Mk Dir Forte« nmg der Erwerbslosen wird dem Finanzausschuß überwiesen. Zur Deckirag dreier erneuten große» Ausgabe wird beschlossen, ein 7. unb 8. Ziel Gemeindesteuern zu erheben, wozu jedoch nur die Personen mit einem Entkommen über 10000 Mari berangezogen werden sollen, den Preis für Einheitsgas von 30 auf 33 Ps. zu erhöhen unb eine Vergnügungssteuer eimuiübren. Der Schaffung der Stelle eines S (b u larztes tm Hauptamte wird zugestimmt. Für Maßnahmen zur Behebung der Wohnungsnot werden 200 000 Mk. beroilliat Bürgermeister Porth stellt die grundlosen Gerüchte, wonock von hier auS Kartoffeln verschoben worden seien, richtig und gibt die Maß­nahmen bekannt, die zur Erlassung ber Winter­kartoffeln ergriffen werden sollen.

hoben werden. Dafür hätte bie Beleuchtung ge­dämpfter, die Personen sühouertenhafter zusammen" schtietzend, fein dürfen. Es luäre mancher 2*ene zu gute gekommen, dir allzu gocll vvr dem stll- biUmaiartigen L>uttergründe stand.

Die Mutter, die Zenttalgestalt, wurde Dee Marie Antor verkörpert. Ihre Darftdümg war gewaltig Obwohl sie im Schlüsse in dem eksta-> tischen tzinüberschreiten qt die Zukun't noch hun mimentaler hätte herauswachsen können. Es ist auch die Frage, ob nicht ein dunkleres Organ diese Urmutter einer Menschheit noch zwingenderen Ans- druck verlieben hätte. Der älteste Sohn, der (hn* pörer, ber den Aufruhr seines Blutes wild hkd- ausschrrit und an den letzten Toren der Erkenntnis rüttelt, wurde von Karl Ebert in lodernden Ans* bcüd)en, in taumelnder Besessenheit gen eben. Er war Stein der losgeprellt, seine Bahn durch« saust, zerschmettert^, was ihm entgegen fleht, ins Weltall dinausstürzend nrie em glühender Meteor. Der zweite Sohn, Pans König, das feige, angfW verzerrt« Blld des Schreckens ist in stummes Spiet gebannt, bis auf den zweimaligen Aufschrei des nnmben Tieres. Aber das stumme Spiel war eines der stärksten Erlebnisse. Dee jüngste Soh» Jakob Feldhammer, in die Sxinblung knapp einbezogen, erhöhte den lieg haften Aus klang durch die Helle Fanfare seiner Stimme. Die Tochter, in die das Blut des Aufrührers binüberzünbet, wurde in Gerda Müller dis in die letzte Fiber des Pantherleibes verdeutlicht. Das war lernten» des, sinnengepeitschtes Ttiebleben. .Die beibm Soldaten führ er wurden von Robert Taube unb Alexander Engel» plastisch bmgeftdlL Au» ber Gruppe der Soldaten sorachm Gustav Wartung unb Hans N e r k i n g. Unübertrefflich war da» Zusammenspiel, da» auch die kleinste Geste biürtnäßig in die Grurv-^'Ortung eirtbew* Ol-erregi Vux Lartungtet damit ui) rn Li den m i rerlxift g z-.ngt, welche Äuigmcn eine moder« Regie sich stellt und löst.

Selbst wenn bie gany Darbietung auf sicht- lidrt Unverständnis irie^ muß man es der Lei­tung unterer Bühne doch danken, daß sie die Be­kamt schäft mit dem Werke p-rmittelte. Wir bof en auch, die überragende Schauspielkunst der Franfi' furter Kräfte öfter in Gie>>n p sehen Damü aber das Publikum nicht nod) äutter.ib irreaefübet wird und einen wri.eren Akt erwartet, n>enn das S ück zu Ende ist, möge man nicht auf oern Thea erzettcl grössere Pau en durch langatchalten- bes Glockenzeichen ankändigen lasten. «.