Feuerw.-Laboratorium ht Siegburg, wird zu den I zum 30. September erzeugt wird, muß gemäß der m. Pens, verabschiedeten Offizieren übergeführt. Verordnung vom 24. Februar 1917 an die von
W
vseprsvinzialtagrwahl.
<
1382 (1133)
1068
(854)
annehmbaren Preisen sicherzustellen.
1
t
Bd)i
kNachdruck verboten.)
Fortsetzung 47.
i
wm men, den Dölkerung zu
mckschrn ;T'ibm l<
Kenia Arin;
in brr 3 surt und
Sofgu Sckite, km |Ui
.ersokfltr fkiihaus' mutfr, i
Temokratcn
U. C. P. Teutschnati<nnrle Cozialdemvkvatrn
fltfneßto dkl bin
1027 (1180) 945 (1110) 864 (810)
Tic Verwendung des Reinertrags der Sappho- Ausführung (zugunsten der elsässischen Flüchtlinge) wird demnächst bekanntgegeben.
** Tas Vranntwein-Monopol- Gesetz tritt am 1. Oktober in Kraft. DasBrannt- wcin-Monopvlamt ist durch Verordnung vom 11. August d. I. errichtet worden. Branntwein aus
Der Abschied mit der gesetzlichen Pension wird bewilligt: Lt. d. Res. Beste (Friedberg), Lt. d Res. d. Fußart. R i ch t e r, tirmrin, ^Deutsch-Krone), bisher b. Fußart.-R. 3. — Lt Surber, i. J.-R.
gesprock>en hat, ist, wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, die Aufhebung der Bezugssck-einpflichrf für Schuhwaren in den nächsten Tagen zu erwarten. Es sind Maßnahmen in Aussicht Schuhbedarf'der mürderbenrittclten
Rur Hessen.
B. Lang-Göns, 1. Sevt. Hier wurde eine Ortsgruppe desHcssischenBanernbundes gegri'mdet, die 200 Mitglieder zählt. Für Dr. O. Sockel wurden 410 Mk. gesammelt.
mit?" fuhr ©iy — ich hoffte —
n krampfartigen tterte den Körper
-oste sr
vero
chizn t mlag 1 geführt.
Ab a,. 3r>fo[( r. gtnöti, fr
** Freibank. Dienstag, 2. September, Nachmittags von 1—3 Uhr, werden die Nummern 1801—1900 beliefert.
Ragna Gvendburg
dtoman von Anny Wothe.
»
Wohin, wohin? — Dumpf an der Küste
, Bricht sich der Welle müder Lauf — " ' Ter goitme Tag, er ging zur Rüste, Tie Sterne kommen still herauf. Und dort, wo licht und rosig eben Roch meiner Jugend Büd geprangt. Da steigen Schotten nun und fefrreben, Ter Sehnsucht gleich, die beim verlangt.
Julius Rvdenberg.
Mit Flammenzügen schrieb sich die sinkende Abrndfmnic in das blaue Meer. Wie Rlosen- molken lag es auf deu schimmernden Wellen und
Laie v gffmiit i frrbtb
9550»
antiltr L urt xfnö; Wh-im,, un
Äal, Be rytfßuil. ! Surfen fei
Ifpten von ju t bW. bme imb die bändln b
A Kirnt Kac yurü $ami hem CUT1; nnir-' ! lt"'. Ttf® M' M tNL\- toll&n
5283 (5087)
Tic eingeklammerten Zahlen sind die Ergebnisse der KreistagÄvahl.
K Ma mir obk Leute b
** Verhafteter Dieb. Vor einiger Zeit wurde hier in der Bahnhofftraße in ein Weiß- und Wollwarengeschäft eingebrochen und für über 1000 Mark Strümpfe usw. gestohlen. Der Tater wurde inzwischen in Fulda als der angebliche Walter Rau aus Bremen festgerwmmcn. <§r hatte fast die gairze Ware noch bei sich, so daß sic dem Geschädigter wieder übergeben werden können.
** Da S Wo hl t ä t igkeits fest de s Vereins ehemaliger 116er, das seit. Samstag abmd auf der Liebigshöhe stattsindet, nahm bis jetzt in allen seinen Teilen einen in jeder Hinsicht befriedigenden Verlauf. Der Gesamtüberschuß des Festes, das heute zu Sude geführt wird, kommt bekanntlich unseren heimkehrenden Gefangenen zugute. Wir werden in der morgigen Nummer einen ausführlichen Bericht bringen.
** Gießener Waldbühne. Von der Leitung hören wir, daß vor einigen Tagen an zwei weitere oberhessische Kriegsblinde (H. M. in Sellnrod und H. H. in Gettenau) je ein Sparkassenbuch über 200 Mk. abgegangen ist, daß also im ganzen sechs im Kriege Erblindete (mehr batten sich nicht beworben) mit einer Gesamt- umme von 1200 Mk. berücksichtigt werden konnten. Dr. B e r n b e ck hat die Absicht, alljährlich wenigstens eine Wohltätigkeitsveranstaltung (vorausgesetzt, daß sich auch fürderhin ebenso geeignete Kräfte zur Verfügung stellten wie dieswal) mit gleicher Zweckbestimmung in den Spielplan der Waldbühnc aufzunehmen, damit auf diese Weise den Kriegsblinden der Heimatprovinz regelmäßig, d. h. in jedem Jahre mindestens einmal, eine Liebesgabe zu gewendet werden könne. Auch an anderen Plätzen hat er angeregt, intrrf) ähnliche Darbietungen wie hier für die Kriegsblinden dauernd zu sorgen: zunächst auf der Amöneburg, dort für die Kreise Kirchhain und Marburg.
Antlitz.
„Warum bringt sve eS mck rid heftig auf, „ich — ich wol ich dachte!"
Eüt Schluchzen, von er Hustenanfall untcibrVchen, etia der jungen Frau.
(Sortsetzun- fol
116, jetzt b. Reichsw.-J.-R. 36, wird auf sein Gesuch zu Len Res.-Ofsizieren b. erstgen. Regts. übergeführt.
"Der Winterfahrplan sieht in seinem endgültigen Entwurf von Berlin nach Frank- f u r t a. M. über Erfurt einen O-Zug vor, ab Berlin 7.00 Dm., an Frankfurt 6.55. Ob der Nachtschnellzug aus Berlin 7.35, an Frankfurt 6.58, gefahren wird, ist angesichts der Kvhlennot fraglich. Aus Frankfurt sollen bestimmt fahren der Zug 7.25 vm. und vielleicht auch 9.55 nm., an- Berlin 7.25 nm. und 9.16 vm. Von Leipzig ist Anschluß an den Tageszug 9.43, an den Nachtzug 10.12, zurück 4.46 nm. und 6.39 om. Von Berlin nach idem Osten sind v-Züge angcsetzt ab Friedrichstraße 8.35 Dornt, nach Wirballen, 6.13 nm. nach Thorn, 9.05 nachm. nach Insterburg, 9.36 nach Wirballen, 11.05 nach Danzig, ein beschleunigter Pcrsonenzug 11.45 Dm. nach Insterburg. Auch dec Zug 8.35 Dorm. hat in Schncioemühl Anschluß nach Thorn. IN umgekehrter Richtung geben von Bromberg Züge nach Berlin 12.10 nachts, 5.53 om. und 1.49 nachm., von Thorn 4.55 vm. und 11,10 nachm.
** Der Höchstpreis für Frühkartoffeln ist von der Landeskartoffelstelle für die Zeit vom 1. bis 14. September aus 8 Mark je Zentner festgesetzt. Der Höchstpreis gilt für die in Hessen erzeugten Kartoffeln und für den'Verkauf durch den Kartoffelerzeuger. Er gilt für die Lieferung ohne Sack sowie bei Barzahlung beim Empfang: er schließt die Kosten der Beförderung bis zur Verladestelle des Ortes, von dem die Ware mit der Bahn oder an Wasser versandt wird, sonne die Kosten des Einladens daselbst an. Im übrigen verbleiben die Bestimmungen der Bekanntmachung vom 31. Juli unverändert in Geltung.
** Aufhebung der Schuh be zu gs- schein p fl tch t? Nachdem bte Nationälbersamm- lang sich für die Absäiafsung der Zwangsbewirt- schastung von Häuten, Leder imb Leocrwarnr aus-
** Von der Landes-Universität. Ter ordentliche Professor an der philosophischen Fakultät der Landes-Universität Gel)eimerat Dr. vlsil. et theol. Hermann Sieb eck wurde am 25. August mit dein ihm gesetzlich zustehenden Ruhegehalt auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt.
** Ans dem. Militär-Wochenblatt. I ~ .
Major z. D. Schlnttig, zuletzt Betw.-Dir. b > Klein-, Obst- und Abfindungsbrenncreien, der bis
Aus Stellt «nd Land.
Gießen, den 1. Sept. 1919.
Gültige LebensmittelmarSen
für die Zeit vom 1. bis 7. September 1919.
Brot: 2300 Gramm Brot oder 1680 Gramm Mehl. Brot Kilogramm 50 Pf,, Weizenbrotrnchl ^Kilogramm 58 Pf., Weißbnot Kilogramm 80 Pf. Weißbrutbäcker: August Teibel, Neuenweg, Konsumverein: Verkaußtelle Schmrzenstraße, Neuen- Bäuc, Meichstraße, Asterweg.
Butter: Niarke 36: 40 Gramm Auslands- butter zu 85 Pf., 1.25 Gramm Margarine »u 60 Pf.
Flei sch: Wochenabschsnitt 36. Metzger für .Fremde und Urlauber: Wilhelm Bogt, Löwengasse.
Nährmittel: für September noch nicht kingetroffen.
Zucker: für September noch nicht eingc- trvffcn.
N ä h r m i t t c l und Zucker für Zugezogenc und Kranke: Johann Seibel, Ludwigsplatz, Wil- helm Haas, Bleichstraße, Christian Schönhals, Nord-Anlage, Emil Fisch>bachi, Seltersweg, Schade & Füllgrabe, Bahnhofstraße; für Urlauber: Heinrich Trechslcr, Steüistraße.
K r a u k e n m c h l: Ludwig Schmidt, H. Arnold Wwe., Kaiservllee.
Nährmittel für Kranke: Hch. Becker, Löw eng al sc.
Seife: Marke für September 1919: Anteil 125 Gramm, K-A-Scifenpulver zu 15 Pf.
Ersteb^iS für Gießen-Stadt.
Deutsche Volks Partei
am Ufer blühkm purpurrot Mandeln und Rosen in endloser Fillle.
In einer kleinen Billa, übkrbnscht von Deck.m- rosen und Geranien, die ihre Zweige fast in hu- blaue Meeres flut tauchten, ruhte in einer lustigen Vorhalle, die einen Ausblick auf das weite. "'ei>e Miver gestattete, eine Frauenc^stalt auf er em 9* uh - bett und sah mit glänzenden steberhaften Augeir hinaus ins Weite.
Rotgolden umwogte in schimmernde p recht ehre Locken fülle fessell^S das jirte, Neiclx bt und zarte Kinderhände, dic ituf der lich'd' inen Atlasder^ lagen, lvelche über die fRulwtne (t* breitet lag, zerpflückten Nervös einige ma tc Ron u.
„Glaubst du. daß sie kommt, Grosim-w'".' fragte ote blasse Frau leite un) panbte iy* Köpfchen ein wenig der alten Tome zu, k"' m.'lV imb gebvocl-en in einem Polsterstulch ihr lclmte, die toachsbleicheir Hände wie 8um «*»*< gefaltet. „
„Gewiß, Sigrid, sie muß
„Aber e5 dauert so lange, Leotzmama „Tn Weg ist weit, K'nd, und baint .
„Tu meinst, sie mag nicht 0011 dem Kinde?" .
Die alte Frau neigte das gnmttninimirmtt
eine Anzahl Konservenbüchse Arbeitern von tsxx, lmgcn war in der Frühe aus bent Wege zur Arbeit ein betrunkener Monrt begegnet; allem Anscheine nach ivar es der Spitzbube.
Kreis Friedberg.
Fleischlose Woche.
=<?ricbbcrg, 1. S.pt. Tas Kreisamt bat bte SSodK vom 1. dis 7. September als fleisch.
Woche beftimmt, nachdem schon in der verstossenen Wock^ die Kopfmenge des Fleisches volltg unzureichend gewesen ist. Dte Menge des in Zutunst von den Gemeinden im Vernn mit KL ucuzubildenden Viehumlage-Kommissionen wöchentlich zu ltesernden Viehs wird erst im
?lrpJcr Woche bestimmt Einstweilen wird auelandtsck^s Ochscnsteisch, das Pfund xu. 7,50Mk , in allen Mctzgerläden angeboten. So sehr die Einführung des Auslandsviclts vom Standpuntt der Vollsernährung aus zu begrüßen ist, darf man sich doch keiner Täuschung hingeben, daß der infolge der Vsstutq sehr lfohe Preis für die Landwirte -keinen Anreiz bieten kann, ihr Vieh zu dem seftgesetzten, wesentlich niedrigeren Preise zu liefern. Tie Bclteferung ist an sich schon miserabel, wenn die Bevölkerung in Zukunst noch ausschstcß- lick-er auf die teure Auslandsioare ang^'wiesen bleiben sollte, dann dürste daS für die Arbeiier- bcvölkerung wieder einen Anlaß bilden, mit erhöhten Lohnforderungen zu kommen. Es ist roalir- lick) an der Seit, daß die Reichsrecnernng auf Mittel und Wege sinnt, das Problem der Teuerung so zu lösen, daß Erzeuger und Berbrauclscr zu ihrem Rechte kommen.
un>
>mter mrin
0. Ä ötch
**TieJagdinderneutralenZone. Turch dic Note 5945 Dom 5. August hat der Kommandierende General der 10. Armee das Jagdrecht in der neutralen Zone wieder freigegeben, in Anbetracht des großen Schadens, welch.mi das Wild anrichtet. TaubensckMßen, denen eine Gemeinnützigkeit nicht zugesprochen werden kann, und die nur einen Vergnügung'ssport darstellen, können nicht genehmigt werden.
imb tatsächlich bestrebt ist, alles daran zu setzen, um den guten Willen der Bediensteten zu unterstützen. Tie Ve.sammluNg sprach sich ferner gegen febe Art oon Akkordarbeit aus und bekundet, daß sie das, was sie frülxr an Akkordarbeit leisten mußte, zukünftig aus freier Uebet^eugung und as Pslichtgciühl tun will zur Gesundung des ganzen Wirtichastslebens. — Diese Entschließung soll der preußischen LandesDersammlung, der Nationalversammlung und dem Eiseirbahnmüristerium unterbreitet werden.
Berlin, 30. Aug. (Wolfs.) Im preußischen .Eisenbahnmini st eriu m finden, wie wir hören, zur Zeit mit den Eisenbahnarbcitern Verhandlungen über einen Lohntarif statt, 'lieber eine Wirtschastsbcihilse wird am 11. September im Haushaltungsausschuß der preußischen LMtdesversammlung beraten werden. Die Nachrichten über einen bevorstehenden Eisenbaspterstreik haben keine Grundlage. Auch ist es falsch, daß das Eisenbabnministcrium eine Wirtschastsveihilfe ab- gelehnt hätte.
Streik in den Püpierfabriken des Riesen- gebirgeS.
Breslau, 31. Aug. (Wolff.) Die „Bres- Taitcr Zeitung" meldet ans Hirschberg: In sämtlichen Papierfabriken des Riesengebirges . legten die Arbeiter wegen Lohnstreitigk^iten die Är- Jpeit nieder. Es feiern rund 1800 Mann. Damit ist frirer der wichtigsten Papiererzeugungsdistrikte .Schlesiens ffil(gefegt.
Der Fremdenverkehr in Vaden.
Karlsruhe, 30. Aug. (WolffO Der „Karlsrnher Zeitung" zufolge sollen dic Kommu- nalvcrbände ermächtigt werden, den Fremdenverkehr in allen ober einzelnen ihrer Bezirke mb 15. September auszuschalten.
so süß eingeredet, rang die Hände, und am Abend da brachten Sie Sven mit zersckws'enem Arm ins Hotel und Goratschin war abgcrcist mit Hinterlassung einer Visitenkarte an mich.
Ist es nicht hübsch, wie ruhig ich dies pa alles schreibe — ja, ich weiß nun, was die Welt wert ist und ich selber. Abgetan, wie eine Time von ihm, für den ick) alles mupfert. Verlassen und verackstet von meinem Gatten, dessen Liebe imb Nachsicht ich verwirkt habe, von Großmama mit Vorwürfen über meinen Leichtsinn überhäuft, habe ich nur Dich. Ich weiß ja, daß ich Deiner Liebe nicht wert bin, ich will sie auch nicht, aber es drückt etwas meine arme, kranke Brust, daS ist die Scham, daß mein Kind einst erfährt, daß seine Mutter eine Verworfene war. Wenn Tu mich je geliebt hast, — so verschweige es dem Kinde. Sel)en werde ich es nicht mehr — ich kehr: nie wieder nach Svendburg und zu Euch zurück, wie ich auch Sven nie Wiedersehen werde.
Sigrid.
Ragna saß wie ein Steinbild. Tie alte Chaja ging ab und zu und fragte allerlei. Das Kind UKint-e, Ragna hörte eS nicht. Welch ein ent- stl-lickeS Schicksal und was konnte gesellel>cn, das Sckstimmsle n'ozmvenden? Am liebsten hätte ste sich ja selbst auf dm Weg gemacht, um die geliebte, verirrt’ Schwester zu suchen, sie in des Gatten Arme zurückzufuham, aber sic war durch den kleinen Sven gebunden und bann,— war es auch fraglich, vb es ihr gelänge, nur eure Spur von Sigrid zu finden.
Tas erste, waS Ragna tat, als sie sich ein wenig gefaßt hatte, war, ein paar beruhigende, tröstende Worte an Sven zu depeschieren und ein Telegramm an die Großmama zil senden, in dein sic flehentlich bat, ihr Sigrids Äufmkhalt zu nennen.
Als sie es getan hatte, fühlte sie sich ein wenig erleichtert. Als aber die Stunden und die Tage schtvanden und Svens Briefe und Depeschen, bte er ab und zu sandte, trostlos wie am ersten Tage lauteten unö die Großmama beharrlich schwieg, da mar es R igna, als müsse sie irgenbanc sumdelnd cingvnstn, als müsse sie selbst Sigrid fudjen. Und während sie noch mit der alten Chaja alle Mög- lichtzstken einer Llbiveeuheil besprach, da wurde iltt lvieder ent Brief gebracht. Ragna jubelte auf, alS sie Sigrids Handschrift erkannte, aber kaum hatte sie nur flüchtig die Zellen überflogen, da bedeckte Leichenblässe chr Aptlitz löti) Me Hände, die
der Süddeutschen Spiritus-Industrie errichteten Sammelstellen abgelieiert roerben. Branntwein, dec nach dem 1. Oktober in Absindungsbrennereien, die nicht mehr wie 4 Hektoliter Alkolwl im Jahr herstellen, erzeugt wird, darf von den Erzeugern ohne weiteres zurückbehalten und gegen Entrick»- tung des Freigelds von 1 Mk. für das Liter Trink-
das Briesblatt hirlten, zitterten heftig: Sigrid schrieb:
„Tu weißt natürlich alles von Sven, Ragna — es ist ja auch gleich — ich wollte Dich nie wieder sehen und Tir auch nicht schreiben, nun muß ich es doch Ich habe das Band zerrissen, was mir aufgeztvungen, doch nein, das wäre unrecht. Freiwillig wählt: ich Sven, aber halten durstet ilyr mich nicht als ich frei sttn wollte. Tu kennst die.Liebe nicht, Ragna, ich aber kenne sie. Sie ist köstliches, berausck>endes, süßes Gift, das unbedingt tötet. Tu glaubst es nicht? Doch ich weiß, wie es endet. Goratschin reifte mir auf Wunsch Großmamas entgegen, um mich eventuell vor Svens Zorn zu /chützen. Wie ein paar verwunschene KönigSkindcr träumten wir an den Ufern des MittelmeereS seligsten Traum. Um diesen Traum noch einmal zu durchleben, gebe ich gern Leben und Seligkeit dalffn. Es dauerte lange, bis wir nach Nizza zu Großmama tarnen und dann — dann war es aus.
Sven hatte unsere Spur gefunden, war uns gefolgt und stellte Goratschin. Mit der Pis '.c m der Hand, fragte er den Fürsten, ob er verpflichte, mich, nachdem ich frei geworden, seiner Gattin zu machen.
Goratschm derst»chte Ausflüchte — Du ßr' i, ich beschönig.' nick^s — ich kenne ilch, de/i ich liebte, jetzt ganz — aber Sven war schicklich in seinem Zorn und »wang schließlich den Fürsten zu der Erklärung, daß er nie daran geix-r't habe, mehr in unserem Verl a.tnis zueinander ji feften, als ein galantes Siebe.abenteuer. Sven warf ihn ein häßlick/eS Schimpfnwri ins Geiickst und twim gingen beide fort, und Großmama, die nur alles
b. Bad-Nauhesim, 30 Aua IN Kt gestrigen Stadtver^rdnetenvci'amm- l un g wurde ein Antrag des Stadtv 3 ck: a c f er (U. S. P.), dic Vertreter der P r e s s c an den nicht- ösftnrtlichen Sitzungen teilnehmen zu Iahen,, ab* gelehnt. Von der Anleihe von 1902 wurdm aus- gelost 9 Stücks ä 1000 Mlk., 8 Stück! ü . > > ,
2 Stück ä 200 Mk. — Ter Strompreis für Die Beleuchtung des Bahnhofs wird mit 37 Pf. pro Ki.vwattsttinde lier-echnet. Für Ehre.-preie werden bewilligt für die (Äeflügelausstellung 50 Mk., für die Tennis-Wettspiele 250 Mf. und für das Rciler- fportfost ebenfalls 250 Mf. Tie Bedinglmg ist, deß die Preise in hiesiger ©tobt gekauft werden. Tie Kirchweide soll nach fünfjähriger Pmise am 5. und 6. Oktober abgehalten werden. — Mit Ausnahme einiger wichtiger Betriebe bleiben die stäeii- ichett Bureaus von jetzt ab Samstag nechmtttags geschlossen. — Als llebergang zur freien Wirtschaft wird die Verwaltung der Nährmittel und >imr>r- ven vom 1. Oktober ab der Bereinigung d'r ! i?< sigen Ko onialwai.enl-änd.er übvrroif cn Folio die r ablehnen sollte, geht die Sache an die Einkaujs- acitossenschaft. Um den Verkehr von der Fr uik- futter Messe nach Bad-Naulieim zu z c'wn, soll versucht werden, günstige ZugDerbindungen für Vör- und Nachmittag zu schaffen.
=■= Friedberg, 1. Scpl. Tie Dircktchn Hessischen Bauernburrdes sieht sich «nötigt ine Landwirte auf die Gefahren hrnztuveifen^ dic durch Begünstigung der Fr u ch t ham ster c l entstth i föraten und zugleich die Bchbrdc auf dieses Treiben anfmerffam zu machrrn. Das Hamstern von Frucht namcnllich durch die S-egerlänoer habe in einem geradezu erschreckenden Maße um sich ne* griffen. Ganze Wagnons Wcivn und Morn roür* den versckücppt, |o daß an eine acrcgrite fr-« gung der Bevölkerung mit Brot nicht gedackst inert den könne, wenn es so weiter gehe.
Starkenburg und Rheinhcffen.
rm. Darmstadt, 1. Sept. Der Hessische Landeölehrervcrein tagte am Sanisi uno Soimtag bei bisher unerreichtem Besuch im Kaisersaal unter Leitung von Back-- M sin; miö erledigte eine gieehe iraieivr Be reinsau,>c-
legenhciten. Tie Jmtglehrer-L^cstrebtmgcn unti eine damit Derbunbene Neiwrganiiation wurden eingehend erörtert, auch die ftrage btr simu.trn- schitle fand entfüredyenbe Würdigung: Desckfiuiso sollen jedoch späteren Berl?Mdliingen vorbei alt.n bleiben, nachdem die BezirkSverbände zuncubst Stellung dazu genommen haben. Tonn wurde folgende Entschließung angenommen: „Ter Hessische Landeslchreckvevein erhebt gegen dir Br- stimmrmgen des Abs. II des Art. 146 oer Reicks Verwaisung den schärfsten Widerspruch, ba sic zu den Besttebungen und Forderungen der Lehrer in schärfstem Widerspruch stcltzn Er mißbi ligt und verurteilt auf das schärfste, daß bei der Regel:mg dieser grundlegenden Fragen sowohl die großen Lehrerorganisationen und die ftiilhtdminiftrrirn der Einzel st aaten nicht gehött wurden. Ter V;r* cm erwartet, daß be Errungenschaften der H.-st sischen Sckmle durch de nenen Bestimmungen un- borührt und unangetastet bleiben und die Freih it der Entwicklung gewährleistet wird und daß ba# hossisckte BildtrngSamt sich allen cntgcgengei r. rr Strömungen energisch widersetzt. Er bedauert a:if das Leblos teste, diese Bestimmungen, dic geeignet sind, die Sckule als Zankapfel der voliti'chen Parteien auszuliefern und die DrAglichkeit bi tn, Kn Frieden der einzelnen Gemeinden zu stören und
.u. .Die e ifBt ab g. Nbcri ffi ®iep ----5)ei
branntwein Derwertet werden. Abgciundene Lbst- brermereien, die mehr als 4 Hektoliter Alkolwl im Jahre Herstellen und Berschluß-Lbstbrcnnereien müssen nach § 55 Ziffer 3 der Grundbeslimmun- gen zum Gesetz über das Branntwein-Monopol bis zum 1. September bei dem zuständigen Hanpt- fteucramt einen Antrag auf Befreiung von der Pilicht zur Ablieferung des Branntweins stellen. Tie gleichen Bestimmungen gelten auch für Korn- bremxer, d. h. solche Brenner, die ausschließlich Roggen, Weizen, Buchweizen, Hafer oder Gerste verarbeiten und nicht Hefe im Würzeoerfahren l-erstellen.
** Für den Eintritt von Ausländern aus dem besetzten deutschen Gebiet in dos unbesetzte Deutschland werden Erlcick^terungen durckgejührt. Jeder Ausländer muß im Reichsgebiet im Besitze eines Passes mit einem deutschen; Sichtvermerk sein. In den feindlichen Staaten gibt es nock. keine beut)eben Kvnsularbelwrdcn. Man hot deshalb im besetzten Gebiet deutsche Paßstellen zur Ausstellung dieser Vermerke cingerichrfel. An diese können sich auch neutrale Ausländer wenden, wenn sie über das besetzte Gebiet einreisen wollen. Ferndliche Ausländer brauchen lediglich dafür eine Erklärung des .fcindlick-en Oberkom- mairdos im besetzten Gebiet, daß sie keine Spionage ober polizeilickte Propaganda betreiben. Für Neutrale ist die Erklärung durch deren Konsule ab» zugeben. Ter Einreisende muß ferner über die notwendigen Geldmittel Derfü'en. Ist er Kaufmann, so muß feine Zuverlässigkeit durch ein Zeugnis seiner hermatlichen Handelskammer nachgewiesen werden. Endliche soll die Reise im deutschen Interesse liegen. Tienstreisen werden ohne weiteres genehmigt. Reisen in FarnilienanA.'legeiu- choiten sollen bis zum Inkrafttreten des Friedensvertrages unterbleiben.
** Im Lichtspielhaus wird von Dienstag bis einschl. Freitag das große sozialhygienifck^ Filmwerk mit wissensckZastlick)er Unterstützung des San.-Rats Dr.Magnus Hirschfeld, „Die Prostitution", ein Vorspiel und 6 Akte, versaßt und inszeniert von Rick-ard Oswald, aufgeführt.
Landkreis Gießen.
** Annerod, 31. Aug. Eine Ortsgruppe Kriegsbeschädigter u d .Kriegs- binterbliebeltet wurde hier gegründet, die sich dem seinen hessischen Landesverband Kriegsbeschädigter mtd Kriegshinterblicbener bzw. dem Einheitsverband der Kriegsb. schädigten Deutschlands — Sitz Leipzig — an schloß.
** Eberstadt, 30. Aug. Zu einer Witwe in Eber stabt vermietete sich ein Kitecht unter dem falschen Namen Wolf. Am Dienstag vormittag war der getreue Knecht unter Mitnahme des ganzen Speisekammervorrats verschwunden. Ter Gießener Polizei gelang es den Täter in der Person eines lffesigen Einwohners zu ermitteln, auch wurde noch eine Speckselle als Rest des Diebesgutes im Keller versteckt bei ihm Dorgefunben.
O Garbcnt «eich, 31. Aug.. Tie Gewerkschaft Weißenburg hier, die sich vor dem Kriege unt der Herstellung von Mag- nesin-Dün gekal k beschäftigte, legte im Lause des Krieges ihren Betrieb still und ging vor ungefähr 2 Jahren in die Hände der Gewerkschaft Hessen über. Diese sucht die in hiesiger und in der Gemarkung Steinbach liegenden 93 a u » xitlager zu erschließen. Gegenwärtig l>cschäf- tigt die Gewerkschaft gegen 40 Mann. Mit dem Betriebe ist eine Wäscherei öerbrntixn, durch welche die erdigen Bestandteile von den Steinen entfernt werden. In letzter Zell ist das Werk zum Dau eines Ringofens übergegangen, in dem dic aus dem durch das Wasck>en entstandene Schilammmaterial bergefHIten Backsteine gebrannt werden sotten. Zum Inbetriebsetzen des Ofens fehlt nur, wie eben überall, die dazu notwendige Klohle.
O Grünberg, 30. Aug. In seiner letzten Sitzung erhöhte der hiesige Stadtvorstand die Mietentschädigung für die Lehrer mit Wirkung Dom 1. Oktober ab Dom bisherigen Höchstsatz Don 400 aus 450 Mk. Tie Stadt beabsichtigt ^lländischcs Schlachtvieh zu erwerben.
V. Nonnenrot h, 31. Aug. In verflossener Nacht stattete ein Einbrecher dem hiesigen Schllhaus einen Besuch ab. Dia zur Zell der Lehrer wegen Kranll^eit in einem Erholungsheime weilt, so befand sich nur seine Frau und ein junges Mädchen in der Wohnung. Durch ein Geräusch geweckt, eilte die Frau ans Fenster und bemerkte eine Gestalt. Sie feuerte drei Schüsse ab, woraus bet Einbrecher ins Feld floh. Im Garten fanden die her- beigeeüten Nachbarn eine zerbrochene und eine gefüllte Weinflasche, die aus dem erbrochenen Keller entwendet waren. Ebenso sanden am Morgen Ortsbewohner im Felde noch einige Flaschen Wein und


