Ausgabe 
1.3.1919
 
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m WiflRxfit/trfreftimti br* (^eaxrftert der SKnfx «&. einer öiViidtdjm redxlidtm SxxnpoTctixm, btt ^üfrcdxnd»! wie 0eS Trip rbesleuerun^rcchtes der Krrül,- io*) ine 9brrixdrerba£timg des Religpns- mtterri-chtrs atZ et-ios integTwretoen Bei'ümdtriles des toulplanuiäfrgm Uirtercrchies. Weüer vermis e ich persönlich in oem (riitnxirf eine anflenstf'ene Rogriung oct Verhältnisse der Beamten, vor .ülen Lingen eure Dcrfaifimgsmä&igc IeÜleMMg ihrer Rechte. Vielleicht kann man auch rranm, ob in dieser fturmbJixgtai Zeit, in dieser Zeit der tiefen Tepresschu uns der gxfjroimg und oie Begeiite- Qmfl5tolrio5rit rnnewohnt, die nommbig sind für die Ausrrchtung ««es Versa sung)gebt«ud,s. durch das der Wiederau chcor, dve (vrvs-e und die Zudmft eines ganzen Bvllrs sichev-i^llt nxrtben soll. Aber Nnr sind nun einmal dazu zusammenbcrufen. Wir werden bestrebt sein, alles zu tun, um aus diesem Entwurf ein brauchbares Instrument für b* zu­künftige Regierung und Verwaltung des Reiches zu marbeit.

Gcgcn 2 Uhr wird die Weiterberatung bis 4 Uhr ausgesetzt

Abg. noch»Cassel (Demokrat): Herr Delbrück weist uns heute den Wey, den er und seine Freunde rechtzeitig hätten gehen müssen. (Sehr richtig bei den Demokraten.) Wir sollten in unserem riefen Schmerz an dieser einen Freude einen Augenblick verweilen, baß das kostbare Kleinod der Reichseinheit, daß unsere Väter nach einem siegreichen Kriege her. bellirachten, uns auch nach einem unglücklichen ver­lorenen Kriege nicht verloren gegangen ist. (Beifall.) Und eine Freude, die noch darüber steht, daß sich unsere Reichseinheit durch Hinzutritt von Deutsch- Oesterreich zu einer nationalen Einheitazu ent> wickeln im Begriff ist. (Beifall.) Der zwei» Grund, stein, auf dem unser neues Haus gebaut werden soll, ist der Gesichtspunkt der Demokratie. Die Lehren bringen wir aus den Ereignissen des Krieges mit, bah ein bevormundetes Volk in dem Augenblick der Gefahr nach Selbständigkeit strebt und das Joch ab- schüttelt, während ein freies Volk sich selbst gewähl. len Führern willig unterwirft. (Eine moderne Regie, runq kann ihren Willen nur dann kraftvoll durch, führen, wenn sie sich auf eine starke parlamentarische Mehrheit stützen kann. Den Reichspräsidenten wollen wir nicht zu einer Repräsentationsfigur wer- den lasten. Wir brauchen keineRepräsentation und wollen dafür das gute deutsche Wort .Würde" sehen. Wir werden uns auch bemühen, die Worte .Präsident" und ähnliche Bezeichnungen durch deutsche Worte zu ersetzen. Der Präsident soll auch auf hoher Warte stehen und nur in der Stunde der Gefahr den Streit der Meinungen schlichten, darum wünschen wir seine Wahl durch das ganze Volk, ün seine Hände wollen wir die Ge- schicke der Beamtenschaft legen. Die großen sozialen Grundgedanken unserer Zeit hätten durch den Gesehent. rourf schärfer betont werden müssen. Wir hoffen in der Kommission auch den Gedanken der Reichseinheit in der Derfastung stärker durchsetzen zu können. Die Trennung der Gewalten zwischen Reich und Einzel- staaten ist nur so durchführbar, daß auf allen Gebieten der Gesetzgebung und Verwaltung eine Oberschicht von Anordnungen dem Reiche vorbehalten bleibt, alles übrige muh den eigenen Derwaltungskörpern und der Selbst­verwaltung in den Einzelltaaten überlasten werden. Direkt als ein Rückschritt erscheint uns die Ordnung des Kriegswesen», ebenso das System der Eisen, bahn und der Derhältniste für die Schule und Kirche. Das Allerichlimmste ist der letzte Abschnitt des Entwurfes, die Reservatrechte der Bundes- staaten. Hier hoffen wir, wird uns eine kraftvolle Operation gelingen. Das große Kulturwerk Preußens darf nicht zerschlagen werden. Die Provinzen sollen ebenso wenig wie früher von Berlin, heute von So­zialdemokraten bevormundet werden. Sie sollen sich selbst verwalten. Es ist nicht alles, aber vieles er­reicht. Mehr wäre erreicht, wenn d efe Versammlung früher zusammengetreten wäre. Die deutschen pol. tischen Werkgebilde werden schon durch die finanziellen Röten zum Verschwinden gebracht werden. Das deutsche Volk soll In allen seinen Teilen zusammen bleiben. Das gemeinsame Leid wird die Deutschen enger zusammenführen als die letzten 50 Jahren des Glücks, in denen so viele kostbare Gelegenheit ver- säumt worden sind. (Beifall bei den Demokraten)

Abg. Dr. Heinze (D. Dp.) lehnt namens seiner Partei ein zerstückeltes Preußen ab und findet eine Unklarheit in dem Verhältnis zwischen Reich und Linzelslaaten. Da ein Machtzentrum unbedingt im Reiche selbst verankert werden müste, wüste mit dem Programm der Uebertragung der Heeres- und Der» kehrseinrichtungen auf das Reich ernst gemacht mer­ken Rach seiner Meinung wüste die Derfastung auf der Grundlage der Bundesstaaten aufgebaut werden, und er verlangt Erweiterung der Kowpetenzen des Reiches auf dem Gebiete von Kirche und Religion. Der Redner hält einen eigenen preußischen Präsi­denten als eine Gefahr für die Stellung des Reichs- vrästbenten, hofft aber, daß Preußen zugunsten des Reiches auf einen eigenen Pr sidenten verzichten wird. Rach weiteren Ausführungen über das Amt des Reichspräsidenten schließt er: Wir halten fest an den Farben schwarz.weiß-rot. Unter der Flagge schwarz- rot-gold haben wir bisher nicht allzu viel Glück ge. habt.

Abq. Dr. Cohn (U. S.) sieht in dem Entwurf nur Halbheiten und verlangt vom Reichspräsidenten einen jährlichen Bericht über die Lage im Reiche, daß die Zahl der Reichsminister begrenzt sein soll, das Recht der Interpellation für leben Abgeordneten, Wahl der unteren Richter durch das Volk in die Derfastung aufgenommen werden. Hierauf tritt Ver­tagung em. Nächste Sitzung Samstag vormittag 10 Uhr. (Anträge, kleinere Dorlagen). Schluß 7', Uhr.

Weimar, 28 Febr. (WD.) Ter Watwml» brrfammlimtr gntfl vvn bet W Wirr Sperrt eien ein JrnttativaMvag zu, nach den btt Reichsten erung ernuidrtifli wird, wSftrvnd her Tamnig bct^aticnal» Versammlung hienigtm wirtschiftlichen tr-t» frntm- biellm Maftua Innen nrrt gesetzlicher Wirkung an= «itotbnm, die srch zur Durchführung der mit bet Gegnern des deutschen Reiches Dcrrinbartcn Walsen still st andsbedingun gen als notwendig erweisen. Tie Sx-antmunnrn sind der 9? atwtMl Pedant mhnttr alSdald aut WenntiriS zu bringen und auf Beckrngrn au ft usteben. Ferner ging ein Antrag des Auslckmsses für öaMprüfun» grn em, nach twidirm dieser Aussitztß ermächtigt Verden soll bie 'inw srr rb ge . fl.e: ii.- W a b [ Urfl fungoan gelegen beiten von sich mis vorzunehmm oder mt^wrdnen.

Per Streif in Mitteldeutschland.

Berlin, 28. Ftbr. (WTB.) Der Streik in Thüringen dehnte sich auf Suhl, Greiz und andere Industricorle aus. In allen vom Streik betroffenen Orten ist das Erschei­nen der bürgerlichen Zeitungen verboten.

Leipzig, 28. Febr. (WTv.) Wie der hiesig, Arbeit«, und Soldatenuat mittcili, sollen nachmittags

zwischen den Vertretern d« Reichsleitnng und den Streikenden in Halle Derhandlungeu beginnen.

Dessau, 28. Febr. (WTB.) Laut .Anhalter Anzeiger" wurde gestern abend in Cöthen ein mit Spartakisten und etwa 200 Fahrgästen besetzter wilder" Zug nach Ueberfahren der Haltezeichen durch Maschiuengewehrfen« der Bahnhofsbesatzung zum Halten gezwungen. Dabei wurde eine Frau getötet und acht Zivilisten schwer verletzt. Di« ganze Sparlakistendesahung, darunter derBahnhofskomman- dant von Halle, em 19sähriger junger Mann, wurde verhaftet. Die Spartakisten ließen den Zug auf vielen Stationen halten, um anarchistisch« und aufwieglerische Flugblätter zu verbreiten.

Dm nahen Edderitz wurde ein Hallesches Auto, mobil mit Spartakisten, welche die anhaltischen Berg- Werksbelegschaften zum Streik aufhetzen wollten, an­gehalten; die Insassen wurden verhaftet.

der Beschickung der Konferenz auf der Prinzeniniel sei erledigt, da die Bol­schewisten die Vorbedingungen dafür, nämlich die Einstellung dcr F-indseligkeiten, nicht an- gcnommen hatten, lieber die inneren russi­schen Verhältnisse [agie Tardieu weiter, es sei im Interesse des künftigen Friedens, daß aus Rußland nach Möglichkeit alle Verwirrung stiftenden demente entfernt werden Auf eine Anfrage über die Meinungsverschiedenheiten, die in Bezug auf die Verwendung der deut- l'djen Kriegsflotte zwischen Großbritannien und Frankreich zutage getreten waren, be­merkte Tardieu, baß diese Angelegenheit iveder im Zehner-Ausschuh noch in den mili­tärischen Räten erörtert worden sei.

Heben n,°r lür mich matyvbrrtb bei allen Entschließungen, kschen An burm von mir ftrte erfarmttn Vernichtungs- tnac- lw^en des Femdes wirb nach Spaa und Trier nx>!X keiner mehr zweifeln

ttlÄ Wldenwnb gvgrn bwfen BernichnrngS-

nitpe wtllen gab tch mt auf, als ich sah, daß bic Urr-».

uilrigtru des beutfdxn Volkes einen entfdwebenat

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DirVahltv zur (YothaischenLau^e-versammlung

Gotha, 27. Febr. (WTB ) Bei den Wahlen zur gothaischen Landesversammlung erhielten die Un­abhängigen <2195, die Demokraten 17926, die Deutsch- national n 12523, die mit den Deutschnationalen ver­bundene Liste Gruobel (Rechtswirtschafter) 3264 und die Mehrheitssozialisten 7530 Stimmen. Fünf Ort­schaften fehlen noch. Infolge des Generalstreiks ließ sich bas Wahlergebnis äußerst schwer und lanosam seststellen. Es werden voraussichtlich entfallen auf die Unabhängigen 10, die Demokraten 4, die Deutsch­nationalen 4 Sitze, die Mehrheitssozialisten 1 Sitz.

Die neue sächsische Verfassung.

Dresden, 28. Febr. Die sächsische Dolskam- mer nahm heute die Schlußberatung über den Ent- rourf eines vorläufigen Grundgesetzes für den Frei­staat Sachsen vor. Der Ausschuß nahm einige Aen- derungen an der Regierungsvorlage vor, deren wich­tigste ist, dah von der Einsetzung eines besonderen Staatspräsidenten einstweilen abgesehen wird. Die diesem zugedachten Befugnisse sollen dem Mi- nisterpräsidenten übertragen werden, der von der Volkskammer zu wählen ist. Ferner lag ein Aus- Ichußantrag vor, in dem u. a gesagt wird, daß die dazu reifen Wirtschaftsgebiete und Bodenschätze in gesellschaftliches Eigentum überzuführen und unter staatliche Aufsicht zu stellen sind. Ferner stellte die Minderheit des Ausschusses den Antrag auf verfas. sungsmäßige Verankerung der A.- und S.-Räte. Dieser Antrag wurde abgelehnt, dafür aber ein mehr­heitssozialistischer Eoentualanttag angenommen, dem. zufolge über die Rechte und Pflichten der A« und S.-Räte ein besonderes G esetz erlassen werdenfoll. Der Ausschußanttag über die Sozialisierung der Wirt, schäft usw. wurde sodann gegen die Stimmen der bür­gerlichen Parteien angenommen. Schließlich wurde das vorläufige Grundgesetz im ganzen in der Aus- schußfaffung mit allen gegen die Stimmen der Deutsch. Raiionalen und der Unabhängigen angenommen. Hierauf erklärte der Dolksbeauftragte Dr. Grad, nauer, daß nunmehr die Aufgabe der geqenroärtigm Regierung erledigt sei, die infolgedeffen ihre Aemler in die Hände der Volkskammer zurücklege. Auf An. trag von Ritzschke (Dem.) erklärte sich Dr. Grad- nauer im Namen des Gesamtministeriums bereit, bis zur Bildung der neuen Regierung die Geschäfte roei. terzuführen. Der Antrag Ritzschke wurde sodann ein­stimmig angenommen.

Die Verhandlungen in Spott

Berlin, 28. Febr. (WTB.) Auf eine mündliche Anfrage der deutschen Waffenstill­standskommission in S p a a teilte General N u d an t mit, daß die Zurücknahme der fran­zösischen Truppen aus Mannheim auf das linke Rheinuser und die Verkehrs sperre zwi­schen Mannheim imb Ludwigshafen auf die in Mannheim ausgcbrock)enen Unruhen zu- rückzuführen ist. Als die zur Herstellung dcr Ordnung herbeigerufenen drei deutschen Ba­taillone eintrafen, wurden die französischen Truppen zurückgenommen, um ihr Zusam­mentreffen mit deutschen Truppen zu vermei­den. Sobald die Unruhen in Mannheim bei­gelegt seien und die deutschen Truppen nicht mehr benötigt würden, bedürfe eS nur der Be- nachrick;tigung des französischen AbschnütS- kommandeurs, um den Verkehr im Umfange wie vorher wieder herzustellen.

Berlin, 28. Febr. (WTB.) Die d e u t - s ch e Negierung hat am 26. Februar in Spaa eine kurze Zusammenfassung der verschiedenen Proteste überreichen lassen/ die sie im Laufe der letzten Monako gegen das Vorgehen der Franzosen in Elsaß- Lothringen erhoben hat und au,f die eine be­friedigende Antwort nicht erfolgt ist.

Die pariser Konferenzen.

Ter Einzug der Regterungätrnppeu in Tüficlborf.

Münster, 28. Febr. (WTB.) Das General- Kommando teilt nachmittags 5 Uhr mit: Die R e - gierungstruppen sind heute vormittag in Düsseldorf eingerückt. Das Ständehaus und die Bahnhöfe find besetzt. Die Haupträdels, fObrer der Spartakisten sind entkommen. 9m übrigen herrscht Ruhe.

Man hxigt mich immer nach den Borsiirzen rn den letzten Monaten. Ich muß weiter aus- boten: Ws ich im Äufluit 1916 bie Leitung der «ricflfülmmfl mit flbmufbm, gesckxih dies emzig und allein mit der Aufgabe, nicht den Krieg zu liquidieren, wie fetzt viele meinen, sondern den frrieg yi grttrrmen. Tv Sage war damals nach dem PttMureten Rumäniens eine ungeheuer ernfte und es gelang, durch Entschlossenheit iniS tauf der Tüchtigk-it unserer Truppen, bie Jhifc Mi Obenvhtben. Es war von uonrbrrttn flar, criw weitere Forisührung des Krieges mit Aussicht auf sLoeeiche tkenbigung nur bann mög» llch Ivar, wenn das deutsch: Volk alles hergab, was es an gei)Hflrrf mcuühlicher und materieller Kraft hatte. Zn diesem Sinne trat ich <ru die :)ü-ichSnv>ru7u? Ixran. Tas Ergebnis dieser mei­net Bemü^rnngen erfüllte nicht bk Beduriulsse bet L'ri.^'ülnung. ^ch werde rn späterer Zeit <ruf<ne hiermit ht flammenteno fhri*nb-.m Frv^-n >°och nnUcflvmmen. Je Ubigtr Der Jlne? baik-rte, bei® groitcm Wert legte ich auf bie Ltinnnung tm Volle. Bei der Erfassung des Ernstrs unsrer und bri der ungi-beuren Verantwortung, die aus meinen Sd/ultem lag, habe , ch den Frie­den gewünscht, aber nicht jeden Frie- den. Mir ist kein Fall, weder rm Juni 1917, im März 1918, oder sonst irgendwann be­kannt, wo ein FrirdenSschtuß, auch nur der eines XkHlÄTiMtnc-vx?rrni<r.-5 auf dem-txrhrdauo mög­lich »irrien löäte. Lrich die Reichsleinmg halte mir nie von einer Friedensmöglichlrit gesprochen, e* scheiterte alles an dem Vcrm<1>tunqSmillat. unsrer tikgiier. Mit diesem Vernichtun^pillen des Frindes mußte bie Regierung rerfwten, er nmr für mich nwtMKbcnb bei allen Entschließungen.

»«Th« Ota barm, b-z her6inb«rt rurrt«, «dH»,

baß bteses Ufer wcrierhtn daS deutsche 8 Aitgust la ten Eischr-i tutgar |utmy-1 wn Utflrii Aufmarschgebiet gegen F a k.eich bv da- Linken des inm-crn L-ru-s bei einigen bleibe, was es seit 50 Jahren gewesen sei Truppentrilen erhellten. Eme Beiserung in bieien Frankreich wolle auf bem linken Rheinuser Zuiräilden war bei dem gebunixmen Sh-ie^millen keine Annektionen, fonbern lediglich (Sa ra n-lL A4.?flina!d,fT *wlf«ibenrn und Cörver- ticiL Die russische Frage werde in I l»<ftU«itirii IMabJür bie ftront n>rtlo« wadjte, näcblten SBodjc V^bdt »trben. Die 3r^| t"^Ca mu

Paris, 28. Febr. (WTB.) Lavas. Tar- dreau gab verschiedenen fremden Journa. listen gegenüber Erklärungen und sagte u .a zwischen dem 8. und 15. März werde bereits ein allgemeiner Uebcrblicf über die terri. torialen und finanziellen For- berungen möglich fein. Die Konferenz habe nunmehr sehr wichtige Probleme zu erörtern, barunter die Frage der französisch, deutschen Gren^reaelung, daS Adriaproblem, die rusfiscke Frage und bic der Freiheit der Meere. Diese vier Punkte wür­den in den nächsten 14 Tagen zur Besprechung kommen. Auf bic Frage eines amerikanischen Berichterstatters, ob bic Hesetze der deut Republik aus dem westlichen Rheinufer eing, führt würden, erwiderte Tardieu, daß ih:.. nicht so viel daran liege, waS die politische Ordnung aus dem linken Rheinufer sein

Clemenceau wieder hergestellt.

Paris, 28. Febr. (WTB.) Havas. Dor Beginn der Sitzung des Zehner-Ausschusses erschien ge- stern Clemenceau im Ministerium des Aeußern. Er wurde von ollen Derttetern der Großmächte bei seinem Wiedererscheinen beglückwünscht Clemenceau, der vom Montag den Vorsitz in der Konferenz wieder führen wird, wohnte den Beratungen nicht bet Er unterhielt sich in einem der anstoßenden Gemächer mit Tardieu. Dieser unterbreitete ihm Vorschläge über die deutsch-franzäsische Brenzregelung Die De; batte darüber wird wahrscheinlich am nächsten Don- nerstag stattfinden. Der Zehner-Ausschuß beschloß auf Vorschlag der amerikanischen Vertreter eine Sonderkommission zu schaffen für die Gebietsprobleme.

3m zweiten Teil der Verhandlungen spiachen die amerikanischen, englischen, ftanzäsischen und russischen Delegierten über den Zionismus. Sokolow und Weizmann sprachen über die Notwendigkeit der Schaffung eines souveränen israelitischen Staates in Palästina; mit der Durchführung dieses Planes soll der Völkerbund Großbritannien betrauen. Professor Levi vom College de France wies auf die Schwierig­keiten des Problems hin und erklärte, dafür ein­treten zu wollen, daß Palästina eine internationale Heimstätte für diejenigen Juden werde, die aus ihrem gegenwärtigen Heimatsland wegen schlechter Behänd- lang auszuwandern wünschten. Er meinte, die christlichen und mohammedanischen Bewohner Palästinas würden sich ohne Schwierigkeit einem europäischen Regime fü­gen, da dasselbe geeignet wäre, bas Gleichgewicht unter den verschiedenartigen Faktoren zu erhalten. Dagegen würde sich die einheimische Bevölkerung wohl der Vormundschaft eines anderen religiösen (Ele­mentes widersetzen. Der Rat wird am Samstag den Bericht der Wirtschafts, und Finanzkommisfion ent­gegennehmen. Lloyd George und Orlando werden nicht vor Ende der Woche nach Paris zurückkehren.

Töilfott.

Washington, 27. Febr. (WTB.) Reuter. Wilson nahm eine Einladung an, am 4. März^ dem Vorabend feiner Abreise nach Frankreich, in Reuyork eine Rede zu hal­len. Es foiri) erwartet, daß der frühere Präsi­dent, Taft, in derselben Versammlung sprechen wird.

Lissabon von Bolschewisten beherrscht.

Amsterdam, 28. Febr. (W.B.) Die .Morning Post" meldet ans Madrid, daß dort aus Lissabon eingetroffene Personen mitteiltcn, Lissabon werde seit Samstag von den Bolschewisten beherrscht. Diese stellten der Regierung ein Ultimatum, worin sie die Auflösung des Parlaments, die Abschaffung der Polizei und der Privatbanken forderten. Die Regie­rung erklärte sich bereit, das Parlament aufzulösen, rotes aber alle übrigen Forderungen zurück. Darauf begann der Straßenkampf. Es wurden Barri- Kaden errichtet und Geschütze aus dem Marinearsenal geholt. Zugleich wurden die elektrischen Kabel zer- schnitten, sodaß die Stabt im Dunkel liegt. Die Amtsräume der Regierung wurden von etwa 8000 Personen erstürmt. Der Kampf dauert fort

General Ludenvorff über den Kriegsausgang.

Berlin, 27. Febr. General Ludendvrff erklärte einem Vertreter der Telegraphen- Union über die Vorgänge, die zum Waffen­stillstand und Friedensangebot geführt haben, folgendes:

rechnen. DiSber hatte ich meine EntßKietzr», gen auf einer festen Grundlage aufgebaut: letzt routbc brr vorher unerschütteritchc Bot<» fditmn» Deut). Ta rum veat ich im August an bie Silie­rung mi.b er Erklärung heran, daß nxr bcrl Feind durch friegtriidjc Ereignis^ nicht mehr fne* denSwilliz machen könnten. 2amufbin herrschte Einigkeit herüber, daß der frrieg jetzt auf schnell» Üem Wege zu beerben fei. Mit der gleuben Jhaft, ane ich bis dahin den Vemichtungswcklen des .Vinoes brechen nxMItt, setzte ich nnch nun zur Etlangung des Friedens fm* Rach dem Zusam­menbruch Bulgariens roar keine Zeit mehr zu ocrlterm. Ich rurbertr deshalb btt Sicgimnigr des Grafen ^erriireg am 29. September aus, eta Stiebend: und WaffenstL stwü>:a gebot zu machen. Tte Anschauung, ich hätte in 24 Stmiben einen Waffenstillstand geß-wert, weil sonst die Front iuiammrnbrädx, itt irrig. Ebenso ist br An­gabe, ich hätte nach acht tagen erklärt, nnch in ?er Einschätzung der Wider andSkra t ici^tr Ar­mee geirrt zu haben, unrichtig. Ich barte sonst nie bem Urrtwg über Dasbengeon nuremmmt. Ich bezweckte lediglich, daß mit den iBerbaitb» lungen übrrbaupt begonnen wurde. Ich bin in dcr ganzen tijigclegenMi stetig mrirmi Weg ge- (langen, den mir das Wohl des Vaieriandes txm» idjii.'b. Anderes har nie wäbeend meines ganyit Lebens, erst recht nicht txxibmib biefes ungeheuren Krieges, mein Handeln bestimmt. Ms eS bann klar wurde, daß der Feind uns Bedtngnngrn auf» erlegte, die uns chm auf S>nave und Ungnaix auflidern sollten, hoffte ich allerdings, t^afi die Volks st immung unter be nr Druckdies er unglaubliche nZumututlg nun doch noch einen Aufschwung neb" mentoütbe, brr die Widerstandskraft des LxrrrM r.ärfm und den Feind yu einer Milderung iemtr Bedingung-m zwingrn würde. x Tiefe Äuilahnng nnirde auch an dm amtlichen Stellen geteilt Für diesen (tzedankm btn ich dann mit mrtnrr ganzen Berftm ringet reim. Ich btn mir bmjufr, daß üb nur ein jdjroadx^ Bruch'ück gegeben (xtbe. Tie C4ad)ebnrffe sind so groß und gerjaltig. daß sic nur im vollkommenen 3ufantmeiban6 richtig erfaßt werben können.

Zum Schluß der Unterredung erklärte Ludendorff:Ich stehe für meine Handlungs­weise mit meiner Person ein und habe nur den Wunsch, den ich auch der Reich?regierung übermitteln werde, einem (Gerichtshof aegeib> übcrgeftellt zu werden, der über meine Taten im Zusammenhang und aktenmäßig urteilen katm."

Aur Statt und Land.

Gießen, 1. Mürz 1919.

Metallarbciterstreik in Gießen.

Am 27. Februar traten mittags etwa 139 Arbeiter der Firma Bänninger in Streik. Am gleichen Nachmittaa, sowie am anheten Vormittag folgten ungefähr 380 Arbeiter der Eisengießerei und Maschinenfabrik von Hey- ligenstädt. Streikgrund firto erhöhte Lohn­forderungen bis zu 1.70 Mt. pro Stunde unter Wegfall der Akkordarbeit. Die Arbeiter gehören sämtlich dem allgemeinen Metallav- beiter-Berbanb an.

Die Arbeitgeber waren bereit, die Vei> bandlungen aufzunehmen, und auch gewillt, eine Lohnerhöhung einlreten zu lassen, jedoch nur durch Vermittlung der in den Fabriken besteheriden Arbeiterfchössen. wie dies bubet üblich war, und unter der Voraussetzung, daß bic Arbeit wieder aufgenonnnen werde. Eine Einigung konnte nicht erzielt werden, da bie Arbeiter verlangten, die Verhandlungen müß­ten mit dein Vorstand des allgemeinen Ml> tallarbeiter-Verbanües in FrankfuN a. M. ge­führt werden.

Nach Rücksprache mit Oberbürgermeistet Keller, Ln den vorher eine Abordnung der Arbeiter l-erangetreten war, einigten sich die Fabrikanten, auch Kommerzienrat Schafsstädt, dessen Arbeiter nicht streiken, am Mltb- woch den 5. Mär^, nachmittags 3 Uhr, die Verhandlungen mit dem Vorstand des Metall­arbeiter-Verbandes Frankfurt a. M. im bo* tel Großherzog hier aufzuuehmen.

Die Arbeit wurde bis heute noch nicht wieder aufgenorninen. Der Streik verlauft vollkommen ruhig. Unruhen und Ansamm­lungen haben bis jetzt nicht ftatigefundcn.

. "AIS Urheber der Bluttat i« der Ost-Anlage gelang es, die Täter, die erst tags zuvor zugereist kamen, zu er­mitteln. Es handelt sich um die Arbeiter Pch. Stiehl er, Frdr. MauS und Wigand Wilhelm Waldeck aus Alsfeld, von denen Stiehler bereits in seiner Heimat in Last genommen werden konnte; die übrigen sind flüchtlsi. Man hofft, den schwer verletzten Sul-erheitsmann am Leben zu erhalten Feitgenornrnen wurde ferner ein junger Mann, der mit einer scharf geladenen Pistole nach einem anderen schoß, mit dem er aus fendlichem Fuße stand. Zum »lud hatte er aber sein Ziel verfehlt.

H tu die b stahl Aus einem dem Proviaittamt gehörigen, in der Nähe der MaryarelenhÜtte gritqtnei Schuppen wurden in der Nacht zum 27. Februar 22 Ballen Heu im Gesamtgewicht von 1320 flitogr. gestohlen und mit einem Wagen weggeschafft Es ist nicht ausgeschlossen, daß das Heu zum Verkauf an­geboten wird. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminal-Polizei entgegen.

** Oberhessischer Kun st verein. Die erft seit acht Tagen eröffnete Ausstellung wurde am 1. Sonntag von nahezu 400 Personen besucht. Da ein Teil der Kollektionen in nächster Zeil nach Karls­ruhe und München weitergeht, bleiben sie nur noch kurze Zeit ausgestellt. Dte Anmeldungen zur Be­schickung der Ausstellungen sind so reichlich ringelaufen, daß auch der Wechiri der nächsten Aus- stellungen von rascher Folge sein wird. Die Aus­stellung ist an Sonntagen von 11 bis 3 und am Mitt­woch und Freitag von 11 bis 1 Uhr geöffnet.

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