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6.1.1913 Erstes Blatt
 
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Meteorologische veobachtungen der Station Gieße».

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Höchste Temperatur am 4. bis 5. Januar

liebe verordnet und empfiehlt sich von selbst.

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nicht bis ins Altertum zurück, sondern erklärte für ihre Lieblings­epoche die Zeit des Direktoire. Aber es ist bezeichnend, daß sie damit einem Kostüm die Palme verlieh, das eine Nachahmung des antiken Kleides darstellt. Phantastischere Märchenflüge schlägt nur eine einzige der antwortenden Damen ein; Mlle. Renouardt sehnt sich zurück nach der Welt der Scheherezade, nach den Wundern von Tausend und einer Nacht. Sie möchte eine Perserin ein ' unter Harun al Raschid und persische Kleidung tragen. Aber was entzückt die Schauspielerin so an diesem Kostüm des Orients?Ich finde die persische Kleidung so ideal," erklärte sie,weil sie ganz einfach ist, weil sie dem Körper ferne natur lichen Linien läßt und den Gliedern ihre Freiheit gestattet." Was an diesen Neujahrshoffnungen der Pariser Modedamen in­teressant ist, das ist die immer stärker hervortretende Tendenz zur Einfachheit, zur weiten fließenden Form des Gewandes, in dem die Frau nicht ein Kunstwerk von Gnaden ihrer Schneiderin ist, sondern dem sie selbst durch den Rhythmus ihres Wesens Gestalt und Form verleiht. Mehr und mehr strebt man heraus aus dem engeren Panzer der Konvention, in .den die Mode die Frau immer wieder einschließt. Man sehnt sich nach der leichten frühlingshaften Grazie, in die die Antike die Schönen hüllte.. Wenn freilich mit den .Wünschen dieser Damen Ernst gemacht würde, wenn ihre Sehnsucht nach der Vergangenheit durch irgend ein Zauberwort sich erfüllte, dann würde es ihnen vielleicht gehen wie dem Helden des Andersenschen Märchens von den Galoschen des Glücks, den das erlebte Ideal der Vergangenheit mit Schaudern und Entsetzen erfüllte. . .

Preis der großen Flasche M. 3., in Apotheken erhältlich, sicher von (C6/1)

UuiversitätS Apotheke und Hirsch Alvotbeke zu Gießen.

geschlossenen Werke von 160 485 t gegenüber 132 052 t im gleichen Zeitraum des Vorfahrs- erreichen. Infolge der Auflösung des Mitteldeutschen Braunkohlensyndikats ist ein schärferer Wettbewerb zahlreiche^ mittelbeiiticber Werke auch im Absatzgebiet des Ver- kau'svereins der hessischen Braunkohlenwerke eingetreten, der die Berkauispreife nachteilig beeinflußt. Tie Nachfrage nach Braun­kohle und Briketts ist jedoch lebhaft geblieben, so daß erwartet wird, daß der 'Ausfall avi Preise, der durch die Konkurrenz herbei- ge'ührt ist, durch Mehrabsatz im. Gewinnergebuis wett gemacht ivird. Ter Jahresabsatz für 1911 betrug 324 817 t gegen 288 604 t int Vorsatz» e

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Ein Soldat erschossen.

Mainz-Mvmbach, 6. Jan Nach voraus gegangen nem heftigen Streit wurde der Kanonier Schnelz vom 3. Fußart.-Regiment erschossen. Mehrere an dem Streit beteiligte Burschen wurden verhaftet, doch ist bei' Täter noch nicht ermittelt. \

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Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.

Wetteraussichten in Hessen für Dienstag, den 7. Jan. 1913: Meist trüb, leichte Niederschläge, Temperatur wenig verändert; Südwestivlude.

Handel.

- Der Verkaufsverein der Hessischen Braun- o bleu merke, G. m. b. H, konnte im letzten Halbjahre in oben Braunkoi len und Briketts einen Gesamtumsatz aller ihm an-

]Nervöfe und 6 c Ich wäcbte

finden in Veciferrin (Ovoiedthineisen) ein anerkannt vorzügliches Nrästigungs- und Bclebuugsmittcl. ES führt dem Organismus die nötigen Elemente zu, wodurch eine normale Blutbilduua, eine günstige Ernährung dcS ganzen Körpers und eine Kräf­tigung der Nerven erfolgt. Lcciscrri» wird deshalb mit Vor-

+ 2,6'0.

0,1 ° C.

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4. 5.

verbeugen. § 5: Diesem Erlaß unterstehen nicht Offiziere, Sol­daten und Mitglieder der Polizei, für die eine besondere Grußform vorgesehen ist. § 6: Ter Gruß der Frauen unterliegt dem § 2 und 3. mit der Einsck-lrankung, daß. sie ihren Hut nicht abzu- nehmen haben. Ter dratonisckM Erlaß des Präsidenten erregt, luic das Journal des Debats berichtet, in Peking große Aufregung, ist er doch nur einer unter anderen, die die gesamte Kleidung unb deren Schiritt regeln und als Tracht zu amtlichen Gelegenheiten je nach dem Anlasse Gehröcke, Smokings und Zylinder europäischen Vorbildes als Gesetz vorschreibt.

H il m j r des Auslandes.Wie ich höre, ist Jones jetzt int Holzhandel, tätig." ,^Ja, aber nur im kleinen Maß­stabe."Wie das?"Er hausiert mit Zahnstochern." Kurgast:Und ist die Verpflegung bei Ihnen gut?" Pensions­inhaber : ;,Ob die Verpflegung gut ist? Aber Mann! Sehen Sie ich doch nur mal die Größe von unseren Fliegen an!" Vater (zu der hübschen Tochter seines alten Freundes):Adieu, mein Kind. Ich will dich heute nicht küssen; ich bin zu stark er­kältet." Sein Sohn (eifrig):Kann ich etwas für dich tun, Vater?" Professor der Chemie:Sollte bei diesem Experu ment etwas schief gehen, könnten wir und das ganze Laboratorium mit uns himmelhoch in die Lust fliegen! Treten Sie uäher'heran, meine Herren, damit Sie mit besser zu folgen vermögen." Ein Künstler, der den größten Teil seines Lebens int Quartier Latin verbrachte, erzählt von der Sparsamkeit eines Franzosen, der von einer Pension von fünf Franken wöchentlich lebte und sein eigenartiges System folgendermaßeit erklärte:Tie Sache ist sehr einfach! Sonntags gehe ich zu einem guten Freunde und speise da so großartig und soviel, daß ich bis Mittwoch nichts melr brauche.' An dem Tage esse ich in meinem Restaurant eine große, selfi große Schüssel Kaldaunen und Zwiebeln. Ich eile mich vor Kaldaunen und ebenso vor Zwiebeln, unb zusammen machen sie mich so .elend, daß ich vor Sonntag keinen ?lpvettt Weder habe. Die Sache ist sehr einfach!"' (Tit-Bits.)

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Erstickungstod. In H ay d enh o f bei I arm e n sand ' man die siebenköp'fige Famsilie des Arbetters Old en berg be- l sinnungslos auf. Ein Arzt rettete fünf Personen, darunter ein jüngeres Kind. Der 19jährige Sohn war bereits tot. Das Unglück ist durch zu frühes Schließen des Ofens entstanden.

* Raub. Aus Prenzlau wird gemeldet: Bei dem an­geblich beraubten Wertbrief handelt es sich um einen plump an- gelegten Schwindel. Der Bries war bcretts bei seiner Absendung mit Papierschnitzetti gefüllt. Der Absenderist der Direktor Po- dolski von der hiesigen Gasmesfersabrtk Ebeltng & Co. Po­dolski befand sich in Zahlungsschwierigkeiten unb suchte stch so zu retten. Er befindet sich in Untersuchungshaft. .

* ,Selbstbeköstigun g". Wir bertchteten Ende Oktober, daß einem Mainzer Wirt auf der Straßenbahn von einem Kellner . das Portemonnaie mit einem größeren Geldbeträge jgtttohlen wurde. Der Kellner wurde einige Tage darauf verhaftet und von dem Gelde des Wirtes noch 27 Mk. beschlagnahmt. Nach Verurtetlung des Diebes machte der Wirt eine Eingabe an die Staatsanwalt,chatt auf Herausgabe des beschlagnahmten Geldes. Er erhielt die Mit­teilung, daß die 27 Ml. für Selbstbeköstigung des Kellners in der Untersuchungshaft barauf'gegangen seien. Der Wirt wendete sich an das Justizministerium in Darmstadt, unb bort würben ihm jetzt die 27 Mk. ausbezahlt. .

kf. E i n Meiste r ft ü cf der Chirurgie. In Reiv Port hat jüngst ein großer 'Aerztekongreß stattgesnnben, zu dem übet 3 00 Cbirurgen znfammengekonimen waren. Während der Woche, wo sie tagten, sind über 50 0 pveraliouen ans efühit worben. Unter diesen vei bient eine wegen ihrer Kühnheit unb- zugleich Merk­würdigkeit besonders hervorgehoben zu iverden. Dr. Robert Abbe hat uäinhcl) nach einer ganz neuen 'DI et höbe eine Striktur der Speiseröhre geheilt. Es handelte sich um einen Patienten, der sieh die Sveiseröhre verätzt hatte; die Verätzung war ausgebeilt und an ihrer Stelle war eine dicke Narbe entstanden, die die Nahrnugs- anfnahwe fast unmöglich machte. Tie Svei'eröhre ist nun wegen ihrer Lage auf gewöhnlichem Wege beinahe unerreichbar und die Chirurgen geben zu ihr nicht gerne blutig ein, außer wenn der Pattent nicht anders zu retten ist. Tr. Abbe wählte nun folgende Methode: er führte zunämst mittels einer Schlunbsoiide einen Seideii'aden bis in den 'Dlagen hinab; dann legte er durch die Bauch decke hindurch den 'Dingen frei, öffnete ihn durch einen kleinen Schnitt und ergriff den Faden. Das obere Ende war inzwischen durch einen Assistenten in der KeH-gegend mit einer Klammer ge­tagt worden und darauf wurde der Faden nach der Art einer Säge hin und her bewegt, bis die Narbe durchschnitten war. Tic Magenwunde verheilte natürlich, da der 'Dingen vollkommen ge« (unb war, rasch, und der Patient konnte nach ein paar Tagen, in denen er nichts batte effen dürfen, geheilt entlassen werden.

- 6) r o ß e Kinder. Halte eifern Kmbe zwei Gegenstände hin, von denen der eine wertvoll, aber unscheinbar, bet andere glt ernb, aber wertlos ist; gib acht, es gtei t nach diesem, nicht nad) jenem, weil es sich durch den Schein blenden läßt. Leiber aber gibt es unter den Teutidien auch viele Erwart jene, die das Schillernde, von außett Bestechende dem Echten vorziehen, dem es - an der glänzmden Außenseite fehlt - große Kinder l Wie sie die ausländische Ware der gleichwertigen oder besseren heimischen vor- ziel en 'diese ist janicht weit her), so greifen sie aud),^ wenn es fid) um den Wettbewerb eines durch Betonung unb Form auf fallenden Fremdwortes mit einem schlichten deutschen Worte Han­delt, nach jenem es ist ausländischer Herkunft, darum ist es ferner. Wir denken hier gar nicht an jene Fremdwörter, bereu deutsche Ersatzwörter sich noch nicht alliemein eingebürgert haben; nein, wir Haben lediglich solche im Arme, die jeder bei gutem Willen ver° meiben konnte. Wie vornehm klingen bodi Diner, Souper, Menu, Lnn<-h oder gar Dejeuner dinatoire gegenüber sestessen (Festmarl). Mittagbrot. 'Abendessen, Speiseiolge. Frühstück; wie ganz astders hört es sich an, wenn der O'-eichäftsmann von seinem Etablissement als von seiner Gartenwirtscha't, Fabrikanlage u. bergl. redet, wenn er en erros et en dörail Handel treibt statt Groß- unb Kleinhandel; wieviel höflicher ist es, wenn wir pardon statt Verzeihung er­bitten, wie ganz anders strahlt bie Besuchs- o nein, otc Visiten­karte mit dem weltmännischen p. p- c. als mit u. A. z. n., das doch nur deutsch ist! Wer ivaate wohl (< shocking!), vor yrauenolnen ;n derbem Deutsch zu sagen, er schwitze, wo dock) das französische transpirieren genau dasselbe sagt? Und wer wird wohl die smli i't oent'chen Ausdrücke Stabreim, Traueisv'el statt her ge- l ehiter klingenden Wörter Alliteration und Tragödie gebrauchen, w er nicht lieber brillant, famos, exzellent, exquisit sagen Natt prächtig, bereitd), ausgezeichnet, großartig u. a. m. ? O, daß mir ^eutlcven nachdem wir voltii di nuinttg geworden sind, es doch enblich auch auf dem sprachlichen Gebiete würden! Daß dem Svott der Ausl an er über unsere kindliche Vorliebe für das Bunte, ftreinöe endlich der Boden entzogen würde! .Reü sein ist alles- sagt Shatesveare. R. Palleske iLandeshut i. Schl.i.

Der moderne chinesisch« Grußkomment. Pugn- schikai der Präsident der chinesischen Republik, hat nun, um einem längst gefühlten Bedürfnis abzuhelfen, in einem amtlichen Dekret dem Volle Chinas mitgeteilt, nnc es> fortan einander zu grüßen bat. Tie Bestimmungen des neuen Zeremoniells lauten: § 1 - Zum Gruße wird der Hut gelüstet unb der Oberkörper vorgebeilgt. § 2: Während der großen offiziellen Zeremomen wird der Hut abgenomineu unb sich dreimal verbeugt. 8 3: Bei gesellschaftlichen Veranstaltungen erfolgt die Verbeugung nur ein­mal. 8 4: Am der Straße lüftet man den Hut, ohne sich zu

tt. Ä. Ällch bte Firma Fvey ü. Schäfer zu leiden, die als erstes Haus in Kttufb-euren gilt. Ungestüm forderten zahlreiche «fort- ihre Einlagen von dem Bankhaus zurück. Von früh 8 Uhr bis abends dauerte der Ansturm des Publikums, das unt feine Ersparungen bangte. Durch die Hand des Chefs des^ Baut Hauses Karl Frey wurden in dieser Zeit rund H/2 Millionen Mark ausbezahlt. Dann versagte die Nervenkraft Freys. Seiner Sinne nicht mehr mächtig, sttirzte er.ins Freie und erschoß sich vor den Augen seines zu Besuch im Elternhause weilenden Sohnes. Das Bankhaus unirde sofort geschlossen. Zum Fall Gerhauser sei noch mitgeteilt, daß der Konkitrsverwalter an die aufgeregte Menge ein Flugblatt verteilen ließ, in dein mitgeteilt wird, daß die bei dem Banklmuse deponierten Gelder nicht angegriffen seien. Die Passiven sollen, wie schon gemeldet, 2,40 Mill. Mk be­tragen, die Aktiven gerüchtweise etwa V2 Mill. Mk. Die näheren Feststellungen bleiben abzmvarteu.

* Zu den großen Unterschlagungen in Braun­schweig wird gemeldet: Der Buchhalter Auerbach und der Kaufmann Weber, die das Bankhaus Gebr. Löbbecke L Co. in Braunschweig um 450 000 Mk. schädigten, wurden bet Lehn - d 0 rf unweit Braunschweig erschossen ausgesunden. In der Mhe lag die Leiche eines jungen Mädchens, wahrscheinlich die Geliebte des Webers. Dazu wird von anderer Seite gemeldet: Die polizeilichen genauen Ermittelungen haben ergeben, daß die bei Lehndorf gefundenen Leichen mit den flüchtigen Defraudanten Auerbach und Weber nicht identisch sind. Wie dieLandeszeitting" mitteilt, sind es die Leichen zweier Arbeiter, die ettva 2o ^ahre alt sind: das erschossene Mädchen dürfte etwa 23 Jahre alt ge­wesen sein. Die Leichen sind noch nicht revognosziert. Aus Briefen, die gestern abend noch geschrieben wuroen, dürste redoch die Feststellung der Persönlichkeiten sich unschwer ermitteln lassen. Es scheint ein Liebesdrama vorzuliegen.

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M V* W Wil durchDr.Schulze-Kahleyse,Nervenarzt

Letzte Nachrichten.

Türkischer Optimismus diplomatische Befürchtungen.

:/: Köln, 6. Jan. (Priv.-Tel.) Ein hoher türkischer Staatsbeamter teilte dem Konstantinopeler Korre­spondenten derKölnischen Zeitung" mit, daß die Türker in wirtschaftlicher und geldlicher Hinsicht bedeutend weniger gelitten habe, als die Staaten des Balkanbundes. Diese hätten ihre ganze militärische Kraft eingesetzt, und infolgedessen sei ein vollständiger Stillstand in der Landwirtschaft, der Industrie und dem ganzen wirtschaftlichen Leben eingetreten. In diplo matischen Kreisen in Konstanttnopel befürchtet man, daß bei der Wiederaufnahme der Feindseligkeiten der Kampf noch mehr als seither den Charakter eines Glaubenskrieges annehmen werde. Schon mis diesem Grunde sollten die Mächte auf baldigen Friedensschluß drängen, um Blutvergießen zu verhindern.

Ruffisch-österreichische Verhandlungen über Albanien.

:/: Petersburg, 6. Jan. (Priv.-Tel.) Zwischen der öfter» reichlichen unb der russischen Regierung sind gegenwärtig Ver- l-andlungen über die zukünftigen Grenzen Albaniens im Gange. Voraussichtlich kommt eine Einigung auf der Grund läge zustande, daß Serbien und Montenegro die Teile Albaniens erhalten, deren Bevölkerung ausgesprochenen serbischen .Cha­rakter hat.

Der Bischof von Limburg-ft.

Limburg, 6. Jan. Der Bischof von Limburg, Tr. Dominicus Willi, ist nach fünfzehnwöchiger Krankheit gestorben. Dr. Willi war 40 Jahre Priester und 15 iJahrc Bischof.

Zprachecke der Allgemeinen Deutschen §prachverein5.

® ä r In e r be u t fd). Man hol bie Absicht, einen Rofen- ftamm ober =ftrmich zu kaufen und verlangt von dem Garnier einige Namen zu hören.Wünschen Cie Remontant- ober Nmsette- ober B''urbon-Hebryd Rosen kstatt: - . Hybrid ...!)? Sehr zu

empfehlen sind Gloire Lyonnaise. Mervcille de Lyon. Perle des blanches, Madnnie Eng6nic Verdier, Eclair, Prince Camille de R han, Princesse de B6arn, Sonvenir de William Wood, Boule de Neiire, Bonguet dor. Reve dor, Belle Lyonnaise. Etoile de France! Tiefer Schwall fremder Namen raujeht vorüber, ohne baß fid) eine wirk­lich denische Bezeichnung bazwifchen finöel. Tabei sind es Rosen, bie in einer deutschen Gärtnerei gepflanzt und gewachsen Unb I glicht viel besser fleht es mit den Namen von Obstbäumeu: Pariser Rambonrreinette. Orleansrrinette,Tbe Qneen, Herzogin von Amronleme. Le Lectier, Triumphe de Vienne, solche und ähnliche '' amen leuchten uns in einer deutschen Stadt bei einer deutschen Gartenbau» ausstellimg, von deutschen Gärtnern ausgestellt, entgegen. Es erscheint immer noch manchemvornehmer", statt unserer reidien Sprache allerhand Spradibrocken anderer Länder zu gebrauchen. Welche Schwierigkeit macht aber auch bie Aussprache und - Recht­schreibung dieser fremden Namen! Wie selten Hört, und wieviel seltener noch sieht man sie richtig!

Kleine Tageschronik.

Bei Ruppertsgrün (Oberpfalz) wurden zwei Weichen­wärter, die nachts einem Güterzuge ausweick-eu wollten, aul dem anderen Gleis von dem Norbsüdexpreßzug BerlinMünchen über­fahren unb getötet. .

Ein in Münster (Wests.) auf Urlaub weilenber Leutnant zur See, der Sohn eines hohen Beamten, versuchte, da er leinen Hausschlüssel vergefieit hatte, von einem Baum aus in jein Schlafzimmer zu klettern. Dabei brach ein Ast des Baumes und der Leutnant stürzte so unglücklich, daß er bald daraus st a r b.

In Berli n wurde die Tochter eines Schullehrers verhaftet, die an einer großen Zahl von Persönlichkeiten Erpressungen ver­sucht hat. Sie hat an Rektoren, Lehrer, Hausbesitzer usw. Briefe gerichtet, in denen sie diese aller möglichen Verbrechen beschuldigte unb ihnen brohte, alles an bie Oeffentlichkeit zu bringen, wenn sie nicht eine bestimmte Summe an eine angegebene Chiffre,ab- schickttn. ^ailfnttinn§toittoc Emich in Charlottenburg verübte gestern nacht S e l b st m 0 r b , inbem sie sämtliche Gashähne öffnete unb sich mit einem Messer bie linke Hanb fast vollständig durch- schuitt. Die Witwe hat die Tat aus Gram über die Erkrankung ihrer Tochter an einem Gemütsleiben verübt.

In Plauen i. Vgtl. wurde der 15jährige Kaufmanns- lehrling Kurt Gabe im Keller eines Hauses in der Schilbstraße durch Beilhiebe ermorbet aufgesunden. Es liegt Raubmord vor Gabe war heute vormittag von seinem Clsef beauftragt worben, einen Geldbetrag von 650 Mk. auf der Post abzuhvlen. Seitdem ist er verschwunden.

Bei Rörmond (Niederlande) sind zwei Güterzüge in voller Fahri zu s-a mm en g e sto ß e n. Zwei Eisenbahnbeamte wurden getötet: viele Wagen sind zertrümmert worden.

In der verflossenen Nackst wurden auf dem Pariser Dorort- friedhof Levallois 110 Gräber von einem Unbekannten verwüstet. .

In Karlsburg (Ungarn) wurde der Gutsbesitzer Roior und dessen Gattin ermordet ausgefunden. Als Täter wurde der 24jährige Sohn ermittelt. Er soll die Tat aus Rache verübt haben.

Zu welcher Zeit'Men Sie als schöne $rau gelebt haben?

Diese Frage, über die schon so manche Dame nachgedacht hat, macht die französische ZeitschriftLa Vic Heureuse" zum Gegen­stand einer Umfrage, die sie einigen der bedeiltendsten unb ele­gantesten Schauspielerinnen Frankreichs vorgelegt hat. Das Re­sultat war überraschend: fast alle diese Frauen, die durch ihren Beruf gewöhnt sind, in die Stimmungen unb Gewänber so vieler Zeitalter zu schliipsen, entschiebm sich für bie Antike. Da nun einmal für die Frau eine geschichtliche Epoche mit der Mode, die in ihr getragen wurde, zufammenfällt, so gaben sie dem griechischen Kostüm den Vorrang.

Die berühmte Trägöbin der Comedie Franeatse, MUe. Sorel, bie bie majestätischen Röcke im Stil Lubwigs XIV. in ben Dramen Corneillcs unb Racines so trefflich zu tragen weiß, fühlt sich boch nicht wohl in diesen pompösen Roben.Griechen­land allein", so antwortete sie,hat den wahren Kult der - Schönheit gehabt. Dort 'betete man jene göttliche Harmonie des 1 Körpers an, die unsere Toiletten vernichten. Hüllen wir uns 1 also in die langen graziösen Draperien mit ihrem weichen unb 1 zarten Faltenwurf, bereit Einfachheit bie Anmut, der Frau ver- : klärt." Aehnlich äußerten sich Mlle. Provost, Mlle. Monna : Delza und andere bekannte Sterne der Pariser Bühnen. Ihr ; Traum und ihre Sehnsucht liegt im alten Hellas, dort allein finden sie bie Moben loicbcr, die Harmonie der Linien, einfache . Anmut unb Freiheit ber Bewegungen, gewährt. Eine Sck-au- i spielerin, Mlle. Mabeleine Carlier, ging mit ihren Wünschen

Mit Kanonen nach Spatzen schiessen

der Volksmund, wenn er Kraftleistungen oder Aufwendungen bezeichnen will, die in gar keinem Verhältnis zu dem erreichbaren Zwecke stehen. Auch die Hausfrau bedient sich dieses verschwenderischen Mittels, wenn sie, um eine gute Suppe herzustellen oder um Bouillon im Hause zu haben, teures frisches Fleisch auskocht, anstatt das ungefähr 3mal billigere Liebigs Fleisch-Extrakt zu benutzen. Mit einem geringen Zusatz vonLiebig verbessert man alle Speisen und gibt namentlich Gemüsen einen Wohlgeschmack, der sich, äusser mit frischem Fleisch, durch kein anderes Mittel erzielen lässt. Man verlange Ausdrücklich

Liebigs Fleisch-Extrakt